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1859 Münchs erste internationale Geschäfte
m April des Jahres hatten die Herren Carl Zetsche und Alfred Münch in Gera einen Wollwarenfabrik gegründet und bald auch internationale Handelsbeziehungen aufbauen können. Um das Geschäft im Exporthandel zu erweitern und die Qualität der Waren unter Beweis zu stellen, rüstete man schon im Gründungsjahr der Fabrik eine deutsche Expedition nach Ostasien, welche von der preußischen Regierung für wirtschaftspolitische und wissenschaftliche Zwecke durchgeführt wurde, durch Mitgaben von Warenproben der Textilfirma aus. Das hatte zum Ziel, auch mit China, Japan oder Siam (Thailand) ähnlich gute vertragsmäßige Handelsverbindungen aufzubauen, wie sie schon mit Frankreich, England und anderen europäischen Nachbarn bestanden. Geraer Firmen waren schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts "Global-Player", lange bevor das Wort erfunden wurde.
15.04.1859 Eine neue Textilfirma in Gera
ie Geraer Textilindustrie war in Gera weiterhin auf dem Vormarsch. An diesem Tag gründeten die Geraer Industriellen Carl Zetzsche und Alfred Münch eine Wollwarenfabrik.
01.09.1860 Die "Frauenlob" versank
ie "Frauenlob" war ein Frachtsegler und ging in der Nacht vom 1. Zum 2. September 1860 mit Mann und Maus verloren. Der Segler gehörte zu einer "Expedition für handelspolitische und wissenschaftliche Zwecke" nach Ostasien. Die Geraer Firma Alfred Münch, im Vorjahr gegründet und schon im ersten Jahr mit internationalen Handelskontakten ausgestattet, wollte neue Absatzmärkte in Fernost erschließen und hatte die Expedition mit Warenproben bestückt. Die Unternehmung im ostasiatischen Raum bestand aus den preußischen Kriegsschiffen "Arkona" und "Thetis" und den Schonern "Frauenlob" und "Elbe", und die Zielhäfen lagen in China, Siam (Thailand) und Japan. Später wurde berichtet, dass trotz des schweren Unglücks die Expedition "in bester Weise" zu Erfolg gebracht worden war.
1870 Dampf für die Firma Münch
m 15. April 1859 hatten die Herren Carl Zetsche und Alfred Münch in Gera eine Wollwarenfabrik gegründet. Das Geschäft florierte und bald konnten internationale Handelsverbindungen geknüpft werden. Nach dem Kauf eines Grundstücks wurde der Firmensitz im Jahr 1865 in die Schützenstraße 24 (später die Geschwister-Scholl-Straße) verlegt, um dort eine Weberei zu betreiben. Seit 1833 wurde in Gera die Dampfkraft zum Antrieb der Maschinen genutzt, die ersten waren Morand & Co., und auch die Wollwarenfabrik und Weberei Münch setzte zunehmend auf die Versorgung mit Dampf. Dafür machte es sich erforderlich ein Kessel- und Maschinenhaus zu bauen, was ab dem Jahr 1870 geschah. Gleichzeitig entstand ein weiterer der später das Stadtbild bestimmenden Schornsteine, welche hier auf die Höhe von gut 30 Metern gebracht wurde.
1874 Carl Zetsche wechselte in die Bank
m 15. April 1859 hatten die Herren Carl Zetsche und Alfred Münch in Gera eine Wollwarenfabrik gegründet. Nach dem Umzug (1865), dem Umbau (1870) und der Umstellung auf Dampfkraft (1870) zog sich Carl Zetsche im Jahr 1874 aus dem Geschäft zurück. Bis zum Jahr 1887 leitete sein nun ehemaliger Geschäftspartner die Firma alleine weiter. Auf den Adressbüchern der folgenden Jahre konnte entnommen werden, dass Carl Zetsche dann als Bankdirektor tätig war.
1887 Die Söhne wurden Teilhaber
m 15. April 1859 hatten die Herren Carl Zetsche und Alfred Münch in Gera eine Wollwarenfabrik gegründet. Carl Zetsche zog im Jahr 1874 aus dem Geschäft zurück, sodass Münch die Firma allein weiterleitete. Erst im Jahr 1887 nahm er seine beiden Söhne Walter und Hermann als Teilhaber in die Firma auf, und zog sich 10 Jahre später ebenfalls aus dem aktiven Geschehen zurück. Bis in diese 1890er Jahre entwickelte sich im Betrieb eine rege Bautätigkeit. Dabei kam es zur Vergrößerung und mehrmaligen Aufstockung der Lager-, Kontor- und Vorbereitungsgebäude auf vier Etagen. Der beauftrage Architekt Louis Kornmann ließ den nördlichen Teil des Websaals abreißen und dort ebenfalls ein viergeschossiges Gebäude entstehen.
