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Ihre Suche nach Trinitatiskirche erbrachte folgende Ergebnisse.
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1170 Die Wolfgangskapelle in Gera
twa um das Jahr 1170 bis 1186 wurde in der Geraer Vorstadt die Sankt Wolfgangskapelle errichtet. 1323 wurde sie der neu erbauten Trinitatiskirche angegliedert. 1841 wurde die Kapelle, welche den Hirten und Schäfern als Wallfahrtsort gedient hatte, abgebrochen und der frei gewordene Platz wurde zur Errichtung des Kirchturms verwendet.
1300 Die Sankt Trinitatiskirche
iese bekannte Geraer Kirche wurde am Anfang des 14. Jahrhunderts errichtet und kann somit als einer der ältesten Sakralbauten der Stadt bezeichnet werden.
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1323 Die Trinitatiskirche in Gera
ie erste Anlage der Trinitatiskirche mit der Sankt Wolfgangskapelle ging auf dieses Jahr zurück. Die bekannte Kirche in der Geraer Innenstadt war 1611 erweitert worden. Die Sankt Wolfgangskapelle galt als Wallfahrtsort der Hirten und Schäfer und wurde 1841 abgebrochen.
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1333 Die erste Trinitatiskirche
ie Kirche wurde als Gotteshaus in diesem Jahr erstmals erwähnt. Da sie sich weit vor den Stadtgrenzen befand, blieb sie von sämtlichen Stadtbränden und Großfeuern verschont und wurde aber erst 1611 erweitert. (Trinitatis ist das Dreifaltigkeitsfest (auch Dreieinigkeitsfest) am ersten Sonntag nach Pfingsten. Das Fest wurde 1334 durch Papst Johannes XXII. in den Römischen Kalender eingeführt und ist der Verehrung der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmet: Gottvater, Gottsohn und Gott Heiliger Geist.) Es ist das einzige Geraer Gotteshaus, welches nicht geostet wurde, der Altar also nicht in Richtung Osten (Jerusalem) gerichtet ist. Viele Jahre diente sie dann als Grabeskirche und der angrenzende Park war zwischen 1550 und 1900 der Friedhof.
1355 Die Tuchmacherei in Gera
n der Zeit um 1355-1360 begannen die ersten Tuchmacher mit ihrem Handwerk in Gera. Das Tuchmacherhandwerk entwickelte sich stetig weiter und gut 100 Jahre später (1478) gab es in Gera schon 61 selbstständige Tuchmacher. Die Arbeit war sehr kompliziert, da sie aus vielen verschiedenen Arbeitsschritten bestand, die alle beherrscht werden mussten. Zum Tuchmachen gehörte das Wollspinnen, Weben, Waschen, Spülen, Scheren und das Färben dazu. Tuchmacher benötigten viel Wasser und daher überspannten viele Fläh- und Spülbrücken den Geraer Mühlgraben. Linksseitig des Mühlgrabens (Gegenüber dem UCI-Kino und an der Trinitatiskirche, was noch unbebaut war.) waren die großen Bleichplätze zu finden.
1402 Das Badertor
era hatte im Verlauf seiner wechselhaften Geschichte mehrere Stadttore, welche auf verschiedenen Seiten die Menschen hinein und aus der Stadt heraus ließen, und das auch nur zu bestimmten Urzeiten und keinesfalls nachts. Das Badertor stand bis zum Jahr 1884, als es abgerissen wurde. Den Namen erhielt es durch die mittelalterliche Baderei vor dem Tor. Die Bader übernahmen wichtige Tätigkeiten, denn sie nahmen mitunter chirurgische Eingriffe vor und betätigten sich damit im medizinischen Sektor. Die Badereien allgemein waren aber oftmals auch durch die dort herrschende Prostitution verrufen und hatten mit einer öffentlichen Badeanstalt späterer Jahre nichts gemein. Ein Besuch dort konnte sich nicht jeder leisten. Hygiene war für viele Menschen zu dieser Zeit ein Fremdwort, denn kaum jemand hatte zuhause so etwas wie ein Bad oder eine eigene Toilette. Durch das Badertor verlief die Handelsstraße nach Regensburg. Es wurde somit das wichtigste Tor der Stadt. Würfe man es im 21. Jahrhundert suchen, würde man es zwischen dem Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608 und dem Elster-Forum finden. Wer durch das Badertor schritt, sah ab dem Jahr 1611 die Trinitatiskirche in einiger Entfernung vor sich.
1445 Die Geraer Hospitale
as Wolfgangshospital lag außerhalb der Stadt, da dort immer wieder Pest- und Lebragefahr bestand und man die Ausbreitung von Seuchen innerhalb der Stadtmauern auf jeden Fall verhindern wollte. In unmittelbarer Nähe davon wurde 1611 die Trinitatiskirche geweiht, welche über Jahrhunderte die Geraer Grabeskirche war und daher auch einen Friedhof (Trinitatisfriedhof) hatte, auf dem bis zum Jahr 1900 Beisetzungen vorgenommen wurden. Das Marienhospital war dagegen schon im 15. Jahrhundert eine Unterbringung für alte und gebrechliche Menschen. Das Marienhospital wurde 1445 erstmals urkundlich bezeugt und im gleichen Jahr wurde der Einrichtung von zwei reichen Geraer Familien ein Meßbecher geschenkt, was zu dieser Zeit einem enormen Besitztum gleich kam. Im Jahr 1639 brannte das Hospital ab und an seiner Stelle wurde ein Zucht- und Waisenhaus gebaut. Später wurde es als Stadtmuseum bekannt.
1450 Das mittelalterliche Gera
on der mittelalterlichen Bautätigkeit in Gera sind uns nur wenige Reste erhalten. Die Belagerung der Stadt im Sächsischen Bruderkrieg 1450 und die zahlreichen verheerenden Stadtbrände, u. a. von 1686 und 1780, haben das alte Stadtbild weitgehend zerstört. Vielleicht gehören Teile der ehemaligen Friedhofskirche (Trinitatiskirche) auf dem südwestlich vor der Stadtmauer gelegenen Anger (später der Roßplatz), die erstmals 1333 urkundlich genannt wird, noch dieser Zeit an. Sie wurde 1611 erweitert, 1869 erneuert und hat 1899 einen Glockenturm erhalten. Das 1445 vor dem späteren Badertor (nordwestlich der Stadtmauer) als Stiftung der Familien Kudorf und Waltheym errichtete Hospital Beatae Mariae Virginis mit Kapelle brannte 1686 ab. An seiner Stelle entstand 1724-38 das Zucht- und Waisenhaus. Das als Hospital der "Sundersiechen" 1482 und 1487 genannt Wolfgangshospital auf dem Anger (später Roßplatz) wurde im 19. Jahrhundert abgebrochen.
