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Chronik - Artikel von Beginn bis 1999
 
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1921 Ein neuer Entwurf von Schoder
er bekannte Geraer Architekt Thilo Schoder, welcher schon für den Industriebau von Traugott Golde 1920 verantwortlich war, baute das Theaterrestaurant nach seinen Vorstellungen um.
1921 Die Sperlingsbucht im Stadtteil Rubitz
ie Gasse nach der Eisenbahnunterführung im Geraer Stadtteil Rubitz mit dem sogenannten Kossenhäusern erhielt 1921 die bereits lange im Volksmund gebräuchliche Bezeichnung "Sperlingsbucht".
1921 Der Maienweg in Tinz
n diesem Jahr wurde die von der Geraer Baugenossenschaft für Beamte und Arbeiter und dem Gemeinnützigen Bauverein Reuß jüngere Linie AG hier angelegte Siedlung in "Maienweg" benannt. Zu finden war er ab der Berliner Straße in Richtung des Stadtteil Tinz.
1921 Der Roschützer Weg
er von Tinz nach Roschütz führende Weg wurde von 1921 bis 1934 nur "Roschützer Weg" genannt. Danach wurde er als "Siedlung Roschützer Weg" in dem Geraer Stadtteil bekannt. Nach 1945 trug die Straße für fünf Jahre den Namen des Hamburger Arbeiterführers und Kommunisten Ernst Thälmann (1886-1944).
1921 Die Rubitzer Straße
ie Verbindung ab der Thieschitzer Straße in Töppel, welche durch den Ort Rubitz führt, wurde in diesem Jahr auf den Namen "Rubitzer Straße" getauft. Rubitz wurde als slawischer Ort 1147 zum ersten Mal erwähnt.
1921 Die Flughalle kam weg
n den Jahren 1921 und 1922 wurde die alte Flughalle im Stadtteil Zschippern abgetragen. das geschah mit einer gewissen Vorsicht, da die Flughalle zerlegt nach Zwickau transportiert werden sollte, damit man sie dort wieder aufbauen konnte.
1921 Die Villa Mazur
ie Stadt Gera und ihre Umgebung erlebte durch die rasante Entwicklung der Textil- und Maschinenbauindustrie ab der Mitte des 19. Jahrhunderts eine fast einzigartige Blütezeit. Innerhalb von nur wenigen Jahren und Jahrzehnten entwickelte sie sich zu dem Zentrum der nordeuropäischen Stoff- und Tuchindustrie und teilte sich mit Krefeld den Titel "Reichste Stadt Deutschlands". Diese Blütezeit endete mit dem Zweiten Weltkrieg und der nachfolgenden DDR-Zeit. Geblieben sind Hunderte von repräsentativen Stadtvillen, in denen sich der große Wohlstand, aber auch der sehr hohe Anspruch der Bauherren in Stil, Bauweise und Bauästhetik widerspiegeln. In diesem Jahr wurde die Villa Mazur errichtet.
1921 Die Einwohnerzahl von Kleinfalke
er kleine Ort mit der bis zu ihrem Abriss in den 1970er Jahren sehr bekannten Bockwindmühle aus dem Jahr 1795 war einst ein Rittergut und seit 1614 in wechselndem Familienbesitz. Im Jahr 1863 wurde das Rittergut beseitigt und im Jahr 1921 wurde 347 Einwohner gezählt. Demnach hatte sich die Zahl seit 1919, da wohnten dort nur 166 Menschen, in 11 Jahren mehr als verdoppelt.
1921 Entwicklung der Einwohnerzahl von Otticha
er kleine Ort bei Gera wurde im Jahr 1259 erstmals erwähnt und ist im Südosten Geras zu finden. 1827 zählt der Ort 10 Häuser und 51 Einwohner. Er gehörte als Exklave im Sachsen-Altenburgischen Gebiet bis 1919 zur Herrschaft Reuß jüngere Linie. Im Jahr 1921, als in fast allen Gera umgebenden Dörfern die Einwohner erfasst wurden, zählte Otticha 65 Bewohner.
1921 Entwicklung der Einwohnerzahl von Hain
as erstmals im Jahr 1191 erwähnte Rittergut Hain ist im Norden von Gera zu finden und gehörte ab dem Jahr 1807 der Familie von Brandstein. Die Nachfahren der Besitzer verkauften es 1935 an die Stadt Gera, diese wiederum an das Deutsche Reich, welches auf den umfangreichen Ländereien einen Truppenübungsplatz anlegte. 1921 lebten 72 Menschen in dem kleinen Ort.
1921 Die Einwohnerentwicklung von Roschütz
er kleine Ort bei Gera, welcher ab 1401 auch die Pfarrkirche für das nenachbarte bieblach beherbergte, wurde erstmals durch Bischof Udo von Naumburg im Jahr 1146 erwähnt. Im Jahr 1921 zählte man die Einwohner des Ortes und ermittelte die Zahl 70.
1921 Brauerei-Abriss in Liebschwitz
n Gera und seiner unmittelbaren Umgebung hatte es vor dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche kleinere und auch größere Brauerei-Betriebe gegeben. Oft gab es seinerzeit Streit um die Braurechte mit den Geraer Brauereien. Im Jahr 1921 kam es dann zum Abriss der Brauerei in Liebachwitz, was auch auf Fotos festgehalten wurde.
1921 Die Einwohner von Dürrenebersdorf
er Kleine Ort bei Gera war im Jahr 1533 erstmals gesichert erwähnt wurden. Das kam durch den Einzug der lutherischen Reformation aus dem Jahr 1517, als sie nunmehr auch Gera und seine umliegenden Orte erreichte. Eine ältere Urkunde aus dem Jahr 1267 kann als nicht gesichert angesehen werden. So gab es auch die erste gesicherte Erhebung zu den Einwohnern des Ortes erst im Jahr 1827, als man in der ganzen Geraer Gegend die Anzahl der Bewohner festhielt. Dürrenebersdorf beherbergte 172 Menschen. Im Jahr 1921 waren es dann schon 700 Einwohner.
1921 Aloys Scholze wurde Kaplan in Gera
er katholische Prister Aloys Scholze wurde nach seiner Priesterweihe 1921 Kaplan in der Geraer Pfarrei St. Elisabeth und führte diese Tätigkeit 5 Jahre lang aus.Nach der Machtübernahme der Nazis half er Verfolgten und Regimegegnern bei der Flucht über die nahe gelegene Grenze zur Tschechoslowakei. Im Mai 1941 wurde er deswegen und wegen seinen regimekritischen Predigten verhaftet und ins KZ Dachau gebracht. Dort verstarb er am 1. September 1942 krank und entkräftet.
1921 Das Leben in Leumnitz
u dieser Zeit existierten in Gera / Leumnitz eine Schützengesellschaft, der Schützensängerbund, der Turnverein, das Rittergut, die Harmonikafabrik Jung, die Dampfziegeleien von F. Staudte und den Gebrüder Sommermeyer, die Holz- und Kohlehandlung Schmidt, die Stellmacherei Robert Schmidt, die Gera Leumnitzer Kalkwerke von Hirsch und Gastronomen warn die Herren Staudt, Höfer, Ronneberger, Günther und B. Schmidt.
1921 Geboren, verheiratet, verstorben in Gera
m Verlaufe des 19. Jahrhunderts hatte man auch in Gera damit begonnen, statistische Werte zu erheben, um Vergleichszahlen für die Geburten, die Eheschließungen und die städtischen Sterbefälle zu erhalten. Im Jahr 1921 wurden in Gera 1621 Kinder geboren, es wurden zudem 881 Ehen geschlossen und 881 Menschen verstarben.
1921 Gedenken an den Krieg
er Erste Weltkrieg (1914-1918) war nun seit drei Jahren vorbei. Nun gedachte man der Opfer des Krieges und weihte in Alttaubenpreskeln ein Kriegerdenkmal ein. Überall in Deutschland gedachte man in ähnlicher Form der Opfer. Mahnende Worte der Politiker zum Erhalt des Friedens in Europa verhallten ungehört, denn im Jahr 1939 sollte ein zweiter noch schlimmerer Krieg wie der erste über die Menschen hinwegrollen und unsagbares Leid und Völkermord über die Menschen weltweit bringen.
1921 Nur noch acht Gymnasien
n Thüringen (ohne die preußischen Landesteile) waren zu dieser Zeit nur noch acht humanistische Gymnasien übriggeblieben. es handelte sich um die Lehranstalten in Gera, Weimar, Jena, Meiningen, Rudolstadt, Gotha, Eisenach und Altenburg. Andere Thüringer Gymnasien wurden in Oberrealschulen, Realgymnasien, Reform-Realgymnasien oder Deutsche Aufbauschulen umgestaltet.
1921 Keine Berichte über die Schule
n den Jahren von 1921 bis 1933 wurden keine Jahresberichte des Geraer Gymnasiums mehr gedruckt. warum man darauf verzichtet hatte konnte nicht mehr recherchiert werden. Zu vermuten ist, dass die politische Lage in Deutschland und die allgemeine Krisenstimmung dazu beigetragen hatten, auf die Jahresberichte zu verzichten.
1921 Die Einwohner von Langengrobsdorf
angengrobsdorf ist seit dem 1. Juli 1950 zur Stadt Gera in Thüringen eingemeindet. Der Ort ist der westlichst gelegene Ortsteil von Gera an der Grenze zur Verwaltungsgemeinschaft Münchenbernsdorf im Landkreis Greiz. Der Bebauung und des Namens nach kann Langengrobsdorf seinen deutschen Ursprung nicht verleugnen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Langengrobsdorf als Langengrabistorf in einer Urkunde Heinrichs von Gera vom 8. Februar 1416 über eine Stiftung für die Allerheiligenkapelle in Schleiz. Im Jahr 1827 hatte der Ort lediglich 47 Einwohner. Im Jahr 1921 zählte man dann 80 Einwohner.
1921 Die Einwohner von Dürrenebersdorf
ürrenebersdorf ist seit dem 1. Juli 1950 ein Stadtteil der Stadt Gera in Thüringen. Der kleine Ort liegt im Südwesten der Stadt Gera und grenzt mit den äußeren Fluren an die Verwaltungsgemeinschaft Münchenbernsdorf im Landkreis Greiz.Der Ort erhielt nach der Eingemeindung 1951 einen Kindergarten. Im Jahr 1960 wurde in dem bis heute sehr landwirtschaftlich geprägten Ort die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) Harmonie Typ I gegründet - und: Dürrenebersdorf war der erste vollgenossenschaftliche Ortsteil von Gera. Im Jahr 1827 hatte der kleine Ort 172 Einwohner. Im Jahr 1921 waren es schon 700.
1921 Ein Schoder-Bau in Gera
hilo Schoder, geboren am 12. Februar 1888 in Weimar und verstorben am 8. Juli 1979 in Kristiansand, Norwegen; vollständiger Name: Karl Wilhelm Thilo Schoder, war ein deutscher Architekt, der ab 1932 in Norwegen lebte und arbeitete. Im Jahr 1916 wurde Schoder für die Firma Golde in Gera als künstlerischer Beirat tätig und siedelte nach Gera über. Mit zahlreichen Entwürfen und dem Bau eines Fabrikgebäudes realisierte Schoder die Verbindung von künstlerischer und industrieller Produktion. Nach Ende des Ersten Weltkrieges entwickelte sich Schoder zu einem bedeutenden Architekten des Neuen Bauens im Osten Thüringens. Er wurde 1919 in den Deutschen Werkbund und 1922 in den Bund Deutscher Architekten berufen. Im Jahr 1921 realisierte er in Gera die Inneneinrichtung des Theaterrestaurants.

01.01.1921 Von Berlin nach Pforten
ie Aktiengesellschaft der Gera-Wuitz-Mumsdorfer-Eisenbahn verlegte den Sitz ihrer Geschäftsleitung aus der Reichshauptstadt Berlin nach Gera/Pforten in die Meuselwitzerstraße 46. Aus Prestigegründen hatte man 1901 den Firmensitz nach Berlin verlegt. Ab diesem Zeitpunkt fanden dann auch die Generalversammlungen der Bahnaktionäre in Gera statt. Oberster Betriebsleiter und damit der Nachfolger von Ernst Quandt wurde Johannes Hackbarth aus Gera/Reuß, welcher den Betrieb bis zur Enteignung 1947 leitete.
02.01.1921 Die Zahnklinik
n diesem Tag wurde die städtische Schulzahnklinik in Gera eröffnet.
07.01.1921 Wohnungsbau in Hermsdorf
er Bau des 10-Familienhauses in der Reichenbacher Strasse / Oberndorfer Weg wurde am 7. Januar 1921 begonnen. Der Wohnungsbau hatte in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg Priorität, die Bevölkerungszahl wuchs, auch weil die Industrie im Ort für viele Menschen neuer Arbeitgeber wurde.
31.01.1921 Albert Wettengel geboren
eboren wurde er in Pohorsch (Bez. Litomerice, CSR / Poho?, Tschechien). Sein Vater war Kleinbauer und Landarbeiter. Wettengel besuchte die Volksschule in den Jahren von 1936 bis 1943. Dann folgte die Lehre und darauf trat er die Arbeit als Schmied und Dreher an. Dann kam es zur Einberufung zum RAD (Reichsarbeitsdienst) und in den Kriegsjahren 1943 bis 1945 diente er in der Wehrmacht. Zum Kriegsende geriet er von April bis August 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft in Bayern. Unmittelbar nach Kriegsende und der Entlassung aus der Gefangenschaft war er in den Jahren von 1945 und 1946 erst als Landarbeiter und dann Kfz-Schlosser in Bayern tätig. Im Jahr 1945 trat er in die KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) ein und es folgte die Übersiedlung in die SBZ (Sowjetische Besatzungszone, später die DDR). Nach der Vereinigung der KPD und der SPD 1946, trat er der SED bei und absolvierte in den Jahren 1946 und 1947 eine Berufsschullehrerausbildung, dann die 1. Lehrerprüfung, dann ein Fernstudium an der DVA (Deutsche Versicherungsanstalt)und in den Jahren von 1947 bis 50 war als Berufsschullehrer und Leiter der Abteilung Volksbildung beim Rat der Stadt Schönebeck tätig. Von 1950 bis 1951 war er Bürgermeister von Schönebeck, von 1951 bis 1952 dann Landrat des Kreis Weißenfels. In den Jahren von 1952 und 1953 war er Vorsitzender des Rats des Kreises Eisleben, von 1953 bis 1956 Oberbürgermeister von Stalinstadt (später Eisenhüttenstadt), 1956 bis 1959 folgte ein erneutes Studium an der PHS (Parteihochschule) des ZK der KPdSU, was er als Diplom-Gesellschaftswissenschaftler abschloss. In den Jahren von 1959 bis 1965 war er Vorsitzender des Rats des Bezirkes Gera als Nachfolger von Lydia Poser und schloss ein Studium an der HfÖ Berlin-Karlshorst ab. Anschließend war er der Leiter der Abteilung Kader und Weiterbildung beim Büro des Ministerrats der DDR. Albert Wettengel verstarb am 4. November 2004.
02.1921 Einführung einer Vergnügungssteuer
ie Einführung der Vergnügungssteuer und gleichzeitig der Wegfall der Tanzsteuer für die Gemeinde Trebnitz wurden beschlossen.
21.02.1921 Separation in Thränitz
ie Gemeinde Thränitz wurde an diesem Tag mittels des Abdrucks eines Vertrages des geheimen Regierungsrates namens Rall aus Eisenach über die Vorteile der Separation (Grundstückszusammenlegung) informiert. Ursache dieser Maßnahme war die zu starke Zersplitterung der Landwirtschaft in viele kleine Parzellen. Nach einer Erhebung im westlichen Teil Thüringens bestand zu dieser Zeit ein einziger Hektar (10.000 Quadratmeter) Ackerland aus durchschnittlich 17 Parzellen. Die Landwirte mussten zu viel Wegezeit einplanen, um ihre verstreuten Parzellen zu erreichen und zu bewirtschaften. Durch die Zusammenlegung würde ein großer persönlicher und auch volkswirtschaftlicher Nutzen entstehen. Auch wäre erst dann der Einsatz von Landmaschinen rentabel und es könnte zukünftig ein sinnvolles Wege- und Grabennetz zwischen den Feldern entstehen.
02.03.1921 Heinz Wittig geboren
eboren wurde Heinz Wittig in Kauern im Kreis Gera, sein Vater arbeitete auf dem Bau als Maurer. Nach der Volksschule absolvierte er von 1935 bis 1938 eine Ausbildung zum Maurer und war anschließend in dem Beruf auch tätig. In den Kriegsjahren von 1940 bis 1945 war er in der Wehrmacht. Nach Kriegsende war er zwischen 1945 und 1948 als Maurer tätig und dann Mitarbeiter auf dem väterlichen Neubauernhof. Danach begannen seine politischen Aktivitäten, als er in die SPD eintrat und nach dem Vereinigungsparteitag im April 1946 von SPD und KPD in die SED eintrat. Bis 1956 war er Mitglied der SED-KL (Kreisleitung) Gera, von 1948 bis 1953 Bürgermeister in Kauern, ab Juli 1952 Mitbegründer und von 1953 bis 1963 Vorsitzender der LPG "Wilhelm Pieck" in Kauern, einer der leistungsstärksten und bekanntesten genossenschaftlichen Agrarbetriebe der DDR. Ab 1954 war er dann Mitglied der SED-BL (Bezirksleitung) Gera, von 1956 bis 1962 Kandidat und dann von 1960 bis 1962 Mitglied ihres Büros.

Zusatzinformationen
11.03.1921 Das Reichsentlastungsgesetz
ie Schaffung des Rechtspflegerstandes seit dem sogenannten Reichsentlastungsgesetz vom 11. 3. 1921, die den bisherigen Gerichtsschreibern bestimmte richterliche Geschäfte der streitigen Gerichtsbarkeit, der Strafvollstreckung sowie nahezu alle "einfacheren" Geschäfte im Bereich der freiwilligen Gerichtsbarkeit übertragen hatte, spiegelt sich auch in der personellen Besetzung des Jahres 1936 deutlich wider. Dem Amtsgericht stand ein Vorstand und aufsichtsführender Richter vor, weiterhin gab es acht Amtsgerichtsräte, mehrere fungierten nach Kriegsende als Rechtsanwälte und Notare, drei Assessoren als Hilfsrichter, eine Hauptgeschäftsstelle (besetzt mit einem Justizamtmann), acht weitere Justizamtmänner, elf Justizinspektoren, vier Justizobersekretäre, zwei Bürosekretäre, vier Obergerichtsvollzieher, vier Kanzleiobersekretäre (davon einer als Kanzleileiter), einem Kanzleisekretär, vier Gerichtsoberwachtmeister und einen Hauswart. Neben der Gerichtskasse mit einem Amtsrat als Kassenleiter, einem Justizinspektor als Kassierer, einen Kanzleiobersekretär als Kostenbuchführer und einem Gerichtskassenvollzieher waren sowohl räumlich als auch personell verbunden das Anerbengericht, das Arbeitsgericht, das Entschuldungsamt für den Landgerichtsbezirk Gera sowie das Erbgesundheitsgericht, welches zugleich für den Bereich der Amtsgerichte Auma, Gera, Neustadt an der Orla, Ronneburg und Weida zuständig war. Geschäftsverteilungspläne sind sowohl für den richterlichen wie für den nichtrichterlichen Dienst für die Jahre 1937 - 1939 erhalten, wie auch die Sammelakten zur Aktenordnung aus den Jahren 1938 - 1946. Verständlicherweise litt in den Kriegsjahren 1939 - 1945 auch die Ausübung der Rechtspflege, zumindest im Bereich der freiwilligen Gerichtsbarkeit. So wurden Abgeltungsdarlehn nur noch als Bleistiftvermerke im Grundbuch eingetragen und zufolge Auslagerung nach Greiz erfolgte die Führung von Grundbuch und Grundakte nicht mehr durchgängig als Duplikat.
13.03.1921 Nach der Gemeinderatswahl
ach der Wahl setzte sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:
  • 26 Mitglieder der bürgerlichen Parteien
  • 23 Mitglieder der USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschland)
  • 2 Mitglieder der SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschland)
  • 3 Mitglieder der KPD (Kommunistische Partei Deutschland)
21.03.1921 Ein ?Kleines Theater im Zentrum?
as Gebäude diente im 19. Jahrhundert als Exerzierhalle für das Militär. Am 21.März 1926 wurde das Gebäude als städtische Vortrags- und Ausstellungshalle in der Geraer Stadtmitte am Gustav-Henning-Platz 5 eröffnet. In den 1920er Jahren trug es durch aufsehenerregende Ausstellungen und Vorträge von Kunstverein Gera und Künstlerbund Ostthüringen wesentlich zum kulturellen Leben der Stadt bei. 1967 war es die erste feste Spielstätte der Puppenbühne „Oestreich-Ohnesorge“ und wurde 1993 zum „Kleinen Theater im Zentrum“ umbenannt.

01.04.1921 Das Kreiseinteilungsgesetz
urch das Kreiseinteilungsgesetz für Thüringen wurde ein Stadtkreis Gera gebildet, der am 10. September 1922 47,37 Quadratmeter Fläche mit 74 933 Einwohner umfasste.
01.04.1921 Eine kleine Eingemeindung
er Bereich des Schlosses Osterstein mit Küchengarten wurde nach Gera eingemeindet. Die Fläche des neuen Areals betrug 29,02 Hektar.
Zusatzinformationen
01.04.1921 Eine Biersteuer
n späteren Geraer Ortsteil Trebnitz musste von diesem Tag an von allen Bürgern eine Biersteuer entrichtet werden.
08.04.1921 Fritz Weithas geboren
ritz Weithas war ein Geraer Astronom und Gründer der Neumarkter Fritz-Weithas-Sternwarte auf dem Mariahilfberg. Er schuf damit eine sogenannte "Bildungsstätte für das Volk" und brachte der Bevölkerung das Thema Astronomie in seiner ihm eigenen Sprache verständlich dar. Schon als Oberschüler hatte er sich ab 1939 mit Astronomie beschäftigt. 1957 wurde er im bayrischen Neumarkt sesshaft und 1975 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. Am 8. Februar 2007 verstarb er in Neumarkt in der Oberpfalz.
26.04.1921 Der Hermsdorfer Gemeindevorsteher
er bisherige Hermsdorfer Gemeindevorsteher Reinhold Goldberg wurde an diesem Tag erneut zum Amtsvorsteher ernannt und bis zum 31. März 1922 im Amt feierlich verpflichtet. Der Gemeindevorsteher war eine Respektsperson im Ort, dessen Wort Gewicht bei den Einwohnern hatte.
05.1921 Kommunisten "raus"
egen „Kommunistischer Wühlarbeit“ wurden 8 Kommunisten von der Volkshochschule relegiert(entlassen). Ihnen schlossen sich weitere 13 Schüler an, so dass insgesamt 21 „Personen“ die Volkshochschule in diesem Monat verlassen hatten.
05.05.1921 Einweihung eines Denkmals
it dem Denkmal wurde den Gefallenen des „Kapp- Putsch“ aus dem Jahr 1920 gedacht. Die Anlage wurde von Professor Selmar Werner aus Dresden entworfen und auf dem Geraer Südfriedhof eingeweiht.
11.05.1921 Die Speditionsabteilung schied aus
n diesem Tag schied die Speditionsabteilung aus dem Gefüge der Geraer Straßenbahn aus und wurde unter der Firma Geraer Speditions- und Lagerhaus-Gesellschaft m.b.H.in ein selbstständiges Unternehmen umgewandelt.
12.05.1921 Trennung und Umwandlung bei Bardski & Oeser
m Jahr 1921 schied einer der Mitbegründer der Geraer Firma Bardski & Oeser, Franz Josef Oeser, aus der Firma aus und diese wurde dann in eine GmbH mit einem Kapitalwert von 200.000 Mark umgewandelt. Später folgte dann eine Rückumwandlung in eine OHG (Offene Handelsgesellschaft) zwischen Stanislaus Bardski und seinem ersten Sohn Walter Theodor Bardski. Am 12. Mai 1921 wurde auch die Firma Rudolf G. Lehmann in eine GmbH umgewandelt, wobei Stanislaus und Alfred von Bardski, der zweite Sohn, Gesellschafter wurden.
21.05.1921 Eine Versicherung fürs Gemeindehaus
u dieser Zeit wurde darüber verhandelt das Thränitzer Gemeindehaus zu versichern. Es wurde vorgeschlagen, das Gemeindehaus mit 26.000,- Mark zu versichern. Auch für das Spritzenhaus sollte eine Versicherungssumme festgelegt werden. Sie betrug aber nur 3.000,- Mark.
06.1921 Ein Kasernenumbau in Gera
ie im Jahr 1848 erbaute Kaserne in der Zeppelinstraße (später die Rudolf-Diener-Straße) wurde umgebaut. Entstehen sollte dort ein "Stadthaus" in der Innenstadt. Das Geraer Militär wurde dann in der Kaserne am Steinertsberg untergebracht.
11.06.1921 Neue Verwendung für alten Beton
m Jahr 1913 war in Zschippern bei Gera einen Flughalle erbaut worden, die aber nicht allzu lange Verwendung gefunden hatte. Nach dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) war die Halle wieder abgerissen worden und in Zwickau ein Ersatzbau errichtet worden. Der Betonfußboden der Halle war aber noch immer vorhanden in Zschippern und sollte nun als Wegebaumaterial einem neuen Zweck zugeführt werden. Stabil genug war das Material und musste nur noch unentgeltlich abgefahren werden.
25.06.1921 Jubiläum der Schützengesellschaft
ie Schützengesellschaft in Gera- Bieblach feierte das 50ste Jubiläum seines Bestehens mit einem Festakt.
07.1921 Straßeneröffnung
ie neue Straße zwischen Gera und Thieschitz- Köstritz wurde eröffnet. Die Straße zweigte damals in Thieschitz bei „Scheffels Gasthof“ von der Staatsstraße ab. Sie führte an der Weißen Elster bis nach Köstritz.
03.07.1921 Eine Festwoche in Hermsdorf
n der Zeit vom 03. bis 10. Juli 1921 wurde in Hermsdorf eine Festwoche aus Anlass des 50. Jahrestages der Gründung der Schützengesellschaft Hermsdorf mit einer Fahnenweihe hinter dem Schützenhaus gefeiert. Vorsitzender zu dieser Zeit war Ernst Gabler.
04.07.1921 Jubiläum des Frauenvereins
er Vaterländische Frauenverein beging sein 50jähriges Jubiläum im Saal der „Heinrichsbrücke“. Das Etablissement "Heinrichsbrücke" dient schon in der Vergangenheit oftmals Vereinen als Tagungsort.
17.07.1921 Der Kleingartentag
er erste Thüringer Kleingartentag fand im Rathaussaal statt, wo auch die Gründung des Landesverbandes beschlossen wurde.
06.08.1921 Sportfest
rstes Kreisturn- und Sportfest des Arbeiter-, Turn- und Sportbundes fand in Gera statt. Auf dem Sportplatz „Hofwiesen“ und in der „Ostvorstädtischen Turnhalle“wurden unter anderem Wettkämpfe in Faust-, Schlag- und Raffball, Wertungsturnen, Fußball, Massenfreiübung und Stafettenläufe gezeigt. Die Veranstaltung endete am 08.08.1921 mit einem Festball.
20.08.1921 Aquarienausstellung
n der „Heinrichsbrücke“ war vom 20.08 bis zum 25.08. die Aquarienausstellung zu sehen. In zwei Zimmern waren Aquarien aufgestellt, die Fische aus unseren Flüssen, Teichen und Seen, wie Schleierfische, Sonnenfische, Labyrinthfische, Barben aller Gattungen, Schwertträger, Maulbrüter, Salmler, oder auch Zahnkarpfen in ihrem Lebensraum zeigten.
20.08.1921 Kein Wasser zum Baden da
er Hermsdorfer Pferdeteich, später das bekannte Freibad, hatte mit den hochsommerlichen Temperaturen zwar genügend Besucherzustrom, konnte wegen dem dadurch einhergehenden Wassermangel und des zu geringem Wasserstandes nicht mehr zum Baden genutzt werden.
13.09.1921 Kurt Richter geboren
urt Richter war zeitweise der Leiter der Bezirksverwaltung der Staatssicherheit Suhl, wurde aber in Gera geboren. Sein Vater war Bahnhilfsarbeiter und die Mutter Hausfrau. Nach Absolvierung der Volksschule, trat er in den Jahren 1936 - 1940 erst eine Lehre und die Arbeit als Maschinenschlosser an. Im Jahr 1940 kam er zur RAD (Reichsarbeitsdienst) und dann zur Wehrmacht. Im April 1945 geriet er in amerikanische Gefangenschaft. Nachdem ihm dort die Flucht gelungen war, folgte seine Rückkehr nach Gera. Gleich nach Kriegsende trat er 1945 der KPD bei und trat dann ein Jahr später in die aus der Vereinigung aus KPD und SPD entstandenen SED ein. Noch im Jahr 1945 kam es zur Einstellung bei der Polizei Gera und in den Jahren 1947 - 1948 war er an die Höhere Polizeischule Berlin delegiert worden. Zwischen 1948 und 1949 war er als Lehrer an der Landespolizeischule Erfurt tätig und wurde im Jahr 1949 Stellvertreter Operativ des Leiters des VPKA Rudolstadt. 1950 dann eine Weiterbildung mit dem Besuch der Landesparteischule Bad Blankenburg und 1951 wurde er Mitarbeiter in der Abteilung Politkultur der Landespolizeibehörde Thüringen in Weimar. dann kam die Zeit bei der Staatssicherheit mit der Einstellung beim MfS, wo er 1952 Leiter der KD (Kreisdienststelle) Greiz wurde und im Anschluss dann Stellvertreter Politkultur des Leiters bzw. 1. Sekretär der SED-Kreisleitung der BV Suhl. Im Jahr 1954 wurde er Stellvertreter Operativ des Leiters der BV Suhl und in den Jahren 1959 und 1960 erfolgte der Besuch der PHS (Parteihochschule "Karl Marx" des ZK der SED). 1960 wurde er Leiter der BV Suhl und Mitglied der SED-Bezirksleitung Suhl und von 1962 - 1968 absolvierte er ein Fernstudium an der JHS (Juristische Hochschule des MfS) Potsdam-Eiche, wo er als Dipl.- Jurist abschloss. Im Jahr 1969 wurde er in den Dienstgrad eines Oberst versetzt und schon fünf Jahre später erfolgte dann (1974) die Freistellung und 1975 die Entlassung, worauf er Rentner wurde. Er verstarb am 24. Oktober 1981.
21.09.1921 Die Freiwillige Feuerwehr in Liebschwitz
m Jahr 1884 war in Liebschwitz, damals noch nicht zu Gera gehörend, ein großes Schadensfeuer ausgebrochen. Die Zoitzmühle und deren Nebengebäude waren ein Raub der Flammen geworden. In diesem Jahr nun war es in Liebschwitz, seit 1919 ein Geraer Stadtteil, zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr gekommen. Die ersten Feuerwehrleute Geras waren 1859 aus einer Turner- Riege hervor gegangen.
21.09.1921 Die Liebschwitzer Feuerwehr
ie Geraer Feuerwehr war schon im Jahr 1859 entstanden, als der zuständige Geraer Bürgermeister Robert Fürbringer eine Turner-Gemeinschaft zum Dienst verpflicht und vereidigt hatte. Leider konnte die Geraer Abteilung nicht alle Brände in Gera und seiner Umgebung selbt bekämpfen, und so wurden freiwillige Ortsteilfeuerwehren gegründet. Liebschwitz erhielt seine Feuerwehr im Jahr 1921.

