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Chronik - Artikel von Beginn bis 1999
 
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1190 Die Geraer Gerichtsbarkeit
en Ort Gera trugen die Vögte vermutlich schon seit dem Ende des 12. Jahrhunderts vom Stift Quedlinburg zu Lehen, das 999 die Provinz Gera von Kaiser OTTO III. als Geschenk erhalten hatte. Über diesen abgelegenen Besitz des Stiftes hört man erst wieder in einem Rechenschaftsbericht der Äbtissin Adelheid (1184-1203), in dem verlorene Güter und Rechte aufgezählt werden. Dort erscheint ein advocatus. Es kann sich nur um einen Weidaer, wohl nur um Heinrich II. den Reichen handeln. Denn 1237 sagt Heinrich IV. in einem Vergleich mit Äbtissin Gertrud, seine Vorfahren hätten bereits alle 3 Richterdrittel der Vogtei besessen. Jetzt übertrug ihm die Äbtissin gegen eine Zahlung von 72 Mark 2 Drittel der Gerichtsbarkeit in der Vogtei Gera (advocacia de Gera) zu Lehen. Die Niedergerichtsbarkeit in der Stadt Gera blieb dem Schultheißen der Äbtissin, während der Vogt auch dort die Hochgerichtsbarkeit erhielt. Wie seine Vorfahren sollte der Vogt auch die Münze in Gera weiter zu Lehen tragen. Außer der Stadt dürften zur Vogtei Gera nur wenige Otrtschaften gehört haben. Schon Langenberg wurde als Naumburger Lehen beansprucht.
1191 Untermhaus wurde zum ersten Mal erwähnt
ie erste urkundliche Erwähnung: "Unterhaus" (1534 findet man die Bezeichnungen Underhaus und Underheuser in den Quellen). Seinen Namen verdankt Untermhaus mit großer Wahrscheinlichkeit seiner Lage, das Vorwerk bzw. die Vorbefestigung des Osterstein lag "unter dem Haus" (was keine andere Bezeichnung als die von den Geraern übliche für das Schloss bzw. die vorherige Burg war). Vermutlich entstanden Burg und Vorwerk schon im 10.Jh. (spätestens aber im 12.Jh.)
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1193 Ein späteres Postkartenmotiv entstand
ntweder in diesem Jahr oder aber erst 1206 wurde in Gera Untermhaus die Sankt Marienkirche als Wallfahrtskapelle erbaut. Das Kirchenschiff wurde in Flussnähe zur Weißen Elster hin ausgerichtet. Das Gotteshaus ist damit eines der ältesten Bauwerke der Stadt. (Die Ungenauheit im Datum kann mit fehlerhaften Aufzeichnungen zu dieser Zeit zusammen hängen, oder auf unterschiedliche damals gebräuchliche Kalender zurück zu führen sein. Der Gregorianische Kalender wurde erst 1582 eingeführt.)
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1193 Landgraf Hermann von Thüringen
einrich I., Sohn Erkenberts II. dem Vogt von Weida, wurde, so wird es von Historikern angenommen und überliefert, im Jahre 1172, als dieser am Hoflager Kaiser Barbarossas (um 1122-1190) in Altenburg teilnahm, vom Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) mit der Vogtei, dem Regal des Blutbanns und der hohen Gerichtsbarkeit über ein größeres Gebiet rechts der Elster, zu dem insbesondere die Burgwarde Ronneburg, Berga und Greiz gehörten, beliehen. Breits im Jahre 1193, dem Jahr als man auch das Kloster Mildenfurth bei Wünschendorf gegründete, wurde das links der Elster gelegene Gebiet dem Landgrafen Hermann von Thüringen zugesprochen, was dazu führte, dass die Vögte dieses Gebiet nun von diesem in Form eines Reichsafterlehn zu Lehen nehmen mussten.
08.09.1193 Das Kloster Mildenfurth entstand
n diesem Jahr gründeten die Vögte von Weida ein eigenes Hauskloster bei Gera. Es handelte sich dabei um das Prämonstratenserkloster Mildenfurth.
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1194 Der erste Geraer Schulheiß
ereits seit Beginn der urkundlichen Überlieferung ist Gera als Gerichtsort zu vermuten. Schon die frühesten urkundlichen Erwähnungen der "provincia Geraha", unter der man sich einen Burgward vorzustellen hat, lassen auch auf Gerichtsbarkeit über die im Jahre 999 dem Stift Quedlinburg geschenkten Besitzungen, Abgaben und Zinsen sowie Leibeigener schließen. Sicher sind diese Gerichtsgefälle seit dem Jahre 1237 fassbar. Seit der Mitte des 12. Jahrhunderts sind Edle von Gera als Vögte nachweisbar, da die Äbtissinnen selber nicht den Blutbann, d.h. die Hohe Gerichtsbarkeit über Hals und Hand, ausübern durften und ebensowenig Todes- und Leibesstrafen vollstrecken konnten. Im 13. Jahrhundert gelang es den Vögten von Weida bzw. von Gera - der heutigen fürstlichen Familie Reuß -, die Vogtei, Gerichtsbarkeit und Gerichtsgefälle vollständig und erblich an sich zu ziehen und zum Element ihrer Grund- und Landesherrenschaft zu machen. Ein Schultheiß in der neu gegründeten Stadt Gera ist für kurz vor 1194 überliefert. Damit wird der Dualismus zwischen der hohen Gerichtsbarkeit und der - auch für die Abgabeneinnahme zuständigen - Schultheißgerichtsbarkeit deutlich. Dabei war die damalige Geraer Rats- und Gerichtsverfassung nach Magdeburger Stadtrecht ausgestaltet und gehörte in den Rechtskreis des Sachsenspiegels. Die Gründung der Stadt mit den sich dadurch manifestierenden Sonderrechten der Bürger, ihrer bürgerlichen Privilegien und des Stadtrechtes führten zu Exumption vom landesherrlichen Landgericht. Lediglich peinliche Strafsachen der Hohen Gerichtsbarkeit verblieben in der Zuständigkeit des Vogtgerichtes, während das Weichbild der Stadt als eigener Gerichtsbezirk dem "Scultetus" als Richter unterstand, der wohl lange Zeit auch noch der städtischen Gemeinde vorstand. (Der Autor dieses Artikels, Udo Hagner, ist Rechtspfleger im Grundbuchamt des Amtsgerichts Gera. Der Aufsatz ist dem Jahrbuch des Museums Reichenfels-Hohenleuben (Heft 43) entnommen.)
1196 Ersterwähnung von Langenberg
ie Chronik des Geraer Stadtteils Langenberg ist hier kurz, aber dennoch ausführlich nachzulesen.
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1199 Zweigeteilte Gerichtsbarkeit
u dieser Zeit lag die höhere Gerichtsbarkeit ausschließlich in den Händen der Landesherren und die niedere Gerichtsbarkeit, auch Schultheißengericht genannt, war ein Zeichen von städtischer Souveränität. Das hatte immerhin bis 1836 Bestand. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts war zu Teilen die hohe Gerichtsbarkeit an Gera verpfändet.
1199 Die Äbtissin Agnes von Quedlinburg
um Ende des 12. Jahrhunderts bzw. zu Beginn des 13. Jahrhunderts berichtete die Äbtissin Agnes von Quedlinburg, die das Amt von 1184-1203 inne hatte, dass sie ihrem "Stifte in villa Gera" (villa - Dorf oder Ort) verloren gegangene Einkünfte und Grundstücke für 119 Mark Silber zurück erworben hätte, und zwar ein Eigengut das ein gewisser Herr Ludold dem Pfarrer Konrad überlassen hatte. Dazu eine Mühle, ein Pastiphorium (Vorhalle), 6 Talente (Pfund) Silber, welche Thamo und Rodenger einzunehmen haben und dem Vogt ebenso viele Gelder. Es ist anzunehmen, dass dieser Vogt schon aus dem Geschlecht der Weidaer Vögte entstammte. (Die Mark war zu jener Zeit eine Gewichtseinheit. Eine kölnische Mark hatte ein Gewicht von 233 Gramm. 119 Mark Silber entsprachen demnach 27,7 Kilogramm Silber)

1200 Das Schloß Osterstein
ie Entstehungsgeschichte von Schloß Osterstein.
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1205 Aus Gera wurde eine Stadt
azu muss erwähnt werden, wie und vor allem warum der kleine Ort überhaupt zur Stadt wurde. Ein Aspekt war die steigende Produktivität der Landwirtschaft, der fortschreitenden Spezialisierung zwischen landwirtschaftlicher und gewerblicher Produktion und der damit verbundenen Ausweitung der Ware-Geld-Beziehungen. Die Bildung zahlreicher Städte wurde besonders seit dem 12. Jahrhundert zur ökonomischen und auch gesellschaftlichen Notwendigkeit. Im allgemeinen wurden die Städte Produkte der Siedlungsdifferenzierung und Zentrum eines Siedlungssaumes. Und das nicht nur wegen einer guten Verkehrslage in politischer und ökonomischer Sicht, sondern auch wegen gesellschaftlicher Faktoren. Das hieß auf politisch dem Gebiet das Stadtrecht und die Stadt als Residenz der Fürsten Reuß. Aus ökonomischer Sicht war wichtig eine Münzeprägeanstalt zu haben (Münzrecht) und Handelszentrum und Handwerker-Standort zu sein. Gesellschaftlich erstrebenswert war die Kapitalanhäufung durch Handwerker und Patrizier, welche das Gesicht der Stadt prägten. Auch Gera hat sich Ende des 12. Anfang des 13. Jahrhunderts zu einer Stadt entwickelt. Das sich gerade diese Ortschaft als Zentrum des Umlandes herauskristallisierte, lag im Hauptgrund an der günstigen Lage der Stadt. Die Stadt wurde zwar auf einer hochwassergeschützten Flussterrasse der Weißen Elster errichtet, hatte aber trotzdem über den Mühlgraben direkten Zugang zum Wasser. Gera befand sich in dieser Zeit durch die zentrale Lage zwischen zwei Furten an der Kreuzung mehrerer Handelswege, wie den Handelsrouten Nürnberg- Leipzig, Halle- Böhmen und Jena- Altenburg. Die Verbindung mit diesen und weiteren wichtigen Städten dieser Zeit, wie Plauen und Saalfeld, bescherte Gera einen verkehrsstrategischen Vorteil. Ein weiterer Faktor war die wettergeschützte Tallage, die in Gera eine für die Landwirtschaft recht günstige Wettercharakteristik hervorrief, was vor allem im Mittelalter und danach von immens hoher Bedeutung für die Menschen war. Die Äbtissin von Quedlinburg wies den Vögten von Weida diese Gegend um Gera zur Verwaltung zu und dies veranlasste auch die Vögte aus der Unstrutgegend nach Gera auf die Häselburg zu kommen, später nach Osterstein umzuziehen und sich dauerhaft, wenn auch mit vereinzelten Unterbrechungen, dort niederzulassen. Die bereits 1180 bestehende Münzprägeanstalt in Gera legte den Grundstein um das Handwerk und den Handel in Gera aufblühen zu lassen und die Stadt zu einem Zentrum zu entwickeln. Handelskarawanen verkehrten auf den bereits angesprochenen Handelswegen und zogen durch Gera. Das Stadtrecht garantierte der Stadt ab 1237 das Monopol für Handwerksprodukte, das Braurecht für Bier, ein Recht auf selbstständige Gerichtsbarkeit, das Recht Urkunden und Verträge mittels Siegel rechtskräftig zu machen sowie das Recht Markt abzuhalten und Zölle festzulegen. All diese politischen Eingriffe förderten das Ungleichgewicht im Siedlungsnetz der Geraer Region, bauten die wirtschaftlichen Vormachtstellung der Stadt Gera gegenüber den Dörfern des Umlandes aus und förderten den Prozess der Zentralisierung in diesem Gebiet. Außerdem brachten sie eine zunehmende Konzentration von Funktionen, wie zum Beispiel Handel, Arbeiten, Wohnen und andere, in der Stadt mit sich.
1209 Das Gut Liebschwitz
as im Volk nur "Gut" genannte Rittergut zu Liebschwitz im Wandel der Zeit.
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1225 Zur Geschichte von Berga / Elster
erga wurde wie Greiz bei der Kolonisation des Elstertales um 1200 erschlossen. Eine Burg auf einem Bergsporn, der vom Osten in das Tal der Weißen Elster ragt, sicherte und kontrollierte im Mittelalter den Flussübergang einer in Ost-West-Richtung verlaufenden Straße, die das Orlatal um Auma mit dem Muldetal von Zwickau verband. Den Herren von Lobdeburg waren schon 1225 Ritter von Berga bekannt. Die erste Nachricht über Berga an der Elster ist in der Urkunde aus dem Jahre 1306 festgehalten. Dieses Schriftstück berichtet, dass ein Vogt von Gera (Herr von Gerawe) dem Kloster Cronschwitz Zinse kaufte, darunter "in der moll (Mühle) zcu Bergawe auch XXXIV scheffel korn". Diese Mühle war höchstwahrscheinlich die Angermühle. Vier Jahre später, am 29. März 1310, erwarb das Kloster Cronschwitz einen "hoff ynn dem gerichte zcu Bergaw?. unnd der kyrchlehen zcu Bergaw mit allem deme rechte ?" (einen Hof und das Kirchlehen zu Berga). In der Zeugenreihe einer Urkunde vom 25. März 1313 ist ein "dominus Conradus plebanus in Bergowe" aufgeführt. Am 11. September 1319 schlossen die Vögte von Gera mit den Vögten von Weida in Berga einen Vertrag über die Geraer Münze ab. Im Jahre 1320 war für die Bergaer Kirche ein Laie, der Vogt von Gera, Patron. Die Äcker und Fluren waren durch die ständigen Kriege des Landesherrn zerstört, und das durch die Nähe dichter Wälder begünstigte Räuberunwesen ließ keine ordnungsgemäße Feldbestellung zu. Bis über die Mitte des 14. Jahrhunderts unterstand das Bergaer Gebiet den Vögten von Gera. Diese führten dort im Jahre 1363 ihre letzte Rechtshandlung durch. Wenig später gehörte Berga den Wettinern. Darüber berichtet das Registrum dominorum marchionum Missnensium vom Jahre 1378, in dem Berga erstmals als Städtchen (opidum, stetigen) genannt wird. Die Erhebung des Ortes zur Stadt erfolgte demnach in den 1370er Jahren. Der Schiedsspruch über den Streit zwischen König Wenzel von Böhmen und den Markgrafen Friedrich IV. von Meißen vom 13. August 1386 berichtet von der zerstörten und abgebrannten Stadt Berga. Am 31. August 1411 wurde Berga dem Landesteil des Markgrafen Wilhelm II. angegliedert. Grundlegende Änderungen traten im Jahre 1427 ein. Am 22. Januar veräußerte Heinrich von Weida sein Drittel an der Herrschaft Weida an den Markgrafen Friedrich von Meißen und erhielt dafür von diesem "slosz und stadt Bergaw" mit allem Zubehör. Der neue Stadtherr von Berga nannte sich Heinrich von Weida, Herr von Berga. Nach diesem feudalistischen Besitzwechsel wurde der Stadt Berga am 9. Juni 1427 ein offener Brief ausgestellt, der in 16 Artikeln den Einwohnern, die bis dahin erlangten "freiheiten und gerechtickaiten" bestätigte. Dieses Schriftstück spiegelt die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Berga während der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wider. Die weitgehende Abhängigkeit des darin erwähnten Bürgermeisters und Rates von der im jährlichen Wechsel von zwei Rittergütern in der Umgebung ausgeübten Grundherrschaft blieb indes bis 1823 bestehen.
1230 Das erste Seelingstädt
eelingstädt wurde 1230 erstmals urkundlich erwähnt. Seelingstädt und Chursdorf verdanken ihre Gründung - wie so mancher Ort der Gegend - der missionarischen und kolonisatorischen Tätigkeit von Mönchen des 1193 entstandenen Kloster Mildenfurth bei Wünschendorf/Elster. Die Rechtszugehörigkeit der bis 1938 selbstständigen Gemeinden wechselte oft, Chursdorf gehörte zum Beispiel 1502 zum Ober- und Untergericht Werdau, Seelingstädt dagegen zu Zwickau. Beide kamen 1547 vom ernestinischen zum albertinischen Sachsen. Sie unterlagen als so genannte Amtsdörfer immer nur der Landeshoheit, waren also nie einer Gutsherrschaft unterworfen und durften die niedere Gerichtsbarkeit selbst ausüben. Der erste Handwerker, der für Seelingstädt genannt wurde, war im Jahre 1571 ein Stellmacher. Bald folgte die Kunde von einem Schmied. Das waren die Handwerker, die unmittelbar den Bauern und ihrer Arbeit dienten. In Seelingstädt wurde schon im frühen Mittelalter Bier gebraut. Um 1563 wurden durch einen Brand alle wichtigen geistlichen und weltlichen verbrieften Rechte zum Bier brauen vernichtet. Das war für die Seelingstädter ein harter Schlag, denn ohne gültiges Privileg durften sie nicht mehr brauen. In ihrer Not schrieben sie 1602 einen Brief an den Kurfürsten und baten um Erneuerung der Erlaubnis. Im Jahr 1708 entstand das heute noch vorhandene Gemeindebrauhaus in Seelingstädt. Eine Schule wird schon 1570 erwähnt und auch ein "Schulmeister". Im Jahr 1680 ist der erste Schulneubau in Seelingstädt datiert. Nachdem diese Schule zu klein und baufällig wurde, entstand im Jahr 1824 ein neues Schulhaus, um dessen Bezahlung (2092 Thaler, 13 Groschen und 11 Pfennige) es zwischen den Ortsteilen zu heftigen Streit kam. Das heute noch als saniertes Schullandheim genutzte ehemalige Schulgebäude wurde 1894 mit Kosten von 25.000 Mark erbaut und diente bis zur Fertigstellung der neuen Schule im Ortsteil Seelingstädt Bahnhof im August 1965 (Kosten 1,65 Millionen Mark) als Seelingstädter Grundschule. 1958 ging Seelingstädt vom Kreis Werdau an den Kreis Gera und damit zum Bezirk Gera, über den es schließlich den Weg zum Land Thüringen fand.
1237 Den Vogt zur Rede gestellt
er Weidaer Vogt Heinrich IV. unterstand zu dieser Zeit der Stiftsverwaltung des Stiftes Quedlinburg. Da der Stiftsvogt aber sein Amt zum eigenen Vorteil nutzte, musste dem Einhalt geboten werden. Zwischen 1203 und 1226 war das Quedlinburger Stift in die Streitigkeiten der Häuser der Staufen und der Welfen hineingezogen worden und hatte zusätzlich Streit mit den weltlichen und kirchlichen Nachbarherren, was das Stift sehr ablenkte. Erst die Äbtissin Gertrud, von 1232 bis 1270 im Amt, konnte wieder nachhaltig Einfluss ausüben, nachdem ihre drei Vorgängerinnen zusammen nur insgesamt 3 Jahre im Amt waren. Sie stellte im Jahr 1237 bei einer Prüfung fest, dass der Weidaer Vogt die Bedingungen zu denen er die Vogtei erhalten hatte zu seinen Gunsten ausnutzte. Obwohl dem Stift Quedlinburg als Stadtherrin auf Grund früherer Vereinbarungen zwei Drittel, dem Vogt aber nur ein Drittel aus der Gerichtseinnahme zustanden, hatte er sämtliche Gerichtsgebühren für sich eingestrichen. Darauf hin begab sich die Äbtissin nach Gera und stellte den Vogt zur Rede. Dieser hatte aber seine Stellung und seine Rechte offensichtlich schon so weit ausgebaut, dass sich Gertrud mit einem Vergleich zufrieden geben musste. Gegen die einmalige Zahlung von 70 Mark Silber (16,3 Kilogramm reines Silber) überlies sie ihm und seinen Söhnen die zwei Drittel des Stiftes als Lehen.
1237 Gera wurde zur Stadt
ohl in den ersten Jahrzehnten des 13. Jh. ist Gera zur Stadt geworden. Aus dem Jahr 1237 ist die älteste Urkunde erhalten, in der die Geraer als Bürger genannt wurden und der Ort als Stadt. Während es in dem Rechenschaftsbericht der Quedlinburger Äbtissin Agnes um 1200 noch als villa erscheint, wurden 1224 urbani, 1237 cives genannt, die Siedlung als oppidum bezeichnet, in dem ein Quedlinburgischer Schultheiß die niedere Gerichtsbarkeit ausübt. Das älteste erhaltene Stadtsiegel (an Urkunden aus den Jahren 1350 und 1404) weist auf die Vögte als Stadtherren hin. Es zeigt runde Form und hat zwei punktierte Reifen für die Minuskelumschrift "Sigillum borgensium in Gera". Im Siegelfeld befindet sich ein nach rechts geneigter dreieckiger Wappenschild mit dem nach rechts schreitenden ungekrönten Löwen. Ein geschlossener, nach rechts gewandter Topfhelm mit einem halb geöffneten, halb geschlossenen Pfauenwedel ruht auf der oberen Ecke des Schildes. Dieses Siegel, das vielleicht schon ein älteres abgelöst hat, ging offenbar im Sächsischen Bruderkrieg verloren. 1460 wurde ein neues mit der Umschrift "Sigillum civium civitatis Gera LX" geschnitten.
27.05.1237 Elisabeth von Thüringen wurde eine Heilige
apst Gregor IX. sprach Elisabeth von Thüringen (1207-1231) heilig. Die Tochter des ungarischen Königs Andreas II. wurde als eine der größten Wohltäterinnen des Mittelalters verehrt. (Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde die katholische Gemeinde in Gera nach Elisabeth benannt.)
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25.10.1237 Ersterwähnung als Stadt Gera
n einem Vergleich über die Erhebung der Gerichtsgebühren in der Stiftsvogtei Gera, den die Äbtissin von Quedlinburg namens Gertrud von Amfurt  mit Heinrich IV. dem Älteren von Weida  schließt, wurde Gera erstmals als Stadt  und seine Einwohner als Bürger bezeichnet.
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1238 Eine Urkunde des Markgrafen
it Gerichtsbann und Zubehör aufgeführt wurde in diesem Jahr in einer Urkunde des Markgraf Heinrich von Meißen, welches das "Castrum Langenberg" nannte.
1238 Aus der Geschichte Thüringens
er Besitz Heinrichs II. des Reichen wurde wahrscheinlich schon um 1209 zwischen seinen Söhnen Heinrich III. und Heinrich IV. geteilt. Heinrichs II. des Reichen mittlerer Sohn Heinrich IV. (1209-1249) muss in der Teilung von ca. 1209 Gera erhalten haben, denn 1238 bezeichnet er sich als Vogt von Gera, erscheint aber schon 1234 in Verbindung mit Gera, als er Bischof Engelhard von Naumburg veranlasste, die Kapelle auf der Burg Gera von der Pfarrei Gera abzutrennen. Gera trugen die Vögte vermutlich schon seit dem Ende des 12. Jahrhunderts vom Stift Quedlinburg zu Lehen, das 999 die Provinz Gera von Kaiser Otto III. als Geschenk erhalten hatte. Über diesen abgelegenen Besitz des Stiftes hört man erst wieder in einem Rechenschaftsbericht der Äbtissin Adelheid (1184-1203), in dem verlorene Güter und Rechte aufgezählt werden. Dort erscheint ein Advocatus. Es kann sich nur um einen Weidaer, wohl nur um Heinrich II. den Reichen handeln. Denn 1237 sagt Heinrich IV. in einem Vergleich mit Äbtissin Gertrud, seine Vorfahren hätten bereits alle 3 Richterdrittel der Vogtei besessen. Jetzt übertrug ihm die Äbtissin gegen eine Zahlung von 72 Mark 2 Drittel der Gerichtsbarkeit in der Vogtei Gera (advocacia de Gera) zu Lehen. Die Niedergerichtsbarkeit in der Stadt Gera blieb dem Schultheißen der Äbtissin, während der Vogt auch dort die Hochgerichtsbarkeit erhielt. Wie seine Vorfahren sollte der Vogt auch die Münze in Gera weiter zu Lehen tragen. Außer der Stadt dürften zur Vogtei Gera nur wenige Ortschaften gehört haben. Schon Langenberg wurde als Naumburger Lehen beansprucht.
1238 Aus den Annalen der Herren von Gera
as Gebiet der im Jahr 1237 genannten »advocatia de Gera« schien nur ein kleiner Bereich gewesen zu sein, der neben Gera wohl nur wenige Dörfer umfasste. Für die Heinrichinger ware aber er zum Ausgangspunkt der Bildung eines Territoriums geworden. Die Herren von Gera wurden dabei zurückgedrängt, sie siedelten schließlich ins Frankenland über und gingen von dort als Verwalter Bamberger Kloster-Güter nach Kärnten, Steiermark, Ober- und Niederösterreich. Mit Graf Johann Maximilian von Gera war dort die Hauptlinie aber kurz nach 1743 ausgestorben. Nach der Teilung innerhalb des Vogtshauses Anfang des 13. Jahrhunderts wurde Gera Sitz einer besonderen Linie, die sich erstmals 1238 urkundlich nach dem neuen Herrschaftsmittelpunkt bezeichnete, während bis dahin die Benennung aller drei Linien nach dem Stammsitz Weida üblich war. Im Kloster Cronschwitz erhielt sie ihr erstes Hauskloster, und in der Kloster-Kirche ihr Erbbegräbnis. Anfang des 13. Jahrhunderts kam das Zisterziensen-Nonnenkloster zum Heiligen Kreuz bei Saalburg hinzu. Durch günstige Heiratsverbindungen konnten die Vögte von Gera bald ihr Territorium, das zunächst neben der Vogtei über das quedlinburgische Stiftsgebiet und einigen verstreuten Reichslehen auch Besitz im Dobnagau (um Plauen) umfasste, beträchtlich erweitern. So brachte ihnen wohl die Ehe mit einer Lobdeburgerin in der Wende zum 14. Jh. das Gebiet um Schleiz, Mühltroff, Lobenstein und Saalburg ein. Zwar war zur gleichen Zeit den Wettinern der Erwerb von Gera gelungen, doch konnten es die Vögte schon 1303 zurückgewinnen. 1306 gelang ihnen zudem ein weiterer Gewinn gegenüber Quedlinburg, indem sie von dem in Schulden geratenen Stift das Schulzenamt, d. h. die niedere Gerichtsbarkeit sowie das Patronatsrecht und verschiedenen anderen Besitz kaufen konnten. Die wettinischen Pläne, mit Gera das Verbindungsstück zwischen den thüringischen und den meißnischen Gebietsteilen in die Hand zu bekommen, konnten freilich nicht für lange Zeit verhindert werden. Nachdem die Vögte von Gera noch 1342 einen Lehnsbrief von der Quedlinburger Äbtissin erhalten hatten, übereignete das Stift 1358 den Wettinern die Vogtei und belehnte sie mit Stadt und Herrschaft Gera. Die letzte Lehnsurkunde datierte auf das Jahr 1479. Die durch die dauernden Kriegswirren der 1. Hälfte des 14. Jh. (Grafenkrieg, Vogtländischer Krieg) geschwächten Vögte mussten in der Folgezeit die wettinische Lehenshoheit anerkennen. Versuche, bei Kaiser Karl IV. Schutz gegen die Bestrebungen der Wettiner zu finden, waren auf die Dauer ohne Erfolg. 1378 fanden sich die Geraer bereit, gegen die Zusicherung des eventuellen Anfalls der Herrschaft Weida Schloss und Stadt Gera den Wettinern nochmals förmlich aufzulassen. Auch über die anderen geraischen Besitzungen konnten die Markgrafen die Oberhoheit behaupten.
1248 Zur Geschichte von Großaga
en Quellen nach ist Großaga eine deutsche Folgegründung der älteren sorbischen Siedlung Kleinaga. Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung findet es 1248 mit einem Heinricus de Ogau, zum Ritterstand der Landesherrschaft Reuß jüngere Linie gehörig. In späteren Urkunden findet man den Ort als Grossen Agow (1364), Agowe (dito), Agaw (1518), großen agaw bzw. major agaw (1533). Im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert sind auch die Schreibweisen Groß Agau und Groß Aga üblich. An der Stelle des ehemaligen Kammergutes lag die Burg Aga. Schlitzscharten im Keller der südlichen Gebäudefront des Gutes sind noch erhalten. Ein Graben mit Zugbrücke schützte die erweiterte Anlage. 1259 ist in einer Urkunde des Burggrafen von Kirchberg ein Heinrich von Aga beurkundet. Bis zum Jahr 1712 ist der Ort Rittersitz, letzter Herr auf Großaga ist Hans Friedrich von Wolframsdorf. 1715 erwirbt Heinrich XIII. Reuß das völlig verschuldete Gut von den Erben, fortan ist es reußisches Kammergut. Großaga war über die Jahrhunderte Pfarrort auch für Kleinaga, Lessen und Reichenbach, später auch Seligenstädt. Seit 2003 ist es Pfarrvikarie der Evangelischen Pfarrei Langenberg. Der Pfarrort Großaga besaß früher ein jährliches Marktrecht, bei welchen auch Ablaßpredigten üblich waren, sodass sich für diesen Markt der Name „Agaischer Ablassmarkt“ (Appelsmarkt) prägte. Er war weithin bekannt, doch auch wenn eine Flurbezeichnung bis 1870 den Namen Tetzelscher Markt trug, gibt es für ein Auftreten dieses berühmt-berüchtigten Ablasspredigers in Aga keinerlei Belege. Darüber war ob des langjährigen Festhaltens am katholischen Glauben des damaligen Rittergutsbesitzers Krieg von Etzdorf Aga die letzte Gemeinde der reußischen Lande, die lutherisch reformiert wurde. Gegen die Märkte der umliegenden größeren Orte und Städte Gera, Langenberg und Zeitz konnte sich Aga letztlich nicht behaupten. Nach verheerenden Bränden schafften die Gemeinden des Pfarrsprengels Großaga bereits 1812 eine gemeinsame Feuerspritze an. 1922 wurde in Henschels Gasthof ein Kino eingerichtet. Unter seinem letzten Pächter vor der Enteignung 1945 wird das mittlerweile mit dem Gut Kleinaga zusammengelegte Gut Großaga zu einer Musterwirtschaft der Saatzucht und Viehwirtschaft. Von 1945 bis 1990 als Volkseigenes Gut (VEG) geführt, werden ihm dito hohe staatliche Auszeichnungen der DDR zuteil. Neben dem Gut hatten sich über die Jahrhunderte auch etliche weitere große Höfe etabliert; sie werden zu DDR-Zeiten als LPG zusammengefasst. Am 1. Juli 1950 bildeten Großaga, Kleinaga, Lessen, Reichenbach und Seligenstädt die neue Gemeinde Aga, die am 1. April 1994 nach Gera eingemeindet wurde.

1251 Das erste Stadtgericht
us diesem Jahr ist in Gera ein Schultheißengericht, ein Stadtgericht, nachweisbar. Im Gegensatz dazu wurde ein Obergericht durch den Landesherrn verwaltet. Gera gehörte zu diesem Zeitpunkt zum Rechtskreis des "Sachsenspiegel" und lag im Wirkungsbereich des Magdeburger Rechts.
1252 Folter wurde legitimes Rechtsmittel
ie Geraer Gerichtsbarkeit, seit der Regalienvergabe von 1237 eigenständig wie das Zoll- und das Marktrecht, bekam das Rechtsmittel der Folter in die Hand gelegt, um zur Urteilsfindung dienliche Indizien zu "erfragen". Es handelte sich dabei offiziell und die sogenannte "peinliche Befragung", wobei das Wort "peinilich" für das "Peinigen oder Quälen" stand.
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1267 Zur Geschichte von Hohenleuben
ohenleuben wurde 1267 erstmals urkundlich als Luben (sorbisch: "Bast") erwähnt. In dieser Quelle von 1868 wird berichtet, dass das Wort Loibe ein slawisches Wort ist und "dichter Wald" bedeutet. Noch jetzt heißt ein Theil der Gegend um Suhl "die Suhlaer Loibe". Verwandt ist das deutsche Wort "Laube". (Das widerspricht jedoch den Angaben im Herkunftswörterbuch des Duden). 1356 findet sich in einem Ehevertrag der Vögte von Weida und Gera der Name der Burg Reichenfels. Reichenfels war Amtssitz eines kleinen Verwaltungsgebietes, das etwa das Gebiet zwischen Hohenleuben und Zeulenroda umfasst. 1786 erfolgte die Grundsteinlegung der Kirche. 1883 bekam Hohenleuben einen Bahnanschluss, der sich wegen der relativ großen Entfernung des Bahnhofs vom Ort wirtschaftlich nicht wie erhofft positiv auswirkte. Am 21. August 1928 erhielt Hohenleuben das Stadtrecht. Am 15. Mai 1935 nahm das neue Frauengefängnis seinen Betrieb auf. Die erste Direktorin Johanna Weitz arbeitete später aus Gewissensgründen gegen die NS-Behörden, wurde im Berliner Gestapogefängnis Prinz-Albrecht-Straße gefoltert und misshandelt und in ihrem letzten Wohnort Oettern unter Hausarrest gestellt. Im Jahre 1941 wurden fünf Frauen wegen "verbotenen Umgangs mit Fremdvölkischen" auf dem Marktplatz kahl geschoren und an den Pranger gestellt. Im Jahre 1945 besetzten die US-Amerikaner nach Artilleriebeschuss den Ort, später übernahmen sowjetische Truppen die Besatzungsmacht in Thüringen. Es gab in Hohenleuben ein geschlossenes Spezialkinderheim "Erich Weinert" der Jugendfürsorge der DDR, in dem Kinder zwangseingewiesen wurden. Das Heim lag ca. 1 km vom Ortsrand entfernt. 1993 kam Hohenleuben im Zuge der Gebietsreform im Land Thüringen zum neuen Landkreis Greiz und erklärte seinen Beitritt zur zukünftigen Verwaltungsgemeinschaft Leubatal.
27.01.1272 Die zweite Burg in Crossen
ine erste Burg in Crossen entstand bereits im 10. Jahrhundert zum Schutz der Handelsstraßen zwischen Gera und Zeitz sowie zwischen Bad Sulza/Camburg und Gera (Wein- und Salzstraße). Sie fand 995 das erste Mal urkundlich Erwähnung, als sie von Kaiser Otto III. dem Bistum Zeitz übereignet wurde. Diese erste Burganlage wurde um 1150 aufgegeben. Ob sie am selben Platz stand wie das heutige Schloss ist nicht nachweisbar. Die zweite Burganlage auf dem Berg fand am 27. Januar 1272 zum ersten Mal urkundlich Erwähnung. Sie diente als Verwaltungssitz des Burgvogtes für die umliegenden Orte und war unter anderem auch Gerichtsplatz. Über die Burg ist heute nur wenig bekannt, unter anderem, dass sie in den Hussitenkriegen 1452 beschädigt wurde. In einer Ortschronik von Crossen wird sie als enge Burg, die von hohen Mauern umgeben ist, beschrieben. Auch zwei weitere Türme sowie eine Burgkapelle gehörten zu dieser Anlage. Heute sind von diesem Vorgängerbau nur noch der Bergfried sowie Teile der Ringmauer erhalten.

29.05.1276 Das erste Grobsdorf
robsdorf ist ein Weiler der Stadt Ronneburg im Landkreis Greiz in Thüringen. Der Rundplatzweiler befindet sich etwa zwei Kilometer westlich der Stadt Ronneburg. Er liegt etwa 280 Meter über NN. Durch den Weiler führt die Kreisstraße 115 Ronneburg-Gera-Pforten. Die Gehöfte sind alle nach dem Ortskern ausgerichtet. Das Dorf war früher an undichten Stellen mit Hecken, Mauern, Wällen und Gräben geschützt. Der Gasthof und die Kirche sind auch Dorfmittelpunkt. Am 29. Mai 1276 wurde der Weiler erstmals urkundlich erwähnt. Es gab bis vor 1952 nur fünf Mittel- und Kleinbauern. Die Arbeiter fuhren in die Städte. Nach 1961 gingen die Bauern auch den ostdeutschen Weg. Am 1. Juli 1950 wurde der Weiler nach Ronneburg eingemeindet.
1277 Aus der Thüringer Geschichte
as Thüringer Kloster zu Lausnitz, später Klosterlausnitz, hatte die Gerichtsbarkeit über alle seine im Eisenberger Amt liegenden Dörfer, außerdem waren sie persönliches Eigentum des Klosters. Todesurteile und Verstümmlungen wurden durch die landesherrlichen Gerichte bzw. den Voigt von Eisenberg, dem weltlichen kaiserlichen Beamten, ausgesprochen. Die Vollstreckung der Urteile erfolgte durch das Kloster. Frone mussten an das Kloster geleistet werden, aber auch beim Klosterbau und beim Kirchenbau selbst mussten die Bauern Spannfuhren als Frone durchführen.
1306 Die Stadt Berga an der Elster
ie Anfänge der Stadt Berga an der Elster sind wie die von Greiz und vielen anderen Orten in Dunkel gehüllt. Während Greiz im Jahre 1209 erstmals erwähnt wurde, ist über Berga erst aus den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts Schriftgut überliefert. Allerdings steht fest, dass Berga wie Greiz bei der Kolonisation des Elstertales um 1200 erschlossen wurde. Die erste verbindliche Nachricht über Berga an der Elster ist in der Urkunde aus dem Jahre 1306 festgehalten. Dieses Schriftstück berichtet, dass ein Vogt von Gera (herr von Gerawe) dem Kloster Cronschwitz Zinse kaufte, darunter "in der moll (Mühle) zcu Bergawe auch XXXIV scheffel korn".
1306 Gerichtsbarkeit und Patronat
einrich Reuß, welcher schon drei Jahre zuvor das schloss Osterstein und die Stadt Gera durch Kauf erworben hatte, erlangte nun auch in den Besitz des Schulheißenamtes mit der örtlichen Gerichtsbarkeit, dem Grundbesitz und dem Patronat von Quedlinburg. (Der Schultheiß oder Schuldheiß (von althochdeutsch: sculdheizo - "Leistung Befehlender", latinisiert (mlat.): scultetus oder sculteus) bezeichnete einen in vielen westgermanischen Rechten auftretenden Beamten, "der Schuld heischt", das heißt, der im Auftrag eines Herren (Landesherrn, Stadtherrn, Grundherrn) die Mitglieder einer Gemeinde zur Leistung ihrer Schuldigkeit anzuhalten hat, also Abgaben einzieht oder für die Einhaltung anderer Verpflichtungen Sorge zu tragen hat. Sprachliche Varianten des Schultheißes sind Schulte, Schultes oder Schulze. Früher wurde zwischen dem Stadtschulzen und dem Dorfschulzen unterschieden. In der städtischen Gerichts- und Gemeindeverfassung war er ein vom städtischen Rat oder vom Landesherren Beauftragter zur Ausübung der Verwaltungshoheit und Rechtspflege. Im Altsiedelgebiet und Ostthüringen hatte der von der Herrschaft eingesetzte Amts-Schulze (lat. centgreve) das Amt oft auf Lebenszeit inne.)
29.03.1310 Die Mühle von Berga an der Elster
er Kleine Ort Berga befindet sich bei Gera und existiert seit dem 13. Jahrhundert. Die Mühle, in der der Vogt von Gera (herr von Gerawe) dem Kloster Cronschwitz Zinse, darunter "in der moll (Mühle) zcu Bergawe auch XXXIV scheffel korn" kaufte, war vermutlich die alte Angermühle. Vier Jahre später, im März 1310, erwarb das Kloster Cronschwitz einen "hoff ynn dem gerichte zcu Bergaw.... unnd der kyrchlehen zcu Bergaw mit allem deme rechte ..." (einen Hof und das Kirchlehen zu Berga).
12.11.1322 Das erste Zschippern
n diesem Jahr wurde der Geraer Stadtteil als "Ticzelin von Tschiprin" erstmals urkundlich erwähnt. Der Name des Ortes ist slawischen Ursprungs.