10.10.1474 Die Jahresrente für das Hospital
einrich, der Herr zu Gera, überwies an diesem Tag die beim Rat zu Gera zu erhebende Jahresrente in Höhe von 50 fl. Rheinisch jährlich an das vor der Stadt liegenden Hospital, neben der Trinitatiskirche, zu zwei Teilen. Das Hospital erhielt 26 fl. Rheinisch und der den Altar zu "Unsere lieben Frau" in dessen Kapelle bedienende Priester wurde mit 24 fl. Rheinisch bedacht. Der Herr von Gera wiederum empfing für die an das Hospital jährlich zu entrichtende Zinssumme an Kapital 1000 fl. Rheinisch von dem Geraer Bürger Franz Kudorf, welcher das Geld als sein "selengeräth", sein Testament, dem Hospital vermacht hatte. (fl. Rheinisch bezeichneten zu dieser Zeit den Gulden und fl. stand für den Florentiner Gulden)
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15.02.1482 Stiftung von Seelenmessen
er Geraer Bürger Kunz Freitag und seine Schwester Adelheid stiften für die St. Wolfgangskapelle wöchentlich zwei Seelenmessen. Die Kapelle befand sich neben dem Siechenhaus am heutigen Eingang zur Talstraße und wurde 1841 abgebrochen. Erhalten geblieben ist die spätgotische Außenkanzel, die an der Ostwand der Trinitatiskirche angebracht wurde.
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1500 Die unbebaute Innenstadt
as was später die Geraer Innenstadt wurde war im 14. und 15. Jahrhundert noch unbebaut und bildete zu dieser Zeit den "Anger". Das war der Weideplatz für das Stadtvieh zwischen dem Badertor und der Trinitatiskirche am Gottesacker. Das Gebiet zwischen der Ostseite des späteren Roßplatzes und dem Mühlgraben wurde dann als Limmer´scher oder Schlick´scher Garten bezeichnet. Die dafür bis ins 19. Jahrhundert bestehende eigene Gerichtsbarkeit und die Befreiung von städtischen Abgaben lassen vermuten, das dort der quedlinburgische Klosterhof aus den Anfängen der Stadtentwicklung zu suchen ist.
1500 Die Kanzel an der Trinitatiskirche
ie Inschrift der Kanzel an der Außenwand der Trinitatiskirche datiert auf das Jahr 1500 und zählt zu den bedeutendsten bauplastischen Werken spätgotischer Provenienz (Herkunft) in der Region. Filigranes Blendmaßwerk schmückte seit je her die Brüstung und den Schalldeckel (Kanzelhimmel oder auch Kanzelhaube darüber). Die Tür der Kanzel schließt ein Kielbogen (spitzer gotischer Bogen, auch Akkolade genannt.) ab, der von krabbenbesetzten Fialen (aus Stein gemeißelte schlanke und spitz zulaufende Türmchen in der gotischen Architektur) flankiert wird.
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25.01.1511 Finanznot seit gut 60 Jahren
n diesem Tag verkauften der Bürgermeister und der Rat der Stadt Gera dem Rat zu Zeitz für die zwei Hospitäler an der St. Trinitatiskirche 40 fl. (florentiner Gulden) Zinseinnahme für die Zahlung von 666 fl. und 14 Groschen Kapital auf Wiederkauf. Am gleichen Tag erfolgte ein Verkauf von Ratseinnahmen in selber Höhe an den Kanzler Dr. Johann Biermost vom Rathaus der Stadt Gera. (Seit dem sächsischen Bruderkrieg von 1450 war Gera in argen Finanznöten.)
30.09.1533 Friedhofsverlegung
uf Anweisung der Visitatoren verlegt der Geraer Pfarrer seine Wohnung nach dem „Termineyhause auf dem Niklasberge“. Im gleichen Jahr wird der Friedhof vom Johanniskirchenplatz innerhalb der Stadtmauern nach dem Platz hinter der Trinitatiskirche verlegt. Als Grundstück findet der, 1238 von Jutta von Gera der Johanniskirche geschenkte Garten, Verwendung.
1542 Im Garten des Wolfgangshospitals
um Wolfgangshospital an der Trinitatiskirche gehörten zu dieser Zeit die sogenannten "Siechhäuser". Das Hospital war wesentlich älter als die Ersterwähnung in einer Urkunde dieses Jahres, denn die Siechhäuser im Garten des Hospitals versorgten schon die Rückkehr der Kreuzzüge (11.-13. Jahrhundert) indem sie dort isoliert wurden, um die Geraer Einwohner vor unbekannten, exotischen und ansteckenden Krankheiten zu schützen. Dort lagen auch Pest- und Syphilispatienten.
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1555 Der neue Friedhof
er neue Friedhof bekam den Namen "Alter Gottesacker" und war neben der Trinitatiskirche zu finden. Der Friedhof neben der Sankt Johanniskirche, damals auf dem Johannisplatz am späteren "Rutheneum seit 1608" (Goethegymnasium) war vor die Stadt verlegt worden. Zu dieser Zeit war die Stadt unterhalb des Gymnasiums am Badertor zu Ende.
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1556 Der Geraer Leichensteg
ie Bezeichnung des "Leichensteg" entstand zur Zeit des ausgehenden Mittelalters. Nach der Reformation durch Martin Luther (ab 31.10.1517) wurde der Friedhof vom Johannisplatz neben der 1780 abgebrannten Johanniskirche vor der Stadt neben die Trinitatiskirche verlegt worden. Die Leichenzüge bogen seit dem hinter dem Badertor, am Goethegymnasium, nach links ab und führte über einen eigens deshalb erst gebauten Mühlgrabensteg und über den Roßplatz nach dem Friedhof. Ursprünglich führte nur ein einfacher hölzener Steg über den Mühlgraben, daher auch der Name "Leichensteg". Erst 1750 wurde der alte Steg durch eine Brücke ersetzt. Ab 1839 hieß der "Leichensteg" dann "Gerbergässchen". (Der alte Friedhof an der Trinitatiskirche trug noch Jahrhunderte später, als es schon lange ein Park war, im Volksmund den Namen "Knochenpark".)