10.1921 Wieder erschien Notgeld in Gera
n diesem Monat erschien das "Geraer Notgeld" zu 25, 50, und 75 Pfennige in den Farben rot und blau und außerdem Notgeld in Höhe von 1 und 2 Mark in einer Gesamtsumme zu 127.500 Mark für die Bürger. Zu dieser Zeit herrschte immer noch eine eklatante Metallnot bedingt durch die Metallspenden für die deutsche Rüstungsindustrie während des Ersten Weltkrieges und so wurde das Münzgeld auf relativ kostengünstige Notgeldscheine gedruckt.
10.1921 Otto Dix und die Anfänge in Düsseldorf
m Oktober 1921 reiste Otto Dix nach Düsseldorf; wo sich eine Bekanntschaft mit der Kunsthändlerin Johanna Ey ("Mutter Ey") ergab, die ihm den Weg zu ersten Erfolgen ebnet. Auch den renommierten Arzt Hans Koch und seiner Frau Martha lernte er zu dieser Zeit kennen.
10.1921 Erklärung des Volksbildungsministers
ax Greil (1877-1939), war ein deutscher Pädagoge, Schulrat, linkssozialistischer Bildungsreformer und Thüringer Volksbildungsminister (USPD/SPD), ist im Erzgebirge zu Welt gekommen, im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern, der Vater war Schuhmacher, nach Gera umgesiedelt und später hier als Lehrer tätig gewesen. Bis September 1921 war er Bezirksschulrat und danach bis Februar 1924 Volksbildungsminister in Thüringen. Zu der von ihm angeregten Schulreform äußerte sich Max Greil im Landtag 1921 folgendermaßen: "Ich gebe ohne weiteres zu, dass ich eine völlige Umgestaltung des Schulwesens erstrebe in dem Sinne, dass die Schule eine Angelegenheit des ganzen Volkes wird, dass sie auch der Arbeiterschaft dieselben Bildungsmöglichkeiten bietet, die bisher nur einzelnen Bevölkerungskreisen offenstand.". Max Greil trat recht bald, anlässlich der Tagung der Freien Lehrergewerkschaft Ende Dezember 1921, mit einer Schulreform in Thüringen an die Öffentlichkeit. Sein Hauptanliegen war zunächst der einheitliche Aufbau des gesamten Schulwesens in Thüringen. Das Einheitsschulgesetz, welches am 24. Februar 1924 beschlossen wurde, war der Anfang einer neuen Periode der Thüringer Schulpolitik.
16.10.1921 Aus dem Heimatboten Nr. 117
n diesem Tag erschien folgende Anzeige: "Der Kaufmann Herr Wilhelm Amthor blickt heute auf eine 25 jährige Tätigkeit bei der F. Lechla & Mehlhorn, Geraer Filtertuchfabrik, zurück". Wilhelm Amthor war der Enkel von Eduard Amthor, dem Gründer der Geraer Handelsschule.
27.10.1921 Herbert Ziegenhahn geboren
erbert Ziegenhahn wurde am 27. Oktober 1921 in Dankerode in einer Kleinbauernfamilie geboren und verstarb am 29. Juni 1993. Er war ein SED-Politiker und Mitglied des Zentralkomitees der SED sowie 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung Gera. Der wesentlichste Teil seiner politischen Laufbahn erstreckte sich auf die Zeit der DDR. Sehr beliebt war er auch beim Volk nicht, da es sich schon ob seines Zunahmens einige Spott herausnahm. (Ziegenhahn - vorne Leder, hinter Feder). Er war ein typischer Parteibonze, welcher das Leben als solcher auch in vollen Zügen genoss.
Zusatzinformationen
31.10.1921 Hermann Schomburg ging in den Ruhestand
m Alter von fast 70 Jahren ging an diesem Tag der erste Leiter des Geraer Waldklinikums in den wohl verdienten Ruhestand. Als Geheimer Sanitätsrat war er über Jahrzehnte als Arzt in Gera tätig. Auch den größten Schicksalsschlag seines Lebens hatte er gemeistert, als er seine einzige Tochter 17-jährig zu Grabe tragen musste. Als er dann fast 91-jährig in Gera verstarb, wurde er auf dem Ostfriedhof an der Seite seiner Tochter und seiner geliebten Ehefrau beigesetzt.
15.11.1921 Der Geraer Schrebergartenverein
ie Gründung des Geraer Schrebergartenvereins fiel in eine Zeit der wachsenden Not. Nahrungsmittelkarten waren an der Tagesordnung und viele Menschen hatten in Gera nicht genug zu essen. In den Kleingärten wurden viele Nahrungsmittel angebaut. Mit der Eintragung ins Vereinsregister an diesem Tag beim Amtsgericht Gera wurde der gemeinnützige Schrebergartenverein Gera bestätigt. Gegründet wurde er offiziell im November 1921. Die Kleingartenvereine wurden in die Bezirke Ost, Südost, Bezirk West, Pforten, Debschwitz, Zwötzen, Untermhaus, Bezirk Nord, Bezirk Kaserne, Galgenberg, Tinz, Thieschitz und Bezirk Scheubengrobsdorf unterteilt.
30.11.1921 Settekorns Ende in der Stadtverwaltung
tadtrat Doktor Ehrhard Settekorn beendete seine Arbeit in der Stadtverwaltung auf eigenen Wunsch.  Danach war er über viele Jahre in leitender Stellung für die Industrie- und Handelskammer tätig.
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01.12.1921 Die Inflation und die Fahrpreise der Eisenbahn
u Beginn der 1920er Jahre kam es zu so großen wirtschaftlich-ökonomischen Schwierigkeiten auf der Welt, sodass diese Entwicklung eine eklatante Geldentwertung, eine Inflation, zur Folge hatte. Das hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Fahrkartenpreise bei der Geraer Eisenbahn. Am 1. Dezember 1921 kostete ein Fahrschein 2. Klasse von Gera nach Berlin noch 102,- Mark und 3. Klasse 62,- Mark. Zwei Monate später, am 1. Februar 1922, bezahlte man für den Fahrschein 2. Klasse schon 179,- Mark und 3. Klasse auch noch 109,- Mark. Danach begann die Zeit, als das Geld von Tag zu Tag weniger wert war, denn am 1. Juli 1923 kostete dann die selbe Eisenbahnfahrkarte nach Berlin 2. Klasse 96.000,- Mark und 3. Klasse 36.000,- Mark. Später mussten Geldscheine gedruckt werden, auf denen Milliardenbeträge verzeichnet waren.
12.12.1921 Das Aus fürs Notgeld
uf Antrag des Gemeindevereins Hermsdorf veröffentlichte der Gemeindevorsteher eine Mitteilung an die Einwohnerschaft, kein fremdes Notgeld mehr in Zahlung zu nehmen und das im Umlauf befindliche bis zum 31. Dezember 1921 bei den Geschäftsleuten oder der Gemeindekasse zum Umtausch vorzulegen. Unabhängig davon entwickelte sich bereits ab August 1921 ein zunehmendes Interesse der Sammler, Händler, aber auch der Banken.
19.12.1921 Untersuchung der Grüfte
traßenbauarbeiten auf dem Johannisplatz erforderten die Öffnung und Untersuchung der herrschaftlichen Grüfte unter der ehemaligen St Johanniskirche.
Die 15 aufgefundenen Metallsärge, von Heinrich Posthumus (1572 bis 1635), seiner beiden Gemahlinnen und Nachkommen, wurden am 07. März 1922 in die St. Salvatorkirche überführt und am 19. März 1922 in der ehemaligen Kutzschenbach`schen  Gruft beigesetzt.
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20.12.1921 Ein neuer Totengräber
err Gustav Knolle aus Trebnitz bei Gera legte an diesem Tag sein Amt als Totengräber nieder. Herr Paul Schönfeld übernahm diese Aufgabe nun.
20.12.1921 Eine neue Wasserleitung
ie Arbeiten an der Wasserleitung in späteren Geraer Ortsteil Trebnitz wurden an diesem Tag fertig gestellt und in Betrieb genommen.
1922 Umbauarbeiten
as Kammerverwaltungsgebäude an der Westseite des unteren Hauses des Schloß Osterstein wurde errichtet.
1922 Ein Entwurf für ein Denkmal
er Ortsausschuss für die Errichtung eines Kriegerdenkmals in Untermhaus beschloss, die Bildhauer Otto Oettel, Richard Wagner und den Architekten Werner Buschendorf mit Entwürfen für ein Ehrenmal der im I.Weltkrieg Gefallenen zu beauftragen.
1922 Der erste Krankenwagen
ie Geraer Feuerwehr erhielt in diesem Jahr den ersten Krankenwagen und konnte somit besser in der Unfallhilfe eingesetzt werden.
1922 Was im Theater gegeben wurde
m Verwaltungsbericht des Geraer Theaters in der Spielzeit 1922/23 waren 311 Veranstaltungen aufgelistet.

Es waren:

122 Opern
    9 Operetten
  76  Lustspiele und Schwänke
  18  Märchenvorstellungen
  73  Schauspiele und Tragödien
    6  Morgenfeiern
    7  Ballett- und Tanzabende

279.162 Besucher hatte das Geraer Theater in dieser Spielzeit.
1922 Wolfgang Wunderlich geboren
er Enkel von Erhard Wunderlich, dem Gründer des Optikergeschäfts auf der Geraer Sorge kam zur Welt. Er führte das Geschäft nach dem Tod des Vaters Carl Wunderlich 1947 auch zu Zeiten der Verstaatlichungswelle in der DDR selbstständig weiter. Im Jahr 1991 ging Wolfgang Wunderlich in den verdienten Ruhestand und verstarb 1993. Seine Tochter Regine, welche das Geschäft in Vierter Generation weiterführen sollte verstarb 1988 sehr früh, sodass der langjährige Meister Ulrich Zehetner das Geschäft samt Personal übernahm.
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1922 Ein neuer Besitzer der Buchhandlung
s war in diesem Jahr 80 Jahre her, da hatte der Geraer Hermann Kanitz eine Buchhandlung eröffnet. 1922 wurde der Geraer Rudolf Reich neuer Besitzer des Geschäftes und zog nur ein Jahr später mit der Kanitz´schen Buchhandlung, den Namen hatte er beibehalten, in sein neues Domizil am Markt 3.
1922 Vorerst letzte Ruhe für Posthumus
eit diesem Jahr war die St. Salvatorkirche auch die letzte Ruhestätte von Heinrich Posthumus Reuß jüngere Linie (1572-1635) sowie 10 seiner Verwandten und Nachkommen. Die Särge standen ursprünglich in der Gruft der ehemaligen Stadtkirche St. Johannis, welche aber bei den großen Geraer Stadtbrand vom September 1780 völlig zerstört wurde. Aber auch in der neuen Ruhestätte waren die Särge ungeschützt der Feuchtigkeit ausgesetzt und erlitten Beschädigungen, sodass sie später zeitweilig in den Altarraum der neuen St. Johanniskirche überführt wurden.
1922 Ein Kinderchor aus Gera
urch den Geraer Paul Wehnert wurde in diesem Jahr der Geraer Kinderchor gegründet. Er wurde dem Geraer Volkschor angegliedert, welcher unter dem Vorsitz von Max Vetterlein (gest. 1943) stand. Noch im gleichen Jahr und dem Jahr darauf übernahm Otto Trautmann aus Zeitz das Dirigentenamt. Währender Zeit der NS-Diktatur übernahm der Sängerbund Debschwitz die Überlieferung des Volkschores unter der Leitung von Otto Trautmann. Damit erfolgte der Anschluss an den "Reichsverband der Gemischten Chöre".
1922 Die Villa Wetzel
era erlebte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts eine fast einzigartige Blütezeit. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sie sich zum Zentrum der nordeuropäischen Stoff- und Tuchindustrie und teilte sich mit Krefeld den Titel "Reichste Stadt Deutschlands". Diese Blütezeit endete mit dem Zweiten Weltkrieg und der nachfolgenden DDR-Zeit. Geblieben sind Hunderte von repräsentativen Stadtvillen, in denen sich der große Wohlstand, aber auch der sehr hohe Anspruch der Bauherren in Stil, Bauweise und Bauästhetik widerspiegeln. In diesem Jahr wurde die Villa Wetzel errichtet.
1922 Keine Zuschüsse mehr
ie deutsche Wirtschaftskrise griff nun so langsam um sich und drang nicht nur bis in die Betriebe und Fabriken vor, sondern erreichte nun auch die Schulen. Für die Geraer Fachwebschule wurden im Jahr 1922 alle staatlichen Zuschüsse gestrichen.
1922 Vergrößerung bei Schulenburg & Bessler
wischen den Jahren 1922 und 1925 erweiterte die Geraer Firma Schulenburg & Bessler ihre Produktionsflächen durch zwei imposante Mehrgeschossbauten. der bekannte Architekt Thilo Schoder (1888-1979), ein Meisterschüler von Henry van de Velde (1863-1957), welcher auch die Villa Schulenburg entwarf, zeichnete für die Bauwerke verantwortlich.
1922 Die SpVgg Gera 04 entstand
m Jahr 1922 entstand aus einer Fusion zwischen der Allgemeinen Turngemeinde Gera und dem 1. VfR Gera ein neuer Verein namens SpVgg Gera 04. Am 27. November 1936 schloss sich der SC Concordia Gera-Reuß dem Verein an, der von da an unter dem Namen SV Gera 04 antrat. Dieser machte mit seiner Fußballmannschaft durch die Teilnahme an der Gauliga überregional auf sich aufmerksam.
1922 Die erste Kinderbibliothek in Gera
ie erste Kinderbibliothek in Gera sollte nach österreichischem Vorbild eingerichtet werden, scheiterte jedoch an den knappen Finanzen der Stadt. Doch so schnell gab man in Gera nicht auf und so entstand im Kellerraum der Freien Öffentlichen Landesbücherei immerhin ein Lesezimmer für junge Leser. Begonnen hatte man mit 300 Bänden.
1922 Otto Dix wurde unzüchtig
n den Jahren 1922 und 1923 erfolgte die Beschlagnahmung des Otto-Dix-Gemäldes "Mädchen vor dem Spiegel" aus dem Jahr 1921 und ein Prozeß vor dem Landgericht Berlin wegen "Unzüchtigkeit". Gutachter waren unter anderem Max Slevogt und Karl Hofer. Auch in einem zweiten Prozess in Darmstadt wegen "Salon II", auch aus dem Jahr 1921 wurde Otto Dix allerdings freigesprochen.
1922 Erst Fahrräder dann Webstühle im Lokal
as recht vielfältige Vereinsleben in Liebschwitz, stetig steigende Einwohnerzahlen und wohl auch die Vollbeschäftigung machte es den Menschen dort möglich in einem bescheidenen Wohlstand zu leben. Die Vereine und Bünde waren aber noch in Klassen geteilt. Um aber die Vereine und die Stammgäste nicht zu verprellen, sahen sich die Gastwirte gezwungen, nicht jeden x-beliebigen Verein den Saal oder das Vereinszimmer nutzen zu lassen. Das "Restaurant Central" war das Stammlokal des Radfahrvereins. Auf dem Saal wurde auch Kunststücke auf den sogenannten Saalmaschinen geübt. Leider brachte auch dieser Gaststätte der Erste Weltkrieg den Niedergang. Aus diesem Grund wurden im Jahr 1922 vom Pächter in dem Vereinssaal einige Webstühle aufgestellt, was natürlich die fehlenden Einnahmen der Gäste des Lokals nicht annähernd ausgleichen konnte.
1922 Der Tod des Postagenten Böhme
eit dem Jahr 1893 war die Post in Liebschwitz immer im gleichen Haus in der Späteren Salzstraße 131, damals die Nummer 10c, zu finden. Der plötzliche Tod des Liebschwitzer Postagenten Paul Böhme war allerdings der Anlass für eine Veränderung. In den kommenden zwei Jahren wurde die Post verlegt in die Salzstraße 74, später die Nummer 144. Aber noch bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein war den Liebschwitzern der Name "Post Böhme" ein geläufiger Begriff, der sich im heimischen Sprachsatz fest verankert hatte, obwohl das Postamt schon lange nicht mehr existierte.
1922 Die Arbeiter bei Hirschens
arl Louis Hirsch hatte im Jahr 1837 eine Färberei gegründet, welche sich zu einem der größten Betriebe dieser Art in Deutschland entwickelte. Im Volksmund sagte der Geraer lange Zeit er arbeite bei "Hirschens". Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen enteignet und in einen VEB (Volkseigener Betrieb) umgewandelt, der alte Name verschwand aber nie ganz aus den Köpfen der Menschen, denn der Gründer wurde nie vergessen. Als VEB Modedruck existierte der Betrieb so noch bis zur politischen Wende 1989/1990 in Gera. Im Jahr 1922 waren dort 1300 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. Das Auf und Ab der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse bestimmte die Anzahl der Arbeitskräfte.
1922 Geboren, verheiratet, verstorben in Gera
m Verlaufe des 19. Jahrhunderts hatte man auch in Gera damit begonnen, statistische Werte zu erheben, um Vergleichszahlen für die Geburten, die Eheschließungen und die städtischen Sterbefälle zu erhalten. Im Jahr 1922 wurden in Gera 1458 Kinder geboren, es wurden zudem 681 Ehen geschlossen und 954 Menschen verstarben.
1922 Neues vom Turnverein
er Vaterländische Turnverein in Trebnitz verkaufte 1922 seine Turnbühne zum Preis von 920 Mark. Danach wurde ein neues Turnpferd zum Preis von 5637,60 Mark angeschafft. Die Mittel zum Kauf des Turnpferdes kamen zum größten Teil aus den Reihen der Vereinsmitglieder. Der Turnverein hatte folgende jährlichen Beitragssätze. Die 200 Mitglieder zahlten 200 Mark, verheiratete Turner 150 Mark und Jungturner 100 Mark. Arbeitslose und kranke Mitglieder waren von der Beitragszahlung befreit.
1922 Das Trebnitzer Kriegerdenkmal
as Aufstellen eines Kriegerdenkmals zu Ehren der im 1. Weltkrieg (1914-1918) gefallenen Bürger von Trebnitz und Laasen wurde vom Gemeindevorstand beschlossen.
1922 Das Einwohnerbuch von Trebnitz
rstmals wurde in der Gemeinde Trebnitz bei Gera ein "Einwohnermeldebuch" geführt und fortlaufend aktualisiert
1922 Geld für die Feuerwehr
ie Entlohnung der hauptamtlichen Feuerwehrmänner in Trebnitz wurde im Jahr 1922 mit einer Mark pro Stunde festgelegt.
1922 Gründung der HESCHO
ür die Fabrik in Hermsdorf und für weitere Produktionsstätten des Kahla-Konzerns wurde zusammen mit der Hermsdorf-Schomburg & Söhne A.G. die Vertriebsfirma HESCHO (HErmsdorf-SCHOmburg-Isolatoren-Gesellschaft) gegründet. Die HESCHO koordinierte auch die Forschungsaktivitäten. Der Begriff HESCHO hat sich bis in Zeit des 21. Jahrhunderts erhalten.
1922 Kirchenrenovierung in Hermsdorf
ie Renovierung der St. Salvator Kirche im Jahr 1922 umfasste folgende Arbeiten: Altarraum, Gedenktafeln für die Gefallenen des 1. Weltkrieges, Ausmalung des Chorbogens, Abdunkelung des Fensters, Restaurierung der Ausmalungen, Anpassung von Altar und Orgelprospekt.
1922 Zweckentfremdetes Rathaus
as Rathaus Hermsdorf wurde in diesem Jahr zeitweise zum Gewerkschaftshaus umfunktioniert. Jeder in der Gewerkschaft organisierte Arbeiter des Ortes zahlte dafür einen Gründungsbeitrag von 1.000 Mark. Das war zu dieser Zeit sehr viel Geld für einen Arbeiter.
1922 Das Ende des Turnvereins
ls Folge des Ersten Weltkrieges (1914-1918) löste sich im Jahr 1922 der Hermsdorfer Turnverein "Germania" auf. Vor Ausbruch des Krieges hatten sich beide Hermsdorfer Turnvereine ("Germania" und "Gut Heil") für die Dauer von gut einem Jahr zusammengeschlossen hatten sich aber nach internen Streitigkeiten schnell wieder getrennt. Der Turnverein "Germania" konnte den Mitgliederverlust durch die Opfer des Krieges nicht verkraften, womit sein Ende besiegelt war.
1922 Die Hermsdorfer Turnerinnen
n den Jahren von 1922 bis 1923 hieß der Frauenturnwart des Turnvereines "Gut Heil" war Max Walther. Der eigentlich als Männerturnverein gegründete Bund ging in den 1880er Jahren aus der Arbeiterschaft hervor und hatte später auch weibliche Mitglieder aufgenommen, die in den selben Vereinstrukturen organisiert waren wie die Herren.
01.1922 Aus dem Ministerium für Volksbildung
m Amtsblatt des Thüringischen Volksbildungsministeriums schrieb Max Greil, der Thüringer Volksbildungsminister und ehemalige Geraer Bezirksschulrat, im Januar 1922 folgende Worts: "Neugestaltung des gesamten Thüringer Schul- und Bildungswesens vom Kindergarten bis zur Universität im Sinne der Einheits-, Gemeinschafts- und Arbeiterschule, im Sinne der Gewissensfreiheit und Duldsamkeit, im Geiste des deutschen Volkstums und der Völkerversöhnung. Ein Volk, eine Schule, ein Lehrerstand!" (Asuzugsweise entnommen aus Paul Mitzenheims "Die Greilsche Schulreform in Thüringen, Friedrich-Schiller-Universität Jena 1966.) Das Einheitsschulgesetz trat am 24. Februar 1924 in Kraft.
08.01.1922 Ein neuer Arzt in Liebschwitz
m Jahr 1872 hatte sich der letzte ortsansässige Liebschwitzer Arzt, Dr. Ose, zur Ruhe gesetzt. Es sollte 50 Jahre dauern, bis sich wieder ein studierter Mediziner im Ort niederließ. Im Januar 1922 eröffnete Dr. med. Werner Focke im Doppelhaus in der Salzstraße 414/143 im Erdgeschoss seine Praxis. Dort hatte bis zu seiner Brandzerstörung 1913 das Weißenbasche Haus gestanden, was Dr. Ose schon als Praxis gedient hatte. 1935 wurde die Praxis dann in die Salzstraße 33 nach Taubenpreskeln verlegt. Dr. Werner Focke wurde während des Zweiten Weltkrieges zur Wehrmacht eingezogen und erst durch Dr. Werner ersetzt und danach durch Dr. Bauer vertreten. Ab dem Juni 1945 praktizierte Dr. Focke wieder in Liebschwitz.
11.01.1922 Unfall bei der Bahn
m 11. Januar ereignete sich gegen 20 Uhr an der Neudebschwitzer Bahnunterführung ein Eisenbahnunfall. Eine Rangierlok war durch einen losgelösten Puffer entgleist. Die Lok wurde erheblich beschädigt, aber die Besatzung, ein Lokführer und ein Heizer, kamen mit dem Schrecken davon.
07.02.1922 Jubiläum des Konsumvereins
er Konsumverein Gera- Debschwitz und Umgebung feierte sein 25-jähriges Bestehen.
15.02.1922 Wilhelm Rau geboren
ilhelm Rau war ein deutscher Indologe. Er wuchs in Gera auf und legte 1940 am Rutheneum (Goethegymnasium), an dem sein Vater Oberstudienrat war, das Abitur ab. Er begann anschließend an der Universität Leipzig ein Studium in den Fächern Indologie (bei Friedrich Weller), Vergleichende Sprachwissenschaft und Klassische Philologie, bevor er zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs war er zeitweise als Dolmetscher für Hindi bei der Indischen Legion eingesetzt. 1946 nahm er an der Universität Marburg sein Studium wieder auf, promovierte dort 1949 in Indologie bei Johannes Nobel mit einer Arbeit über Vallabhadevas Kommentar zu Maghas Sisupalavadha und habilitierte sich 1952 über Staat und Gesellschaft im Alten Indien. Nach einem zweijährigen Studienaufenthalt im indischen Shantiniketan übernahm er 1955 eine außerplanmäßige Professur für Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft an der Universität Frankfurt am Main, bevor er 1958 die Nachfolge Nobels als Ordinarius am damaligen Indisch-Ostasiatischen Seminar der Universität Marburg antrat. 1987 wurde er emeritiert. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands übernahm Rau 1992/93 nochmals einen Lehrauftrag für Indologie an der Universität Leipzig und zog aus Marburg zurück in seine Heimatstadt Gera, wo er am 29. Dezember 1999 verstarb. Seine umfangreiche private Fachbibliothek wurde im Jahr 2001 von der Universität Halle übernommen.
01.03.1922 Ein neuer Klinikleiter
n diesem Tag wurde Prof. Dr. K. Fritsch aus dem hessischen Kassel als Nachfolger des in den Ruhestand getretenen Geheimen Sanitätsrat Dr. Hermann Schomburg als neuer Leiter des Geraer "Waldklinikums" vorgestellt. Er war Chirurg und übernahm auch die ärztliche Leitung der chirurgischen Abteilung der Klinik.
07.03.1922 Einrichtung einer Versuchsschule
n diesem Tag fand eine Sitzung des Geraer Gemeinderates statt, an dessen Ende der Geraer Stadtrat Dr. Künkler folgendes verkündete: "Der Schulvorstand hat der Vorlage zur Einrichtung einer Versuchsschule (Arbeitsschule) zugestimmt und mit Mehrheit beschlossen, ein volles Schulsystem (16 Klassen) in der Oberschule einzurichten." Der Stadtrat hatte sich ebenfalls der Vorlage angeschlossen. Irgendein Zwang, die Versuchsschule zu besuchen, bestand nicht. Es blieb den Eltern zur freien Wahl gestellt. Bei einer weiteren Sitzung des Gemeinderates am 10. März 1922 wurde die Vorlage mit Mehrheit genehmigt und die geforderten Mittel in Höhe von 64 Mark bewilligt. Zu Ostern 1922 wurde die Ostschule dann zur Gemeinschaftsschule.
10.03.1922 Die Kirstsche Badeanstalt
ie Stadt kaufte am 10.03.1922 die Badeanstalt auf den Hofwiesen. Die Anstalt verfügte als größte Geraer Badeanstalt über Wannenbad, Brausebad, Dampfbad und medizinischen Bädern und ein Hallenbad.
23.03.1922 Helmut Dietrich geboren
eboren wurde Helmut Dietrich in Probstzella, sein Vater war ein einfacher Arbeiter. Dietrich besuchte die Volksschule und absolvierte danach eine kaufmännische Lehre. In den ersten Jahren des Zweiten Weltkrieges 1939 bis 1941 war er Angestellter der Thüringer Staatsbank und gleich danach von 1941 bis 1942 beim RAD (Reichsarbeitsdienst) Ab 1942 und bis zum Kriegsende 1945 diente er in der Wehrmacht und war von Mai bis Juli 1945 in britischer Kriegsgefangenschaft. In den ersten fünf Nachkriegsjahren von 1945 bis 1950 war er als Innenleiter der Landeskreditbank Thüringen in Gräfenthal tätig, trat 1946 der SED bei und war zwischen 1950 und 1952 stellvertretender Filialleiter der Deutschen Notenbank in Saalfeld bzw. Arnstadt und dann 2. Direktor der Landeszentrale Thüringen der Deutschen Notenbank. In Jahr 1950 folgte ein Studium an der Finanzschule Radebeul, was er als Dipl.-Wirtschaftswissenschaftler abschloss. In den Jahren von 1952 bis 1963 arbeitete er als Direktor der Bezirks-Direktion der Deutschen Notenbank in Gera, war in den Jahren von 1963 bis 1964 Präsident der Investitionsbank, von 1964 bis 1967 Präsident (Nachf. von Rolf Wetzel) und von 1967 bis 1971 Vizepräsident der Deutschen Notenbank bzw. der Staatsbank der DDR. In den Jahren von 1971 bis 1977 war er Präsident der Außenhandelsbank der DDR und im Jahr 1978 wurde er ordentlicher Professor und Leiter der Lehrstuhlgruppe Valutaökonomie / Währungstheorie an der Sektion Wirtschaftswissenschaften der HU Berlin. (Quelle: Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“)

04.1922 Ein Konzerthöhepunkt in Gera
nter der Leitung von Professor Heinrich Laber waren die Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach (1685-1750) im Jahr 1922 und das Te Deum und die 9. Sinfonie von Josef Anton Bruckner (1824-1896) im Jahr 1923 die Konzerthöhepunkte des "Musikalischen Vereins für Gera" dieser Zeit.
04.1922 Das Hakenkreuz wurde zum Symbol
m 24. Februar 1920 war aus der DAP (Deutsche Arbeiterpartei) durch deren Umbenennung die NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) hervorgegangen. Deren vordergründigstes Zeichen wurde nun das Hakenkreuz, welche auch zunehmend in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. Die Geraer Zeitung "Ostthüringer Tribüne" schrieb im April 1922 folgende Zeilen in einem Artikel: "Gera ist ein Hauptstützpunkt der Hakenkreuzlerbewegung Thüringens. Nach dem Studium der vorliegenden Akten muss man den hiesigen Hakenkreuzlern bescheinigen, dass sie planmäßig, intensiv und erfolgreicher am Werk gewesen sind, als es der Republik lieb sein kann." (Zum ersten Mal seit vielen Jahren zog so etwas wie Frieden und Demokratie in die noch junge Weimarer Republik ein und nun kamen wieder Radikale. So manch einer hegte seine Befürchtungen ob der Zukunft nicht zu unrecht.)
01.04.1922 Errichtung einer Volksschule
ie Gemeinschaftsschule (als Versuchsschule) an der Ostschule wurde unter Leitung von Lehrer Johannes Jahn errichtet. Die Schule kannte bis dahin nur gemischte Klassen und stand Schülern aus dem gesamten Stadtgebiet offen. Großen Wert legte man auf kulturelle und künstlerische Fähigkeiten.
22.04.1922 Ein neuer Wirt in Thränitz
in gewisser Conrad Prewe hatte den Thränitzer Landgasthof im Haus Nr. 17a nebst der dazu gehörigen Landwirtschaft von Frau Amalie Auguste verehelichte Burkhardt geborene Braune erworben. Nun bat er bei der Gemeinde um die Erteilung der Konzession zum Betrieb des Etablissements. Die Genehmigung wurde am 28. Juli 1922 erteilt.
30.04.1922 Helmut Koch geboren
eboren wurde Helmut Koch in Gera, sein Vater arbeitete als Former. er besuchte die Volks- und Höhere Handelsschule. Die HJ (Hitler-Jugend) verhinderte den Oberschulbesuchs, weshalb es von 1936 bis 1939 eine Kaufmännische Ausbildung absolvierte und ab 1940 als kaufmännischer Angestellter arbeitete. Mitten im Verlauf des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) wurde er zwischen 1941 und 1945 zur Wehrmacht eingezogen und war dann Leutnant der Reserve. Noch im Jahr 1945 war er Mitglied in der SPD, trat aber nach dem Vereinigungsparteitag im April 1946 mit der KPD dann 1946 zur SED über. Nach dem Kriegsende 1945 bis 1949 war er Mitarbeiter bzw. Abteilungsleiter in der Kreisverwaltung Gera, war von 1949 bis 1951 Organisations- bzw. Kontorleiter des Landeskontors Thüringen der VVEAB (VEAB – Volkseigener Erfassungs- und Aufkaufbetrieb – Aufkaufstellen für die Erzeugnisse von Privatpersonen, zumeist Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten, aber auch tierische Produkte, wie Eier und Geflügel und Felle.