Zusatzinformationen
24.06.1329 Regalienvergabe in Gera bestätigt
aiser Ludwig bestätigt den Vögten von Plauen, Gera und Weida alle ihre Lehen, Rechte und Regalien, unter anderem über die Gerichtsbarkeit, Zoll, Jagd, Bergwerksberechtigung und Münzgerechtigkeit.
1333 Pforten und sein Rittergut
in historischer Streifzug durch den Geraer Stadtteil Pforten und seine angrenzenden Besitzungen.
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1333 Töppeln
rkundlich wird Töppeln erstmals 1333 erwähnt. Der Ort ist slawischen Ursprungs und daher wahrscheinlich wesentlich älter. Der Ort besaß ein Rittergut von dem bis 1947 noch die alte Kemenate stand. Nach Überlieferungen wurde diese 1370 auf vorhandenen älteren Gewölben, deren Ursprung nicht bekannt ist, als Steinbau mit meterdicken Wänden errichtet und mit einem wassergefüllten Wallgraben umgeben.
Mit Wirkung vom 1. Januar 1855 ging dann das Erbgericht an das reußische Amtsgericht über. Damit war die Stellung des Rittergutes als Herrscher über Töppeln nicht mehr gegeben und der erste Bürgermeister wurde eingesetzt.
Am 29. Juni erhielt Töppeln einen Bahnhof, dessen Empfangshalle 1890 erweitert wurde.
Auf Grund der Gesetze über die Bodenreform vom 10. September 1945 im Land Thüringen wurde das Gut Töppeln an 11 Neusiedler aufgeteilt. 1947 wurde die Kemenate abgetragen und an deren Stelle ein Neubauernhof errichtet.
1333 Die erste Trinitatiskirche
ie Kirche wurde als Gotteshaus in diesem Jahr erstmals erwähnt. Da sie sich weit vor den Stadtgrenzen befand, blieb sie von sämtlichen Stadtbränden und Großfeuern verschont und wurde aber erst 1611 erweitert. (Trinitatis ist das Dreifaltigkeitsfest (auch Dreieinigkeitsfest) am ersten Sonntag nach Pfingsten. Das Fest wurde 1334 durch Papst Johannes XXII. in den Römischen Kalender eingeführt und ist der Verehrung der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmet: Gottvater, Gottsohn und Gott Heiliger Geist.) Es ist das einzige Geraer Gotteshaus, welches nicht geostet wurde, der Altar also nicht in Richtung Osten (Jerusalem) gerichtet ist. Viele Jahre diente sie dann als Grabeskirche und der angrenzende Park war zwischen 1550 und 1900 der Friedhof.
1333 Zur Geschichte der Salvatorkirche
ie Salvatorkirche ist eine evangelische Kirche auf dem Nicolaiberg im Stadtzentrum von Gera. und oberhalb des historischen Marktplatzes zu finden. Auf dem Nicolaiberg standen ursprünglich eine dem heiligen Nikolaus geweihte Kapelle und ein Termineihaus, eine Unterkunftshaus für Bettelmönche, wie es zu dieser Zeit durchaus üblich war. Die Kapelle, nach der der Berg bereits 1333 als "zcu Gera uf sente Nycolaus berge" bezeichnet wurde, brannte beim Stadtbrand von 1686 nieder. Im Jahr 1717 wurden die Ruinen dann abgerissen, um der neuen Kirche Platz zu machen. Die Barockkirche selbst wurde in den Jahren 1717 bis 1720 nach Plänen des kursächsischen Landesbaumeisters David Schatz erbaut, der Turm jedoch, nachdem man mit einer eigens eingerichteten Turmbaulotterie zu den erforderlichen Mitteln gekommen war, erst in den Jahren 1775 bis 1778 nach Plänen von Gerardo Hofmann. Nur zwei Jahre später wurde die Kirche beim Geraer Stadtbrand 1780 zerstört. Im Gegensatz zur zweiten damaligen Geraer Kirche, der Johanniskirche, wurde die Salvatorkirche in den Jahren 1781 bis 1783 wieder aufgebaut und ist daher seitdem die einzige Kirche in Geras historischer Altstadt. Bis zur Errichtung der neuen Johanniskirche am Adelheidplatz (später Clara-Zetkin-Straße), 1885 geweiht, war sie die alleinige Pfarrkirche Geras, außerdem wurden hier, weil die alte Johanniskirchgruft, die traditionelle Grablege der Geraer Reußen, nach dem Stadtbrand nicht mehr nutzbar war, 1802 der letzte Herr von Reuß-Gera, Heinrich XXX., und 1829 seine Gemahlin Luise Christiane von Pfalz-Birkenfeld beigesetzt. Im Jahr 1898 brach man die unterhalb der Kirche gelegenen Häuser ab und legte an ihrer Stelle die heutige repräsentative Freitreppe an. 1903 wurde das Kircheninnere unter der Leitung von Stadtbaurat Adolf Marsch im Sinne des Jugendstils umgestaltet. Nach den Renovierungsarbeiten an der Westfassade der Salvatorkirche (2006) werden die Arbeiten seit Herbst 2007 am Turm fortgesetzt. Die Salvatorkirche verfügt über eine zweimanualige pneumatische Röver-Orgel, welche in den Jahren 1903-1905 erbaut wurde.
1333 Zur Geschichte von Langenberg
angenberg war ursprünglich eine eigene Pflege, zu der über fünfzig Dörfer gehörten und damit einige mehr als zum damaligen Gera. In einer Urkunde von 1333 sind folgende 24 als zu Langenberg gehörend verzeichnet: Söllmnitz, Waswitz, Naundorf, Dorna, Hirschfeld, Bethenhausen, Zschippach, Kulm, Groitzschen, Lauenhain, Cretzschwitz, Negis, Collis, Kaimberg, Pforten, Windischenbernsdorf, Töppeln, Kaltenborn, Harpersdorf, Stublach, Roschütz, Kraftsdorf, Speutewitz und Bartholdisdorf. Die beiden letzteren sind heute Wüstungen, von den anderen gehören mittlerweile 12 zur Stadt Gera, die restlichen liegen im Landkreis Greiz. Kulm fiel in den 1950er Jahren dem Bergbau zum Opfer. Als Ursprung der deutschen Gründung Langenberg gilt eine auf dem Hausberg gelegene Burg mit lang gestrecktem Grundriss, die nach Ernst Paul Kretschmer auch dem Ort ihren Namen gegeben hat – nicht ein langer Berg, wie zu vermuten wäre. Die vermutliche Entstehung Langenbergs als befestigte Militärstation dürfte um 950 liegen. 1060 kam es als Schenkung Kaiser Heinrichs V. an das Bistum Naumburg-Zeitz, später in Meißnischen Besitz. Als Burgwardum Langenberch wird es 1196 zusammen mit einem Burgmann namens Thilo de Langenberc erwähnt, 1238 als Castrum Langenberg in einer Urkunde des Markgrafs Heinrich von Meißen.

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1333 Die Kirche St. Ursula
bwohl keine gesicherte urkundlichen Überlieferungen für die Gründung der Kirche vorliegen, dürfte die St. Ursula Kirche zu den ältesten Kirchen im Geraer Stadtgebiet zählen und in den 1250er Jahren entstanden sein. Für die Entstehung im 13. Jahrhundert spricht vor allem der im wesentlichen Teilenspätromanische Chorturm. Eine an der Kirche eingemeißelte Jahreszahl könnte auf eine spätere Bautätigkeit im Jahr 1333 hindeuten, als die Kirche mit der Einrichtung des Langhauses und der Sakristei ihre heutige Gestalt erhielt. Umbauten und Erneuerungen wurden in den Jahren 1749, 1833 und 1934 vorgenommen. Die seelsorgerische Betreuung erfolgte in den ersten Jahrhunderten des Bestehens durch die St. Johanniskirche zu Gera 1533/34 und in den folgenden Jahren erscheinen in den Akten über die Kirchenvisitation folgende Namen der u.a. auch für Lusan zuständigen Kapläne bzw. Diakone: Conrad Quindler, Jacob Henning, Conrad Theilemann, Georg Derr, Christoph Schaller, Jacob Languth, Fr. Einwangen, Johann Kün, Mag. Johann Kindhans. Ab 1566 wurden die zuständigen Kapläne als Diaconi suburbani bezeichnet. Einer der bemerkenswertesten von ihnen war Johann Wohlwerth jun., der die im 30jährigen Krieg verbrannten Kirchenbücher neu erstellte und gemeinsam mit dem Schulmeister Georg Häsner die alte Taufschale der Kirche stiftete. Der letzte Diaconus suburbanus war Benno Etzold, dessen Tätigkeit 1886 endete. Ab 1886 wurde Lusan für fast 70 Jahre von Zwötzen mitversorgt. Pfarrer dieser Zeit waren: Heinrich Hahn, Johann Dietrich, Franz Simcik (diesem ist 1934 die Erneuerung der Kirche zu danken). Simcik stellte 1950 den Antrag auf Errichtung der Pfarrstelle Gera-Lusan-Zwötzen ll, dem am 1. April 1951 durch das Landeskirchenamt entsprochen wurde. Das Pfarramt nahmen in dieser Zeit Erich Schlegel und Helmut Vollbrecht wahr. Am 1. April 1955 wurden Lusan und Oberröppisch aus dem Kirchspiel Gera - Zwötzen - Lusan ausgegliedert. Es entstand das Pfarramt Gera - Lusan, dem Ober- und Unterröppisch, Gorlitzsch und Schafpreskeln zugeordnet wurden. Erster Pfarrer des neuen Kirchspiels wurde Erich Schlegel. Zur 625-Jahr-Feier 1958 wurde die neue Hartguss-Stahlglocke geweiht. Gegossen wurde diese von der bekannten Glockengießerei Franz & Söhne in Apolda mit der Inschrift "O Land, Land, Land Höre des Herrn Wort". Größer als ihre beiden Schwesternglocken (760kg) ergänzte die neue Glocke mit ihrem gis das h der Christkönigsglocke von 1473 und das cis der eisernen Glocke von 1919 zu einem klangvollen Laudamusgeläut. Den bildnerischen Schmuck auf dem Glockenmantel in Gestalt eines Flachreliefs entwarf die Greizer Bildhauerin Elly Viola Nahmmacher. 1966 wurde die barocke Turmhaube durch ein Zeltdach ersetzt. 1994 erhielt die Kirche ein neues Dach und 1998 wurde der Außenputz erneuert. Am 30.09.1978 erfolgte die Grundsteinlegung für das Gemeindehaus Gera - Lusan, neben dem 1958 erbauten Pfarrhaus. Pfarrer zu dieser Zeit waren Peter Denner und Roland Geipel.
1358 Das Bergaer Schloss
ie Bauzeit der auf drei Felsen errichteten Schlossanlage kann bis ins 12. Jahrhundert zurückdatiert werden, Reste der befestigten Ritterburg aus dem 13. und 14. Jahrhundert sind zum Teil in den Befestigungsmauern erhalten. Die Gründung der Burg geht auf die Lobdeburger zurück, die einen Gegenpol zur Herrschaft der Vögte von Weida schaffen wollten. 1358 übernahmen die Landgrafen von Thüringen die Anlage. 1373 wurde sie von Heinrich dem Roten, Vogt von Weida, verpfändet. 1427 erhielt er sie endgültig zurück. 1445 bekamen die Wettiner sie wieder. Im Jahre 1592 wurde der Besitz vom Churfürstlichen Kammer- und Bergrat in Dresden an Daniel von Watzdorf übergeben. Die Familie von Watzdorf ist bis 1870 als Eigentümer verzeichnet. Letztes Familienmitglied war Bernhard von Watzdorf, der als Staatsminister am Hofe von Großherzog Karl Alexander von Sachsen-Weimar wirkte. Bis 1875 gehörte das Schloss Richard Hermann aus Zeitz, der es im Jahre 1875 an Ernst Semmel, den Sohn des Landrates und geheimen Justitzrathes Moritz Semmel aus Gera weiter veräußerte. Ernst Semmel wurde als Gemeindevertreter gewählt und verkaufte das Schloss 1909 an Hauptmann Toppius, der bereits als Verwalter des Schlossgutes gewirkt hatte. 1938 erwarb Ludwig Scharpenseel, der zuvor seine Anteile an der Schlegel-Scharpenseel-Brauerei veräußert hatte, die Immobilie und ließ das Objekt und die Außenanlagen von Grund auf sanieren. Am 10. September 1945 wurde die Familie Scharpenseel entschädigungslos enteignet und flüchtete nach Sichtigvor. Sie verlor das Rittergut und die zugehörigen Ländereien in einer Gesamtgröße von 239 Hektar. Die Einrichtung wurde ausgelagert bzw. zur Möblierung der Notunterkünfte von Flüchtlingen verwendet. Zur gleichen Zeit wurde eine Landwirtschaftsschule im Schloss eingerichtet. Ende den 1950er Jahren wurde diese ausgelagert und das volkseigene Gut Meilitz übernahm die Rechtsträgerschaft. Die Stallungen wurden zur Schweinemast umgenutzt. Mit der "Wende" ging das Schloss in das Eigentum der Weigl Holding über. Am 8. März 1994 brannte der Dachstuhl des 1760 errichteten Pächterhauses. Der Brand und das Löschwasser haben erhebliche Schäden am Gemäuer verursacht. Ende 2011/Anfang 2012 wurde das Schloss in großen Teilen abgerissen
1360 Der erste nachweisbare Rat in Gera
eit dem Jahr 1360 ist in der Stadt Gera ein Rat nachweisbar. Der erste Rat dürfte aber schon zur Vergabe der Stadtrechte im Jahr 1237 in Gera existiert haben, welcher als Repräsentant der Stadt die Regalien wie das Zollrecht oder das Münzrecht entgegengenommen hatte. Im 15. Jahrhundert gab es dann schon mehrere Räte, zu denen jeweils ein Bürgermeister gehörte. Der regierende Rat besorgte die laufende Verwaltung, der sitzende Rat war für die Gerichtsbarkeit zuständig, und der ruhende beziehungsweise alte Rat wurde zu wichtigen Angelegenheiten hinzugezogen. Ab 1618 gab es noch zwei Kollegien, später wieder drei, und gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es zwei Bürgermeister, von denen der juristische Bürgermeister vom Landesherrn eingesetzt wurde.
1360 Textile Anfänge in Gera
b dem Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Textilindustrie zum dominierenden Industrieteil der Stadt. Der Geraer Archivar und Lehrer Ernst Paul Kretschmer (1887-1957) verfasste in seiner historischen Betrachtung Geras Artikel, in denen über "Einzelnachrichten über Geraer Wollgewebe- und Wollhandel" berichtet wurde. Diese Erwähnungen bildeten die Anfänge der Textilverarbeitung in Gera.
1360 Geraer Räte und Bürgermeister
chon 1360 wurden Mitglieder des Rates bezeugt und 1404 drei Bürgermeister und ein Richter genannt. Das erste erhaltene Stadtrecht stammte von 1487. Es wurde von Heinrich d. Ä. von Gera verliehen und war in der Folgezeit unter der Herrschaft des Burggrafen. von Meißen und auch der Linie Reuß wiederholt bestätigt bzw. neu publiziert worden. In diesen Statuten findet sich aber ein Hinweis auf überkommene Freiheiten und Gewohnheiten, nach denen die Ordnung des Jahres 1487 von den Bürgermeistern, den Ratskumpanen und den Gemeinmeistern der Stadt aufgesetzt worden sein soll. Es dürfte sich vielleicht also damals bereits um eine Bestätigung gehandelt haben. Die Nennung von drei Bürgermeistern und 19 Ratskumpanen macht es wahrscheinlich, dass in Gera wie in zahlreichen anderen Städten ein dreifaches, in seinem Amt jährlich alternierendes Ratskollegium (regierender, sitzender und ruhender Rat) bestanden hatte. Neben diesem haben zehn geschworene Gemeinmeister die Interessen der gesamten Gemeinde gegenüber den im Rat vertretenen Patriziergeschlechtern gewahrt. Seit 1612 bestanden nur zwei Ratskollegien, doch fanden sich vor 1658 bereits wieder drei Räte. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts traten zwei Bürgermeister und neun Ratsmitglieder entgegen. 1832 wurde schließlich eine neue Stadtverfassung geschaffen. Vom 17. Jahrhundert bis 1832 hatten die Landesherren, die Reußen, den juristischen Bürgermeister bestellt, der dem Stadtgericht vorstand. Peinliche Fälle unterstanden dem Landrichter, der Schöffen aus dem Rate mit heranzog. Der Rat übte dagegen die niedere Gerichtsbarkeit durch ein besonderes Kollegium aus. Der juristische Oberhof war noch um das Jahr 1500 die Stadt Magdeburg, vereinzelt auch Halle und Erfurt.
07.06.1360 Bürgermeister Schuler
n diesem Jahr wird erstmals mit Hencz Schuler ein Bürgermeister erwähnt. Als Zeuge in einem Vertrag bestätigt er den Verkauf der Klotzmühle und der Hausmühle. Neben dem Kaufpreis wurde eine Abgabe von 5 Scheffeln Korn pro Woche und 30 Scheffeln Malz sowie 8 gemästeten Schweinen im Jahr an den Landesherrn vereinbart.
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11.02.1362 Eine erneute Urkunde in Oberröppisch
ie Historikern bekannte urkundliche Ersterwähnung von Oberröppisch datierte aus dem Jahr 1230. An diesem Tag nun wurde eine nochmalige urkundlicher Erwähnung des Ortes bekannt. Oberröppisch war ein slawischer Kleinstort bei Gera, welcher erst im 18. und 19. Jahrhundert eine gewisse Bedeutung erlangte. Trotz dem befand sich zu dieser Zeit in Oberröppisch das landesherrschaftliche Erbgericht.
23.05.1364 Zur Geschichte von Kleinaga
eber die Gründung Kleinagas bestehen nur ungenaue Kenntnisse, es ist wohl sorbisch-wendischen Ursprungs. Im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert war auch die Schreibweise Klein Aga üblich. Erstmals urkundlich erwähnt wird Kleinaga als „wenigen Agow“ am 23. Mai 1364 in einer Urkunde über die Verpfändung des Hauses Langenberg. Das Rittergut in Kleinaga gehörte seit dem Mittelalter den Herren von Etzdorf. Der Ort pfarrte, begrub und schulte traditionell nach Großaga.

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23.05.1364 Wernstorf erstmals erwähnt
ernsdorf ist im Nordosten der Stadt Gera an der Grenze zum Landkreis Greiz gelegen. Erstmals wurde der Ort am 23. Mai 1364 urkundlich in einer Langenberger Verpfändung erwähnt. Wernsdorf war im Gegensatz zu den in kleinen Rundlingen angelegten Dörfern sorbischen Ursprunges der Umgegend ein weitläufiges Straßendorf deutscher Siedler. Etliche Landstücke und auch ein Hof gehörten als Zinsland dem Kloster zum Heiligen Kreuz in Saalburg. Die Erbgerichtsbarkeit über Wernsdorf stand bis 1855/1856 für 4 Häuser dem Rittergut Cretzschwitz und für 12 Häuser dem Rittergut Söllmnitz zu. Zuständiger Schulort war früher der Nachbarort Hirschfeld (heute Landkreis Greiz), ab 1839/40 wurde im Ort eine eigene Schule gebaut, in die auch die Kinder aus Söllmnitz und Lauenhain gingen. Im Jahr 1979 wurde Wernsdorf ins benachbarte Söllmnitz eingemeindet, 1994 mit diesem zusammen nach Gera.

04.03.1385 Vergleich über die Gerichtsbarkeit
einrich von Gera vergleicht sich mit dem Bischof Christian von Naumburg über die Ausübung der Gerichtsbarkeit in der Herrschaft Gera. Dem Bistum stand demzufolge die Gerichtsbarkeit über alle geistlichen Angelegenheiten zu, während alle weltlichen Fälle durch die Landesherrschaft verhandelt wurden.
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1391 Der Marktplatz und das Rathaus
er Marktplatz entstand während der Ortserweiterung in der späteren Innenstadt. Es war ein geplanter und fester Marktplatz auf dem Händler, Handwerker und Kaufleute auch aus benachbarten Stadten kommend ihre Waren angeboten. Als im Jahr 1450 der sächsische Bruderkrieg wütete, wurde der Markt zerstört. Später erfolgte eine getreue Nachbildung des Marktplatzes und des Rathauses. Die Handwerker wohnten in Nebengassen, die zum Teil den Namen des Gewerks das ausgeübt wurde trugen. Die Häuser der Handwerker wie Böttcher (Böttchergasse), Weber (Webergasse) oder Schuhmacher (Schuhgasse), war sowohl Wohnraum für sie als auch Werkstatt. Diese Leute waren ihr Leben lang tief in ihrer Arbeit verwurzelt. Die Kaufleute ihrerseits gehörten zur Oberschicht und wohnten am Markt und in den Handelsstraßen. Dem reichsten Bürger Geras gehörte die Apotheke. So entstand im Jahr 1592 die Stadtapotheke, an die im Jahr 1606 durch einen Erlass von Bürgermeister Hans Hörel noch ein Erker angefügt wurde. An diesem berühmten Anbau wurden die zehn Apostel sowie die vier Jahreszeiten und einige Wappen im Relief angebracht. Auf dem Marktplatz befand sich auch das Geraer Rathaus, noch ohne den Turm, von dem im Jahr 1425 zum ersten Mal berichtet wurde. Es diente schon zu dieser Zeit als Versammlungs-, Verwaltungs- und Gerichtsort. Selbst der Ratskeller, das älteste bis in die Neuzeit betriebene Gasthaus Deutschlands, stand für Feste zur Verfügung.
1400 Der Geraer Markt
er Markt bildete seit jeher den zentralen Warenumschlagsplatz einer Stadt. Auch gibt es seit jeher ein Verbrieftes Marktrecht. Mehr über den Geraer Markt in den Zusatzinformationen.
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1401 Zur Geschichte von Roschütz
er Ort liegt im Brahmental im Norden Geras direkt südlich der Bundesautobahn 4 und war slawischer Gründung. Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung als "Rodhacice" ist in einer Urkunde des Bischofs Udo von Naumburg von 1146 zu finden. Eine andere Schreibweise war Roschitz (1816 durch Johann Christoph Klotz). Von einer etwa auf dem Areal des heutigen Gutes gelegenen Wasserburg ist heute nichts mehr erhalten. Die St. -Nikolaus-Pfarrkirche ist seit 1401 auch Pfarrkirche für das benachbarte Bieblach. Die 1734 errichtete Schule wird 1883 durch einen Schulneubau abgelöst. Bereits 1902 erfolgt ein weiterer Schulneubau. Ein Teil des Ortes gehörte zur Herrschaft Gera, der andere dem Herzogtum Sachsen-Altenburg. Ein bescheidener Wandel vom Bauerndorf hin zur Industrie beginnt 1789 mit der Einrichtung einer Porzellanmalerei durch Heinrich Ernst Mühlberg; ab 1811 auch einer Porzellanmanufaktur auf dem Rittergut Roschütz. 1865 übernahm Friedrich August Reinecke den Betrieb, der bis 1991 produzierte. 1827 zählt der zur Herrschaft Reuß gehörende kleinere Teil des Ortes 5 steuerpflichtige Häuser mit 33 Einwohnern. 1938 wurde durch die NSV eine Schweinemästerei für 800 Tiere eingerichtet, die mit den Gemüse- und Obstabfällen der Geraer Haushalte gefüttert werden, umgangssprachlich NSV-Schwein genannt. 1939 erfolgt im ehemaligen Herrenhaus des Gutes die Einrichtung eines Reichsarbeitsdienstlagers für Mädchen. Ab 1945 erfolgt auch in Roschütz die Bodenreform, in den 1950er Jahren gehen die Einzelbetriebe in einer LPG Typ 1 auf. Ab 1948 öffnet das Sommerbad Roschütz im Park des ehemaligen Rittergutes, es erfreut sich schnell großer Beliebtheit - nicht nur bei Zweibeinern: Am 31. August 1986 unternehmen 20 Kühe der LPG Roschütz einen Ausflug ins Bad, zwei von ihnen wagen eine Runde zu schwimmen, die anderen ziehen das gepflegte Grün der Liegewiesen vor.
02.03.1404 Heinrich VIII., der Ältere geboren
einrich VIII., „der Ältere“, Herr von Gera (1420–1426), Herr zu Burgk (1425–1426). Er erhielt bei der Landesteilung von 1425 Schloss Burgk, die Pflegen Langenberg und Reichenfels sowie Vorwerk Tinz. Geboren wurde er am 2. März 1404. Am 16. Juni 1426 ist er in der Schlacht bei Aussig gefallen. Er heiratete am 30. August 1412 in Kronach die Gräfin Margarete von Wertheim, welche urkundlich vom 30. August 1412 bis 23. September 1415 Erwähnung fand. Geboren war sie vor 23. Oktober 1424. Sie war die Tochter von Graf Johann II. von Wertheim (1360–1444) und Gräfin Mathilde von Schwarzburg (-1435). Die zweite Ehe ging er (am 23. Oktober 1424 Dispens) vor 2. Mai 1426 mit Gräfin Wilburg von Schwarzburg-Leutenberg ein. Urkundlich erwähnt wurde sie am 2. Mai 1426. Sie verstarb nach 1426. Außerdem war sie die Witwe von Friedrich II. von Heydeck (Heideck) (1350/55–1423) und die Tochter von Graf Heinrich XV. von Schwarzburg-Leutenberg (1358–1402) und Anna von Plauen (1354–1412).
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21.05.1405 Befreiung vom Marktzoll
egen die Zahlung von 4 Schock Meißner Groschen werden die Vorstadtbewohner von der Entrichtung des Marktzolls befreit. (Neben der Badertorvorstadt befanden sich Ansiedlungen im Bereich Sorge und Zschochern.)
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22.10.1409 Zur Geschichte von Zeulsdorf
eulsdorf wrde erstmals am 22. Oktober 1409 urkundlich in Zusammenhang mit einem Friedrich von Gropz zu Zeulsdorf als altenburgischer Manne des Stadtvogts von Gera erwähnt. Über die Jahrhunderte war Zeulsdorf der Herrschaft Gera zugehörig. Das dortige Rittergut war zwischen 1567 und 1679 in ein oberes und ein unteres Gut getrennt. Es besaß bis 1855 die Erbgerichtsbarkeit außer über Zeulsdorf auch über Weißig, vier Häuser in Dürrenebersdorf und ein Haus in Hundhaupten. Daneben übte es das Patronatsrecht über die Kirche in Dürrenebersdorf aus. 1827 umfasste der Ort neben dem Rittergut 16 Häuser mit 93 Einwohnern.
22.10.1409 Zur Geschichte von Zeulsdorf
eulsdorf wurde erstmals am 22. Oktober 1409 urkundlich in Zusammenhang mit einem Friedrich von Gropz zu Zeulsdorf als altenburgischer Manne des Stadtvogts von Gera erwähnt. Über die Jahrhunderte war Zeulsdorf der Herrschaft Gera zugehörig. Das Rittergut war zwischen 1567 und 1679 in ein oberes und ein unteres Gut getrennt. Es besaß bis 1855 die Erbgerichtsbarkeit außer über Zeulsdorf auch über Weißig, vier Häuser in Dürrenebersdorf und ein Haus in Hundhaupten. Daneben übte es das Patronatsrecht über die Kirche in Dürrenebersdorf aus. 1827 umfasste der Ort neben dem Rittergut 16 Häuser mit 93 Einwohnern. Ein in Zeulsdorf ansässiger Kammer-Kommissionsrat und vormaliger Gymnasialprofessor für Mathematik war 1811 Bewahrer der Geraer Eichmaße und -gewichte. Zuständiger Pfarr- und Schulort war Dürrenebersdorf, wo bis in das 19. Jahrhundert auch die Verstorbenen beerdigt wurden. Im Jahre 1950 wurde Zeulsdorf zu Gera eingemeindet. In die Aufstellung des Bebauungsplanes für das Großwohngebiet Lusan ab Beginn der 1970er Jahre wurde auch die Zeulsdorfer Flur für den Planabschnitte 7 und 8 mit einbezogen; am 18. Dezember 1986 wurde die Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 zum Endhaltepunkt Zeulsdorf in Betrieb genommen.
1419 Die Hussitenkriege wüteten in Europa
ie Kriege verwüsteten in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts nicht nur Böhmen und Mähren, sonder griff auch auf Thüringen und andere Nachbarländer über. Auch in Gera wuchs die Angst vor Zerstörung und Tod. Die Kriege sollten bis 1434 andauern.
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16.06.1426 Die Schlacht bei Aussig
ie Schlacht bei Aussig, an der auch Heinrich VIII. von Gera und Heinrich VII. Reuß von Plauen ums Leben kamen, war eine bedeutende Schlacht während der Hussitenkriege im Königreich Böhmen. Sie fand zwischen einem sächsisch-thüringischen Heer und den Hussiten am 16. Juni 1426 statt. Die ersten Einheiten der Hussiten trafen am 26. Mai 1426 vor Aussig ein. In den darauffolgenden Wochen wurde die damals zur Mark Meißen gehörige Stadt belagert und von der Außenwelt abgeschlossen. Zwar gab es auf der Seite der Hussiten keinen Oberbefehlshaber, man geht jedoch davon aus, dass die Gruppen ein Ältestenrat koordinierte, dem auch der Taborit Andreas Prokop zugehörte. Die Stadt wurde täglich beschossen, die Bevölkerung leistete jedoch erbitterten Widerstand, da sie auf Entsatz hoffte, der schließlich, organisiert von Markgräfin Katharina aus Truppen der Meißener, Sachsen, Thüringer und Oberlausitzer am 11. Juni 1426 Richtung Böhmen marschierte. Das angeblich 36.000 Mann starke Entsatzheer teilte sich in mehrere Gruppen auf. Die eine kam über den Janauer Weg bei Brüx, die zweite überschritt die Grenze bei Ossegg, der dritte Strom kam über Graupen und Teplitz. Am frühen Abend des 15. Juni 1426 kam die sächsische Armee ausgehungert und übermüdet bei Karbitz an, wo sie auf vorgezogene Posten der Hussiten trafen. Diese postierten sich auf der Anhöhe „Na Běhání“ etwa zehn Kilometer vor Aussig, auf der sie eine Wagenburg aufbauten. Der Proviantmangel zwang den Meißner Befehlshaber zu einem sofortigen Angriff bereits am nächsten Tag, einen Sonntag.
Zusatzinformationen
1427 Das Urkundenbuch der Vögte
as Material der Vogt-Familien bis zum Jahr 1427 wurde von Dr. Berthold Schmidt in seinen beiden Bänden "Urkundenbuch der Vögte von Weida, Gera und Plauen, sowie ihrer Hausklöster Mildenfurth, Cronschwitz und Kreuz bei Saalburg" erfasst. Der erste Band betraf die Jahre von 1122-1356, der zweite Band die Jahre von 1357-1427 und der dritte Band erfasste die Zeit bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts). Dr. Otto Dobenecker berichtigte seinerzeit die Zusätze zu den Bänden und kommentierte diese Urkundenedition.
1430 Die "Statuta thaberna"
m das Jahr 1430 entstand das erste und damit älteste geschriebene Thüringer Gastrecht und das älteste Thüringer Reinheitsgebot für die Bierbrauer. Im sogenannten "Stat Buch" war das verzeichnet. Auch die Geraer Brauer und Schankwirte, welche alle einen Höhler unter dem Haus haben mussten, denn dieser ermöglichte erst das Erlangen des Schankrechtes, mussten sich an die neuen Maßgaben halten.
Zusatzinformationen
1437 Zweihundert Jahre Gera als Stadt
n diesem Jahr hatte Gera schon 200 Jahre das Stadtrecht. Vor 200 Jahren waren der Stadt die sogenannten "Regalien" vergeben wurden. Man feierte das Markt- , Zoll und Münzrecht und die eigene freie Gerichtsbarkeit.
1445 Der sächsische Bruderkrieg in Gera
n diesem Jahr begann der sogenannte Sächsische Bruderkrieg (1445 - 1451), der für die Stadt und Herrschaft Gera überaus verhängnisvoll werden sollte. Heinrich der Jüngere von Gera, war „heimlicher Rat“ des Kurfürsten Friedrich von Sachsen, den er 1447 bei einer Vergleichsverhandlung gegen den Vertreter des Herzogs Wilhelm von Sachsen erfolg­reich vertrat. In die anschließenden kriegerischen Verwicklungen wurden zuletzt auch die beiden Wettiner gerissen. Nach einem kurfürstlichen Einfall in Thüringen wurde durch Herzog Wilhelm das Gebiet des Heinrich von Gera, der Wilhelm lehnspflichtig war, verheert.
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1446 Als der Bruderkrieg begann
n diesem Jahr begann der sogenannte Sächsische Bruderkrieg (1445 - 1451), der für die Stadt und Herrschaft Gera überaus verhängnisvoll werden sollte. Heinrich der Jüngere von Gera, war „heimlicher Rat“ des Kurfürsten Friedrich von Sachsen, den er 1447 bei einer Vergleichsverhandlung gegen den Vertreter des Herzogs Wilhelm von Sachsen erfolgreich vertrat. In die anschließenden kriegerischen Verwicklungen wurden zuletzt auch die beiden Wettiner gerissen.
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1447 Die wichtigste Erfindung des Jahrhunderts
ie Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern (Buchstaben) revolutionierte die Kommunikation dieser Zeit und der Zukunft entscheidend. Bücher waren auch in Gera noch eine Besonderheit und die Verbreitung der Bücher war für die Verbreitung des allgemeinen Wissens nötig. Nicht nur die Bibel, die man anfangs druckte, sondern auch wissenschaftliche Publikationen fanden einen großen Absatzmarkt. Die Anzahl der Bücher, die sich in den nächsten Jahren in Gera sammelte, war ungleich höher als in allen Jahren zuvor.
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1450 Hans von Söllmnitz
ine Sage berichtet, dass der Ritter Hans von Söllmnitz während der Belagerung der Stadt Gera den Osterstein erfolgreich gegen die Heere des Herzogs Wilhelm des Stolzen von Thüringen und Georg Podiebrad von Böhmen verteidigt habe. Nach der vollständigen Zerstörung Geras im sächsischen Bruderkrieg am 18. Oktober 1450 verlegen die Herren von Gera die Residenz vom Stadtschloß auf den Osterstein.
15.10.1450 Die Eroberung Geras
m sächsischen Bruderkrieg (1445-1451), zwischen Kurfürst Friedrich und Herzog Wilhelm von Sachsen, wird die Stadt Gera erobert und zu großen Teilen vernichtet. Nachdem die feindlichen Heere bereits im Juli 1450 nahe der Stadt lagerten, gelang es Herzog Wilhelm durch Hinzuziehung böhmischer Hilfstruppen, den mit dem Kurfürsten verbündeten Herren von Gera entscheidend zu schlagen. Neben der niedergebrannten Stadt und den geschleiften Stadtmauern berichten zeitgenössige Quellen unter anderem von 300 erschlagenen Verteidigern, 720 Gefangenen und 350 erbeuteten Pferden. Die oft genannte Zahl von 5000 Toten ist angesichts der Größe der Bevölkerungszahl mit Sicherheit weit übertrieben.
1460 Zur Geschichte von Frankenthal
rankenthal ist es von seiner Anlage her ein Straßendorf deutscher Gründung mit einem Rittergut, das als Ursprung des Ortes betrachtet werden kann. Erste urkundliche Erwähnungen stammen von 1460 bzw. 1517. Das nicht sehr große Gut besaß nur über einen Teil von Frankenthal die Erbgerichtsbarkeit. 1637 fiel es an die Landesherrschaft Reuß, das Patronatsrecht ging im Wechsel an die jeweiligen Rittergutsbesitzer von Töppeln und Scheubengrobsdorf. 1827 zählt der Ort ein Rittergut, 48 Häuser und 265 Einwohner. Frankenthal war Pfarrort auch für Ernsee, Scheubengrobsdorf, Windischenbernsdorf und Töppeln.1864 umfasste die reußisch-evangelische Parochie Frankenthal Ernsee, Töppeln, Scheubengrobsdorf und Windischenbernsdorf sowie die Filialkirche Mühlsdorf. Im August 1981 kam es nach schweren Niederschlägen zu einem verheerenden Hochwasser.
1466 Die Geschichte von Berga / Elster
m Jahr 1466 ging Berga als Teil des Vogtlandes an den Wettiner Ernst und somit mit der Leipziger Teilung 1485 an die Ernestiner über. Durch die Grumbachschen Händel erfolgte 1567 der Wechsel zu den Albertinern, die es 1816 als Teil des Neustädtischer Kreises an das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach abgeben mussten. Bei einem letzten Großfeuer 1842 brannte die Stadt vollständig ab. 1875 kam der Anschluss an das Eisenbahnnetz über die Bahnstrecke Gera Süd-Weischlitz zustande. 1921 wurde während der Inflationszeit auch in Berga eigenes Notgeld herausgegeben. Die Motive berichten von historischen Sagen rund um Berga.
1467 Da meldete sich der Papst zu Wort
m sächsischen Bruderkrieg von 1450 war unter anderem das Hospital am Badertor zerstört und von Heinrich Kudorf erneuert worden. Franz Kudorf und Johann Waltheym vollendeten die Bau. Johann Waltheym spendete 800 Gulden für das Hospital, welche beim Geraer Stadtrat deponiert worden war. Die Ertragszinsen in Höhe von 50 Schock alter Groschen (1 Schock = 5 Duzend = 60 Stück) kamen seit 1467 dem Hospital zu. Die Nachkommen gerieten über die Zuwendung in Streit und wollten das Geld für sich haben. Das beschäftigte nicht nur Gerichte, sondern auch der Papst, Paul II. ( bürgerlich Pietro Barbo 1417-1471, Papst ab 1464) mischte sich ein, und drohte der Stadt mit dem Kirchenbann. Damit ging das Geld wieder an das Hospital.
1473 Die neuen Rittergutbesitzer von Liebschwitz
b der Mitte des 15. Jahrhunderts waren die Mitglieder der Familie von Ende als Besitzer des Rittergutes in Liebschwitz nachweisbar. In diesem Jahr setzte Erfort von Ende seiner Gemahlin die Hälfte vom Schloss, Dorf und die Mühle zu Liebschwitz, dazu Ober- und Untergerichte, sowie die Hälfte von allen Vorwerken, Dörfern, Zinsen und Zugehörungen als Leibgedinge aus. Diese Tatsache war es, die auf ein Rittergut schließen ließ. In einer Urkunde hieß es " ... setzt Erfort von Ende seiner Ehefrau Elisabeth als Leibgedinge aus, die Hälfte vom Schloß, Dorf und Mühle Lüschwitz... "
1484 Die erste Schmöllner Verwaltung
em zu Anfang des 15. Jahrhunderts bezeugten Rat in Schmölln wurden 1484 die Nieder- und Obergerichte überlassen, seit 1698 übte ein herzoglicher Schultheiß die volle Stadtverwaltung aus.
1485 Die Geleitannahmestelle in Hermsdorf
n einem Bericht des Voigt Münch zu Würghausen wurde die Geleiteinnahmestelle Hermsdorf erwähnt, der die Geleite in Mörsdorf, Lausnitz und Weißenborn unterstellt waren.
1487 Lindenkreuz erwähnt
er kleine Ort Lindenkreuz bei Gera wurde erstmals im Jahr 1487 in einer Urkunde niedergelegt und schriftlich erwähnt. Lindenkreuz war ein großherzogliches Dorf im Amtsgerichtsbezirk Weida. Zu Zeiten der DDR gehörte es mit zum Bezirk Gera.
1487 Zur Geraer Rechtspflege
rst im Jahre 1306 gelangten die Vögte und Herren von Gera in den Besitz des quedlinburgischen Schultheißamtes, welches sie dann wohl in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts an die Bürgerschaft veräußerten. Das städtische Schöffengericht - als Nieder- oder Erbgerichtsbarkeit - bildete nach dem Geraer Stadtrecht von 1487 der mittlere Ratsmittel als "sitzender Rat", was einen turnusmäßigen Wechsel in 3-Jahres-Folge bedeutete. Das städtische Gericht befand sich damals im Rathaus, vorgeladen wurde mit der Glocke. Der Rat, der Stadtschreiber sowie einige niedere Chargen, wie Flurväter/Flurschützen und Stadtknechte. Die Stadt selbst erlangte im 16. Jahrhundert des Status einer landesherrlichen Stadt, galt als "kanzleischriftsässig" und hatte als Körperschaft ihren Gerichtsstand am reußischen Hofgericht. (Der Autor dieses Artikels, Udo Hagner, ist Rechtspfleger im Grundbuchamt des Amtsgerichts Gera. Der Aufsatz ist dem Jahrbuch des Museums Reichenfels-Hohenleuben (Heft 43) entnommen.)
1487 Zur Geschichte von Lindenkreuz
indenkreuz ist eine Gemeinde im Landkreis Greiz in Thüringen. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Münchenbernsdorf. Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Lindenkreuz, Rothenbach und Waltersdorf. Lindenkreuz, erstmals 1487 in einer Urkunde erwähnt, war ein großherzogliches Dorf im Amtsgerichtsbezirk Weida. Rothenbach, ein Vorwerk des Rittergutes Münchenbernsdorf, erscheint erstmals in einer Urkunde von 1483. Waltersdorf, im Saarbachtal gelegen, findet in einer Urkunde von 1288 Erwähnung. 1744 wurde die Kirche erbaut. Die drei Gemeinden schlossen sich 1950 zusammen, der Anschluss an den Gemeindeverband Münchenbernsdorf erfolgte im Jahr 1972.
07.08.1495 Ewiger Reichslandfrieden
ieser Reichslandfrieden untersagte allen im Deutschen Reich lebenden Menschen, also auch der Geraer Bevölkerung, die Fehde und verpflichtete sie auch, ihr Recht, wenn sie es denn hätten, auf friedlichem Wege zu suchen. Das Reichskammergericht wurde die obere Reichsinstanz und die erste Zentralbehörde.
1500 Die unbebaute Innenstadt
as was später die Geraer Innenstadt wurde war im 14. und 15. Jahrhundert noch unbebaut und bildete zu dieser Zeit den "Anger". Das war der Weideplatz für das Stadtvieh zwischen dem Badertor und der Trinitatiskirche am Gottesacker. Das Gebiet zwischen der Ostseite des späteren Roßplatzes und dem Mühlgraben wurde dann als Limmer´scher oder Schlick´scher Garten bezeichnet. Die dafür bis ins 19. Jahrhundert bestehende eigene Gerichtsbarkeit und die Befreiung von städtischen Abgaben lassen vermuten, das dort der quedlinburgische Klosterhof aus den Anfängen der Stadtentwicklung zu suchen ist.
1502 Markt und Richtstätte in Langenberg
er Markt war der wirtschaftliche Mittelpunkt des alten Burgortes und früher auch Gerichtsstätte. Als Langenberg in diesem Jahr sein Landgericht verlor, beließ man dem Ort ein Rügegericht und den mit ihm verbundenen Frontanz. Die viele Hundert Jahre alte Gerichtslinde auf dem Langenberger Markt wurde 1838 durch einen Sturm umgebrochen und später ersetzt. (Beim Frontanz, meist zu Pfingsten, tanzten Tanzpflichtige, es wurden Verordnungen erlassen, Bürger aufgenommen und auch Ortssatzungen vorgelesen.)
1505 Langenberg verlor seine Rechte
urch den Erwerb der "Pflege" Langenberg durch Heinrich dem Älteren von Gera verlor man dort seine Selbstständigkeit, die Rechte und den eigenen Gerichtsbezirk. Dafür gab es im Ausgleich städtische Privilegien wie freie Schankwirtschaft und freies Baurecht.
12.06.1514 Die Richter in Gera
n diesem Tag beriefen die Herren zu Gera, die Gebrüder zu Gera, folgende Personen zum Geraer Landgericht ein. Es waren die Herren Hans Schmidt, Stichler, Jakob Viten, Rudolf und Simon Kandelgießer und die Geschworenen des Rates zu Gera.
1517 Frankenthal wieder erwähnt
rste urkundliche Erwähnungen stammen aus den Jahren 1460 bzw. 1517. Das nicht sehr große Gut besaß nur über einen Teil von Frankenthal die Erbgerichtsbarkeit. 1637 fiel es an die Landesherrschaft Reuß, das Patronatsrecht ging im Wechsel an die jeweiligen Rittergutsbesitzer von Töppeln und Scheubengrobsdorf. 1827 zählt der Ort ein Rittergut, 48 Häuser und 265 Einwohner. Frankenthal war Pfarrort auch für Ernsee, Scheubengrobsdorf, Windischenbernsdorf und Töppeln.1864 umfasste die reußisch-evangelische Parochie Frankenthal Ernsee, Töppeln, Scheubengrobsdorf und Windischenbernsdorf sowie die Filialkirche Mühlsdorf. Im August 1981 kam es nach schweren Niederschlägen zu einem verheerenden Hochwasser.
31.10.1517 Reformation
ie Reformation in Europa

Der Thesenanschlag vom 31. Oktober 1517. Durch Martin Luther in Wittenberg wird die Reformation in Europa zum Aufruf gegen die Dogmen des Papstes Leo X (Giovanni dè Medici) in Rom. Die Ächtung der päpstlichen Ablassbriefe (Petersbriefe) zwingt die Menschen zum Umdenken und löst eine, nicht einmal von Martin Luther, beabsichtigte Protestwelle aus und spaltet nachhaltig die christliche Kirche. 