1607 Das Badertor
ie Stadt Gera hatte nunmehr seit 370 Jahren das Stadtrecht und damit eine weitgehende Selbstbestimmung. Da Gera Handelsbeziehungen in "alle" Himmelsrichtungen pflegte, konnte man auch aus allen Richtungen kommend in die Stadt gelangen oder diese wieder verlassen. Gera hatte eine Stadtmauer und konnte nur über die mit Wachen besetzten Stadttore betreten werden. Eines dieser Tore war das Badertor am Rutheneum (Goethegymnasium), welches von einem Naumburger Steinmetz errichtet worden war. Ein Jahr später wurde das Rutheneum eröffnet und 1609 begann der Bau der Trinitatiskirche am Trinitatisfriedhof.
1611 Kirchenumbau in Gera
eit Mitte des 16. Jahrhunderts, nach der Reformation durch Martin Luther (1483-1546), war der Geraer Friedhof außerhalb der Stadt an der Trinitatiskirche zu finden. Diese Kirche wurde nun, auf Grund ihrer neuen Funktion als Begräbniskirche, umgebaut und erweitert worden. Auch der Friedhof wurde bis zu seiner endgültigen Außerbetriebnahme im Jahr 1900 mehrfach erweitert.
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1611 Der Quedlinburger Hof in Gera
ber die Lage des Quedlinburger Hofes ist nichts bekannt. Man hat vermutet, dass er auf dem Anger, dem späteren Roßplatz, lag, doch scheint die Lokalisierung im Nordosten der Altstadt, d. h. auf dem im Gelände deutlich exponierten Nikolaiberg, näher liegend zu sein. Die alte Nikolauskapelle, an deren Stelle später die Trinitatiskirche im Jahr 1611 errichtet wurde, wäre dann vielleicht das älteste Geraer, zum Quedlinburger Hof gehörige Gotteshaus gewesen. Vielleicht ist das "Schreibersche Haus" in seinem Kern ein Rest dieser Anlage. Wir hätten also dann in Gera mit einer ähnlichen Entwicklung wie in Arnstadt zu rechnen, wo ebenfalls die Burg des Vogtes entfernt von dem ältesten Wirtschaftshof am anderen Ende der Siedlung liegt.
1624 Eine neue Brücke in der Vorstadt
u dieser Zeit lag in der Geraer Vorstadt der Mühlgraben noch offen und musste demnach überquert werden. In der Heinrichstraße wurde daher eine schmale Brücke angelegt, was darauf schließen ließ, dass man mit der Erweiterung Geras in Richtung der Elster und Trinitatiskirche, der Geraer Grabeskirche begonnen hatte.
1630 Die Trinitatiskirche
ie Trinitatiskirche wurde als Geras Grabeskirche zu Beginn des 17. Jahrhunderts errichtet und der schon zuvor angelegte Friedhof dort diente der Stadt von der Mitte 16. Jahrhunderts des bis 1899 als Begräbnisstätte. Im Jahr 1630 kam es zur Aufstellung großes Abendmahlbild von Johann Dobenecker (1596-1670), einem bekannte Geraer Künstler, welcher im Jahr 1630 Heinrich II. Posthumus portraitieren durfte.
30.01.1635 Dem Duell zum Opfer gefallen
u dieser Zeit war es durchaus noch üblich, dass zwei streitende Herren voneinander Satisfaktion (Genugtuung) forderten, weil sie sich gegenseitig beleidigt sahen oder in ihrer Ehre gekränkt. Danach duellierten sie sich und recht bekam am Ende derjenige, welcher das Duell überlebte. Meist wurden die Duelle mit Fecht- oder Schusswaffen ausgetragen. Ein schwedischer Duellant, ein Soldat der mit seiner Truppe während des Dreißigjährigen Krieges in Gera das Winterquartier bezogen hatte, starb dabei an einer Stichverletzung und wurde auf dem Geraer Gottesacker, der ehemalige Friedhof an der Trinitatiskirche, begraben.
16.02.1658 Hochwasser in Gera
wischen dem 16. und dem 19. Februar des Jahres hatte es in Gera ein starkes Hochwasser gegeben. Der Geraer Friedhof, zu der Zeit der Platz neben der Trinitatiskirche (später daher Knochenpark genannt), war von der Vorstadt abgeschnitten. Der Weg vom Badertor am Gymnasium bis zur Kirche lag außerhalb der Geraer Stadtmauern und der Friedhof, Gottesacker genannt, sehr nahe an der Elster. Wegen der Fluten konnten zu diesem Zeitpunkt auch keine Beerdigungen vorgenommen werden, was ein Problem darstellte, da die Verstorbenen nicht aus der Stadt geschafft werden konnten.
1666 David Nieke geboren
avid Nieke war ein bekannter Geraer Maler des 17. Jahrhunderts. Das Altarbild in der 1611 errichteten St. Trinitatiskirche wurde um 1700 von ihm erschaffen und war schon seinerzeit von sehr hoher künstlerischer Qualität geprägt. David Nieke stellte die Heilige Dreifaltigkeit in Gestalt der thronenden Gottvater-Christus-Gruppe und der Taube des Heiligen Geistes dar. David Nieke verstarb hoch angesehen im Jahr 1726 in Gera.
1686 Zwischen Stadttor und Kirche
ie "Straße" zwischen dem Badertor unterhalb des Johannisplatzes und dem Friedhof der Trinitatiskirche (Park der Jugend) erstreckte sich zu dieser Zeit der "Steinweg nach dem Gottesacker", welcher erst ab 1839 "Heinrichstraße" genannt wurde.
1693 Wanderheuschrecken
er Friedhof an der Trinitatiskirche wurde ummauert. Im Sommer dieses Jahres richteten massenhaft auftretende Wanderheuschrecken große Schäden an der Vegetation um Gera an.
1693 Der Trinitatiskirchhof
n diesem Jahr wurde der Kirchhof der Geraer Trinitatiskirche ummauert. Die Trinitatiskirche lag zu diesem Zeitpunkt noch vor den Stadtmauern und galt als Grabeskirche der Stadt. Bis 1900 wurde hier die Verstorbenen der Stadt zu Grabe getragen.