24.12.1892 Hermann Luboldt geboren
m Heiligen Abend 1892 in Cuba (1896 nach Untermhaus eingemeindet) geboren, galt Hermann Luboldt später als einer der bedeutendsten Heimatschriftsteller der Stadt Gera. Nach Abitur am Gymnasium Rutheneum und einer Lehre zum Textilfachmann an der Greizer Webschule geriet er im I.Weltkrieg in russische Kriegsgefangenschaft. Nach gelungener Flucht kehrte er 1918 in seine Heimat zurück und arbeitete hier als Direktor in der Weberei Alfred Münch AG und später leitete er die Auslandsabteilung der Deutschen Kolophon-Werke Gera. In seinen weiteren Tätigkeitsfeldern wandte er sich mehr und mehr der Sprache zu. Er wurde Dolmetscher und Englisch- und Russischlehrer in Liebschwitz und der Lutherschule. 1889 wohnt die Familie Luboldt in Cuba, Haus 11, im Jahre 1901 heißt die Adresse Wilhelmstraße 1 (später die Leibnizstraße). Mindestens seit 1922 und noch 1947 wohnte unser Dichter nachweislich in der Goethestraße 4 in Gera. Am 27.April 1962 starb Hermann Luboldt.

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24.12.1892 Peter Boll geboren
eter Boll, alias Tulipan, der eigentlich Hermann Luboldt hieß, war als Heimatschriftsteller in Gera bekann und machte sich durch seine Gedichte einen Namen. Die Schriftstellerei war ihm dabei nicht in die Wiege gelegt. Seine Eltern hatten in Gera eine Textilfirma, weshalb er nach dem Abitur am Rutheneum, auch eine Ausbildung als Textilkaufmann in Greiz begann und abschloss. Der erste Weltkrieg brachte aber alle Pläne der Eltern und seine eigenen durcheinander. Er geriet in russische Kriegsgefangenschaft. Nach der Flucht 1918 und der Heimkehr arbeitete er als Direktor in der Weberei Alfred Münch AG und leitete die Auslandsabteilung der Deutschen Kolophon-Werke in Gera. In den dreißiger Jahren veröffentlichte er die “Gerschen Wochenenden“ und schrieb nebenbei - Plaudereien, Geschichten, Kinderbücher und Gedichte über Menschen - Straßen - Tiere - Mode - Wetter und die Gefühle. Er liebte seine Gerschen und diese mochten ihn als humorigen, liebenswerten Zeitgenossen, dessen Gedichte auch in der Tageszeitung erschienen. Hauptberuflich arbeitete er zunächst wieder als Textilkaufmann und wurde später an der Enzianschule und Volkshochschule Fremdsprachenlehrer. Er absolvierte mit beachtlichen 70 Jahren sein Examen. Außerdem arbeitete Hermann Luboldt als Übersetzer für russisch, englisch und französisch. Was nach seinem Tode blieb, sind seine Gedichte und Bücher. Er schaute dem Gerschen auf‘s Maul und beschrieb deren Seelen als spitzbübig und witzig. Er verstarb am 27. April 1962.

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1897 Auf dem Weltmarkt gefragt
chon zu dieser Zeit wurden Marktanalysen wichtig für die Geschäfte der Geraer Textilfirmen auf internationalen Messen und Verkaufsveranstaltungen. Die besten Waren erzielten den besten Preis. Die Geraer Wollwarenfabrik- und Weberei Münch, gegründet 1859 und inzwischen unter der Leitung der Söhne von Alfred Münch, betrieb in den 1890er Jahren zwischen 1200 und 1500 Webstühle, auch außerhalb von Gera. Besonderes Augenmerk wurde auf die Appretur und die Färberei gelegt, welche als Lohnarbeit betrieben wurde. Denn bei ihren Geschäften hatten die Geschäftsinhaber Walter und Hermann Münch feststellen können, dass ihre Waren vor allem auf Grund der vorzüglichen Färbung und deren Haltbarkeit gegenüber der englischen und französischen Konkurrenz bevorzugt wurden. Ein Vorteil war wohl auch, dass nur Ware aus reiner Wolle hergestellt wurde. Das waren sowohl Damen- als auch Herrenstoffe, welche als Stapel- und Modeware besonders für Straßen-, Strand-, Gesellschafts-, Ball- und Trauerkleidung verarbeitet wurden.
