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Chronik - Artikel von Beginn bis 1999
 
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Ihre Suche nach Hauptbahnhof erbrachte folgende Ergebnisse.
Zu Ihrem Suchbegriff wurden 36 Artikel ab dem Jahr 2000 gefunden.

21.07.1935 Der Konzessionsvertrag für die Buslinie
ntsprechen des nun bestehenden Konzessionsvertrages, wurde die Eröffnung der Omnibuslinie zwischen dem Geraer Hauptbahnhof, dem Markt und Leumnitz verwirklicht. Zeitgleich erfolgte die Einstellung der Straßenbahnlinie vom Hauptbahnhof zum Roßplatz, da die Haltestelle am Markt nur unweit des Rossplatzes zu finden war.
1937 Als das Taxi noch Kraftdroschke hieß
n Gera waren zu diesem Zeitpunkt 10 dieser Kraftdroschken mit Fahrpreisanzeiger zugelassen. Die Halteplätze waren am Hauptbahnhof, am Südbahnhof und am Markt. Die Fahrpreise variierten und waren abhängig von der Personenanzahl, der Entfernung und der Tageszeit. Tagsüber kostete die Beförderung von 3 Personen bis 1500 Meter Entfernung 1,- RM (Reichsmark) und je weiterer 250 Meter kamen 10 Rpf. (Reichspfennige) hinzu. Bei mehr als 3 Personen (tagsüber) kosteten 1200 Meter 1,- RM und je weiteren 200 Meter 10 Rpf. Nachts zahlte man bei bis zu drei Personen bis 1200 Meter 1,- RM und je weitere 200 Meter 10 Rpf. Wollte man nachts mit mehr als drei Personen befördert werden kosteten 750 Meter schon 1,- RM und je weiteren 125 Meter waren 10 Rpf. fällig. Die Anfahrt im Umkreis von 500 Metern der Halteplätze war kostenfrei. Ließ man die Kraftdroschke mal für sich warten waren die ersten 5 Minuten kostenlos, danach musste man für je 2 Minuten auch 10 Rpf. berappen.
1938 Öffentliches Telefonieren in Gera
em deutschen Erfinder Philipp Reis (1834-1874) gelang es als erstem Menschen, eine funktionierende elektrische Fernsprechverbindung aufzubauen. Zwischen 1858 und 1863 entwickelte er drei verschiedene jeweils verbesserte Prototypen seines Telefons. Später nach der Zukunft des Telefons befragt gab es an, dass er fest damit rechne, dass in jeder deutschen Großstadt bis zum Jahr 2000 ein Telefonanschluss vorhanden ist. Was er nicht ahnte, war, dass im Jahr 2000 schon mehr als 50 Millionen Deutsche ein Mobiltelefon besitzen werden. Die Entwicklung ging sehr rasant, wurde aber durch den Zweiten Weltkrieg und die Zeit der DDR sehr gebremst. Im Westteil Deutschlands wurde nach dem Krieg das Telefonieren von zuhause Alltag, im Osten hatten die wenigsten Menschen bis 1990 ein eigenes Telefon. Im Jahr 1938 waren private Telefone auch noch recht wenig verbreitet, doch es gab in Gera 12 öffentliche Münzfernsprechen. Zu finden waren sie in der Hauptpost, am Hauptbahnhof, am Südbahnhof, am Bauernheim in der Enzianstraße, am Wilhelmsplatz (später der Naumannplatz in Untermhaus), am Handelshof (Sparkassenhochhaus), am Johannisplatz, am Heinrichplatz, am Ratskeller, an der Güterabfertigung der Eisenbahn in der Moltkestraße (später die Franz-Mehring-Straße), an der Kaserne in der Friedrich-Karl-Straße (später die Tolstoi-Straße) und in der Häckelstraße in Debschwitz. (Um die Übertragungsqualität des von ihm entwickelten ersten Telefonapparates zu testen, nahm Philipp Reis Verbindung mit einem Freund auf. Die Worte sollten, für den Fall, dass sie nur unvollkommen ankämen, nicht zu erraten sein. Die Geschichte geht zurück auf einen Lehrer-Kollegen, der in seinen Erinnerungen eine Vorführung im Hause Reis schildert: Reis? Schwager las am Telefon im Garten ein Buch vor, Reis wiederholte dem Publikum laut den Text, den er dem Empfänger abgelauscht hatte. Der Kollege konterte, er kenne vielleicht das Buch auswendig. Deshalb ging ich selbst in den Raum, in dem das Telefon stand, und sprach einige Sätze wie "Die Sonne ist von Kupfer" oder "Das Pferd frisst keinen Gurkensalat". Reis verstand zwar nicht genau, was das Pferd frisst und dachte, die Sonne sei aus Zucker, aber der Kollege war dennoch überzeugt.)