1700 Der Gnadenstuhl
er Gnadenstuhl ist ein Bildtypus der christlichen Kunst zur Darstellung der Trinität (Dreifaltigkeit): Gottvater hält das Kreuz (Kruzifix) mit dem toten Christus in beiden Händen, während die Taube als Symbol des Heiligen Geistes darüber schwebt. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts kamen außerdem Bildnisse auf, bei denen Gottvater den Leichnam des toten Sohnes auf seinem Schoß hält oder stehend den Sohn vor sich zeigt. Ein solcher Gnadenstuhl wurde im Jahr 1700 in die Geraer Trinitatiskirche eingebracht.
1700 Ein reußischer Kanzler
n diesem Jahr wurde die Trinitatiskirche zur letzten Ruhestätte eines reußischen Politikers in der Zeit nach Heinrich Ii. jüngere Linie Posthumus (1572-1635). Das Grabmahl des reußischen Kanzlers Johann von Freisleben (1650-1700) war dort für die Nachwelt gestaltet worden.
1706 Aus dem Anger wurde eine Allee
er Geraer Anger, seit dem Mittelalter ein unbebauter Platz in der späteren Innenstadt, Roßplatz, Mühlgraben und Brühl, diente als Viehweide. Durch Anbauten wurde die Viehweide immer kleiner und war bald als solche nicht mehr dienlich. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde der Anger erstmals mit einer Allee von Linden, Ahorn, Ebereschen und Birken bepflanzt. Es wurde ein Platz daraus und eine Verbindung zur Neustadt und zur Trinitatiskirche.
1711 Die Erweiterung des Kirchhofes
m Jahr 1693 war der Kirchhof der Geraer Trinitatiskirche ummauert worden. Nun hatte man begonnen ihn nach Süden zu erweitern. Die Kirche war zu diesem Zeitpunkt schon fast 400 Jahre alt und war die Geraer Grabeskirche in der Vorstadt.
1718 An den Pflanzbeeten in Gera
as neue Flussbett des zu den oberen Hofwiesen geleitete Geraer Spitalbachs wurde nun bei den Pflanzbeeten (Heinrichstraße / Friedericistraße) über den Mühlgraben geführt. Seinen Namen hatte der kleine Spitalbach durch seine Nähe zu den Geraer Spitälern, oder Hospitälern, neben der St. Trinitatiskirche erhalten.
1718 Das Hospital St. Wolfgang
u dieser Zeit hatte die Stadt Gera zwei Hospitäler, welche der Krankenpflege dienten. Sie waren neben der St. Trinitatiskirche zu finden, etwa an der Einfahrt zur späteren Talstraße. In diesem Jahr erfolgte der letzte Neubau des Hospitals zu St. Wolfgang am Anger, so wurde die Gegend zu dieser Zeit noch bezeichnet. Später wurde die Hospitäler ins Ostviertel verlegt.
1718 Eine alte Totenglocke
ie alte St. Wolfgangskapelle neben der Geraer Trinitatiskirche erhielt in diesem Jahr ein neues Türmchen. In diesem Türmchen schlug dann die von Max Rosenheimer aus Schleiz schon im Jahr 1517 gegossene Totenglocke. Die Trinitatiskirche war die Geraer Grabeskirche zu diesem Zeitpunkt und die Glocke ein markantes akustisches Zeichen für die Geraer.
1723 Friedhofserweiterung
s gab zu dieser Zeit nur eine Geraer Begräbnisstätte, und zwar war das der Friedhof an der Trinitatiskirche, welcher noch außerhalb der Stadtmauern lag. In diesem Jahr wurde er vergrößert, indem ein Stück des Spitalgartens in einer Größe von 79 Ellen Länge und 56 Ellen Breite dazu kam. Die beiden Geraer Spitäler (Krankenhäuser) standen auf der anderen Seite der Trinitatiskirche. (Eine Elle entsprach als Maß etwa der Unterarmlänge eines Mannes)
25.07.1724 Abbruch der Hospitalkirche
er Chronist Karl Gottfried Felbrig berichtete in seinen Aufzeichnungen, dass am 25. Juli des Jahres 1724 mit dem Abbruch der ehemaligen Hospitalkirche begonnen wurde. Er schrieb: "? und der Grund gegraben, da dann bey Grabung des Grundes viele Todtenbeine gefunden wurden ?" das wurde damit erklärt, dass, "? im Jahr 1658 im Februari bey den damals durch eine Eisfahrt entstandenen und lang anhaltenen Wasser 3 Leichen, welche nicht auf dem Gottesacker (neben der Trinitatiskirche) begraben werden [konnten], in dieser Kapelle begraben wurden?". (Quelle Stadtarchiv Gera HB 5623/1) Im August des Jahres waren die Abrissarbeiten beendet.
10.11.1724 Reußischer Kanzler verstorben
er Reußische Kanzler Friedrich Heckenberg verstarb an diesem Tag. er war reußischer Kanzler seit dem Jahr 1718 und führte das Amt bis zum Tage seines Todes aus. Er erhielt ein Grabmahl an der Geraer Trinitatiskirche, die zwischen der Mitte des 16. Jahrhunderts und dem Ende des 19. Jahrhunderts als Grabeskirche vor den Toren der Stadt diente. Er wurde an der Seite seiner im Jahr 1719 verstorbenen Gemahlin Anna Katharina Heckenberg, einer geborenen von Carden, beigesetzt.
02.11.1726 Tod eines Geraer Malers
n diesem Tag verunglückte der Geraer Maler David Nieke (1666-1726) beim Ausmalen der sakralen Bilder in der St. Johanniskirche auf dem Johannisplatz. Er war auch der Künstler, welcher das Altarbild der St. Trinitatiskirche geschaffen hatte. Die St. Johanniskirche fiel dem Stadtbrand von 1780 zum Opfer.
1735 Die erste gepflasterte Straße in Gera
as "Gerbergässchen" entstand aus dem nun beseitigten "Leichensteg". (Zwischen dem "Goethegymnasium" und dem "Gastronom" über den zu dieser Zeit noch nicht verrohrten Mühlgraben in Richtung Talstraße und Trinitatiskirche.) und wurde 1735 als erste Geraer Straße gepflastert. Eine wirkliche Neuheit, da man nun sauberen Fußes voran kam und nicht, wie bei nassem Wetter, durch den Matsch waten und über die durch Wagenreifen entstandenen Furchen springen musste. Weil überwiegend Gerbereien, die viel Wasser brauchten was sie aus dem Mühlgraben bezogen, dort tätig waren, erhielt die Gasse 1839 den Namen "Gerbergässchen". 1962 verschwand die Gasse, als der Mühlgraben in dem Bereich verrohrt wurde und damit eine Straße entstand.