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31.10.1517 Am Katholizismus wurde festgehalten
m 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen in Wittenberg. Heinrich der Ältere, Herr von Gera, wollte jedoch katholisch bleiben. Erst 1533 kam es zur Durchführung der "evangelischen Visitation" in Gera. Nach dem folgenden Wechsel der geistlichen Gerichtsbarkeit, einer personellen sowie wirtschaftlichen und sozialen Neuordnung der Pfarreien erlosch innerhalb weniger Jahre jegliches katholisches Glaubensleben in der Stadt. Gera wurde über mehrere Jahrhunderte zu einer fast ausschließlich protestantischen Stadt.
1521 Reformation und Bauernkrieg
ährend der Reformation spielte Thüringen eine bedeutende Rolle. In Gera wurde die lutherische Reformation erst im Jahr 1533 eingeführt. Martin Luther hielt sich 1521 bis 1522 auf der Wartburg versteckt und übersetzte dort das Neue Testament ins Deutsche. Im Jahr 1525 war Thüringen neben Südwestdeutschland ein Zentrum des Deutschen Bauernkrieges. Bei Bad Frankenhausen kam es am 15. Mai 1525 zu einer der bedeutendsten Schlachten; wenige Tage später wurde Thomas Müntzer in Mühlhausen gefangen genommen und hingerichtet.
1522 Gerichtsbarkeit in Nauendorf
ie Gerichtsbarkeit eines Ortes war entweder mit der Gründungsurkunde zur Stadt gegeben, oder ein Lehnsherr hatte sie unter seiner Verfügung. Seit 1390 war für den Ort Nauendorf ein Herr von Nauendorf nachweisbar. Da der Ort nie die Stadt-Regalien erhalten hatte, ist anzunehmen, das dieser Herr die Gerichtsbarkeit auch inne hatte.
1524 Bauernaufstände
m Zuge einer Agrarkrise kam es zu einer extremen Verschlechterung der bäuerlichen Lebensumstände. Wo noch 200 Jahre zuvor die Grundherren auf die Dienste der Bauern angewiesen waren und sie auf ihrem Grund und Boden halten wollten, änderte sich die Situation nun völlig. Aus diesem Grund kam es in den Jahren 1524 und 1525 zu den Bauernaufständen.
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16.06.1526 Eine Appellationssache in Gera
n diesem Tag entschieden in Gera die Bürgermeister Hans Weymar und Markus Grevental in einer Appellationssache. (Appellation, (lat.) meint eine Berufung, ein Rechtsmittel, durch welches die nochmalige Prüfung und Entscheidung einer Rechtssache herbeigeführt werden soll. Daher entscheidet ein Appellationsrichter, der Oberrichter, welcher in zweiter Instanz (in appellatorio) zu entscheiden hat, wie denn in verschiedenen deutschen Staaten die zweitintanzlichen Gerichte die Bezeichnung Appellationsgericht und die drittinstanzlichen den Namen Oberappellationsgericht bis zum Inkrafttreten der neuen deutschen Justizgesetze führten. In übertragener Bedeutung spricht man von der Appellation als von der Berufung an eine höhere und bessere Stelle und an ein sachverständigeres Urteil.)
11.04.1532 Elisabeth von Weida in Gernrode verstorben
lisabeth von Weida, geboren um 1460 / 1461, war von 1504 bis 1532 Äbtissin des freien weltlichen Stiftes Gernrode und Frose. Sie galt als eine der wichtigsten Äbtissinnen in der Spätzeit des Stiftes Gernrode. Unter ihrer Herrschaft wurde im Stift die evangelische Lehre eingeführt. Sie war also stark durch Martin Luther (1483-1546) beeinflusst. Dadurch wurde der Ort Gernrode nach Wittenberg eine der ersten evangelischen Stätten in Deutschland überhaupt. Ihrem Verhandlungsgeschick während der Bauernkriege war es zu verdanken, dass das Stift von Zerstörungen verschont blieb. Sie erwies sich als gute Verwalterin, sie schaffte es, die bei ihrem Amtsantritt desolaten Finanzen des Stiftes zu sanieren.
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25.07.1532 Das erste allgemeine Strafgesetz
er deutsche Kaiser Karl V., der letzte deutsche Kaiser welcher (am 24.02.1530) durch einen Papst (Clemens VII.) gekrönt wurde, erhob an diesem Tag die "Constitutio Criminalis Carolina", die sogenannte "Peinliche Halsgerichtsordnung" der Karolinger Dynastie, zum Reichsgesetz. Dieses große Gesetzeswerk war das erste allgemein gültige deutsche Strafgesetz mit Strafgerichtsordnung. und galt auch in Gera als verbindlich für die Rechtssprechung.
1533 Das erste Gorlitzsch
orlitzsch hieß in diesem Jahr noch "Kurlitzsch" und ab 1535 dann Gorlitz. Der slawische Name wurde später als "Gorelica", was Brandrodung bedeutet abgeleitet. Das slawische "goreti" wurde mit "brennen" übersetzt. Das Dörfchen war seit jeher nach Unterröppisch gepfarrt und nach Sirbis geschult. Beide Orte gehörten zu dieser Zeit zum Großherzogtum Sachsen-Weimar. Ein Bach zwischen Gorlitzsch und Schaftpreskeln bildete die Grenze zwischen dem Fürstentum Reuß und dem Großherzogtum Sachsen-Weimar. In dem Ort befand sich mit großer Wahrscheinlichkeit ein Rittergut, wohl das zu Pforten gehörte, weil Gorlitzsch unter der Pfortener Gerichtsbarkeit stand.
1533 Wüstfalke bei Gera
er Ort ist im südöstlichsten Zipfel der Stadt Gera nahe der Bundesstraße 92 in Richtung Weida gelegen. Die Ortslage Wüstfalke liegt in Südhanglage über dem rechten Ufer eines Quellbachs im Amselgrund und ist in dem benachbarten Kleinfalke aufgegangen. Erst seit 1533 ist der Ort zweifelsfrei bestehend und im Jahr 1827 zählte der Ort 20 Häuser und 80 Einwohner. Wüstfalke unterstand der Ober- und Erbgerichtsbarkeit des Rittergutes Kleinfalke, ab 1863 im Besitz der Familie Bruhm befindlich, wird ab 1863 von hier aus auch das ebenfalls der Familie Bruhm gehörende Gut Kleinfalke mitverwaltet.
1533 Zur Geschichte von Ernsee
in Peczolt von Irnse wird als Zeuge in einer Urkunde des Heinrich Reuß zu Plauen genannt. 1533 wird der Ort als Irnsehe erwähnt; die Bedeutung des Namens ist unklar. Ferdinand Hahn hält eine an dieser Stelle befindliche vorchristliche Verehrungsstätte für die Göttin Herth oder Isis als namensgebend möglich. Am Westhang des Lessengraben nördlich von Ernsee ist noch der Turmhügel einer verschwundenen Burg auszumachen, eine sogenannte Wüstung. Eine frühere Verbindung zur Kirche der heutigen Wüstung Pottendorf (nordwestlich von Ernsee) ist nicht auszuschließen, lässt sich aber urkundlich nicht belegen. Die Entstehung des Ortes ist mit großer Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit Schloss Osterstein zu sehen, das über mehrere Jahrhunderte nachweisbare Kammergut Ernsee diente der Versorgung des Schlosses, insbesondere der Schafzucht. 1827 umfasst der Ort ein herrschaftliches Vorwerk, eine Schäferei, eine Försterei, 15 Häuser und 85 Einwohner. Ernsee pfarrte, begrub und schulte traditionell nach Frankenthal - wobei der Schulort des Kirchspiels Frankenthal etwa ab 1600 Scheubengrobsdorf war, hier wurden die Kinder aus dem Kirchspiel, d.h. auch aus Ernsee sowie Scheubengrobsdorf, Windischenbernsdorf und Töppeln unterrichtet. Im 19. Jahrhundert bekamen diese Orte nach und nach eigene Schulen, Ernsee schulte nach Untermhaus. Aufgrund der guten Lage wurde um 1900 in Ernsee eine Lungenheilstätte errichtet; 1927/28 vollständig saniert, existierte sie bis 1997. Am 1. Oktober 1922 wurde Ernsee im Zuge des neuen Thüringer Kreiseinteilungsgesetzes - im seit 1920 bestehenden Land Thüringen wurden 1922 die Kreise gebildet, wie sie bis 1952 Bestand hatten; dabei erhielt Gera Kreisfreiheit - in die Stadt Gera eingemeindet. Um 1930 entstand nordöstlich des Ortes an der Straße nach Untermhaus die Siedlung Hammelburg. 1943 musste die an der Wegekreuzung Ernsee-Töppeln-Rubitz stehende "Diebseiche" gefällt werden, ihr Alter wurde auf 550 bis 560 Jahre geschätzt. Ihren Namen verdankte sie dem Umstand, dass sie über die Jahrhunderte Treff- und Sammelpunkt marodierender Räuberbanden war. 1947 wurde in einem ehemaligen Gasthof ein Kindererholungsheim eingerichtet; heute befindet sich in diesem Komplex das Kinder- und Jugendheim der Stadt Gera.
1533 Zur Geschichte von Tinz
m Jahre 1168 tauchen ein Luf und ein Heinrich von "Thinz" als Zeugen in einer Urkunde des Naumburger Bischofs Udo II. auf. Der Ort selbst wurde erstmals 1290 als allodium Tyncz erwähnt. Bis zur Einführung der Reformation im Jahr 1533 war der Pfarrer der Tinzer Kirche St. Margareten zugleich Schlosskaplan auf dem Schloss Osterstein. In einer Visitation der lutherischen Superindentur von 1534 ging man mit dem Pfarrer hart ins Gericht, da er mal lutherisch, mal päpstlich predigte und er wurde "als nichtsnutziger Bube" abgeschafft, die Kirchgemeinde Tinz fortan von der Hauptkirche in Gera betreut. Im Jahre 1748 ließ Heinrich XXV. Reuß-Gera an der Stelle eines alten Herrenhauses das Wasserschloss Tinz errichten. Schloss und Gut Tinz waren Schlossgüter und unterstanden unmittelbar dem Haus Reuß. 1810 vernichtete ein verheerender Brand acht Häuser und die Schule, im Jahr darauf wurden zwei weitere Anwesen ein Raub der Flammen. Im Jahre 1885 stieß man unterhalb von Tinz rechts der Elster bei der Zusammenlegung von versumpften Teichen in einem Quellgebiet auf einen wichtigen archäologischen Fundplatz. Bei den Erdarbeiten wurde eine Vielzahl von Knochen und überwiegend slawische Keramik geborgen. Die älteste Keramik scheint aus der Jungsteinzeit zu sein. Zum 1. Januar 1919 wurde Tinz in die Stadt Gera eingemeindet. Es war bis Mitte des 20. Jahrhunderts ein beliebter Ausflugsort.
14.09.1533 Reformationen
it der Visitation der Kirchen und Schulen in der Herrschaft Gera wurde die Reformation eingeführt. Auf Grund der Vielzahl der festgestellten Missstände erfolgte bereits am 07.02.1534 eine zweite Visitation. Neben der Untersuchung des Lebenswandels der Geistlichen und der äußeren Form des Gottesdienstes kam es mit der Einrichtung des Gemeinen Gotteskastens auch zu einer Neuordnung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Pfarreien. Die geistliche Gerichtsbarkeit des Bistums Naumburg wurde aufgehoben und der Magister Georg Voigt wurde erster Superintendent von Gera.
(Die Reformationsbewegung geht auf Martin Luther zurück, der mit seinem Protest gegen die Ablassbriefe von Pabst Leo X am 31.10.1517 die Reformation einleitete in dem er 95 Thesen gegen die Kirche verfasste.)
1534 Katholisch oder Evangelisch war hier die Frage
is zur Einführung der lutherischen Reformation vom 31.10.1517 im Jahr 1533 war der Pfarrer der Tinzer Kirche Sankt Margareten in Personalunion auch der Schlosskaplan von Schloss Osterstein und damit geistlicher Beistand derer zu Reuß. In einer sogenannten Visitation der lutherischen Superintentur von 1534 ging man mit dem recht ökumenischen Pfarrer wohl sehr hart ins Gericht. Mna warf ihm vor Mal lutherisch und unpäpstlich und Mal katholisch und damit päpstlich zu predigen. Daher schaffte man den als "nichtsnutzigen Buben" gebrandmarkten geistlichen ab und die Hauptkirche in Gera betreute fortan die Kirchengemeinde in Tinz.
07.02.1534 Die zweite Visitation
s waren die vielen Mängel, die man feststellte, die zu der zweiten Visitation nach dem September 1533, stattfand. Nun wurde die geistliche Gerichtsbarkeit des Bistums Naumburg aufgehoben und der Magister Georg Voigt wurde der erste Superintendent der Stadt Gera.
1537 Dreihundert Jahre Gera als Stadt
era feierte in diesem Jahr den 300sten Jahrestag seiner Gründung, seiner eigenen Gerichtsbarkeit, seines Marktrechtes, seines Münzrechts und seiner eigenen Zollbestimmungen. Seit 300 Jahren war Gera an der Weißen Elster eine eigenständige Stadt im Deutschen Reich.
1546 Aus der Geschichte von Crimla
m Jahr 1546 finden sich in Urkunden sechs Hausbesitzer. 1551 kommt Crimla an das Pfarramt Sirbis. Zuvor war es der Kirche Veitsberg unterstellt. Im Jahr1576 verleiht das Amt Weida dem Rittergut Crimla die niedere Gerichtsbarkeit. Am 25. Juni 1605 kommt es zur Rückgabe der Gerichtsbarkeit vom Amt Weida als Obererbgericht. Im Jahr 1797 fordert eine Ruhrepidemie viele Tote. Vom 26. Juli bis zum 15. Oktober 1797 verstarben insgesamt 14 Einwohner von Crimla an der Krankheit. Am 11. Oktober 1806 ziehen französische Militärs durch Crimla. Am 1. Februar 1826 wird der Gemeindezwangsdienst in Crimla aufgehoben. Am 17. März 1849 tritt die Verordnung über die Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit im Lande in Kraft, woraufhin das Gericht in Crimla aufgehoben wird. Am 23. März 1849 wird der Frondienst in Crimla aufgehoben. Im Jahr 1866 werden in Crimla preußische Truppen einquartiert, die sich auf dem Weg in den Krieg gegen Österreich auf dem Durchmarsch befinden. Im Jahr 1912 wird in Crimla ein öffentliches Wassernetz gebaut. 1921 wird Crimla an das elektrische Netz angeschlossen. Bis 1995 war Crimla Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Harth.
09.11.1546 Die Reichsacht für Heinrich den Jüngeren
n diesem Tag erklärte König Ferdinand von Böhmen (10.03.1503-25.07.1564 entstammte dem Geschlecht der Habsburger und war von 1558-1564 Kaiser des HRR - Heiliges Römisches Reich.) Heinrich dem Jüngeren von Gera in die Reichsacht. (Die Reichsacht von ahta-Verfolgung, war eine im Mittelalter vom König bzw. vom Kaiser unter Mitwirkung der Reichsgerichte und der Kurfürsten verhängte "Ächtung", eine Fried- und Rechtloserklärung, vor allem bei Ladungs- oder Urteilsungehorsam, die sich auf das gesamte Gebiet des HRR Deutscher Nation erstreckte.) Heinrich ergab sich auf Gnade und Ungnade dem Führer des böhmischen Heeres Sebastian von der Weitmühl (tschechisch: Sebastián Krabice z Veitmile um 1490-1549) und erhielt die Zusicherung, dass ihm deshalb alle Geraer Lehen und Güter belassen werden sollten.
1550 Erwähnung des ersten Landgerichtes
enauer war es nicht zu erfahren, aber im 16. Jahrhundert kam in Gera zum ersten Mal der Begriff "Landgericht Gera" auf. 
06.1551 Der Landtag in Schleiz
urggraf Heinrich der IV., die rechte Hand von König Ferdinand von Böhmen, rief seine Stadthalter zu einem Landtag nach Schleiz. Dort verabschiedete man Gesetze. Wie:
  • die Gerichtsordnung
  • die Polizeiordnung
  • die Reichspfennigordnung (Türkensteuer)
  • die Tranksteuerordnung
  • die Bergordnung
  • die Kriegsaufgebotsordnung
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1562 Hohe Fronlasten in Thränitz
egen der all zu großen Fronlasten im 16. Jahrhundert wurde von den Bauern in Thränitz und Grobsdorf ein Gerichtsprozess angestrengt und beim Amt von Weida eingereicht und geführt. Mit der Errichtung des Vorwerks Zschippern hatten sich die Arbeitsbedingungen noch einmal wesentlich verschlechtert, da der Frondienst noch härter geworden war. Man hatte die Bauern mit vielen Zwangsmitteln zum Fron getrieben. Leider erhielten die Bauern auch von der in Weimar ansässigen Regierung kein Recht und einige von ihnen wurden in Zuchthäuser gesperrt. Ganz erfolglos waren die Anstrengungen aber dann doch nicht, zwar wurden die strittigen Frondienste nicht abgeschafft, aber zumindest etwas gemildert.
1564 Die Richtstätte von Töppeln
ls Richtstätte diente ein nahe gelegener Berg, der aus diesem Grund den Namen Galgenberg erhielt. Hier wurde 1564 ein Verurteilter hingerichtet. 1618 wurde ein 16 Martin Stöckigt aus Lederhose durch den Strang hingerichtet. Diese Hinrichtung ist allerdings in Frage gestellt, da dieselbe im Jahre 1745 nochmals erwähnt wurde. Auffallend für diese Zeit, in der auch so genannte Sühnegerichte abgehalten wurden, sind die Sühnekreuze. Ein solches befindet sich in Mühlsdorf, am östlichen Dorfrand, welcher im Volksmund auch als Pferdekopf bezeichnet wird.
1567 Der Pfarrer von Thieschitz berichtete
n diesem Frühjahr (zwischen dem 1. März und dem 4. April) berichtete der Pfarrer von Thieschitz, dass in der Fastenzeit, meist am Sonntag Lätare (Dieser Sonntag steht in der Mitte der Fastenzeit und wurde auch Rosensonntag genannt.) von Jung und Alt der Tod von Dorf zu Dorf ausgetrieben wurde. Dieser Brauch symbolisierte den Sieg des Sommers über den Winter. Dabei setzten die Menschen einer jungen Braut des Dorfes eine junge Birke (Mayen genannt) vor die Tür und stellten den Baum danach als Wahrzeichen für den vertriebene Winter mitten im Dorf auf.
1573 Gerichtsbarkeit in Gera
m Archiv des Geraer Amtsgerichtes befanden sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Handelsbücher der umliegenden Ortschaften. Alle offiziellen Verkäufe, Erträge und Erbschaftsangelegenheiten, sowie Streitsachen wurden vor den Ortsgerichten erledigt. Auch in Zwötzen wurde Gericht gehalten, meist auf einem der Gutshöfe oder auch mal auf einem Bauernhof. Über alle Verhandlungen wurden Protokolle verfasst und im Handelsbuch eingetragen. Das Titelblatt des ältesten erhalten gebliebenen Schriftstücks lautete. "Lehens- und Handelsbuch der Gestrengen, Edlen und Erenvesten Gerhardten von Lischwitz zu Zwötzen und durch seinen Gestrengen verwaltern, der Zeit Heinrichen Webern. Angefangen Mittwoch nach Laurentin nach Christy unseres lieben Herrn und Seligmachers Geburt 1573". Diesem Buch waren Akten vorgesetzt, die bis zum Jahre 1562 zurückreichten.
1574 Ein Gasthof in Nauendorf
eit dem sogenannten "Gilgamesh-Epos", 2500 vor Christus, sprach man von Gasthäusern, welche anfänglich noch kostenfrei zur Verfügung standen. Das war schon im Mittelalter nicht mehr so und es wurde ein gut laufendes Gewerbe. In diesem Jahr wurde nun erstmalig von einem Gasthaus in Nauendorf bei Gera berichtet.
1574 Das Thränitzer Gotteshaus
us diesem Jahr liegt ein Bericht an den Superintendenten von Weida vor, in welchem über das Inventar und den Zustand des Thränitzer Gotteshaus berichtet wurde. Die Weidaer Verantwortlichen hatten wohl einige Dinge zu bemängeln, sodass es zu den schriftlichen Aufzeichnungen kam. Auf den guten Zustand der Gotteshäuser wurde sehr großer Wert gelegt, denn Gottesfurcht war oberstes Gebot für die Menschen, auch nach der lutherischen Reformation.
14.10.1575 Eine festliche Hinrichtung
u späteren Zeiten konnte man sich so etwas kaum noch vorstellen. Das man Feste im 16. Jahrhundert anders feierte und würdigte ist nicht unverständlich und brachte die Zeit mit sich, aber eine Hinrichtung als Volksbelustigung, sollte dann wohl in der Neuzeit nicht mehr zu städtischen Festlichkeiten gehören. Anlässlich der Einweihung des neuerrichteten Rathauses wurde nämlich im Oktober 1575 der Straßenräuber Nicol Voigtsberger aus Lobenstein auf dem Geraer Marktplatz hingerichtet. Eine Hinrichtung liesen sich die meisten Geraer nicht entgehen. Sie war auch nichts besonders und gehörte fast zum Alltag, obwohl natürlich nicht jeden Tag der Scharfrichter sein Schwert schwang. Aber ab und an waren Hinrichtungen so etwas wie eine Vorführung oder eine Darbietung. Eigentlich sollten sie abschrecken und die Menschen von Straftaten fernhalten.
1576 Gerichtsbarkeit in Crimla
er kleine Ort Crimla ist zwischen Weida und Gera zu finden und liegt auf einer Hochebene zwischen den Orten. 1546 wurden dort sechs Hausbesitzer urkundlich dokumentiert und 30 Jahre später verlieh das Amt in Weida dem Ort eine eigene Gerichtsbarkeit. (bis 1605)
14.10.1576 Rathauseinweihung
nter den Bürgermeistern Michael Stimmel, Johann Bieger und Johann Mandel wurde das in der Zeit von 1573-1575 neuerrichtete Rathaus eingeweiht. Die Pläne stammten vermutlich von dem Torgauer Baumeister Nikol Gromann (andere Angaben deuten auf Nikol Teiner aus Lobeda).
Anlässlich der Einweihung wurde der Straßenräuber Nicol Voigtsberger aus Lobenstein auf dem Marktplatz hingerichtet.
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18.10.1585 Heinrich Schütz geboren
einrich Schütz, in autographen Handschriften immer Henrich, latinisiert Henricus Sagittarius, geboren am 8. Oktoberjul./ 18. Oktober 1585greg. in Köstritz bei Gera und verstorben am 6. Novemberjul./ 16. November 1672greg. in Dresden, war ein deutscher Komponist des Frühbarock. Schütz war Zweitgeborener von acht Geschwistern. Er wurde im Goldenen Kranich, dem Gasthof seines Vaters, in Köstritz (Ostthüringen) geboren und dort am 9. Oktober 1585 in der Kirche St. Leonhard getauft. Als er fünf Jahre alt war, zog seine Familie nach Weißenfels, weil sein Vater dort einen anderen Gasthof übernahm. Hier verbrachte Heinrich Schütz seine Kindheit. 1599 wurde sein musikalisches Talent von Landgraf Moritz von Hessen-Kassel entdeckt, mit dessen Förderung er zum Sänger ausgebildet wurde, die Kasseler Hofschule, das Collegium Mauritianum besuchte und ab 1607 in Marburg Jura studieren konnte. Gleichzeitig erlernte er das Orgelspiel und die Komposition. Von 1609 bis 1612 trat Schütz dank eines Stipendiums des Landgrafen ein dreijähriges Studium in Venedig beim Markusorganisten Giovanni Gabrieli an, das er mit der 1611 veröffentlichten Madrigalsammlung Il Primo libro di Madrigali abschloss. Auf seinem Totenbett vermachte Gabrieli Schütz einen seiner Ringe. Gabrieli war der einzige, den Schütz zeitlebens als seinen Lehrer bezeichnete. Als er 1613 wieder nach Kassel zurückkehrte, wurde er von Landgraf Moritz zum zweiten Organisten berufen. Wenige Jahre später begab er sich in den Dienst des sächsischen Kurfürsten und übernahm die Leitung der in Deutschland führenden Dresdner Hofkapelle, zunächst neben dem kränklichen Kapellmeister Rogier Michael sowie dem als Kapellmeister „von Haus aus“ wirkenden Michael Praetorius. Erst nach Praetorius’ Tod war Schütz alleiniger Kapellmeister am sächsischen Hof. Diese Funktion hatte er bis zu seinem Lebensende inne. Sein Wechsel nach Dresden war schon ab 1614 Gegenstand diplomatischer Auseinandersetzungen zwischen dem Landgrafen und dem Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen, die erst 1619 endeten, als sich der Kurfürst endgültig durchsetzen konnte. Im selben Jahr veröffentlichte Schütz die Psalmen Davids, die er seinem Landesherrn widmete, und heiratete Magdalena Wildeck. Sie hatten zwei Töchter. Anna Justina starb bereits im Alter von 17 Jahren. Euphrosine Schütz wurde 1623 geboren und heiratete den späteren Leipziger Bürgermeister Christoph Pincker. Deren Tochter Gertraud Euphrosine hatte selbst keine Kinder. Als Kapellmeister hatte Schütz die Oberaufsicht über die Mitglieder der Hofkapelle, die aus Sängern und Instrumentalisten bestand. Mit ihr war er für alle Musik am Hofe zuständig: geistliche wie weltliche, zur Unterhaltung und zum Gottesdienst ebenso wie zur politischen Repräsentation. Leider sind seine dramatischen weltlichen Werke (Singspiele und Ballette), von denen in der Regel nur die Texte gedruckt wurden, verlorengegangen.

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1595 Tageslohn für harte Arbeit
n diesem Jahr ließ sich der Niederländer Nikolaus de Smit (1541-1623) in Gera nieder und etablierte mit Hilfe von Heinrich "Posthumus" Reuß jüngere Linie (1572-1635) die Zeugmacherei in Gera und verschafft der aufstrebenden Geraer Textilindustrie einen 250 Jahre währenden Aufschwung. Zeitgenössige Berichte formulierten: " ? wurden in Gera 893 gut gefärbte, 438 geringen graue Tücher gewalkt. Walkgeld für gutes Tuch 16 Pfennig, geringes Tuch 12 Pfennig" (1 Groschen). Der Tageslohn für die meist ungelernten Arbeiter betrug ein bis zwei Groschen.
1600 Das Färbehaus an der Kuttelhofbrücke
n der Kuttelhofbrücke hatte die Geraer Tuchmacherinnung um 1600 ein Färbehaus eingerichtet. Die Brücke befand sich an der Kaisergasse. Diese Gasse gehört zu den aufgehobenen Straßen und Gassen der Stadt und war neben der Färbergasse in der Innenstadt zwischen der späteren Florian-Geyer-Straße (ab 1892 die Harboustraße) und der Heinrichstraße zu finden. Zu dieser Zeit waren in Gera neben Nikolaus de Smit (1541-1623) noch andere Niederländer ansässig geworden, welche das Geraer Tuchmacherhandwerk über die Grenzen der Stadt hinaus, vor allem auf Messen in Leipzig und Naumburg, bekannt machten.
1604 Schaffung von Landesbehörden
it der Einrichtung einer Kanzlei (für Justiz-, Polizei- und Lehensangelegenheiten) und eines Konsistoriums (für Kirchen- und Schulangelegenheiten) wurden unter Heinrich Posthumus erstmals zentrale Landesbehörden geschaffen. Beide Behörden blieben in Gera im wesentlichen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts bestehen. Nachfolger waren das Appellationsgericht Gera (1848 bzw.1855) und das Ministerium Gera (1862). Die Schaffung dieser Zentralbehörden bildete unter anderem eine wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung des Landes.
1604 Geistliche und Weltliche Gerichte in Gera
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb zu den Geistlichen und Weltlichen Gerichtshöfen der Herrschaft Gera folgendes auf. "der unvergeßliche Posthumus, der so ganz Vater des Vaterlandes war, und seiner Unterthanen Glück so viel als möglich zu befördern suchte, hatte, damit die Regierungsgeschäfte einen besseren gang gehen möchten, zwey neue Dikasterien (Als Dikasterien bezeichnet man die einzelnen Ämter der römischen Kurie. Sie sind die vom Papst (Heiliger Stuhl) mit der Leitung der römisch-katholischen Kirche beauftragten Zentralbehörden. Zu ihnen zählen das Staatssekretariat, die Kongregationen, die kirchlichen Gerichtshöfe, die Päpstlichen Räte und Kommissionen und Ämter. Dem bedeutendsten Dikasterium (dem Staatssekretariat) steht der Kardinalstaatssekretär vor. Die Leiter der Kongregationen und der Apostolischen Signatur werden Präfekten, die der Päpstlichen Räte und der Kommissionen Präsidenten genannt.) eingerichtet, die die Regierung seiner sämmtlichen Herrschaften zu besorgen hatte, nämlich eine weltliche Landesregierung oder Kanzelley, oder wie es auch genennet wurde: ein Hofratskollegium, daß aus einem Kanzler und besonders zugegebenen Schreiber-Bestand. Vorher hatten die Bundesregierungsgeschäfte bloß von einem Kanzler und einem ihm zugeordneten Schreiber beschtritten werden müßen. Solch neue Einrichtung der Bundesregierung brachte Posthumus im J. 1604 zu Stande. Unterm 8ten Januar dieses Jahres machte er eine ausführliche Vorschrift deswegen, oder eine Kanzelley- Amts- und Gerichts-Ordnung bekannt. Bey dieser von Posthumus ursprünglich gemachten Einrichtung fanden in der Folge einige der Zeit angemessene nöthige Abänderungen statt, daß also jetzt der oberste weltliche Gerichtshof in der Herrschaft Gera ist: " (Die Rechtschreibung wurde von Johann Christoph Klotz mit übernommen.)
1605 Das kulturelle Gera
as kulturelle Leben Geras ist gekennzeichnet durch eine rege Wechselbeziehung bzw. einen fruchtbaren Wettbewerb zwischen den geistig-künstlerischen Ansprüchen des reußischen Fürstenhauses und der kulturell aufgeschlossenen Bürgerschaft. Eine Blütezeit bedeutete die Regierung des Grafen Heinrich Posthumus (1572-1635). Zu seinen mannigfachen Verdiensten gehört die Errichtung des Gymnasiums Rutheneum als Landesschule (1605 begründet, 1608 eröffnet). Das Gymnasium, in dem die ma. Lateinschule aufging, wurde bis ins 19. Jahrhundert hinein zum angesehenen Ort der Gelehrsamkeit, aber auch zur Pflegestätte einer ersten festen Theater- und Musiktradition in Gera. Als Liebhabertheater wurde es der Aufführungsort von Schuldramen, besonders unter Rektor Johann Sebastian Mitternacht, 1646-67 in Gera, und, in Verbindung mit der Hofkapelle, von Schulopern, namentlich unter Rektor Georg Ludwig Goldner, 1696-1741. Durch Angliederung einer in Personalunion mit der Stadtkirche verbundenen Kantorei erfuhr auch die geistliche Musik am Gymnasium lebendige Förderung. Im 2. Viertel des 18. Jh. schaltete sich das Bürgertum aktiv in die Musikpflege ein. Im Jahr 1745 trat erstmals die "Musicalische Gesellschaft" mit einer Veranstaltung an die Öffentlichkeit. 1705 wurde in Gera Heinrich Gottfried Koch geboren, später Schauspieler und Theaterdirektor, ein leidenschaftlicher Verfechter der Idee eines klassischen deutschen Theaters (verst. 1775 in Berlin). Der zu den so genannten Romdeutschen gehörende Landschaftsmaler und Radierer Heinrich Reinhold, der 1825 in Rom starb, erblickte 1788 in Gera das Licht der Welt, neun Jahre zuvor sein Bruder, der Landschafts- und Bildnismaler Friedrich Philipp Reinhold, der später in Wien arbeitete und dort 1840 starb, begabte Söhne des in Gera wirkenden Porträtisten der Zopfzeit Johann Friedrich Leberecht Reinhold (geb. 1744, verst. 1807 in Gera). 1786 und 1787 richtete die Bürgerschaft einen Behelfsbau als ständiges Theater ein, der 1822 durch einen Massivbau in der Schlossstraße" abgelöst wurde. 1849 ging er in den Besitz der Fürsten Reuß über und wurde seit 1853 als "Fürstliches Hoftheater" geführt. Ein 1902 von Prof. Heinrich Seeling am Küchengarten errichteter, großzügiger Neubau mit einbezogenem Konzertsaal (1910 mit elektrischer Orgel ausgestattet) ist von 1918-45 als "Reußisches Theater" zu einer maßgebenden Stätte für Schauspiel, Oper und Konzert und zugleich zu einer wichtigen Nachwuchsbühne geworden. Seit 1945 führt das Haus den Namen "Bühnen der Stadt Gera". Zwischen 1911 und 1913 wurde das ehemalige Zucht- und Waisenhaus als Städtisches Museum eingerichtet und nach der Brandzerstörung von 1945 i. J. 1951/52 als "Museum für Kulturgeschichte" neu eröffnet, während die naturwissenschaftliche Sammlung 1950 im Schreiberschen Haus Aufnahme gefunden hatte.
04.1605 Klotz über das Gymnasium
er Geraer Prediger und Chronist Johann Christoph Klotz verfasste im Jahr 1816 seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb im 7. Kapitel "Das Gymnasium, oder die gemeinschaftliche Landesschule" folgendes auf: "Es war zwar schon vor alten Zeiten eine guteingerichtete Trivial-Schule in Gera, welche mit 3 Lehrern, einem Rektor (der in älteren Zeiten Schulmeister hieß), einem Kantor und einem Tertius (einem Dritten) versehen war. Diese beschloß Posthumus zu einem Gymnasium illustre zu erheben. Zu diesem Entzwecke ließ er da, wo noch jetzt das Gymnasium stehet, ein sehr ansehnliches und geräumiges Gebäude zu den Hörsälen aufführen, und in der Nähe noch mehrere Wohnungen für die Lehrer und studierende Jugend, wie auch zu einem Konviktorium und andern beym Gymnasium nöthigen Gebrauche, anlegen, welche letztere zusammengenommen das Kollegium (Studentenwohnheim) genennet wurden. Der Anfang zur Errichtung der Schulgebäude wurde im April 1605 gemacht, und im März 1608 war alles zu Stande gebracht. Zum künftigen Unterhalt der anzustellenden Lehrer und anderer nöthigen erfordernisse setzte der großmüthige Stifter 4000 Gulden aus, davon die jährliche Verzinsung bis zum Abtrage des Kapitals selbst mit 240 Guldenan die herrschaftlichen Einkünfte angewiesen wurde. Diese erste Ausstattung erhielt auch durch fremden Beytrag einen sehr ansehnlichen Zuwachs.