1939 Die Eisenbahn im Krieg
n der Zeit des Zweiten Weltkriegs (1939-1945), und ganz besonders in den letzten Kriegsjahren ab 1843, nahm die Gefahr der Zerstörung des Geraer Hauptbahnhofs durch alliierte Bombenangriffe konkrete Formen an. Es hätte jeden Tag dazu kommen können und das wusste man zu dieser Zeit auch. Unter den Bedingungen der "totalen Kriegsführung" funktionierte der Betrieb in Hauptbahnhof nur noch für den Krieg und an einen normalen Geschäftsbetrieb war nicht mehr zu denken. Die Fahrpläne aus den Jahren 1943 und 1944/45 wiesen neben Parolen wie "Denke daran: Räder müssen rollen für den Sieg!" und den Hinweisen zum aktuellen Bahnbetrieb zwar einen fast normalen Personenverkehrsplan auf, welcher allerdings in dieser Zeit nur recht lückenhaft oder gar nicht einzuhalten war. Strecken, Gleisanlagen und Bahnhöfe waren zerstört worden, da die Eisenbahn die Versorgung der deutschen Wehrmacht mit verantwortete, was natürlich von den Alliierten dadurch unterbunden wurde.
01.09.1939 Beginn Zweiter Weltkrieg
echs Jahre Geschichte welche die Welt bewegten. Zwölf Jahre Nazi-Herrschaft. 60 Millionen Opfer. Die größten Verbrechen des 20. Jahrhunderts. Der "Endsieg" war dann der "Sieg" des Friedens in Europa. Am Ende meinte Hermann Göhring lapidar "Hauptsache 12 Jahre gut gelebt". Weitere Informationen erhalten Sie in den Zusatzinformationen.
Zusatzinformationen
01.09.1941 Maschinenbau Moritz Jahr wurde 100 Jahre alt
ines der ältesten Unternehmen in Gera, die Maschinenfabrik Moritz Jahr, feierte ihr 100-jähriges Jubiläum. Nach dem Tod des Gründers im Jahr 1899 wurde das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt. In den Jahren 1928 / 1929 wurde die am ursprünglichen Standort in der Nähe des Hauptbahnhofes gelegene Fabrik abgerissen. Am Bahnhof Liebschwitz wurde in dieser Zeit eine neue Fabrikanlage gebaut.
10.1944 Die Hitler-Jugend im Kriegsdienst
eutschland befand sich im totalen Krieg. Immer mehr Männer wurden an die Front geholt, aber es waren bald keine mehr da. So wurde nun die Hitler-Jugend (HJ) mit zum Kriegsdienst beordert. Sie wurden täglich in aller frühe um 5.30 Uhr vom Geraer Hauptbahnhof über Göschwitz nach Kahla verbracht. Uniformen brauchten sie keine, nur festes Schuhwerk, Hacke und Schaufel wurden benötigt. Mit den für die Nazis obligaten Liedern wurde dann in Kahla einmarschiert, bis zum steilen Walpersberg. Dort war eine breite Schneise in den Wald geschlagen worden, um eine Startbahn für Düsenjäger zu schaffen. Das alles lief unter dem Deckmantel einer Geheimwaffe. Während die Schüler zu Erdarbeiten herangezogen wurden, mussten italienische Kriegsgefangene, egal wie schwach und ausgemergelt sie mitunter waren, die tonnenschweren Kiefernstämme am Berg beseitigen. Immer noch wurde vom Endsieg geschwärmt, aber der fast tägliche Fliegeralarm holte die meisten schnell in die Kriegsrealität zurück. So wurde bis in den Winter hinein dort gearbeitet, die Begeisterung vieler Jugendlicher für Hitlers Krieg war indes schnell verflogen.