Zusatzinformationen
05.1922 Die Eremitage brannte
m früheren Schlosspark des Wasserschlosses im Stadtteil Tinz brannte im Frühjahr 1922 die Eremitage ab. Es war ein eingeschossiges kleineres Gebäude mit einem Turm, den ein Spitzdach zierte.
05.1922 Die Turnerinnen in Hermsdorf
er Turnerbund "Gut Heil", bis dahin eine reine Männertruppe, gründete eine Turnerinnen-Abteilung unter Leitung von Max Walther. Später wurde sie durch Oswald Heubner geleitet, nach dessen Weggang von Hermsdorf durch Werner Kraft. Später folgten Anna Dechant und Fritz Eichenberg. Eine Turnschüler-Abteilung unter Leitung von Louis Sacklowski und später Oswald Heubner wurde ebenfalls gegründet. Diese Abteilung musste später aufgelöst werden, da Jugendliche unter 14 Jahren nicht mehr in Vereine durften und in der Zeit der Nazi-Herrschaft in der HJ (Hitler-Jugend) organisiert wurden. Wettkämpfe um den, von Fabrikdirektor Johannes Dönitz gestifteten, Pokal wurden vom Turnerbund Hermsdorf ausgerichtet. Bei der Teilnahme am Kreisturnfest in Gera wurden einige Sieger gestellt.
06.05.1922 Pachtwucher in Thränitz
eutschland befand sich vier Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges in einer wirtschaftlichen Krise. Millionen Menschen waren arbeitslos und lebten in Armut. Dazu kam noch eine starke Inflation (Geldentwertung), was dazu führte, das Preise ins Unermessliche stiegen. Der Pachtzins für die Thränitzer Gemeindegrundstücke sollte nun auch der Zeit entsprechend um das vierfache des vorher üblichen Preises erhöht werden. Das war auch für viele vorher wohlhabende Bürger kaum noch zu bezahlen.
08.05.1922 Kurt Albin Lade verstorben
urt Albin Lade, genannt Ruick, geboren am 19. Januar 1843 in Kamenz, war Oberbürgermeister der Stadt Gera von 1881 bis 1898. Lades Vater Carl Anton Lade war Stadtrat und Oberamts-Regierungsadvokat in Kamenz. Lade besuchte das Gymnasium in Zittau und studierte danach von 1863 bis 1870 Rechtswissenschaft an der Universität Leipzig, wo er 1864 in das Corps Lusatia Leipzig eintrat. Nach dem Studium wurde er Akzessist beim Königlich Sächsischen Gerichtsamt Kamenz, anschließend Referendar beim Gerichtsamt Reichenbach im Vogtland. Von 1874 bis 1879 war er Zweiter Rat beim Plauener Stadtrat. Am 6. Mai 1881 wählte der Geraer Stadtrat Lade zum Oberbürgermeister, am 16. Juni desselben Jahres trat er mit der Verleihung der Bürgerrechte sein Amt an. In Folge der Industrialisierung wuchs Gera in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts sehr rasch - hatte es 1880 noch rund 27.000 Einwohner gezählt, so waren es 1900 bereits 45.000. In die Amtszeit Lades fielen unter anderem die Einweihung der Lutherschule (1883) und des neuen Schulgebäudes für das Gymnasium Rutheneum (1887), die Eröffnung der Geraer Straßenbahn als zweites Straßenbahnnetz in Deutschland (22. Februar 1892) und die Gründung des Arbeiter-Turnerbundes in Gera (1893). Lades ursprünglich vorgesehene sechsjährige Amtszeit wurde im Frühjahr 1885 auf sechzehn Jahre verlängert, um seiner geplanten Ernennung zúm Bürgermeister von Schleswig vorzubeugen. 1898 musste er jedoch nach einem einstimmigen Misstrauensvotum des Gemeinderates seinen Rücktritt einreichen, den der Gemeinderat am 15. April 1898 annahm. Begründet wurde das Misstrauensvotum mit einer Verhaltensänderung Lades seit seiner letzten Wahl. Unter anderem wurde ihm vorgeworfen, dass für ein der Frau des Oberbürgermeisters gehörendes Gut eine Hypothek über 12.000 Mark aus einer städtischen Stiftung ausgeliehen und die Zinsen nicht pünktlich bezahlt worden seien. Zudem hieß es, dass Lades Frau wiederholt Eier und Butter zu überhöhten Preisen an das städtische Krankenhaus verkauft habe. Lades Amtszeit als Oberbürgermeister endete am 6. August 1898; er verzog daraufhin nach Dresden, wo er 1922 starb. Zu seinem Nachfolger als Oberbürgermeister wurde Ludwig Ernst Huhn im Oktober 1898 gewählt.
06.1922 Sieg für einen Geraer Radsportler
er Geraer Radsportler A. Roßner siegte in diesem Jahr bei dem Radrennen "Rund um die Hainleite". Der Radklassiker ist Deutschlands ältestes noch gefahrenes Radrennen. Seit 1907 findet dieses Rennen statt. Es führt von Erfurt aus durch den Thüringer Norden und wieder zurück nach Erfurt. Während in den Anfangsjahren die Länge dieses Rennens rund 350 Kilometer betrug, verkürzte man es mittlerweile auf rund 200 Kilometer.Der Höhepunkt sind die letzten Kilometer. Dann geht es im Erfurter Steigerwald mehrmals durch die Arnstädter Hohle, ein steiler, enger Anstieg mit einer Länge von rund 1.000 Metern. Dort säumen jeweils mehrere zehntausend Menschen den Straßenrand. Aber auch an der Strecke stehen mehrere hunderttausend Zuschauer.
03.06.1922 Aus der "Geraer Zeitung"
n der "Geraer Zeitung" von diesem Tage fanden sich folgende Zeilen zum Textilarbeiterstreik in Gera. "Ein peinlicher Zwischenfall ereignete sich am Mittwoch Nachmittag während der Sitzung des Schlichtungsausschusses Gera, der von der thüringischen Regierung angerufen worden war, um den Textilarbeiterstreik zu beenden. Vor Eintritt in die Verhandlungen wurde von den Arbeitnehmervertretern beanstandet, dass als fachmännischer Beisitz der Arbeitgeber ein Webereibesitzer berufen worden und erschienen war, der erst kürzlich vom hiesigen Landgericht wegen gewerbs- und gewohnheitsmäßiger Hehlerei zu einer Zuchthausstrafe und mehrjährigem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist ..."
28.06.1922 Ehrung für ermordeten Reichsaußenminister
ur 4 Tage nach der Ermordung von Walter Rathenau setzte eine linke Mehrheit im Gemeinderat ein Zeichen gegen den aufkeimenden Nationalismus der Nachkriegsjahre und nannte den Hindenburgplatz in "Doktor Walter Rathenau Platz" um.
07.1922 Sorge um das liebe Geld
ntsprechend der gesetzlichen Festlegung vom Juli 1922 wurde von der Porzellanfabrik Hermsdorf der Antrag an den Gemeindevorsteher gestellt, 3 Millionen Mark in 1.000,- Markscheinen und 500,-Markscheinen herauszugeben, da zur Lohnzahlung nur 10.000,- Markscheine zur Verfügung standen. Der Antrag des Gemeindevorstehers wurde sowohl vom Thüringischen Ministerium des Innern als auch vom Reichsministerium der Finanzen abgelehnt.
04.07.1922 Proteste auf dem Geraer Markt
n diesem Tag kam es in der Geraer Innenstadt zu massiven Protesten gegen die Ermordung Walter Rathenaus. Unter anderem wurde ein großflächiges Schild mit der Forderung "Nieder mit den Mörderparteien voran getragen. (Walter Rathenau, geboren am 29. September 1867 in Berlin und ermordet am 24. Juni 1922 in Berlin-Grunewald, war ein deutscher Industrieller, Schriftsteller und liberaler Politiker (DDP). Er wurde als amtierender Reichsaußenminister Opfer eines politisch motivierten Attentats der Organisation Consul.)
07.07.1922 Der Sohn als Kuppler für den deutschen Kaiser
er deutsche Kaiser Wilhelm II., welcher seit seiner Entmachtung im Jahr 1918 im holländischen Doorn lebte, lud an diesem Tag Hermine von Schönaich-Carolath, einer Prinzessin aus der älteren Linie derer zu Reuß zu sich ein. Ein Brief des 13-jährigen Sohnes der Prinzessin, Georg Wilhelm, hatte den Stein ins rollen gebracht. Der Kaiser war seit 1921 Witwer und war angehalten worden, sich wieder zu verheiraten. Hermine, 30 Jahre jünger als der 1859 geborene Kaiser, war wohl in der engeren Auswahl.
20.07.1922 Die Kreisverfassung
urch die Gemeinde – und Kreisordnung für Thüringen wurden die Stadt – und Kreisverfassung der ehemaligen Kleinstaaten vereinheitlicht.
In Gera trat nun an die Stelle des aus 54 Mitgliedern besehenden Gemeinderates, der aus nur 35 Mitgliedern bestehende Stadtrat.
Die bisherigen Stadträte wurden als Beigeordnete bezeichnet.
Der Geraer Bürgermeister, zeitweilig Stadtdirektor genannt, wurde vom Stadtrat gewählt.
20.07.1922 Eine neue Gemeindeordnung
it der neuen Gemeinde- und Kreisordnung des Landes Thüringen wurden die unbesoldeten Stadträte Geras wieder abgeschafft.
30.07.1922 Hansgeorg Stengel geboren
ansgeorg Stengel, geboren in Greiz bei Gera, war ein deutscher Journalist, Dichter, Satiriker und Kabarettist. Hansgeorg Stengel, Sohn eines Lehrers und von Erich Kästner beeindruckt, veröffentlichte schon als 14-Jähriger erste Gedichte in Lokalzeitungen. Er wohnte in der Brauhausgasse/Am Schlossberg im Greizer Stadtzentrum. Nach Kriegsdienst und -gefangenschaft studierte er Germanistik und später Journalistik. Anfang der 1950er Jahre zog er nach Ost-Berlin. Er arbeitete zunächst als Redakteur bei der Satirezeitschrift Frischer Wind, die später als Eulenspiegel erschien. Bis 1959 war er dort als "Redakteur für Sprache und Stil" angestellt, danach arbeitete er als freier Autor. Nachdem er in den 1950er Jahren Kabaretttexte für die Distel in Ost-Berlin verfasst hatte, startete Stengel 1971 seine Karriere als Solokabarettist. Trotz seiner großen Popularität hatte er im Fernsehen der DDR keine Chance, da er darauf bestand, an seinen Manuskripten keine politisch motivierten Veränderungen vornehmen zu müssen. 1995 zog er mit seiner Frau in den Westteil des nun vereinten Berlins. Stengel starb 2003 an seinem 81. Geburtstag. Stengels Markenzeichen war sein scharfer Wortwitz, mit dem er gegen Stilblüten und Sprachschludereien zu Felde zog - u.a. auf der Sprechplatte "Aus Willi Wuschkes Geredeschuppen" und mehrere Jahre lang im Beitrag Wortadella in der Ostthüringer Zeitung, deren Auszüge 1997 in Buchform veröffentlicht wurden. Von ihm stammt der Ausspruch: "Die Deutschen können nicht deutsch sprechen." Außerdem beschäftigte sich Stengel mit Palindromen und veröffentlichte darüber 1984 das Buch Annasusanna. Die Gesamtauflage seines 50 Titel umfassenden Werkes beträgt zwei Millionen.
23.08.1922 Eine Linie wurde eingestellt
ie Geraer Straßenbahnlinie, welche die Fahrgäste zwischen dem Bahnhof und Pöppeln beförderte, wurde an diesem Tag eingestellt. Nur mittwochs und sonntags fuhren zwischen dem zentralen Roßplatz und Pöppeln regelmäßig Sonderwagen da an diesen Tagen Besuchszeiten im Waldkrankenhaus möglich waren.
05.09.1922 Gisela Trowe geboren
isela Trowe war eine deutsche Schauspielerin und gab ihr Debüt am Theater. Im Jahr 1942 spielte sie (nach anderen Quellen: 1943) am Reußischen Theater in Gera die Zofe Franziska in Lessings Lustspiel Minna von Barnhelm. Ab 1946 spielte Trowe vornehmlich an Berliner Bühnen. Im Laufe ihrer Karriere hatte sie in Berlin Engagements am Hebbel-Theater, an der Komödie Berlin, am Schloßpark-Theater, an der Tribüne, am Renaissance-Theater, am Theater am Kurfürstendamm und am Deutschen Theater. Im November 1949 spielte sie in der Eröffnungsvorstellung des neugegründeten Berliner Ensembles im Hause des Deutschen Theaters die Eva in Bertolt Brechts Schauspiel Herr Puntila und sein Knecht Matti. 1949/1950 war sie Mitglied des Kabaretts der Komiker in Berlin. Sie verstarb am 5. April 2010 in Hamburg.
10.09.1922 Neuwahlen in Thüringen
urch die neue Gemeindeverordnung vom 20.06. des Jahres fanden in Thüringen Neuwahlen statt. In den selbstständigen Stadtkreisen (über 20.000 Einwohner) erhielt die Gemeindevertretung danach die Bezeichnung Stadtrat. Gewählt wurde für 3 Jahre. Der neue Geraer Stadtrat hatte 53 Mitglieder.

 3 der SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) 
 4 der KPD (Kommunistische Partei Deutschlands)
20 der USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands)
26 des Bürgerbundes