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25.06.1605 Das Ende der Crimlaer Gerichtsbarkeit
er kleine Ort Crimla ist zwischen Weida und Gera zu finden und liegt auf einer Hochebene zwischen den Orten. 1546 wurden dort sechs Hausbesitzer urkundlich dokumentiert und 30 Jahre später verlieh das Amt in Weida dem Ort eine eigene Gerichtsbarkeit. An diesem Junitag des Jahres 1605 kam es zur Rückgabe der Gerichtsbarkeit vom Amt Weida als Obererbgericht.
1607 Reußische Verordnungen
wischen den Jahren 1607 und 1713 wendeten sich mehrfach reußische Verordnungen gegen die Zigeuner, welche sehr oft in der Geraer Nähe lagerten und bei der Bevölkerung nicht sehr beliebt waren. In Ratsprotokollen wurde wiederholt darüber geklagt, die sogenannten "Tatern und Zigeuner" im Ratsholz im nahe gelegenen Geraer Forst im Stadtwald durch das Schlagen von Brennholz großen Schaden angerichtet hätten.
1608 Der Gerichtsherr von Zwötzen
m Jahr 1573 war wieder ein Gerhard von Lüschwitz als Besitzer des Zwötzener Rittergutes überliefert worden. Dieser hinterließ nach seinem Tode, etwa 10 bis 15 Jahre später, aber nur einen unmündigen Sohn mit gleichem Namen, was dazu führte, dass sein Onkel Christoph von Uttenhof auf Rubitz und Gottfried von Ende auf Zeulsdorf und Negis zu seinen Vormündern bestimmt wurden. Gottfried von Ende verwaltete auch das Gut in Zwötzen während der Minderjährigkeit seines Mündels. Im Jahr 1601 wurde der Junker dann mündig und sechs Bauern leisteten ihm den Lehnseid. Es handelte sich um die Inhaber der Güter Fuchs-Neupert, Emil Hopfner, H. Gruner (die Schenke), Ernst Rische, das Pfarrgut (später Hotel Fuchs) und Otto Brehme. Im Jahr 1608 hatte dann dieser Gerhard von Lüschwitz seinem Schwager Christoph von Uttenhof die 6 anderen Zwötzener Bauerngüter, Schlutter-Knittel, Franz Rothe, Zimmermann (Matthes-Liebild), Kühn-Kornmann, Franz Falke und Bernhard Rothe, abgekauft, womit er Lehns- und Gerichtsherr über das gesamte Dorf Zwötzen wurde.
1609 Gründung der Zeugmacherinnung
on 55 Zeugmachermeistern wurde eine eigene Innung begründet. Für die Geschäfte der Innung und die Siegelung der Zeuge wurde auf dem Geraer Rathaus die Siegelstube eingerichtet.
1609 Die Geraer Leineweber
n diesem Jahr wurde von 55 Geraer Zeugmachermeistern eine eigene Innung gegründet. Sie nannten sich Leineweber. Für die Geschäfte der Innung und die Siegelung der Zeuge wurde im Geraer Rathaus eine Siegelstube eingerichtet. Damit bestanden nun zwei Innungen im Textilgewerbe der Stadt, die Tuchmacher und die Zeugmacher (Leineweber).
1611 Kirchenumbau in Gera
eit Mitte des 16. Jahrhunderts, nach der Reformation durch Martin Luther (1483-1546), war der Geraer Friedhof außerhalb der Stadt an der Trinitatiskirche zu finden. Diese Kirche wurde nun, auf Grund ihrer neuen Funktion als Begräbniskirche, umgebaut und erweitert worden. Auch der Friedhof wurde bis zu seiner endgültigen Außerbetriebnahme im Jahr 1900 mehrfach erweitert.
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1611 Die Zwötzener Pfarrwohnung
in gewisser Marcus Hößeler war zu dieser Zeit (1610) Besitzer eines Gutes in Zwötzen, und ebenfalls zu dieser Zeit sollte das Gut zur Wohnstätte des ansässigen Gemeindepfarrers umgestaltet werden, da man darauf drängte, dass der Gemeindepfarrer auch in Zwötzen zu wohnen habe und nicht in der "Stadt" Gera. Daraus wurde allerdings zunächst nichts, bzw. erst auf Umwegen. Zunächst erwarb die Schwägerin des Gutsherren, Fräulein Marie von Spitzmas das Anwesen. Deren früher Tod brachte das Gut in den Besitz ihrer Erbin Frau von Lüschwitz, die es allerdings umgehend an die Gemeinde zur Nutzung als Pfarrwohnung verkaufte. Im Jahre 1611 hielt ? "Pfarrer Crüger seinen Einzug in Zwötzen, nachdem der Gerichtsherr das Lehen, das ihm im letzten Jahre 100 fl. (Gulden) getragen, von Fron- und Zinsgerechtigkeit frei und ledig gemacht hat, wofür ihm unter dem 17. November 1611 das Patronatsrecht zugesprochen wird." In den folgenden Jahren wurde dann der Pfarrgarten durch wiederholte Fluten und Unwetter immer wieder stark in Mitleidenschaft gezogen und verringert. Im Jahr 1665 stellte daher der Zwötzener Richter Michael Rothe dem Pfarrer eine Wiese als Ersatz für den Garten zur Verfügung. Der Preis lag bei 45 Gulden.
17.11.1611 Patronatsrecht in Zwötzen
m 9. Oktober 1610 war festgelegt worden, dass der Zwötzener Pfarrer Elias Crüger von Gera nach Zwötzen umziehen sollte, da man der Meinung war, dass der Pfarrer auch in seiner Gemeinde wohnen sollte und nicht im Nachbarort Gera. Im Jahr darauf hielt der Pfarrer Einzug in Zwötzen, nachdem der Gerichtsherr das Lehen, welches ihm in den letzten Jahren 100 fl. (Rheinische Gulden) getragen, von Fron- und Zinsgerechtigkeit frei und ledig gemacht hatte. Dafür wurde ihm am 17. November das Patronatsrecht zugesprochen. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Bruno Geweniger, Rektor der Schule)
1613 Neue Rechte für Posthumus
n diesem Jahr erhielt Heinrich Posthumus (1572-1635), der Sohn von Heinrich dem Jüngeren, das Recht, bei allen Prozessen, welche die Summe von weniger als 400 Goldgulden betrafen, im eigenen Lande, nicht aber beim Reichskammergericht, Berufung einlegen zu können.
1614 Kleinfalke im Familienbesitz
it den Rittergut Kleinfalke war die Ober- und Erbgerichtsbarkeit über Kleinfalke, Wüstfalke und Pohlen verbunden. Diese wurde im Jahr 1855 im Rahmen der Neuordnung des Rechtswesens aber aufgehoben. Seit dem Jahr 1614 befand sich Kleinfalke im Besitz der Familie von Woldersdorf, ab 1672 der Familie von Raab, ab 1804 in der Familie Leo und ab 1864 in der Familie Bruhm. 1863 wurde das Rittergut abgerissenund die Verwaltung der Ländereien erfolgte nun vom ebenfalls der Familie Bruhm gehörenden Gut Wüstfalke.
1614 Kleinfalke im Familienbesitz
it den Rittergut Kleinfalke war die Ober- und Erbgerichtsbarkeit über Kleinfalke, Wüstfalke und Pohlen verbunden. Diese wurde im Jahr 1855 im Rahmen der Neuordnung des Rechtswesens aber aufgehoben. Seit dem Jahr 1614 befand sich Kleinfalke im Besitz der Familie von Woldersdorf, ab 1672 der Familie von Raab, ab 1804 in der Familie Leo und ab 1864 in der Familie Bruhm. 1863 wurde das Rittergut abgerissenund die Verwaltung der Ländereien erfolgte nun vom ebenfalls der Familie Bruhm gehörenden Gut Wüstfalke.
13.11.1614 Christoph Limmer geboren
er reußische Kanzler Doktor Christoph Limmer kam zu Welt. Er war Eigentümer der Rittergüter in Scheubengrobsdorf und Frankenthal und besaß das Haus Große Kirchstraße 19. Er verstarb am 22. November 1685 in Gera. Eine 1899 entdeckte Inschrift erinnerte an ihn. "Diese Gebäude wurde zuletzt/wieder aufgerichtet durch den Edlen/Herrn Christoph/Limmer J (uris) V (trisque) D (oktor) und Canzler zu Gera/Anno/1672 und 1673" (übersetzung aus dem Lateinischen)
1620 Zur Zwötzener Kirche
ur Einweihung der neuen Zwötzener Schule im Jahr 1911 verfasste der Rektor der Lehranstalt, Bruno Geweniger, eine Festschrift und schrieb folgendes wörtlich über die Geschichte der alten Zwötzener Kirche auf: "Der Turm ist ebenso wie die erste Glocke eine Stiftung des Landesherren, Heinrich Posthumus. Eine alte Handschrift aus dem Archiv der Fürstl. Ephorie berichtet uns hierüber. "? ingleichen hat der gnädige Landesherr 1620 zur Erkaufung einer Glocke und Erbauung eines Kirchenthurms 100 fl. hierher verehrt, Der Thurm hat 48 fl. 15 Gr. 3 Pf. zu bauen kostet." (Mit 100 fl. waren Rheinische Gulden gemeint. Eine Ephorie ist ein Kirchenkreis.)
1620 Differenzen unter Kirchemännern
b dem Jahr 1605 war Esias Crüger als Nachfolger von Michael Stimmel als Pfarrer in Zwötzen eingesetzt. In späteren Jahren entstanden dann Differenzen zwischen Esias Crüger und seinem Patron von Lüschwitz. Davon berichtete eine Eingabe von Pfarrer Crüger an das Konsistorium vom Jahr 1620. Der Junker von Lüschwitz hatte dem Pfarrer Crüger vorgehalten, er hielte zu wenige Gottesdienste und bringe dieselben Predigten immer wieder, so dass er jede Woche, von Lüschwitz, all die Predigten auswendig kenne und nichts mehr von ihm lernen könne. Auch ginge er jede Woche ein-zweimal aus, wo doch ein Pfarrer daheim bleiben und die Bibel lesen solle. Pfarrer Crüger entkräftete in der erwähnten Eingabe diese Vorwürfe und bat das Konsistorium um Schutz. Man gab dem Pfarrer Crüger recht, denn wenn der Patron und Gutsherr von Lüschwitz an jedem Sonntag 2 Predigten, in der Woche aber noch zwei Predigten und außerdem noch 3 Betstunden verlangte, so war das gewiss ein "unbilliges" Verlangen. Über den wirklichen Ausgang des Streites berichteten die Annalen nichts, klar dargelegt war aber, dass Pfarrer Crüger im Jahr 1624 dem Ruf zur Pfarrstelle in Ottersdorf bei Schleiz folgte. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Bruno Geweniger, Rektor der Schule)
09.12.1621 Beisetzung eines Mordopfers
edwig von Hanfmus, eine Leumnitzer Erb-, Lehn- und Gerichtsfrau wurde in Gera zu Grabe getragen. Sie war am 3. Dezember in ihrem Haus in der Zwickauer Gasse (später die Böttchergasse) ermordet und beraubt worden. Ihr eigener Sohn war zunächst der Tat verdächtigt worden und war in Ketten gelegt unter einer Bedeckung im Trauerzug mitgeführt worden. Später stellte sich heraus, dass es sich um eine Täterin handelte. Das Eheweib von Nikol Kressen, eine Aufwärterin (Gehilfin, welche zum Beispiel in Schenken dem Wirt zu Hand ging), wurde im Jahr darauf für das Verbrechen verurteilt.
1624 Das Geld war nichts mehr wert
n diesem Jahr hatte die leidige "Kipper- und Wipperzeit" (Inflation) den Wert des Geldes in beinahe unerträgliche Weise herabgedrückt und wertlos gemacht. Die Geraer Lehrer an der Landesschule, durch die Geldabwertung "ganz ausgesogen", baten in einer an die Schulinspektion gerichteten Eingabe um die "richtige Auszahlung der Besoldung". Sie erreichen damit nur nichts, da es kein "anderes" Geld mit mehr Wert gab.
27.10.1628 Tobias Heubler geboren
r. Tobias Heubler war Kanzler und Konsistorialpräsident in Gera und zugleich Schönburgscher Hofrat und Amtmann. Seinen Wohnsitz hatte er in Droschka bei Bürgel genommen. Zu Ende des Jahres 1691 ging das Zwötzener Gut auf Tobias Heubler über, nachdem es viele Jahre der Familie von Lüschwitz anhing. Ein in Kupfer gearbeitetes Bildnis, welches in der Sakristei der unteren Kirche in Zwötzen aufbewahrt wurde, stellte ihn in der typischen Tracht seiner Zeit dar, geschmückt mit einer Allongsperücke. Unter dem Bild ist folgender Text zu finden. "Tobias Heubler, Gerichtsherr in Zwötzen und Droschka, der hochgerühmten Grafen Reuß und Plauen Rat und Kanzler, sowie auch des Consistoriums, welches in Gera ist, Vorsitzender. Geboren am 27. Oktober 1628, gestorben im Jahre 1692 am 1. September, welchen sein einziger hinterlassener Sohn, Leberecht Tobias Heubler, Gerichtsherr von Zwötzen und Droschka, Reußischer Rat, aus kindlicher Dankbarkeit in Erz hat schreiben lassen.
28.07.1634 Aus dem Geraer Sterberegister
n diesem Tag war der Geraer Tobias Reichert von einem Soldaten in seinem eigenen Haus brutal erstochen worden. Die Bluttat ereignete sich am Bartholomäi-Jahrmarkt im Gasthof "Zum Bären" in der Schlossstraße. Tobias Reichert jun. war der Sohn des Wirtes des bekannten Gasthofes. Der Täter wurde im September 1634 mit dem Schwert auf dem "Rabenstein" zu Gera hingerichtet. (Später wurde dort die "Tonhalle" gebaut.)
21.05.1635 Das Konsistorium
ohann Christoph Klotz schrieb im Jahre 1816 seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera". Er beschrieb das Konsistorium (von lat. consistorium ?Versammlungsort, Versammlung?; ?kaiserliches Kabinett?, ?Kronrat?, ?Senatsversammlung? bezeichnet man in der römisch-katholischen Kirche die Vollversammlung der Kardinäle, in den evangelischen Kirchen ein Kirchengericht oder eine kirchliche Behörde.) wie folgt: "Jener vortreffliche Landesvater, Heinrich Posthumus (1572-1635, Anm. der Chronik-Redaktion), ließ sich nicht blos die weltlichen Begebenheiten seiner Unterthanen angelegen seyn, auch ihre geistliche Wohlfahrt lag ihm am Herzen. In dieser Rücksicht nahm er mit dem Consistorio, als dem obersten geistlichen Gerichtshofe eine gleiche Veränderung vor, als er schon mit der weltlichen Regierung gethan hatte. Er richtete es also ein, daß es aus einem Direktor oder Präsidenten, dem von jener Zeit an jedesmaligen Kanzler, dem Superintendenten, dem Archidiakonus, und einem Kanzelleyrathe bestehen sollte, denen noch ein Konsistorialdirektor beygegeben wurde, und deren Geschäfte eine den 21. May 1635 gegebene Konsistorialverordnung genau bestimmt. In der Folge wurden mit diesem geistlichen Kollegium ebenfalls einige Veränderungen vorgenommen, nach welchen das Konsistorium nunmehr aus dem Präsidenten und 4 Assessoren, nämlich zwey gesitlichen und zwey weltlichen, bestehet. Der Präsident ist, wie schon gedacht worden, der jedesmalige Kanzler, aber die Assessoren sind: der Superintenden zu Gera, die beyden Hof- und Justizräthe der Landesregierung, und ein Prediger zu Gera, welches gemeiniglich der Archidiakonus bisweilen auch der Hofprediger gewesen ist. Diesem Kollegium ist der zweyte Regierungssekretär als Konsistorialsekretär zugeordnet. Vor dieser durch Posthumus und seine Nachfolger gemachten Einrichtungen, bestand das Konsistorium nicht immer aus einer gleichen Anzahl Personen. Jedoch waren der Kanzler, oder an dessen Stelle der Hauptmann, auch zu gewissen Zeiten der Amtmann und der Superintendent, jedesmal Mitglieder desselben. Der Superintendent, wie z.B. Friedrich Glaser, war bisweilen sogar der Direktor des Konsistoriums. Die übrigen Assessoren aber waren bald mehr, bald weniger. Auch dieses geistliche Kollegium ist, wie die gemeinschaftliche Landesregierung, ein für sämmtliche Herrschaften reußpl. jüngerer Linie gemeinschaftliches geistliches Kollegium, wie schon oben erwähnt worden." (Die Rechtschreibung wurde von Johann Christoph Klotz mit übernommen.)
1636 So entstand der Hofwiesenpark
ie Hofwiese in Untermhaus, 1636 und 1647 "Obere Hofwiese" genannt, reichte zu dieser Zeit von Südosten bis an den Anger der Stadt Gera heran und wurde durch das Vorwerk, das spätere Kammergut, in Untermhaus bewirtschaftet. Als der an ihr vorbeiführende Weg zur Straße ausgebaut wurden war 1897, erhielt er die Bezeichnung "Hofwiesenstraße". Erst im Jahr 2005 wurde das Gelände an der Elster zum "Hofwiesenpark" gemacht.
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1637 Das Rittergut in Frankenthal
as Rittergut Frankenthal, westlich von Gera gelegen, war seit dem Jahre 1637 an die Landesherrschaft gefallen. Seit dem Übergang an die Familie von Meußbach im Jahre 1661 wechselten die Eigentümer häufig. Seit dem Jahr 1672 an die Herren von Ende, ab 1679 an die Herren Lencke, dann die Herren von Feilitzsch, seit 1694 an Limmer, seit 1696 an Engelschall, seit 1709 an von Grießheim, seit 1712 an von Maltitz, seit 1717 an von Helldorf, seit 1738 an Tuch, seit 1775 an von Freiesleben und Dathe gemeinsam, seit 1796 an Bartsch, seit 1803 an Michaelis, seit 1855 an Winter. Das Rittergut Frankenthal war nur ein kleines Gut, das lediglich über einen Teil des Ortes Frankenthal die Erbgerichtsbarkeit besaß. Diese Patrimonialgerichtsbarkeit wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1855 aufgehoben. Die wenigen Akten, die den Bestand ausmachen, stammen vom Patrimonialgericht Frankenthal. Die seit 1649 vorliegenden Lehn- und Handelbücher des Patrimonialgerichts sind vom Justizamt Gera bis 1862 fortgeführt worden. Sie wurden infolgedessen in den Bestand Reußisches Amtsgericht Gera eingeordnet. (Quelle:Thüringisches Staatsarchiv Greiz, Bestand: Patrimonialgericht Frankenthal)
16.07.1641 Der neue Turmkopf
ie Geraer Johanniskirche auf dem nach ihr benannten Johannisplatz war bei einem schwedischen Angriff im Dreißigjährigen Krieg 1639 schwer beschädigt worden. Ein Feuer hatte großen Schaden angerichtet. Nachdem sich der Geraer Kaufmann Johann Stockelmann, der Schwiegersohn von Nikolaus de Smit (1541-1623), dem Gründer der Geraer Zeugmacherindustrie, entschlossen hatte die Baukosten vorzustrecken, konnte mit dem Wiederaufbau schon 1639 begonnen werden. Noch vor dem Abschluss der Bauarbeiten war im Mai 1641 der erste Gottesdienst angehalten worden. Nun kam der neue Turmkopf und die Arbeiten waren so gut wie abgeschlossen. 1780 wurde das Gotteshaus allerdings bei einem Stadtbrand endgültig zerstört.
12.02.1645 Christian Leonhard Leucht geboren
hristian Leonhard Leucht, geboren 12. Februar 1645 in Arnstadt und verstorben am 24. November 1716, war ein deutscher Jurist, Verwaltungsbeamter und Publizist. Er veröffentlichte unter den Pseudonymen Antonius Faber, Sigismundus Ferrarius, C. L. Thucelius, C. L. Lucius und Cassander Thucelius eigene Abhandlungen sowie umfangreiche juristische Sammelwerke. Leucht studierte an der Universität Leipzig, Universität Gießen und Universität Jena, wo er 1678 zum Dr. jur. promoviert wurde. Er war einige Jahre als Jurist in Dresden tätig und trat dann als „gräflich Reußischer Hofrat“ in die Dienste des Hauses Reuß in Greiz bei Gera. 1688 wurde er zum „gräflich limburgischen Rat von Haus aus“ ernannt und war als juristischer Berater (Consulent) beim Ritterkanton Altmühl des fränkischen Reichsritterkreises tätig.

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1646 Neuer Glanz für alten Gasthof
m 1646 wurde in Hermsdorf wieder gebaut. Der abgebrannte Gasthof "Zum Schwarzer Bär" wurde auf den alten Grundmauern neu aufgebaut. Ursprünglich reichte das Grundstück bis zur späteren Schulstraße und die Ortsstraße führte direkt durch den Hof des Gasthauses. Gastwirt zu dieser Zeit war ein gewisser Nicol Tammericht.
01.1646 Ein Sprachgenie am Geraer Fürstenhof
er als "gelehrter Bauer von Rothenacker" bekannte Nikolaus Schmidt weilte auf Schloss Osterstein bei Fürst Reuß Heinrich II. Der Geraer Prinzregent ließ von ihm die "Geraische Polyglotte" erstellen. Das war ein "Vaterunser" in 51 Sprachen und 130 Alphabeten. Darauf hin erhielt er von dem reußischen Fürst den Titel "Herr vor Gerichten", was ihm Steuerfreiheit auf Lebenszeit zusicherte. (Nikolaus Schmidt sprach neben Deutsch auch Latein, Hebräisch und Griechisch als gängische Sprachen und 15 orientalische Sprachen.)
1647 Wie das "Meistergässchen" entstand
as ehemals parallel zur "Heinrichstraße" verlaufende Gässchen erhielt seinen Namen nach der zu dieser Zeit außerhalb der Stadt gelegenen "Meisterei", der eigentlichen Scharfrichterei, zu der es geradewegs hin führte. Das Gebiet gehörte nicht zum Weichbild der Stadt Gera und die Gerichtsbarkeit über die Meisterei, dem Verhängen des Todesurteils, stand zu dieser Zeit noch ausschließlich dem Landesherren zu. Der Weg vom "Abdeckergässchen" bis hin zum "Meistergässchen" kann in der Zusatzinformation nachvollzogen werden.
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14.08.1649 Eine neue Wirtin in Weißig
ls Michael Gentschel, der Wirt der Weißiger Erbschenke 1630 verstarb und zur gleichen Zeit in Europa der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) tobte, geriet das Gasthaus in finanzielle Schieflage, da die Erbzinsen und die Steuern nicht mehr entrichtet werden konnten. Den Betrag von 698 Schock (1 Schock war etwa ein Gulden oder 20 Groschen oder 240 Pfennige oder 200 Glas Bier.) konnten die Erben Gentschels nicht aufbringen, und da auch kein Käufer für die Erbschenke gefunden wurde, schrieb man den Hof 1643, 1644 und 1649 mehrfach zur Versteigerung aus. Schließlich erwarb Frau Emma Euphrosina Limmer, die Gattin des Lehn- und Gerichtsherrn in Zeulsdorf und Reußischer Hof- und Justitienrat Dr. Christoph Limmer (13.11.1614-22.11.1685) für die Summe von 100 Schock und der Verpflichtung "die nothwendigen Gebäude binnen Jahr und Tag zu erheben" den Hof. Die Gläubiger erhielten allerdings nur 15% ihrer Forderung und die Nachkommen Gentschels gingen leer aus.
13.03.1650 Heinrich IV. geboren
einrich IV. Reuß von Plauen, Herr und Graf (26. August 1673) zu Gera (1670–1686), ab dem Jahr 1671 volljährig, wurde am 26. August 1673 in Eger mit dem ganzen Geschlecht in den Reichsgrafenstand erhoben und erhielt den Titel: "Hoch- und Wohlgeborene Reußen, Grafen und Herren von Plauen, Herren zu Greiz, Kranichfeld, Gera, Schleiz und Lobenstein, privilegium de non usu". Geboren wurde er am 13. März 1650 in Gera und verstarb am 13. März 1686 auch dort. Bestattet wurde 26. März 1686 in Gera. er heiratet am 20. Juni 1672 in Gera die Gräfin Anna Dorothea von Schwarzburg-Sondershausen (18.08.1645 - 01.07.1716). Am 3. Juli 1716 in gera beigesetzt. Sie war die Tochter von Graf Anton Günther I. von Schwarzburg-Sondershausen (1620–1666) und Pfalzgräfin Maria Magdalena von Zweibrücken-Birkenfeld (1622–1689).
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17.04.1650 Johann Caspar Zopf geboren
opf war nach seiner Ausbildung zum Magister ab 1674 als Konrektor am Geraer Gymnasium angestellt. Er verstarb am 1. Oktober 1693 in Gera.
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1655 Der Geraer Mühlgraben
ie Jahreszahl 1655 steht hier für die Mitte des 17. Jahrhunderts. Um zu verdeutlichen, wie wichtig der alte Geraer Mühlgraben als Lebensader der Industrie jener Zeit war, soll hier von seiner Länge berichtet werden. Viele Handwerker siedelten sich entlang des Mühlgrabens an, da sie vom Wasser abhängig waren. Zu ihnen gehörten Färber, Tuchhändler, Gerber, die Betreiber Amtsmühlen (Klotz- Anger- uns Hausmühle) und andere, die das Wasser direkt benötigten oder auch als Transportweg nutzten. Der Mühlgraben hatte damit schon im 17. Jahrhundert eine Länge von 6.350 Metern. Die Gegend zwischen der späteren Heinrichstraße und der Angermühle wurde daher von den Geraern auch als Klein-Venedig bezeichnet. Ungewöhnlich war zwar nicht, dass die Aborte (Toiletten) der Häuser auch über den Mühlgraben eingeleitet wurden, aber das es dort von angelbaren Fischen nur so wimmelte, erscheint in der Neuzeit doch recht unwahrscheinlich. Und doch wurde schon zu dieser Zeit vom Fischfang dort berichtet. Es soll Schmerlen, Steinbeißer, Barben und sogar Hechte im Mühlgraben gegeben haben.
1655 Der Reiheschank in Hermsdorf
urch einen herbeigeführten Vergleich in einem Streit mit dem bekannten Bärenwirt Nicol Tammericht, seit gut 10 Jahren aus dem Gasthaus "Zum schwarzen Bären" im Ort tätig, wurde der Reiheschank, eingeführt. Mit der Bierstange am Haus wurde angezeigt, welche Familie zurzeit das Verkaufsrecht hatte.
1656 Der Langenberger Frontanz
is zu diesem Jahr fand der Frontanz am 2. Pfingstfeiertag, danach am 3. und seit 1728 am 4. Wochentag oder dem Mittwoch nach Pfingsten statt. Dazu mussten sich Paare aus Rüdersdorf, Gleina, Grüna, Hirschfeld, Kretzschwitz und Stübnitz bei Strafe von einem Neuschock, das waren 60 Groschen, unter einer Linde in Langenberg einfinden. 1611 wurde von 85 Paaren und einer Person und 1702 von 93 Paaren berichtet, welche sich zum Frontanz einfanden.Sie mussten dort ihren Namen dem Gerichtsherrn angeben und sich zum Tanz aufstellen, der durch den Landsknecht, oder Gerichtsknecht, eröffnet wurde. Der Gerichtsherr ließ unter den Tanzenden für drei Gulden kleine Kuchen verteilen. Das Bier und die Spielleute mussten einige Tänzer auf ihre Kosten besorgen. Erst wenn der Zapfen flog, das Bier alle war, endete der Tanz. Die Tänze stellten eine symbolische Anerkennung der landesherrschaftlichen Gerichtsbarkeit dar.
1656 Die Geraer Bier-Höhler
it den Höhlern hatten sich die Geraer Stadtbürger seit dem Mittelalter ihr eigenes Denkmal geschaffen. Höhler waren in ihrer einfachen Art eigentlich nichts Besonderes. Sie galten schon zu dieser Zeit als sogenannte Profanbauten (Wirtschaftskeller unter den eigentlichen Häusern) und waren typisch für Ostthüringen und Westsachsen. So verfügen unter anderem auch Altenburg, Zeitz, Glauchau, Crimmitschau und Eilenburg über derartige Bauten. Aber Gera kann, gemessen an der Vielzahl und am Erhaltungszustand, behaupten einzigartig zu sein. Die Entstehung der Geraer Höhler ist stets im Zusammenhang mit der Stadtgeschichte zu sehen. Wie sich die Städte des ausgehenden Mittelalters in rechtlicher Beziehung als eine Körperschaft eigenen Rechts mit eigenem Gericht hervorhoben, so haben sie auch in wirtschaftlicher Hinsicht gegenüber ihrer ländlichen Umgebung eine besondere Stellung eingenommen. Eine gewisse Zusammenfassung fanden die Privilegien in der "städtischen Bannmeile". Diese Bannmeile untersagte in einem bestimmten Umkreis der Stadt die Niederlassung von Handwerkern und das Brauen und Ausschenken von Bier. Ein Vorrecht der Stadtbürger in der Zeit vom 15. Bis ungefähr Mitte des 19. Jahrhunderts bestand u.a. in der Verleihung der sogenannten Braugerechtigkeit. Bier war für die Stadt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor; neben Brot war es das wichtigste Nahrungsmittel. So war Bier Hauptbestandteil der Morgen- und Abendsuppe, aber auch meist Grundlage des Mittagessens. Als Tischtrunk wurde leichtes Bier gereicht und gab es nur stärkeres Lagerbier, so wurde dies verdünnt. Das Bier brauten die alten Geraer vom Herbst bis zum 30. April. Dies geschah in 1656 in 9 Brauhäusern und 99 brauberechtigten Häusern. 1853 gab es 6 private Brauhäuser, 1 kommunales Brauhaus und 221 brauberechtigte Häuser.
27.01.1657 Johann Heinrich von Berger geboren
ohann Heinrich Berger wurde in Gera als Sohn von Valentin Berger (1620-1675), Konrektor des Geraer Gymnasium und seiner 1655 geehelichten Frau Margaretha Katharina Berger (geb. Faschen) geboren. Er schrieb sich später in der Leipziger Universität ein und studierte das Fach der Rechtswissenschaften. Berger machte sich später verdient um die Rechtssprechung und veröffentlichte 1724 die "Erläuterung und Verbesserung der bisherigen Prozess- und Gerichtsordnung" und wurde Reichshofrat bei Kaiser Joseph I..1717 war er in den Adelsstand erhoben worden und hieß nun von Berger. Am 25. November 1732 verstarb er hoch angesehen in Wien.
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1658 Der Artikel 39
ir dem Artikel 39 der Geraer Stadtstatuten wurde ab 1658 das Einbrechen in Geraer Gärten und das Zerstören von Zäunen und Feldern geahndet. Der Artikel griff allerdings nur dann, wenn der angerichtete Schaden den Wert von 20 Groschen überstieg. Zu dieser Zeit war das für einen Normalbürger in der Stadt ein doch beträchtlicher Betrag, der schmerzte, wenn er zu bezahlen war. Man bezahlte noch mit Talern in Gera.
1658 Die städtische Gerichtsverfassung
m 16. Jahrhundert begannen mit der Konstitution des modernen neuzeitlichen Territorialstaates auch die wachsende Ausdehnung der "Polizei" und die Einschränkung der städtischen niederen Gerichtsbarkeit. Da blieb es Episode, dass die Stadt Gera aufgrund Verpfändung in den Jahren 1603 bis 1647 auch die Hohe Gerichtsbarkeit über das Weichbild erhielt. Dennoch bzw. als Ausdruck der Aushöhlung städtischer Autonomie blieb die städtische Gerichtsverfassung - in der Neufassung der Statuten von 1658 - bis zum Jahre 1836 rechtswirksam und wurde erst mit der Gerichtsordnung für das fürstlich reußische Kriminalgericht zu Gera vom 25.10.1836 aufgehoben. Noch im 18. Jahrhundert war das ebenfalls in Gera ansässige Landgericht Gera, welches für die niedere Gerichtsbarkeit der Amtsuntertanen auf dem "platten Land" und die hohe Gerichtsbarkeit, soweit diese nicht den Rittergütern zustand, zuständig war, mit bäuerlichen Rügebringern bzw. Rügerichtern besetzt. (Der Autor dieses Artikels, Udo Hagner, ist Rechtspfleger im Grundbuchamt des Amtsgerichts Gera. Der Aufsatz ist dem Jahrbuch des Museums Reichenfels-Hohenleuben (Heft 43) entnommen.)
1658 Der Scharfrichter in Gera
as den Namen "Scharfrichter" betrifft, so ist er aus dem Gebiete der niederdeutschen Mundart zunächst nach dem westlichen und dann nach dem östlichen Mitteldeutschland im 14. und 15. Jahrhundert vorgedrungen (Erster Beleg: scarperichtere Braunschweig 1312). Im 16. Jahrhundert, besonders nach dessen Mitte, erschien er überall in Deutschland und war die rein sachliche, amtliche Bezeichnung für den Vollstrecker der Todesurteile. In der Nähe unseres Landes tauchte er zuerst im Egerland (um 1500) und in Ostthüringen auf, 1585 als "Scharfmeister" in Dresden, 1658 in Gera, 1672 in Leipzig, 1703 in Chemnitz. Das Eigenschaftswort "scharf" = schneidend bezieht sich auf das Richtschwert. Bisweilen findet sich im Mittelalter auch die nicht zusammengesetzte Form "der scharfe Richter".
1665 Ein neuer Lehnsherr
ach dem frühen Tod seines Vaters, der den gleichen Namen trug, und der folgenden Jahre bis 1601 unter Vormundschaft, begann Gerhard von Lüschwitz damit, seinen Einflussbereich zu vergrößern. Im Jahr 1608 hatte er seinem Schwager Christoph von Uttenhof 6 Zwötzener Bauerngüter, Schlutter-Knittel, Franz Rothe, Zimmermann (Matthes-Liebild), Kühn-Kornmann, Franz Falke und Bernhard Rothe, abgekauft, womit er Lehns- und Gerichtsherr über das gesamte Dorf Zwötzen wurde. Im Jahr 1665 verstarb er fast 80-jährig und ihm folgte Günter von Lüschwitz, der letzte vom sogenannten Zwötzener Stamm, als Lehnsherr.
1668 Die Schöffen neben den Ortsrichtern
eben dem Ortsrichter, hier am Beispiel von Zwötzen, waren auch sogenannte "Schöppen" (Schöffen) an den Gerichten tätig. Im Jahr 1668 waren das in dem kleinen Ort bei Gera, Zwötzen war noch nicht eingemeindet, die Herren Thomas Kühn und Andreas Rautenstengel. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
1668 Geldmangel nach dem Krieg
uch gut 20 Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, der von 1618 bis 1648 tobte, herrschte vielerorts noch Not und Elend. Noch Jahre nach dem Kriegsende zogen marodierende Soldaten aller Kriegsbeteiligten durchs Land, plünderten Scheunen und Felder, zerstörten Gutshöfe und stahlen Geld. Von der Not und dem Geldmangel war auch ein Brief vom Zwötzener Substitut (Hilfsgeistlicher und bestimmter Nachfolger des amtierenden Pfarrers) David Müller an das Konsistorium, die oberste Kirchenbehörde, geprägt. Er schrieb. "Hochgeehrter Herr Sekretarie Faci!" Gestern am 18. hujus (des Monats) bin von dem Reuß Pl. Hochlöbl. Consistario zu Gerau ich erinnert worden, gegen Einsendung eines Reichsthalers den zwischen mir und dem von Lüschwitz allhier aufgerichteten Rezeß abzulösen. Weil ich nun nicht einen heller (eine alte Währung) nach Zwötzen gebracht, auch bißhanero allda mehr nicht erworben, als mit Roth das treuge (trockene) Brodt, wie unschwer zu erachten. Nunmehr aber nach verflossenem Termin Heinrici (der 10. Juli) der Ambtschößer, Tit. Herr Johann Heyl, mir und meinem Herrn Schwiegervater (der Pfarrer Ernst Cassel), 10 fl. (Gulden) Gnadengeld auszuzahlen hat, und wir nicht einen Scherff bekommen können, sonsten hätte ich nicht noch einsten erinnern lassen: als wollte das Hochlöbl. Consistorium durch den Herrn Secretarium ich unterdienstl. gebethen haben, nur noch so lange in Ruhe zu stehen, bis ich von dem Herrn Ambtsschößer meine Besoldung erhalten möge, denn ich will mich unverzüglich einstellen. Bitte auch ganz fleißig umb meine Confirmation, wofür die Gebühren schon entrichtet, laut des Herrn Secretarii Quittung. Hisce ave atque vale! (Ave atque vale (lateinisch für "Sei gegrüßt und lebe wohl!") Dat. Zwötzen, den 19. Augusti ao. 1669. Meines Hochgeehrten Herrens dienstwilliger David Müller, Pfarr-Subst. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Bruno Geweniger, Rektor der Schule)
1677 Das "Alte Ratsholz"
er Rat zu Gera erwarb in diesem Jahr von den Erben von Paul Focken für 40 fl. (Florentiner Gulden) ein Stück Holz (Wald) im Geraer Türkengraben, das sogenannte "Alte Ratsholz". In einer Notiz zur Geschichte des Stadtwaldes zu Gera war zu lesen: "1677 hat E.E. Rath allhier ein Stück Gehölze von Paul Fockens zu Debschwitz nachgelassenen Erben, das mit Lehn, Zinsen und Gerichten zum Rittergut Zeulsdorf und den Debschwitzer Hölzern gelegen, um und für die Vierzig Gulden gekauft und wurde gedachtes Holz dem Rats-, Wein- und Gemeinmeister dem nachherigen Stadtschreiber Herrn Christian Rothen am 29. Oktober besagten Jahres in die Lehn gegeben."
1678 Neuer Pfarrer bestimmt
er Zwötzener Pfarrer Ernst Cassel war seit dem Jahre 1647 im Amt und war zu Ende der 1660 Jahre erkrankt. Auf Grund dessen wurde im Jahr 1668 ein Substitut (Nachfolger) eingesetzt, der ihn unterstützte. Die Wahl fiel auf David Müller, den Schwiegersohn des Pfarrers. Die Sache kam dann aber ganz anders als erdacht, denn Ernst Cassel verstarb zwar 1682, aber sein Schwiegersohn und Nachfolger David Müller war da schon seit 4 Jahren nicht mehr am Leben, er war 1678 verstorben. Somit schlug der Zwötzener Patron von Lüschwitz Herrn Thomas Schmidt, einen studierten Theologen, als Nachfolger Müllers vor und setzte ihn im Amt ein. Schmidt war in Pöppeln bei Gera geboren. Zeitgenössige Quellen berichteten: "Gering war die Besoldung eines Solchen Substituten. 20 Gulden am Gelde, nämlich 10 fl. (rheinische Gulden) aus dem Gräfl. Amte und 10 fl. vom Geraer Rentamte, dazu die Hälfte der Accidentien (Einkünfte, hier als Gebühren für Taufen, Trauungen, Beerdigungen und Hauskommunionen gemeint). "Wegen derer Mahlzeiten aber, so offt er Sonn- und Feiertags oder sonst haußen Predigt, sich der Herr Pfarrer mit ihm billigmeßig vergleichen solle". Zu dem Vergleich erhält Schmidt anstatt der Mahlzeiten 3 Scheffel "tüchtig Korn". Er verwaltete die Pfarrstelle bis zum Jahre 1684, dann berief ihn die Stadt Gera zum Mettenprediger. Thomas Schmidt verstarb im Jahre 1707. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Bruno Geweniger, Rektor der Schule)
1679 Herren des Rittergutes Frankenthal
as Rittergut Frankenthal, westlich von Gera gelegen, war seit dem Jahre 1637 an die Landesherrschaft gefallen. Seit dem Übergang an die Familie von Meußbach im Jahre 1661 wechselten die Eigentümer häufig. Seit dem Jahr 1672 an die Herren von Ende. Ab 1679 ging das Rittergut an die Herren Lencke. Das Rittergut Frankenthal war nur ein kleines Gut, das lediglich über einen Teil des Ortes Frankenthal die Erbgerichtsbarkeit besaß. Diese Patrimonialgerichtsbarkeit wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1855 aufgehoben. Die wenigen Akten, die den Bestand ausmachen, stammen vom Patrimonialgericht Frankenthal. Die seit 1649 vorliegenden Lehn- und Handelbücher des Patrimonialgerichts sind vom Justizamt Gera bis 1862 fortgeführt worden. Sie wurden infolgedessen in den Bestand Reußisches Amtsgericht Gera eingeordnet. (Quelle: Thüringisches Staatsarchiv Greiz)
1685 Diebe gingen in Gera baden
nd zwar im Mühlgraben und das natürlich unfreiwillig. Der Mühlgraben hatte schon im 17. Jahrhundert eine Länge von mehr als 6.300 Metern und war für die Geraer Gewerbetreibenden und Kleinindustrieellen eine wichtige Lebensader. Färber, die Amtsmüller und auch Geber betrieben hier ihr Handwerk, aber auch für Diebe und Hehler wurde das Wasser gebraucht. Die Geraer Gerichtsbarkeit bestrafte sie, indem man sie in große Körbe verfrachtete, deren Boden sich öffnen ließ. Die Körbe, auch Korbfallen genannt, wurden über das Wasser gehalten und die schaulustigen Geraer am Rand sahen das Diebesgesindel dann ins Wasser plumpsen.
08.03.1685 Pfarrer in der Kritik
is zum Jahr 1684 war der evangelische Theologe Thomas Schmidt der Pfarrer in der Gemeinde Zwötzen. Bei der Wahl seines Nachfolgers kam es zu Unstimmigkeiten, was wohl an einer körperlichen Behinderung des neuen Seelsorgers lag. Zeitgenössig wurde das "Problem" folgendermaßen erfasst. "Zu seinem Nachfolger präsentiert Gerhard Günther von Lüschwitz den stud. theol. Elias Seidel, aus Gera gebürtig. Gegen seine Berufung aber protestieren der Gerichtsherr von Leumnitz, Georg Gerhard von Schauroth, sowie sämtliche Eingepfarrten der Gemeinden Zwötzen und Leumnitz wegen eines körperlichen Leidens, nämlich einer schlimmen Hand, die ihn wenig tauglich zum Predigerberuf erscheinen lasse. Auch der Patron zieht seine Präsentation infolgedessen zurück. Das Konsistorium veranlaßt nun die Untersuchung der schlimmen Hand durch den Hof- und Stadt-Medikus Zopf und den Gerichts-Barbier Bergkmann. Das Gutachten dieser beiden Sachverständigen lautet günstig für Seidel; infolgedessen wird seine Probepredigt auf den 8. März 1865 festgesetzt. Wieder protestieren der Zwötzener und der Leumnitzer Gerichtsherr, diesmal auch, weil sich Seidel übel verhalten habe, und der von Lüschwitz präsentiert einen gewissen Johann Reinholdt, aus Saalburg gebürtig. Das Konsistorium aber besteht auf Abhaltung der Probepredigt. Nun legt der Junker von Lüschwitz beim Grafen Protest ein. Am Sonntag Invocavit (Invocabit, auch Invocavit, 1. Sonntag der Passionszeit, Fastensonntag), den 8. März, hält E. Seidel seine Probepredigt in Gegenwart des Superintendenten Johann Gruve, seines Sekretärs Friedrich Facius, des Junkers Ge. Günther von Lüschwitz, des Vertreters der Frau von Schauroth und der beiden Gemeinden über Jesu Versuchung (Matthäus 4). Obwohl nach des Superintendenten Urteil die Probepredigt gut ausgefallen, bleiben doch alle Beteiligte bei ihrem Proteste in der Kirche; auch erneuern sie denselben wiederholt schriftlich, doch die Behörden lassen sich hierdurch nicht beeinflussen: Seidel wird zum Pfarrer von Zwötzen bestellt und am 27. April 1685 bestätigt. Unter seiner Amtstätigkeit bricht 1694 jene große Wasserflut über das Dorf herein, welches außer einem Bauerngut auch einen großen Teil der Pfarrgrundstücke verwüstet und wegführt. Elias Seidel stirbt am 28. Januar 1718. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Bruno Geweniger, Rektor der Schule)
21.03.1686 Pfarrer Vogel klagte über das Feuer
in Stadtbrand hatte in Gera wieder einmal große Schäden angerichtet. An diesem Sonntag klagte der Geraer Pfarrer Johann Christoph Vogel in seiner Predigt: "Wie liegt doch die Stadt so wüst, die voll Volks war. Ist das die Stadt, von der man sagt, sie sei die allerschönste, dessen sich das ganz Land freue?" 558 Häuser, 3 Stadttore mit den Wachhäusern und 50 Scheunen waren ein Raub der Flammen geworden.
30.11.1690 Ein spürbares Erdbeben in Gera
ei dem Erdbeben am Fuße des Hainberges soll dann der 1920 zugeschüttete große Erdfall entstanden sein. Der Erdfall wurde aber schon in den Landesteilungsakten des Jahres 1647 als ein Teil des Hainberges „Der Erdfall“ genannt. Später wurde von den vergeblichen Versuchen ihn nach 1780 mit Brandschutt zuzufüllen berichtet.
24.05.1691 Der Letzte der von Lüschwitz
m Jahr 1665 verstarb fast 80-jährig Gerhard von Lüschwitz und ihm folgte Günter von Lüschwitz, der letzte vom sogenannten Zwötzener Stamm, als Lehnsherr. Im Mai 1691 heiratete dessen Tochter den Junker von Raschau auf Meilitz und im Juni 1691 war die letzte Verhandlung vor dem Lüschwitzer Gericht, welches seit 1608 unter der Herrschaft der Familie stand. Leider konnte dem Kirchenbuch nicht entnommen werden, wann der letzte derer von Lüschwitz verstarb. Bekann aber ist, dass auch die Familie von Lüschwitz unter den Wirren des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) und dessen Kriegsschäden gelitten hatte, da der letzte bekannte Lüschwitzer Lehnsherr darüber geklagt hatte, dass er bei der Veranlagung zum Wasserbau im Ort zur Kasse gebeten wurde. Er sah sich außer Stande, mehr als 8 Gulden beizusteuern, da er sich in einer äußerst misslichen Finanzlage befände. Der Krieg hatte aus einst wohlhabenden Landjunkern verarmte Lehnsleute gemacht. Der Zwötzener Bauer Kühn musste 10 Gulden bezahlen.
1692 Das erste Zwötzener Schulhaus
er Schulrektor und Chronist Bruno Geweniger schrieb im Jahr 1911 in seiner Schulchronik folgendes auf: "Tobias Heubler, der Vater des Leberecht Tobias Heubler, erwirbt Zwötzen (das Rittergut, Anmerkung der Redaktion) Mitte 1691, stirbt aber schon 1692 in Droschka; also ist das älteste Schulhaus von Zwötzen, das übrigens schon 1779 ganz oder teilweise erneuert werden musste, erst nach 1692 erbaut worden. Krauthahn, gestorben 1695, hat jedenfalls in seiner Wohnung die wenigen Kinder unterrichtet. Möglicherweise haben nach dem 30jährigen Kriege schon Lehrer vor Krauthahn unterrichtet, nicht aber schon vor der Mitte des 17. Jahrhunderts. Jeden Zweifel beseitigt die schon erwähnte alte Aufzeichnung, nach welcher die "Geraischen" Schuldiener den Gottesdienst in Zwötzen mit besorgen sollen. Der Gerichtsherr Heubler bekundet auch weiter sein Interesse für die von seiner Mutter gestiftete Schule, so gibt Heubler 1740 bei Abnahme der Kirchenrechnung "der im Pfarrhofe befohlenermaßen versammelten alten Dorf- als der Ritterguts-Gemeinde" auf, "daß dem Schulmeister sein Garten, gleichwie schon am Hausstege, also auch hinterwärts nach dem Felde zu mit einem Zaune zu verwahren sei". Ferner gibt der Kirchenpatron die Weisung, "daß jeder Vater seine Kinder vom 7.-14. Jahre in die Schule schicken, und wenn er es nicht tun wolle (es sey denn um Krankheits willen) dennoch das Schulgeld dem Schulmeister bezahlen solle. In des Vaters Verweigerungsfalle aber habe es der Schulmeister bei dem Adligen Gerichte anzuzeigen." Wie hoch das Schulgeld damals in Zwötzen gewesen, wissen wir nicht. (In Lusan beträgt es um jene Zeit 4 Pf. wöchentlich). An Naturalien bekommt der Lehrer in Zwötzen 5 Scheffel Korn."
01.09.1692 Dr. Tobias Heubler verstorben
r. Tobias Heubler gehörte zu seiner Zeit zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Stadt Gera und hatte in den verschiedensten öffentlichen Funktionen und Ämtern großen politischen und gesellschaftlichen Einfluss ausüben können. Er war Kanzler und Konsistorialpräsident in Gera und zugleich Schönburgscher Hofrat und Amtmann. Seinen Wohnsitz hatte er in Droschka bei Bürgel genommen. Zu Ende des Jahres 1691 ging das Zwötzener Gut auf Tobias Heubler über, nachdem es viele Jahre der Familie von Lüschwitz anhing. Ein in Kupfer gearbeitetes Bildnis, welches in der Sakristei der unteren Kirche in Zwötzen aufbewahrt wurde, stellte ihn in der typischen Tracht seiner Zeit dar, geschmückt mit einer Allongsperücke. Unter dem Bild ist folgender Text zu finden. "Tobias Heubler, Gerichtsherr in Zwötzen und Droschka, der hochgerühmten Grafen Reuß und Plauen Rat und Kanzler, sowie auch des Consistoriums, welches in Gera ist, Vorsitzender. Geboren am 27. Oktober 1628, gestorben im Jahre 1692 am 1. September, welchen sein einziger hinterlassener Sohn, Leberecht Tobias Heubler, Gerichtsherr von Zwötzen und Droschka, Reußischer Rat, aus kindlicher Dankbarkeit in Erz hat schreiben lassen. Tobias Heubler hatte mit einem Alter von fast 64 Jahren ein für diese Zeit überdurchschnittlich langes Leben führen können.
1694 Das Rittergut in Frankenthal
as Rittergut Frankenthal, westlich von Gera gelegen, war seit dem Jahre 1637 an die Landesherrschaft gefallen. Seit dem Übergang an die Familie von Meußbach im Jahre 1661 wechselten die Eigentümer häufig. Seit dem Jahr 1672 an die Herren von Ende, ab 1679 an die Herren Lencke, dann die Herren von Feilitzsch und seit dem Jahre 1694 an Limmer. Das Rittergut Frankenthal war nur ein kleines Gut, das lediglich über einen Teil des Ortes Frankenthal die Erbgerichtsbarkeit besaß. Diese Patrimonialgerichtsbarkeit wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1855 aufgehoben. Die wenigen Akten, die den Bestand ausmachen, stammen vom Patrimonialgericht Frankenthal. Die seit 1649 vorliegenden Lehn- und Handelbücher des Patrimonialgerichts sind vom Justizamt Gera bis 1862 fortgeführt worden. Sie wurden infolgedessen in den Bestand Reußisches Amtsgericht Gera eingeordnet. (Quelle: Thüringisches Staatsarchiv Greiz)
1696 Die Schule im Jägerhof
m ehemaligen Jägerhof, auch als Jägerhaus bekannt, welcher am Eingang zum Schlossberg stand, wurde die Untermhäuser Schule eingerichtet. Der Hofkantor der Reußen Julius Mylios, welcher zugleich zum Lehrer berufen wurde, bezog seine Wohnung im Jägerhof.
1696 Das Rittergut in Frankenthal
as Rittergut Frankenthal, westlich von Gera gelegen, war seit dem Jahre 1637 an die Landesherrschaft gefallen. Seit dem Übergang an die Familie von Meußbach im Jahre 1661 wechselten die Eigentümer häufig. Seit dem Jahr 1672 an die Herren von Ende, ab 1679 an die Herren Lencke, dann die Herren von Feilitzsch und seit dem Jahre 1696 an die Herren Engelschall. Das Rittergut Frankenthal war nur ein kleines Gut, das lediglich über einen Teil des Ortes Frankenthal die Erbgerichtsbarkeit besaß. Diese Patrimonialgerichtsbarkeit wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1855 aufgehoben. Die wenigen Akten, die den Bestand ausmachen, stammen vom Patrimonialgericht Frankenthal. Die seit 1649 vorliegenden Lehn- und Handelbücher des Patrimonialgerichts sind vom Justizamt Gera bis 1862 fortgeführt worden. Sie wurden infolgedessen in den Bestand Reußisches Amtsgericht Gera eingeordnet. (Quelle: Thüringisches Staatsarchiv Greiz)
1700 Eine Beschreibung der Stadt
in gewisser H. Seyfried beschrieb die berühmtesten Städte der ganzen Welt und brachte folgendes schon 1693 zu Papier, was erst 1700 in Gera veröffentlicht wurde. "Gera, oder Gerau, Stadt, ist heutzutage weit und breit berühmt wegen seiner Handlung mit Wollen- und gewirkten Zeugen: sonderlich wegen des wohl angerichteten und bestellten Gymnasii und wird wegen der Sauberkeit das kleine Leipzig genannt"
1700 Die Schöffen neben den Ortsrichtern
eben dem Ortsrichter, hier am Beispiel von Zwötzen, waren auch sogenannte "Schöppen" (Schöffen) an den Gerichten tätig. Im Jahr 1700 war das in dem kleinen Ort bei Gera, Zwötzen war noch nicht eingemeindet, der Herr Tobias Burkhardt neben Hans Heyland. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
1700 Die Schöffen neben den Ortsrichtern
eben dem Ortsrichter, hier am Beispiel von Zwötzen, waren auch sogenannte "Schöppen" (Schöffen) an den Gerichten tätig. Im Jahr 1700 war das in dem kleinen Ort bei Gera, Zwötzen war noch nicht eingemeindet, der Herr Hans Heyland. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
26.05.1700 Nikolaus Ludwig Reichsgraf von Zinzendorf und Pottendorf geboren
ikolaus Ludwig Reichsgraf von Zinzendorf und Pottendorf, geboren am 26. Mai 1700 in Dresden und verstorben am 9. Mai 1760 in Herrnhut, war ein lutherisch-pietistischer Theologe, Gründer und Bischof der Herrnhuter Brüdergemeine („Brüder-Unität“) und Dichter zahlreicher Kirchenlieder. Er war der Sohn von Georg Ludwig Reichsgraf von Zinzendorf und Pottendorf (1662–1700) und Charlotte Justine von Gersdorff (1675–1763). Philipp Jacob Spener war sein Taufpate. Zinzendorfs Vater verstarb früh; fortan lebte Zinzendorf in Großhennersdorf in der Oberlausitz bei seiner frommen Großmutter, Henriette Katharina von Gersdorff, geborene von Friesen. Er besuchte von 1710 bis 1715 das Pädagogium der Franckeschen Stiftungen in Halle, wo er sehr im Sinne des Pietismus geprägt wurde. Gerade August Hermann Francke selbst hatte großen Einfluss auf ihn. Von 1716 bis 1719 studierte Zinzendorf an der Universität Wittenberg Rechtswissenschaft. Er gründete 1710 mit Friedrich von Watteville den Senfkorn-Orden (Sammlung von Liebhabern Jesu). Von 1719 bis 1720 unternahm er eine Bildungsreise in die Niederlande und nach Frankreich. Dort gewann er die Freundschaft von Menschen anderer Konfession (auch von Katholiken) und erlebte die Möglichkeit einer die Konfessionen übergreifenden Einheit unter Christen. Von 1721 bis 1732 war er dann Hof- und Justizrat in Diensten August des Starken in Dresden. 1722 heiratete Zinzendorf Erdmuthe Dorothea Gräfin Reuß-Ebersdorf. Im Mai des gleichen Jahres erwarb er von seiner Großmutter das Rittergut Mittelberthelsdorf in der Oberlausitz. Dort begann im Juni 1722 die Aufnahme von Glaubensflüchtlingen aus Mähren, Nachkommen der alten böhmisch-mährischen Brüder. Diese gründeten außerhalb von Berthelsdorf, das unterhalb des Hutberges gelegen ist, die Siedlung Herrnhut (sorbisch Ochranow), aus der die kirchlich eigenständige Brüdergemeine erwuchs (später siedelten sich zahlreiche Flüchtlinge in Böhmisch-Rixdorf an). Im August 1727 kam es zur Gründung der Herrnhuter Brüdergemeine durch einen Bußakt des Pfarrers Rothe, Zinzendorfs und der ganzen Gemeinde.