30.11.1944 Die Bombenschäden werden unabsehbar
ei einem Luftangriff wurden erneut Südbahnhofsviertel und die Bahnanlagen von Zwötzen bis zum Hauptbahnhof, sowie das Reußische Theater und die Waldung in Ernsee, am Weinberg und die Milbitzer Flur betroffen.
Wieder waren wieder 12 Menschenleben zu beklagen.
30.11.1944 Eine weiter Kriegsbilanz
ei dem verheerenden Luftangriff um 13:40 Uhr, bei dem Gera von 800 bis 1.500 Flugzeugen überflogen wurde, waren 12 Tote und große Materialschäden zu beklagen. Es wurde hauptsächlich das Südbahnhofsviertel, die Werkzeug- und Maschinenfabrik Robert Todt, die Weißflog-Metall AG, die Bahnanlagen von Zwötzen bis Hauptbahnhof, der Südbahnhof, das Reußische Theater, die Waldungen um Ernsee, am Weinberg und die Milbitzer Flur getroffen. 153Bomben fielen nach Bericht der fürstlichen Forstverwaltung allein in die Waldungen.
06.04.1945 Die Geraer Bevölkerung litt schwer an den Luftangriffen
er schwerste Luftangriff auf Gera. Die in 7 Wellen abgeworfenen Spreng- und Brandbomben richteten schwere Zerstörungen (Markt, Johannisplatz, Brühl, Bachgasse und Bärengasse) am Hauptbahnhof, in Untermhaus und Pforten an.
Getroffen werden 300 Wohnhäuser, 54 Gewerbebetriebe (Geraer Zeitung, Cuba- Mühle, Oetzmann & Weyrauch), 21 öffentliche Gebäude (Schloß Osterstein, Städtisches Museum, das Kulissenhaus des Reußischen Theaters am Küchengarten)und etwa 20 Versorgungsbetriebe (Schlachthof, Kraftwerk, Hofgärtnerei), 1.000 Wohnungen wurden zerstört , 8.000 Menschen wurden obdachlos und 142 getötet.
06.04.1945 Die Bergkeller wurden zu Rettungsräumen
n diesem Tag zum Ende des Zweiten Weltkrieges flogen 109 Maschinen der 8. Division der US-Air Force eskortiert von Jagdflugzeugen über die Stadt Gera und warfen zwischen 10.18 Uhr und 10.25 Uhr 2293 Bomben und Sprengkörper mit einem Gesamtgewicht von 283.140 Kilogramm ab. Es war der verheerendste Angriff aller alliierten Angriffe auf Gera und forderte 168 Todesopfer in der Bevölkerung. Der Bombenangriff verwüstete das Stadtzentrum und die Gegend um den Hauptbahnhof und zerstörte das fast 800 Jahre alte Schloss Osterstein in seinen Grundfesten. Viele Kunst- und Kulturschätze gingen damit unwiederbringlich verloren. Die in großer Anzahl vorhandenen städtischen Bergkeller, Höhler und Stollenanlagen sicherten vielen hundert Einwohnern ein Überleben an diesem Tag. (Über 300 Bergkeller sind in der Bildergalerie zu sehen.)
06.1945 Der Bahnhof nach dem Krieg
er Geraer Personenverkehr konnte ab 1945 auf dem Hauptbahnhof, soweit es die Bedingungen jener Zeit zuließen, relativ reibungslos fortgesetzt werden. Neben der totalen Zerstörung des Güterbahnhofs waren auch die Güterabfertigung und das Hauptzollamt von den alliierten Bombern mit Mitleidenschaft gezogen worden. es sollte noch Jahre dauern, alle Blindgänger und Granaten auf dem Bahnhofsgelände zu finden und unschädlich zu machen.
10.1945 Der Aufbau am Schienenverkehr
ach dem Zweiten Weltkrieg begannen die Menschen überall mit den notwendigen Aufräumarbeiten. Auch bei der Geraer Eisenbahn, am Hauptbahnhof und am Streckennetz waren viele Helfer tätig. Im Oktober 1945 waren 31 Eisenbahner mit Reparaturen von Wagons beschäftigt, wobei eine Wochenarbeitszeit von 54 Stunden zu dieser Zeit durchaus als normal angesehen wurde.