18.09.1922 Ein neuer Amtsvorsteher
er bekannte Hermsdorfer Gemeindevorsteher Herr Reinhold Goldberg wurde an diesem Septembertag erneut zum Amtsvorsteher ernannt und bis zum 31. März 1923 amtlich verpflichtet. Reinhold Goldberg war ein angesehenes Mitglied der Hermsdorfer Gemeinde und im Amt auch eine ernstzunehmende Respektsperson.
10.1922 Dix ging nach Düsseldorf
m Herbst 1922 erfolgte für Otto Dix die Übersiedlung nach Düsseldorf am Rhein. er wurde dort Meisterschüler an der Kunstakademie bei Heinrich Nauen und Wilhelm Herberholz, der Dix in Aquatintatechnik unterwies. Außerdem wurde er Mitglied der Künstlergruppe "Junges Rheinland". Dabei entstanden enge Kontakte zu Gert Wollheim (temporäre Ateliergemeinschaft), Arthur Kaufmann (1924 Reise durch Italien und Sizilien) und Otto Pankok.
10.1922 Eine neue Herausforderung für Dix
m Herbst des Jahres 1922 ging Otto Dix nach Düsseldorf und wurde an der dortigen Akademie im Alter von 31 Jahren Meisterschüler bei Heinrich Nauen und Wilhelm Herberholz. Als Mitglied der Künstlergruppe "Das Junge Rheinland" lernte er auch die Kunsthändlerin Johanna Ey kennen, die ihn danach in Düsseldorf einem größeren Publikum bekannt machte. Er verliebte sich dann in Martha Koch, die Ehefrau eines befreundeten Arztes, welcher sich Marthas Schwester zugewandt hatte. Ungeachtet der komplizierten Konstellation heirateten Otto und Martha im Februar 1923 und im Juni des Jahres wurde Tochter Nelly geboren. Künstlerisch durchlief Otto Dix in den Jahren von 1922 bis 1925 eine Aquarellphase. Er vollendete das Gemälde "Schützengraben", welches dann vom Wallraf-Richartz-Museum Köln erworben wurde. Im Jahr 1924 trat er der "Berliner Sezession" bei. 50 Radierungen wurden als Mappenwerk "Der Krieg" bei Karl Nierendorf in Berlin verlegt. Gleichzeitig wandte er sich altmeisterlichen Maltechniken zu.
10.1922 Die Hermsdorfer Turner
er Hermsdorfer Turnerbund "Gut Heil" wechselte im Oktober 1922 vom "Ratskeller", wo sich lange Zeit die Turnfreunde getroffen hatten, in das neue Vereinslokal "Schützenhaus" im Ort. Die meisten deutschen Turn- und Sportvereine waren in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden und aus der Arbeiterschaft hervorgegangen. Die brachte eine Nähe zu Arbeiterparteien wie der SPD und der KPD, was in der Zeit der NS-Diktatur zu Verboten führte.
01.10.1922 219 Gemeinden und 85127 Einwohner
er aus dem ehemaligen reußischen Bezirksverband Gera und überwiegenden Teilen des früheren 5. Weimarischen Verwaltungsbezirkes Neustadt / Orla und des altenburgischen Landratsbezirkes Ronneburg gebildete Landkreis Gera, bestand aus 219 Gemeinden mit 85.127 Einwohnern.
Ernsee mit 162 Einwohnern und Unterröppisch 231 Einwohnern wurden auf Grund des Kreiseinteilungsgesetzes zwangsweise nach Gera einbezirkt.
11.10.1922 Der Thränitzer Gemeindevorstand
um neuen Gemeinderatsvorsitzenden von Thränitz wurde an diesem Tag der Landwirt Hugo Thalemann gewählt. Er erhielt 4 gegen 3 Stimmen, also die denkbar knappste Mehrheit. Zu seinem Stellvertreter wurde Arthur Schneider und zum Gemeindevorsteher Herr Kurt Häßner bestimmt.
14.10.1922 Eröffnung des Kinderheims
it 15 Kindern im Alter von 3 bis 14 Jahren wurde das städtische Kinderheim eröffnet. Es ist ein Teil der Fürsorgeanstalten und befand sich in der ehemaligen Versorgungsanstalt des Krankenhauses in der Nähe der Greizer Straße.
20.10.1922 Siegfried Tiefensee geboren
iegfried Tiefensee war ein deutscher Musiker und Dirigent. Er hatte von Jugend an eine Laufbahn als Musiker verfolgt. Schon während der Schulzeit begann er mit dem Unterricht in Klavier, Geige und Komposition. Er schloss 1947 mit dem Musikerzieherexamen ab, dem 1951 das Staatsexamen als Dirigent folgte. Dann wurde er Kapellmeister an den Theatern von Stendal (1951-1954), Gera (1954-1958) und schließlich in Leipzig (ab 1958). Dort wurde er am "Theater der Jungen Welt" als Leiter der Schauspielmusik tätig und schrieb selbst Bühnenmusik. Seine zahlreichen Kompositionen umfassen nahezu 250 Bühnenmusiken, darunter über 100 für das Kinder-, Jugend- und Puppentheater. Hinzu kamen seine Vertonungen für Fernseh- und Hörspiele, sowie Filmmusik. Außerdem schuf er die Musik zu Kinderballetten. In einer Reihe von Märchenstücken setzte er auch Elemente des Jazz, Beat und moderne Klangfarben ein. Mit Eberhard Tiefensee (Philosoph), Wolfgang Tiefensee (Politiker, in Gera geboren), Volker Tiefensee (Politiker) und einer Tochter gingen vier Kinder aus der katholisch geprägten Familie hervor. Siegfried Tiefensee verstarb am 24. März 2009 in Leipzig.
22.10.1922 Geld für die Ärmsten
aut einer gesetzlich geregelten Notstandsmaßnahme sollte die Gemeinde Thränitz für die Klein- und Invalidenrentner zu den von Reich und Land bereitgestellten Mitteln noch Gelder aus der Gemeindeklasse zur Verfügung stellen. Das Vorhaben musste allerdings abgelehnt werden, da in der Gemeindekasse in Thränitz kein Geld vorhanden war. Nun wurde erst einmal ein Finanzausschuss gebildet, der die Gemeindekasse überprüfen sollte.
24.10.1922 Die neuen Glocken von St. Johannis
ie ersten neuen Klangstahlglocken in der St. Johanniskirche wurden eingeweiht. Am darauf folgenden Tag wurden die neuen Glocken in der St. Salvatorkirche vom Pfarrer der Gemeinde geweiht. Die Glocken wurden als Ersatz für die im Krieg eingeschmolzenen Bronzeglocken beschafft.
05.11.1922 Der Kaiser heiratete eine Prinzessin zu Reuß
er seit 1918 im Exil lebende letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. aus dem Haus Hohenzollern heiratete in Doorn in Holland die 30 Jahre jüngere Hermine von Schönaich-Carolath, eine geborene Prinzessin Reuß ältere Linie. Fürst Heinrich XXVII. vertrat zu diesem Anlass das Haus Reuß. Die Tafel schmückte eine thüringische Hochzeitstorte. Eine Hochzeitsreise gab es hingegen nicht, da sich der ehemalige Monarch der holländischen Regierung gegenüber verpflichtet hatte, den Umkreis von Doorn im Abstand von 15 Kilometer nicht zu verlassen. Wilhelm II lernte nie die Heimat seiner Ehefrau kennen.
05.11.1922 Die Antipreußen waren dagegen
m Jahr 1866 war das Reich der Fürsten Reuß ältere Linie von den Preußen und damit durch das regierende Haus Hohenzollern besetzt worden. Daher war man im Fürstentum derer zu Reuß nicht begeistert, als es zur Hochzeit zwischen dem inzwischen im holländischen Exil in Doorn lebenden Kaiser Wilhelm II. und Hermine zu Schönaich-Carolath, einer geborenen Prinzessin zu Reuß, kam. Der letzte regierende Fürst der älteren Linie Reuß, Heinrich XXIV. war seinerzeit sehr antipreußisch eingestellt.
11.11.1922 Isolde Sobeck geboren
solde Sobeck war die 1. Sekretärin der SED-Kreisleitung im MfS (Staatssicherheit der DDR) in Berlin. Geboren wurde sie in Altenburg. Ihr Vater war Glasmacher von Beruf und ihre Mutter Arbeiterin. sie besuchte die Volksschule und in den Jahren 1936 - 1939 Handelsaufbauschule. Während der Zeit des Zweiten Weltkriegs war sie von 1939 - 1945 kaufmännischer Angestellte und Stenotypistin, bevor sie zum RAD (Reichsarbeitssdienst) musste. Dann folgte die DDR-typische Parteikarriere, mit dem Eintritt in die KPD 1945 und nach der Zwangsvereinigung mit der SPD 1946 auch in die SED. Schon kurz nach Kriegsende 1945 wurde sie Leiterin der Polizeiabteilung in der Stadtverwaltung Altenburg und 1946 Assistentin des SED-Landesvorsitzenden Thüringen, Werner Eggerath. Dann trat sie die Stelle der Frauensekretärin der SED-Kreisleitung Suhl an und wurde im Jahr 1948 Lehrerin an der Kreisparteischule Suhl. Im Jahr 1949, dem Gründungsjahr der DDR absolvierte sie einen Lehrgang an der PHS (Parteihochschule "Karl Marx" des ZK der SED) und im Jahr 1951 erfolgte die Einstellung beim MfS, HA (Hauptabteilung) Politkultur. Von November 1952 bis November 1953 war sie als kommissarische 1. Sekretärin der SED-Kreisleitung im MfS Berlin tätig und wurde 1953 zum Oberstleutnant ernannt. Im Januar 1954 erfolgte die Entlassung "auf eigenen Wunsch". Später wurde sie dann Vorsitzende der SED-KPKK (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands-Kreisparteikontrollkommission) von Gera-Stadt. Sie verstarb am 1. November 1993.
22.11.1922 Firmenänderungen in Gera
it Wirkung vom 22. November 1922 wurde die Geraer Firma Morand & Co. wegen Liquiditätsproblemen in eine AG (Aktiengesellschaft) umgewandelt. Das Gleiche Schicksal hatte 1922 auch die Firma Feistkorn ereilt.
25.11.1922 Kunstausstellung
m städtischen Museum fand vom 25.11. bis 17.12.1922 eine Ausstellung moderner Malerei statt. Gezeigt wurden Arbeiten von Erich Drechsler aus Dresden, Toni Halbauer aus Weimar und Wilhelm Wadler aus Paris. Der Eintritt war frei.
12.1922 Posthumus wurde umgebettet
ie alten Grüfte der auf dem alten Johannisplatz im Jahr 1824 abgetragenen Brandruine der St. Johanniskirche werden im Dezember 1921 geöffnet und die 15 dort gefundenen Metallsärge in einer neu eingerichteten Gruft der St. Salvatorkirche untergebracht. Im Sarg von Heinrich Posthumus (1572-1635) wurden eine "goldene Gnadenkette", ein Werk der Dresdner Goldschmiede Dürr und Gipfel, vom Stadtarchivar, und 2 Ringe, davon einer mit einem Saphir, gefunden. Die Särge wurden zur Salvatorkirche überführt und in der alten "von Kutschenbachschen Gruft" zwischen der Kirche und dem Schreiberschen Hause beigesetzt.
01.12.1922 Eine Zwangseingemeindung nach Gera
n diesem Tag wurde der kleine Ort Unterröppisch nach Gera zwangseingemeindet. Die Bewohner wollten eigentlich gegen den Schritt und strebten weiterhin nach Unabhängigkeit. Diese erlangten sie dann auch am 1. April 1925 wieder, als die Ausgemeindung erfolgte. An dem Schritt war zu erkennen, dass Gebietsreformen nicht sehr beliebt waren bei den Bürgern.
1923 Die letzten Tage eines Gasthofes
er Gasthof „Zum Mohren“ am Fuße des Schloßberges musste dem Neubau eines Beamtenhauses weichen. Die Traditionsgaststätte war ein Innbegriff untermhäuser Lebens.
1923 Baubeginn für eine Gießerei
n diesem Jahr wurde mit dem Bau einer neuen Gießerei in der  Maschinenfabrik und Eisengießerei „Karl Wetzel“ in der Tschaikowskistraße begonnen. Geplant wurde mit einer Jahresleistung von 400 Tonnen. Der Architekt Hermann Drechsler hatte den Bau entworfen.
1923 Schließung des Sanatoriums
as von der Familie Schlutter gestiftete Sanatorium in Milbitz am Weinberg wurde geschlossen.
1923 Falschgeld in Umlauf gebracht
uf dem Höhepunkt der Inflation wurden in diesem Jahr in Gera verschiedene falsche Reichsbanknoten zu 500 Milliarden Reichsmark in Verkehr gebracht. Sie trugen die Kontrollnummern 29K 075507. Das verwendete Papier war gewöhnliches Schreibpapier. Das Wasserzeichen fehlte den Noten und die Pflanzenfaserstrukturen im Papier wurden durch rote Striche ersetzt. Der höchste Geldwert eines einzelnen Scheines betrug damals „nur“ 10 Milliarden Reichsmark. Also auch zu Zeiten der Inflation eine riesige Menge Geld.
Zusatzinformationen
1923 Das Ende eines Gasthauses
er alte Gasthof "Zum Mohren" wurde abgebrochen. An seiner Stelle wurden die Beamtenhäuser für die fürstliche Schloss- und Kammerverwaltung errichtet, welche nach der Novemberrevolution von Schleiz nach Gera verlegt worden war.
1923 Trotz des Widerstandes
er Geraer Stadtteil Schafpreskeln wurde trotz des Widerstandes der Einwohner des Ortes nach Gorlitzsch eingemeindet. 1950 wurden beide Orte dann nach Weißig eingemeindet und schließlich im Zuge der Gebietsreform alle drei Orte am 1. Juli 1994 nach Gera eingemeindet.
1923 Sonderpreise am Theater
en zahlreichen Geraer Erwerbslosen sollte der Zugang zur Kultur ermöglicht werden, indem speziell für sie stark ermäßigte Eintrittspreise geschaffen wurden.
1923 Ein fürstlicher Chefdramaturg
rbprinz Heinrich XLV. brachte sich ab diesem Jahr in die dramaturgische Theaterarbeit ein, was das Bemühen des Generalintendanten Walter Bruno Iltz ein anspruchsvolles Geraer Theater zu präsentieren, wesentlich unterstützte. Der Erbprinz hatte zuvor Literatur, Musikwissenschaften und Philosophie in Leipzig, München, Kiel und Marburg studiert.
1923 Bauarbeiten am Mohrenplatz
n diesem Jahr wurde unterhalb des Schloss Osterstein am Mohrenplatz Nummer 7 das Fürstliche Kammerverwaltungsgebäude errichtet. Hinter diesem Gebäude waren in der Natursteinwand die Zugänge zu zwei Bergkellern zu finden.
1923 Das Sanatorium wurde unabhängig
chon im Jahr 1912 war das Erseer Sanatorium als neuer Krankenhausstandort in Erwägung gezogen worden. Im Jahr 1920 wurde es dann für 500.000 Reichsmark aufgekauft und dem Städtischen Krankenhaus als spezielle Tuberkulose-Abteilung angegliedert. Ab diesem Jahr wurde das Sanatorium Ernsee unter der Leitung des Tuberkulose-Spezialisten Dr. med. Berndt fachlich und organisatorisch selbstständig. Der Volksmund sprach schnell von der "Hustenburg".
1923 Dreiklassenmedizin in Gera
ie zu zahlenden Verpflegungssätze im Geraer Waldkrankenhaus waren zu dieser Zeit unterschiedlich bei Erwachsenen und Kindern, Geraern und Auswärtigen und ob man erster, zweiter oder dritter Klasse liegen wollte. Lagen die Tagessätze 1923 noch zwischen 1,75 Mark und 6,50 Mark, so verdoppelten sich die Kosten bis 1926 fast auf 3,- Mark bis 12,- Mark. Unterschiede in der Patientenbehandlung und die allgegenwärtigen Kostensteigerungen waren keine Erfindungen der Neuzeit. Patienten der dritten Klasse lagen zum Beispiel in Krankensälen mit 16 Betten.
1923 Heimatforscher Bruno Brause
n diesem Jahr entdeckte der Geraer Heimatforscher Bruno Brause (1883-1941) auf dem Plateau des etwas weniger steil abfallenden Nordhanges des Zoitzberges einen zeitweiligen Wohn- und Lagerplatz der jüngeren Altsteinzeit. Dort hatten etwa 19.000 Jahre zuvor Wildbeuter ihren Lagerstandotz und zogen von hier aus zur Jagd in die umliegenden Wälder der Gegend.
1923 Neue Pfeifen für die Orgel von St. Johannis
m Jahr 1917 waren 57 Zinnpfeifen der Orgel der St. Johanniskirche als "Opfer für das Vaterland" als sogenannte Metallspende verwendet worden. Im letzte Jahr des Ersten Weltkrieges und die nächsten fünf Nachkriegsjahre waren keine Orgelklänge aus der Johanniskirche zu vernehmen. Nun wurden im Zusammenhang von Erneuerungsarbeiten durch die Orgelbaufirma Jehmlich aus Dresden die 57 Stimmen wieder in das Instrument eingebracht.
1923 Otto Dix heiratete
ilhelm Heinrich Otto Dix, geboren am 2. Dezember 1891 in Untermhaus, ein späterer Stadtteil von Gera und verstorben am 25. Juli 1969 in Singen am Hohentwiel, war ein bedeutender deutscher Maler und Grafiker des 20. Jahrhunderts. 1921 lernt er in Düsseldorf die vier Jahre jüngere Martha Koch, geb. Lindner kennen. Sie war bereits mit dem Urologen Dr. Hans Koch verheiratet und hatte mit jenem zwei Kinder. Für Otto Dix verließ Martha Koch ihren ersten Ehemann, ließ sich scheiden und heiratete 1923 den bekannten Geraer Maler. Das Paar bekam im Verlauf der Ehe drei Kinder. Es waren die Söhne Ursus und Jan sowie die Tochter Nelly.
1923 Die Geraer Bibliothek
n diesem Jahr ging die Geraer Bibliothek in die Trägerschaft des Landes Thüringen über, das seine "Thüringische Landesbibliothek Gera" finanziell stark unterstützte und sie zu einer Modellbücherei für den gesamten Thüringer Raum entwickelte. Allein in den ersten drei Jahren wurden über 6000 Titel neu erworben. 1000 Bände stammten aus anderen Quellen, wie zum Beispiel vom Gründer der Bibliothek, Gustav Henning.
1923 Otto Dix im Hafen der Ehe
m Jahr 1923 heiratete der Geraer Maler Otto Dix (1891-1969) Martha Koch, geb. Lindner, welche er liebevoll "Mutzli" nannte. Auch die Geburt ihrer Tochter Nelly war in diesem Jahr.
1923 Viele Dix - Aquarelle
n den Jahren 1922 und 1923 kam es zu einer sehr produktive Aquarellphase von Otto Dix (1891-1969). Im Jahr 1923 begann er mit der Arbeit am Radierzyklus "Der Krieg" und es kam zur Vollendung des Gemäldes "Der Schützengraben", welches einen der größten Kunstskandale der Ära verursacht. Eine erste Einzelausstellung im Graphischen Kabinett I. B. Neumann folgte dann aber auch.
1923 Geboren, verheiratet, verstorben in Gera
m Verlaufe des 19. Jahrhunderts hatte man auch in Gera damit begonnen, statistische Werte zu erheben, um Vergleichszahlen für die Geburten, die Eheschließungen und die städtischen Sterbefälle zu erhalten. Im Jahr 1923 wurden in Gera 1286 Kinder geboren, es wurden zudem 674 Ehen geschlossen und 963 Menschen verstarben.
1923 Der Geraer Motorradclub
eit dem Jahr 1912 hatte Gera schon einen Automobilklub, der sich großer Beliebtheit erfreute. Im Jahr 1923 gründete sich der Geraer Motorradclub. Fürst Heinrich XXVII. Reuß, ein leidenschaftlicher Motorradliebhaber, unterstützte den Club nach Kräften und stiftete im Folgejahr sogar einen Pokal für den Sieger des ersten Geraer Motorradrennens. Das Clublokal war das zu dieser Zeit noch betriebene "Cafe` Fürst Heinrich" in der Wiesestraße, später Ecke "Karl-Marx-Allee". Im Jahr 1905 hatte man in Gera ganze 19 Automobile und 24 Motorräder gezählt. Die Entwicklung, hin zur Motorisierung, hatte also erhebliche Fortschritte gemacht, aber bei weitem noch nicht die Dimensionen der Neuzeit erreicht. Noch hatten Pferdefuhrwerke immer Vorfahrt vor jeglicher Art von Kraftfahrzeug. Die einzige Vorfahrtsregel dieser Zeit lautete somit kurz "Hott vor Mot".
1923 Falsches Notgeld in Hermsdorf
s wurde feststellt, dass einige Banknoten die nicht von der Gemeinde Hermsdorf als Notgeld deklariert und ausgegeben wurden, sogenannte Blüten waren. Es handelte sich um falsche 200.000 Markscheine, im Umlauf waren. Zu dieser Zeit hatte eine große Inflation (Geldentwertung) eingesetzt, die der Weltwirtschaftskrise geschuldet war. Von Tag zu Tag war das ausgegebene Geld weniger wert, jeden Tag wurden neue Banknoten mit immer höheren Wertungen in Umlauf gebracht, sodass zum einen die Menschen kaum noch unterscheiden konnten ob es sich um einen regulären Geldschein handelte oder eine Blüte, zum anderen war dadurch den Betrügern und Geldfälscher natürlich Tür und Tor weit geöffnet worden.
1923 Die Hermsdorfer Turner
er Hermsdorfer Turnerbund "Gut Heil" nahm mit 32 Mitgliedern am 13. Deutschen Turnfest in München teil. Im gleichen Jahr gründete man eine "Spiel-Abteilung", die sich in der Hauptsache dem Handball widmete. Die Abteilung wurde 1936 aufgelöst, aber 1937 wieder neu gegründet.
1923 Die Hermsdorfer Turnerinnen
uch in den sogenannten "goldenen Zwanzigern" wurde in den Arbeitersportvereinen geturnt in Den Jahren von 1923 bis 1925 hieß der Frauenturnwart des Turnvereines "Gut Heil" in Hermsdorf Oswald Heubner. Die Männerabteilung hatte eigene Strukturen, war unabhängig von den Frauen und hatte demnach einen eigenen Turnwart.
1923 Expressionismus - Dadaismus - Verismus
ach dem Ersten Weltkrieg rückte Otto Dix (1891-1969) in Dresden, ab 1922 in Düsseldorf zum Enfant terrible der deutschen Kunstszene auf. Der Maler arbeitete mit expressionistischen Pathosformeln zunächst noch Themen der Vorkriegszeit auf, mit dadaistischen Kriegskrüppel- und Bordellszenarien kurz darauf seine Nachkriegserkenntnisse ab. Der Zeichner hingegen übte sich im lapidaren Erfassen der Realität. Auf diese Weise fand er zu "seinem" Stil. "Kunst machten die Expressionisten genug. Wir wollten die Wirklichkeit ganz nackt, klar sehen, beinahe ohne Kunst." (1965) Dix avancierte in den Jahren 1920 und 1921 zum Protagonisten eines neuartigen Brutalrealismus mit sozialkritischer Potenz und politischer Brisanz. Aus antibürgerlichen Stilattitüden kristallisierten sich wirklichkeitsnahe Bildformeln von aggressiver Schärfe heraus, die von der zeitgenössischen Kritik als "Verismus" bezeichnet (P. Westheim) und am "linken Flügel" der Neuen Sachlichkeit verortet (G. F. Hartlaub) wurden. Mit dem Radierzyklus "Der Krieg" erreichte Dix 1924 den Höhepunkt seines frühen grafischen ?uvres.
1923 Jugendweihen in den 1920er Jahren
ie Jugendweihe, zu Zeiten der DDR streng genutztes Mittel zur Propaganda der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands), um schon Kinder und Jugendliche auf einen Weg zu bringen, der mit den Vorgaben der Einheitspartei konform ging, war wesentlich älter als viele Teilnehmer dieser Zeit dachten. Im Jahr 1923 nahmen in Gera bereits 26,3 % der Schulabgänger an der Jugendweihe teil, und im Jahr 1928 waren es schon gut 50 %. Daher kann speziell für Ostthüringen angenommen werden, dass die Jugendweihe zu Ende der 1920er Jahre die Mehrheit der Jugendlichen vor allem aus den proletarischen Elternhäusern erreicht hatte. Hierbei spielte allerdings keine zentrale Rolle, ob sich die Eltern als Anhänger der SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands), der KPD (Kommunistische Partei Deutschlands), einer der zahlreichen anderen kleineren Parteien bekannten, oder parteilos waren. Obwohl in Gera maßgeblich durch die SPD und/oder der KPD beeinflusst, nahmen zu dieser Zeit auch die Freidenkerorganisationen ihre Rolle überparteilich war und wurden neben den Gewerkschaften und Konsumgenossenschaften zu einer wichtigen lebensweltlichen Klammer im sozialistischen Lager. Im Alltag traten die Bestrebungen, den wachsenden Einfluss der Kirche in der Fest- und Feierkultur abzulösen, teils alternativ, teils ergänzend zu kirchlichen Angeboten in Erscheinung, ganz so, wie einige Jahrzehnte später in der schon erwähnten DDR (1949-1989).
01.01.1923 Eine weitere Firmenänderung in Gera
b dem 1. Januar 1923 firmierten die Filztuchfabrik Lechla & Mehlhorn in Gera als Familien AG. Die Firma hatte seit ihrer Gründung vorrangig Filze für die Papier-, Pappen-, Cellulose-, Holz- und Strohstoff-Fabrikation geliefert. In geringem Maße waren dabei auch Filze für die Textilindustrie hergestellt worden.
05.01.1923 Zweigstellenschließung der Sparbank
as Ende der Zweigstelle der städtischen Sparbank in Untermhaus wurde beschlossen. Mit diesem Beschluß erfolgte die Aufhebung der Zweigstelle.
13.02.1923 Die Gemeindeschwestern in Trebnitz
er Gebührenanteil zur Bezahlung der Gemeindeschwesternstation im späteren Geraer Ortsteil Trebnitz wurde an diesem Tag bewilligt.
03.1923 Über Professor Hans Simmel
m März 1923 habilitierte sich Hans Eugen Simmel. Er wurde Privatdozent für Innere Medizin, bis er im Juli 1925 zum außerplanmäßigen Professor der Universität Jena ernannt wurde. Hans Simmel arbeitete bis zum 20. Februar 1928 an der Universitätsklinik in Jena. Am 15. Juni 1928 wurde er Chefarzt am städtischen Krankenhaus Gera und damit leitender Arzt für 160 Betten der Inneren Abteilung zuständig. Neben seiner Tätigkeit als Chefarzt lehrte er in kleinerem Umfang an der Universität Jena. Im Zeitraum von 1913 bis 1930 veröffentlichte er 29 wissenschaftliche Arbeiten. Am 24. März 1933 wurde Hans Eugen Simmel die lebenslange Anstellung als Chefarzt in Gera gekündigt, nachdem er sich laut Aussage der Thüringischen Ärztekammer öffentlich gegen das nationalsozialistische Regime geäußert hat. Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, abfällige Bemerkungen gegen die Hakenkreuzfahne gemacht zu haben. Ferner wurde ihm vorgeworfen, eine jüdische Betriebszelle im Krankenheus Gera gebildet zu haben. Der Verlust seiner Anstellung traf ihn hart, da er von der Stadt Gera eine Hypothek erhalten hatte, um für sich und seine Familie ein Haus in Gera bauen zu können. Mit der Kündigung ... wurde auch seine Hypothek gekündigt, was die Familie in eine schwierige finanzielle Lage versetzte. Nach mehreren Gerichtsverhandlungen einigten sich beide Parteien auf einen Vergleich. Die ... Ärztekammer entzog ihm den Lehrauftrag. er wurde von der Gestapo eine Woche lang in Gera inhaftiert. Simmel strebte danach erfolglos ein Klageverfahren gegen seine Kündigung an und verzog 1934 nach Stuttgart, weil dort die Lebensverhältnisse besser wären. Obwohl ihm ein Arbeitsangebot aus Ankara vorlag. . (Quelle: Buch "Stuttgarter jüdische Ärzte während des Nationalsozialismus" von Susanne Rueß)
01.03.1923 Horst Pohl geboren
orst Pohl, geb. am 1. März 1923 in Breslau ist ein ehemaliger SED-Kommunalpolitiker und war von 1962 bis 1988 Oberbürgermeister der Stadt Gera. Er brachte es zur längsten Amtszeit eines Oberbürgermeisters in Gera. In Zeiten der DDR waren allerdings lange Amtszeiten etwas völlig normales im Leben von Politikern. (Stand Juli 2010)
Zusatzinformationen
27.03.1923 Industrie in Hermsdorf
aut einer Anzeige im sogenannten "Amts- und Nachrichtenblatt für Thüringen" beabsichtigte die Maschinenfabrik "Ackermann & Schuster, Kommanditgesellschaft in Hermsdorf auf ihrem Grundstück in der Rodaer Straße einen Verzinnungsbetrieb einzurichten.
31.03.1923 Schließung des Technikums
is zur Schließung der Schule wurde sie durch staatliche und städtische Zuschüsse unterstützt. Nachdem im Jahr 1921 der Zuschuss durch den Staat wegfiel wurde die wirtschaftlich Situation so dramatisch, das die Schließung des Technikums unweigerlich folgen musste.
01.04.1923 Errichtung der IHK
urch die Zusammenlegung einzelner Kammern wurde die Ostthüringer IHK (Industrie und Handelskammer) errichtet, welche ihren Sitz in Gera hatte. Am 04.06.1923 fand im Rathaussaal die erste konstituierte Sitzung statt und man beschloß, Zweigstellen in Altenburg und Greiz einzurichten.
01.04.1923 Ausbau der Handelsfachschule
ie bereits 1922 nach der Knabenmittelschule auf den „Nikolaiberg“ verlegte „Amthorschule“ wurde von einem einjährigen Fachkurs zu einer zweijährigen Handelsfachschule ausgebaut.
01.04.1923 Die ersten Geraer Berufsfeuerwehrleute
n diesem Tag wurden bei der Geraer Feuerwehr die ersten beiden hauptamtlichen Kräfte eingestellt. Die Geraer Feuerwehr war zu diesem Zeitpunkt schon 64 Jahre alt. Sie war im Jahr 1859 aus einem Geraer Turnverein hervor gegangen. Zu diesem Zeitpunkt war die Feuerwehr nicht nur für die städtische Brandbekämpfung, sondern auch für den Krankentransport zuständig.
01.04.1923 Eingemeindungen in Hermsdorf
ie kleinen Orte Hermsdorf, Klosterlausnitz und Weißenborn wurden an diesem Tag auf obersten Beschluss der Verwaltung zu einer Großgemeinde vereinigt. Diese hatte aber nicht lange Bestand, denn die Gemeinden wurden schon am 01. August 1924 wieder getrennt.
20.04.1923 Der Hermsdorfer Consumverein
n das Handelsregister beim Thüringischen Amtsgericht Eisenberg wurde unter der Nummer 4 zum "Consumverein für Hermsdorf und Umgebung, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht" eingetragen, dass die Haftpflichtsumme der Genossenschaft auf 30.000 Mark erhöht wurde. Für diese Zeit eine enorme Summe wenn dagegengehalten wird, dass ein Arbeiten nur etwa 120 Mark im Monat verdiente.
21.04.1923 Kapitalerhöhung in der Porzellanfabrik
ie Generalversammlung der Porzellanfabrik Kahla, Filiale Hermsdorf beschloss an diesem Tag die Erhöhung des Grundkapitals um 35.000.000 Mark. Es stieg damit auf 73.000.000 Mark. Die §§ 4 (Grundkapital), 14 (Grenzen der Vorstandsbefugnisse), 32 (Abstimmung in der Generalversammlung) des Gesellschaftsvertrages vom 17.09.1900 wurde demnach entsprechend abgeändert.
02.05.1923 Der Thränitzer Bürgermeister ging
ür viele Thränitzer war es sehr überraschend, das der Bürgermeister des Ortes von einem Tag auf den anderen sein Amt niederlegte. Bürgermeister Kurt Häßner begründete seinen Entschluss damit, dass angeblich ein Misstrauensvotum gegen ihn vorläge. Als eine der letzten Amtshandlungen übergab es verschiedene Gelder und amtliche Schriftstücke an den Thränitzer Gemeinderatsvorsitzenden Hugo Thalemann.
05.05.1923 Ein neuer Bürgermeister in Thränitz
rei Tage zuvor hatte der Thränitzer Bürgermeister Kurt Häßner sein Amt zur Verfügung gestellt, da er der Meinung war das ein Misstrauensvotum gegen im Gange wäre. Einige Gemeindegelder und amtliche Schriftstücke hatte er zur Amtsniederlegung an den Gemeinderatsvorsitzenden Hugo Thalemann übergeben. Dieser übernahm dann am 5. mai 1923 das Amt des Thränitzer Bürgermeisters.
09.05.1923 Gemeinderatswahl in Thränitz
m 2. Mai 1923 hatte der Thränitzer Bürgermeister Kurt Häßner sein Amt niedergelegt und die Geschäfte in die Hände des Gemeinderatsvorsitzenden Hugo Thalemann gelegt. Dieser wurde nun am 5. Mai 1923 neuer Bürgermeister, womit ein neuer Gemeinderatsvorsitzender gebraucht wurde. Daher wurde bei einer Wahl am 9. Mai 1923 Richard Peukert in dieses Amt gewählt. Schriftführer wurde Richard Walter und Kassierer Franz Thalemann.
12.05.1923 Ein neuer Handelsregistereintrag
n das Handelsregister beim Thüringischen Amtsgericht Eisenberg wurde unter Nummer 195 für die "offene Handelsgesellschaft Gebrüder Krause in Hermsdorf - Klosterlausnitz" ergänzt, dass der Kaufmann Emil Artur Erler aus Werdau aus der Gesellschaft ausgeschieden und der Rentner Ernst Paul Jacob aus Hermsdorf als persönlich haftender Gesellschaft eingetreten sowie dessen Procura erloschen war.
16.05.1923 Der Ratskeller in Hermsdorf
n das Handelsregister beim Thüringischen Amtsgericht Eisenberg wurde unter Nummer 35 am 16.05.1923 eingetragen: "Gewerkschaftshaus "Zum Ratskeller" Hermsdorf Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit dem Sitze in Hermsdorf - Klosterlausnitz. Gegenstand des Unternehmens ist die Übernahme und der Fortbetrieb der Gastwirtschaft "Zum Ratskeller" in Hermsdorf - Klosterlausnitz in Thüringen zu dem ausschließlichen Zwecke, minderbemittelten Angehörigen der freien Gewerkschaften Speisen, Getränke und Herberge zu billigen Preisen zu gewähren, die auf alle Fälle hinter den durchschnittlichen, für derartige Leistungen von Erwerbsunternehmen verlangten Entgelten zurückbleiben. Das Stammkapital beträgt 550.000 Mark. Zu Geschäftsführern sind bestellt: 1. Gastwirt Rudolf Schwab 2. Gewerkschaftssekretär Willy Martin und der Lagerverwalter Otto Plötner, sämtliche Hermsdorf - Klosterlausnitz. Die Gesellschaft wird nach außen durch zwei Geschäftsführer vertreten. Der Gesellschaftsvertrag war am 10. April 1923 geschlossen worden."
22.05.1923 Der neue Marstall
n diesem Tag wurde der Marstallneubau neben dem Geraer Schlachthof seiner Bestimmung übergeben. der alte Geraer Marstall war auf der Sorge in Höhe des späteren Amthordurchgangs zu finden.
26.05.1923 Hundesteuer in Thränitz
n diesem Tag erfolgte die Neufestlegung der zu entrichtenden Hundesteuer in der Gemeinde Thränitz. Außerdem wurde die Pacht für die Gemeindekirschbäume festgelegt und erklärt, dass nur baumschonend mit Leitern und Stützen gepflückt werden darf.
06.1923 Laasen kam zu Trebnitz
aasen wurde erstmals mit dem Ort Trebnitz verschmolzen. Mit Übergabe der Gemeindeakten von Laasen nach Trebnitz trug die Gemeinde den Namen "Trebnitz/Laasen". Am 1. Oktober 1923 wird Laasen bereits wieder selbständig und wird mit Gera verbunden. 192 Einwohner leben in diesem Jahr in Laasen.
10.06.1923 Hundeausstellung
er „Kynologische Verein“ von Gera veranstaltete eine Hundeausstellung. Mehrere Tausend Besucher konnten 680  Rassehunde bewundern. Im Mittelpunkt stand eine Polizei- und Blindenhundevorführung.
14.06.1923 Nelly Dix geboren
elly Dix war eine deutsche Schriftstellerin und kam 1923 als erstes Kind des Malers Otto Dix und seiner Frau Martha Koch, geb. Lindner, zur Welt. Sie hatte zwei Brüder, Ursus (1927-2002) und Jan (geb. 1928). Bis 1933 besuchte sie in Dresden eine Reformschule. Nachdem ihr Vater von den Nationalsozialisten als Lehrer an der Dresdner Kunstakademie entlassen worden war, zog sie mit ihrer Familie nach Süddeutschland. Ab 1936 lebte Nelly Dix mit ihren Eltern und Geschwistern im Dorf Hemmenhofen in der Gemeinde Gaienhofen auf der Halbinsel Höri am Bodensee. Das hochintelligent und künstlerisch begabte Mädchen wurde im Alter von 14 Jahren aufgrund seiner Reitkünste vom Reisezirkus Barum engagiert. Nelly Dix ging mit dem Zirkus auf Tourneen, die sie bis nach Polen führten. Den späteren Besuch eines Internats brach sie ab und organisierte ihre Weiterbildung selbst. Sie stand unter anderem im Briefkontakt mit dem ehemaligen Sekretär Heinrich Hansjakobs, dem weit gereisten Geistlichen Anton Trunz. Mit Fritz Mühlenweg und seiner Frau Elisabeth war Nelly Dix eng befreundet und bezeichnete sie als ihre "Zieheltern". Sie las unter anderem Fritz Mühlenwegs späteres Erfolgswerk "In geheimer Mission durch die Wüste Gobi" schon während seiner Entstehung bereits als Typoskript unter dem Namen "Tausendjähriger Bambus" und tauschte sich mit Mühlenweg auch sonst rege über die Entstehung seiner Schriften aus. Im Jahr 1948 brachte Nelly Dix Zwillinge zur Welt, die jedoch kurz nach der Geburt starben. Auch nach der Heirat mit dem Medizinstudenten Günther Thaesler lebte Nelly Dix weiterhin im Haus ihrer Mutter. Im Jahr 1950 kam Tochter Bettina zur Welt. Nelly Dix verstarb 1955 vermutlich an den Folgen eines Schwangerschaftsabbruches im Alter von 31 Jahren. Otto Dix adoptierte seine Enkelin Bettina.
18.06.1923 Ein handelsgerichtlicher Eintrag
n diesem Tag erfolgte die handelsgerichtliche Eintragung der Firma Walther, Bach & Co. als "KAVAG - Aktiengesellschaft zur Verwertung von Spinnerei- und Kämmereiabfällen". Geleitet wurde die AG von Robert Walther, dem Sohn des Firmengründers Gerhard Walther.
07.1923 Auf den Spuren von Jägerhorden
uf dem Zoitzberg in Gera fanden in diesem Jahr erstmals archäologische Grabungen statt. Zu dieser Zeit schätzten die Archäologen, dass die Fundstücke aus einer nur 30 cm dicken Erdschicht etwa 30.000 bis 35.000 Jahre alt seien. Später wurden sie auf 19.000 Jahre datiert, da neue Messmethoden genauere Datierungen zuließen.
12.07.1923 Das neue Gaswerk
m Juli erfolgte die Inbetriebnahme des neuen Gaswerks. Das alte Gaswerk in der „Friedericistraße“ wurde geschlossen und das Grundstück an die Teppichfabrik „Halpert & Co". verkauft. Schon 1910 war der Bau eines neuen Gaswerkes in Tinz beschlossen worden.
13.07.1923 Zur Funktionsweise des Gaswerkes
m Tag zuvor war in Tinz das neue Gaswerk in Betrieb genommen worden. Die Ofenanlage bestand aus Vertikalkammeröfen. Verarbeitet wurden in gleichmäßigem Gemisch westfälische Kokskohle, niederschlesische Gasstaubkohle, oberschlesische Feinkohle und sächsische Stückkohle. Der anfallende Koks wurde gebrochen und nach den Normalkörnungen geordnet. Der Heizwert des Gases wurde dauerhaft auf der gleichen Höhe von 4200 Wärmeeinheiten gehalten. Die Gasreinigung geschah im Jahr 1923 durch neuzeitliche Methoden, die dem Stand der Technik entsprachen. Das Gasnetz hatte eine Gesamtlänge von 121 Kilometern.
21.07.1923 Ein hoher Tagelohn von 10.000,- Mark
m ersten Moment ist man verführt hier an einen Schreibfehler zu glauben, aber es ist nicht an dem. Der ortsübliche Tagelohn in der Gemeinde Thränitz bei Gera wurde auf 10.000,- Mark festgelegt. Was sich viel anhört ist aber kaum mehr als ein Hungerlohn, denn Deutschland befand sich inmitten der weltweiten Wirtschaftkrise. Diese hatte zu großer Arbeitslosigkeit geführt, gepaart mit Armut und hatte einer Inflation (Geldentwertung) in ungeahntem Ausmaß zur Folge. Geld war nicht einmal mehr das Papier wert auf dem es gedruckt war. Da die Geldentwertung rasant war, änderten sich die Preise und Löhne fast stündlich. Was am Vortag noch galt, war am nächsten Tag nichts mehr wert. Das führte auch dazu, dass Löhne täglich ausgezahlt wurden und die Arbeiter das erarbeitete Geld noch ausgeben konnten, solange es überhaupt noch einen Wert hatte. Später musste man Milliarden für ein Brot ausgeben und die Menschen mussten aufpassen sich bei den vielen Nullen auf dem Geld nicht zu verzählen, denn der Umgang mit Milliarden oder gar mehr war für den Normalbürger sehr ungewohnt. Ein Glas Bier hatte ein paar Jahre zuvor noch 5 Pfennige gekostet, jetzt musste man bald 5 000.000.0000,- Mark dafür zahlen.
09.08.1923 Johann Wittik geboren
eboren wurde er in Liberec (CSR / Tschechien), sein Vater war Bäckergehilfe. In seiner Jugend besuchte er die Volks- und Bürgerschule, machte eine Lehre als Weber und arbeitete auch in dem Beruf und ging zur Textilfachschule. Ab 1931 war er Mitglied der "Roten Falken" und des tschechischen KJV (Kommunistischer Jugendverband), diente von 1942 bis 1945 in der Wehrmacht und geriet im Jahr 1945 in britische Kriegsgefangenschaft in den Niederlanden und in der CSR. Im Jahr 1946 erfolgte die Umsiedlung nach Pirna, 1947 trat er der SED bei, arbeitete von 1947 bis 1949 als Tiefbauarbeiter und danach als Spinnereitechniker im VEB Textilwerke Zittau. Zwischen 1947 und 1949 absolvierte er ein Studium an der Textilingenieurschule Zittau, wurde Textilingenieur und besuchte von 1949 bis 1950 einen Lehrgang an der DVA (Deutsche Verwaltungsakademie, existent bis 1953) in Forst-Zinna, wurde in den Jahren von 1950 bis 1951 Assistent des Hauptdirektors, Produktionsleiter und stellvertretender technischer Direktor der VVB Webereien Meerane. Von 1951 bis 1952 war er dann Technischer Direktor der VVB (Vereinigung Volkseigener Betriebe, existent von 1948–1990) Woll- und Seidenweberei Glauchau, von 1952 bis 1955 war er Abteilungsleiter bzw. stellvertretender HV-Leiter im Ministerium für Leichtindustrie und war dort von 1955 bis 1956 Leiter der HA  (Hauptabteilung)Technik. In den Jahren von 1956 bis 1958 war er Stellvertreter des Ministers für Leichtindustrie, von 1958 bis 1961 Vorsitzender des Bezirkswirtschaftsrats und stellvertretender Vorsitzender des Rats des Bezirkes Gera, Mitglied der SED-BL (Bezirksleitung) Gera, von 1961 bis 1965 war er 1. Stellvertreter des Vorsitzenden des VWR (Volkswirtschaftsrat, existent von 1961 bis 1965), von 1965 bis 1972 war er Minister für Leichtindustrie, ab 1963 Kandidat und von 1964 1976 Mitglied des ZK der SED. Ab dem Jahr 1967 absolvierte er ein Studium am ZI (Zentralinstitut) für sozialistische Wirtschaftsführung, von 1973 bis 1976 war er Botschafter der DDR in der VR China und von 1976 bis 1990 Generaldirektor des VEB Minol Berlin. (Quelle: Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“)