12.07.1739 Hochwasser in der Vorstadt
n diesem Tag war die Elster wieder einmal über die Ufer getreten und hatte die südliche Vorstadt überspült. Die Elster stand bis zum "Leichensteg", die spätere "Gerbergasse". Da diese alte Bausubstanz den Kriegswirren des Zweiten Weltkrieges zum Opfer fiel muss gesagt werden, dass der "Leichensteg" zur Neuzeit in etwa vom Goethegymnasium (Rutheneum seit 1608) zum Gastronom führen würde. Damit stand das Wasser auch in der Trinitatiskirche und auf dem dazu gehörigen Friedhof.
12.01.1741 Ein erneutes Hochwasser
eben der St. Trinitatiskirche standen zu dieser Zeit die Geraer Hospitäler. Es waren die ersten Krankenhäuser der Stadt. Die Elster floss nicht weit davon entfernt und trat an diesem Januartag aus ihrem Bett. Dabei wurden die Stuben des St. Wolfgangshospital vom Elsterwasser überschwemmt.
13.11.1745 Verwundete Österreicher
oldaten des österreichischen Heeres waren in der Gegend um Gera herum unterwegs und mussten ihre Verwundeten und Kranken versorgen lassen. Das geschah an diesem Tag mit der Einquartierung im Geraer St. Wolfgangshospital neben der St. Trinitatiskirche in der Vorstadt. Dort standen zu dieser Zeit die ersten Geraer Krankenhäuser.
1755 Ein Denkmal für Macher
er Geraer Professor für Beredsamkeit und Gymnasiallehrer Johann Christoph Macher (1720-1754) war in Alter von nur 34 Jahren an einem Schlaganfall verstorben. Seine aus im allgemeinen wohlhabenden Elternhaus stammenden Schüler errichteten ihrem sehr beliebten Lehrer ein Denkmal. Es zeigte eine Statue von Macher in römischer Tunika, Helm und Zackenkrone und wurde ein Jahr nach seinem Tod auf dem Friedhof neben der Trinitatiskirche aufgestellt. (In der Neuzeit stand es dann neben der Orangerie zu finden.)
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1763 Arrest in der Kirche
s war die letzte Phase des Siebenjährigen Krieges, der Gera sehr viel Geld und Opfer gekostet hatte, da ständig Soldaten in der Stadt einquartiert werden mussten, Seuchen ausbrachen und Plünderungen, Erpressung und Geiselnahmen an der Tagesordnung waren. Selbst die Kirchen wurden zweckentfremdet. Die Trinitatiskirche diente als Arrestlokal für Militärgefangene.
1780 Wie "die Straße" entstand
ach dem Stadtbrand von 1686 kam es in diesem Jahr zum zweiten großstädtischen Schadensfeuer in Gera. Zwischen den Bränden hieß der Weg vom Badertor zur Trinitatiskirche "Steinweg nach dem Gottesacker", weil er am Friedhof der Kirche vorbei führte. Als diese Gasse sich allerdings nach dem Brand und dem Wiederaufbau als recht schöne und breite Straße verwandelte, wurde sie kurzzeitig einfach nur "die Straße" genannt.
1780 Der neue Steinweg
ach dem Brand von 1780 wurde die Gasse, welche am Friedhof der Trinitatiskirche vorbei führte und "Steinweg nach dem Gottesacker" hieß, kurz in "die Straße" umbenannt. Der Name "Steinweg" wurde neu vergeben und die Straße zwischen der oberen Sorge und der alten "Großen Kirchgasse" wurde nun so genannt. Der Name blieb bis in die Neuzeit (2008) erhalten.
11.1780 Die Zuchthäusler und die Waisenkinder
m 18. September 1780 hatte ein Großfeuer in der Stadt fast 90 % der Gebäude zerstört. Auch das 1732 eingeweihte Zucht- und Waisenhaus war stark betroffen, obwohl das Gebäude bei Bauexperten seinerzeit als unzerstörbar geholten hatte. Die Waisenkinder hatte man nur über den Waisenhausgarten retten können als die Flammen schon meterhoch aus dem Gebäude schlugen. Den Garten hatte Heinrich XXX. vier Jahre vor dem Brand an das Haus verschenkt. Nach dem Brand richtete man das Gartenhaus im Waisenhausgarten so ein, dass es auch über den Winter 1780/1781 den Waisenkindern Unterkunft bot. Die Sträflinge hingegen wurden, nachdem sie die erste Nacht unter strenger Bewachung im Waisenhausgarten verbracht hatten, in das Wachthaus am Badergatter, gegenüber der Trinitatiskirche geführt, und verblieben dort, bis die Gewölbe im Zuchthauskeller wieder hergestellt waren. Im Jahr 1782 war das Gebäude wieder aufgebaut, und in der Waisenhauskirche wurden zwei weitere Kapellen eingerichtet. (Quelle: Diplomhistoriker Siegfried Mues, ehemaliger Leiter des Stadtmuseums)
31.08.1807 Der alte Marktgasthof
n diesem Tag wurde der alte Geraer Marktgasthof "Zur Goldenen Sonne" vom Markt Nr. 10 in die Vorstadt vor das "Badertor" verlegt. "Das Badertor" war bis ins 19. Jahrhundert am Rutheneum (später Goethegymnasium) zu finden. Die Gegend bis zur Trinitatiskirche zählte zur Geraer Vorstadt.
1841 Abbruch der St. Wolfgangskapelle
uletzt diente sie nur noch als Wagenschuppen und wurde nun abgebrochen. Die St. Wolfgangskapelle gehörte seit dem späten Mittelalter neben dem Marienhospital zu den ersten Heilanstalten der Stadt. zu finden waren sie einst am Eingang der späteren Talstraße unmittelbar neben der Trinitatiskirche.