11.1945 Die neue Bahnpolizei in Gera
a der Geraer Hauptbahnhof von den alliierten Bombern weites gehend verschont geblieben war, konnte die ursprüngliche Funktionsweise des Räumlichkeiten des Hauptbahnhofes auch nach dem Krieg erhalten bleiben. Allerdings wurde ein gesonderter Raum für die Angehörigen der Roten Armee eingerichtet, damit es nicht zu Konflikten mit der Bevölkerung kommen konnte, die die russischen Besatzer hasste und verachtete. Für eine relativ geordneten Bahnhofsbetrieb hatte nun wieder eine Bahnpolizei zu sorgen. Das waren im Jahr 1945 zuerst 6 Beamte, die aber dem Bahnhof untergeordnet waren. Dort wo seinerzeit die Bahnhofskommandantur untergebracht war, wurde später die Bahnhofsverwaltung eingerichtet.
05.09.1947 Das erste Hotel
as erste Übernachtungsheim Thüringens wurde mit 50 Betten im Gebäude des Geraer Hauptbahnhofes eingerichtet.
1948 Vor dem Hauptbahnhof war nun der Bahnhofsplatz
ach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hatten die Verantwortlichen der Stadt Gera den "Schlageterplatz", da er mit Schlageter an einen von den Nazis verklärten Saboteur erinnerte, wieder in Preußenplatz umbenannt, wie er zwischen 1914 und 1933 schon einmal hieß. Drei Jahre später benannte ihn die Stadt in "Bahnhofsplatz" um.
25.01.1949 Der Geraer Schienenverkehr
as 2. Streckengleis der ehemaligen 4-gleisigen Anlage zwischen Hauptbahnhof und Südbahnhof wurde an diesem Tag in Benutzung genommen.
25.01.1949 Viele Zerstörungen waren beseitigt
m Januar 1949 wurde ein zweites Streckengleis, der ehemals noch viergleisigen Anlage, zwischen dem Geraer Hauptbahnhof und dem 2 Kilometer entfernten Südbahnhof in Betrieb genommen. So war wieder ein fast reibungsloser Zugverkehr ohne unnötig lange Wartezeiten der Züge aufeinander in beiden Bahnhöfen möglich. Zu Dieser Zeit waren bei der Geraer Eisenbahn die schlimmsten Zerstörungen beseitigt worden, sodass nun auch ein überegionaler Eisenbahnverkehr wieder möglich wurde.
05.08.1951 Auf nach Berlin
ie ersten 6.000 Teilnehmer an den Weltfestspielen fuhren vom Geraer Hauptbahnhof aus in die Hauptstadt der DDR, nach Berlin.
15.07.1952 Ein Name für die Berufsschule
ie in Gera sehr bekannte Berufsschule gegenüber dem Hauptbahnhof erhielt an diesem Tag den Namen "Nikolai Ostrowski". Im Mai 1949 hatte der Rat der Stadt Gera beschlossen, eine zentralisierte Ausbildungsstätte für den Geraer Maschinenbau einzurichten. Nun war Baubeginn und das erste Lehrlingswohnheim wurde errichtet. Lehrlinge und Pädagogen mussten seinerzeit beim Bau der Schule mit anpacken, um die hohen Kosten zu decken. Zwei Jahre dauerten die Bauarbeiten.
1953 Eisenbahnverkehr in den 1950er Jahren
er Geraer Hauptbahnhof war von den alliierten Bomben am Ende des Zweiten Weltkrieg fast völlig verschont geblieben und so konnten die Aufbauarbeiten, vor allem an den Gleisanlagen, zügig verankommen. Im Jahr 1953 wurde die Stadt Gera wieder von 12 Eilzügen am Tag angefahren, weil die Geraer Eisenbahner das Streckennetz wieder in einen befahrbaren Zustand gebracht hatten. In den Jahren 1956/57 wurden dann die ersten fabrikneuen Dampflokomotiven der Baureihe 65 in Betrieb genommen.
1957 Die Mitropa im Hauptbahnhof
m Geraer Hauptbahnhof gab es in den 1950er Jahren wieder einige grundlegende Veränderungen. Nun war wieder ein Zeitungskiosk vorhandenen und die bisher privat geführte bahnhofseigene Gastwirtschaft wurde in den Jahren 1957/58 von der Mitropa übernommen. Auch die Wache der Bahnpolizei wurde in andere Räumlichkeiten verlegt, wo sie noch bis in die Neuzeit verblieben waren.