13.08.1923 Generalstreik in Gera
n diesem Tag schlossen sich die Arbeiter der Firmen Hirsch (später der VEB Modedruck) und der Kammgarnspinnereien Zwötzen und Liebschwitz dem Generalstreik in Gera an. Zu diesem Zeitpunkt gab es unter den zirka 1000 Beschäftigten des Textilunternehmers Hirsch 50 Mitglieder der KPD (Kommunistische Partei Deutschlands), welche als Drahtzieher des Streiks galt.
14.08.1923 Max Keppel zum Streik
u diesem Streik berichtete ein ehemaliges KPD-Mitglied, Max Keppel vom Betriebsrat, folgendes: "Am Sonntag den 12. August, nachmittags 2.00 Uhr wurden die Genossen der Partei zu einer Versammlung in die Ostvorstädtische Turnhalle gerufen. Trotz der kurzen Frist der Einberufung war ein großer Teil der Genossen erschienen ... Die Genossen aus den Betrieben Wesselmann, Schütze und Leube, Kammgarnspinnereieen Liebschwitz und Zwötzen, Louis Hirsch bekamen den Auftrag, am Montag, den 13, August, dafür zu sorgen, dass die Belegschaft in den Streik tritt ...".
15.09.1923 Eine Gartenschau in der "Lützowturnhalle"
er gemeinnützige Schrebergartenverein veranstaltete am 15.09.und 16.09. eine Gartenschau. Neben der Verbesserung der Erträge und Erzeugnisse der Kleingärtner spielten auch Schädlingsbekämpfung und die Errichtung von Baulichkeiten in Gärten eine Rolle.
22.09.1923 Hundesteuer kostete Millionen
ie Weltwirtschaftskrise hatte auch in Deutschland zu großer Arbeitslosigkeit geführt, gepaart mit Armut und hatte einer Inflation (Geldentwertung) in ungeahntem Ausmaß zur Folge. Geld war nicht einmal mehr das Papier wert auf dem es gedruckt war. Da die Geldentwertung rasant war, änderten sich die Preise und Löhne fast stündlich. Was am Vortag noch galt, war am nächsten Tag nichts mehr wert. Das führte auch dazu, dass Löhne täglich ausgezahlt wurden und die Arbeiter das erarbeitete Geld noch ausgeben konnten, solange es überhaupt noch einen Wert hatte. Später musste man Milliarden für ein Brot ausgeben und die Menschen mussten aufpassen sich bei den vielen Nullen auf dem Geld nicht zu verzählen, denn der Umgang mit Milliarden oder gar mehr war für den Normalbürger sehr ungewohnt. Zur Geldbeschaffung in der gemeinde Thränitz wurde die Hundesteuer für den ersten Hund auf 5 Millionen Mark und die für den zweiten Hund auf 10 Millionen Mark halbjährlich festgelegt. Die Menschen hatten allerdings ganz andere Sorgen in der Krisenzeit, da gehörte das Zahlen der Hundesteuer an die Gemeinde nicht vorrangig dazu.
10.1923 Das Ende einer linken Arbeiterregierung
n diesem Herbst war in Thüringen eine Arbeiterregierung aus linken Sozialdemokraten und Kommunisten entstanden. Schon im November des Jahres machte die Reichswehr dem linken Spuk ein Ende.
10.1923 Die Fürstliche Kammer
ines der Wahrzeichen des Geraer Stadtteils Untermhaus, den "Gasthof zum Mohren" hatte man weggerissen und nun an gleicher Stelle ein Verwaltungsgebäude für die Fürstliche Kammer und ein Beamtenhaus errichtet.
01.10.1923 Eingemeindungen
ie Ortsteile Frankenthal, Scheubengrobsdorf, Töppeln und Windischenbernsdorf wurden mit 2.502 Einwohnern und einer Gesamtfläche von 722 Hektar in Gera eingemeindet.
01.10.1923 Aus Sparbank wurde die Stadtbank
s erfolgte die  Umwandlung der Städtischen Sparbank in eine Stadtbank und eine Stadtsparkasse als selbstständige Institute unter Haftung des Stadtkreises Gera. Damit erfolgte auch eine Trennung von Bank- und Sparabteilung.
01.10.1923 Laasen gehörte zu Gera
om 1. Oktober 1923 bis zum 1. April 1924 gehörte der Ortsteil Laasen kurzzeitig zu Gera. In diesem halben Jahr gab es keine gravierenden Einschnitte ins Leben der Bewohner zu verzeichnen.
01.10.1923 Windischenbersdorf wurde ein Teil von Gera
n diesem Tag kam es zu mehreren Eingemeindungen von Orten rund um Gera. Windischenbernsdorf wurde mit seinen 595 Einwohnern eingemeindet. Bis zum Jahr 1927 waren die Straße im Ort nicht bekannt und die Häuser hatte man fortlaufend gezählt. Also benannte man 1927 die Straße zum Ort in "Windischenbernsdorfer Straße".
01.10.1923 Ein- und Ausgemeindungen von Laasen
m Jahre 1923 wurde Laasen erstmals nach Trebnitz eingemeindet, diese "Ehe" dauerte allerdings weniger als ein Jahr: Am 1. Oktober 1923 war Laasen dann wieder eine eigenständige Gemeinde. Zum 1. Juli 1950 dann erfolgt die erneute Eingemeindung zu Trebnitz und im Jahr 1994, trotz erheblicher Widerstände der Einwohner des kleinen Ortes dem die Laasener Straße in Gera ihren Namen verdankte, die Eingemeindung nach Gera.
08.10.1923 Die ersten Nationalsozialisten in Gera
n diesem Tag wurde die erste Ortsgruppe der NSDAP in der Stadt Gera gegründet. NSDAP stand für Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei und wirkte anfangs noch recht harmlos. Die Partei Adolf Hitlers stürzte die Welt 1939 in einen Krieg, welcher an seiner Vernichtungskraft alles davor Gewesene in den Schatten stellen sollte, weil der das Verbrechen der Menschheit an der Menschheit bis dahin war.
15.10.1923 Notgeld zur Inflation
eld war zu diesem Zeitpunkt fast nichts mehr wert. Jeden Tag wurden die gerade frisch gedruckten Scheine weniger wert und die Arbeiter wurden wegen der Entwertung zu Tagelöhnern. es wurde wiederholt in Gera Notgeld ausgegeben. Und zwar zu 1, 2, 5, 10, 20, 50, 100, 300 Milliarden und sogar zu 1 Billion Mark. All das brachte nicht viel, da es bald selbst für solche "Unsummen" nicht einmal mehr ein einziges Brot zu kaufen gab. Die Menschen gaben ihr Geld aus, denn am nächsten Tag war es nichts mehr wert.
15.10.1923 Die Aufhebung der Zwangswirtschaft
n Gera wurde die sogenannte Zwangswirtschaft aufgehoben und eine Rentenbank gegründet. Damit wurde die "Rentenmark" als wertbeständiges Zahlungsmittel in Umlauf gebracht. Damit sollte die Inflation gestoppt werden, welche beängstigende Ausmaße angenommen hatte.
19.10.1923 Wirtschaftskrise und Geldentwertung
as Jahr 1923 wurde das Jahr der Inflation, einer verheerenden Geldentwertung ohne historisches Beispiel. Die schon im Jahre 1922 eingesetzte Teuerung entwickelt sich so, dass am 19. Oktober 10 Milliarden Papiermark nur noch 1.539 Goldmark wert waren und am 1. November 1 Billion (1.000.000.000.000) Papiermark bloß noch unbedeutende 1,15 Goldmark Kaufkraft hatten.
22.10.1923 Göke Frerichs geboren
öke Frerichs, geboren am 22. Oktober 1923 in Ronneburg bei Gera, Thüringen - eigentlich Göke Daniel Etto Freerk Frerichs - ist Groß- und Außenhandelskaufmann, Mitglied des Deutschen Bundestages a. D. und war Präsident des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA). Nach dem Abitur 1941 war Frerichs im Wehrdienst mit anschließender Gefangenschaft bis 1946. Von 1946 bis 1951 absolvierte er das Studium der Rechts- und Staatswissenschaften sowie der Wirtschaftswissenschaften an der Philipps-Universität in Marburg, der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main sowie der Wirtschafts-Hochschule in Mannheim, welche er 1949 als Diplom-Volkswirt beendete. 1951 erfolgte seine Promotion zum Dr. rer. pol. Göke Frerichs ist verheiratet und hat fünf Söhne. Seit 1946 ist er Mitglied der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands (CDU). 1986 bis 1990 war er Kreisvorsitzender der CDU Hochtaunus. Von 1953 bis 1969 war Frerichs Stadtratsmitglied mit Fraktionsvorsitz in Bad Godesberg und zwischen 1957 und 1969 Mitglied des Kreistages in Bonn. 1965 bis 1975 war Frerichs Mitglied des Deutschen Bundestages. In den 1980er und 1990er-Jahren war er Kreistagsmitglied im Hochtaunus. Bis heute ist er Mitglied der IHK Frankfurt am Main. Seit 1990 ist er Mitglied des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA), Brüssel. Je zwei Jahre war Frerichs Vorsitzender der Fachgruppe Wirtschafts- und Währungsunion, stv. FG für Außenbeziehungen, des Haushaltsausschusses, Präsident des EWSA 2000 bis 2002 und die darauf folgende Periode 2002 bis 2004 Vizepräsident. Zudem war er Mitglied des Europäischen Konvents als Beobachter des EWSA zur Vorlage des Entwurfes eines EU-Verfassungsvertrages an die Europäische Regierungskonferenz unter italienischer Ratspräsidentschaft (1. Juli-31. Dezember 2003). Von 1951 bis 1969 war er im Bundesverband des deutschen Groß- und Außenhandels e.V. (BGA) Bonn und zuletzt als Hauptgeschäftsführer tätig. In der Zeit von 1969 bis 1981 war er Finanzvorstand und Vorsitzender des Vorstandes der Andreae-Noris Zahn AG (ANZAG) in Frankfurt am Main. Zwischen 1970 und 1999 war er Beiratsmitglied/Vorsitzender der UNI ELEKTRO Handelsgesellschaft, Eschborn, sowie weiterer Handelsunternehmen, während er gleichermaßen zwischen 1981 und 1998 Aufsichtsratsvorsitzender des Einkaufskontor Frankfurt (EKF) war. In den Jahren von 1981 bis 2001 war Frerichs Vorsitzender beim Verband Großhandel Außenhandel Verlage und Dienstleistungen Hessen e.V. (AGH) in Frankfurt am Main. Seit 1976 bis dato ist er Mitglied des Präsidiums des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels e. V. (BGA), Bonn/Berlin. (Stand Februar 2013)
23.11.1923 Die Nazis wurden erstmals verboten
ach dem Scheitern des von Adolf Hitler inszenierten Putsches am 9. November 1923 war auch in Gera die erst im Oktober des Jahres gegründete Ortsgruppe der NSDAP verboten worden. Das geschah in der Zusammenarbeit der Kommunisten (KPD) und der Deutschvölkischen Freiheitspartei (DVFP).
12.1923 Die Siedlung "Schafwiesen"
m Dezember 1923 wurden die ersten Häuser der Siedlung „Schafwiesen bezugsfertig und wurden auch durch liebevoll gepflegte Vorgärten eine beliebte Wohngegend.
12.1923 Streiks in der Geraer Textilindustrie
u Ende des Jahres 1923 kam es in Gera zu massiven Streiks in der Textilindustrie, dem industriellen Herz der Stadt. Die Arbeiter der Spinnereien in Zwötzen und Liebschwitz legten die Arbeit nieder, wie auch die Angestellten der Firma Feistkorn in den Betriebsteilen in Debschwitz und am Stadtgraben. Zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Streikbewegung gehörten Helene Fleischer (1899-1941) und Meta Böhnert (1890-1934).
28.12.1923 Aus dem "Geraischen Tageblatt"
aut dem "Geraischen Tageblatt" waren an diesem Tag die Arbeiter der Werbereifirma Riedel 6 Rietsch in Gera infolge von Lohndifferenzen und abgelehnter Vorschussgewährung aus ihrem betrieb ausgesperrt worden.
1924 Fünfzig Jahre Tageblatt
as „Geraische Tageblatt“ feierte in diesem Jahr das 50jährige Bestehen. Am 01.06.1928 stellte die Zeitung ihr Erscheinen ein.
1924 Das Theaterpersonal dieser Zeit
nsgesamt waren zu dieser Zeit 257 Männer und Frauen am Theater beschäftigt. So gab es: 4 Kapellmeister, 2 Spielleiter, 2 Inspizienten, 28 Schauspieler, 21 Sänger, 58 Orchestermitglieder (mit einer Frau), 38 Chormitglieder, 9 Balletttänzerinnen, 2 Souffleusen, 34 waren technisches Personal und 59 waren im Kassen- und Verwaltungsbereich tätig.
1924 Ein neuer Generalintendant am Theater in Gera
alter Bruno Iltz wurde in diesem Jahr als Nachfolger von Paul Medenwaldt als Generalintendant ans Geraer Theater berufen. Seine Amtszeit endete schon nach drei Jahren im Jahr 1927.
1924 Ein neuer Autolackierer in Gera
eit fast 30 Jahren wurde nun schon mit dem Auto gefahren. Diese wurden nicht nur gebaut, sondern auch mit Lackfarben versehen. Das übernahm nun auch die Firma "Bauer", die sich auf Fahrzeuglacke spezialisiert hatte ab diesem Jahr, dem Jahr ihrer Gründung.
1924 Die Lackiererei von Alfred Bauer
n diesem Jahr gründete der Geraer Handwerksmeister Alfred Bauer in einem Hinterhof in der Neuen Straße eine Lackiererei. Möbel und Kutschen waren zuerst Lebensgrundlage des Betriebes. Man vergrößerte sich schnell und stellte bald von der Pinsellackierung auf moderne Spritztechnik um. Später bot Alfred Bauer auch Sattlerarbeiten an und mit der Verbreitung des Automobils wurden dann Autos und selbst Omnibusse in der Werkstatt lackiert. Noch bis in die Neuzeit (2009) war der Betrieb in der Erfurtstraße zu finden.
1924 Otto Dix und das liebe Geld
chon in diesem Jahr war Otto Dix in Gera, besonders im Stadtteil Untermhaus eine sehr bekannte Persönlichkeit, der man selbst in Künstlerkreisen, wie sein Kollege Ahner meinte, andichtete, im Geld zu schwimmen. Das war selbst zu seinem eigenen Leidwesen nicht so. Dix hatte gut verdient, aber auch gut gelebt. Sein Haus am Bodensee hatte später sogar seine Frau bezahlen müssen.
1924 Der Wilhelm Weber Hof in Gera
nter dem Druck der Wohnungsnot und in Ermangelung von städtischen Bauplätzen schuf die Stadt nach dem Ersten Weltkrieg auf dem Kleinsiedlungsgelände zwischen der "Franz-Mehring-Straße" und der "Franz-Perich-Straße" den "Wilhelm-Weber-Hof". Es entstanden dort 14 dreigeschossige Kleinmiethäuser mit 86 Wohnungen im geschlossenen Charakter einer Siedlungsoase. Der Namensgeber Wilhelm Weber (25.02.1832-18.10.1899) war einst Oberbürgermeister von Gera. Als er sein Amt 1865 übernahm, war er mit seinen 33 Lebensjahren der bisher jüngste Oberbürgermeister der Stadt.
1924 Fast 3000 Katholiken lebten in Gera
s war zu dieser Zeit eine recht lebendige römisch-katholische Gemeinde von St. Elisabeth in Gera. Sie bestand aus verschiedenen Kreisen und Gruppen. Seit der Gründung im Jahr 1894 hatte sie an Mitgliedern stark hinzu gewonnen. Es fanden öffentliche Auftritte des Kirchenchors statt, welche unter der Leitung von Herrn Lehrer Witzel standen. Oft wurde der Chor auch musikalisch durch Künstler des städtischen Theaters unterstützt und begleitet. Seit dem Jahr 1928 gehörten dann zum Stadtbild auch Vinzentinerinnen ("Töchter der christlichen Liebe", gegründet vom heiligen Vinzenz von Paul und der heiligen Louise von Marillac im Jahr des Herrn 1633) in Ordenstracht, welche in einer Privatklinik als Krankenschwestern arbeiteten. Sie hatten in der Kirche ganz besondere Plätze.
1924 Ein Sommerbad für Gera
n diesem Jahr wurde mit dem Bau des Geraer Sommerbades begonnen. Der Geraer Oberbürgermeister Kurt Herfurth bezifferte zu dieser Zeit die Baukosten auf etwa 200.000 Goldmark. Schon im Juli sollte das Bad, welches den höchsten Sprungturm von Gera bekommen sollte, fertig sein.
1924 Der Landesverband der Kleingärtner
n diesem Jahr wurde in Gera der Landesverband Thüringen des Reichsverbandes der Kleingartenvereine, mit Sitz in Gera, in das Vereinsregister eingetragen. Noch im selben Jahr wurde der Verein erweitert und es kamen die Gartenbezirke Am Ferberturm, Frankenthal, Lusan, milbitz, Steinertsberg und Windischenbernsdorf dazu.
1924 Die Villa Bufe entstand
era erlebte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts (um 1852) eine fast einzigartige Blütezeit der industriellen Entwicklung der Zeugmacherei und des Maschinenbaus. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich die kliene Stadt im Ostthüringischen zum bestimmenden Zentrum der nordeuropäischen Stoff- und Tuchindustrie und teilte sich mit Krefeld den Titel "Reichste Stadt Deutschlands". Diese Blütezeit endete leider mit dem Zweiten Weltkrieg und den nachfolgenden Enteignungen der Industriebetrieb in der DDR-Zeit. Geblieben sind Hunderte von repräsentativen Stadtvillen, in denen sich der große Wohlstand, aber auch der sehr hohe Anspruch der Bauherren in Stil, Bauweise und Bauästhetik widerspiegeln. In diesem Jahr wurde die Villa des Geraer Industriellen Bufe errichtet
1924 Neues Geld neues Glück
ls im Jahr 1924 die "Reichsmark" eingeführt wurde, begannen auch in Gera und seinen Gemeinden wie Liebschwitz wieder gute Jahre. Der zwar noch langsam aber doch spürbar eintretende Aufwärtstrend gipfelte in Gera / Liebschwitz mit dem gelungenen Bau der Zoitzbrücke und deren feierlichen Einweihung am 21. Mai 1926. Die Gemeinde hatte ihrem Ortsbürgermeister Fischer das meiste Engagement zu verdanken, da er in diesen schwierigen Zeiten viel bewegte und erreichte.
1924 Die Knappschaftliche Pensionsversicherung
n diesem Jahr wurde in Deutschland flächendeckend eine Knappschaftliche Pensionsversicherung eingeführt. Allerdings waren zu diesem frühen Zeitpunkt nur wenige Menschen auch wirklich umfassend versichert. Erst in den nächsten Jahrzehnten erhöhte sich die Zahl der Versicherten und im Jahr 1937 waren 0,75 Millionen Deutsche schon Knappschaftlich Pensionsversichert.
1924 Dix wurde endgültig anerkannt
er endgültige Durchbruch als anerkannter Künstler der deutschen Gegenwart gelang dem Geraer Maler und Künstler Otto Dix (1891-1969) im Jahr 1924. Der Berliner Kunsthändler Karl Nierendorf verlegte den Dixschen Kriegszyklus und übernahm in der Folgezeit die geschäftliche Vertretung des Künstlers. Eine erste Bildmonografie, eingeleitet von Willi Wolfradt, erschien nun in der Reihe "Junge Kunst" bei Klinkhardt & Biermann.Dann erfolgte die Beteiligung an der "1. Deutschen Kunstausstellung" in Moskau, Saratow und Leningrad mit 13 Arbeiten und die Mitarbeit an den Mappenwerken "Krieg" und "Hunger" der Internationalen Arbeiterhilfe. Ende 1924 kam es zu einer erfolgreichen Einzelausstellung (Aquarelle und Zeichnungen) im Kronprinzenpalais Berlin.
1924 Im Jahr des Friedens
m Jahre 1924, das von den Pazifisten zum Anti-Kriegsjahr ausgerufen wurde, erschien im Berliner Nierendorf-Verlag das epochale Werk "Der Krieg? von Otto Dix, dem bekannten Geraer Maler und Sohn der Stadt. Fünfzig Radierungen in fünf Mappen von höchster Qualität und schärfstem Realismus bzw. Verismus umfasste das künstlerische Werk.
1924 Familie Zausch und die Post
eit dem Jahr 1893 hatte Liebschwitz eine eigene Postagentur. Geführt wurde diese bis zum Jahr 1922 von Paul Böhme, welcher im gleichen Jahr verstarb. Ab dem Jahr 1924 übernahm die Familie von Albert Zausch die alte Postagentur in ihrem Haus in der Salzstraße 74, später die 144. Für das im Erdgeschoss befindliche Dienstzimmer wurde der kleine Flur als Kundenraum genutzt, was wohl den damaligen Ansprüchen genüge getan hatte. Über der Tür mit dem kleinen Schalterfenster hing über viele Jahre ein altes Werbeplakat der Luftpost. Das dort abgebildete Flugzeug, eine Henkel HE 70, am schönen weißblauen Himmel, mag auch ein Briefmarkenmotiv gewesen sein. Allerdings hatte spätestens Mitte der 1940er Jahre das Idyll ein Ende, da kam dann auch die Feldpost der Frontsoldaten dort an, und die Nachrichten wurden eher dramatisch und erschütternd. Der Krieg kam zunehmend zu den Menschen ins Haus.
1924 Ein Scharlatan verschwand
m Jahr 1872 hatte sich der letzte ortsansässige Liebschwitzer Arzt, Dr. Ose, zur Ruhe gesetzt und es sollte 50 Jahre dauern, bis sich wieder ein studierter Mediziner im Ort niederließ. Die arztlose Zeit nutzte ein Heilpraktiker zu Beginn der 1920er Jahre aus und ließ sich im Oberdorf nieder. In der Tradition der unstudierten Bader, war er wohl auch ein medizinische Laie und eher ein Scharlatan, der nach Überlieferung mit einem Wanderzirkus in den Ort gekommen war. Normalerweise verweilten solche selbsternannten Ärzte nie lange an einem Ort, denn den Menschen war meist recht schnell klar, dass der vermeintliche Heiler sein "Handwerk" gar nicht verstand. Dieser hatte sich allerdings mit der Tochter eines Kleinbauern verlobt, die wohl dachte einen angesehen Mann zu bekommen, und fand bei diesem eine Bleibe, was ihn vorübergehend sesshaft machte. Seine "Künste" mussten sich im Ort aber schnell rumgesprochen haben, denn er ergriff im Jahr 1924 wohl die Flucht aus Liebschwitz und verschwand nach Berlin.
1924 Geboren, verheiratet, verstorben in Gera
m Verlaufe des 19. Jahrhunderts hatte man auch in Gera damit begonnen, statistische Werte zu erheben, um Vergleichszahlen für die Geburten, die Eheschließungen und die städtischen Sterbefälle zu erhalten. Im Jahr 1924 wurden in Gera 1226 Kinder geboren, es wurden zudem 568 Ehen geschlossen und 970 Menschen verstarben.
1924 Die Jüdische Gemeinde in Gera
m die Mitte der 1920er Jahre galten in Gera als zur jüdischen Gemeinde, etwa 500 Menschen insgesamt, zugehörig folgende zum Teil recht bekannte Unternehmer und ander Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Da waren die Gemeindevorsteher Dagobert Halpert, Willy Goldmann, Louis Schalscha, Louis Cohn und Abraham Rosenbaum. Als Prediger und Lehrer war David Wertheim tätig, als Organistin in der (liberalen) Synagoge Maria Dörre. An jüdischen Vereinen gab es den Wohltätigkeits- und Bestattungsverein Chewra Kadischa (1886 gegründet, 1924 unter Vorsitz von Bernhard Süßmann, 1932 unter Vorsitz von Gustav Hauptmann in der Bärengasse 1 mit 26 Mitgliedern; Zwecke und Arbeitsgebiete: Wanderfürsorge, Unterstützung Hilfsbedürftiger, Bestattungswesen), den Israelitischen Frauenverein (1896 gegründet, 1924 unter Leitung der Frau von Dr. Hirsch, 1932 unter Leitung von Paula Süßmannin der Louis-Schlutter-Straße 18 mit 23 Mitgliedern; Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger) und den Israelitischen Jugendverein (1924 unter Leitung von S. Jacobus). Weiterhin gab es den Jugendverband Blau-Weiß, eine Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten und den Sportverein "Bar Kochba" (als Ortsverein erst nach 1935).
1924 Rolf Hochsam geboren
olf Hochsam wurde als Polizist in Gera bekannt. Vom einfachen Beamten hochgedient wurde er, inzwischen im Rang eines Oberstleutnant, am 15. August 1969 neuer Leiter der VPKA Gera (Volkspolizeikreisamt). Er löste an diesem Tag Oberstleutnant Johannes Huhn ab. Rolf Hochsam verstarb im Jahr 1993 in Gera.
1924 Dix schrieb eigenen Lebenslauf
ix entwarf den selbstironischen Lebenslauf in seiner markanten Schrift um 1924 für einen unbekannten Adressaten. Heute befinden sich die Blätter in Privatbesitz.So schrieb Otto Dix (1891-1969) "Ich bin geboren am 2. XII. 1891 nachts 1 ½ Uhr (damit Sie es ganz genau wissen) in Untermhaus bei Gera. Das liegt aber nicht, wie manche Leute behaupten, in Sachsen, sondern in Thüringen. Mein Vater ist Eisengießer & Former. Daß meine Mutter sehr genial & fantasievoll ist, beweist die Tatsache, daß sie neulich einen Kuchen anstatt aus Mehl aus Bleiweiß gebacken hat, wovon dann meine Eltern einige Tage Kolik hatten. Daß ich die Volksschule in Untermhaus besuchte, die Masern hatte, Indianer spielte, kleine Waldbrände inscenierte, interessiert wohl weiter nicht. Vom 14-18ten Lebensjahre lernte ich Dekorationsmaler, d. h. ich lernte Hühnerställe ausmisten, Decken & Wände abkratzen, Farbe reiben, Fußböden, Zäune & Sockel streichen & Stiefel vorschriftsmäßig putzen. Sonntags ging ich Landschaften malen. Da ich aber die ganze Woche auf den Sonntag wartete, zog mir der Krauter die Löffel oft lang, wovon sie heute noch sehr vom Kopf abstehen und mir zur Unzierde gereichen. "Du wärscht mol nischt, e aller Schmierfink wärschte, aber ken richtcher Moler, koof der norn Dackel un e Somtjoket un war Kinstler", sagte er mir immer. Vom Fürsten von Reuß erhielt ich [ein] Stipendium & ging nach Dresden zur Kunstgewerbeschule. Dort lernte ich Blumen malen, Pflanzen zeichnen, Anatomie & Akt zeichnen. Kohldampf wurde feste geschoben, da die Fürstl Reuß. 50 M nicht weit reichten. Aug. 1914 wurde ich zum Militär eingezogen [?] [Auszug veröffentlicht in: Ulrike Lorenz (Hrsg.), Dix avant Dix, Jena 2000, S. 16 ff.9]
1924 Der Durchbruch für Otto Dix
m Jahr 1924 kam der endgültige Durchbruch für den Geraer Maler Otto Dix (1891-1969) als anerkannter Künstler der deutschen Gegenwart und der "Neuen Sachlichkeit". Der Berliner Kunsthändler Karl Nierendorf verlegte den Kriegszyklus und übernahm in der Folgezeit die geschäftliche Vertretung von Otto Dix. Eine erste Bildmonografie, eingeleitet von Willi Wolfradt, erschien in der Reihe "Junge Kunst" bei Klinkhardt & Biermann. Dann erfolgte Dix`s Beteiligung an der "1. Deutschen Kunstausstellung" in Moskau, Saratow und Leningrad mit 13 Arbeiten und seine Mitarbeit an den Mappenwerken "Krieg" und "Hunger" der Internationalen Arbeiterhilfe. Ende 1924 absolvierte Otto Dix eine erfolgreiche Einzelausstellung (Aquarelle und Zeichnungen) im Kronprinzenpalais Berlin. Im November 1925 folgte für den Geraer Maler die Übersiedlung nach Berlin, Wohnung Kaiserdamm 20, seit 1926 hatte er sein Atelier Kurfürstendamm 190. Und nun kam es für Otto Dix zu Bekanntschaften im intellektuellen und künstlerischen Umkreis des Romanischen Cafés. In den Jahren 1925/26 beteiligte er sich an der programmatischen Ausstellung "Neue Sachlichkeit" in Mannheim und an der "Internationalen Kunstausstellung 1926" in Dresden. Otto Dix war ein gefragter Künstler und auf dem Zenit seines Schaffens angekommen. Im Jahr 1933 verboten die Nationalsozialisten seine Werke dann und bezeichneten sie als "entartet".
1924 Die Jüdische Gemeinde in Gera
uden waren in Gera seit 1331 nachweisbar und wohnten vermutlich zwischen dem Markt und dem Kornmarkt. Im Mittelalter zählte nur ein Hand voll Menschen zur Jüdischen Gemeinde von Gera, die Im Jahre 1500 sogar zeitweilig aus der Stadt vertrieben wurde. Im jahr 1924 hatte die jüdische Gemainde von Gera etwa 500 Gemeindemitglieder.
1924 Die Greizer Juden
ur jüdischen Gemeinde Gera gehörten auch die in Greiz lebenden jüdischen Personen (im Jahre 1924 waren es 25 Mitglieder). Mehrere jüdische Kaufhäuser und Einzelhandelsgeschäfte waren in Greiz in den 1920er-Jahren und bis nach 1933 im Besitz jüdischer Personen, so das Herrenkonfektionsgeschäft Wiesenthal & Co. (Inh. Karl Wiesenthal; Ecke Thomasstraße/Burgstraße), das Geschäft der Brüder Philipp und Samuel Laßmann (Markt 6), die Schuhmacherei Baruch Reisler (Marktstraße 6), das Schuhgeschäft von Moritz Recher (Brückenstraße 14), das Kaufhaus Wohlwerth (Inhaber Eduard Lippmann, Marktstraße 4). In der Stadt lebten außerdem Familie Leo Popper (Kugelacker 27), Familie Hans Kramer (Mitinhaber der Fa. Franz Müller und Kramer) sowie einige weitere Personen. An Einrichtungen bestanden eine beziehungsweise mehrere Synagogen / Beträume (s.u.), eine jüdische Schule/Gemeindehaus (im ehemaligen Meistergässchen 10 neben dem Walkmühlenplatz; hier inzwischen eine neue Straßenführung; Gebäude nicht mehr erhalten), vermutlich auch ein rituelles Bad oder mehrere Bäder. Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden auf den städtischen Friedhöfen beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der auch als Vorbeter ("Prediger") tätig war.
1924 Rudolf Paul wurde Staatsanwalt in Gera
udolf Paul, geb. am 30. Juli 1893 in Gera und verst. am 28. Februar 1978 in Frankfurt am Main, war Jurist, Politiker (DDP, später SED), 1945 Oberbürgermeister der Stadt Gera und von 1945 bis 1947 Landespräsident (Ministerpräsident) von Thüringen. Er war der Vater von Kristina Gräfin Pilati von Thassul zu Daxberg, geb. Paul, verheiratet mit Rudolf Scharping, dem ehemaligen Bundesverteidigungsminister. Rudolf Paul studierte von 1913 bis 1914 in Berlin und Leipzig Staats- und Rechtswissenschaften. Er leistete im ersten Weltkrieg seinen Militärdienst, setzte 1919 sein Studium in Jena fort und war nach seiner Promotion zunächst Referendar und bis 1923 Gerichtsassessor. 1924 wurde er Staatsanwaltrat in Gera. In Ausübung seines Amtes beabsichtigte er Hitler festzusetzen und als "lästigen Ausländer" abschieben zu lassen. Dazu benötigte er einen Strafantrag des Reichstages, der jedoch vom Reichspräsidenten Friedrich Ebert mit folgenden Worten abgelehnt wurde: "Ich danke Ihnen, dass Sie das Interesse hatten, das Ansehen des Reichstages zu schützen, jedoch der Dreck kommt nicht bis an meine Sohlen." Daraufhin gab er sein Amt als Staatsanwaltrat auf und war von 1924 bis 1934 als Rechtsanwalt und Notar in Gera tätig.
1924 Otto Dix im Zenit des Schaffens
m Jahr 1924 gelang dem Geraer Maler Otto Dix (1891-1969) der endgültige Durchbruch als anerkannter Künstler der deutschen Gegenwart. Der Berliner Kunsthändler Karl Nierendorf verlegte den Kriegszyklus und übernahm in der Folgezeit die geschäftliche Vertretung von Dix. Eine erste Bildmonografie, eingeleitet von Willi Wolfradt, erschien in der Reihe "Junge Kunst" bei Klinkhardt & Biermann. Dann erfolgte seine Beteiligung an der "1. Deutschen Kunstausstellung" in Moskau, Saratow und Leningrad mit 13 Arbeiten und die Mitarbeit an den Mappenwerken "Krieg" und "Hunger" der Internationalen Arbeiterhilfe. Ende des Jahres 1924 kam es zur erfolgreichen Einzelausstellung (Aquarelle und Zeichnungen) im Kronprinzenpalais Berlin.
1924 Neue Sachlichkeit des Otto Dix
m Jahre 1924 zeigte sich ein Paradigmenwechsel im Schaffen von Otto Dix (1891-1969). Der expressive Verismus nahm in der Hinwendung zu altmeisterlicher Lasurtechnik und neutraler Linienprägnanz kühl konstatierende Züge und eine affirmative Tendenz an. Dix wurde zum Meister der Neuen Sachlichkeit, des Stils der stabilisierten Weimarer Republik. Doch sein distanziertes Ja zur Gesellschaft trug er nie ohne Sinn fürs Groteske vor. Seit Herbst 1925 in Berlin, ab 1927 als Professor der Kunstakademie wieder in Dresden, gelang ihm der Durchbruch zu einer herausragenden Figur der Gegenwartskunst. Hauptwerke wurden nun ausschließlich in der Malerei gestaltet. Dix profilierte sich vor allem als Porträtist der Weimarer Boheme und Intellektuellenszene. Den zentralen Motivwelten Krieg und Großstadt widmete er zwischen 1927 und 1932 zwei Triptychen mit komplexen ikonografischen Programmen. Die Zeichnung blieb hingegen den Einzelphänomenen der Wirklichkeit verpflichtet. Gegen Ende der 20er Jahre rezipierte Dix auf der Suche nach einer genuin deutschen Kunst verstärkt Renaissance und frühes 19. Jahrhundert. Das "Neue in der Malerei" war ihm "Steigerung der eben bei den alten Meistern bereits im Kern vorhandenen Ausdrucksformen. Für mich bleibt jedenfalls das Objekt das Primäre, und die Form wird erst durch das Objekt gestaltet." (1927)
1924 Otto Dix und Johanna Ey
ohanna Ey, geb. Stocken, bekannt als Mutter Ey, geboren am 4. März 1864 in Wickrath (heute ein Stadtteil von Mönchengladbach) und verstorben am 27. August 1947 in Düsseldorf, war während der 1920er-Jahre eine bedeutende Galeristin und Förderin moderner Malerei. Johanna Ey stammte aus einfachen Verhältnissen. Als Neunzehnjährige kam sie nach Düsseldorf. Sie war verheiratet und hatte zwölf Kinder, von denen acht jung starben. Nachdem ihre Ehe geschieden worden war, eröffnete sie 1907 in der Nähe der Düsseldorfer Kunstakademie eine Backwarenhandlung und 1910 eine Kaffeestube, die sich zum Treffpunkt von Schauspielern, Journalisten, Musikern und insbesondere Malern entwickelte. Ey war bekannt dafür, dass sie Künstlern und Studenten Kredit gewährte. Noch während des Ersten Weltkrieges eröffnete Johanna Ey eine Galerie am Hindenburgwall (heute Heinrich-Heine-Allee), wo sie zunächst Bilder der akademischen Düsseldorfer Malerschule ausstellte. Nach dem Krieg wurde die Galerie unter dem programmatischen Namen Junge Kunst ? Frau Ey zum Mittelpunkt der Künstlergruppe Das Junge Rheinland. Ey entschied sich nicht aus theoretischen und wohl auch nicht aus wirtschaftlichen Erwägungen für diese Kunst, sondern weil sie mit den Künstlern persönlich befreundet war. In Porträts und Gruppenbildern zahlreicher Maler verewigt, unter ihnen Otto Dix, wurde Johanna Ey als meistgemalte Frau Deutschlands berühmt. Otto Dix hatte sie im Jahr 1924 in Öl auf Leinwand verewigt. Das Bild ist in der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf zu sehen. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten und infolge der Gleichschaltung galten praktisch alle Maler aus dem Umkreis Johanna Eys mit einem Schlag als entartet; die meisten waren überdies politische Gegner des Nationalsozialismus und zum Teil aktiv im Widerstand. 1933 wurden deswegen zahlreiche Bilder aus Ladenbestand und Sammlung der Galerie Ey beschlagnahmt und zerstört. Die Galeristin musste die neuen Räume aufgeben und ebenso wie ihre Künstler zahlreiche Repressalien durch die neuen Machthaber ertragen. Im April 1934 gab Johanna Ey ihre Galerie auf. 1939 schrieb sie in einem Brief: "Ich bin das rote Tuch für die Beamten der Stadt Düsseldorf, weil sie alle bald in die Hose was machen, wenn mein Name genannt wird".
01.1924 Die Geraer Russenküche
m Anfang des Jahres 1924 wurden Geraer Erwerbslose und zahlreiche Rentner durch die Schule in der Geraer Enzianstraße mit Mahlzeiten versorgt. Über dem Eingangsportal stand groß "Russenküche" geschrieben.
01.1924 Streiks in der Geraer Metallindustrie
n den ersten Wochen des Jahres 1924 kam es in Gera erneut zu einer Streikwelle. Diesmal traf es die Geraer Metallindustrie, welche um den Erhalt des 8-Stunden-Tages kämpfte. Die Geraer Gewerkschafter konnten sich gegenüber den Arbeitgebern nicht durchsetzen und so kam es zu ungeliebten Kompromissen. Der 8-Stunden-Tag konnte nicht erhalten werden.
26.01.1924 Feuerwehrjubiläum in Hermsdorf
as 25-jährige Bestehen der Feuerwehr fiel auf Grund des Geldverfalls (Inflation) recht kläglich aus. Eine Spende von 4 ! Millionen Mark wurde für eine Kiste Zigarren ausgegeben, wobei jeder Kamerad 2 Stück erhielt. Täglich wurde das Geld abgewertet und Lebensmittel kosteten irgendwann Milliarden und mehr. Auch die Löhne wurden wegen des Verfalls der Währung nun täglich ausgezahlt, damit der Arbeiter noch etwas damit erwerben konnte. Am nächsten Tag gab es dafür meist nichts mehr.
02.1924 Erste Ansätze des Nazi-Terrors
m Februar 1924 wurde der antisemitische Schriftsteller Arthur Dinter in den Thüringer Landtag gewählt. Als Fraktionsvorsitzender des Völkisch-Sozialen Blocks forderte er als Bedingung der Tolerierung einer bürgerlichen Minderheitsregierung des Ordnungsbundes unter anderem "..., daß die Regierung aus allen Regierungs- und Beamtenstellen Juden bedingungslos entfernt (was im Geraer Stadtrat auch geschah) Im gesetzlichen Sinne verstehen wir unter "Juden" jeden Rassejuden, den Sohn oder Enkel eines Rassejuden oder einer Rassejüdin, einerlei ob getauft oder nicht." Auch weitergehende Forderungen Dinters nach Ausweisung der Ostjuden unter Beschlagnahme ihres Vermögens, Verbot des Vieh- und Getreidehandels, Entlassung beziehungsweise Berufsverbot für jüdische Ärzte, Lehrer, Rechtsanwälte und Notare und dem Verbot des Besuches öffentlicher Schulen für Judenkinder konnten sich im Jahr 1925 noch nicht durchsetzen. Sie zeichneten aber den späteren Weg zur Zerstörung des jüdischen Lebens bereits vor. Unter dem Innenminister Wilhelm Frick wurde 1930 an der Universität Jena ein "Lehrstuhl für Rassefragen und Rassenkunde" geschaffen. Hierdurch sollte die Rassenideologie der Nationalsozialisten auf eine wissenschaftliche Basis gestellt werden (Rassenhygiene). Die Antrittsvorlesung des Lehrstuhlinhabers Hans F. K. Günthers "Die Ursachen des Rassenwandels der Bevölkerung Deutschlands seit der Völkerwanderungszeit" besuchten unter anderem Adolf Hitler und Hermann Göring. Eine weitere Vorreiterrolle nahm das Land Thüringen durch die Gründung eines "Landesamtes für Rassekunde" ein. Die Gründung erfolgte am 15. Juli 1933 in Weimar. Zum Leiter der ersten derartigen Institution auf Länderebene wurde Karl Astel bestellt. Unter seiner Leitung entstand ein "erbbiologisches Archiv", in dem bis 1935 bereits 466.000 Personenakten archiviert wurden. Letztlich wurde jeder dritte Einwohner des Landes hier erfasst. Astel erhielt 1934 seine Berufung an den Lehrstuhl für "Menschliche Züchtungslehre und Vererbungsforschung" der Universität Jena.
10.02.1924 Eine hohe Wahlbeteiligung
n Thränitz bei Gera wurden an diesem Tag auch die Landtagswahlen durchgeführt. Die Wahlbeteiligung war sehr hoch, was verdeutlicht, wie groß das Interesse an der Politik war, denn viele glaubten, dass sie von einer anderen Regierung auf der Wirtschaftskrise geführt würden. In Thränitz waren 128 Menschen wahlberechtigt und von ihnen gaben 115 Ihre Stimme auch ab. Das waren 89,84 Prozent Wahlbeteiligung.
16.03.1924 Gründung der IAH
n diesem Tag wurde auf der erste Reichskonferenz der IAH (Internationale Arbeiterhilfe) beschlossen, aus dem bestehenden Komitee eine Mitgliederorganisation aufzubauen. Kurz danach wurde auch Gera eine Ortsgruppe der IAH gegründet, welche von Horst Sipeer geleitet wurde. Die IAH hatte es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, streikende Arbeiter mit Essen zu versorgen. Da ein großer Teil der Lebensmittel aus der Sowjetunion stammte, bekam die Essenausgabe in der Enzianschule den Beinamen "Russenküche".
31.03.1924 Gera wurde immer größer
esonders das Jahr 1919 war in Gera ein Jahr der Eingemeindungen und so war es nicht verwunderlich, dass die Stadt vor allem flächenmäßig immer größer wurde. Eine Vermessung hatte ergeben, dass es nun 4.256, 66 Hektar waren. (1 Hektar sind 10.000 Quadratmeter)
01.04.1924 Die 2 neuen Geraer Zeitungen
wei Tageszeitungen erschienen erstmalig in Gera. Es handelte sich um die „Ostthüringer Warte“ der Deutschnationalen Volkspartei (DVP) und die „Ostthüringer Arbeiterzeitung“ der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD).
01.04.1924 Eine kommunistische Zeitung
uf Grund einer angeblich immer mehr ansteigende Leserzahl, erschien an diesem Tag die erste "Ostthüringer Arbeiter-Zeitung" als regionales Presseorgan der KPD auch im Kreis Gera.
01.04.1924 Hundesteuer in Trebnitz
in Ortsgesetz in Trebnitz legte die "Hundesteuer" fest. Für einen Bedarfshund (z.B. Wachhund) sind vierteljährlich 0.50 Mark, für den 1. Luxushund vierteljährlich 2.50 Mark und für einen 2. Luxushund waren vierteljährlich 5.00 Mark zu zahlen.
01.04.1924 Es wurde heller in Trebnitz
n Trebnitz begann man mit dem Bau der Straßenbeleuchtung für den Ort. In Gera waren diese Arbeiten schon Jahre zuvor zum Abschluss gelangt.
15.04.1924 Tuberkulosebekämpfung in Gera
n diesem Tag erfolgte die Wiedereröffnung der Tuberkulosestation im Städtischen Krankenhaus im Sanatorium Ernseer Berg.( Tuberkulose, abgekürzt Tbc, ist eine chronisch verlaufende Infektionskrankheit, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Die Krankheitserreger sind Tuberkelbakterien. Das Mykobakterium tuberculosis oder in seltenen Fällen auch das Mykobakterium bovis (zum Beispiel in Rohmilch). Die Tuberkulose betrifft in erster Linie und zu 85 Prozent die Lunge, über die Blutbahn streuend kann sie aber auch alle anderen Organe im Körper befallen, zum Beispiel Lungenfell, Hirnhäute, Knochen, Harnwege, Verdauungstrakt und Haut.)
16.04.1924 Der Museums- und Geschichtsverein
n diesem Tag wurde der Geraer Museums – und Geschichtsverein aus der Taufe gehoben.
18.04.1924 Die Zeugen Jehovas in Gera
m Jahr 1919 nahmen an der Gedächtnisfeier der Zeugen Jehovas in Deutschland 3450 Personen teil. Einige Jahre später war die Anzahl der Teilnehmer am Gedächtnismahl stark angestiegen. Am 18. April 1924 nahmen in Gera 80 Personen teil, 1925 waren es bereits 91 Bibelforscher. 1926 ging die Zahl auf 76 Personen zurück, aber 1927 betrug die Anzahl der Teilnehmer wieder 93 Personen. Für den Zeitraum von 1928 bis 1933 liegen keine Zahlenangaben für Gera vor. Schon 1925 lag die Gemeinde in Gera im ersten Drittel aller aufgeführten Städte. Dresden führte die Auflistung mit 1309 Teilnehmern, in Leipzig waren es 1075, in Zwickau 275 und in Gotha 43 Teilnehmer. Während dieser Zeit wurde von Gera aus durch die Zeugen Jehovas in den umliegenden Orten missioniert. (Quelle Katja Eichert, 2001)
20.04.1924 Krawalle durch die KPD
rotz eines Verbotes kam es in Gera durch die KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) zu Demonstrationen und tätlichen Auseinandersetzungen mit der Polizei.
01.05.1924 Verstoß gegen das Demonstrationsverbot
ie KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) verstieß erneut gegen das Demonstrationsverbot und provozierte damit, wie schon 10 Tage zuvor, Ausschreitungen und Verhaftungen.
01.05.1924 Wiedereröffnung des Sanatoriums
ie am Weinberg gelegene Heilanstalt Milbitz mit Sanatorium, eine Stiftung der Familie Schlutter, die zu diesem Zeitpunkt im Besitz des Landkreises Gera war, wurde nach der Schließung 1923 wiedereröffnet.
16.05.1924 Versteigerung in Hermsdorf
m Freitag, den 16.05.1924, um 09:30 Uhr, erfolgte in der Hermsdorfer Gaststätte "Zum Ratskeller" die Versteigerung eines Grundstückes mit Wohnhaus, Stall und Garten, gemeinschaftliches Eigentum je zur Hälfte, zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft. Zuvor Beteiligte waren der Fabrikarbeiter Karl Otto Bröter und dessen Ehefrau und Anna Liberta Bröter geb. Milker. Der Taxwert betrug 17.000 Goldmark.
21.05.1924 Hochwasser in Gera
nfolge eines heftigen Frühjahrsgewitters kam es an diesem Tag in der Stadt Gera zum Teil zu beachtlichen Wasserschäden. Von einem richtigen Hochwasser konnte allerdings nicht die Rede sein, da es an manchen Stellen lediglich nicht schnell genug abfließen konnte.
26.05.1924 Die HESCHO im Handelsregister
n das Handelsregister beim Thüringischen Amtsgericht Roda wurde unter der Nummer 16 erfolgte der Eintrag für die "Hermsdorf-Schomburger-Isolatoren-Gesellschaft m.b.H. in Berlin, Verkaufsstelle Hermsdorf - Klosterlausnitz. ? Geschäftsführer sind die Direktoren Johannes Dönitz, Friedrich Scheid beide Hermsdorf - Klosterlausnitz, Werner Hofmann in Freiberg, Hans Schmidt in Bautzen, den Kaufleuten Oskar Fuchs, Dr. William Weicker, Otto Walther und Paul Muntschick, sämtliche in Hermsdorf - Klosterlausnitz ist Prokura für die Zweigniederlassung dergestalt erteilt worden, dass ? nur in Gemeinschaft mit einer zweiten zur Zeichnung berechtigten Person ? zeichnen dürfen."
01.06.1924 Helmut Sakowski geboren
eboren wurde er in Jüterbog, sein Vater war allerdings kein einfacher Angestellter als Obersteuerinspektor beim Finanzamt. In den Jahren von 1931 bis 1941 besuchte er die Volks- und Mittelschule in Gera und machte von 1941 bis 1943 eine Ausbildung zum Förster beim Forstamt Katzhütte und Wasungen in Thüringen. Im September 1942 trat er der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) bei, war von 1943 bis zum Kriegsende 1945 bei der Wehrmacht in der Division "Hermann Göring", und vom Kriegsende 1945 bis 1946 Kriegsgefangenschaft in Kyborg (Dänemark). Im Jahr 1946 erfolgte die Rückkehr nach Deutschland, er wurde Hilfsförster in Mansfeld und Bräunrode und trat 1947 der SED bei, was einer politischen Kehrtwende gleich kam. In den Jahren von 1947 bis 1949 war er an der Fachschule für Forstwirtschaft in Stollberg/Thüringen und Kochstedt, von 1949 bis 1951 war er Mitarbeiter im Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, von 1951 bis 1958 war er dann Leiter des Staatlichen Forstwirtschaftlichen-Betriebes in Salzwedel und von 1958 bis 1961 war er als Revierförster in Krumke bei Osterburg tätig.