1903 Die zweite Münch-Villa in Gera
lfred Münch hatte 1859 in Gera eine Wollwarenfabrik gegründet, welche später an seine Söhne und wohl auch an einen Enkel weiterging. Einer der Söhne, Walter Münch, bewohnte zu diesem Zeitpunkt eine Villa in der Goethestraße 1a (später einmal Landesbücherei) und nun ließ sich auch Hermann Münch, der zweite Sohn, in der Kaiser-Wilhelm-Straße 206 (später die Berliner Straße) eine geräumige Villa errichten, welche über 10.000 Quadratmeter Garten verfügte. Als Baumeister und Architekt hatte er Carl Zaenker verpflichtet, welcher schon die Baupläne für das Warenhaus Tietz auf der Sorge (später auch als Konsument Warenhaus bekannt) und das Verwaltungsgebäude der AOK in der Dr.- Friedrich-Wolf-Straße ausgearbeitet hatte.
1911 Veränderungen bei der Firma Münch
b dem Jahr 1911 bis zum Anfang der 1920er Jahre lag die Geschäftsleitung der bekannten Geraer Kammwollwarenfabrik Münch in den Händen der Gesellschafter Alfred Münch und Paul Schellig. Im Jahre 1923 wurde mit der Beteiligung der Geraer Kaufleute Hermann Luboldt und Richard Mauersberger die Firma Alfred Münch AG Mechanische Kammgarnwebereien gegründet. Das Adressbuch der Stadt Gera aus dem Jahr 1925 verzeichnete als ein weiteres Vorstandsmitglied auch den Enkel des Firmengründers Alfred Hugo Münch. Leider verschlechterte sich durch die allgemeine Weltwirtschaftskrise und die damit verbundene schlechte Auftragslage die wirtschaftliche Situation der Firma derart, dass sie schon im Jahr 1928 aufgegeben werden musste.
1930 Übernahme der Alfred Münch AG
ie dramatisch zurückgegangene Auftragslage für die Geraer Firma Alfred Münch AG Mechanische Kammgarnwebereien und die damit einhergehende Weltwirtschaftskrise veranlasste im Jahr 1928 das Geraer Traditionsunternehmen (seit 1859) zu schließen. Zwei Jahre später beschloss der Kaufmann Franz Hermann Rentsch das stillgelegte Unternehmen zu übernehmen und firmierte unter "Fa. Franz H. Rentsch Mechanische Kammgarnweberei" in Gera. Da einige der Gebäude, viele noch im 19. Jahrhundert errichtet, inzwischen bauliche Mängel aufwiesen, wurden in der 1930er Jahren Umbau- und Instandhaltungsmaßnahmen vorgenommen, vor allem am Aufzug und am maroden Dampfschornstein. Verantwortlich für den Bau war seinerzeit Herr Paul Hahn. Im Jahr 1947 wurde Rentsch Eigentümer der Firma und im selben Jahr zog die Firma Tischendorf Werkzeuge- und Maschinenfabrik ins Erdgeschoss des Vorbereitungsgebäudes an der Brückenstraße als Pächter mit ein.
1950 Alfred Münch wurde volkseigen
m Jahr 1859 hatte der Geraer Alfred Münch mit einem Partner eine Wollwarenfabrik in Gera gegründet. Diese wurde später von seinen Söhnen und einem Enkel weitergeführt. Während der Weltwirtschaftskrise kam 1928 das Aus für die Traditionsfirma und zwei Jahre später übernahm Franz Hermann Rentsch das Unternehmen, was ab 1947 als sein Eigentum geführt wurde. Schon vor der Gründung der DDR hatte man in der SBZ (Sowjetische Besatzungszone) mit der Enteignung und der Sequestration (Fremdbestimmung) privater Unternehmen begonnen, um die Wirtschaft nach russischem Vorbild zu kontrollieren. Auch diese Kammgarnweberei ging in sogenanntes Volkseigentum über und der VEB Gewosei (Geraer Woll- und Seidenweberei) übernahm den Betrieb als Werk IV und richtete einen Teil der Gebäude als Betriebsberufsschule ein, welche nach dem Zusammenschluss der Geraer Textilbetriebe zum VEB Modedruck gehörte. Nach der Auflösung der VEB Modedruck im Zuge der politischen Wende 1989/90 in der DDR im Jahr 1991 wurde der Schulbetrieb eingestellt.
1965 Die Kammwollweberei Münch zog um
m 15. April 1859 hatten die Herren Carl Zetsche und Alfred Münch in Gera eine Wollwarenfabrik gegründet. Das Geschäft florierte und bald konnten internationale Handelsverbindungen geknüpft werden. Nach dem Kauf eines Grundstücks wurde der Firmensitz in die Schützenstraße 24 (später die Geschwister-Scholl-Straße) verlegt, um dort eine Weberei zu betreiben. Die ersten Betriebsgebäude entstanden unmittelbar am Mühlgraben und waren das Kontor und ein Lagerhaus. Die später noch einsehbaren Bauunterlagen brachten zu Tage, dass Mitte der 1860er Jahre dort schon ein großer Websaal mit Sheddächern und eine Hausmannswohnung vorhanden war, da bereits im Jahr 1870 ein Anbau an der Wohnung vorgenommen wurde.

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18.01.2015
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