01.01.1957 Die DDR im Jahr 1957
eutschland hatte sich in den 12 Jahren nach der Nazidiktatur verändert. Unter völlig verschiedenen Lebensbedingungen wuchsen die Menschen in beiden Teilen Deutschlands auf. Der Freiheitsgedanke war wohl der gleiche, aber die Möglichkeiten grund verschieden. Das folgende prägte die DDR-Geschichte.
Zusatzinformationen
09.1957 Anschluss an "Nikolai Ostrowski"
m Januar vor drei Jahren hatte die Stadt Gera gegenüber des Gebäudes des Hauptbahnhofes die Berufsschule "Nikolai Ostrowski" seiner Bestimmung übergeben. Anfangs war sie als Ausbildungsstätte nur für den Maschinenbau bestimmt worden. Zum neuen Lehrjahr nun wurde auch der Lehrbetrieb vom VEB Wema-Union Gera mit angeschlossen.
07.04.1959 Kritische Worte über den Bahnhof
n der Geraer "Volkswacht" fand an diesem Tag ein Geraer Leser einige kritischen Worte zum Zustand des Geraer Hauptbahnhofs und seiner näheren Umgebung. "Das ist der Vorplatz unseres Hauptbahnhofes. Öde, ungepflegt und ohne Grünschmuck bietet er sich den vielen Gästen unserer Bezirkshauptstadt dar ... Jeder Bahnhof bedeutet für den Fremden eine Visitenkarte der Stadt. Aber die Geraer Bahnhöfe geben wirklich eine schlechte Visitenkarte ab ..."
07.04.1959 Kritik über den unsauberen Bahnhof
n der Geraer "Volkswacht" stand an diesem Tag folgende Lesermeinung. "Zu einem schönen Stadtbild gehört auch ein sauberer gepflegter Hauptbahnhof. Seine Hallen aber, die täglich Hunderte von Menschen passieren, lassen in punkto Sauberkeit noch viel zu wünschen übrig. Wir verweisen nur auf den millimeterdicken Staub auf der Stukkatur in der Vorhalle hin. Wann will hier die Leitung des Hauptbahnhofes endlich Wandel schaffen? Bei dieser Gelegenheit gleich noch eine Bemerkung zu den beiden Friseursalons. Sie besitzen lediglich einen kleinen Ventilator. Die Luft, die dieser aus der Vorhalle ansaugt, wirkt nicht besonders erfrischend. Wäre es nicht angebracht, wenn die Reichsbahn, als Vermieter, für bessere Entlüftungsanlagen sorgt, damit der Aufenthalt im Herren- und Damensalon wirklich angenehm wird."
1960 Das Ende der Bahnsteigkarten
m das Jahr 1960 herum wurden auf dem Geraer Hauptbahnhof die Häuschen der Bahnsteigschaffner beseitigt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte es noch sogenannte Bahnsteigkarten zu 10 Pfennige das Stück zu kaufen gegeben.
1961 Umbaupläne für den Hauptbahnhof
eit diesem Jahr gab es in Gera Pläne die vorsahen, den Hauptbahnhof umzubauen. Es war eine völlig neue Fassadengestaltung im Gespräch, verbunden mit einigen Veränderungen im Inneren des alten Gebäudes, in dem noch bis in die Jahre 1964/65 links und rechts neben dem Eingang die Friseursalons befunden hatten. Die eigentlichen Bauarbeiten wurden in den Jahren 1963 bis 1965 durchgeführt. Das ehemals so prachtvolle Eingangsportal musste nun einem rationellen Bahnhofseingang weichen. Die Attika über dem Eingang wurde unwiederbringlich zerstört und die beiden Säulen, welche die Seiten des Portals einst schmückten wurden abtransportiert. Über ihren Verbleib wurde nichts bekannt gemacht.
1962 Umbauten an der Berufsschule
m Geländer der bekannten Geraer Berufsschule "Nikolai Ostrowski" gegenüber dem Hauptbahnhof wurde in diesem Jahr ein Mehrzweckgebäude errichtet. Darin sollte das Lehrlingswohnheim eine neue Heimstatt finden.