Zusatzinformationen
04.06.1924 Ein Schuljubiläum
n den Tagen vom 4.bis zum 6. Juni 1924 fanden die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehens der Geraer Hilfsschule statt. Zu Zeiten der DDR trug die Schule den Namen von Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1826), einem Schweizer Pädagogen.
03.07.1924 Ein neuer Fleischer in Hermsdorf
m "Amts- und Nachrichtenblatt für Thüringen" wurde an diesem Tag bekannt gegeben, dass der Hermsdorfer Fleischermeister Franz Lorenz eine "Schlächtereianlage" im Ort errichten wolle. Laut Adressbucheinträgen von 1925 und 1928 befand sich die Fleischerei und Gastwirtschaft des Franz Lorenz in der Bahnhofstraße, später als Fleischerei Schlegel bekannt geworden.
10.07.1924 Das Bankhaus ging an die Stadt
it einem Schreiben, datiert auf diesen Tag, beantragte das Thüringische Finanzministerium in Weimar die Umschreibung des Grundstückes in der Schloßstraße 22, von welchem im Jahre 1909 eine Teilfläche von 104 qm an die Stadt Gera zur Verbreiterung der Schloßstraße veräußert wurde, auf den Staatsfiskus des Landes Thüringen. Dort war seit 1891 ein Bankhaus ansässig. Der entsprechende Grundbucheintrag erfolgte am 30. Oktober 1924. Weitere geringfügige Zu- und Abschreibungen des Grundstücksbestandes erfolgten am 17. September 1935 und am 17. Februar 1938. Bereits am 8. November 1935 war zufolge Antrags des Oberlandesgerichtspräsidenten zu Jena vom 1. Oktober 1935 und gemäß § 3 des Dritten Gesetzes zur Überleitung der Rechtspflege auf das Reich vom 21. Januar 1935 das Grundstück nebst Amtsgerichtsgebäude auf das Deutsche Reich (Reichsjustizverwaltung) umgeschrieben worden. Eine Geschäftsverteilungsübersicht aus dem Jahre 1936 läßt die Organisationsstruktur und die räumliche Zuordnung innerhalb des Hauses deutlich werden. Im Erdgeschoß waren das Anerbengericht, das Entschuldungsamt und die Abteilung für Grundbuchsachen, im 1. Obergeschoß der Amtsgerichtsvorstand, Jugendrichter, Vormundschafts- und Nachlaßgericht, Registergericht, Hinterlegungsstelle, Gerichtskasse sowie die Verteilerstelle für Gerichtsvollzieheraufträge untergebracht. Im 2. Obergeschoß befanden sich die Abteilung für Rechtsstreite, für Zwangsversteigerungen und Zwangsverwaltungen, Konkurs-, Vergleichsverfahren und Entschuldungssachen sowie das Erbgesundheitsgericht. Im 3. Obergeschoß hatten das Arbeitsgericht und die Abteilung für Zwangsvollstrekungen ihr Domizil. Dazu kamen im damaligen und wieder heutigen Landgerichtsgebäude (ehemals Zeppelinstraße 2, heute Rudolf-Diener-Straße 2) im Erdgeschoß die Abteilung für Strafsachen und das gemeinschaftliche Schöffengericht, beide später ebenfalls im Amtsgerichtsgebäude.
19.07.1924 Das Reußische Gauturnfest
n den Tagen des 19. und 20. Juli 1924 wurde in Hermsdorf das Reußische Gauturnfest mit großem Erfolgt organisiert und ausgerichtet. 600 Wettkämpfer traten an beiden Tagen an, 800 Turner und 300 Turnerinnen turnten die Freiübungen. Am Festumzug nahmen auch gut 1500 Personen teil.
20.07.1924 Einweihung des Sommerbad
lle Geraer Schwimmvereine veranstalten zur Eröffnung des städtischen Sommerbades ein Kunst- und Schauschwimmen. Oberbürgermeister Doktor Kurt Herrfurth beziffert die Kosten auf 200.000 Goldmark. Trotz schönstem Wetter war der Eröffnungssprung vom höchsten Turm des Bades, für ein Fräulein Hesselbarth," der Sprung ins kalte Wasser" des Schwimmbeckens, welches nämlich eine Wassertemperatur von nur 16° Celsius hatte.
23.07.1924 Jubiläum der Schützenkompanie
it einem feierlichen Festumzug wurde das 200. Jubiläum der uniformierten  Schützenkompanie Gera begangen.
01.08.1924 Der Hermsdorfer Gemeindevorsteher
n der Zeit von 01. August 1924 bis zum 30. April 1929 wurde Herr Bruno Zschätzsch (Eisenberger Str. 7) als Gemeindevorsteher von Hermsdorf geführt. Er löste im Sommer 1924 Herrn Reinhold Goldberg ab. Stellvertreter und 1. Beigeordneter wurde Franz Thuma (Wielandstr. 4), 2. Beigeordneter wurde Robert Löscher (Schillerstr. 4) und 3. Beigeordneter wurde Ernst Krause (Bergstr. 46). Der Gemeinderat setzte sich wie folgt zusammen: 1. Beigeordneter Franz Thuma, 2. Beigeordneter Robert Löscher, 3. Beigeordneter Ernst Krause. Ratsmitglieder waren: Hermann Brunner, Hermann Fabian, Alfred Gruner, Richard Kaufmann, Artur Kipping, Richard Klaus, Hermann Martin, Willy Martin, Luis Menger, Albin Serfling, Karl Peter, Traugott Plötner, Hermann Schilling.
01.08.1924 Gemeindespaltung beschlossen
ie drei Gemeinden Hermsdorf, Klosterlausnitz und Weißenborn wurden wieder getrennt. Zuvor war im Hermsdorfer Tageblatt vom 09.05.1924 zu lesen: "Die Entschmelzungsfrage beschäftigte abermals eine gestern Abend abgehaltene dringende Gemeindesitzung. Diese hatte sich nötig gemacht, um eine Klärung in dieser Frage herbeizuführen. Denn auch von Klosterlausnitz aus wird eine Trennung von Hermsdorf herbeigewünscht. In dieser Angelegenheit hatten die Herren Gemeindevorsteher Reinhold Goldberg und Gemeinderatsvorsitzenden Jahn im Ministerium eine Besprechung gehabt, worüber Herr Jahn Bericht erstattete. Auch hat Herr Minister Dr. Sattler alle drei Gemeinden besucht. Herr Jahn betonte, dass die Ausgemeindung Weißenborn sicher zu sein scheint. In der Klosterlausnitzer Sache ist, nach dem umfangreichen Aktenstück zu schließen, tüchtig gearbeitet worden. Er hatte eine eingehende Aussprache zwecks Klärung der Frage dringend notwendig. Herr G.-R. Schröter (Kl.) erklärte sich mit seinen Klosterlausnitzer Fraktionskollegen nicht an einer Abstimmung beteiligen zu wollen. Herr Jahn ist für Aufstellung der Bedingungen für den Trennungsfall, welcher Vorschlag verschiedene Redner für und gegen zu Worte brachte. Herr Gemeindevorsteher Goldberg hatte dem Herrn Minister Dr. Sattler die Wünsche Hermsdorfs betr. der zukünftigen Gemeindegrenze unterbreitet, und zwar solle das Siedlungs- und Sportplatzgelände, ferner der Wald bis zur Kieslinie, der Krümme und der Eisenbahnüberführung (Tunnel) zu Hermsdorf geschlagen werden. Schließlich brachte Herr G. - R. Menger (Hermsdorf) folgenden Antrag ein: Der Gemeinderat ist in seiner Mehrheit gegen die Ausgemeindung von Klosterlausnitz. Sollte dieselbe von der Regierung aber durchgeführt werden, so würden die Hermsdorfer Mitglieder der bürgerlichen Fraktion die Entscheidung des Landtages beantragen. Herr G.-R. Martin hatte ebenfalls einen ähnlichen Antrag eingebracht, zog ihn aber dann zurück und stellte nur den Zusatzantrag, dass die zukünftige Grenze bis nach der Kieslinie und dem Tunnel zurückgelegt werden solle. Die Klosterlausnitzer Herren der bürgerlichen Fraktion verließen hierauf die Sitzung. In der schriftlichen Abstimmung wurden 18 Zettel mit Ja (gegen die Ausgemeindung) und ein unbeschriebener Abgegeben."
03.08.1924 Störung der Kriegsgedenkfeier
rneut kam es zu Ausschreitungen durch die Kommunisten. Die auf dem Markt veranlasste Gedenkfeier wurde massiv gestört. Die Anhänger der KPD (Kommunistisch Partei Deutschlands) begannen während einer Gedenkminute Arbeiterlieder zu singen. Berittene Polizei trieb die Kommunisten schon zu Beginn der Veranstaltung auseinander.
07.08.1924 Günther Grewe geboren
eboren wurde Günther Grewe in Essen-Borbeck, sein Vater war Grubenangestellter. Als Kind besuchte er die Mittelschule und machte zu Beginn des Zweiten Weltkrieges in den Jahren von 1939 bis 1941 eine Ausbildung zum Elektroinstallateur. In den Jahren von 1942 bis zum Kriegsende 1945 diente er in der Wehrmacht als Obergefreiter. Von 1945 bis zum Jahr 1949 arbeitete er als Elektroinstallateur und als Geschäftsführer und Prokurist. Im Jahr 1945 erfolgte der Eintritt in den FDGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund) und 1946 in die CDU. Drei Jahre nach Kriegsende, 1948, war er einer der Mitbegründer der Volkskongressbewegung in Thüringen und besuchte die Landesschule für Nationale Politik in Eisenach.

Zusatzinformationen
15.08.1924 Wolkenbrüche über der Stadt
n den Tagen vom 15. und 16. August kam es in Gera wieder einmal zu heftigen Wolkenbrüchen und Gewittern. Danach hatten zahlreiche Geraer mit dem entstandenen Hochwasser zu kämpfen und beklagten Schäden an den Gebäuden.
24.08.1924 Hochwasser in Liebschwitz
chon im Jahr 1784 war die Liebschwitzer Brücke durch eine winterliche Eisfahrt schwer beschädigt worden. Nun hatte ein Hochwasser der Brücke wiederum so zugesetzt, dass man sich zum Abriss entschloss und sie durch einen Stahlbetonbau ersetzte.
24.08.1924 Motorradrennen in Gera
eweils im August hatte es in den Jahren von 1924 bis 1928 eine sogenannte Dauerprüfungsfahrt in Form eines Motorradrennens gegeben. Das Rennen wurde vom ein Jahr zuvor gegründeten „Motorradclub“ veranstaltet. Das Clublokal war das zu dieser Zeit noch betriebene „Cafe` Fürst Heinrich“ in der Wiesestraße, später Ecke „Karl-Marx-Allee“. Fürst Heinrich XXVII Reuß., selbst ein leidenschaftlicher Motorradliebhaber, hatte für das erste Rennen am 24. August 1924 einen Ehrenpreis gestiftet. Das Rennen war für Motorräder aller Klassen und Leistungsstärken ausgeschrieben, um möglicht vielen Rennfahrern die Teilnahme zu ermöglichen. Die erste Runde hatte eine Länge von 38,53 Kilometern und führte vom Start in Pöppeln (später der Stadtausgang nach Ernsee) über das Waldhaus, Weißig, Hohe Reuth, Großebersdorf, Lederhose, Tautendorf, Kreuzstraße nach St. Gangloff, Klein- und Groß-Saara und Geißen bis zur Gaststätte Waldhaus. Dort war bei allen Rennen Start und Ziel. An der Hohen Reuth befanden sich beim ersten Rennen zum einen das ersatzteil-Depot und zum anderen die Rennstreckentankszelle. Der erste Sieger kam aus Chemnitz und hieß Walfried Winkler, welcher eine DKW fuhr. Ein Jahr später konnte er seinen Sieg wiederholen und wurde der erfolgreichste deutsche Motorrad-Rennfahrer der Vorkriegszeit. Zudem gelang es ihm, zahlreiche Weltrekorde aufzustellen.