07.04.1859 Die Schleizer Straße entstand
rsprünglich hieß die Straße einmal "Am Gottesacker", weil sich an ihrer linken Seite der Friedhof an der Trinitatiskirche (später Park der Jugend) erstreckte. Die Straße in die entgegengesetzte Richtung in die Innenstadt wurde einst "Steinweg nach dem Gottesacker" genannt und bildete im 17. Jahrhundert die "Vorstadt". Später benannte man sie nach dem Badergatter an ihrem Beginn. Den Namen "Schleizer Straße" erhielt "Am Gottesacker" in diesem Jahr, da sie in Richtung der alten Handelsstraße nach Schleiz führte.
07.04.1859 Wie der Geraer Brühl entstand
er "Brühl" wurde ursprünglich in seinem südlichen Teil "Hospitalplatz", nach dem kurz vor dem sächsischen Bruderkrieg von 1450 gegründeten Hospital "Beatae Mariae Virginis" benannt. Nach dem Brand von 1639 wurden das Hospital und die Kirche notdürftig überdacht und damit wieder bewohnbar gemacht. Ab 1724 wurde an der Stelle der Hospitalkirche das Zucht und Waisenhaus errichtet. 1737 wurden die Hospitalbewohner in das hintere Gebäude des Hospitals Sankt Wolfgang neben der Trinitatiskirche verlegt und dort bezogen sie 1738 den für sie errichteten Neubau des Marienhospital. Das alte Hospital wurde ebenfalls abgebrochen und 1737/38 statt dessen der Erweiterungsbau des Zucht- und Waisenhauses errichtet. Der südliche Teil des Platzes wurde daher ab 1811 "Am Zucht- und Waisenhaus" bezeichnet. Der nördliche Teil des Platzes wurde nach dem dort stehenden, bereits 1487 bezeugten Vorstadt-Gasthof als "Beim Güldenen Ring" und ab 1627 nach dem damaligen Besitzer Kaspar "Grünebaum" benannt. 1859 wurde der Platz in "Brühl" benannt. Der Brühl war wie die Heinrichstraße und der Roßplatz als Teil des Angers ursprünglich Weideplatz für das Stadtvieh und daher im 14. und 15. Jahrhundert noch nicht bebaut. Die Gebäude an der Westseite des Brühls wurden 1945 durch Bomben zerstört. Die Häuser an der Ostseite wurden 1973 abgerissen, um das Kultur- und Kongresszentrum zu schaffen. Damit verschwand der "Brühl" in Gera.
15.11.1867 Die erste Leichenhalle in Gera
uch so etwas fand Einzug in die Annalen der Stadt Gera. Bis zum Jahr 1900 wurde in Gera nur der Friedhof an der Trinitatiskirche als Begräbnisstätte genutzt. Danach wurde der Ostfriedhof eröffnet. 1867 wurde in Gera die erste Leichenhalle an der Talstraße neben der Kirche der Benutzung übergeben.
1868 Renovierung von St. Trinitatis
achdem sowohl die Preußische als auch die französische Armee die Geraer St. Trinitatiskirche während der napoleonischen Kriege (1792-1815) als Magazin genutzt hatten, und der Bau schon beträchtliche Altersschäden aufwies, wurde St. Trinitatis in den Jahren 1868/1869 renoviert. Die Nordseite erhielt eine neugotische Fassade und die drei Giebelfenster wurden durch eine Feuerrose und das Renaissanceportal durch ein neugotisches Fenster ersetzt.
30.11.1875 Das Hospital im Ostviertel
n diesem Tag wurde im Geraer Ostviertel das neue Hospital eingeweiht. Schon in der Bauphase erhielt die Straße dort am 23. September 1875 den Namen "Hospitalstraße". Diese neue Heileinrichtung sollte die Hospitäler "St Wolfgang" und "Beatae Mariae Virginis" an der Sankt Trinitatiskirche ersetzen. Aus dem Hospital wurde später das "Helene Fleischer Heim" und die "Hospitalstraße" erhielt den Namen von Karl Liebknecht.
1876 Abbruch der Hospitäler
it dem Abbruch der beiden Hospitäler Sankt Wolfgang und Beatae Mariae Virgins, welche östlich der Sankt Trinitatiskirche am Roßplatz standen, wurde der Anfang zur Talstraße geschaffen.
31.12.1879 Wer wohnte wo in Gera
ier ist eine vollständige Einwohnerliste der Stadt Gera enthalten. Alle in Gera zu diesem Zeitpunkt gemeldete Personen mit ihrer Adresse und ihrem Beruf. Zu beachten ist, dass viele Eingemeindungen erst in den ersten 20 Jahren des 20. Jahrhunderts vorgenommen wurden und so die Einwohner von Untermhaus, um ein Beispiel zu nennen, hier fehlen.
Zusatzinformationen
1884 Der Fürst und die Lehranstalt
ürst Heinrich XIV überwies in diesem Jahr die geologische fürstliche Landessammlung mit Mineralien dem Geraer Gymnasium zu Studienzwecken. Zu Ostern des Jahrs begann man mit dem Abbruch der alten Gymnasialgebäude von 1782 und des Badertores, welches sich unmittelbar am Gymnasium befand. Von dort gelangte man direkt zur Trinitatiskirche. Am Fürstengeburtstag, dem 28. Mai, erfolgte die Grundsteinlegung für die neuen Gebäude.
1886 Trinitatis wurde Pfarrkirche
is zum Jahr 1886 diente die Geraer St. Trinitatiskirche ausschließlich als Friedhofskirche. Nun erhielt sie angesichts der wachsenden Bevölkerungszahl den Rang einer Pfarrkirche. Außergewöhnlich war allerdings, dass St. Trinitatis während des Baus nicht geostet worden ist, was wohl an den räumlichen Gegebenheiten lag. (Ostung: Darunter versteht man die Ausrichtung nach Osten. Damit hängt auch der Begriff "Orientierung" zusammen, was nichts anderes als "Osten" heißt. Der Orient ist das Land im Osten wo die Sonne aufgeht und daran wurde sich orientiert. Die Ostung hatte vor allem bei frühchristlichen und Mittelalterlichen Kirchen eine Bedeutung. Der Altar steht immer im Osten.)
10.11.1897 Ein Glockenturm für St. Trinitatis
n diesem Tag waren die Feierlichkeiten für die Grundsteinlegung zum Bau eines Glockenturms für die St. Trinitatiskirche anberaumt worden. Der Entwurf für den Turm stammte vom Hofbaurat Köberlein. Eingeweiht wurde der Glockenturm am Heiligen Abend 1899.