1965 Ein verschwundener Gedenkstein
n der Nähe des alten Transformatorenhauses vor dem Gebäude des Geraer Hauptbahnhof befand sich bis in die 1960er Jahre ein Gedenkstein für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Geraer Eisenbahner. Der Stein soll relativ schmucklos gewesen sein, ein etwa 2 Meter hoher Findling. Als man dann in der Mitte der 1960er Jahre den Bahnhofsvorplatz sanierte, wurde das schlichte Denkmal beseitigt. Beim Abriss allerdings wurde darin eine Blechkassette mit den Namen der gefallenen Eisenbahner gefunden. Über den Verbleib des Findling konnte aber später keine Aussage mehr getroffen werden.
01.01.1965 Die DDR in Jahr 1965
as Jahr 20 nach dem so verheerenden Zweiten Weltkrieg. Mitteleuropa befand sich mitten im kalten Krieg. Die Fronten zwischen den Blöcken im Osten und im Westen waren verhärteter denn je. Der DDR-Regierungschef Walter Ulbricht vergreiste nun sichtlich und war als alter Stalinist zunehmend politisch isoliert. Zunehmend war auch sein Bauchumfang.
Zusatzinformationen
11.01.1965 Die neue Mitropa im Hauptbahnhof
urz nach dem Jahreswechsel ins Jahr 1965 wurde auf dem Geraer Hauptbahnhof die neue Mitropa-Verkaufsstelle mit Imbiss-, Tabak- und Spirituosenwaren eröffnet, so dass sie als kleiner Blickfang in der neu gestalteten Verkaufshalle gesehen werden konnte.
06.1967 Automaten auf den Bahnsteigen
wei Automatentrakte wurden auf den Bahnsteigen des Geraer Hauptbahnhofs durch die Mitropa (Mitropa setzt sich aus den 3 Anfangsbuchstaben und den 4 Endbuchstaben des Wortes Mitteleuropa zusammen, was den Umfang der Verkehrsverbindungen symbolisieren soll) aufgestellt. Es handelte sich um Selbstbedienungsautomaten für Süßwaren, Getränke und Zigaretten.
25.04.1969 Der Rundkonsum am Bahnhof
ie umgebaute und erweiterte Kaufhalle am Hauptbahnhof wurde wieder eröffnet. Im sogenannten „Volksmund“ war der Bau, bis zu seinem Abriss nach der Wende, als der „Rundkonsum“ ein Begriff. (Bildmaterial ist in unserer Bildergalerie zu finden)
01.04.1974 Der Busbahnhof
er neue überdachte Busbahnhof am Geraer Hauptbahnhof wurde nun fertig gestellt. Der erste Spatenstich erfolgte für das neue Bauprojekt bereits am 15. Dezember 1973.
1976 Großer Bahnhof in Gera
m Jahr 1976 konnte man in Gera das 100ste Jubiläum der Eisenbahnstrecke Gera-Weimar feiern. Dazu wurden Sonderfahrten auf der Strecke ermöglicht und es kamen wieder historische Dampflokomotiven zum Einsatz. Viel Geraer Eisenbahnfreunde konnten die alten Loks im Geraer Hauptbahnhof bewundern. Bei sommerlichen Temperaturen bevölkerten die Schaulustigen, darunter natürlich auch viele Kinder, und die Eisenbahnfreunde die Bahnsteige um die Dampflokomotiven bei der Ein- und Ausfahrt aus dem Bahnhof zu sehen. Einige Bahnangestellte erschienen zum Jubiläum in historischen Uniformen der Gründerzeit der Geraer Eisenbahnverbindungen aus der Mitte des 19. Jahrhundert.
07.05.1976 Der Busbahnhof
er neue Busbahnhof am Hauptbahnhof wurde fertig gestellt, in dem man nun die Überdachungsarbeiten beenden konnte.
18.11.1978 Günstiger Nahverkehr in der Stadt
er Beförderungspreis im Nahverkehr war zu dieser Zeit eh sehr moderat. Für die umsteigenden Fahrgäste boten sich jetzt günstige Beziehungen zwischen den einzelnen Verkehrsmitteln und Linien an. Die Linie 31 wurde an diesem Tag bis zum Geraer Hauptbahnhof verlängert.