Zusatzinformationen
31.08.1924 Schwimmfest im Sommerbad
m Geraer Sommerbad in der Forststraße, später "Am Sommerbad" genannt, fand ein Werbeschwimmfest der bekannten "Freien Schwimmer" statt. In den Anfangsjahren wurden zahlreiche Sportveranstaltungen wie auch Wasserballpartien dort ausgetragen. Das Bad musste den Sanierungsarbeiten zur Austragung der Bundesgartenschau 2007 leider weichen.
09.1924 Ein neuer Generalintendant am Theater Gera
m Herbst 1924 übernahm Walter Bruno Iltz, welcher vom Staatlichen Schauspielhaus aus Dresden gekommen war, den Posten des Generalintendanten am Reußischen Theater. Der Fürstliche Erbprinz Heinrich XLV. hatte ihn nach Gera geholt.
14.09.1924 Abstimmung zur Wiederausgemeindung
m Stadtteil Ernsee stimmten 60,7 % in einer Volksabstimmung für die Wiederausgemeindung aus Gera. Das Thüringer Ministerium entschied aber, das es keine Wiederausgemeindung geben werde, da Ernsee auf Grund seiner Lage zwischen Gera und Fankenthal sich nicht isolieren könne und eine Volksabstimmung der Bewohner in Frankenthal, Windischenbernsdorf und Scheubengrobsdorf die Ausgemeindung von Gera abgelehnt hätten.
14.09.1924 Wie das Schreberheim entstand
estiegene Ansprüche an Vereinsleitung und den Landesverband der Kleingärtner waren der Grund, eine besondere Geschäftsstelle einzurichten. Ein eigenes Heim sollte her in Gera. Durch sogenannte Arbeitergroschen in Form von Bausteinmarken konnten die Mittel für das Schreberheim bereitgestellt werden. Im September 1924 legte man den Grundstein dafür an der Teichwiese im Ostviertel. Im Jahr 1927 wurde das Schreberheim durch einen Saal erweitert und es entstand eine Gaststube.
10.1924 Dr. Schink zog um
er aus Ostpreußen eingewanderte Arzt Dr. Reinhold Schink zog mit seinem privaten Röntgeninstitut und seinen sieben Assistenten von der Schleizer Straße, später die Heinrichstraße, in das Gebäude der allgemeinen Ortskrankenkasse in der Pönertstraße 16, später Dr. Friedrich-Wolf-Straße, um.
10.1924 Die ehemalige Reithalle
n der Geraer Innenstadt gab es bis zum Jahr 1924 eine Reithalle. Im Oktober des Jahres war diese Reithalle in der De-Smit-Straße durch die Geraer Firma Walther, Bach & Co. für Versteigerungsveranstaltungen umgebaut worden. Diesen Zweck erfüllte die halle dann auch einige Jahre.
01.10.1924 Gera wurde kleiner
ie Orte Töppeln und Laasen, welche bis zu diesem Zeitpunkt zur Stadt Gera gehörten, wurden an diesem Tag wieder ausgemeindet.
05.10.1924 Zwei Volksabstimmungen
ine Volksabstimmung fand in diesem Oktober im Stadtteil Frankenthal unter der Bevölkerung statt. Im Ergebnis zeigte sich, dass 11:243 Stimmen gegen Ausgemeindung aus Gera waren. Im Stadtteil Scheubengrobsdorf war das Ergebnis ähnlich deutlich. Dort gab es 10:100 Stimmen gegen Ausgemeindungsbestrebungen.
12.10.1924 Der AOK - Neubau
ie Einweihungsfeier für das Gebäude der AOK (Allgemeine Ortskrankenkasse) in der Pönertstraße (heute Friedrich-Wolf-Straße) mit Verwaltungsgebäude, Licht- und Röntgenheilanstalt, Zahnärztlichem Institut und Badeanstalt fand statt. Die Bauausführung lag bei dem Geraer Architekten Carl Zänker.
14.10.1924 Behördenarbeit im Jahr 1924
eim Thüringischen Kreisdirektor Roda, als der zuständigen Enteignungsbehörde, lagen in der Zeit vom 24.09.1923 bis 06.10.1923 eingereichte Unterlagen zur öffentlichen Einsicht aus. Die Porzellanfabrik Hermsdorf beabsichtigte die Erweiterung ihres Versuchsfeldes. Diese Angelegenheit erstreckte sich über längere Zeit. Für den 16.09.1924 wurde der Entschädigungstermin angesetzt, jedoch nochmals auf den 14.10.1924, 09:30 Uhr verschoben.
15.10.1924 Schuljubiläum
ie „Enzianschule“ in Gera feierte ihr 50. Jubiläum der Gründung mit einem feierlichen Festakt.
18.10.1924 Musik und Tanz
ie Geraer Kommunisten veranstalteten an diesem Tag im Gasthof Kaimberg einen bunten Abend mit Gesang, Rezitationen, Musik und Tanz. Alle Möglichkeiten, die Menschen gegen die Nazis einzustellen, wurden von den Kommunisten genutzt.
31.10.1924 Aus dem Handelsregister
n das Handelsregister beim Thüringischen Amtsgericht Eisenberg wurde unter Nummer 13 für "Gewerkschaftshaus GmbH in Hermsdorf" der Beschluss der Vollversammlung vom 27.09.1924 eingetragen, wonach aufgrund der Umstellung auf Goldmark, sich das Stammkapital auf 1100 Goldmark ermäßigt hatte. Der § 4 des Gesellschaftsvertrages wurde entsprechend geändert.
11.1924 Das Säuglingsheim in Gera
m November 1924 wurde in Gera das erste städtische Säuglingsheim feierlich eröffnet. Dank des medizinischen Fortschritts hatte die Säuglingssterblichkeit in den letzten Jahrzehnten rapide abgenommen und auch die Säuglingspflege hatte sich verbessert.
11.1924 Geflügel wurde gezeigt
ller Ortens gab es schon zu dieser Zeit Geflügelzüchter. Die einen betrieben die Zucht als Nebenerwerb und andere wiederum hatten einen Beruf daraus gemacht. In Gera kam es in diesem Monat zur dritten Thüringer Landesgeflügelschau auf dem Debschwitzer Schützenplatz.
06.11.1924 Separation in Thränitz
er Präsident des Landeskulturamtes in Merseburg gab den Beschluss zur "Zusammenlegungssache" der dem Zwang der Separation (Zusammenlegung) unterliegenden Grundstücke der Flur Thränitz bekannt. Zu dieser Zeit waren die landwirtschaftlichen Acker- und Nutzflächen meist in viele Parzellen unterteilt, sodass der Agrarmaschineneinsatz keinen Sinn mehr machte und die Arbeitswege der Bauern von einer Parzelle zur anderen ineffektiv waren. Das Kulturamt in Naumburg an der Saale hatte sich gutachtlich darin geäußert, dass die Separation, deren Zulässigkeit zweifelsfrei festgestellt war, der Förderung und der Ertragskraft der Landwirtschaft dienlich war. Auch sollte nun ein Regulierungskostensatz in Höhe von 35,- RM (Reichsmark) je Hektar (10.000 Quadratmeter) zu entrichten sein.
09.11.1924 Rote Frontkäpfer aus Gera
um Jahrestag der Novemberrevolution demonstrierten 5.000 Mitglieder des Roten Frontkämpferbundes (RFB) in Gotha. Die Teilnehmer kamen aus vielen Teilen Thüringens, auch aus Gera, an diesem Sonntag zusammen
12.1924 Es wurde gewählt und gezählt
ewählt wurde in diesem Monat der neue Deutsche Reichstag, bei dem auch Gera und das Fürstentum Reuß Abgeordnete stellte. Gezählt wurde das Vieh in Gera. Beides wurde in Gera unter einer Schlagzeile in der Presse verbreitet.
12.1924 Landtagswahl und die Macht Hitlers
ach Abbüßung seiner Festungshaft im Dezember 1924 erhielt Adolf Hitler in fast dem gesamten Deutschland ein Redeverbot. Bei der vorangegangenen Thüringer Landtagswahl 1924 aber, erhielten der "Thüringer Ordnungsbund" und die "völkischen Parteien" die Mehrheit. Die "Vereinte Völkische Liste" bekam in Gera 6.905 von 50.531 Stimmen. Daher wurde es rechtlich für Adolf Hitler doch möglich, sich öffentlich politisch zu betätigen. Er löste dann im Februar 1925 die NSDAP aus dem Bündnis, gründete die Partei neu und begann mit der Reorganisation zu einer Führerpartei, mit dem vorrangigen Ziel der legalen Machtübernahme.
18.12.1924 Werner Simsohn geboren
erner Simsohn war der Sohn von Julius Simsohn (1888-1944) und wurde einer der Geraer Ehrenbürger. Seinen Recherchen war zu verdanken, dass das Schicksale vieler Geraer Juden und Opfer der Nazi-Diktatur nicht in Vergessenheit gerieten. Sein Vater war in Auschwitz von den Nationalsozialisten ermordet worden. Werner Simsohn veröffentlichte seine Erkenntnisse schriftlich in drei Bänden in Gera. Während der Arbeit an Teil 4 verstarb er am 6. Februar 2001 in seiner Heimatstadt Gera.
24.12.1924 Eine Wärmehalle für Gera
m Heiligen Abend des Jahres 1924 wurde in Gera eine Wärmehalle eröffnet. Die war besonders für die Geraer wichtig, welche zu Fuß in der Stadt unterwegs waren und sich dringend einmal aufwärmen mussten oder auch wollten. Zu finden war sie in der Amthorstraße bei der späteren Puppenbühne.
29.12.1924 Das Geld der Bauern war knapp
er Präsident des Landeskulturamtes in Merseburg hatte am 6. November 1924 den Beschluss zur Separation (Zusammenlegung) unterliegender Grundstücke der Flur Thränitz bekannt gegeben. Zu dieser Zeit waren die landwirtschaftlichen Acker- und Nutzflächen meist in viele Parzellen unterteilt, sodass der Agrarmaschineneinsatz keinen Sinn mehr machte und die Arbeitswege der Bauern von einer Parzelle zur anderen ineffektiv waren. Das Kulturamt in Naumburg an der Saale hatte sich gutachtlich darin geäußert, dass die Separation, deren Zulässigkeit zweifelsfrei festgestellt war, der Förderung und der Ertragskraft der Landwirtschaft dienlich war. Auch sollte nun ein Regulierungskostensatz in Höhe von 35,- RM (Reichsmark) je Hektar (10.000 Quadratmeter) zu entrichten sein. Da die Grundstücksbesitzer in Thränitz sich dahin gehend äußerten, dass sie nicht in der Lage wären, die entstehenden Kosten für die Separation zu tragen, wurden sie vom preußischen Kulturamt in Naumburg darauf hingewiesen, dass der Kostensatz von 35 RM je Hektar ein weitgehendes Entgegenkommen sowohl des Thüringischen als auch des Preußischen Staates sei und dass ein Hinausschieben der Angelegenheit zur Folge haben würde, dass die Kostenpauschale nicht mehr nach dem alten, sondern später nach dem neuen Staatsvertrag erhoben würde, was den zu zahlenden Betrag um ein mehrfaches erhöhen könnte.
1925 Das älteste Gewerbe der Welt
n den Jahren 1925/26 existierten in Gera neun Bordelle. Es wurden zudem 147 kontrollierte Prostituierte in der Stadt Gera vermerkt.
1925 Eine neue Wohlfahrtskasse für die Straßenbahner
m Jahr 1908 war der Versuch gescheitert, nun wurde wieder eine Wohlfahrtskasse ins Leben gerufen. Diese sollte in all jenen Fällen, in denen Belegschaftsmitglieder unverschuldet in Not geraten waren, helfen.
1925 Ein neuer Geraer Professor
n diesem Jahr erhielt der bekante Geraer Arzt Hans Simmel an der Universität in Jena die Ernennung zum Professor. Der jüdische Arzt emigrierte später aus Furcht vor den Nazis in die USA.
1925 Die Hölle wurde frei gelegt
ine mittelalterliche Fernverbindung aus der Stadt heraus, welche da noch über den Martinsgrund führte, wurde einst "Hölle" genannt, weil sie dunkel, feucht und durch ihren Knüppelbelag schwer passierbar war. Ab 1820 führte die Straße, die spätere Waldstraße, dann aus der Stadt und die Hölle war vorerst vergessen worden. Erst ein Hochwasser des Jahres 1925 spülte einen Teil des alten Knüppelweges wieder frei, welcher etwa einen halben Meter unter dem nun trockenen Flussbett lag. Die meist armdicken Knüppel wiesen noch erhebliche Radspuren aus dem Mittelalter auf. Das war ein Zeichen dafür, wie stark befahren die Straße damals war.
1925 Telefon im Waldkrankenhaus
eit diesem Jahr hatte das Geraer Krankenhaus im Stadtwald eine automatische Telefon-Anlage, eine Stenotypistin und eine eigene Kassenverwaltung, denn es musste sich finanziell selbst tragen. Soll und Haben sollen immer überein gestimmt haben zu dieser Zeit.
1925 Eine massive Elsterbrücke
m Jahr 1701 hatte man im späteren Geraer Stadtteil Liebschwitz eine Holzbrücke über die Elster errichtet. Diese befand sich in unmittelbarer Nähe der Zoitzmühle. Nun kam es zum Bau der ersten massiven Brücke, da die aus Holz errichteten Bauwerke durch die häufigen Hochwasser und Eisgänge im Winter immer wieder stark beschädigt worden waren. Erst im Vorjahr war die Holzkonstruktion durch Hochwasser zu Schaden gekommen. Nun wurden Nägel mit Köpfen gemacht.
1925 Die Sommerleithe in Gera Lusan
n der Siedlung Lusan ließ der Gemeinnützige Bauverein für Reuß jüngere Linie nach dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) 94 Häuser in ländlichem Charakter errichten, die in größerem Umfang Gartenwirtschaft und Kleintierzucht gestatteten. Die Siedlung war vor allem für die Kriegsbeschädigten bestimmt und wurde in diesem Jahr nach der alten Flurbezeichnung in "Sommerleithe" benannt. Als Sommerlehne oder Sommerleithe wurde der nach Süden gerichtete Abhang einer Höhe bezeichnet.
1925 Am Büchsenberg
ls die Straße in Taubenpreskeln in den 1920er Jahren angelegt wurde, besstandn dort noch ganz andere Ansprüche an Verkehr und Verbindung. Die idyllische Lage sorgte in der Neuzeit einige Probleme, vor allem für Versorgungsfahrzeuge. Die von Alt-Taubenpreskeln nach Zwötzen führende Straße wurde "Am Büchsenberg" genannt.
1925 Ein Geraer in der Sowjetunion
n der 1. deutschen Arbeiterdelegation in die UdSSR (Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken) nahm auch ein namentlich bekannter Geraer Arbeiter teil. Es handelte sich um das Mitglied der KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) Paul König.
1925 Die Einwohnerentwicklung von Weida
m das Jahr 1000 drangen deutsche Siedler in das bis dahin vorwiegend von Slawen bewohnte Gebiet des späteren Ortes Weida vor. Sie rodeten Wälder und betrieben Feldwirtschaft. Der erste Vogt Erkenbert I. kam nach Veitsberg (Wünschendorf). Sein Sohn Erkenbert II. begann mit dem Bau der Altstadtburg, die etwa am Standort des Freihauses auf dem Wieden gestanden haben soll. Bereits 1209 wurde Weida in einer Urkunde als Stadt (civitas) bezeichnet. Damit ist Weida die älteste Stadt des Thüringer Vogtlandes. Aber erst ab 1836 wurden die Einwohner Weidas zahlenmäßig erfasst. Die erste Zählung ergab 3481 Einwohner. Im Jahr 1925 waren es dann 10.040 Weidaer.
1925 Im Geraer Waldtheater
ei Veranstaltungen des Waldtheaters Heldendank, die vorwiegend an Sonntagen und in den Sommermonaten stattfanden, strömten die Zuschauer von allen Seiten herbei. Sie kamen alle zu Fuß und füllten Bänke und Bergeshang, sie suchten Entspannung, Freude und Erholung und fanden sie. Nicht unerwähnt sollen viele Berichte bleiben, die über "verregnete Sommer, ungünstiges Wetter und kalte Tage" berichteten, die den Spielbetrieb des Theaters sehr ungünstig beeinflusst haben sollen. Nicht umsonst hieß dieser Bergeinschnitt im Volksmund auch "das kalte Loch". Finanzielle Schwierigkeiten in vielen Bereichen gab es auch zur damaligen Zeit, so musste das Theater Anfang der dreißiger Jahre schließen und wurde 1934 abgebaut. Auch den Gedanken an den Geist der verlorenen Kriege und die Fürsorge der Kriegsopfer verdrängte damals der neu aufstrebende Staat mit seinen politischen Zielen. "Heldendank" war dem Verfall preisgegeben. Seit dieser Zeit wurde dieser Waldkessel gern als Abenteuerspielplatz der Untermhäuser Kinder oder als Ausflugsziel Geraer Spaziergänger angenommen, was sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut. Nach dem 2.Weltkrieg wurde der Taleinschnitt mit zum Sperrgebiet der sowjetischen Armee erklärt. Der Wald wurde in dieser Zeit zur Militärausbildung des Wachpersonals und der Kraftfahrer des nahen sowjetischen Militärkrankenhauses (ehemals Milbitzer Heilanstalten) mit einbezogen. Mitte der achtziger Jahre wurde ein Teil des Gebietes eingezäunt und als Schießplatz der Geraer Volkspolizei in Besitz genommen. (Bernd Rotter - Untermhaus)
1925 Ehemalige Geraer Militärvereine
n einer Festschrift zur Einweihung des Geraer Kriegerdenkmals am Theater, erschien eine Aufzählung der ehemaligen Geraer Kriegs- und Militärvereine. Aufgeführt waren folgende Vereine: Kriegerverein Gera, Militärverein Gera, Verein ehemaliger 94er, Verein ehemaliger Kavalleristen, Verein ehemaliger Artilleristen, Krieger- und Militärverein "Parole", Verein ehemaliger 72er, Marineverein, Ortsgruppe Gera des Deutschen Offizier-Bundes, Krieger- und Militärverein Pforten, Krieger- und Militärverein Zwötzen, Kriegerverein Untermhaus, Krieger- und Militärverein Milbitz, Krieger- und Militärverein Debschwitz, Militärverein Untermhaus, Krieger- und Militärverein Tinz, Krieger- und Militärverein Lusan, Krieger- und Militärverein Dürrenebersdorf.
1925 Die jüngste Ballettmeisterin Deutschlands
vonne Georgi gehört mit Gret Palucca und Hanya Holm zu den bekanntesten Schülerinnen von Mary Wigman und hat über Jahrzehnte als Tänzerin, Choreographin und Ballettmeisterin entscheidende Impulse gegeben. Sie wurde am 29. Oktober 1903 als Tochter eines angesehenen Arztes und seiner über zwanzig Jahre jüngeren französischen Ehefrau in Leipzig geboren. Zur Spielzeit 1925/26 wird sie jüngste Ballettmeisterin Deutschlands am Reußischen Theater in Gera. Sie verstarb als Professorin am 25. Januar 1975 in Hannover.
1925 Der Landkreis Gera in seiner Entwicklung
achdem 1920 das neue Land Thüringen gegründet worden war, kam es 1922 zu einer umfassenden Gebietsreform. Der Landkreis Gera entstand aus zahlreichen zersplitterten Territorien entlang von Weißer Elster und Weida. 108 Orte kamen aus dem Neustädter Kreis des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach (Neustadt an der Orla, Weida), 64 Orte aus dem Volksstaat Reuß, zu dem auch Gera gehörte, 51 Orte aus dem Altenburger Landratsamt Ronneburg und vier Orte aus dem Altenburger Landratsamt Roda. Gera wurde kreisfreie Stadt, blieb aber dennoch bis 1952 Sitz der Kreisverwaltung. Städte im Landkreis waren Auma, Neustadt an der Orla, Triptis, Weida, Bad Köstritz und Ronneburg, dazu kamen 221 weitere Orte. 1925 hatte der Landkreis 88.345 Einwohner, 1939 waren es 95.301 auf einer Fläche von 731,89 km² im Jahr 1925 und 752,80 km² im Jahr 1939. 1950 hatte der Landkreis 113.841 Einwohner.
1925 Otto Dix in Mannheim
eit dem Jahr 1924 gehörte der in Gera/Untermhaus geborenen Maler Otto Dix zur anerkannten Elite deutscher Kunstschaffender. In den Jahren 1925 und 1926 beteiligte er sich an der programmatischen Ausstellung "Neue Sachlichkeit" in Mannheim und an der "Internationalen Kunstausstellung 1926" in Dresden.
1925 Otto Dix und die Tanz-Diva
n seinem Düsseldorfer Atelier malte in diesem Jahr der bekannte Geraer Maler Otto Dix das Porträt der zu dieser Zeit schon schwer drogenabhängigen Tänzerin Anita Berber. Er fertigt auch eine Zeichnung ihres Kopfes an. Sie stand komplett nackt für Otto Dix Modell, der sie so alt malte, wie sie nie wurde, ausgezehrt, eingefallen, faltig, der Mund blutrot, der Teint blass und die Augen todesdunkel. Das Bild wurde im Dürerjahr 1928 von der Stadt Nürnberg für die Städtische Kunstsammlung angekauft. Nach 1933 wurde es als entartet entfernt. Neuzeitlich ist es im Kunstmuseum Stuttgart zu sehen. (Anita Berber, geboren am 10. Juni 1899 in Leipzig und verstorben am 10. November 1928 in Berlin, war eine deutsche Tänzerin, Schauspielerin und Selbstdarstellerin. Anita Berber starb im Alter von 29 Jahren im Berliner Bethanien-Krankenhaus an den Folgen ihrer Tuberkulose.)
1925 Otto Dix zog es nach Berlin
m Herbst des Jahres 1925 verließ der Geraer Maler Otto Dix (1891-1969) Düsseldorf und sein dort befindliches Atelier siedelte er nach Berlin über. Im gleichen Jahr hatte er im Frühjahr sein berühmtes Bild der drogenabhängigen Tänzerin Anita Berber (1899-1928) angefertigt.
1925 Die Liebschwitzer und ihr Glaube
n den ersten fast drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurde in der Liebschwitzer Kirchengeschichte nicht viel dokumentiert, mal abgesehen von der Restauration der Turmuhr im Jahr 1900. Im Jahr 1925 wurde aber aufgezeichnet, welche Religionszugehörigkeit die 1043 Einwohner hatten. Demnach waren 771 evangelisch, 44 katholisch, 2 evangelisch reformiert, 10 neuapostolisch und 212 Einwohner bekannten sich zu gar keinem Glauben. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 häuften sich dann aber die Kirchenaustritte und ab 1945 setzte sich der Trend dann stärker fort.
1925 Otto Dix ging nach Berlin
uf Betreiben des Kunsthändlers Karl Nierendorf siedelte die kleine Familie von Otto Dix, er und seine Frau hatten eine zweijährige Tochter namens Nelly, von Düsseldorf nach Berlin über.Noch im Jahr 1925 beteiligte sich der inzwischen in Künstlerkreisen hoch angesehene Maler an der begriffsbildenden Ausstellung "Die Neue Sachlichkeit" in Mannheim. Schon 1926 wurden seinen Werken erste größere Einzelausstellungen in Berlin und München gewidmet. Dix wurde damit auch als Porträtmaler in Deutschland bekannt.
1925 Inflation und Turnen
urch die Inflation, die Geldabwertung in den 1920er Jahren, hatte der Leumnitzer Turnverein so gut wie keine Mittel mehr, denn es war schlichtweg nicht mehr bezahlbar. Daher kam man auf die Idee eine Warenlotterie zu veranstalten. Die Einnahmen aus den Losen erbrachten immerhin 9000 Goldmark, was als Grundstock für eine neue Turnhalle bereitgestellt wurde.
1925 Die Polizei in Liebschwitz
is zum Jahr 1925 waren der örtliche Polizeidiener, Schutzmann, Gendarm oder wie noch im 19. Jahrhundert der Gemeindediener mehr oder weniger als Helfer des Gemeindevorstehers oder des Bürgermeisters zu sehen. Sie hatten auf dessen Anweisung Strafsachen nachzugehen und mussten Anzeigen abgeben. Handelte es sich aber um schwerere Strafsachen, dann musste der Bürgermeister die Kreishauptmannschaft Zwickau, später auch Werdau, davon in Kenntnis setzen, denn Liebschwitz gehörte noch zu Sachsen. Als die Gemeinde Liebschwitz schließlich 1928 zu Thüringen und damit zum Landkreis Gera kam, wurde die örtliche Gendarmeriestation mehr auf eine staatliche Ebene gestellt.
1925 Die Religionszugehörigkeit der Geraer
n der Geraer Bevölkerung gab es unterschiedliche Religionsbekenntnisse. Bei der Volkszählung im Jahr 1925 wurde festgestellt, das in der Stadt 66.244 evangelische Christen (81,4%), 2053 katholische Christen (2,5%), 162 andere Christen (0,2%), 510 Israeliten (Juden) (0,6%) und 12.433 Menschen anderer Glaubensrichtungen (15,3%) leben. Das ergab eine Zahl von 81.402. Somit waren bei Gesamteinwohnerzahl von 81.993 noch 591 ohne Glaubensbekenntnis.
1925 Die Beschäftigten der Textilindustrie
pätestens seit der Mitte des 16. Jahrhunderts war der Zweig der Textilindustrie bestimmend für Gera und prägte in den folgenden Jahrhunderten das Bild der Stadt nachhaltig. Wie die Textilverarbeitung die Stadt veränderte zeigte sich an den Zahlen der Beschäftigten in Webereien, Färbereien, Tuchmachereien, Zeugmachereien oder Wirkereien in Gera. Im Jahr 1835 arbeiteten 582 Menschen in der Textilindustrie und 90 Jahre später waren es schon 9997.
1925 Geboren, verheiratet, verstorben in Gera
m Verlaufe des 19. Jahrhunderts hatte man auch in Gera damit begonnen, statistische Werte zu erheben, um Vergleichszahlen für die Geburten, die Eheschließungen und die städtischen Sterbefälle zu erhalten. Im Jahr 1925 wurden in Gera 1270 Kinder geboren, es wurden zudem 708 Ehen geschlossen und 817 Menschen verstarben.
1925 Die Geraer Schulen
m Jahr 1925 gab es in Gera 13 Grundschulen, davon 6 ein- bis vierklassig), eine katholische Schule (vierklassig), ein Gymnasium (4. bis 13. Klasse), ein Lyzeum (Mädchenschule), eine Aufbauschule (7. bis 10. Klasse), eine Handelsmittelschule (4. Klasse), eine Sonderschule (4. Klasse) und eine Gemeinschaftsschule (1. bis 8. Klasse).
1925 Gera hatte etwa 81.000 Einwohner
urch ein Notgesetz wurden zum 1. Januar 1919 zehn umliegende Gemeinden, darunter Untermhaus, Pforten und Zwötzen, nach Gera eingemeindet. Weitere sieben Orte folgten dann im Jahr 1922, dazu gehörte Ernsee und 1923 Windischenbernsdorf und Frankenthal. Diese zahlreichen Eingemeindungen vergrößerten die Einwohnerzahl der Stadt von etwa 45.000 im Jahr 1917 auf 81.402 im Jahr 1925. Einige Gemeinden protestierten scharf gegen ihre Eingemeindung, so dass in den beiden Jahren 1924/25 vier Orte wieder ausgemeindet wurden. Seit 1920 gehörte Gera dem neu gegründeten Land Thüringen an, in dem es ab 1922 einen eigenen Stadtkreis bildete.

1925 Veränderungen am Gymnasium
uch am Gymnasium Rutheneum (Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608) wurden zu dieser Zeit realgymnasiale Klassen eingerichtet. Sie umfassen 1927/28 ca. 50 Prozent der Schüler. Damit blieb die Schule funktionsfähig und eine Vereinigung mit dem Realgymnasium wurde abgewendet.
1925 Die Feuerwehr in der HESCHO
ie Erstausrüstung der Fabrikwehr in der HESCHO (Hermsdorf-Schomburg-Isolatoren-Gesellschaft) bestand aus einer Handdruckspritze, einer Anstellleiter, einem Schlauchwagen, Steigleitern, einem Steigwagen und einem Rettungsschlauch. Zusätzlich wurden die erste Klein-Motorspritze, die später von der Gemeinde Kraftsdorf gekauft wurde, und eine 18 Meter Magirusleiter beschafft. Herr Max Walter war inzwischen als Kommandant tätig. Er setzte die Arbeit von Oberdreher Eck (1913-1919) und Aufseher Ernst Schlegelmilch (1919-1924) fort.
1925 Die Hermsdorfer Turnerinnen
n den Jahren von 1925 bis 1931 war Herr Werner Kraft zum Frauenturnwart des Turnvereines "Gut Heil" bestimmt worden. Der Turnverein war Als Männerturnverein schon in den 1880er Jahren gegründet worden. Die Frauenabteilung kam erst sehr viel später hinzu. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden überall in Deutschland Turn- und Sportvereine gegründet, die zumeist der Arbeiterschaft nah standen.
1925 Ein Geraer Schoder-Bau
hilo Schoder, geboren am 12. Februar 1888 in Weimar und verstorben am 8. Juli 1979 in Kristiansand, Norwegen; vollständiger Name: Karl Wilhelm Thilo Schoder, war ein deutscher Architekt, der ab 1932 in Norwegen lebte und arbeitete. Im Jahr 1916 wurde Schoder für die Firma Golde in Gera als künstlerischer Beirat tätig und siedelte nach Gera über. Mit zahlreichen Entwürfen und dem Bau eines Fabrikgebäudes realisierte Schoder die Verbindung von künstlerischer und industrieller Produktion. Nach Ende des Ersten Weltkrieges entwickelte sich Schoder zu einem bedeutenden Architekten des Neuen Bauens im Osten Thüringens. Er wurde 1919 in den Deutschen Werkbund und 1922 in den Bund Deutscher Architekten berufen. In den Jahren von 1925 bis 1926 realisierte er das Wohnhaus des bekannten Geraer Teppichfabrikanten Gerorg Halpert in der Kurt-Keicher-Straße 11.

1925 Das Wohnhaus Halpert
ach Plänen Thilo Schoders, orientiert an Bauten von Frank Lloyd Wright, ließ sich der Teppichfabrikant Georg Harper dieses großbürgerliche Wohnhaus in der Geraer Innenstadt in der späteren Kurt-Keicher-Straße 11 erbauen. Der zweigeschossige Klinkerbau hat große Ähnlichkeit mit der Villa Masur in der Ebelingstraße. Als Baumeister des Anwesens zeichnete Alfred Buchmann verantwortlich. Die Entstehungszeit liegt zwischen den Jahren 1925 und 1926. Das Haus mit Einfriedung und Gartenanlage wurde in den Jahren 1996/99 umfangreich saniert und erhielt 1997 den Denkmalpflegepreis der Stadt Gera.

1925 Das Thüringer Verlagshaus
as multifunktionale Gebäude entstand in den Jahren 1928/1929 nach Plänen des Geraer Architekten Paul Schraps und wurde ein herausragendes Beispiel für den Bauhausstil. Das Grundstück auf dem das Verlagshaus entstand hatte bereits im Jahr 1925 die Leipziger Druckerei AG gemeinsam mit der Gewrrkschaftshaus GmbH und dem Verlag Ostthüringer Tribüne, welche die SPD-nahe Tageszeitung gleichen Namens für Gera und die unmittelbare Umgebung der Stadt herausgab, erworben. Nach der Baufertigstellung im Jahre 1929 zogen sowohl die Redaktion und die Druckerei der "Ostthüringer Tribüne", sowie Verwaltungen von Gewerkschaft und Orts- und Kreisorganisation der SPD dort ein. Am 2. Mai 1933 besetzten SA-Mitglieder das Verlagsheus, sie verwüsteten die Arbeitsräume und schlossen anschließend neben den Büros auch die Redaktion und die Druckerei. Nur knapp vier Wochen später, am 1. Juli 1933, übernahm die NSDAP das Gebäude als Sitz für ihre Kreisleitung. Gleichzeitig diente es als Redaktions- und Druckhaus für die örtliche nationalsozialistische Tageszeitung, den "Geraer Beobachter". Von 1945 bis 1990, von Kriegsende bis zur politischen Wende 45 Jahre später, wurde das geschichtsträchtige Haus wieder als Drucks- und Verlagsheus genutzt, unter anderem für die Herausgabe der "Volkswacht", der Tageszeitung und Organ der SED-Bezirksleitung Gera. In den Jahren 5 und 6 nach der deutschen Wiedervereinigung wurde das Haus grundauf saniert und danach von den Stadtwerken bezogen.

1925 Ein Thilo-Schoder-Bau in Gera
hilo Schoder, geboren am 12. Februar 1888 in Weimar und verstorben am 8. Juli 1979 in Kristiansand, Norwegen; vollständiger Name: Karl Wilhelm Thilo Schoder, war ein deutscher Architekt, der ab 1932 in Norwegen lebte und arbeitete. Im Jahr 1916 wurde Schoder für die Firma Golde in Gera als künstlerischer Beirat tätig und siedelte nach Gera über. Mit zahlreichen Entwürfen und dem Bau eines Fabrikgebäudes realisierte Schoder die Verbindung von künstlerischer und industrieller Produktion. Nach Ende des Ersten Weltkrieges entwickelte sich Schoder zu einem bedeutenden Architekten des Neuen Bauens im Osten Thüringens. Er wurde 1919 in den Deutschen Werkbund und 1922 in den Bund Deutscher Architekten berufen. In den Jahren von 1925 bis 1928 realisierte der Architekt diverse Fabrikgebäude der bekannten Geraer Woll- und Seidenweberei Schulenburg & Bessler.

1925 Die Geraer Sommerleithe
ür eine Wiese am Berghang stand der ursprüngliche Name "Sommerleithe". Als Straße wurde die Sommerleithe erstmals im Jahr 1925 genannt. Die neuzeitliche "Sommerleithe" des 21. Jahrhunderts mit den idyllischen Häuschen und den kleinen Vorgärten befindet sich nicht auf dem bezeichneten Flurstück, sondern dieses ist eine unbebaute Fläche zwischen Dürrenebersdorf und der Lobensteiner Straße.
16.01.1925 Die LLL-Feier in Gera
ei dieser Feier in Zwötzen wurden die Führer der deutschen und der russischen Arbeiterklass geehrt. Die drei großen "LLL" standen für Wladimir Iljitsch Lenin (1870- 1924), Karl Liebknecht (1871-1919) und Rosa Luxenburg (1871-1919).
16.01.1925 Wasserpreise
er Preis für einen Kubikmeter Leitungswasser wurde im späteren Geraer Ortsteil Trebnitz auf 0,20 Mark festgesetzt.
17.01.1925 Geld für die Thränitzer Feuerwehr
amit hatte er vielleicht selbst gar nicht gerechnet, aber das Gesuch des Oberfeuerwehrmannes Kurt Zippel um Bewilligung einen finanziellen Beitrages in Höhe von 25,- Mark jährlich war an diesem tag im Gemeinderat einstimmig bewilligt worden.
17.01.1925 Sparsame Thränitzer
er Bürgermeister der Gemeinde Thränitz bei Gera machte an diesem Tag die Einwohner des Ortes darauf aufmerksam, dass das Licht im Dorf nur in der Zeit von 6.00 bis 8.00 Uhr brennen sollte. Bis um 6.00 Uhr würden die Menschen Nachtruhe halten und bräuchten kein Licht im Ort und nach 8.00 Uhr werde es auch im Winter hell, sodass auch dann kein Licht mehr auf der Straße benötigt werde. Zu den Abendstunden hatte er sich allerdings nicht geäußert, wenn die Menschen von der Arbeit nach Hause kamen.
20.01.1925 Brand in Hermsdorf
as Grundstück der in Hermsdorf zu dieser ansässigen Louis Nölle in der Reichenbacher Str. 37 brannte an diesem Tag komplett ab. Die eintreffende Feuerwehr war nicht in der Lage das Gebäude zu retten und verwandte die Kraft darauf Schlimmeres zu verhindern.
01.02.1925 Eine Wohnungsaufsichtsbehörde
chon seit langem war es in Deutschland üblich alle zivilen Belange der Bürger über Ämter und Behörden zu regeln. Am 1. Februar 1925 wurde in Gera beim Stadtdirektor eine Wohnungsaufsichtsbehörde errichtet.
07.02.1925 Helmut Scheffel geboren
elmut Scheffel, geboren in Gera und Vater von Michael Scheffel und Tobias Scheffel, war ein deutscher Feuilletonist und Übersetzer moderner französischer Literatur in die deutsche Sprache. Helmut Scheffel studierte Philosophie, Soziologie, Romanistik in Frankfurt und Paris und war seit 1957 freiberuflicher Übersetzer und Publizist. 1959 versah er seine Übersetzung von Roland Barthes - Am Nullpunkt der Literatur mit einem Essay. Zwischen 1966 und 1989 war er Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete dort ab 1974 das Ressort "Neue Sachbücher". Aus dem Französischen hat er, zum Teil zusammen mit Gerda Scheffel, Werke von Marcel Proust, Nathalie Sarraute, Michel Butor, Robert Pinget, Armand Gatti, Alain Robbe-Grillet, Jean Thibaudeau, Albert Palle und Julien Gracq übersetzt, sowie von Barthes außerdem noch Mythen des Alltags , die er 1964 ins Deutsche übertrug. Für einen Teil der Ausgaben fungierte er auch als Herausgeber. Er schrieb auch Essays und Nachworte wie 1981 zur deutschen Übersetzung von Claude Simons L´Herbe , das von Erika und Elmar Tophoven übersetzt worden war. Er wurde 1979 zusammen mit Gerda Scheffel mit dem Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet. Im gleichen Jahr wurde er zum Chevalier dans l?Ordre des Palmes académiques ernannt. Seine Kritiken waren für die Kritiker stilbildend, und er förderte die Leser und Autoren:"Im März 1966 schrieb Helmut Scheffel in der FAZ über mein erstes Buch "Die Hornissen" : Dieser Autor betreibt Grundlagenforschung. Man vertraue sich ihm an". Peter Handke. Helmut Scheffel verstarb am 17. Juli 2010 in Frankfurt am Main.
09.02.1925 Die Liebschwitzer Brückenbaulotterie
in verheerendes Hochwasser hatte die Liebschwitzer Brücke so sehr geschädigt, dass sie abgetragen und durch einen Neubau zu ersetzen war. Nur fehlte auch zu diesem Zeitpunkt das Geld für den Neubau und so wurde unter der Bevölkerung eine Brückenbaulotterie veranstaltet. Der erlös wurde in den Bau gesteckt und am 9. September 1925 begannen die Arbeiten. Die Schlusssteinlegung war im November 1925 und im Frühjahr 1926 wurden die Bauarbeiten abgeschlossen. Am 21. Mai 1926 wurde die Brücke feierlich eingeweiht.
22.02.1925 Eine Stadtratswahl
as Ergebnis der Stadtratswahl wurde wie folgt bekannt gegeben und die Sitzverteilung veröffentlicht.