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1701 Das letzte Todesurteil in Niebra
iele kleine Orte um Gera herum waren zu dieser Zeit noch eigenständig und hatten ihre eigene Gerichtsbarkeit bzw. durften die Urteile selbst vollstrecken. Auf dem bei Niebra gelegenen Galgenberg wurde in diesem Jahr das letzte Todesurteil vollstreckt. Das war für diese Zeit ungewöhnlich, da öffentliche Hinrichtungen noch an der Tagesordnung waren. Die letzte deutsche Hexenverbrennung war erst im Jahr 1806. Also wesentlich später.
1702 Kirchenstiftung in Zwötzen
m Jahre 1702 stiftete die "Brettin-Heublerische-Gerichtsobrigkeit" folgendes für die kirche in Zwötzen. Ein Sammet-Altarbuch (karmoisinrot und schwarzgeblümt), eine weißspitzene Überdecke, ein gelb atlassenes Vorhalt-Tüchlein, einen Umhang (umbs pulpet von Samt), einen verkanen Priesterrock, ein Coffre und 50 meißnische Gulden.
1709 Ein strenger Winter
isige Temperaturen setzten den Menschen in früherer Zeit wesentlich mehr zu als im 20. oder 21. Jahrhundert. Wirklich warme und passende Kleidung trugen den wenigsten einfachen Geraer und so wurde das Leben im Winter oft recht beschwerlich. Wenn dann auch noch die Flüsse teilweise zufroren und Eisgang die Brücken bedrohte war es besonders gefährlich in Gera. Das Jahr 1709 brachte wieder einmal einen besonders harten Winter mit eisigen Minusgraden, die erst 30 Jahre später wieder übertroffen wurden, als der Zwötzener Pfarrer darüber berichtete, dass es noch einmal 4 Grad kälter sei als noch im Jahr 1709. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
1709 Der Geraer Henker in Eineborn
ie urkundliche Ersterwähnung Eineborns erfolgte im Jahre 1280, gegen Ende des Hochmittelalters. Eineborn ist eine Gemeinde im Südosten des Saale-Holzland-Kreises und ein Teil der Verwaltungsgemeinschaft Hügelland/Täler. Der kleine Ort war im Jahr 1709 von Hexenverfolgung betroffen. Ein gewisser Christian Haacke geriet in einen Hexenprozess und wurde von seinem Gevatter, dem Scharfrichter von Gera, enthauptet. (Die eigentliche europäische Hexenverfolgung fand in der Frühen Neuzeit vor allem in West- und Mitteleuropa aufgrund von Anklagen gegenüber vermeintlichen Anhängern der sogenannten Hexenlehre statt. Bei der europäischen Hexenverfolgung von 1450 bis 1750, Höhepunkt 1550?1650, handelte es sich nur zum Teil um eine kirchliche Aktion gegen Häretiker, sondern in erster Linie um eine Massenhysterie bezüglich Zauberei und Hexerei, das juristisch zur Straftat der Zauberei umgesetzt wurde und zu vielen Verdächtigungen, Denunziationen, öffentlichen Massenprozessen und Hinrichtungen führte. Die tatsächliche Verfolgung geschah, im Gegensatz zur Inquisition, durch Gerichte und in sehr vielen Fällen aufgrund von Denunziationen aus der Bevölkerung. Die letzte überlieferte Hinrichtung einer Hexe in Mitteleuropa fand 1793 in Südpreußen statt. Gerichtliche und gesetzliche Grundlage war der Hexenhammer (lat. Malleus Maleficarum). Ein Werk zur Legitimation der Hexenverfolgung, das der Dominikaner Heinrich Kramer (lat. Henricus Institoris) nach heutigem Forschungsstand im Jahre 1486 in Speyer veröffentlichte und das bis ins 17. Jahrhundert hinein in 29 Auflagen erschien. Auf den Titelblättern der meisten älteren Ausgaben wird auch Jakob Sprenger als Mitautor genannt, das wird aber von der neueren Forschung teilweise bestritten.)
1709 Das Rittergut in Frankenthal
as Rittergut Frankenthal, westlich von Gera gelegen, war seit dem Jahre 1637 an die Landesherrschaft gefallen. Seit dem Übergang an die Familie von Meußbach im Jahre 1661 wechselten die Eigentümer häufig. Seit dem Jahr 1672 an die Herren von Ende, ab 1679 an die Herren Lencke, dann die Herren von Feilitzsch und seit dem Jahre 1709 an die Herren von Grießheim. Das Rittergut Frankenthal war nur ein kleines Gut, das lediglich über einen Teil des Ortes Frankenthal die Erbgerichtsbarkeit besaß. Diese Patrimonialgerichtsbarkeit wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1855 aufgehoben. Die wenigen Akten, die den Bestand ausmachen, stammen vom Patrimonialgericht Frankenthal. Die seit 1649 vorliegenden Lehn- und Handelbücher des Patrimonialgerichts sind vom Justizamt Gera bis 1862 fortgeführt worden. Sie wurden infolgedessen in den Bestand Reußisches Amtsgericht Gera eingeordnet. (Quelle: Thüringisches Staatsarchiv Greiz)
1710 Die Schöffen neben den Ortsrichtern
eben dem Ortsrichter, hier am Beispiel von Zwötzen, waren auch sogenannte "Schöppen" (Schöffen) an den Gerichten tätig. Im Jahr 1710 war das in dem kleinen Ort bei Gera, Zwötzen war noch nicht eingemeindet, der Herr Tobias Meynhardt. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
1711 Stiftung für die Zwötzener Kirche
er Bürger Nicol Kühn setzte im Jahr 1711 in seinem Testament fünf Gulden für die Zwötzener Kirche aus. Sein Sohn Hans Kühn zahlte die Summe nach dem Tod des Vaters dem Pfarrer aus. Damit die Summer auch verbrieft und gesichert in die Hände der Kirche übergehen konnte, bestätigte der Geraer Gerichtsdirektor Hemmann die Zahlung im Kirchenbuch und trat damit als Zeuge des Vorgangs auf.
15.09.1711 Heinrich IX. Reuß zu Köstritz geboren
einrich IX., geboren am 15. September 1711 in Köstritz und verstorben am 16. September 1780 in Berlin, war Graf Reuß zu Köstritz. Heinrich IX. ist der Stifter des mittleren reußischen Zweiges Köstritz. Heinrich IX. war ein Sohn des Grafen Heinrich XXIV. und dessen Gemahlin Freiin Eleonore von Promnitz-Dittersbach (1688-1776). Heinrich absolvierte ein Studium der Staats- und Rechtswissenschaften und begab sich nach seiner Kavalierstour auf die Güter seiner Mutter in Schlesien, wo er ein juristisches Amt annahm. Durch Familienbeziehungen wurde er mit den nachmaligen König Friedrich II. von Preußen bekannt und begann in Berlin eine Tätigkeit als Kammergerichtsrat. Von 1762 bis 1769 war Heinrich IX. königlich preußischer Generalpostmeister und Chef des Postwesens. Später stieg er zum dirigierenden Minister, obersten Hofbeamten und engen persönlichen Berater Friedrichs des Großen auf. Heinrich wurde nach seinem Tod in der Berliner Garnisonkirche beigesetzt. Heinrich IX. heiratete am 7. Juni 1743 in Dorth, bei Deventer Gräfin Amalie von Wartensleben und Flodroff (1715-1787), Tochter des Grafen Karl von Wartensleben und dessen Gemahlin Johanna Margarita Huysseman von Cattendyck, Gräfin von Flodroff. Mit ihr hatte er neun Kinder.
1712 Das Rittergut in Frankenthal
as Rittergut Frankenthal, westlich von Gera gelegen, war seit dem Jahre 1637 an die Landesherrschaft gefallen. Seit dem Übergang an die Familie von Meußbach im Jahre 1661 wechselten die Eigentümer häufig. Seit dem Jahr 1672 an die Herren von Ende, ab 1679 an die Herren Lencke, dann die Herren von Feilitzsch und seit dem Jahre 1712 an die Herren von Maltiz. Das Rittergut Frankenthal war nur ein kleines Gut, das lediglich über einen Teil des Ortes Frankenthal die Erbgerichtsbarkeit besaß. Diese Patrimonialgerichtsbarkeit wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1855 aufgehoben. Die wenigen Akten, die den Bestand ausmachen, stammen vom Patrimonialgericht Frankenthal. Die seit 1649 vorliegenden Lehn- und Handelbücher des Patrimonialgerichts sind vom Justizamt Gera bis 1862 fortgeführt worden. Sie wurden infolgedessen in den Bestand Reußisches Amtsgericht Gera eingeordnet. (Quelle: Thüringisches Staatsarchiv Greiz)
1714 Aus der Sagenwelt
ine Sage knüpft an geschichtliche Begebenheiten an in der Region um Lunzig bei Gera. Gebäude, Personen, Naturerscheinungen spielen gewichtige eine Rolle. Sagen wurden von Mund zu Mund weiter gegeben und zur Zeit ihrer Entstehung waren sie durchaus Wahrheitsberichte. Auf dem "Oberen Rittergut" zu Lunzig lebte der Junker Wolff Reimar von Karstädt. Kampferfahren und mit reicher Beute war er aus dem Türkenkrieg (wahrscheinlich 1714-1718) zurückgekehrt. Das ruhige Leben aber behagte ihm wenig. Wild und verwegen ritt er durch Feld und Flur, auch nachts, und zuweilen hatte es den Anschein, als würde ein Reiter ohne Kopf dahinstürmen.Einmal war Karstädt beim Schlossherrn von Berga zu Besuch. Der Bergaer bildete sich viel auf seine Kraft ein. Er nahm eine große dicke Zinnplatte von der Tafel, rollte sie zusammen wie ein Blatt Papier und fragte den Karstädt prahlerisch: "Könnt ihr das auch?" Karstädt nahm die zusammengerollte Platte und wickelte sie lachend wieder auf. Dann nahm er den großen eisernen Schürhaken vom Kamin und wickelte sich diesen ohne Anstrengung um die Hand, als ob es ein Bindfaden wäre.Dann zog er seine Hand heraus, gab den zusammengerollten Schürhaken dem Bergaer Schlossherrn und forderte ihn auf: "Nun, versucht ihn aufzurollen!". Der Bergaer gab sich alle Mühe, doch es gelang ihm nicht. Als der alte Teufelskerl gestorben war und der Sarg mit seiner Leiche vor dem Herrenhaus stand, zogen die Pferde nicht an. Kein Zureden half und schlagen wollte man die Tiere auch nicht. Der Weg zu Fuß bis zur Hohenleubener Kirche aber war für die Leichenträger viel zu weit und beschwerlich noch dazu. Da war guter Rat teuer. Auf einmal klirrte oben im Herrenhaus ein Fenster. Alle schauten in die Höhe. Was sie da erblickten, machte sie sprachlos vor Staunen und Schrecken. Wer schaute da aus dem Fenster herunter auf den Leichenzug? Der Herr von Karstädt wie er leibte und lebte! Man sah ihn mit der Hand winken und hörte ihn rufen: "Zieh an, Liese! Zieh an, Hans! Hotte hü!" Und wie die Pferde den Ruf ihres Herrn hörten, wieherten sie freudig, legten sich in die Zügel, zogen an und der Leichenwagen setzte sich in Bewegung. Im gleichen Augenblick schloss sich oben das Fenster und der alte Karstädt war und blieb verschwunden.
1716 Die Schöffen neben den Ortsrichtern
eben dem Ortsrichter, hier am Beispiel von Zwötzen, waren auch sogenannte "Schöppen" (Schöffen) an den Gerichten tätig. Im Jahr 1716 war das in dem kleinen Ort bei Gera, Zwötzen war noch nicht eingemeindet, neben Hans Heyland der Herr Georg Rothe. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
1716 Die Schöffen neben den Ortsrichtern
eben dem Ortsrichter, hier am Beispiel von Zwötzen, waren auch sogenannte "Schöppen" (Schöffen) an den Gerichten tätig. Im Jahr 1716 war das in dem kleinen Ort bei Gera, Zwötzen war noch nicht eingemeindet, zum zweiten Mal der Herr Hans Heyland. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
1717 Das Rittergut in Frankenthal
as Rittergut Frankenthal, westlich von Gera gelegen, war seit dem Jahre 1637 an die Landesherrschaft gefallen. Seit dem Übergang an die Familie von Meußbach im Jahre 1661 wechselten die Eigentümer häufig. Seit dem Jahr 1672 an die Herren von Ende, ab 1679 an die Herren Lencke, dann die Herren von Feilitzsch und seit dem Jahre 1717 an die Herren von Helldorf. Das Rittergut Frankenthal war nur ein kleines Gut, das lediglich über einen Teil des Ortes Frankenthal die Erbgerichtsbarkeit besaß. Diese Patrimonialgerichtsbarkeit wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1855 aufgehoben. Die wenigen Akten, die den Bestand ausmachen, stammen vom Patrimonialgericht Frankenthal. Die seit 1649 vorliegenden Lehn- und Handelbücher des Patrimonialgerichts sind vom Justizamt Gera bis 1862 fortgeführt worden. Sie wurden infolgedessen in den Bestand Reußisches Amtsgericht Gera eingeordnet. (Quelle: Thüringisches Staatsarchiv Greiz)
1719 Zur Geschichte von Bad Klosterlausnitz
m Jahre 1137 wurde das seit 1132 bestehende Kloster, das nach den Regeln des Augustinerordens lebte, erstmals in einem Bestätigungsbrief von Papst Innozenz II. erstmals erwähnt. Ab 1526 ist das Dorf Lausnitz neben dem Kloster bekannt. Seit 1661 trägt der Ort den Namen des Klosters - Klosterlausnitz -, das 1526 aufgehoben wurde. Von Kloster Lausnitz aus wurde die Entwicklung des Handwerkes gefördert; denn die zum Stift gehörende Glashütte im Tautenhainer Forst in der Weißenborner Gemarkung wurde 1137 gegründet und beschäftigte Leibeigene und Hörige, die Tafelglas produzierten. Die Klosterlausnitzer Glashütte ist die älteste dieser Art in Ostthüringen. In der südlichen Gemarkung von Lausnitz wurde um 1200 die Ansiedlung Gumprechtsdorf nachgewiesen. In den Jahren von 1719 bis 1722 wurde auf dem Gelände des ehemaligen Klosters ein Jagdschloss von Herzog Friedrich II. (Sachsen-Gotha-Altenburg) errichtet, weil sich im großen Waldgebiet viel Wild, mehrere Wildgehege und -gatter befanden. Alte Gebäude wurden abgebrochen und das Material für den Neubau verwendet. Im Jahr 1849 richtete man im linken Flügel des Jagdschlosses eine Schule ein. 1860 wurden Teile dieses Flügels für den geplanten Neubau einer Kirche nieder abgebrochen. Der Neubau der heute (2013) noch stehenden Kirche dauerte etwa bis 1866. Im Jahr 1871 wurde im Jagdschloss ein Forstamt eingerichtet. 1888/89 wurde das Jagdschloss abgerissen.
1720 Vermessungen in Liebschwitz
n der Zeit des ersten Viertels des 18. Jahrhunderts reiste im Auftrag von Kursachsen der Landvermesser Paul Trenckmann dürch die sächsische Enklave, zu der auch der spätere Geraer Ortsteil Liebschwitz gehörte, um die verschiedenen Orte zu beschreiben. Paul Trenckmann, so kann angenommen werden, war wohl ein Mitarbeiter von Adam Friedrich Zürner (1680-1742), welcher daraufhin in seinen Aufzeichnungen über Liebschwitz folgendes notierte.
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1720 Die Färberei Albrecht
m Jahr 1720 richtete der Geraer Michael Albrecht an der Kuttelhofbrücke seine erste Färberei- und Appreturanstalt ein. An der Kuttelhofbrücke hatte die Tuchmacherinnung um 1600 ein Färbehaus eingerichtet. Die Brücke befand sich an der Kaisergasse. Diese Gasse gehört zu den aufgehobenen Straßen und Gassen der Stadt und war neben der Färbergasse in der Innenstadt zwischen der späteren Florian-Geyer-Straße (ab 1892 die Harboustraße) und der Heinrichstraße zu finden.
1723 Die Schöffen neben den Ortsrichtern
eben dem Ortsrichter, hier am Beispiel von Zwötzen, waren auch sogenannte "Schöppen" (Schöffen) an den Gerichten tätig. Im Jahr 1723 war das in dem kleinen Ort bei Gera, Zwötzen war noch nicht eingemeindet, der Herr Christoph Feller. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
25.07.1724 Abbruch der Hospitalkirche
er Chronist Karl Gottfried Felbrig berichtete in seinen Aufzeichnungen, dass am 25. Juli des Jahres 1724 mit dem Abbruch der ehemaligen Hospitalkirche begonnen wurde. Er schrieb: "? und der Grund gegraben, da dann bey Grabung des Grundes viele Todtenbeine gefunden wurden ?" das wurde damit erklärt, dass, "? im Jahr 1658 im Februari bey den damals durch eine Eisfahrt entstandenen und lang anhaltenen Wasser 3 Leichen, welche nicht auf dem Gottesacker (neben der Trinitatiskirche) begraben werden [konnten], in dieser Kapelle begraben wurden?". (Quelle Stadtarchiv Gera HB 5623/1) Im August des Jahres waren die Abrissarbeiten beendet.
1727 Die Kaimberger Heilquelle
m 18. Jahrhundert machte Kaimberg durch eine Heilquelle von sich reden, die im Helgraben (dem Heilgraben) am Fuße des Helberges entsprang.
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1728 Eine Räuberbande in Gera
n St. Ganglof, einen Vorort von Gera, und seiner Umgebung machte eine Räuberbande die Gegend unsicher. Mehr als 2 ½ Jahrzehnte trieben sie ihr Unwesen, bis sie gefangen und hingerichtet worden. Köpfen war eine herkömmliche Methode der Hinrichtung zu dieser Zeit, und wurde mit einem Schwert vorgenommen.
1732 Alltag im Zucht- und Waisenhaus
er Diplomhistoriker Siegfried Mues, ehemaliger Leiter des Stadtmuseums, schrieb im „Geraer Heft“ auf den Seiten 39 bis 43 folgendes zum späteren Stadtmuseum, eines der bekanntesten Gebäude der Stadt. „Der Unterhalt des Zucht- und Waisenhauses geschah aus verschiedenen Quellen. Kurz vor der Einweihung des Hauses im Jahr 1732 legte Heinrich XVIII. jüngere Reuß mehrere der Anstalt zugute kommende Abgaben fest. Zum einen sollten alle Personen die in weltliche oder geistliche Landesdienste traten, von jedem Hundert ihres Einkommens einen Gulden an das Zucht- und Waisenhaus geben, zum anderen wurde künftig von verschiedenen gerichtlichen Handlungen (z.B. Anfertigung von Geburtsbriefen, Testamenten oder Vormundschaftsbestätigungen, Testamentseröffnungen, Grundstückskäufe und – verkäufe) im ganzen Land eine Abgabe von ein bis zwölf Groschen zugunsten des Zucht- und Waisenhauses verlangt.“