1899 Ein neuer Glockenturm
ie Sankt Trinitatiskirche, die Kirche der heiligen Dreifaltigkeit, in der Heinrichstraße, bekam einen neuen Glockenturm. Ein später leider unbekannter Photograph machte eine für diese Zeit recht aufwendige Aufnahme des sakralen Gebäudes vom Roßplatz aus.
1900 Friedhofschließung
er alte Friedhof neben der St Trinitatiskirche geht in den Besitz der Stadt über und wird 1910 für Begräbnisse geschlossen.
1930 Der Friedrich Ebert Hain
wischen der Mitte des 16. Jahrhunderts und dem Jahr 1900 wurde der Park an der Geraer Trinitatiskirche als Friedhof genutzt und dann vom Ostfriedhof abgelöst. In den Jahren 1928 bis 1930 wurde das Areal dann zum Park umgestaltet und zur Erinnerung an den ersten Reichspräsident der Weimarer Republik in "Friedrich-Ebert-Hain" umbenannt.
22.03.1933 Horst Wessel wurde Namensgeber
er ehemalige Friedhof (von 1556-1900) an der Trinitatiskirche war zu Ende der 1920er Jahre zum Park umgebaut und nach Friedrich Ebert benannt worden. Nun, während der Nazi-Diktatur, war der Berliner SA-Führer Horst Wessel (1907-1930) Namensgeber des "Horst-Wessel-Hain".
12.08.1934 Der Friedhof wurde Nazi-Hort
ie Weihe des umgestalteten Friedhofes an der Trinitatiskirche, der ehemaligen Begräbniskirche der Stadt, als "Horst-Wessel-Hain" wurde an diesem Tag vollzogen. Ab dem Jahr 1945 wurde dort ein Stadtpark eingerichtet.(Horst Ludwig Wessel (09.10.1907-23.02.1930) war SA-Sturmführer und schrieb den Text zum Horst-Wessel-Lied, das kurz nach seinem Tod zur offiziellen Parteihymne der NSDAP wurde und dann von 1933 bis 1945 als inoffizielle Hymne stets nach dem Deutschlandlied gesungen wurde.)
11.02.1935 Ein Denkmal für Professor Liebe
ie Weihe des Denkmals am Grab von Prof. Dr. Karl Theodor Liebe (1828-1894) im Stadtpark, dem ehemaligen Friedhof der Trinitatiskirche an der Schleizer Straße, danach die Heinrichstraße, durch den "Verein zum Schutze der Vogelwelt" erfolgte an diesem Tag. Liebes Schüler, der Geheime Bergrat Prof. Dr. Zimmermann, welcher ebenfalls in Gera geboren wurde, hielt aus dem Anlass eine viel beachtete Rede zu Ehren des Naturwissenschaftlers.
1937 Die höchsten Bauwerke der Stadt
ange Zeit war die ägyptische Cheops-Pyramide (150 Meter hoch) das höchste Bauwerk der Welt, bis ihr, nach der Fertigstellung im Jahr 1880, der Kölner Dom (157 Meter hoch) den Platz 1 streitig machte. Das höchste Bauwerk Geras in den 1930er Jahren war allerdings keine Kirche, sondern der Schornstein der Färberei von Georg Hirsch, später VEB Modedruck, in der Reichstraße mit 85 Metern Höhe. Dem folgte der Turm der Johanniskirche mit 75 Metern Höhe, der Rathausturm mit 57 Metern, der Turm der Salvatorkirche misst 50 Meter, der Schlossturm vom Osterstein (Bergfried) hat 44 Meter, der Turm der Trinitatiskirche erreicht 40 Meter und der Handelshof (Sparkasse) bringt es immer noch auf 34 Meter.
1944 Beseitigung der Grabkapellen
wischen der Mitte des 16. Jahrhunderts und dem Jahr 1900 war der Platz neben der Geraer Trinitatiskirche als Friedhof genutzt worden. Ende der 1920er Jahre kam zur Umgestaltung zum Park. Man ließ dabei allerdings einige der Grabsteine und die Grabkapellen stehen. 1944 waren bei Bombenangriffen auf die Stadt viele historische Gräber unrettbar zerstört worden. Viele Gräber wurden dann bei der Trümmerbeseitigung für immer zerstört.
03.05.1945 Gera hatte nun einen Stadtpark
eit dem 16. Jahrhundert war der Platz neben der Trinitatiskirche als städtischer Friedhof genutzt worden und erst im Jahr 1900 wurde die Begräbnistätigkeit eingestellt. Zu Ende der 1920er Jahre wurde das Areal dann zum Park umgebaut. Nachdem nun Friedrich Ebert, erster Reichspräsident,und danach Horst Wessel, ein SA-Führer, als Namensgeber ausgedient hatten, entschloss sich die Stadt Gera das Gelände zum Erholungsort um zu gestalten und in "Stadtpark" zu benennen.
01.10.1945 Kein Unterricht möglich
om offiziellen Kriegsende am 8. Mai 1945 bis zum 1. Oktober 1945 war der Unterricht für die Geraer Schüler nicht möglich. Das lag zum einen natürlich daran, dass die Geraer Innenstadt fast vollständig in Trümmern lag, seit alliierte Bomber am 6. April 1945 die Stadt schwer getroffen hatten, und zum weiteren an den Schäden die an den Schulen entstanden waren. Die Neulandschule, die Debschwitzer Schule, die Untermhäuser Schule, die Ostschule und die Schillerschule fungierten noch als Lazarett für die vielen verletzten Kriegsheimkehrer. Die Untermhäuser Schule wurde kurz danach zum Umsiedlerlager für die aus den ehemaligen Ostgebieten geflüchteten Menschen (Schlesien, Böhmen, Ostpreußen) benötigt, die Enzianschule in der Nähe der St. Trinitatiskirche war völlig ausgebombt und musste erst wieder aufgebaut werden und bei der Bergschule war das Treppenhaus durch einen Fliegerangriff zerstört worden, auch da musste erst Abhilfe geschaffen werden. Die Geraer hatten aber alles daran gesetzt, den Schulbetrieb wieder aufnehmen zu können, denn sie wussten das die Lerndefizite auch so nur schwer wieder aufholbar war bei den Kindern, die bis dahin nichts weiter als Krieg gesehen hatten.