13.09.1979 Eine "Propagandistische Großveranstaltung"
o titelte die Geraer "Volkswacht" am 12. September 1979 auf der ersten Seite ihrer Ausgabe. Dort war zu lesen: "Zur Eröffnung des Parteilehrjahres 1979/80 am Donnerstag, dem 13. September 1979, 14 Uhr, in der Bildungsstätte der Bezirksleitung Gera der SED, Am Leninpark Es spricht Genosse Herbert Ziegenhahn, Mitglied des Zentralkomitees und 1. Sekretär der Bezirksleitung Gera der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands." (Leninpark - Zwischen der Johanniskirche, der Zabelstraße und dem Hauptbahnhof, erst der Adelheidplatz, dann Leninpark und ab 1991 Platz der Demokratie.)
26.09.1981 Die letzte Dampflokomotive
b dem Jahr 1969 wurde auch der Geraer Zugverkehr durch neue Diesellokomotiven der Baureihe BRV 180 abgewickelt. Damit hatte auch in Gera das Zeitalter der Diesellokomotiven begonnen. Einige Dampflokomotive befuhren die Gleise in und um Gera noch, denn erst im September 1981 fuhr der letzte Eilzug, der E 800, mit Dampflokomotivenbespannung vom Geraer Hauptbahnhof ab. Damit ging eine Ära unweigerlich zu Ende.
06.10.1983 Eine typische DDR-Auszeichnung
s war zu Zeiten der DDR üblich, immer wieder Orden und Auszeichnungen an linientreue Arbeitskollektive, was sie ja offiziell alle waren, zu übergeben. Jedes Arbeitskollektiv, jede Brigade und jedes Kulturhaus der DDR wurde früher oder später mit irgendeinem sozialistischen Titel bedacht. Das Jahr 1983 war als "Karl-Marx-Jahr" ausgerufen worden, da Karl Marx (1818-1883) seinen 100sten Todestag hatte. An diesem Tag zeichnete die Bezirksleitung Gera der SED, der FDGB - Bezirksvorstand und der Rat des Bezirkes Gera das Kollektiv des Hauses der Kultur Gera mit einem Karl-Marx-Bildnis und einer Urkunde aus. Die Auszeichnung wurde an diesem Tag insgesamt 50 Mal vergeben, unter anderem an die Imker aus Pößneck, die Staatsanwaltschaft des Bezirkes Gera, den Hauptbahnhof Gera, das Kombinat Schnittholz und Holzwaren Gera, die LPG - Karl-Marx in Brahmenau, die Sektion Marxismus-Leninismus der Friedrich-Schiller-Universität Jena und die Rindermast in Gera-Rusitz. (SED - Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, FDGB - Freier Deutscher Gewerkschaftsbund und LPG - Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft)
04.10.1984 Über den Geraer Nahverkehr
rei Tage vor dem 35. Jahrestag der Gründung der DDR veröffentlichte die Zeitung "Volkswacht", das Zentralorgan der SED, folgendes über den Geraer Nahverkehr. Zitat: "Die Geraer Nahverkehrsmittel werden täglich von über 62.500 Personen benutzt. Zu den Neuerungen im Jubiläumsjahr der DDR gehört die Verlegung der Straßenbahntrasse aus der Sorge ins Rekonstruktionsgebiet "Am Leumnitzer Tor". Für die nächsten Jahre ist auch der Straßenbahnanschluss unmittelbar zum Hauptbahnhof vorgesehen." (Man ließ sich mit dem Vorhaben dann allerdings noch gut 20 Jahre Zeit.)
27.05.1989 Entschuldigen Sie, ist das der Sonderzug aus ... ?
a! Und der Sonderzug kam nicht aus Pankow, wie ihn einst Udo Lindenberg besungen hatte, sondern aus der Partnerstadt Nürnberg. Lindenbergs Sonderzug war einst Wunschdenken, doch dieser kam wirklich. Um 10. Uhr rollte er auf dem Geraer Hauptbahnhof ein. Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit, denn das die erst im Dezember 1988 geschlossene Städtepartnerschaft mit dem westdeutschen Nürnberg solch große Früchte tragen würde, damit hatten die Offiziellen der DDR nun gar nicht gerechnet. Doch der zu dieser Zeit im Amt befindliche Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Peter Schönlein setzte seine Idee durch, dass die Städtepartnerschaft auch Begegnungen der Bürger ermöglichen müsse. Nach Angaben der Initiatoren soll der Sonderzug, wohl der einzige seiner Art in der DDR, voll besetzt gewesen sein. Gelebtes deutsch-deutsches Miteinander noch vor der Wiedervereinigung.