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25.11.1732 Johann Heinrich von Berger verstorben
ohann Heinrich von Berger, geboren am 27. Januar 1657 in Gera, war ein deutscher Jurist. Er wuchs als Sohn des einstigen Konrektors am Geraer Gymnasium und späteren Rektors des Gymnasiums in Halle (Saale) Valentin Berger (geb. am 18. Januar 1620 in Ohrdruf und verst. am 22. Mai 1675 in Halle / Saale) und seiner 1655 geehelichten Frau Margaretha Katharina ( geb. Faschen aus Arnstadt verst. 1695) auf. Berger immatrikulierte sich an der Universität Leipzig um sich einem Studium der Rechtswissenschaften zu widmen, wo er in Jacob Born einen fördernden Gönner fand. 1677 zog er nach Jena und hörte dort G A. Georg Adam Struve, Johann Schilter und Nikolaus Christoph Freiherr von Lyncker. Hier beschäftigte er sich auch mit theologischen, philosophischen und historischen Themen. Wieder nach Leipzig gezogen erwarb er 1682 den Doktorgrad und bekam eine Anstellung als Assessor im geistlichen Konsortium. 1685 folgte er einem Angebot von der Universität Wittenberg als ordentlicher Professor und Assessor am Wittenberger Hofgericht. Alsbald erwarb er ein Sitz im Schöppenstuhl der Juristenfakultät. Es folgte ein Sitz am Niederlausitzer Landgericht und 1694 wurde er Rat am Appellationsgericht in Dresden. Angebote anderer Universitäten lehnte er ab, so zum Beispiel 1695 als er Lynkers Stelle in Jena übernehmen sollte. 1707 wurde er am kursächsischen Hofgericht Assessor primarius, Ordinarius an der Juristenfakultät, übernahm als Direktor den Vorsitz über das Wittenberger Konsortium und wurde zum königlich polnischen und kurfürstlichen Rat. Als solcher beteiligte er sich ab 1697 an den Vorarbeiten zu einer neuen Prozessordnung die 1699 den Ständen vorgelegt wurde. Diese Prozessordnung, die hauptsächlich von Berger erarbeitet wurde, bildet im Wesentlichen die Grundlage der 1724 veröffentlichten "Erläuterung und Verbesserung der bisherigen (kursächsischen) Prozeß- und Gerichtsordnung". Auf Lynckers Empfehlung wurde er Reichshofrat bei Kaiser Joseph I.. Im Jahre 1713 erhielt er von Karl VI, nachdem er 1711 in Kursachsen zum Beisitzer des Reichsvikariatsgerichts geworden war, die Bestellung als evangelischer Reichshofrat, was 1717 die Erhebung in den Adelsstand des Heiliges Römisches Reiches nach sich zog und dem die unmittelbare fränkische, schwäbische und rheinische Reichsritterschaft folgte. Weitere Berufungen wie der Stelle eines weimarschen Premierministers und Kanzlers, schlug er aus. Berger hatte durch unermüdlichen Fleiß sich umfassende Kenntnis des römischen und deutschen Rechtes erworben und war in der Lage durch sein ihm gegebenen Verstand die Rechtsrichtungen zu taxieren. In den Mitteilungen der Rechtsprechung seiner Zeit und der Verwertung derselben zur Gewinnung legislativer Gesichtspunkte, ruht sein Hauptwerk. Berger heiratete am 8. November 1684 in Dresden Maria Sophia Jacobi (geb. 1665 Dresden, verst. 1711), die Tochter des Dr. jur. Adam Christoph Jacobi (1638-1689) und der Maria Gertrud Börner (1645-1711). Das Ehepaar hatte acht Kinder, vier Söhne und eine Tochter überlebten ihn. Die überlebenden Söhne waren Johann Samuel von Berger (geb. am 16. August 1691 in Wittenberg verst. am 17. September 1757 in Celle, am 14. Oktober 1703 immatrikuliert an der Universität Wittenberg, am 18. Oktober 1709 Magister der Philosophie, Lizentiat und Doktor der Medizin im September 1713, Arzt in Celle, 1726 in zweiter Ehe verheiratet mit Margarethe Louise von Ramdohr (1705-1790), Enkelin des Andreas Ramdohr), Johann August von Berger, Friedrich Ludwig von Berger und Christof Heinrich von Berger. Die Tochter heiratete den Theologen Andreas Charitius. Johann Heinrich von Berger verstarb am 25. November 1732 in Wien.
1738 Das Rittergut in Frankenthal
as Rittergut Frankenthal, westlich von Gera gelegen, war seit dem Jahre 1637 an die Landesherrschaft gefallen. Seit dem Übergang an die Familie von Meußbach im Jahre 1661 wechselten die Eigentümer häufig. Seit dem Jahr 1672 an die Herren von Ende, ab 1679 an die Herren Lencke, dann die Herren von Feilitzsch und seit dem Jahre 1738 an die Herren Tuch. Das Rittergut Frankenthal war nur ein kleines Gut, das lediglich über einen Teil des Ortes Frankenthal die Erbgerichtsbarkeit besaß. Diese Patrimonialgerichtsbarkeit wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1855 aufgehoben. Die wenigen Akten, die den Bestand ausmachen, stammen vom Patrimonialgericht Frankenthal. Die seit 1649 vorliegenden Lehn- und Handelbücher des Patrimonialgerichts sind vom Justizamt Gera bis 1862 fortgeführt worden. Sie wurden infolgedessen in den Bestand Reußisches Amtsgericht Gera eingeordnet. (Quelle: Thüringisches Staatsarchiv Greiz)
06.03.1739 Heinrich Gottfried von Bretschneider geboren
einrich Gottfried von Bretschneider wurde in Gera geboren. Er besuchte das Geraer Gymnasium und studirte dann für sich weiter ohne eine Universität zu besuchen. Im Alter von sechszehn Jahren trat er als Cornet bei den sächsischen Dragonern ein und machte als solcher die Schlacht von Collin (18. Juni 1757) mit, nahm dann seinen Abschied und als Rittmeister Dienste in dem preußischen Freicorps von Gschray, wurde aber mit diesem gefangen. Im Jahre 1767 war als Landeshauptmann zu Idstein im Nassau-Usingischen und 1769 als Major aufgetreten. Da es aber immer wieder zu Veränderungen im dortigen Staatsdienste kam, quittirte er den Dienst und unternahm Reisen nach Frankreich, Holland und England, von welchen er berichtete. 1775 versuchte er sich in Wien, das er früher kaum besucht hatte, als Agent verschiedener kleiner Reichsfürsten niederzulassen, doch der Plan mißlang und so ging er dann wieder nach Usingen, Coblenz, Frankfurt a. M. und Nürnberg, bis er im Juli 1776 durch den Einfluß des Herrn v. Gebler gelang, ihm die Stelle als Vice-Kreishauptmann im Banat Temesvar zu erwirken. Im März 1780 wurde er als kaiserlicher Rath und Bibliothekar nach Ofen versetzt, wo ihn Josephs II. Gunst gegen die heftigsten Angriffe der Jesuiten sicherstellte, wenngleich diesen Nachstellungen und Verfolgungen zu entgehen, ihm nicht ganz gelang. 1783 wurde er wieder nach Wien berufen und erhielt da den Auftrag, den größten Theil der Gasellischen Bücher zu übernehmen und dieselben nach Lemberg überzuführen, wohin er selbst versetzt und 1793 zum Gubernialrathe ernannt wurde. In dieser Stellung verblieb er bis in den Anfang des 19. Jahrhunderts, wo er mit dem Charakter eines Hofraths in den Ruhestand trat, dann auf Reisen ging, später aber seinen Aufenthalt zu Wien und seit 1809 zu Nürnberg und Erlangen nahm. In seinen vielerlei Lebenslagen hatte er sich eine seltene Welt- und Menschenkenntnisse erworben und seine Gewandtheit machte ihn zu wichtigen und verwickelten Geschäften sehr brauchbar. Er war Kunstkenner und Freund der Tonkunst und besaß nicht nur gewöhnliche gelehrte Kenntnisse, sondern auch eine große Sprachkenntnisse. Als Schriftsteller war er sehr fruchtbar, doch erschienen die meisten seiner Schriften anonym. Er verstarb am 1. November 1810 auf Schloss Krzimitz bei Plzen.
1740 Nur Orgelmusik wurde erlaubt
er Zwötzener Pfarrer Winkler führte akribisch Buch (das "protocollum patorale") über die Geschehnisse im Ort und, wie in diesem Fall, auch unfreiwillig über das Weltgeschehen. Er berichtete vom Ableben des Kaisers (Karl VI. Franz Joseph Wenzel Balthasar Johann Anton Ignaz (geb. 1. Oktober 1685 in Wien, verst. 20. Oktober 1740 ebenda) war von 1711 bis 1740 römisch-deutscher Kaiser), des Papstes (Clemens XII., eigentlich Lorenzo Corsini (geb. 16. April 1652 in Florenz, (Groß-Herzogtum Toskana, verst. 6. Februar 1740 in Rom) war Papst von 1730 bis 1740.), des Preußenkönigs (Friedrich Wilhelm I., König in Preußen und Markgraf von Brandenburg, Erzkämmerer und Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches (geb. 14. August 1688 in Berlin, verst. 31. Mai 1740 in Potsdam), aus dem Haus Hohenzollern, bekannt als "Soldatenkönig", regierte Preußen von 1713 bis 1740) und der russischen Kaiserin (Anna Iwanowna (Anna Ioannowna; geb. 28. Januar julianischer Kalender/ 7. Februar 1693 greg. Kalender in Moskau, verst. 17. Oktober jul. Kal. / 28. Oktober 1740 greg. Kal. in St. Petersburg) war Kaiserin von Russland von 1730 bis 1740.) Alle vier waren 1740 verstorben. Nach dem Tod des Kaisers wurden 4 Wochen lang mittags von 12-13 Uhr die Glocken geläutet, die Instrumentalmusik während des Gottesdienstes wurde eingestellt, nur die Orgel als sakrales Instrument durfte weiter gespielt werden. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
16.03.1740 Geschichte wurde aufgeschrieben
m Jahr 1740 erhielt der Zwötzener Pfarrer Winkler von Patron Heubler den Auftrag, in ein "besonderes Buch" (das "protocollum patorale") alle wichtigen Ereignisse einzutragen. Seine Amtsnachfolger sollten sich seinem Wunsch gemäß dieser Sitte anschließen. In diesem Buch berichtete der Pfarrer von der Erweiterung des Gottesackers (Friedhof), vom Ankauf eines kleinen Orgelwerkes für die Dorfkirche und vom allzu strengen Winter des Jahreswechsels 1739 auf 1740. Wozu er schrieb: "Die Kälte ist um 4 Grad größer als 1709; die Elster ist vollständig zugefroren, sodaß man mit den schwersten beladenen Wagen darüber fährt. Bei Rothens Gut bleibt ein Stückchen offen, woraus die Preskler und Zeulsdorfer Bauern ihr Wasser auf Schlitten in Fässern holen. Die Eisfahrt am 16. März ist so arg, dass durch das viele und starke Eis die Pfarrwohnung und der Erdboden im Garten erschüttert werden." (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
1742 Johann Jakob von Flanz geboren
er spätere Geheime Kammerrat Johann Jakob von Flanz war 1784 der Erbauer des späteren Geraer Landgerichts. Als Geraer Kauf- und Handelsherr unterhielt eine große Kattundruckerei in der Stadt. Flanz verstarb am 19. Mai 1823 in Gera.
1742 Die Schöffen neben den Ortsrichtern
eben dem Ortsrichter, hier am Beispiel von Zwötzen, waren auch sogenannte "Schöppen" (Schöffen) an den Gerichten tätig. Im Jahr 1742 war das in dem kleinen Ort bei Gera, Zwötzen war noch nicht eingemeindet, der Herr Hans Kühn. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
1745 Zur Geschichte des Tinzer Schlosses
as Schloss Tinz ist ein in den Jahren 1745 bis 1748 im Stil des Barock erbautes Schloss im Geraer Stadtteil Tinz. Bereits im Mittelalter befand sich an gleicher Stelle eine Wasserburg. Ausgrabungen brachten geringe Spuren der mittelalterlichen Burg zutage, welche hauptsächlich unter dem heutigen Schlossgebäude gelegen haben soll. Das Schloss wurde nach Plänen von Gerardo Hofmann errichtet. Der Bau begann 1745 unter Heinrich XXV. Reuß-Gera und wurde 1748, mit Vollendung der weiträumigen Parkanlage, unter seinem Sohn Heinrich XXX. beendet. In der Folgezeit diente es dem reußischen Herrscherhaus als Sommerresidenz und Witwensitz. Das Schloss war ursprünglich von einem geometrisch angelegten und mit Brücken überspannten Wassergraben umgeben, welcher 1975 zugeschüttet wurde. Ab 1827 stand das Schloss leer und wurde immer wieder militärisch genutzt. So diente es während des Deutsch-Französischen Krieges 1870 Soldaten als Unterkunft. Während des Ersten Weltkrieges wurden ab dem 8. September 1914 vorübergehend 204 französische Kriegsgefangene im Schloss untergebracht und ab Dezember 1914 wurde es als Lazarett und Genesungsheim für deutsche Soldaten genutzt. 1918 wurde das Schloss dem reußischen Fürstenhaus durch den Arbeiter- und Soldatenrat enteignet. Am 8. März 1920 entstand im Schloss auf Initiative von USPD, MSPD, KPD und unter Mitwirkung der Freien Gewerkschaften eine sozialistische Heimvolkshochschule. In fünfmonatigen Kursen sollte politisch engagierten Jungsozialisten eine systematische Bildung mit sozialistischem Welt- und Kulturverständnis geboten werden. Unterrichtet wurde unter anderem in Ökonomie, Gesellschaftslehre, Geschichte der Arbeiterklasse, Arbeitsrecht, Gewerkschaftswesen, Kunst und Literatur. Vor Ort lehrten viele bekannte Vertreter der Arbeiterbildung, unter anderem Alfred Braunthal, Ernst Fraenkel, Georg Engelbert Graf, Karl Korsch, Anna Siemsen und Otto Suhr. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Heimvolkshochschule im März 1933 geschlossen. Bis dahin hatten ca. 1.350 Frauen und Männer an den angebotenen Kursen teilgenommen. Nach 1933 diente es den Nationalsozialisten als Arbeitsdienstlager, während des Zweiten Weltkrieges als Lazarett. Am 15. Januar 1947 wurde das Schloss dem Kreisvorstand der SED übereignet, der es fortan für Lehrgänge der Arbeiterhochschule, später Kreisparteischule, nutzte. Zwischen dem 15. Januar 1996 und dem April 2010 war das Schloss das Provisorium des Geraer Landgerichtes, bis dieses in das neue Justizzentrum in der Innenstadt zog. Seitdem ist eine Sanierung mit anschließender Nutzung durch die Berufsakademie Gera geplant.
1745 Die Schöffen neben den Ortsrichtern
eben dem Ortsrichter, hier am Beispiel von Zwötzen, waren auch sogenannte "Schöppen" (Schöffen) an den Gerichten tätig. Im Jahr 1745 war das in dem kleinen Ort bei Gera, Zwötzen war noch nicht eingemeindet, der Herr Beck.
1746 Das reußische Justizamt
n diesem Jahr wurde in Untermhaus, noch kein Stadtteil von Gera zu dieser Zeit, am Mohrenplatz das reußische Justizamt errichtet. Das Haus Reuß beherrschte auch die Geraer Gerichtsbarkeit und lies das Anwesen unterhalb von Schloss Osterstein bauen. Später diente das Gebäude als Kunst-Galerie mit dem Namen M1.
1746 Die Schöffen neben den Ortsrichtern
eben dem Ortsrichter, hier am Beispiel von Zwötzen, waren auch sogenannte "Schöppen" (Schöffen) an den Gerichten tätig. Im Jahr 1746 war das in dem kleinen Ort bei Gera, Zwötzen war noch nicht eingemeindet, der Herr Christoph Heyland. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
29.09.1747 Nichts Besonderes mehr
ie Geraer Textilwaren waren nicht mehr so wertvoll wie noch in vergangenen Zeiten. Viele Textilhersteller produzierten nun ähnliche Waren und so schien es wenig verwunderlich, dass seinerzeit in einem Bericht der Leipziger Messe folgendes recht abfällig bemerkt wurde. "die Geraer Zeuge verlieren ihr Debit von Jahr zu Jahr, weil dergleichen leichte Wollzeuge fast allerorten fabriciret werden ". Die Messe wurde an "Michaelis" abgehalten, dem Erntedankfest, welches jährlich am 29. September begangen wurde.
1750 Die Schöffen neben den Ortsrichtern
eben dem Ortsrichter, hier am Beispiel von Zwötzen, waren auch sogenannte "Schöppen" (Schöffen) an den Gerichten tätig. Im Jahr 1750 war das in dem kleinen Ort bei Gera, Zwötzen war noch nicht eingemeindet, der Herr Christoph Heyland. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
14.06.1754 Hinrichtung von Michael Pfützner
uf dem Galgenberg wurde der Dieb und Landstreicher Michael Pfützner hingerichtet. Er wurde gehängt, und zwar mit einer Knotenschlinge um den Hals. Im gleichen Jahr wurden in Gera einige Mitglieder der Räuberbande von St. Gangloff, denen seit 1728 zahlreiche Verbrechen zur Last gelegt wurden, geköpft.
14.06.1754 Drei Hinrichtungen
rei Mitglieder der Sankt Gangloffer Bande, einer Diebes- und Mörderbande die schon seit 1728 ihr Unwesen triebe, wurden hingerichtet. Obwohl Graf Heinrich XXX. zwei Delinquenten begnadigte, die nicht am Galgen enden sollten, war mit der Begnadigung nur eine andere Hinrichtungsart vorgesehen, in dem man den Kopf des Delinquenten fachgerecht mit dem Schwert vom Rumpf trennte, statt ihn zu erhängen und ihm damit das Genick zu brechen.
1755 Die Zoitzmühle brannte
n der Liebschwitzer Zoitzmühle war ein großes Schadensfeuer ausgebrochen. Neben den Mahlgängen fürs Korn hatte der Betrieb von Johann Wilhelm Hüffner, der die Mühle 1734 erworben hatte, auch eine Öl- und Schneidemühle. Die Ölmühle brannte zwar bis auf die Grundmauern nieder, war aber durch die zu dieser Zeit in Kursachsen eingerichtete Brandkasse versichert. Diesem Umstand war es zu verdanken, dass die Ölmühle im Jahr 1756 wieder gangbar war. Das war wichtig, denn das dort verarbeitete Brennöl war die beständigste Einnahmequelle von J. W. Hüffner und sicherte seine Existenz. Trotzdem ging es danach abwärts mit der Mühle.
1756 Die Schöffen neben den Ortsrichtern
eben dem Ortsrichter, hier am Beispiel von Zwötzen, waren auch sogenannte "Schöppen" (Schöffen) an den Gerichten tätig. Im Jahr 1756 war das in dem kleinen Ort bei Gera, Zwötzen war noch nicht eingemeindet, der Herr Christoph Heyland. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
01.05.1759 Zwötzen im Siebenjährigen Krieg
er Geraer Chronist Ferdinand Hahn berichtete über den Siebenjährigen Krieg (1756-1763) und beschrieb die besonders harten Jahre 1758 und 1759. Am 1. Mai 1759 waren in Zwötzen so viele Preußen einquartiert, dass in den kleinen Bauernhäusern mindesten 30 und in den größeren Anwesen meist doppelt oder dreifach so viele Soldaten lagerten. Er schrieb über Misshandlungen aller Art, Erpressung und gewaltsame Anwerbung junger Männer zum preußischen Heer, welche an der Tagesordnung waren. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
1761 Eine Episode aus dem Siebenjährigen Krieg
u dieser Zeit herrschte in Gera und seinen Ortschaften wie Zwötzen eine große Unsicherheit, hervorgerufen durch Räuber- und Diebesbanden, welche im Krieg (1756-1763) in der Gegend hausten. Der Geraer Chronist Ferdinand Hahn berichtete folgendes: "In jener Zeit musste der Landbewohner in steter Furcht vor den damals hausenden Räuberbanden sein. In St. Gangloff scheint der Hauptsitz derselben gewesen zu sein; doch wohnten die Glieder dieser Bande allerorten zerstreut; auch in Zwötzen wohnten zwei, die zum mindesten Hehler dieser Diebesbanden waren, Schnell und Schramm. 1761 wurden die letzten 4 Hinrichtungen an diesen Räubern in Gera vollzogen. Bei dieser letzten Hinrichtung kam ein interessanter Fall vor. Einer der 4 Inquisiten, Christoph Strauß in Gera, der allein 51 Diebstähle eingestanden, hatte stets den Schenkwirt Christoph Steps in Zwötzen als Mittäter angegeben und u. a. ausgesagt, dass Stebs bei einem Diebstahle auf dem Zwötzener Hofe beim Herrn von Brettin insofern behilflich gewesen sei, als er die Räumlichkeiten obgegeben, in denen sich die Sachen befunden hätten. Stebs kam, obwohl er dies in Abrede stellte, ins Zuchthaus. Auf dem Schaffot, kurz vor der Hinrichtung, bekannte Strauß, dass Stebs unschuldig sei, und fügte die dringende Bitte um dessen Freilassung hinzu. Steps wurde jedoch erst später, nachdem sich seine Frau wiederholt fussfällig bittend an den Grafen gewandt hatte, aus dem Zuchthaus entlassen und zwar mit der Bedingung, dass er sein Gut in Zwötzen verkaufe und das Land auf immer verlasse. Alles Bitten und Flehen des Ehepaares war vergebens, und ob auch Steps um Aufschub bat, weil durch den schnellen Verkauf des Gütchens seine Kinder um das Ihrige kommen würden, so scheiterte dies doch alles an der eisernen Strenge Heinrichs XXX., der das einmal gegebene Gesetz aufrecht erhielt, dass jeder, auch wenn er nur Umgang mit Dieben gehabt habe, das Land "auf ewig" meiden müsse. So schrieb er auf das letzte dieser Bittgesuche: dass, wenn Steps nicht binnen 8 Tagen verkauft und das Land verlassen habe, dies auf gerichtlichem Wege geschehen solle." (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
1762 Das Rittergut Liebschwitz wurde vererbt
ls in diesem Jahr der Rittergutbesitzer von Liebschwitz, Johann Georg von Ziegenhierd, verstarb, übernahm dessen Sohn Ferdinand August von Ziegenhierd das Gut. Damit wurde er der neue Lehns- und Gerichtsherr, sowie Kirchen- und Schulpatron zu Liebschwitz und den dazu gehörenden Dörfern.
1765 Rückgang des Textilhandels
n dem Werk "Deutschlands Großindustrie & Großhandel" "Abtheilung Thüringen" von L.C.Beck, Herausgeber war die Deutsche Exportbank, wurde folgendes zum Rückgang des Geraer Textilhandels. Seit dem Jahr 1718 hatte sich die Zahl der Grosshandlungen in der Geraer Textilindustrie stetig zugenommen. Die Zeugmacherinnung hatte im Jahr 1734 ihren Höchststand an Mitgliedern erreicht, als 442 gezählt wurden, und nahm danach stetig ab. "Die Ursachen des Rückgangs beruhten in der Ungunst verschiedener allgemeiner und örtlicher Verhältnisse. Zunächst waren es die Lasten und die Handels- und Verkehrsstörungen, welche die Kriege um die österreichische Erbfolge und um Schlesien brachten. Dann kamen, gleich nach Beendigung des siebenjährigen Krieges die gegenseitigen Verkehrssperrungen der deutschen Staaten, worin 1765 wiederum Sachsen den Anfang machte, indem es die Einfuhr der schlesischen und Geraischen Waaren gänzlich unter Verbot stellte. Diesen hauptsächlich gegen Preussen gerichteten Schritt vergalt letzteres dadurch, , dass es für Schlesien nicht blos die sächsischen, sondern auch die "Geraischen Zeugwaaren" verbot, weil unter dieser schon damals allgemein als Gattungsnamen bekannten Bezeichnung nicht allein die glatten Geraer Gewebe, sondern auch alle diesen ähnlichen, anderwärts, besonders in Sachsen fabricierten Stoffe verstanden wurde."
1767 Das Zwötzener Pfarrgrundstück
nter der Ägide des Zwötzener Pfarrers Schuhmann wurde im Jahr 1767 ein zum Pfarrgrundstück jenseits der Elster gelegenes Areal an Riesches Witwe in Lusan verkauft. Der Grund dafür lag in der Tatsache, dass es nicht mehr bestellt werden konnte. Bei der Verhandlung gab der Schulze Hans Kühn an, dass Pfarrer Winckler, als er einst mit der Magd auf einer Fähre mit einem "Grase-Korbe" habe überfahren wollen, beinahe ertrunken wäre. Der Gerichtsschöppe Georg Rothe, der das Feld früher mit bestellt hatte, bezeugte, dass es infolge des schlechten, kiesigen Bodens auf ½ Scheffel Aussaat höchstens ¾ Scheffel erbrachte. Für den Erlös, den dieses "schadhafte" Feld bringt, gab der Kirchenpatron von Brettin ein gutes, größeres Feld her, das Feller an das Rittergut verkauft hatte. Der als Sachverständige von dem Konsortium zugezogene Richter Fröhlich aus Röppisch empfahl den vorteilhaften Handel, der damit abgeschlossen wurde. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Bruno Geweniger, Rektor der Schule)
1768 Der Henker als Chirurgicus
er Geraer Scharfrichter Fischer hatte ich in Gera als "Chrirgicus" einen Namen gemacht, als er einen ausgerenkten Arm eines Patienten besser behandelte als der zuständige Arzt. Das bescheinigte ihm auch ein anerkannter Leipziger Mediziner. Noch einen anderen Beweis von der Geschicklichkeit des alten Scharfrichters Fischers kann der Hofrath von Freyesleben in Gera geben. Dieser hatte das Unglück, sich im Tanzen den Knöchel auszuspringen. Die damals lebende geschickte Wundärzte in Gera bekamen ihn in die Kur, und endlich, nachdem sie ihn lange in der Kur gehabt, war sein Fuß einem Zuckerhute nicht unähnlich: die Schmerzen verliessen ihn nicht, und alle Hoffnung war verlohren, jemals wieder eine gesunden Fuß zu bekommen. - Indes hatten seine guten Freunde und Anverwandte von der Geschicklichkeit des Scharfrichter Fischer vieles gehört, und suchten daher ihn zu bereden, diesem Manne doch um Rath zu fragen. - Er gab ihren Bitten nach, lies den Scharfrichter holen, und fragte ihn ob er sich getraue ihm seinen Fuß so, daß er dem anderen wieder ähnlich würde, wieder herzustellen? "Warum nicht ! erwiderte Fischer - wenn sie nur den Schmerzen aushalten wollen, denn jetzt muß ich ihm den Knöchel wieder ausschlagen, und dann erst recht einrichten - das wird aber viel Schmerzen machen; denn jetzt ich der Knöchel nicht recht eingerichtet, und ohne das dieser in seiner Ordnung ist, kann Ihnen kein Mensch helfen." Der Hofrath entschloß sich dazu, den Schmerz zu dulden, Fischer brachte seinen Bruder Gottfried mit, unternahm die Kur, und stellt ihn nach einiger Zeit vollkommen gesund wieder her, so daß er noch bis an diese Stunde tanzen, reiten und springen kann, und sein Fuß dem anderen völlig ähnlich ist. (Quelle. "Der neue deutsche Zuschauer" oder "Archiv der denkwürdigen Ereignisse, welche auf die Glückseligkeit oder das Elend des menschlichen Geschlechts und der bürgerlichen Gesellschaft einige Beziehungen haben" von 1789)
09.1768 Mehr Heiler als Henker
u dieser Zeit war das Amt des Scharfrichters eine Tätigkeit, die im Alltagsleben zwar nicht immer präsent war, aber doch ab und zu von jedermann wahrgenommen wurde. Scharfrichter und Henker vollstreckten aber nicht nur Todesurteile, sondern sie brachten ihre Delinquenten auch in sogenannten peinlichen Befragungen (Folter) auch zu Geständnissen. Es durfte allerdings niemand so schwer gefoltert werden, dass er seine eigene Hinrichtung nicht bewusst miterlebte. In diesen Fällen war dann der Henker als Heiler gefragt, wenn er den Gefolterten wieder herrichten musste. Mitunter wendeten sich aber auch ganz normale Bürger wenn sie sich keinen Arzt leisten konnten und sogar Ärzte an die heilkundigen Scharfrichter, wenn die medizinische Hilfe zum Beispiel bei Knochenbrüchen benötigten. Aus dem September 1768 wurde folgende Episode über den Geraer Scharfrichter Fischer überliefert. "Gottfried Fischer gab im September 1768 Beweis an einem Manne, der sich den Arm aus der Kugel, und auch den Ellenbogen ausgefallen hatte. Der Chirurgicus Jödemann in Leipzig, bekam am dritten Tage nach geschehener Einrichtung diesen Mann, der sogleich wieder nach Leipzig gereist war, in die Kur, und mußte bekennen: daß des Scharfrichters Bruder Gottfried Fischer in Gera diesen zerschmetterten Arm, als ein rechtschaffender und sachverständiger Mann, wieder eingerichtet habe." ("Der neue deutsche Zuschauer" oder "Archiv der denkwürdigen Ereignisse, welche auf die Glückseligkeit oder das Elend des menschlichen Geschlechts und der bürgerlichen Gesellschaft einige Beziehungen haben" von 1789)
1769 Die Schöffen neben den Ortsrichtern
eben dem Ortsrichter, hier am Beispiel von Zwötzen, waren auch sogenannte "Schöppen" (Schöffen) an den Gerichten tätig. Im Jahr 1769 war das in dem kleinen Ort bei Gera, Zwötzen war noch nicht eingemeindet, der Herr Hans Friedrich Geweniger. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
01.09.1770 Ein schweres Gewitter über Zwötzen
er Zwötzener Pfarrer Salomo Dietrich berichtete von einem schweren Gewitter. "Am 1. September 1770 schlug bei einem sehr schweren Gewitter der Blitz in das (beim Schulbau abgerissene Lippoldsche) Haus, (damals) Adam Egerer gehörig. Dieser war allein im Hause, die Frau war mit den Kindern in Oberröppisch. Der Blitzstrahl verwüstete diese Wohnung außerordentlich, stürzte in der Stube die Wiege um, zerschlug Dach, Türen und Fenster, zerschmolz einiges Handwerkszeug des Mannes, und ein Spahn aus dem Tische flog an die Stubendecke, wo er noch zu sehen ist als große Merkwürdigkeit. Gezündet hat er nicht, aber der Mann hat eine lange Zeit betäubt gelegen." Kurz danach zerschlug ein Blitz eine große alte Linde in der Südstraße. Längs der Ostseite dieser Straße hatten bis etwa 1720 große Bäume gestanden, darunter auch ein gewaltiger Maulbeerbaum mit weißen Beeren, an den sich ältere Zwötzener noch erinnerten. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
1772 Steuerprozesse mit dem Fürsten
chon zu dieser Zeit zogen sich Gerichtsprozesse mitunter über Jahre hin und so war es nicht verwunderlich dass ein Rechtsstreit des Hauses Reuß, vertreten durch Heinrich XXX., bis zum Jahr 1778 andauerte. Es gab ein Zerwürfnis mit der landesständigen Vertretung seiner Ritterschaft wegen diverser Steuerangelegenheiten vor dem Reichskammergericht in Wetzlar. Heinrich XXX. hatte das Nachsehen bei dem Prozess, kurz gesagt, er verlor ihn.
1773 Die Schöffen neben den Ortsrichtern
eben dem Ortsrichter, hier am Beispiel von Zwötzen, waren auch sogenannte "Schöppen" (Schöffen) an den Gerichten tätig. Im Jahr 1773 war das in dem kleinen Ort bei Gera, Zwötzen war noch nicht eingemeindet, der Herr Georg Rothe. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
1775 Das Rittergut in Frankenthal
as Rittergut Frankenthal, westlich von Gera gelegen, war seit dem Jahre 1637 an die Landesherrschaft gefallen. Seit dem Übergang an die Familie von Meußbach im Jahre 1661 wechselten die Eigentümer häufig. Seit dem Jahr 1672 an die Herren von Ende, ab 1679 an die Herren Lencke, dann die Herren von Feilitzsch und seit dem Jahre 1775 an die Herren von Freiesleben und Dathe gemeinsam. Das Rittergut Frankenthal war nur ein kleines Gut, das lediglich über einen Teil des Ortes Frankenthal die Erbgerichtsbarkeit besaß. Diese Patrimonialgerichtsbarkeit wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1855 aufgehoben. Die wenigen Akten, die den Bestand ausmachen, stammen vom Patrimonialgericht Frankenthal. Die seit 1649 vorliegenden Lehn- und Handelbücher des Patrimonialgerichts sind vom Justizamt Gera bis 1862 fortgeführt worden. Sie wurden infolgedessen in den Bestand Reußisches Amtsgericht Gera eingeordnet. (Quelle: Thüringisches Staatsarchiv Greiz)
1776 Betteln wurde in Gera verboten
n Gera wurde in diesem Jahr die Almosenkasse eingerichtet. Im Gegenzug wurde dann das Betteln auf offener Straße in der Stadt verboten.
1776 Die Geraer Zünfte
chon im Mittelalter lebte die Stadt Gera vom Handwerk. Vorherrschend waren über viele Jahrhunderte die Textilindustrie und die Maschinenherstellung. Aber auch andere Gewerke waren in Gera vertreten und organisierten sich in Zünften. In diesem Jahr wurde die Zunft der Gürtler in Gera gegründet. (Der traditionelle Beruf des Gürtlers ist auch heute noch ein anerkannter Ausbildungsberuf nach der Handwerksordnung (HwO). Die heutige Bezeichnung lautet Metallbildner/in - Gürtler- und Metalldrücktechnik. Der Beruf gehört in den Bereich der Bearbeitung von Eisen-, Blech- und Nichteisenmetallwaren und ist eher kunsthandwerklich ausgerichtet. Gürtler bearbeiten und verformen Metalle zur Herstellung von Gebrauchs- und Schmuckgegenständen. Diese sind typischerweise technische Apparate, Möbelbeschläge, Beleuchtungskörper, Kirchen- und Tafelschmuck, Turmbekrönungen, Geländer und Tore. Die Werkstücke werden dabei von Hand oder heute auch zunehmend mit speziellen Werkzeugen und Maschinen bearbeitet, und zwar spanlos durch Hämmern, Drücken und Treiben, spanend durch Feilen, Fräsen und Stoßen oder auch mit Gusstechniken. Die fertigen Einzelteile werden zusammengesetzt, montiert und oberflächenbehandelt, z.B. galvanisiert.)
11.06.1779 Bernhard von Lindenau geboren
ernhard August von Lindenau, geb. am 11. Juni 1779 in Altenburg und verst. am 21. Mai 1854 in Windischleuba) war ein deutscher Jurist, Astronom, Minister und Mäzen. Lindenau war der Sohn von Johann August von Lindenau, Herr auf Pohlhof, Windischleuba und Nobitz, sachsen-altenburgischer Appellationsgerichtsrat und Landschaftsdirektor. Er studierte an der Universität Leipzig Jura, ab 1798 war er als Staatsbeamter im Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg, zunächst in Altenburg, ab 1801 als Kammerrat in Gotha tätig. Hier begannen seine astronomischen Studien bei Oberstallmeister von Hardenberg und schließlich bei Franz Xaver von Zach auf der Seeberg-Sternwarte. 1804 musste er infolge der Abreise Zachs die Sternwarte interimistisch übernehmen. Nach einer Zwischenzeit in Altenburg wurde er von Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg zum Direktor der Sternwarte berufen.

Zusatzinformationen
11.1780 Die Zuchthäusler und die Waisenkinder
m 18. September 1780 hatte ein Großfeuer in der Stadt fast 90 % der Gebäude zerstört. Auch das 1732 eingeweihte Zucht- und Waisenhaus war stark betroffen, obwohl das Gebäude bei Bauexperten seinerzeit als unzerstörbar geholten hatte. Die Waisenkinder hatte man nur über den Waisenhausgarten retten können als die Flammen schon meterhoch aus dem Gebäude schlugen. Den Garten hatte Heinrich XXX. vier Jahre vor dem Brand an das Haus verschenkt. Nach dem Brand richtete man das Gartenhaus im Waisenhausgarten so ein, dass es auch über den Winter 1780/1781 den Waisenkindern Unterkunft bot. Die Sträflinge hingegen wurden, nachdem sie die erste Nacht unter strenger Bewachung im Waisenhausgarten verbracht hatten, in das Wachthaus am Badergatter, gegenüber der Trinitatiskirche geführt, und verblieben dort, bis die Gewölbe im Zuchthauskeller wieder hergestellt waren. Im Jahr 1782 war das Gebäude wieder aufgebaut, und in der Waisenhauskirche wurden zwei weitere Kapellen eingerichtet. (Quelle: Diplomhistoriker Siegfried Mues, ehemaliger Leiter des Stadtmuseums)
1782 Die Schöffen neben den Ortsrichtern
eben dem Ortsrichter, hier am Beispiel von Zwötzen, waren auch sogenannte "Schöppen" (Schöffen) an den Gerichten tätig. Im Jahr 1782 war das in dem kleinen Ort bei Gera, Zwötzen war noch nicht eingemeindet, der Herr Georg Rothe. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
29.05.1782 Aufbau nach dem großen Brand
s sollte Jahre dauern, bis die Stadt nach dem großen Stadtbrand vom September 1780 wieder aufgebaut war und das Leben wieder einen normalen Gang nehmen konnte. Ende Mai war das Zucht- und Waisenhaus, später das Stadtmuseum, wieder hergerichtet und am 4. Juni des Jahres auch die Salvatorkirche.
04.06.1782 Klotz über die Salvatorkirche
m Jahre 1816 veröffentlichte der Geraer Prediger der St. Salvatorkirche Johann Christoph Klotz seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera", betätigte sich damit sehr erfolgreich als Stadtchronist. Klotz schrieb zum Thema Salvatorkirche folgendes nieder. "Diese Kirche ist ebenfalls am 18. Sept. 1780 ein Raub der Flammen geworden. Da aber das Mauerwerk noch gut war, so fieng man den neuen Bau bald wieder an, und wurde den 4. Junius1782 das Dach gerichtet, und das Gebäude so weit hergestellt, daß man am ersten Weihnachtsfeyertage dieses Jahres zum erstenmal wieder einen Gottesdienst darinnen halten konnte. Der Thurmbau wurde aber erst im J. 1783 beendigt und am 8. August Knopf und Fahne aufgesetzt. Eine Orgel bekam diese Kirche i. J. 1788, da sie am 13. p. Trinit. zum erstenmale gespielt wurde." (Die Rechtschreibung wurde dem Originaltext entnommen.)
11.1782 Erneute Rathausweihe
er große Geraer Stadtbrand anno 1780 hatte große Zerstörungen in der Stadt angerichtet. Auch das Rathaus war betroffen gewesen. In diesem November wurde es wieder eingeweiht.
05.06.1783 Häftlinge in Not geraten
m Jahr 1732 hatte man in der Geraer Vorstadt ein Zucht- und Waisenhaus eingerichtet. Allerdings war auch ein so gut gesichertes Gebäude nicht vor allen äußeren Einflüssen gefeit. Im September 1780 schlugen die Flammen aus dem Gebäude als der große Stadtbrand tobte und man hatte im letzten Moment die Waisenkinder und die Zuchthäusler noch vor dem Feuertod retten konnte. Aber nicht nur Flammen hatten das Gebäude in diesem Jahrzehnt gefährdet, sondern auch Wasser, als sich im Juni 1783 ein so heftiges Gewitter über Leumnitz entladen hatte, dass die Wassermassen den Leumnitzbach zum reißenden Strom anschellen ließ und das Wasser sich bergabwärts in die Stadt ergoss. Das Zucht- und Waisenhaus lag fast auf Elsterniveau und somit an einem der tiefsten Punkte der Stadt. Es war aber nicht nur Wasser in die Vorstadt geflossen, sondern auch Baumaterialien hatten sich einen Weg durch die Stadt gebahnt und einige Zerstörungen angerichtet. Das Wasser stieg im Zucht- und Waisenhaus so hoch an, dass die Sträflinge die im Kellergeschoss untergebracht waren, ihre Zellen unter Bewachung verlassen durften, da sie sonst ertrunken wären. (Quelle: Diplomhistoriker Siegfried Mues, ehemaliger Leiter des Stadtmuseums)
1784 Das Landhaus
n der Geraer Schloßstraße wurde das sogenannte "Landhaus" errichtet. Neben der späteren Nutzung durch Geraer Gerichte war es zeitweise als Steuer- und Zollamt und als Polizeidirektorium genutzt worden. Auch Chaussee- und Wegebaukommission war einmal dort beheimatet.
1785 Die Schöffen neben den Ortsrichtern
eben dem Ortsrichter, hier am Beispiel von Zwötzen, waren auch sogenannte "Schöppen" (Schöffen) an den Gerichten tätig. Im Jahr 1785 war das in dem kleinen Ort bei Gera, Zwötzen war noch nicht eingemeindet, der Herr Johann Kraft. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
04.05.1786 Teure Verantwortung für den neuen Müller
m Tag zuvor hatte der Falkensteiner Müller Gottfried Zenner von den Erben der Brüder Friederici, wohlhabende Orgelbaumeister aus Gera, die Zoitzmühle gekauft. Neben der Kaufsumme von 3500 Talern, welche er über Jahre abzuzahlen hatte, und dem obligaten "Huldigungsgeld" musste der neue Zoitzmüller auch die Gerichtskosten der Übergabe in Höhe von 26 Talern und 10 Groschen tragen. (Ein Tagelöhner hatte zu dieser Zeit etwa einen Taler die Woche.) Hinzu kamen noch Steuern, Lehnsgeld, Naturalabgaben, jährlich vier Tage "Ackerfrone" (Feldarbeit), sowie Getreide für den Ortspfarrer und den Schulmeister. Ferner wurde Gottfried Zenner vereidigt, den sogenannten Malzkasten zu führen. Das musste er gewissenhaft tun, denn die brauberechtigten Bauern aus den umliegenden Dörfern zu denen Liebschwitz gehörte, mussten ihr Braumalz aus der Zoitzmühle beziehen und konnte so brau- und schanksteuermäßig gut veranschlagt werden. An Hand der Abgabemengen an Braumalz konnte die Menge des gebrauten Bieres errechnet werden. Arbeitete der Zoitzmüller ungenau, entging dem Herrn von Liebschwitz viel Steuergeld.
03.06.1786 Neue Besitzer der Zoitzmühle
ie letzten Besitzer der Zoitzmühle waren die Orgelbaumeister und Brüder Friederici aus Gera. Als der ältere der beiden, Christian Ernst Friederici (1712-1780) die Mühle 1778 für 1000 Gulden kaufte, war sie in keinem sehr guten Zustand. Er handelte mit dem Pächter, die Brüder wollten die Mühle nie selbst betreiben, einen Vertrag über vier Jahre aus, welcher auch erfüllt wurde. Im Jahr 1786, die Brüder waren beide inzwischen verstorben, verkauften die Nachfolger und Erben die Zoitzmühle an den Falkensteiner Müllermeister Gottlieb Zenner für die Summe von 3.500 Taler. Was auch für diese Zeit recht ungewöhnlich war ist die Tatsache, dass Gottlieb Zenner vor Vertragsabschluss ein "Attest über Lebensweise" vorlegen musste, welches die "Adlich Trützscherischen Gerichte zu Ellefeld" ihm ausgestellt hatten, denn man wollte einen redlichen Mann auf der Mühle haben. Zum eigentlichen Verkaufspreis kamen noch 50 Gulden "Gönnergeld", als so etwas wie eine Vermittlerprovision oder Maklercourtage hinzu. Die Gesamtsumme musste in Raten abgezahlt werden, welche sich aufsplitteten in eine Sofortzahlung von 950 Talern und noch einmal 600 Taler zum Jahresende und einer jährlichen Zahlung von 400 Talern, bis die Summe beglichen war. Auch der Herr auf Liebschwitz verdiente an dem Geschäft noch kräftig mit.
10.1787 Eine Brandstifterin
m Obergeschoss des städtischen Zuchthauses (Heute das Geraer Stadtmuseum) war eine gewisse Susanne Marie Schmalz aus Langenberg inhaftiert. Sie soll für einen Hausbrand in Stublach verantwortlich gewesen sein und soll, so der zeitgenössische Bericht, weitere Brände in Langenberg gelegt haben. Sie gestand die Taten und soll erst nach vielen Jahren Haft im Sarg das "gastliche Haus" verlassen haben. Der eigene Ehemann hatte sie angezeigt.
1789 Abgelehnt vom Landesherren
uch zu dieser Zeit war das Leben und die Arbeit der Akademiker immer davon abhängig, wie der jeweilige landesherr zu ihnen stand. Im folgenden zeitgenössigen Bericht aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wird deutlich wie schwer es ein Arzt in Gera hatte, wenn ihn der Landesherr nicht unterstütze oder gar ablehnte.(Quelle: "Der neue deutsche Zuschauer" oder "Archiv der denkwürdigen Ereignisse, welche auf die Glückseligkeit oder das Elend des menschlichen Geschlechts und der bürgerlichen Gesellschaft einige Beziehungen haben" von 1789)

Zusatzinformationen
1789 Ärzte kontra Scharfrichter
er Geraer Scharfrichter Fischer hatte ich in der Stadt als "Chrirgicus" einen Namen gemacht, als er einen ausgerenkten Arm eines Patienten besser behandelte als der zuständige Arzt. Nachdem sich weitere Patienten beim Geraer Scharfrichter erfolgreich hatten behandeln lassen, erregte das den Unmut bei der Geraer Ärzteschaft. Eine zeitgenössige Schrift berichtete: "Den Chirurgis zu Gera kann es zum Troste dienen; daß sie nicht die einzigen sind, die es geschehen lassen müssen, daß Scharfrichter und Schäfer äusserlich kuriren. Ich könnte davon viele Beweise anführen, will aber nur einen hersetzen. Zu Lübben in der Niederlausitz wurde im Jahre 1769 der ordinaire Postwagen, nahe vor der Stadt umgeworfen. Der italienische Kaufmann Martelli aus Leipzig hatte das Unglück bey diesem Unterwerfen sich den Arm aus der Kugel zu fallen. - Alle Wundärzte in ganz Lübben, desgleichen die Herren Medici wurden zusammen berufen, und ersucht, dem Unglücklichen Hülfe zu leisten, allein alle sagten einmüthig; daß sie dies zu thun nicht im Stande sein, und riethen doch gleich einen Expressen nach Neundörfel eine Stunde vor der Stadt zu schicken, da wohnt ein alter Schäfer, dieser werde die Operation gewiß glücklich und gut machen - Der Schäfer kam - dem Martelli sowohl, als allen anwesenden fremden Kaufleuten (die alle von der Frankfurther an der Oder Messe zurück nach Leipzig reißten) fehlte es an Zutrauen, als sie den Hülfe leistenden Mann, in einem zerrissenen leinen Kittel und Barfuß erblickten - Allein die Doctores und Chirurgi versicherten nochmals, bei ihrer Ehre, daß der Mann der Sachverständige sei, und das er die Operation gut machen würde." Der Schäfer machte seine "Arbeit" so gut, dass der Italiener geheilt die Heimreise antreten konnte. ("Der neue deutsche Zuschauer" oder "Archiv der denkwürdigen Ereignisse, welche auf die Glückseligkeit oder das Elend des menschlichen Geschlechts und der bürgerlichen Gesellschaft einige Beziehungen haben" von 1789)
08.1789 Über Wundärzte und Henker
n den Jahren 1789 und 1790 erschien das Werk "Der neue deutsche Zuschauer" oder "Archiv der denkwürdigen Ereignisse, welche auf die Glückseligkeit oder das Elend des menschlichen Geschlechts und der bürgerlichen Gesellschaft einige Beziehungen haben". (Herausgegeben von Freunden der Publizität) Auf Seite 191 war über die Stadt Gera folgendes zu lesen. " Sie beschreiben und rühmen in solcher den jungen Doctor Held, als einen thätigen Arzt, der sonderlich in der Entbindungszunft vortrefflich sei, sagen, daß in Gera sonst niemand in dergleichen Fällen zur Hülfe gerufen werden könne, und daß auch einem anderen geschickten jungen Manne die Erlaubniß zu practizieren abgeschlagen worden, daß endlich dem Scharfrichter Fischer gegen Bezahlung zweier Meißnischer Gulden jährlich pro Canonoc in die Amtsschösserey, die gnädigste Concession die Wundarztneikunst gleich einem gelernten Wundarzte zu treiben, zugestanden und freigegeben worden. Alles dies gründet sich zwar auf die Wahrheit, allein ich hoffe einige erläuterungen sollen ihren Leser nicht mißfallen. Ich wage es also Ihnen solche mitzutheilen." Der Vater des Scharfrichter Fischers war, wie ich Ihnen zur Steuer der Wahrheit melden muß, ein sehr geschickter Mann in äusserlichen Kuren; sonderlich in Arm- und Beinbrüchen, übertraf er die zu seiner Zeit lebenden Chirurgen in Gera, denn sie hatten die erforderlichen Maschinen nicht, einen ausgefallenen Arm oder ein Bein wieder einzurichten; der alte Scharfrichter Fischer aber, und sein Bruder Gottfried Fischer aber, konnten dieses Kunststück, ohne Maschinen nöthig zu haben. Gottfried Fischer gab im September 1768 Beweis an einem Manne, der sich den Arm aus der Kugel, und auch den Ellenbogen ausgefallen hatte. der Chirurgicus Jödemann in Leipzig, bekam am dritten Tage nach geschehener Einrichtung diesen Mann, der sogleich wieder nach Leipzig gereist war, in die Kur, und mußte bekennen: daß des Scharfrichters Bruder Gottfried Fischer in Gera diesen zerschmetterten Arm, als ein rechtschaffender und sachverständiger Mann, wieder eingerichtet habe. (Quelle: "Der neue deutsche Zuschauer" oder "Archiv der denkwürdigen Ereignisse, welche auf die Glückseligkeit oder das Elend des menschlichen Geschlechts und der bürgerlichen Gesellschaft einige Beziehungen haben" von 1789)
1793 Wiederaufbau nach dem Stadtbrand
m Jahr 1780 hatte ein Stadtbrand Gera zu großen Teilen verwüstet und schwere Schäden angerichtet. Das Feuer fraß sich nicht nur durch viele Bürgerhäuser, sondern machte auch vor dem Rathaus nicht halt. In diesem Jahr, zum Ende des 18. Jahrhunderts, hatte man den Rathausanbau auf dem alten Topfmarkt, später der Kornmarkt, wieder aufgebaut. Zuvor hatte man verhandelt, ob dies nötig war, denn der Rathausbau war schon im Jahr 1784 wieder in Ordnung gebracht worden.
1796 Die Schöffen neben den Ortsrichtern
eben dem Ortsrichter, hier am Beispiel von Zwötzen, waren auch sogenannte "Schöppen" (Schöffen) an den Gerichten tätig. Im Jahr 1773 war das in dem kleinen Ort bei Gera, Zwötzen war noch nicht eingemeindet, der Herr Johann Gottfried Rothe. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
1796 Die Schöffen neben den Ortsrichtern
eben dem Ortsrichter, hier am Beispiel von Zwötzen, waren auch sogenannte "Schöppen" (Schöffen) an den Gerichten tätig. Im Jahr 1796 war das in dem kleinen Ort bei Gera, Zwötzen war noch nicht eingemeindet, der Herr Hans Friedrich Geweniger. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
1796 Das Rittergut in Frankenthal
as Rittergut Frankenthal, westlich von Gera gelegen, war seit dem Jahre 1637 an die Landesherrschaft gefallen. Seit dem Übergang an die Familie von Meußbach im Jahre 1661 wechselten die Eigentümer häufig. Seit dem Jahr 1672 an die Herren von Ende, ab 1679 an die Herren Lencke, dann die Herren von Feilitzsch und seit dem Jahre 1796 an die Herren Bartsch. Das Rittergut Frankenthal war nur ein kleines Gut, das lediglich über einen Teil des Ortes Frankenthal die Erbgerichtsbarkeit besaß. Diese Patrimonialgerichtsbarkeit wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1855 aufgehoben. Die wenigen Akten, die den Bestand ausmachen, stammen vom Patrimonialgericht Frankenthal. Die seit 1649 vorliegenden Lehn- und Handelbücher des Patrimonialgerichts sind vom Justizamt Gera bis 1862 fortgeführt worden. Sie wurden infolgedessen in den Bestand Reußisches Amtsgericht Gera eingeordnet. (Quelle: Thüringisches Staatsarchiv Greiz)
09.07.1796 Ein Brand in Weißig
n diesem Tag wurde durch ein verheerendes Schadensfeuer in Weißig die Schenke und fünf weitere Gebäude des Ortes ein Raub der Flammen. Der Gasthof zählte zu den 7 Erbschenken der Herrschft Gera, welche vom Bierbann der Stadt Gera befreit waren. Ein Jahr später wurde die Brandstifterin aus Langenberg dingfest gemacht.
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29.11.1797 Petermanns Haus in Hermsdorf
er Hermsdorfer Johann Gottfried Petermann erhielt an diesem Tag die Genehmigung zum Hausbau in den Pechgelängen und musste nun laut Vereinbarung jährlich 2 Groschen Erbzins an die Pfarrei im Ort zahlen. Er hatte ein Bittschreiben an die Pfarrei gerichtet, in dem er anführte, dass ihm die Mietwohnung in Fröhlichs Haus aufgekündigt worden sei. Er könne kein anderweitiges Unterkommen finden, sondern müsste sich mit seiner Frau und kranken Kindern Tag und Nacht unter freiem Himmel aufhalten.
02.1799 Großer Eisgang in Gera
as Eis auf der Elster türmte sich zu großen Bergen und das verbliebene Wasser wurde gestaut. Dadurch kam es zu großflächigen Überschwemmungen in der Innenstadt. Bis zum Zucht- und Waisenhaus stand das Wasser, welches einen Abstand zur Weißen Elster mit mehr als einen Kilometer hatte. Das Großfeuer in Gera von 1780 hatte in der Stadt schon großen Schaden angerichtet, nun kam weiterer Schaden durch das winterliche eis hinzu.