05.04.1947 Alte Bilder der Stadt
n diesem Tag wurde in der in Geraer erscheinenden Zeitung "Thüringer Volk" ein "Altgeraer Bilderbogen" veröffentlicht. Dort wurden die Geraer zu Beispiel an die ehemalige St. Wolfgangskapelle neben der Trinitatiskirche, das Alte Theater am späteren Puschkinplatz und an den alten Johannisplatz erinnert. (Die Kapelle und das Alte Theater gab es zu dieser Zeit schon lange nicht mehr und der Johannisplatz lag noch in Kriegstrümmern.)
1951 Verbreiterung der Heinrichstraße
achdem bereits im Jahr 1944 einige der historischen Grabkapellen des ehemaligen Friedhofs neben der Trinitatiskirche durch alliierte Bombenangriffe zerstört worden waren, fielen die restlichen Grabkapellen und zahlreiche Grabsteine in diesem Jahr einer Straßenverbreiterung der "Schleizer Straße", später die "Heinrichstraße", zum Opfer. Danach erinnerte nur noch sehr wenig an den "Alten Gottesacker" aus dem 16. Jahrhundert.
1958 Die FDJ beseitigte die alten Gräber
ut 350 Jahre, seit der Mitte des 16. Jahrhunderts, hatte Gera seine Verstorbenen neben der Trinitatiskirche, der städtischen Grabeskirche, bestattet. Erst im Jahr 1900 wurden die Bestattungen auf den Ostfriedhof verlagert. 1958 initiierte die FDJ dann eine Pressekampagne für die Beseitigung der noch verbliebenen Grabsteine und rührte die Trommel für die Umgestaltung des Areals in einen Stadt-Park. Ein Park war die Anlage schon seit dem Ende der 1920er Jahre. Nun wurde sie zu einer Spiel- und Sportstätte. Dieser Aktion fielen auch fast alle Grabsteine zum Opfer. Nur zwei wurden erhalten. Ein Jahr später hieß die ehemalige Grablege dann "Park der Jugend". Daher hielt sich auch hartnäckig der Namen "Knochenpark" im Volksmund.
1968 Restaurierungen in der St. Trinitatiskirche
uletzt war der bekannte Geraer Sakralbau als später Folge aus den napoleonischen Kriegen (1792-1815) genau 100 Jahre zuvor renoviert worden. Das Ergebnis der zweijährigen Restaurierungsarbeiten, welche 1970 vorerst abgeschlossen werden konnten, war der bis in die Neuzeit (21. Jahrhundert) erhalten gebliebene Zustand. Unter anderem wurde die Balken-Felder-Decke aus der Zeit der Erbauung (17. Jahrhundert) frei gelegt und die aus der ehemaligen Schloßkirche zu Reinhardtsbrunn stammende Kanzel eingebaut. Die nächste Außeninstandsetzung fand dann erst 1986 statt.
24.05.1970 Die alte Glocke klang wieder
ach 28 Jahren erklang an diesem Tag nun erstmals wieder vom Turm der Trinitatiskirche die über 450 Jahre alte Wolfgang-Glocke. 1942 war die Glocke beschlagnahmt worden, um sie als „Metallspende“ für Kriegszwecke einzuschmelzen. Nach dem Krieg war sie auf dem Dachboden einer Lübecker Kaserne wieder entdeckt worden. Der Landesbischof Doktor Mitzenheim hatte sich danach für die Rückführung der Glocke nach Gera eingesetzt.
03.1982 Repressalien gegen die Friedensbewegung
ie Geraer Geistlichen Pfarrer Roland Geipel und Kaplan Michale Wyppler hatten im Jahr 1981 Aufnäher mit dem brisanten Aufdruck "Schwerter zu Pflugscharen" verteilt und damit massive Gegenwehr der DDR-Machthaber provoziert. Die beiden unbeugsamen Männer unternahmen ab dem März 1982 den Versuch, den einsetzenden Repressalien entgegenzutreten und wurden mehrfach beim Referat für Kirchenfragen vorstellig. Auch diese Maßnahme war zum Scheitern verurteilt, da der evangelische Pfarrer Geipel durch die Amtskirche keinerlei Unterstützung erfuhr und der katholische Geistliche Michael Wyppler nicht befugt war, mit staatlichen Stellen Gespräche zu führen. Das Grundproblem im Jahr 1982 bestand dann darin, 16 Jugendliche der Justiz in Gera zuzuführen, was aber schlussendlich durchgesetzt wurde. Diese "Zuführung" verfehlte ihre Wirkung nicht, denn nach dem ökumenischen Gottesdienst am 16. November 1982 zum Abschluss der Friedensdekade verblieben etwa 50 Teilnehmer in der Trinitatiskirche, um die entstandene Situation zu diskutieren. Erstmals wurde hier der Vorschlag unterbreitet, die Demonstrationen abzusagen und stattdessen einen Gottesdienst abzuhalten.
26.10.1989 Wohin zog die Demonstration in Gera ?
as hatte die Spitzel der Staatssicherheit in Gera interessiert und so sickerte auch in internen Kreisen durch: "Inoffiziell wurde bekannt, dass nach durchgeführten kirchlichen Veranstaltungen in der Salvatorkirche, Johanniskirche, St. Elisabeth-Kirche, Trinitatiskirche (Reserveobjekt) eine Demonstration durchgeführt werden soll. Treffpunkt ist die Salvatorkirche. Es ist beabsichtigt, zum Platz der Republik, Johanniskirche, VPKA (Volkspolizeikreisamt) und eventuell zu BV MfS (Bezirksverwaltung Ministerium für Staatssicherheit) - Klement-Gottwald-Straße (später die Hermann-Drechsler-Straße) zu marschieren. [Quelle BStU MfS BV Gera AKG Nr. 003702, S. 162]
11.1998 Die Umsteigestelle Heinrichstraße
ie Fertigstellung der Zentralen Umsteigestelle Heinrichstraße in der Geraer Innstadt wurde von den Geraer Verkehrsbetrieben verkündet. Die Heinrichstraße, vor der politischen Wende von 1989/90 der "Platz der Republik", war seit jeher ein zentraler Knotenpunkt im öffentlichen Nahverkehr der Stadt, auch als der Punkt vor der Trinitatiskirche noch "Roßplatz" genannt wurde.

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18.01.2015
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