01.11.1989 Keine Waffen gegen Demonstranten
m VPKA Gera (Volkspolizeikreisamt) in der Clara-Zetkin-Straße befand sich zu dieser Zeit eine Waffenkammer und die Demonstrationen in Gera gegen das DDR-Regime hatten ihren Ausgangspunkt genau gegenüber der Dienststelle in der Johanniskirche. Diese befand sich auch in unmittelbarer Nähe der BL der SED (Bezirksleitung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands) in Richtung Hauptbahnhof. Die Menschenmenge und deren Forderungen wurden nun bedrohlich für die BL. Der Schutz der BL oblag wiederum dem Betriebsschutz, der aber zahlenmäßig weit unterlegen und damit gegen die Demonstranten machtlos war. Daher war entschieden worden, dass die Zahl der Mitarbeiter in der BL erhöht werden soll. Diese sollten, wenn Demonstranten tatsächlich versuchen sollten in die BL einzudringen, eine Menschenkette bilden und sie daran hindern. Zusätzlich sollten dann Parteiagitatoren auftreten und die Demonstranten in politische Gespräche verwickeln, das letzte was diese bezweckten, und das war an Naivität kaum zu überbieten. In der BL bekam man nun aber doch kalte Füße und forderte vom VPKA Handfeuerwaffen zum Schutz des Hauses. Die Verantwortlichen der Polizei verweigerten die Herausgabe und lehnten damit das absurde Anliegen ab. Man hatte schließlich Angst, die Waffen könnten in die falschen Hände geraten. Auch die Kampfgruppen sollten nur unbewaffnet zum Einsatz kommen. Das war eine mutige Entscheidung in diesen aufregenden Tagen.
04.11.1989 Rowdys auf dem Hauptbahnhof in Gera
ach dem FDGB-Pokalspiel zwischen Karl-Marx-Stadt und Jena kam es zu Zwischenfällen mit rivalisierenden "Fußballfans" im Zug nach Gera. Schon im D 906 randalierten die zum Teil stark alkoholisierten Jugendlichen, in dem die Toilettentüren eintraten und andere Fahrgäste belästigten. Als der Zug dann gegen 19.15 Uhr am Geraer Hauptbahnhof hielt, versuchte die Transportpolizei die Täter namentlich festzustellen. Ganz bewusst, so die Ordnungshüter wurde auf Provokationen der Rowdys nicht reagiert. Trotzdem wurden mehrere Transportpolizisten durch Faustschläge ins Gesicht verletzt. Leider wurden nur zwei der Täter namentlich erfasst.
1990 Die Wende und der Zugverkehr in Zahlen
wischen 1965 und 1990, dem Jahr der politischen Wende in der DDR, hatte sich auf dem Geraer Hauptbahnhof nicht viel getan. Nach den Umbauten bis in die Mitte der 1960er Jahre blieb alles beim alten und so kehrte ein gewisser Alltag ins Bahnhofsleben in Gera ein. 1990 verkehrten dort täglich 144 Reisezüge, davon waren 36 aus dem Fernverkehr und 108 aus dem regionalen Nahverkehr. Die durchschnittliche Reisefrequenz betrug etwa 26.000 Reisende am Tag und davon waren 3.500 in Gera abgefertigt worden. Im Bereich Güterverkehr wurden Tag für Tag 1.200 Güterwagen be- und entladen und an- und abgekoppelt.
20.06.1992 Hauptbahnhoffest
as erste "Hauptbahnhoffest" wurde auf dem, wie der Name schon sagt, Geraer Hauptbahnhof veranstaltet.
1993 Ein modernes Reisezentrum
eben neu eingerichteten und auch recht ansprechenden Verkaufseinrichtungen im Geraer Hauptbahnhof und den neuen gastronomischen Lokalitäten dort wurde drei Jahre nach der politischen Wende auch ein modernes Reisezentrum und ein Touristikschalter eröffnet. Auch die Bahnhofshalle wurde nach einer fast 30-jährigen "Durststrecke" einer gründlichen Sanierung unterzogen.

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18.01.2015
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