09.11.1800 Unwetter über Zwötzen
er Zwötzener Pfarrer Salomo Dietrich, welcher als Chronist des Dorfes alles geschichtlich Relevante aufschrieb und auch die Wetteraufzeichnungen verfasste, berichtete von diesem Tag von einem heftigen Gewittersturm über der Ortschaft. Zahlreiche Bäume verloren im Sturm die Äste, Dächer wurden in Mitleidenschaft gezogen und Felder wurden verwüstet. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule.
1802 Die Geraer Landesadministration
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb zur Landesadministration der Herrschaft Gera und der Pflege Saalburg folgendes auf. "Ein zweytes weltliches Dikasterium (Als Dikasterien bezeichnet man die einzelnen Ämter der römischen Kurie. Sie sind die vom Papst mit der Leitung der römisch-katholischen Kirche beauftragten Zentralbehörden. Zu ihnen zählen das Staatssekretariat, die Kongregationen, die kirchlichen Gerichtshöfe, die Päpstlichen Räte und Kommissionen und Ämter. Dem bedeutendsten Dikasterium (dem Staatssekretariat) steht der Kardinalstaatssekretär vor. Die Leiter der Kongregationen und der Apostolischen Signatur werden Präfekten, die der Päpstlichen Räte und der Kommissionen Präsidenten genannt.) in der Herrschaft Gera ist: die Landesadministration der Herrschaft Gera und Pflege Saalburg. Als im Jahre 1802 der Tod Herrn Heinrichs XXX. des letzten Herrn aus dem geraischen Hause jüngerer reußpl. Linie erfolgte, und die Herrschaft Gera und Pflege Saalburg an die häuser Schleiz und Lobenstein-Ebersdorf fiel, ward beliebt, diesen Nachlaß Herrn H. XXX. einstweilen administratorisch regieren zu lassen, und setzte deswegen eine Landesadministration nieder, die ihren beständigen Sitz zu Gera hat. Sie bestehet aus einigen Mitgliedern des Landesregierungscollegiums, und noch einem besonders dabey angestellten Beamten, nebst einem eigenen Canzellisten. Der Canzler hat das Präsidium in diesem Collegium." (Die Rechtschreibung wurde von Johann Christoph Klotz übernommen.)
1803 Das Rittergut in Frankenthal
as Rittergut Frankenthal, westlich von Gera gelegen, war seit dem Jahre 1637 an die Landesherrschaft gefallen. Seit dem Übergang an die Familie von Meußbach im Jahre 1661 wechselten die Eigentümer häufig. Seit dem Jahr 1672 an die Herren von Ende, ab 1679 an die Herren Lencke, dann die Herren von Feilitzsch und seit dem Jahre 1803 an die Herren Michaelis. Das Rittergut Frankenthal war nur ein kleines Gut, das lediglich über einen Teil des Ortes Frankenthal die Erbgerichtsbarkeit besaß. Diese Patrimonialgerichtsbarkeit wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1855 aufgehoben. Die wenigen Akten, die den Bestand ausmachen, stammen vom Patrimonialgericht Frankenthal. Die seit 1649 vorliegenden Lehn- und Handelbücher des Patrimonialgerichts sind vom Justizamt Gera bis 1862 fortgeführt worden. Sie wurden infolgedessen in den Bestand Reußisches Amtsgericht Gera eingeordnet. (Quelle: Thüringisches Staatsarchiv Greiz)
1804 Das Ende des Frontanz in Langenberg
chon im Mittelalter gab es in Langenberg den sogenannte Frontanz. Dazu mussten sich Paare zumeist zu Pfingsten vor dem Gerichtsherren aufstellen und Tanzen. Dieser Akt galt symbolische Anerkennung der landesherrschaftlichen Gerichtsbarkeit und wurde über Jahrhunderte betrieben. Erst im Jahr 1804, zwei Jahre nach dem Tod von Heinrich XXX. dem letzten Grafen von Gera-Reuß, welcher auf der Wahrung der uralten Rechte beharrt hatte, wurde der Frontanz schließlich als unzweckmäßig und dem Geiste der Zeit unangemessen aufgehoben.
18.05.1804 Der Schauspieler Ludwig Devrient
einen ersten Bühnenauftritt hatte der aufstrebende Schauspieler Ludwig Devrient in Gera. Eigentlich hieß er ja Ludwig de Vrient.
Zusatzinformationen
1805 Die Preußischen Truppen in Gera
icht nur das Schloss Osterstein diente den Preußischen Truppen welche in Gera ihr Winterquartier hatten, sondern auch die Orangerie am Küchengarten. Die ehemalige Fasanerie, von Heinrich XVIII. 1731 zur Fasanenzucht eingerichtet, gegenüber der Orangerie diente als Apotheke.
10.1805 Die Kriegsjahre 1805 und 1806
er Zwötzener Pfarrer Salomo Dietrich betätigte sich neben seiner kirchlich-seelsorgerischen Tätigkeit auch als Ortschronist. Auf großes Interesse stießen seinerzeit seine Berichte und Erlebnisse aus den Kriegsjahren (Napoleonische Kriege) 1805 und 1806. Zum Jahr 1805 schrieb er: "Am Anfang des Monats Oktobris dieses Jahres, als der damalige französische Kaiser Napoleon mit Östreich (Österreich) im Krieg verwickelt war, so wollte auch Preußen zu Gunsten Östreichs Antheil an diesem Kriege nehmen und führte deshalb eine beträchtliche Armee unter dem Oberbefehl des Fürsten von Hohenlohe nach Thüringen, um den Franzoden in den Rücken zu fallen. So zog auch durch diese Gegend ein Armeekorps, und nach Zwötzen kam eine Compagnie. Ich nahm den Feldwebel ins Quartier. Sie hatten Rasttag und betrugen sich sehr gut. Da die Franzosen die Schlacht bei Austerlitz gewonnen und Preußen mit Frankreich sich aussöhnte, so machte die preußische Armee in hiesiger Gegend Winterquartier, und der Fürst Hohenlohe nahm sein Hauptquartier hier in Gera und logierte in dem Henningschen Hause in der Langen Gasse (später die Große und die Kleine Kirchstraße, zu dieser Zeit die längste Gasse Geras, Anmerkung der Chronikredaktion). Nach Zwötzen kamen bloß Pferde und Stückknechte (Artilleristen). Gegen Ostern 1806 brach das Armeekorps wieder in das Standquartier nach Schlesien auf." (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
08.10.1806 Die Kriegsjahre 1805 und 1806
er Zwötzener Pfarrer Salomo Dietrich betätigte sich neben seiner kirchlich-seelsorgerischen Tätigkeit auch als Ortschronist. Auf großes Interesse stießen seinerzeit seine Berichte und Erlebnisse aus den Kriegsjahren (Napoleonische Kriege) 1805 und 1806. Zum Jahr 1806 schrieb er: "Dies Jahr war ein sehr merkwürdiges für unsere Gegend, Sachsen, Preußen und das ganze nördliche Deutschland. Doch kann man mit Recht sagen: ein glückliches Jahr. Als Preußen und Frankreich sich gegen Hannover, welches Preußen in Besitz hatte, nicht vereinigen konnten, so brach am 8. Oktober der Krieg aus, und die Feindseligkeiten nahmen in Saalfeld und bei Saalburg den Anfang. Wir hörten vom 8. Oktober an die Kanonaden. Am 10. kamen einander widersprechende Nachrichten. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
10.10.1806 Die Kriegsjahre 1805 und 1806
er Zwötzener Pfarrer Salomo Dietrich betätigte sich neben seiner kirchlich-seelsorgerischen Tätigkeit auch als Ortschronist. Auf großes Interesse stießen seinerzeit seine Berichte und Erlebnisse aus den Kriegsjahren (Napoleonische Kriege) 1805 und 1806. Zum Jahr 1806 schrieb er:"? nachdem mancherlei Gerüchte gingen von dem Aufbruch der Preußischen Armee. So kam unvermutet den Michaelistag der Vortrab von der Preußisch-Schlesischen Armee. In Leumnitz wurden schon Husaren einquartiert. Abends 9 Uhr kamen hier Fouriere der Infanterie an. Sie kamen auch in meine Pfarrwohnung, um hier Quartier für Offiziere zu machen. Ich weigerte mich aber standhaft, welche aufzunehmen, so gingen sie wieder ab. Aber am anderen Morgen kam wieder einer und drang in mich, den Feldprediger mit seinen Bedienten aufzunehmen. Dies konnte ich nicht abwenden. Mittags waren sie angelangt und wurden 2 Compagnien in unser Zwötzen verlegt. Mein Feldprediger war ein feiner, gesitteter Mann. Als die Preußen am 3. Tag aufgebrochen waren, kamen Sachsen, welche 6 Tage hier in Quartier lagen. Von diesen erhielt ich keine Einquartierung, die Herren Offiziere waren aber öfter bei mir. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
10.10.1806 Die Kriegsjahre 1805 und 1806
er Zwötzener Pfarrer Salomo Dietrich betätigte sich neben seiner kirchlich-seelsorgerischen Tätigkeit auch als Ortschronist. Auf großes Interesse stießen seinerzeit seine Berichte und Erlebnisse aus den Kriegsjahren (Napoleonische Kriege) 1805 und 1806. Zum Jahr 1806 schrieb er: Die Sachsen blieben 5 Tage hier liegen. Einen Nachmittag, als eben 2 Majors bey mir zu Besuch waren, kam auf einmal eine versiegelte Ordre. Sogleich brachen die Herren Offiziere auf, und bald darauf zog die Compagnie ab und nach Schleiz zu." (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
10.10.1806 Die Kriegsjahre 1805 und 1806
er Zwötzener Pfarrer Salomo Dietrich betätigte sich neben seiner kirchlich-seelsorgerischen Tätigkeit auch als Ortschronist. Auf großes Interesse stießen seinerzeit seine Berichte und Erlebnisse aus den Kriegsjahren (Napoleonische Kriege) 1805 und 1806. Zum Jahr 1806 schrieb er: Am 10. Oktober war ich in der Stadt, wo schon viel Blessierte zu Fuß, zu Pferde und in Wagen ankamen, weil die verbündeten Sachsen und Preußen von Schleiz durch die Franzosen zurückgedrängt wurden. In der Nacht von 10. zum 11. Oktober war die ganze Gegend nach Schleiz zu roth von den Biwak-Feuern. Wir erhielten aber den Abend die falsche Nachricht, dass die Franzosen wären zurückgetrieben worden und freueten uns sehr darüber." (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
11.10.1806 Die Kriegsjahre 1805 und 1806
er Zwötzener Pfarrer Salomo Dietrich betätigte sich neben seiner kirchlich-seelsorgerischen Tätigkeit auch als Ortschronist. Auf großes Interesse stießen seinerzeit seine Berichte und Erlebnisse aus den Kriegsjahren (Napoleonische Kriege) 1805 und 1806. Zum Jahr 1806 schrieb er: "Am Tag darauf, am 11. Oktober, - es war der Sonnabend - hatte ich Beichte in Leumnitz, und war Viehmarkt in Gera, und sehr frühe hatte ich einen Zögling, Adolph Lindner von Münchenbernsdorf, in die Stadt geschickt, um Erkundigungen wegen der Kriegssachen einzuziehen. Dieser kam kurz zuvor, ehe ich gehen wollte, zurück und brachte die traurige Nachricht, dass die Sachsen durch Gera retirierten und die Franzosen bald würden daseyn. Alle Marktleute flüchteten in Eil. Dies hielt mich aber nicht ab zu gehen und sagte zu meiner Frau, wenn es sollte schlimm aussehen, würde ich bald wieder da seyn. Ich ging. Da ich in die Stadt kam, rückten schon französische Husaren ein, welche die Sachsen verfolgten. Nun hielt ich mich nicht mehr lange auf, sondern eilte zurück. Auf dem Rückweg sahe ich ein französisches korps Infanterie unter Soult über die große Brücke marschieren. Kaum war ich zu Hause angelangt, als auch schon die Nachricht einlief, dass die Leute zwischen Gera und Zwötzen wären ausgeplündert worden und gegen 12 Uhr Mittags kamen 2 französische Husaren durch die Elster und nahmen in Kühns Bauernhofe 2 schöne, junge Pferde weg. Übrigens ging der Sonnabend ruhig in Zwötzen vorüber. Desto schlimmer ging es oben auf meinem Filial Leumnitz zu, Mittag 11 Uhr war schon der ganze Ort überschwemmt von Franzosen, indem ein französisches Korps auf der Höhe über Leumnitz nach Ronneburg zu ein Lager geschlagen und von Leumnitz alles, was sie nur brauchen konnten, mit hinschleppten. Alle Häuser waren ausgeplündert, alle Einwohner flüchteten, auch selbst der damalige Besitzer des Rittergutes, Herr Premierleutnant von Freiesleben, musste sich in die Stadt flüchten." (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
12.10.1806 Die Kriegsjahre 1805 und 1806
er Zwötzener Pfarrer Salomo Dietrich betätigte sich neben seiner kirchlich-seelsorgerischen Tätigkeit auch als Ortschronist. Auf großes Interesse stießen seinerzeit seine Berichte und Erlebnisse aus den Kriegsjahren (Napoleonische Kriege) 1805 und 1806. Zum Jahr 1806 schrieb er: "Am 12. Oktober kamen von Plauen das Davoustsche Korps und zog über die Elster auf der Weidaischen Straße (später die Greizer-Straße, Anmerkung der Chronikredaktion) nach Gera zu. Den ganzen Vormittag von früh 7 Uhr an dauerte der Zug. Und diesen tag wurde auch Zwötzen geplündert. Den ganzen Tag marschierten die Franzosen truppweise hindurch. Kein Haus blieb verschont als meine Pfarrwohnung. Ich sehe es als besondere göttliche Gnade an, dass ich verschon blieb und danke jetzt noch meinem Gott dafür. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
30.11.1807 Gerichtliche Untersuchung zum Krieg
m Verlaufe der Kriegshandlungen gegen das französische Heer von Napoleon Bonaparte (1769-1821) hatte es in der Geraer Umgegend Scharmützel der Bauern mit den Soldaten gegeben, wobei zwei Franzosen erschossen wurden. Die gerichtliche Untersuchung der Vorgänge ergab folgendes Bild: "Am 13. Oktober (1806, die Red.) kamen drei Franzosen nach Lietzsch. Alle Bauern standen Wache. Die Gebrüder Engelhardt und J. G. Heiland hatten je eine Flinte. Sie treiben die Feinde den Mühlberg hinunter und erschießen zwei Franzosen. Beide streiten alles ab. Daraufhin wurden im November 1807 die Leichen ausgegraben. Die Todesursache lässt sich aber nicht feststellen, und ein entsprechender Bericht geht nach Dresden.. Am 30. November wird das Verfahren eingestellt. Aber es gab ein Nachspiel. Am 10. August 1811 erschießt sich der Wagenmeister Engelhardt aus Lietzsch. er war einer der "Freischützen" gewesen." (Die französischen Soldaten waren bekannt für ihre rücksichtslosen Plünderungen und so war es normal das die Bauern Wache hielten und sich am Ende auch wehrten.)
25.06.1808 Hochwasser in Liebschwitz
er kleine Ort Liebschwitz war zu dieser Zeit noch eine sächsische Enklave und gehörte noch nicht zu Gera. Noch hatte die Familie Häßelbarth auf der Teichmühle das Sagen (seit 1573 bis 1836) und so kam es, dass sie als Zeugen des Hochwassers beim Gerichtsverwalter vorstellig wurden und die Geschehnisse schriftlich festgehalten wurden. "Bei mir dem Gerichtsverwalter zeigen obige Personen an, daß ein gestern unter schrecklichen Gewittern zwischen den Dörfern Loitzsch und Liebschwitz niedergegangener Wolkenbruch unglaubliche Verheerung sowohl im Dorfe selbst als an den Feldgütern der dasigen Einwohner verursacht habe. Ganze Häuser seien niedergerissen, von einem Teil der Dorfmühle sähe man nichts mehr, wo gestern gestanden.". Danach folgte noch die Bitte an den Amtmann um die Besichtigung der Schäden und die Veranlassung zum Erlassen der Steuern. Die Schäden wurden dann auch aufgenommen.
1811 Die Schöffen neben den Ortsrichtern
eben dem Ortsrichter, hier am Beispiel von Zwötzen, waren auch sogenannte "Schöppen" (Schöffen) an den Gerichten tätig. Im Jahr 1811 war das in dem kleinen Ort bei Gera, Zwötzen war noch nicht eingemeindet, der Herr Gottfried Lorbeer. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
1812 Ein neues Herrenhaus
b diesem Jahr ergänzte ein Herr von Tilly, Gerichts- und Lehnherr, das Rittergut in Leumnitz mit einem Herrenhaus. Herr von Tilly war von 1812 bis 1820 Eigentümer des Leumnitzer Ritterguts. Die Bauzeit belief sich auf zwei Jahre.
29.07.1814 Einzug im neuen Herrenhaus
n diesem Tag bezug ein gewisser Herr von Tilly, Gerichts- und Lehnherr, den beeindruckenden Bau des Herrenhauses auf dem Rittergut Leumnitz, welches er 2 Jahre zuvor erworben hatte. das Herrenhaus war ein Neubau.
1815 Die Patrimonialgerichte
n Hermsdorf (nordöstlich von Gera) bestanden zwei Patrimonialgerichte, die sich in der Hand auswärtiger Rittergutsbesitzer bzw. Adliger befanden. Die Gerichtsbarkeit war mit dem Besitz eines Gutes (patrimonium) verbunden. Handelte es sich nicht um kirchlichen oder reichsstädtischen Besitz, war sie überdies meist auch an den Adelsstand des Besitzers gebunden. Der Grundherr (z. B. der Besitzer eines Ritterguts oder einer Hofmark) war Gerichtsherr und war als solcher befugt, seine Gerichtsbarkeit gegenüber seinen Untertanen selbst auszuüben. Bei fehlender Qualifikation oder falls bestimmte staatliche Gesetze dies vorschrieben, musste er die Gerichtsbarkeit durch eigene von ihm bestellte Rechtsgelehrte (Gerichtshalter, Pfleger, Gerichtsverwalter, Justitiarien, Gerichtsdirektoren) ausüben. Meist hatte sich der Landesherr oder Staat auch noch ein Bestätigungsrecht vorbehalten. In Hermsdorf selbst gab es kein mit Grundeigentum versehenes Rittergut. Das zweite Patrimonialgericht in Hermsdorf war für 12 Zinsleute in Hermsdorf zuständig. Es war mit dem benachbarten kursächsischen, seit 1815 preußischen Rittergut Heukewalde verbunden, das sich seit 1777 im Besitz der Freiherren von Herzberg befand. Dieses Patrimonialgericht wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1855 aufgehoben. Die seit 1750 vorliegenden Lehn- und Handelbücher des Patrimonialgerichts sind bis 1856 vom Justizamt Gera fortgeführt worden. Sie wurden infolgedessen in den Bestand Reußisches Amtsgericht Gera eingeordnet. (Patrimonialgerichte waren die in Deutschland und Österreich bis Mitte des 19. Jahrhunderts bestehenden Gerichte der adeligen Grundherren, die eine eigene vom Staat unabhängige Rechtspflege ausübten.) (Quelle: Thüringisches Staatsarchiv Greiz)
1816 Volksküchen in Gera
as Jahr 1816 war ein sogenanntes Teuerungsjahr in Gera. Viele Menschen hatten nicht mehr genug zu leben und so wurden in der Stadt die Volksküchen zur Ernährung der ärmeren Bevölkerung eingerichtet.
1816 Auma im Besitz der Wettiner
wischen den Jahren 1816 und 1920 gehörte die Stadt Auma bei Gera dem Großherzogtum Sachse -Weimar - Eisenach. (Am 20. dezember 1816 trat als eines der ersten obersten Gerichte im Bereich des Deutschen Bunde die OAG (Oberappellationsgerichtsordnung) in Kraft. Zur OAG-Gemeinschaft gehörten auch reußische Fürstentümer.)
1816 Johann Christoph Klotz berichtete
in gewisser Johann Christoph Klotz berichtete in seiner "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" aus dem Jahr 1816, dass die Porzellanfabrik in Untermhaus "Waaren um den civilsten Preiß liefert, die an Feinheit und schöner Malerey dem Meißner zunächst an die Seite gesetzt werden könnte." Neben vielen anspruchsvollen Porzellananfertigungen, welche zu großem Teil im Auftrag des Geraer Hofes derer zu Reuß entstanden waren, stellte die Porzellanfabrik schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts in erheblicher Menge sogenannte "courante Waare" her, auf der blaue und rote Blumen das weiße Porzellan schmückten. Im Gegensatz zum Meißner Porzellan, welches durch zwei gekreuzte blaue Schwerter zu erkennen war, wurde das Geraer Porzellan mit einem "G" versehen.
1816 Die Landesregierung in Gera
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb zur Landesregierung folgendes auf: "Dieses Regierungskollegium besteht aus dem Kanzler (der gewöhnlich zugleich Gesammtrath der ältern und jüngern Reußplauischen Linie ist), zwey Hof- und Justizräthen, zwey Sekretären, einem registrator, einem Archivar und drey Canzellisten, von welchen einer die Gesammtkanzellistenstelle bekleidet. Es hat dieses Regierungskollegium die Bundesangelegenheiten sämmtlicher Herrschaften der jüngern reußpl. Linie zu besorgen, denn nach einer 1647 vorgenommenen Haupttheilung der reußplauischen Lande jüngerer Linie blieben nach dem hinterlassenen Willen Heinrichs Posthumus noch in Gemeinschaft: die Regierung zu Gera, das Consistorium daselbst, das jus episcopale bey allen Pfarrern und Filialen in gesammten Herrschaften, so wie es Posthumus eingerichtet hatte; ferner die Ritterdienste, Aperturen und Investituren, der Rittermannslehengüter, die allgemeine Landes- und Heerfolge, die freyen Landsteuerbewilligungen, Zoll und Geleite, Trank- und Bergzehenden, Bethe- und klauensteuer auf dem lande, und die Kanzleygebäude der Stadt Gera." (Die Rechtschreibung wurde von Johann Christoph Klotz übernommen.)
1816 Ein weltlicher Gerichtshof
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb zum amt in Gera: "Ein dritter weltlicher Gerichtshof ist: das Amt. Das Personale desselben besteht in einem Amtmann, einem Actuarius, und einigen Accessisten und Schreibern. Das Amthaus befindet sich im Unterhause, schreibt sich aber: Amt Gera." (Die Rechtschreibung wurde von Johann Christoph Klotz übernommen.)
1816 Die Gerichte der Stadt Gera
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über die Kammerkommission folgendes auf: "Die Kammerkommission, deren Direktor gewöhnlich ein Adelicher, gegenwärtig der Forstmeister ist, hat ihren Sitz auf dem Schlosse Osterstein, und es stehen unter ihrer Aufsicht alle herrschaftlichen Kammer- und Domänen-Güter, und alles was zum Forstwesen in der Herrschaft Gera und Pflege Saalburg gehöret.
1816 Klotz über das Geraer Rathaus
m Jahre 1816 veröffentlichte der Geraer Prediger der St. Salvatorkirche Johann Christoph Klotz seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera", betätigte sich damit sehr erfolgreich als Stadtchronist. Klotz schrieb: "Nach der am 16. Oct. 1450 erfolgten Zerstörung der Stadt Gera durch die herzogl. sächsis. und böhmischen Völker, hat man i. J. 1573 das Rathaus wieder angefangen zu bauen, welcher Bau den 14. Oct. 1575 beendigt, und an diesem Tage Kopf und Fahne ausgesetzet worden. Im Jahr 1584 schlug das Wetter zweimal, nämlich am 27. März, und am 3. Julius in diesen Thurm, aber ohne sonderlichen Schaden zu thun. Im J. 1605 den 2. August, und im J. 1627 den 17. Julius, riß beydemale der Sturmwind die Spindel mit der Fahne und Knopf vom Rathausthurme ab, die dann bald wieder vergoldet aufgerichtet wurde. In den beyden Bränden, den 14. April 1639 und den 20. März 1686, wurde das Rathaus durch Gottes Gnade verschont, aber in dem letzten großen Brande, der am 18. Sept. 1780 die ganze Stadt in einen Schutthaufen verwandelte, gieng auch das Rathaus mit im Rauche auf; es wurde aber der Bau i. J. 1783 wieder angefangen, so, daß am 30. Juli dieses Jahres dasselbe wieder gerichtet, und Kopf und Fahne aufgesetzet werden konnte; die feyerliche Einweihung geschah aber erst den 29. Nov. 1784, wobey es sich ereignete, daß der in die 30 Jahre gewesene Stadtschreiber, Johann Gottfried Lachmann, im 78. Lebensjahre plötzlich vom Schlage getroffen worden und gleich todt blieb." (Die Rechtschreibung wurde dem Original entlehnt.)
1816 Gemeindevorstände und Richter in Zwötzen
eider sind genaue Angaben über die Amtsdauer der Gemeindevorstände und Richter in Zwötzen nicht mehr möglich. Verlässlich angegeben werden kann nur, welche Personen zur angeführten Zeit in den Kirchen und Handelsbüchern als Richter angeführt wurden. Bisweilen wurden zwei Richter gleichzeitig genannt, was darin begründet liegt, dass mit dem Wachstum des Ortes, besonders seit 1727, sich die Rittergutsgemeinde von der Ortsgemeinde, also von der politischen Gemeinde, unterschied, von denen jede Seite ihren Richter wählte. Für das Jahr 1816 wurde Gottlieb Voigt als Richter, als sogenannter "Rügerichter" in Zwötzen genannt. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
1817 Tod eines Geraer Kaufmanns
er Geraer Kaufmann Johann Gottlieb Enke war ein recht glückloser Geraer Geschäftsmann, welcher in diesem Jahr sein Lebensende in den Tiefen der Elster gefunden hatte. Anfangs des 19. Jahrhunderts hatte er im ehemaligen Fasaneriegebäude gegenüber der Orangerie eine mittels Pferdegöpelwerk betriebene Spinnerei eingerichtet. 1815 hatte er die Spinnerei in die Untermhäuser Hausmühle verlegt und richtete dort die erste mit Wasserkraft betriebe Spinnerei Geras ein.
08.07.1819 Ein Unwetter
n diesem Sommertag, in den Nachtstunden, zog ein schweres Unwetter über Gera. Die angerichteten Schäden in Gera waren gering und wurden wohl nie einzeln aufgeführt. Es wurden auch keine Opfer unter der Bevölkerung bekannt.
1820 Verkauf des Ritterguts Leumnitz
er Gerichts- und Lehnherr von Tilly verkaufte sein 1812 erworbenes Rittergut Leumnitz, auf dem er ein Herrenhaus (1812-1814) errichten ließ, an einen Herrn Einsiedel. Dieser residierte bis zum Jahr 1856 auf dem Rittergut.
1824 Neue Nutzung des Waisenhauses
m Jahr 1732 war in der Geraer Vorstadt ein Zucht- und Waisenhaus eingeweiht worden, welches später als Geraer Stadtmuseum bekannt wurde. Im Jahr 1824 wurden die Waisenkinder gegen ein gewisses Kostgeld in bürgerliche Familien zur Erziehung übergeben und konnten damit auch in öffentlichen Schulen unterrichtet werden. Das nun ehemalige zucht- und Waisenhaus erfuhr damit erstmals eine andere Nutzung, was danach häufiger geschah. Von 1824 bis 1837 nutzten die Fürstliche Steuer- und Polizeidirektion und das Fürstliche Kriminalgericht die ehemalige Wohnung des Waisenhauspredigers Pfarrer Karl Christian Adler im Erdgeschoss, sowie einige Räumlichkeiten im ersten Obergeschoss links. (Quelle: Diplomhistoriker Siegfried Mues, ehemaliger Leiter des Stadtmuseums)
1824 Häftlinge in Gera
eit dem Jahr 1824 hatte der Geraer Hofrat Johann Karl Immanuel Buddeus als Administrator das Sagen im 1732 eröffneten Geraer Zucht- und Waisenhaus. Er beschrieb immer wieder die Zustände im Haus und hinterließ damit der Nachwelt einen Eindruck über die Haftbedingungen und den Alltag der Strafgefangenen. Neu eingelieferte Häftlinge wurden, zumindest seit Buddeus dort war, gebadet, neu eingekleidet, ihnen wurden die Haare geschoren und laut Buddeus, "alle Theile des Körpers wo sich Ungeziefer ansetzen kann, mit einem von dem Instituts-Arzt dazu vorgeschriebenen Oel bestrichen". Dazu erhielt jeder Sträfling 5 Hemden, alle fünf Wochen war ein Waschtag, so dass wöchentlich ein Hemd abgetragen wurde. Die Aufsicht über die Häftlinge führte der Zuchtmeister, dem wiederum ein Zuchtknecht zur Seite stand. Es ist allerdings davon auszugehen, dass es häufig zu massivem Machtmissbrach durch beide Bedienstete kam. Deutlich wurde dies durch die Beschwerden des Administrators Buddeus aus dem Jahr 1824 über Bestrafungen und Misshandlungen von Gefangenen durch den Zuchtmeister, welcher oft nach eigenem Gutdünken den Sträflingen das Brot verweigerte oder Beineisen anlegte, um die die Gefangene zu fixieren. Ein anderer Fall, wohl einer von vielen, berichtete von einem Zuchtknecht, bei dem 22 Paar wollene Strümpfe gefunden wurden, welche die weiblichen Häftlinge, für ihn von Tuchmacherwolle hatten stehlen, spinnen und stricken mussten. Tuchmacherwolle war wesentlich weicher und edler als die groben Zeuge, welche die einfachen Menschen für ihre Bekleidung kannten.
1825 Häftlinge erhielten Peitschenhiebe
örperliche Züchtigung der Sträflinge durch die Zuchtmeister und deren Gehilfen war im Gefängnisaufenthalt an der Tagesordnung. Im bis 1732 errichteten Zucht- und Waisenhaus in Gera, dem späteren Stadtmuseum, war das nicht anders. Quellen belegen die Gewalt dort und berichteten den Repressalien. Bestrafungen und körperliche Züchtigungen, Hunger oder das Anlegen von Hand- und Fußfesseln, waren in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts anerkannte Methoden der Erziehung zum Gehorsam und zur Durchsetzung von Ordnungsprinzipien. Jeder neu Inhaftierte, dabei war es uninteressant ob männlich oder weiblich, erhielt die zynisch genannten Willkommensgrüße. Das waren, wohl auch als vorbeugende Maßnahmen entwickelt, zehn "Corbatschenhiebe". (Die Korbatsche oder auch Karbatsche war seinerzeit eine Peitsche ohne Stiel, nur mit einem Handgriff, bei welchem die Lederriemen gewöhnlich über Fischbein geflochten waren. Sie diente der Züchtigung der Sträflinge.)
1826 Gottesdienst im "Folterkeller"
m 1732 eröffneten Geraer Zucht- und Waisenhaus waren die Zellen der Sträflinge im Keller untergebracht. Dort gab es nur einen beheizbaren Raum, was der Administrator des Hauses, Hofrat Johann Karl Immanuel Buddeus schon bei seinem Dienstantritt im Jahr 1824 bemängelt hatte. In einem der unbeheizten Räume wurden körperliche Strafen an den Gefangenen vollzogen, wozu ein dort aufgestellter Pfahl diente. Dieser Raum war genau unter der Hauskapelle untergebracht, in der der Pfarrer seinen sonntäglichen Gottesdienst abhielt. Bis zum Jahr 1826 mussten sich die von den übrigen Insassen isolierten Strafgefangenen bei Gottesdiensten immer in diesem Raum aufhalten, da sie dort durch die in der Raumdecke befindlichen Schalllöcher auch den Gottesdienst verfolgen konnten. Buddeus schilderte die Situation wie folgt. "Von fünf, einander gegenüber angebrachten, offenen Fenstern geht ein schneidender Zug durch das Gewölbe, der die Krankheiten unter den Züchtlingen ungemein vermehren muss. So stehen diese Unglücklichen in der großen Kälte, noch dazu auf kaltem Stein, halbe Stunden lang ihren eigenen Gedanken überlassen, die natürlich auf das nicht gerichtet seyn können, worauf sie gerichtet seyn sollten, da einerseits jeder gute Gedanke durch den Anblick der Martersäule unterdrückt, andererseits alles Nachdenken durch die spielende Stadtjugend, vorüber passirendes Millitairs, Kutschen, Pferde p.p. gestöhrt wird, da die offenen Fenster beynahe an das Pflaster der Straße anstoßen."
1826 Änderungen im Zuchthausalltag
n der Geraer Vorstadt war im Jahr 1732 ein Zucht- und Waisenhaus eröffnet worden (später das bekannte Stadtmuseum). Dort brachte man neben den Zuchthäuslern und Waisenkindern auch "Geisteskranke" unter. Unter der Ägide von Johann Karl Immanuel Buddeus ergaben sich einige Änderungen im Alltag der Gefangenen und der Waisenkinder, später auch der geistig Kranken. Die Zellen der Häftlinge waren mit etwa 12 Quadratmetern nur dem Anschein nach geräumig, dort waren nämlich bis zu 5 Menschen untergebracht. Außerdem waren sie bis auf eine Zelle unbeheizt. Ab 1826 änderte sich das. Für die Sträflinge wurde im oberen Geschoss eine Krankenstube eingerichtet. Die erkrankten Häftlinge blieben bis dahin tagsüber, zum Teil zusammen mit anderen arbeitenden Sträflingen, im einzigen beheizten Raum im Kellergeschoss, wo sie auch nächtigten, ungeachtet der schlechten Klimaverhältnisse und der eklatanten Ansteckungsgefahr für die Gesunden. Zusätzlich wurde im Kellerbereich ein zweiter beheizbarer Aufenthalts- und Arbeitsraum geschaffen. Die sonntäglichen Gottesdienste durften die Häftlinge ab dem Jahr 1826 in einem abgesperrten Bereich der Empore und teilweise in den verschlossenen Kapellen, und damit vor den Augen der anderen Kirchgänger abgeschirmt, direkt in der hauseigenen Kirche verfolgen. Zuvor durften sie die Gottesdienste nur durch ein Loch in der Kellerdecke miterleben. Der Aufenthalt der Sträflinge in der Kirche während des öffentlichen Gottesdienstes erregte allerdings den Unwillen der Geraer Bürger. Man nannte es störend, sich den Sträflingen gegenüber zu befinden, und forderte deshalb ihre Entfernung aus dem Kirchenraum.
1827 Die Schöffen neben den Ortsrichtern
eben dem Ortsrichter, hier am Beispiel von Zwötzen, waren auch sogenannte "Schöppen" (Schöffen) an den Gerichten tätig. Im Jahr 1827 war das in dem kleinen Ort bei Gera, Zwötzen war noch nicht eingemeindet, der Herr Johann Gottlieb Weber. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
1828 Immobilienerwerb durch den Fürsten
ürst Heinrich der LXVII. kaufte in diesem Jahr das "Landhaus" (Das Gerichtsgebäude in der Geraer Schloßstraße) und baute es zum Palais aus. Im Jahr 1831 verkaufte er das Haus an den Staat. Ein Umbau 1893 scheiterte in dem man die Sinnlosigkeit des Vorhabens erkannte.
1828 Umbau des Landhauses von Flanz
rinz Heinrich LXVII. erwarb das von Johann Jakob von Flanz 1784 errichtete Landhaus an der Ecke Schlossstrasse/Dienerstraße und ließ es zum Palais ausbauen. Nach seinem Umzug nach Coburg 1831 verkaufte er das Anwesen an den Staat, welcher es zum Sitz des Kriminalgerichts und weiterer Behörden machte.
1828 Ein studierter Mediziner in Liebschwitz
en Liebschwitzer, der Ort gehörte noch bis 1928 zu Sachsen, ging es nicht besser als dem Rest der Bevölkerung, wenn man die medizinische Versorgung genauer betrachtet. Ab 1790 war ein Bader im Ort angesiedelt, der allerdings wie fast alle seiner "Kollegen" eher dem fahrenden, als dem studierten Volk zuzurechnen war. Der erste studierte Mediziner in Liebschwitz war ein Chirurg namens Thierfeld. Im Jahr 1828 wurde im Expensenbuch des Adligen Ziegenhierdchen Gerichtes folgender Eintrag verzeichnet. "Chir. Thierfeld zahlt wegen nachgesuchter Erlaubnis zur Bebauung eines Kleinhauses". Inwieweit er eine Praxis eröffnen konnte und wie lange er praktizierte entzieht sich der Recherche. 19 Jahre nach ihm kam ein Militärarzt.
1829 Höhere Wissenschaften
ine besondere Lehrerstelle für Mathematik und Naturwissenschaften wurde in diesem Jahr im Geraer Gymnasium eingerichtet. Der erste Lehrer für diese Fächer war Karl Friedrich Eisel. Zu dieser Zeit lehrte man noch die "septem artes liberalis", die "Sieben Freien Künste". Neben der Mathematik (Arithmetik und Zahlentheorie) gehörten auch die Geometrie, die Musik und Astronomie (Quadrivium 4 der Künste), sowie die Grammatik, die Rhetorik und die Dialektik (Trivium 3 der Künste) zu den "Sieben Freien Künsten". Nur eine geringe Minderheit der Bevölkerung wurde unterrichtet, daher sprach man auch von der "Kunst" der Mathematik und den anderen Fächer.
24.12.1829 Bericht an den Fürsten
er in Gera hoch angesehene Unternehmer Ernst Weber schickte am Heiligen Abend des Jahres 1829 an den zu dieser Zeit Mitregenten der Herrschaft Gera Fürst Heinrich LXXII. Ebersdorf Reuß, einen von ihm verfassten Bericht. Unter dem Titel "Einige Bemerkungen über den Einfluß der auf dem sonst Bartschischen Grundstücke anzulegenden Gerbereien auf die unterhalb gelegene Werbersche Fabrik". Es dürfte sich um eine Beschwerde gehandelt haben.
1830 Schlichter war ein Handwerker
is zum Jahr 1830 gab es noch ein recht unproblematisches Rechtssystem in den Geraer umliegenden Gemeinden, wie Liebschwitz zeigte. Der erste Mann in der Gemeinde war ein Handwerker, welcher den Titel "Richter" inne hatte. Dieser hatte örtliche sowie auch private Händel (Unstimmigkeiten) so weit ihm dies möglich war zu schlichten, und diese gegenüber dem hohen Gerichtsherrn zu vertreten. Die wenigen amtlichen Juristen dieser Zeit konnten sich nicht mit allen Belangen beschäftigen und waren auf die Hilfe dieser "Dorfrichter" angewiesen. Kleine Streitigkeiten um Belanglosigkeiten hielten die Menschen zu allen Zeiten in Atem. Nach 1830 wurde dieser "Richter" dann als Gemeindevertreter gewählt.
1832 Weißflogs Anfänge in Gera
rnst Friedrich Weißflog gründete in diesem Jahr in Gera in der Weidaischen Gasse 13, später die Greizer Straße, eine Weberei. Zeitgenössige Darstellungen berichteten, dass er mit kleinen Mitteln in seiner Vaterstadt nach damalige Weise begann und dass er von Zeugmachern rohe Ware kaufte, dieselbe in den Färbereien und Appreturanstalten der Stadt färben und zubereiten ließ und die so veredelten Stoffe auf Messen und Märkten und durch Reisende vertrieb.
25.02.1832 Wilhelm Weber geboren
ilhelm Weber war in Berlin geboren und hatte sich um die ausgeschriebene Stelle des Geraer Oberbürgermeisters beworben. Am 15. September 1865 wurde er mit 27 zu 2 Stimmen in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung für sechs Jahre zum Geraer Stadtoberhaupt gewählt.
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01.12.1832 Friedrich Helbig (Schriftsteller) geboren
riedrich Helbig, geboren am 1. Dezember 1832 in Jena und verstorben am 8. August 1896 in Jena, war ein deutscher Jurist und Schriftsteller. Nachdem Helbig seine Schulzeit beendet hatte, studierte er in den Jahren 1852 bis 1855 an den Universitäten Jena und Heidelberg Jura und Philosophie. Nach Beendigung des Studiums wurde er Ortsvorsteher eines Dorfes nahe Weimar und später zum Sekretär der Kreisdirektion in Dernbach berufen. Weitere Stationen seiner Karriere waren Amtsassessor in Weida, Kreisgerichtsrat in Arnstadt und seit Herbst 1879 Landgerichtsrat am weimarisch-preußischen Landgericht in Gera. Im Herbst 1892 ging er in Pension und zog nach Jena. Dort starb Friedrich Helbig am 8. August 1896 im Alter von 64 Jahren.
27.02.1833 Otto Henning geboren
tto Henning, geboren in Greiz bei Gera, war Druckereibesitzer und Mitglied des Deutschen Reichstags. Henning war Hofdruckereibesitzer in Greiz bei Gera. In seiner Druckerei erschien das Amtsblatt, es wurden offizielle Mitteilungen und Landtagsberichte veröffentlicht. Weiter war er Herausgeber des Greizer Tageblattes. 1872 war er einer der Initiatoren der Eisenbahnlinie Gera - Weischlitz und Direktor und Vorstand der Greizer Eisenbahngesellschaft. Ferner war er Mitglied und Vorsteher des Gemeinderates, Landtagsmitglied und wurde zum Ehrenbürger von Greiz ernannt. Von 1887 bis 1890 war er Mitglied des Deutschen Reichstags für den Wahlkreis Fürstentum Reuß älterer Linie 1 Greiz, Burgk und die Deutsche Reichspartei. Er verstarb am 28. Dezember 1908 in Greiz bei Gera.
27.02.1834 Der Fall August Tinz
n diesem Tag wurde in Tinz ein zu dieser Zeit etwa 10-jähriger taubstummer Knabe aufgegriffen und zunächst dem Stadt- und Landgericht zur Verwahrung übergeben. Das Schicksal des Jungen erregte, wohl gerade durch die völlige Unwissenheit über seine soziale Herkunft und seine Heimat, großes Aufsehen in der Geraer Bevölkerung. Noch 20 Jahre später widmete der Geraer Chronist Ferdinand Hahn in seiner „Geschichte von Gera und dessen nächster Umgebung“ diesem interessanten Vorfall einige Zeilen in seinem Werk. Laut Ferdinand Hahn wurde er im „Zustand völliger Wildheit“ aufgegriffen. Nach seinem Fundort erhielt der Junge später den Namen August Tinz. Sein weiterer Verbleib lässt sich allerdings anhand einer im Staatsarchiv Greiz befindlichen Akte nachvollziehen, welche mit seiner Fülle an Informationen das Leben jenes August Tinz sichtbarer entfaltet, als das vieler seiner Zeitgenossen. Bemerkenswert bleibt hierbei aber, dass jener Mensch in seiner Akte nicht ein einziges Mal selbst zu Wort kam, sondern nur Lehrer, Betreuer und Verantwortliche über Ihn berichten und urteilen. Stumm fand man ihn und ohne ein Wort oder einen Satz hinterlassen zu haben verschwand er wieder.

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20.05.1834 Leontine Weißflog geboren
nter der Mädchennamen Leontine Bauer kam sie in Gera zur Welt und war die spätere Gemahlin des Geheimen Kommerzienrates Eugen Weißflog (1828-1906). Dieser war der Sohn des Geraer Webereigründers Ernst Friedrich Weißflog und hatte der Stadt Gera das Grundstück geschenkt, auf den 1887 das spätere Stadtmuseum eingerichtet wurde. Vom 4. Februar 1887 bis zum 4. August 1950 war die Leontinenstraße, später Karl Schurz Straße, nach ihr benannt. Leontine Weißflog verstarb am 25. Januar 1911 in Gera.
1835 Graf Carl von Hahn-Neuhaus in Gera
raf Carl von Hahn-Neuhaus war wie man damals sagte "theaterverrückt" oder auch "theaterbesessen" aber auch einer der größten Standesherren Mecklenburgs. Er hatte sich zuerst ein "Liebhabertheater" eingerichtet, leitete danach das Stadttheater von Hamburg/Altona und war später der Direktor einer Theatergesellschaft. Diese gastierte 1835 und 1836 zweimal in Gera.
1835 Salzbäder in der Schützenstraße
m Jahr 1832 wurde in der Geraer Schützenstraße, später die Geschwister Scholl Straße 13, das Geraer Bad gegründet. Ab diesem Jahr wurde es für Solbäder und Brunnenkuren eingerichtet. Die Nutzung des Bades war allerdings nicht von langer Dauer.
1836 Justizreform in Gera
ach der Justizreform in Gera wurde zum ersten Mal der Name "Fürstlich-Plauensches-Landgericht Gera" erwähnt. Das Haus Reuß versuchte hiermit, wie es der Name andeutete, ihre bisherigen Privilegien und landesherrschaftlichen Rechte durch eine formale Oberaufsicht zu sichern.
1836 Aufgaben der Gerichte
eit diesem Jahr war das Landgericht fortan für die Schwerkriminalität zuständig. Dagegen wurden Strafsachen bis zu 6 Monaten Gefängnis durch das im gleichen Jahr geschaffene Kriminalgericht Gera, Vorgänger des heute vorhandenen Amtsgerichtes Gera, bearbeitet.
1836 Die Geraer Gerichtsstruktur
b dem Jahr 1836 begann sich die Gerichtsstruktur in den Fürstentümern der Jüngeren Linie Reuß (ab 1848 Fürstenturm Reuß j.L.) und damit auch in Gera grundlegend zu verwandeln. So schuf man Kriminalgerichte in Gera, in Schleiz und in Lobenstein. Sie waren unter anderem für Übertretungen, Vergehen und Verbrechen bis zu sechs Monaten Strafandrohung, für "Forststrafen", für "qualifizierte Injurien" und Bestrafung der "Polizeivergehen, wenn auf gerichtliche Erörterung und Entscheidung angetragen wird" zuständig. Sie hatten eine besonders enge Verbindung zu den Dorfgerichtspersonen, deren Zuordnung in den forensischen Bereich sich mit der Geschäftsanweisung für die Schulzen, Dorfrichter, Gemeindevorsteher und Steuereinnehmer auf dem Lande von 1847 nunmehr auf die Landespolizei beschränkte und mit der Gemeindeordnung von 1850 nahezu zum Fortfall kam. Die zweite Instanz bildete das Appellationsgericht in Gera (bzw. die erste Instanz für alle Angehörigen des fürstlichen Hauses, die Rittergutsbesitzer und die Schriftsässigen, ausgenommen Lehrer und Geistliche). Es war weiterhin Aufsichts- und Disziplinarbehörde für die Gerichtsbehörden und Depositalverwaltungen sowie erkennende Behörde in verschiedenen weiteren Fällen. Die oberste Instanz in "Civil- und Kriminalsachen" bildete das Oberappellationsgericht in Jena. (Der Autor dieses Artikels, Udo Hagner, ist Rechtspfleger im Grundbuchamt des Amtsgerichts Gera. Der Aufsatz ist dem Jahrbuch des Museums Reichenfels-Hohenleuben (Heft 43) entnommen.)
1836 Färben statt Spinnen
rst gut drei Jahre war es her, da hatte die Firma Morand & Co. in Gera die erste Dampfmaschine in die Textilproduktion ausgenommen. Nun wurde die erste Dampffärberei eingerichtet und dafür verschwand die Spinnerei aus der Produktionshalle der Firma.
20.10.1836 Gekaufte Wasserkraft
m Jahr 1832 errichteten die Geraer Kaufleute Ferber und Morand in Liebschwitz, das war für sie zu dieser Zeit tatsächlich "sächsisches Ausland", eine Spinnerei. Diese war unmittelbar westlich der alten Zoitzmühle gelegen und äußerst gut gewählt vom Standort, da die Mühle gleich mit gekauft wurde. Dabei wollte man sich noch keinen Steuervorteil verschaffen, sondern hier war die Nutzung der Wasserkraft der Elster als "Antriebsmaschine" ausschlaggebend. Über die Wassernutzung fand sich in den Büchern der Firma ab 1832 noch nichts, erst im Jahr 1836 wurde im sogenannten Expensenbuch (Kassenbuch) des Adligen Ziegenhierdschen Gerichtes dazu die Abschrift des Kaufvertrages mit dem Müller der Zoitzmühle für die gefunden. Im Oktober 1836 zahlten Ferber und Morand 12 Taler und 23 Groschen für die "Beleihung mit dem von ihnen erbauten Fabrikgebäudes". Schon im Jahr 1840 wurde die Mühle wieder veräußert.
1837 Sechshundert Jahre Gera
echshundert Jahre war es her, als die kleine Stadt Gera an der Weißen Elster die Stadtrechte und die sogenannten Regalien erhielt. Die Regalien, die Stadtrechte, regelten einst unter anderem das Münzwesen, die Marktrechte und die innerstädtische Gerichtsbarkeit. Gera befand sich in einer Zeit der größten Industrialisierungen des Landes.
1838 Die Langenberger Gerichtslinde
n diesem Jahr wurde die mehrere Hundert Jahre alte Langenberger "Gerichtslinde" durch einen Sturm umgebrochen und danach durch einen neuen Baum ersetzt.
13.09.1838 Otto Bendorf geboren
tto Benndorf wurde in Greiz, Reuß ä. L. bei Gera geboren und war ein deutscher klassischer Archäologe und der Begründer des Österreichischen Archäologischen Instituts. Er wurde als Sohn eines Kaufmanns in einem streng protestantischen Elternhaus geboren. Über seinen Bruder Friedrich August Paul Benndorf, der Anna Maria von Zabern heiratete, war er mit der Mainzer Verlegerfamilie von Zabern verbunden. In diesem Sinne wurde er erzogen und sollte Pastor werden.

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1840 Über die Zwötzener Kirche
m 10. November 1895 hatte die feierliche Einweihung des neuen Zwötzener Gotteshauses stattgefunden, zu welcher die Erbherrschaften, sowie die Spitzen der Behörden erschienen waren. Das alte Gotteshaus war abgerissen worden, nachdem es für die wachsende Anzahl der Gemeindemitglieder zu klein geworden war. Die Kirchengalerie von 1840 schrieb über die alte Kirche auf Seite 26 folgendes: "Die Kirche, ein einfaches, kleines Gebäude mit niedrigem Turm zeigt im Innern und Äußern deutliche Spuren vielfacher Veränderung, die mit ihr im Laufe der Zeit und nach Bedürfnis der sich mehrenden Einwohnerzahl vorgenommen worden sind. Außer einigen bei Seite gesetzten Überresten des Papsttums an hölzernen Bildwerken und einigen in den Fußboden eingemauerten Grabsteinen mit Inschriften, die Ruhestätten ehemaliger Rittergutbesitzer bezeichnend, bietet sie keine historischen Merkmale dar. Ein zur linken Seite des Altars an der Wand befindliches Epitaphium zeigt folgende Inschrift: "Der Wohlgeborne Gottfried von Witzdorf, Rittmeister, ward geboren 1628, starb am 3 September 1658, legierte dieser Kirche 100 Gülden, liegt hier begraben und ist ihm dieses zum Andenken aufgerichtet."
12.1840 Pastor Schnicke über Zwötzen
er Rektor der Zwötzener Schule namens Geweniger, schrieb anlässlich der Einweihung der neuen Schule im Oktober 1911 eine Festschrift. Darin zitierte er den Gemeindepastor Schnicke, welcher im Jahr 1840 Zwötzen mit folgenden Worten beschrieb: "Das Dorf Zwötzen, südlich von Gera im freundlichen Elstertale gelegen und ¾ Stunden von der Stadt entfernt, hat ein Rittergut, Pfarrwohnung, Schulwohnung, 12 Bauerngüter, 36 Kleine oder Ritterguts-Häuser und 1 Gemeindehaus. Die Einwohnerzahl beläuft sich auf 304 Personen (Ende 1840). Nur die geringe Zahl derselben beschäftigt sich mit Ackerbau, die meisten sind Fabrikarbeiter im nahen Gera. Der Rittersitz in Zwötzen scheint sehr frühzeitig gegründet worden zu sein, denn man findet urkundlich schon 1358 einen reinhold von Zwötzen. Vor dem 17. Jahrhundert ist die von Endesche Familie lange Zeit hindurch im Besitz des Rittergutes gewesen." (Während des Zitates erlaubte sich Rektor Geweniger den Hinweis, dass der Geistliche in diesem Punkt irrt.) "In der Mitte des vorigen Jahrhunderts besaß es ein Herr von Brettin; dieser verminderte das Gut durch Einzelverkauf an 3 Bauern im Ort bis auf 1/3 seines früheren Wertes. Im Jahr 1820 ließ der damalige Besitzer Tobias Albert die alten Gebäude wegreißen und an ihrer Stelle mit großem Aufwande neue, massive aufbauen. Das äußerst geschmackvoll erbaute Wohnhaus ist eine Zierde des Dorfes und der ganzen Umgegend. Die gegenwärtige Besitzerin ist Madame D. Schenk in Untermhaus. Das Rittergut hat eigene Gerichtsbarkeit und das Patronat von den Kirchen und Schulen der Parochie. (Quelle. "Festschrift zur Feier der Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster) am 30. Oktober 1911" von Br. Geweniger, Rektor der Schule)
1843 Kratzsch über Saalburg
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf den Seiten 612 und 613 folgendes über Saalburg auf. "Saalburg. - Stadt an der Saale, mit 1 Pfarrkirche und 1 Schlosse. - 161 H. Häuser 1134 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. - 1) Stadtrath daselbst, mit beschränkter Jurisdiction über 122 H., 2) Justizamt daselbst, über 38 H. 3)Gericht des Kirchkastens daselbst, über 1 lehnbares Haus an der Saale. - Landesregierung Gera.

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1843 Kratzsch über die Reußischen Lande
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf den Seiten 582 und 583 über die Reußischen Landes folgendes." Reußische Lande. - Dieselben bestehen überhaupt aus 2 sehr ungleichen, durch den Weimar-Neustädtischen Kreis abgesonderten Hälften, von denen die größere, südwestliche 10 Meilen lang an der Saale und Elster sich erstreckt, jedoch durch einen Einschnitt bei Zeulenroda in 2 nur schmal zusammenhängende ungleiche Theile zerfällt, und übrigens zum Vogtlande gehört..." (weiter in der Zusatzinformation) (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)

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1843 Kratzsch über Gera
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 214 Gera folgendes nieder. "Gera. - Stadt, mit 3 Kirchen. - 754 H. (Häuser) 11255 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. - 1) Stadtrath daselbst (Gera); 2) Justizamt daselbst, welchem namentlich die Neustadt, die Mühlen, der Mühlgraben, 2 Gasthöfe und einige einzelnen Häuser in der Stadt unterworfen sind. 3) das Gericht zum Siedelhof daselbst, über den Umfang des Siedelhofes, 4) das Gericht zum großen freien Limmerschen (jetzt Schlickschen) Garten daselbst, dessen Gerichtsbarkeit sich auch nur auf die Bewohner der in dem Gartenraume befindlichen Häuser beschränkt, 5) Criminalgericht ebendaselbst, welchem die Criminalgerichtsbarkeit ausschließlich zustehet. - Landesregierung daselbst." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)

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1843 Kratzsch zur Herrschaft Gera
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 folgendes zur Herrschaft Gera in seinem Buch auf Seite 215: "Die Herrschaft Gera besteht aus der eigentlichen Herrschaft Gera, der Pflege Saalburg und dem, zwischen der Pflege Reichenfels und der Herrschaft Greiz gelegenen, Pöllwitzer Walde mit 2 Ortschaften. Sie ist von den übrigen Reuß-Plauenschen Herrschaft durch den Reustädter Kreis getrennt, liegt folglich nicht, wie Greiz, Schleiz, Lobenstein und Saalburg, im Voigtlande, sondern im eigentlichen Osterlande. Die größte Länge der Herrschaft beträgt von Morgen gegen Abend 8, und ihre größte Breite von Mittag gegen Mitternacht 4 Stunden, sie enthält im Ganzen ungefähr 5 Quadratmeilen, worauf sich 2 Städte, 1 Marktflecken, 93 Dörfer, 12 herrschaftliche Güter und Vorwerke, 28 Rittergüter mit über 23.000 Einwohnern befinden. Eingetheilt ist die Herrschaft in das Amt oder die eigentliche Herrschaft Gera und in das Amt oder die Pflege Saalburg. Diese liegt aber mit der ersten nicht im Anschlusse, sondern 6 Meilen entfernt von Gera. Ebenso ist die zur Herrschaft Gera gehörige ansehnliche Strecke Waldes, der Pöllwitzer Wald, davon durch einen Theil des Reustäter Kreises getrennt, u. theils von Greizer, theils von Schleizer Gebiet umgeben. Die Herrschaft Gera wird von der jüngeren Linie des Fürstlich Reußischen Hauses ungetheilt besessen, so daß jeder Fürst die Hälfte der Einkünfte zieht." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Seeligenstädt bei Gera
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 folgendes zu Seeligenstädt bei Gera in seinem Buch auf Seite 654: "Seeligenstädt bei Gera. - Dorf mit 1 adeligen Vorwerke, nach Dorna eingepfarrt. - 9 H. (Häuser 42 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. - Landesregierung Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch zu Seibitz
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 folgendes zu Seibitz bei Gera in seinem Buch auf Seite 654: "Seibitz. - Dorf, nach Harra eingepfarrt. - 31 H. (Häuser) 152 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Lobenstein-Ebersdorf. - Justizamt Lobenstein. - Landesregierung Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch zur Fuchsmühle
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 folgendes zur Fuchs-Mühle bei Gera in seinem Buch auf Seite 654: "Seidels- oder Fuchs-Mühle bei Zschippach. - Mahl- und Oelmühle, nach Zschippach eingepfarrt. - 1 H. (Haus) 8 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. - Patrimonialgericht Zschippach. - Landesregierung Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Die Wein-Mühle bei Zschippach
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 folgendes zur Wein-Mühle bei Gera in seinem Buch auf Seite 764: "Wein-Mühle bei Zschippach. - Mühle, nach Dorna eingepfarrt. - 1 H. (Haus) 7 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. - Justuzamt Gera. - Landesregierung Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch zu Heinersdorf
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 folgendes zu Heinersdorf bei Gera in seinem Buch auf Seite 286. "Heinersdorf. - Pfarrdorf nahe am Lerchenhübel. - 55 H (Häuser) 321 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Lobenstein-Ebersdorf. - Justizamt Lobenstein. - Landsregierung Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über die Zschachen-Mühle
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 folgendes zur Zschachen-Mühle bei Gera in seinem Buch auf Seite 809: " Zschachen-Mühle bei Gahma. - Mahl- und Schreidemühle an der Sormitz, nach Gahme eingepfarrt. - 1 H. (Haus) 8 E. (Einwohner). - Fürstlich reußische Herrschaft Lobenstein-Ebersdorf. - Justizamt Lobenstein. - Landesregierung Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch zu Zschippach
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 folgendes zu Zschippach bei Gera in seinem Buch auf Seite 809: Dorf, mit 1 Rittergute und Filialkirche von Dorna. - 28 H. (Häuser) 128 E. (Einwohner). - Fürstlich reußische Herrschaft Gera. - Patrimonialgericht daselbst. - Landesregierung Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch zu Zschippern
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 folgendes zu Zschippern bei Gera in seinem Buch auf Seite 809: "Zschippern - Adeliges Vorwerk mit mehreren Häusern, nach Thränitz eingepfarrt. - Fürstlich reußische Herrschaft Gera. - Patrimonialgericht des Rittergutes Pforten. - Landesregierung Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Zscherlich bei Triebes
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 folgendes zu Zscherlich bei Triebes in seinem Buch auf Seite 809: "Zscherlich bei Triebes. - Weiler, nach Triebes eingepfarrt. - 2 H. (Häuser) 11 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Schleiz. - Patrimonialgericht Weisendorf. - Landesregierung Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Die Neue Scenke bei Dornholz
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 folgendes zur Neuen Schenke bei Dornholz in seinem Buch auf Seite 492: "Neue Schenke bei Dornholz. - Schenkhaus, zur Pfarrei Hirschberg gehörig. - 1 H. (Haus) 6 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Lobenstein-Ebersdorf. - Justizamt Hirschberg. - Landesregierung Gera. - In dem Hause, vulgo auch Quarkschenke genannt, ist eine Strumpfwirkerei." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Die Langenberger Schenke
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 folgendes zur Neuen Schenke bei Langenberg in seinem Buch auf Seite 492: "Neue Schenke oder Troß bei Langenberg. - Wirtshaus, zur Parochie Langenberg gehörig. - 1 H. (Haus) 7 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. - Justizamt Gera. - Landesregierung Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Die Walkmühle bei Lobenstein
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 folgendes zur Neuen Walkmühle bei Lobenstein in seinem Buch auf Seite 492: "Neue Walkmühle bei Lobenstein, Walk- und Mahlmühle an der Lemnitz, nach Lobenstein eingepfarrt. - 3 H. (Häuser) 16 E. (Einwohner). - Fürstlich reußische Herrschaft Lobenstein-Ebersdorf. - Justizamt Lobenstein. - Landesregierung Gera. - Die Mühle gehört zum Tuchmacherhandwerk zu Lobenstein, dabei liegen noch 2 Tuchspinnmaschinen, die Reinhold-Süßengutsche u. die Hornsche, erste oberhalb, die andere unterhalb der Neuen Walkmühle." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Das Neue Werk bei Lobenstein
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 folgendes zum Neuen Werk bei Lobenstein in seinem Buch auf Seite 492: "Neues Werk bei Lobenstein. - Einzelnes Haus, sonst Grabhammer, zur Parochie Lobenstein gehörig. - 1 H. (Haus) 8 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Lobenstein-Ebersdorf. - Justizamt Lobenstein. - Landesregierung Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über die Geraer Umgegend
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 auf Seite 215 seines Werkes folgendes über Geras Umgegend. "In der Nähe der Stadt steht an der nördlichen Kuppe des waldigen Hainberges, an dessen Fuße die Elster vorbeifließt, das Schloß Osterstein, sonst die Residenz der Regenten der Geraischen Linie, von dem man eine schöne Aussicht auf die Stadt und die Gegend hat. In einem der vielen und schönen Gärten, welche die Stadt umgeben, ist eine eisenhaltige Mineralquelle, die zum Baden gebraucht wird. Andere Vergnügungsorte in der Umgebung der Stadt sind: der herrschaftliche Küchengarten mit Sälen und Zimmern, die Wasserkunst am Mühlgraben, u. das Martinshäuschen in dem Rathsholze." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über die Geraer Industrie
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 auf Seite 215 seines Werkes folgendes über Geras Industrie. "Die Hauptnahrung der sehr betriebsamen Einwohner fließt aus dem Handel, den mancherlei vorhandenen Fabriken (Kattunfabrik, Baumwollenzeugfabrik, Steingutfabrik, Wachstuchfabrik), u. den Handwerken aller Art; man findet hier vortreffliche Färbereien, Töpfereien, eine ansehnliche Bierbrauerei, Maler, Bildhauer, Instrumentenmacher, Kutschenwagenbauer, geschickte Goldschmiede und andere Künstler und Professionisten, ferner 2 Apotheken, incl. der Hofapotheke am Hauptmarkt, 1 Buchhandlung, 1 Papier- und Kunsthandlung und 1 Buchdruckerei. Der ordentlichen Jahrmärkte, welche Fremde häufig besuchen, werden jährlich 4 gehalten, außerdem noch 2 Viehmärkte und 1 Roßmarkt. Dazu kommen noch 3 Wochenmärkte, welche besonders wegen des Getreidemarktes sehr beträchtlich sind." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über die Geraer Verwaltung
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 auf Seite 215 seines Werkes folgendes über Geras Verwaltung. "Gera ist der sitz der Regierung für die sämmtlichen Herrschaften der jüngeren Reuß-Plauenschen Linie, des Consistoriums, der Landesadministration, der Kammercommission, der Steuerdirection, der Polizeidirection, ferner des Justizamtes, eines Stadt- und Landgerichts, eines Postamtes, einer Superintendur. Es befinden sich hier ferner 1 Gymnasium mit 7 Klassen, 1 Schullehrerseminar, 1 Mädchen- und 1 Armenfreischule." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über die Geraer Kirchen
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 auf den Seiten 214 und 215 seines Werkes folgendes über Geras Kirchen. "Die Kirchen sind: die St. Salvatorkirche auf dem Niclasberge, welche jetzt noch, an der Stelle der in Ruinen liegenden St. Johanneskirche, als Hauptkirche dient, und die St. Trinitatis- oder Gottesackerkirche; außerdem sind in der Stadt noch 3 Kapellen, 2 Hospitäler, 1 zucht- und Waisenhaus mit Kirche." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über Gera (1)
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 auf den Seiten 214 seines Werkes folgendes über Gera. "Gera liegt in einem angenehmen Thale an einer sanft sich erhebender Anhöhe, am rechten oder östlichen Ufer der weißen Elster, von welcher ein Canal, der Mühlgraben genannt, oberhalb der Stadt abgeleitet und durch die südlichen und westlichen Vorstädte geführt ist. Sie ist gut gebaut, indem die Straßen meistens gerade u. breit, gut gepflastert u. reinlich sind, hat 6 öffentliche Plätze u. 39 Gassen. Unter den Häusern sind, selbst in den Vorstädten, viele große, schöne und ganz massiv gebaut. von den 754 Hausnummern kommen 263 auf die innere Stadt und 491 auf die Vorstädte. (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über Gera (2)
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 auf Seite 214 seines Werkes folgendes über Gera. "Gera hat 5 überbaute u. gewölbte Thore, die Vorstädte sind an denäußersten Enden mit Gattern versehen, deren 6 sind. Unter den öffentlichen Gebäuden zeichnen sich das schöne Rathaus mit seinem ansehnlichen Thurme (am Hauptmarkt) und das Regierungsgebäude aus. Die übrigen besonders zu erwähnenden Gebäude sind : der Rathsmarstall auf der Sorge, das außerhalb des Schloßgatters sich befindende Comödienhaus, das Gymnasium mit weitläuftigen Lehrerwohnungen und das herrschaftliche Haus am Kirchhofe. Von dem alten, an der südlichen Ecke der Stadt liegenden Schlosse ist wenig mehr übrig. Sonst hat die Stadt noch 6 Gasthöfe, 3 Mühlen, (die Klotzmühle, mit einer Schneide-, Graupen-, Oel- und Mahlmühle mit 6 Gängen, die Angermühle ebenfalls mit 6 Gängen und die Walkmühle der Tuchmacher), und 1 Siedelhof nahe dem alten Schlosse." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Pöppeln bei Gera
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 auf Seite 560 seines Werkes folgendes über Pöppeln bei Gera. "Kleines Dorf, unweit der Elster, nach Gera eingepfarrt. - 11 H. (Häuser) 67 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. - Landesregierung Gera. - Das Dorf, ein Vergnügungsort der Geraer, ist Eigenthum der Stadtcommun Gera, und wird selbst für den 18ten District der Stadt gerechnet. (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Pörsdorf bei Gera
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 auf Seite 560 seines Werkes folgendes über Pörsdorf bei Gera. "Filialdorf von Rüdersdorf, mit 1 Rittergute. - 36 H. (Häuser) 135 E. (Einwohner). - Fürstlich Reuß. Herrschaft Gera. - Patrimonialgericht daselbst. - Landesregierung Gera. - Von dem Dorfe ist 1 H. mit 5 E., die Wicarei genannt, und die Kirche Altenburgisch. (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Cuba bei Gera
n den kleinen Ort Cuba erinnerte zu späterer Zeit nur noch die bekannte "Cubabrücke" in Untermhaus. Johann Friedrich Kratzsch schrieb im Jhr 1843 einige wenige Worte zu dem Örtchen. "Cuba, Dorf nach Untermhaus eingepfarrt - 13 H. (Häuser) 187 E. (Einwohner) - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera - Justizamt Gera. - Landesregierung Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstesalphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Pöritzsch in der Herrschaft Gera
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 auf Seite 560 seines Werkes folgendes über Pöritzsch bei Gera. "Das Dorf am Pöritzscher Bache, mit 1 Kammergute u. Schäferei, nach Zoppothen eingepfarrt. - 26 H. (Häuser) 141 E. (Einwohner) - Fürstlich Reuß. Herrschaft Gera. - Justizamt Saalburg. - Landesregierung Gera. - Zum Dorfe gehören das in neuer Zeit zum Forsthaus umgestaltete Vorwerk Riedre Grün u. die Klostermühle bei Saalburg. Übrigens gehören von den Häusern des Dorfes 18 zum Kammergute und 7 zum Amte. (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Der Pöllwitzer Wald
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 auf Seite 560 seines Werkes folgendes über den Pöllwitzer Wald bei Gera. "... Waldditrikt, mit 2 Forsthäusern (Neu-Aergerniß und Neu-Pöllwitz). - 2 H (Häuser) 10 E. (einwohner).- Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. - Justizamt Gera. - Landesreg. Gera. - Der Wald liegt einige Stunden von Gera entfernt und ist davon durch einen Theil des Reusstädter Kreises getrennt, jedoch von dem Greizer und Schleizer Gebiete umgeben." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Pöllwitz bei Gera
ohann Friedrich Kratzsch schrieb im Jahr 1843 auf Seite 560 seines Werkes folgendes über Pöllwitz bei Gera. "Pöllwitz ... Fürstl. Reußische Herrschaft Greiz - Justizamt Ober-Greiz - Regierung Greiz. - Das Dorf ist von 3 Seiten, nördlich, östlich u. südlich, von dem Pöllwitzer, zu der Herrschaft Gera gehörigen Walde umgeben; westlich aber grenzt es an den königl. Sächischen Wald, die Reiboldsgrün genannt, worauf früher ein im 30jährigen Kriege zerstörtes Dorf gestanden hat. Pöllwitz enthält 17 1/2 Hof in 34 Bauernhäusern und 46 Kleinhäusler. - Das ehemalige hiesige Rittergut ist längs, nach dem Anfalle an den Oberlehnherrn, zerschlagen, u. in 5 Bauernhäuser verwandelt worden. - Übrigens 1 Mühle an dem Triebesbache u. 1 privilegierter Gasthof. - Unmittelbar mit dem Dorfe hängt ein neuer Anbau, Neu-Pöllwitz genannt, zusammen, welcher aber auf Geraischen Grunde und Boden liegt, und aus 12 H. (Häuser) mit 80 E. (Einwohner), incl. 1 Forsthause und 1 Schneidemühle an der Triebes, besteht." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über Groitschen
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 243 über Groitschen folgendes auf. "Groitschen, - Fildf. (Filialdorf) v. Dorna. - 16 H. (Häuser) 82 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. - Patrimonialgericht Nauendorf. - Landesregierung Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über Groß-Aga
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 243 über Groß-Aga folgendes auf. "Groß-Aga - Pfarrdorf mit 1 Kammergute. - 102 H. (Häuser) 639 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. - Justizamt Gera. - Landesregierung Gera. - Das Dorf, in einer mäßigen Vertiefung einer Bergebene, größstentheils am linken Ufer des Agabaches liegend, ist in Form eines Kreuzes gebaut und zählt 3 große Gassen, deren jede unter einem Viertelmeister steht. Von den Häusern sind 12 Pferdespanngüter, 31 Kuhbauern, 56 Kleinhäusler, 1 Spritzenhaus, Pfarre und Schule. Zum Dorfe gehören übrigens noch 2 Mühlen (1 Wind- und 1 Wassermühle mit Schneide- und Graupengang verbunden), beide 1/4 Stunde vom Dorfe entfernt." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über Dürren-Ebersdorf
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 147 über Dürren-Ebersdorf folgendes auf. "Dürren-Ebersdorf - Pfarrdorf mit 1 Rittergut - 28 H. (Häuser) 172 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. - 1) Patrimonialgericht daselbst; 2) Justizamt Gera. - Landesregierung Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über Dürrenbach
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 147 über Dürrenbach folgendes auf. "Dürrenbach oder Dörrenbach. - Zerstreut liegendes Dorf im Frankenwalde nach Wurzbach eingepfarrt. - 9 H. (Häuser 48 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Lobenstein-Ebersdorf. - 1) Justizamt Lobenstein; 2) Hospitalgericht Lobenstein über 5 Einwohner. - Landesregierung Gera. - Das Dorf gehört zur Gemeinde Grumbach." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über Dürrenberg
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 147 über Dürrenberg folgendes auf. "Dürrenberg (Louisenburg) bei Köstritz. - Rittergut, auf der linken Seite der Elster, nach Köstritz eingepfarrt. - 2 H. (Häuser) 13 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. Patrimonialgericht daselbst. - Landesregierung Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über das Kloster zum heiligen Kreuz
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 373 über das Kloster zum heiligen Kreuz folgendes auf. "Kloster zum heiligen Kreuz bei Saalburg. - Kleines Dorf nach Saalburg eingepfarrt. - 11 H. (Häuser) 51 E. (Einwohner). - Fürstlich reußische Herrschaft Gera. - 1) Stadtrath Saalburg über 10 H.; 2) Justizamt Saalburg über das herrschaftliche Magazingebäude. - Landesregierung Gera. - Der Ort bildet eine Vorstadt von Saalburg." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über Thalhammer
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 373 über Thalhammer folgendes auf. "Kloster- oder Thalhammer bei Saalburg. - Hammerwerk, mit einigen Häusern, nach Saalburg eingepfarrt. - 6 H. (Häuser) 20 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. Justizamt Saalburg. - Landesregierung Gera. - der Hammer liegt am Ausflusse des Wetteraubaches in die Saale, besteht aus einem Blaufeuer-, Stabhammer-, Steinpocher-, und Schleifwerk, und den für die Arbeitsleute nötigen Wohnungen." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über Kloster-Mühle
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 373 über Kloster-Mühle folgendes auf. "Kloster-Mühle bei Saalburg. - Mahl- und Schneidemühle an der Saale nach Zoppoten eingepfarrt. - 1 H. (Häuser) 12 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. Justizamt Saalburg. - Landesregierung Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über das Reußische Haus bei Lemnitz
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 583 folgendes über das Reußische Haus bei Lemnitz auf. "Reußisches Haus bei Lemnitz. - Eisenwerk auf dem Tännichberge. - 1 H. (Haus) 5 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Lobenstein-Ebersdorf. - Justizamt Lobenstein. - Landesregierung Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über Stublach
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 696 über Stublach folgendes auf. "Stublach oder Stoblach. - Dorf unweit der Elster, nach Langenberg eingepfarrt. - 16 H. (Häuser) 95 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. - Justizamt Gera. - Landesregierung Gera. - Das Dorf besteht aus 8 Pferdnergütern, 6 Handgütern, 1 Hirtenhause und 1 Schenke." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über Stübnitz
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 696 über Stübnitz folgendes auf. "Stübnitz bei Gera. - Dorf, nach Rüdersdorf eingepfarrt. - 37 H. (Häuser) 183 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. - Patrimonialgericht Dürrenebersdorf mit Hartmannsdorf. - Landesregierung Gera. Das Dorf hat 1 Mühle am Hartmannsbache. Es ist gleichsam eine Fortsetzung von Rüdersdorf, bildet aber eine besondere Gemeinde." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über das Hotel de Reuß
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 582 über das Hotel de Reuß folgendes auf. "Reuß, Hotel de, bei Lobenstein. - Gasthof, nach Lobenstein eingepfarrt. - 1 H. (Haus) 8 E. (Einwohner). - Fürstliche Reußische Herrschaft Lobenstein-Ebersdorf. - Stadtrath Lobenstein - Landesregierung Gera. - der Gasthof liegt vor der Stadt Lobenstein am Wege nach Ebersdorf." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über Lössau
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 424 folgendes über Lössau auf. "Lössau oder Lössen bei Schleiz. - Dorf mit Filialkirche von Kirchkau. - 41 H.(Häuser) 290 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Schleiz. - Landesregierung Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über Lössen
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 424 folgendes über Lössen auf. "Lössen oder Lessen. - Dorf, nach Großaga eingepfarrt. - 23 H. (Häuser) 143 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. - Justizamt Gera. - Landesregierung Gera. - Das Dorf, in der flachen Vertiefung des Löskenbaches liegend, besteht aus 11 Pferdespanngütern, 6 Kuhbauern, 4 Kleinhäuslern, 1 Gemeindehause, und 1, hart an dem Dorfe liegenden, Kammergutschäferei." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über Lohbühl
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 424 folgendes über Lohbühl auf. "Lohbühl oder Lohpühl, bei Wenziga. - Schäferei am Pfauenberge, nach Gefell eingepfarrt. - 2 H. (Häuser) 8 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Lobenstein-Ebersdorf. - Justizamt Hirschberg. - Landesregierung Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über Langenberg
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 397 folgendes über Langenberg."Langenberg. - Stadtflecken, mit 1 Pfarrkirche und 1 Kammergute. - 131 H. (Häuser) 1048 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. - Justizamt Gera. - Langenberg, in einem gegen Nordosten laufenden Grunde, zwischen Bergen, unweit des rechten Elsterufers gelegen, enthält mehrere Gassen und wird von einem kleinen Bache, der Schießbach genannt, bewässert, der sich in die nahe Elster ergießt. Die Kirche, Pfarrwohnung und Schulhaus liegen zu Anfange des Fleckens an der Stelle, wo 2 frequente Straßen, die eine nach Eisenberg und Jena, die andere nach Zeitz und Leipzig führen. Das Kammergut, früher bis 1660 ein Rittersitz, liegt am Fuße des Hausberges; übrigens hat Langenberg au 1 Rathhaus und 6 Minuten vom Orte an der Elster liegt eine Mahl-, Oel- und Schneidemühle. Auf dem vorgenannten Hausberge hat in den früheren Zeiten der Einführung des Christenthums eine kaiserliche Burgwart gestanden, worin der jedesmalige Landesherr residierte, wovon aber jetzt wenige Spuren zu sehen sind. - Der Flecken hat 6 Repräsentanten (einen Bürgermeister, 1 Vicerichter und 4 Gemeindevorsteher), zu welchen noch ein Ausschuß von Bürgern gehört. Die Schule, aus 3 Klassen bestehend, wird von 2 Lehrern besorgt. - Die Einwohner nähren sich von den verschiedenen Gewerben, von Dekonomie, Fuhrwerk, und Tagelohn. Einige Handwerker haben hier ihre eigenen Innungen, z. B. die Schneider, Bötticher und die Zeugmacher, von welchen letzteren45 Meister, ohne gesellen und Lehrlinge, sich hier befinden. Außerdem hat der Ort 1 Roß- und Viehmarkt. - Die Felder der Ortsflur, besonders in der Elsteraue, sind äußerst fruchtbar, außerdem hat der Ort viele schöne Wiesen an der Elster. - in der Vorzeit war Langenberg der Hauptort einer Herrschaft und dann eines Amtes mit mehr als 50 Dörfern, durch Kauf 1328 kam es an die Plauener Vögte von Friedrich von Schönburg dem Älteren zu Glauchau, 1364 aber an die Geraische Linie und somit zur Herrschaft Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über Langengrobsdorf
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 398 folgendes über Langengrobsdorf auf. "Langengrobsdorf bei Gera. Dort, nach Großsaara eingepfarrt. - 10 H. (Häuser) 47 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. - Justizamt Gera. - Landesregierung Gera." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über Langen
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 398 folgendes über Langen auf. "Langen oder Langgrün. - Dorf am Saalwalde, Filialkirche von Seubtendorf. - 68 H. (Häuser) 366 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Lobenstein-Ebersdorf. - Justizamt Hirschberg. - Landesregierung Gera. - Langgrün soll vor alten Zeiten der obere Theil des Dorfes Grüne gewesen sein, von dessen unterem Theile, Niedergrün, nur noch ein Vorwerk steht. Auch wird vermuthet, daß es das Stammgut der Ritter Lange, deren Familie das Dorf im 14 Jahrhundert gehörte, daß man noch häufig an den beiden Seiten des Thales zwischen Langengrün u. Niedergrün alte Mauern findet und daß noch heutigen Tages ein Grundstück in Künsdorf, wo man gleichfalls Mauern entdeckt und unlängst sogenannte Schwedensteine gefunden hat, das Vorwerk heißt. Bis gegen Anfang des 18. Jahrhunderts wohnte im Dorfe eine adelige Familie von Drardorf und zwar auf der südöstlichen Seite, wo jetzt 5 einzelne Bauernhäuser stehen. Wie Limmer, ein Reußischer Historiker, berichtet, soll Langengrün ein gar herrliches Dorf gewesen sein; jetzt ist es unansehnlich und hat nur wenig bemittelte Einwohner. Ein Jahr- und Viehmarkt, der hier alljährlich gehalten wird, und das gute Bier, welches der Gatswirth hier in bedeutender Qualität bereitet und verfahren läßt, geben noch einigen Verkehr." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über Thieschitz
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 706 folgendes zu Thieschitz auf. "Thieschitz 8irrig auch Thieschütz). Filialdorf dicht an der Elster. - 16 H. (Häuser) 100 E. (Einwohner). - Fürstlich reußische Herrschaft Gera. - Justizamt Gera. - Landesregierung Gera. - Ergiebige Gypsbrüche, in denen man öfter fossile Knochen gefunden hat. (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über Thimmendorf
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 706 folgendes zu Thimmendorf auf. "Thimmendorf. - Dorf mit Filialkirche von Gahma. - 59 H. (Häuser 359 E. (Einwohner). Fürstlich Reußische Herrschaft Lobenstein-Ebersdorf. - 1) Justizamt Lobenstein; 2) Patrimonialgericht Ruppersdorf, wegen zwei Censiten und Lehnleute. (Censiten - mussten für Güter, die ihnen gehörten, Grundzinsen errichten). - Landesregierung Gera. - das Dorf enthält, außer 1 Kirche und Schule, auch 1 Brau-, 1 Hirten und 1 Spritzenhaus und 2 Schmieden. Sechs dieser Häuser, mit 38 Einwohnern sind etwa 200 Schritte vom Dorfe, diesseits der Brücke, welche über den Häßlichsbach führt, abgelegen und werden die Burg, seltener die Trotzenburg, genannt. Hier soll früher ein Rittergut gewesen sein." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)
1843 Kratzsch über Niederndorf
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 508 folgendes zu Niederndorf auf. "Niederndorf. - Dorf mit 1 Kammergute und Filialkirche von