14  Vertreter für die SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) 
11  Vertreter für den Bürgerbund 
 Vertreter für „Gemeinwohl und Arbeit 
 Vertreter der „Mitglieder Soziale Gemeinschaft für Wirtschaft und Arbeit“ 
3 Vertreter der KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) 
 Mitglieder von „Haus und Grundbesitz“ 

24.02.1925 Bekanntmachung in Thränitz
er Kulturvorstand Naumburg an der Saale gab folgendes bekannt: "In der Zusammenlegungssache von Thränitz ist zur Aufbringung der Arbeitslöhne für die in Kürze beginnenden Arbeiten, sowie zur Beschaffung von Pfählen, Grenzsteinen usw. die Einziehung einer Kostenrate in Höhe von 588,01 RM (Reichsmark) durch den Rechnungsführer Walter Baumann, Lehrer in Thränitz angeordnet. Die Beteiligten werden hierzu aufgefordert, ihre Beiträge bis zum 15. März 1925 bei dem Rechnungsführer, bei dem auch die Kostenhebeliste eingesehen werden kann, einzuzahlen."
25.02.1925 Hitler strebte wieder zur Macht
chon zu dieser Zeit waren die verhängten Strafen nicht konsequent durchgesetzt worden, was am Beispiel Adolf Hitler mehr als deutlich zu Tage trat. Nach seinem Putsch von 1923 war er zu mehr als 6 Jahren Haft verurteilt worden, die er aber nicht verbüßen musste. Nur so war es möglich, dass Hitler und seine Schergen auch die Ortsgruppe Gera der NSDAP mit 12 eingeschriebenen Parteigenossen wieder ins Leben rufen konnte. Die Vollstreckung der Haftdauer Hitlers hätte das verhindert.
25.02.1925 Eine Thränitzer Baugenehmigung
em bekannten Gastwirt Ernst Keil in Thränitz bei Gera wurde an diesem Tag die amtliche Genehmigung erteilt, einige bauliche Veränderungen auf seinem Grundstück vornehmen zu dürfen.
01.03.1925 Die rechtsgerichteten Anfänge in Gera
ie Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) gründete an diesem Tag den Gau Thüringen. Auch Gera musste nun unter den rechtsradikalen Bestrebungen leiden.
01.03.1925 Die Gründung des Gau Thüringen
n diesem Tag gründeten die Nationalsozialisten den Gau Thüringen der NSDAP. Die Nazis hatten damit angefangen die deutschen Territorien neu zu benennen. das Wort Gau war mit Bezirk oder Kreis übersetzbar. (Später stand das Wort GAU für den Größten Anzunehmenden Unfall) Auch das hätte für die Naziverbrecher gegolten.
02.03.1925 Robert Hanell geboren
obert Hanell war ein deutscher Dirigent und Komponist. Hanell, der ursprünglich Lehrer für alte Sprachen werden wollte, nahm neben dem Besuch des Gymnasiums privaten Musikunterricht bei H. Zitterbart in Teplitz, wo er ab 1943 als Korrepetitor und Chordirigent tätig war. 1944 wurde er musikalischer Oberleiter in Meiningen und war in gleicher Stellung von 1945 bis 1948 am Zwickauer Theater und von 1948 bis 1950 am Theater Gera tätig. 1952 wurde Hanell städtischer Musikdirektor in Görlitz, bevor er 1955 von Walter Felsenstein als erster Kapellmeister an die Komischen Oper Berlin berufen wurde. 1965 übernahm er als Chefdirigent die Leitung des Großen Rundfunkorchesters Berlin. Daneben war er ständiger Gastdirigent an der Berliner Staatsoper, am Opernhaus Leipzig, an der Staatsoper Dresden und am Opernhaus Chemnitz. Gastspiele führten ihn unter anderem nach München, Hannover, Frankfurt am Main, Prag und Warschau. Für seine Arbeit als Chefdirigent des Großen Rundfunkorchesters Berlin und als ständiger Gastdirigent der Staatsoper wurde Hanell am 2. September 1981 mit dem Goethepreis der Stadt Berlin ausgezeichnet. Er verstarb am 14. März 2009.
13.03.1925 Protest gegen mordende Polizei
n Gera kam es zu einer Protestkundgebung der KPD als bekannt wurde, dass ein Polizeikommando in Halle 9 Teilnehmer einer Wahlkampfveranstaltung des kummunistischen Reichspräsidentschaftskandidaten Ernst Thälmann durch Schüsse in die Menschenmenge getötet hatten.
15.03.1925 Reichsbannertreffen
um Andenken an die „Märzgefallenen“ fand in Gera ein „Reichsbannertreffen“ statt. (Mit „Märzgefallenen“ sind die 15 Opfer gemeint, welche während des Geraer Kapp- Putsches vom 14. März 1920 zu Tode gekommen sind und am 19.März 1920 auf dem Geraer Südfriedhof beigesetzt wurden).
15.03.1925 Festumzug
nlässlich der 400sten Wiederkehr des Beginns des Deutschen Bauerkrieges fand der Arbeiter- und Bauerntag in Gera statt. Die Kommunisten Geras hatten den Festumzug, zu Ehren der 15 gefallenen Geraer (Märzgefallene) des sich bis auf Gera von Berlin aus ausgeweiteten Kapp- Putsches vom 14.03.1920, organisiert.
16.03.1925 Der Thränitzer Hektarpauschalsatz
as Thüringische Ministerium für Inneres und Wirtschaft informierte die Gemeinde Thränitz darüber, dass die Flur Thränitz nach den Vorkriegsbestimmungen (Erster Weltkrieg 1914-1918) für einen Hektarpauschalsatz von 50,- Mark zusammengelegt werden sollten. Zu diesem Hektarpauschalsatz von 50,- Mark wollte der Staat einen Zuschuss von 15,- Mark geben, so dass der Pauschalsatz für die Beteiligten nur 35,- Mark betragen sollte. Die Thränitzer Ackerflächen waren damals in so viele kleine Parzellen unterteilt, dass eine Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaft im Ort nicht mehr gegeben war.
22.03.1925 Ein Opfer des Krieges
alter Thumann, geboren im März 1925 in Gera, war Mitglied der Religionsgemeinschaft Zeugen Jehovas und wurde im Jahr 1944 in Torgau als Wehrkraftzersetzer hingerichtet. Auf Grund Ihres Glaubens dienten Zeugen Jehovas in keiner Armee, ein Friedensbekanntnis welches in der Neuzeit beibehalten wurde. Auch sein Vater, geboren im Jahr 1899 wurde Opfer des nationalsozialistischen Wahns, wobei sein Sterbedatum nicht genau belegt werden kann. Er wurde erst im Jahr 1970 für tot erklärt. Beide lebten in Gera -Thieschitz, im Hartmannnsdorferweg 4. In der Zeit der DDR war die Religionsgemeinschaft verboten. (Quellen: OTZ vom 15.12.1999; Unterm Hakenkreuz / Hrsg. Verein Gedenkstätte Amthordurchgang, Gera, 2009.)
26.03.1925 Grundsteinlegung für das Kriegerdenkmal am Theater
ereits im Jahr 1920 hatten Angehörige des ehemaligen Reserve Infanterie Regiments 32 beschlossen, den im Krieg gefallenen Geraern ein Denkmal zu errichten. 1921 lagen bereits Entwürfe vor und ein Denkmalsfonds. Mit Unterstützung des Generals von Bonin und der Offiziersvereinigung des ehemaligen Infanterie Regiments Nr.96 gründete sich ein Ausschuss, um den Denkmalplan auf den Weg zu bringen. Leider verhinderte das Inflationsjahr 1923 eine Weiterarbeit, das bis dahin gesammelte Geld wurde entwertet. 1924 lebte der Gedanke wieder auf. Unter Leitung von Oberst Koeppel arbeiteten Vertreter aller im Weltkrieg in Gera aufgestellten Truppenteile und 2 Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Krieger- und Militärvereine Geras mit. Fürst Heinrich XXVII. Reuß j.L. stellte den Rasenplatz vor dem Reußischen Theater und eine größere Spende für den Denkmalfonds zur Verfügung. Der Gedanke zum Entwurf des Denkmals stammte von Kunstmaler Willy Müller, die Gestaltung lag in den Händen des Geraer Bildhauers Otto Oettel. Im Vorfeld hatte es riesige Diskussionen gegeben, welcher Entwurf der beste sei. Oettel setzte sich gegen den Architekten Werner Buschendorf (Gera) und den in Berlin lebenden gebürtigen Geraer Bildhauer Richard Wagner durch. Das Denkmal bestand komplett aus wetterfestem bayrischen Muschelkalk, das Material für den Unterbau kam aus Kirchheim, für die Figur verwendete der Bildhauer Gaubüttelbrunner Muschelkalk. Die aus dem Sockel herauswachsende Gestalt zeigte einen "Feldgrauen" mit Stahlhelm, den linken angewinkelten Arm an der Brust, in der rechten eine Stielhandgranate. Die Enthüllungsfeier war für den 19.Oktober 1924 geplant, musste jedoch kurzfristig verschoben werden, da das Denkmal nicht fertig war. Einige eingeladene Kameraden hatte die Absage nicht mehr erreicht und sie erschienen enttäuscht zum abgeblasenen Termin. Für die Umsetzung des Denkmals war eine Spendeneinnahme von 15-20.000 Mark geplant. Größere Beiträge wurden durch die Aufführung des Festspieles "Vaterland" Ostern 1924, einen erfolgreichen Blumentag in Gera, Militärmusikkonzerte und Haussammlungen eingenommen. Im Spätherbst 1924 konnte noch bei günstiger Witterung das Fundament und der Unterbau des Denkmals gesetzt werden, die Feier der Grundsteinlegung fand allerdings erst Donnerstag, den 26.März 1925 um 11 Uhr in kleinerem Kreise statt. Die in den Grundstein eingelassene, in der Werkstatt des Zinngießers Klemm hergestellte Urne enthielt eine Stiftungsurkunde, Listen der 1914-18 Gefallenen Soldaten der Geraer Regimenter und Söhne der Stadt, vier Geraer Tageszeitungen vom 26.März und ein Eisernes Kreuz I.Klasse. Die Außenseite der Urne zeigte auf Eichenzweigen liegende Schilde mit den Namen der großen Schlachten des Krieges.Am 10.Mai 1925, nachmittags 2 Uhr sollte nun das Ehrenmal feierlich enthüllt und der Öffentlichkeit übergeben werden. Es enthielt die Inschrift "DENKE DRAN". Das Ehrenmal für die Gefallenen des I.Weltkrieges wurde zu DDR-Zeiten abgebaut. Nichts erinnert heute mehr daran. (Quellen: Festschrift "Denke dran", Gera)
31.03.1925 Schulschließungen in Gera
m letzten Märztag des Jahres 1925 kam es zur Schließung der von Eduard Amthor gegründeten Handelsrealschule in Gera. Außerdem wurde die der Zabelschule angegliederte Studienanstalt geschlossen.
31.03.1925 Bernhard Heisig geboren
eboren wurde der später sehr bekannte Künstler in Breslau (Wroclaw, Polen), sein Vater war der Kunstmaler Walter Heisig. die erste Ausbildung absolvierte er im Atelier des Vaters und besuchte von 1940 bis 1942 die Kunstgewerbeschule Breslau. Von 1942 bis 1945 diente er in der Wehrmacht und geriet bei Kriegsende 1945 in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Von 1946 bis 1947 arbeitete er als Grafiker im Amt für Information und Propaganda Wroclaw, von 1947 bis 1948 in Zeitz und Gera. Im Jahr 1947 wurde der Mitglied der SED und absolvierte von 1948 bis 1949 ein Studium an der Fachschule für angewandte Kunst in Leipzig. Von 1949 bis 1951 schloss er ein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig an, war Lehrer von  Max Schwimmer und Walter Münze, arbeitete von 1951 bis 1954 als freischaffender Künstler und nahm zwischen 1954 und 1968 eine Lehrtätigkeit in Leipzig auf. Im Jahr 1961 wurde er Professor, war 1961 bis 1964 dann Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst als Nachfolger von  Albert Kapr tätig, war von 1965 bis 1968 Leiter der Abteilung Freie Grafik und von 1968 bis 1976 freischaffend tätig. Von 1974 bis 1978 war er Vizepräsident und von 1978 bis 1983 der 1. Stellvertreter des Präsidenten des VBK (Verband Bildender Künstler). Zwischen 1976 und 1987 war er erneut Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst als Nachfolger von  Werner Tübke tätig und ab 1976 Kandidat und von 1979 bis 1984 Mitglied der SED-BL Leipzig. Im Jahr 1978 erhielt er den Nationalpreis der DDR, den er nach seinem Austritt aus der SED im Jahr 1989 zurück gab. In den beiden Wendejahren 1989  und 1990 zeigte er eine große Retrospektive seiner Werke in West-Berlin, Bonn und München. Im 1991 erfolgte auch der Austritt aus der AdK (Akademie der Künste und er heiratete die Malerin Gudrun Brüne. Im 1992 kam es zur Übersiedlung nach Strodehne (Havel) und in den Jahren 1997 bis 1998 beteiligte er sich an der künstlerischen Ausgestaltung des Reichstagsgebäudes in Berlin (aufgrund seiner Mitgliedschaft in der Waffen-SS und seiner Rolle in der DDR kam es allerdings zu einer öffentlichen Diskussion um die Vergabe des Auftrags). In Strohdehne an der Havel verstarb Heisig am 10. Juni 2011. (Quelle: Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“)

01.04.1925 Eigenständige Gemeinden
ie Orte Unter- und Oberröppisch wurden auf eigenen Wunsch der Einwohnerschaft wieder eigenständige Gemeinden.
01.04.1925 Die Handelsmittelschule in Gera
m Vortag war die Amthorsche Handelsrealschule geschlossen worden. Einen Tag später kam es zu Einrichtung einer Handelsmittelschule, welche auch als Amthorschule bekannt wurde. Außerdem kam es zur Wiederherstellung des in Umwandlung zu einem Reformgymnasium begriffenen Gymnasiums Rutheneum (später auch Goethegymnasium genannt) als humanistisches Gymnasium und zur Angliederung eines Realgymnasiums.
01.04.1925 Alexej Mironowitsch Rybakow geboren
m 6. Oktober 1974 wurde der sowjetische Politiker Alexej Mironowitsch Rybakow, geboren in Borki, Rajon Welikije Luki, Ehrenbürger der Stadt Gera. Er war zu diesem Zeitpunkt der 1. Sekretär der KPdSU des Gebiets Pskow (1971-1987) Die Oblast Pskow war mit dem Bezirk Gera partnerschaftlich verbunden. Zu Zeiten der DDR waren solche Ehrenbezeugungen normal, denn auch der ehemalige Kommandant der sowjetischen Garnison Gera, Michail Andrejewitsch Scheltowski, war seit dem 7. Oktober 1969, dem 20. Jahrestag der Gründung der DDR, Ehrenbürger der Stadt.
04.04.1925 Gründung der SS
cht Jahre vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland hatte sich die SS gegründet. Später war die Vereinigung nur als "Schutzstaffel" bekannt. Gegründet wurde sie aber als sogenannter "Saalschutz", welchen sich Adolf Hitler für seine Reden im ganzen Land engagiert hatte. Was dann daraus wurde hatte mit einem Saalschutz nichts mehr gemein, es war nur noch eine Verbrecherorganisation. In der Zeit des Nationalsozialismus hatte es auch in Gera immer wieder Aufmärsche der SS gegeben. Die SS war gefürchtet für ihre Skrupellosigkeit und ihr hartes Durchgreifen gegen die Bevölkerung und vor allem gegen Menschen jüdischen Glaubens in Gera.
11.04.1925 Gemeinderatswahl in Thränitz
n diesem Tag war in der Gemeinde Thränitz wieder eine Gemeinderatswahl angesetzt worden. Vorsitzender wurde Richard Peukert, Stellvertreter wurde Arthur Schneider, Gemeindevorsteher Hugo Thalemann, Stellvertreter Otto Zeidler und Schriftführer wurde Paul Hemmann.
22.04.1925 Licht fürs Gemeindehaus
as Trebnitzer Gemeindehaus erhielt an diesem Tag einen Anschluss an die öffentliche Lichtleitung. Die Fortführung der flächendeckenden Elektrifizierung erfolgte hiermit.
22.04.1925 Genealogie in Trebnitz
rstmals wurden nun auch in Trebnitz, einem späteren Ortsteil von Gera "Familienstammbücher" ausgestellt
24.04.1925 Die erste Guillotine in Gera
um ersten Mal sollte in Gera eine Guillotine zum Einsatz kommen, und dabei traf es ausgerechnet eine Frau. Die geschiedene Anna Schellhardt aus der Altenburger Straße in Gera war zu diesem Zeitpunkt 30 Jahre alt und wurde wegen dem Mord an ihrer Tochter hingerichtet. Sie hatte ihre eigene Tochter erdrosselt. Und weil man einmal dabei war, musste sich ein gewisser Otto Seifert der gleichen Prozedur unterziehen wie seine Vorgängerin. Auch er wurde enthauptet. Er hatte seinen Schwiegervater mit einem Beil erschlagen. Das „Schneidegerät“, welches nach einem französischen Arzt benannt ist, hatte man sich in Weimar geborgt. Die sterblichen Überreste der Delinquenten wurde in die anatomische Abteilung nach Jena überführt.
26.04.1925 Die Reichspräsidentenwahl in Deutschland
n Deutschland kam es an diesem Tag zur Wahl eines neuen Reichspräsidenten, da der erste deutsche Reichspräsident Friedrich Ebert am 28.02.1925 überraschend verstorben war. Der erste Wahlgang erbrachte für keinen der Kandidaten die erforderliche Mehrheit. Im zweiten Wahlgang nun standen sich Wilhelm Marx (1863-1946, er erreichte 22.359 Stimmen ) für den republikanischen "Volksblock" und Paul von Hindenburg (1847-1934, 23.216 Stimmen) für den antirepublikanischen Reichsblock gegenüber. Der Kandidat der KPD, Ernst Thälmann (1886-1944, mit 3.844 Stimmen), war nur Außenseiter. Paul von Hindenburg siegte, wurde 1932 im Amt bestätigt und füllte das Amt bis zu seinem Tod aus.
30.04.1925 Amtsaufgabe
berbürgermeister Doktor Kurt Herrfurth schied aus seinem Amt als Stadtdirektor auf seinen eigenen Wunsch aus.
30.04.1925 Dr. Koenig wurde Beigeordneter
ach dem Ausscheiden des Geraer Oberbürgermeister Dr. Kurt Herfurth aus seinem Amt als Stadtdirektor und dem Amtsverzicht des Beigeordneten Bienert aus der Geraer Stadtverwaltung kam es zur Wahl des Stadtrechtsrates Dr. Koenig zum juristischen Beigeordneten der Stadt Gera.
30.04.1925 Wahl in Gera
n Gera war an diesem Tag wieder einmal Oberbürgermeisterwahl und es sollte einen neuen Amtsträger geben. Oberbürgermeister Kurt Herrfurth, geboren am 9. Mai 1879, stellte sich nach einer siebenjährigen Amtszeit nicht wieder zur Wahl und schied aus dem Amt damit aus. Walter Arnold wurde sein Nachfolger. Während seiner Amtszeit eröffnete Kurt Herrfurth 1920 das Waldkrankenhaus am westlichen Stadtrand sowie am 20. Juli 1924 das städtische Sommerbad. Kurt Herrfurth war nach Berlin zurück gegangen, daher war kein Sterbedatum recherchierbar.
10.05.1925 Weltkriegsdenkmal
n Gera wurde das Denkmals für die Gefallenen des ersten Weltkrieges, welche aus der Stadt Gera stammten, eingeweiht. Das Ehrenmal befand sich zu dieser Zeit vor dem Reußischen Theater. Das Denkmal, für das die Stadt Gera die Pflege und den Schutz übernahm, wurde nach Entwürfen von Bildhauer Otto Oettel gestaltet.
12.05.1925 Wohnungszählung in Gera
n diesem Tag kam es im Stadtgebiet von Gera zu einer Grundstücks- und Wohnungszählung. Man kam zu dem Ergebnis, dass es 23.757 Wohnungen im Stadtkreis Gera gab.
17.05.1925 Eröffnung des Sommerbades
uf den „Hofwiesen“ in Gera wurde das städtische Sommerbad eröffnet und für die Geraer Bevölkerung freigegeben.
23.05.1925 Vergnügenssteuer in Thränitz
er amtierende Kreisdirektor teilte an diesem Tag mit, dass ein Kontrolleur für Vergnügungssteuer im Ort eingesetzt werden müsste. In dieses amt gewählt wurde Herr Alfred Zschammer und zum Steuereinnehmer bestimmte man Herrn Paul Hemmann.
23.05.1925 Der Thränitzer Gemeindevorsteher
n diesem Tag wurde in dem kleinen Ort Thränitz bei Gera das Gehalt des Gemeindevorstehers auf 450,- Mark festgelegt, wobei die Wegegebühren aber mit eingerechnet wurden.
23.05.1925 Reparaturen in Thränitz
uch zu dieser Zeit wurden notwendige Reparaturarbeiten für die Handwerker öffentlich ausgeschrieben und auch hier war die Vergabe der Aufträge eine Frage des Preises der Handwerker. In Thränitz musste dringend das Dach des Gemeindehauses gedeckt werden. Das für die Gemeindekasse preiswerteste Angebot hatte der Dachdeckermeister W. Richter unterbreitet und dafür den Auftrag erhalten.
06.1925 Ernst Paul Kretschmer über den Jugendstil
m Jahr 1903 hatte die barocke St. Salvatorkirche durch die Initiative des Stadtbaurates Adolf Marsch eine Innenausstattung im Jugendstil erhalten. Der Geraer Stadtarchivar Ernst Paul Kretschmer (1887-1957) hatte in der Juniausgabe der "Geraer Heimatglocken" von 1925 geschrieben: "Die ehemalige Kirche (vor 1903) war im Stile römischer Hochrenaissance in strengem Charakter ausgeführt. Dämmrige Emporen und vorgebaute Kapellen geben der Kirche ein anheimelndes Halbdunkel. Heute ist alles lichtvoller, wenn auch nicht gerade stilvoll geworden. Ob der sogenannte Jugendstil sich zur Innenarchitektur von Kirchen eignet - sogar das Kreuz auf dem Altar hat man stilvollst hergestellt - bezweifle ich. Daran ist zu erkennen, dass sich selbst gut 20 Jahre nach der stilistischen Umgestaltung noch nicht alle Geraer daran gewöhnt hatten.
03.06.1925 Genossenschaftsfest
in Gewerkschafts- und Genossenschaftsfest zugunsten der Errichtung eines Gewerkschaftshauses fand in Gera statt.
14.06.1925 Wahl eines Elternrates
n den öffentlichen Schulen wurden an diesem Tag zum ersten Mal ein Elternrat gewählt. Mit der Elternratswahl bekamen die Eltern einen größeren Einfluss auf die Schule, welche ihre Kinder besuchten.
16.06.1925 Eine neuartige Volkszählung
it einer Volks- Berufs- und Betriebszählung wurde die Einwohnerzahl der Stadt Gera ermittelt. Die „Wohnbevölkerung“ der Stadt betrug 81.402 Personen.
16.06.1925 Straßennamensgebung in Untermhaus
b der Schellingstraße hatte die an der Elster entlang führende Straße in der Siedlung Schaftwiesen an diesem Tag die Bezeichnung "Am Kupferhammer" erhalten. Bereits 1522 wurde am gegenüber liegenden Elsterufer eine Kupferschmiede erwähnt.
16.06.1925 Wie die Conradstraße entstand
ie Straße zwischen dem Kupferhammer und der Untermhäuser Straße wurde als Straße Nr. 4 in der Siedlung Schafwiesen an diesem Tag in Conradstraße benannt. Geehrt wurde damit der Geraer Händler Balduin Conrad, welcher einst bei Nikolaus de Smit in die Lehre gegangen war und eine Ausbildung zum Kaufmann erhalten hatte. Balduin Conrad (04.01.1578-12.03.1649) starb während seiner Amtszeit als Bürgermeister hoch angesehen in Gera.
16.06.1925 Die Reinholdstraße in Untermhaus
n diesem Tag wurde die Straße Nummer 2 in der Siedlungen Schafwiesen im Stadtteil Untermhaus in Reinholdstraße benannt. Damit sollte Heinrich Reinhold (18.07.1788-15.01.1825), ein bedeutender Landschaftsmaler, anlässlich seines 100. Todestages geehrt werden.
16.06.1925 Der Schöberweg in Gera
n diesem Tag wurde die Straße Nr.1 in der Siedlung Schafwiesen im Geraer Stadtteil Untermhaus in Schöberweg benannt. David Gottfried Schöber (1696-1778) war ein Naumburger Kaufmannssohn und arbeitete später auch als Kaufmann in der Stadt und handelte mit Textilien. Neben seiner beruflichen Tätigkeit war Schöber auch eine Zeit lang Bürgermeister in Gera. Er besaß eine umfangreiche Bibliothek und galt als Experte und Biograph von Albrecht Dürer.
25.06.1925 Gründung des Verkehrsvereins
röffnet wurde das Büro des Verkehrsvereins am 06.09.1925 in der Johannisstraße. Im Jahre 1926 wurde das Verkehrsbüro in das Bankhaus „Oberländer“ auf der Sorge verlegt. Das Verkehrsbüro hatte in der Folgezeit einen wesentlichen Anteil an der Steigerung des Fremdenverkehrs in Gera. Vorsitzender wurde Doktor Trautner.
30.06.1925 Das Ende einer Zeitung
n diesem Tag wurde das erscheinen der "Ostthüringer Warte" eingestellt. Damit hatten die Geraer wieder eine Zeitung weniger zur Verfügung. In den darauf folgenden Jahren der Nazi-Diktatur wurden noch mehr, vor allem unliebsame Zeitungen, eingestellt.
03.07.1925 Jubiläum im Mädchenheim
m Sommer des Jahres 1900 wurde in Gera das erste Mädchenheim gegründet. Nun konnte man auf 25 erfolgreiche Jahre zurückblicken und feierte das natürlich auch gebührend. Die Einrichtung für alleinstehende Frauen und Mädchen hatte sich inzwischen als unentbehrlich erwiesen.
04.07.1925 Ein Gewerkschaftsfest in Gera
u Gunsten der Errichtung des Geraer Gewerkschaftshauses kam es an diesem sommerlichen Tag zu einem öffentlichen Gewerkschafts- und Genossenschaftsfest in der Stadt. Die Gewerkschaften als Vertreter der Arbeiterschaft hatten sich seit langen etabliert und nun war auch genug Geld vorhanden, um das Gewerkschaftshaus zu errichten.
05.07.1925 Otto Richard Lummer verstorben
er rennomierte Geraer Phisiker Otto Richard Lummer verstarb nur 12 Tage vor seinem 65. Geburtstag und blieb als großer und bedeutender Wissenschaftler in Erinnerung. Lummer studierte an verschiedenen deutschen Universitäten, bevor er 1884 Assistent bei Hermann von Helmholtz in Berlin wurde. Dort arbeitete er an der Physikalisch Technischen Reichsanstalt, wo er 1894 auch Professor wurde. Ab 1904 war er Professor in Breslau. Otto Lummer entdeckte als erster die Interferenzerscheinungen an planparallelen Glasplatten. Gemeinsam mit Eugen Brodhun (1860-1938) erfand er den Photometerwürfel. Auch stellte er gemeinsam mit Ernst Pringsheim (1859-1917) grundlegende Untersuchungen über die Verteilung der Energie im Spektrum eines schwarzen Strahlers an, die Max Planck zur Aufstellung seiner Quantentheorie führten. Zusammen mit Wilhelm Wien stellte er den ersten Schwarzkörperstrahler her, bestehend aus einer geschwärzten Hohlkugel mit einer kleinen Austrittsöffnung. Lummer entwickelte außerdem eine Quecksilberdampflampe, um monochromatisches Licht herzustellen und 1902 baute er ein hochauflösendes Spektroskop.

06.07.1925 Karl Weschke geboren
arl Weschke wurde in Alt-Taubenpreskeln, einem späteren Stadtteil von Gera geboren und war ein deutsch-britischer Maler. Seine Mutter, die als Bedienung in einer Kneipe arbeitete und insgesamt drei Kinder von drei verschiedenen Vätern hatte, gab ihn mit zwei Jahren in ein Waisenheim und holte ihn erst als Siebenjährigen zu sich zurück. Einen großen Teil seiner Kindheit verbrachte er als Straßenjunge in Gera. Dort machte er seine ersten Skizzen, und der Bruder des Malers Otto Dix sprach ihn einmal an, als er ihm über die Schultern gesehen hatte. Geprägt durch seine schwere Kindheit, suchte er Halt bei der Hitlerjugend und meldete sich 1942 als Freiwilliger zum Kriegsdienst bei der Luftwaffe. 1945 geriet er in britische Kriegsgefangenschaft. Er verstarb am 20. Februar 2005 in Hayle, Cornwall/England.
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07.07.1925 Die Ausgrenzung jüdischer Bürger
inen ganzen Forderungskatalog zur Ausgrenzung jüdischer Bürger aus Thüringens öffentlichem gesellschaftlichem Leben legte die Landtagsfraktion der inzwischen wieder zugelassenen NSDAP dem thüringischen Parlament am 7. Juli 1925 vor. Da ging es u. a. um "die Ausweisung der seit dem Jahre 1914 in Thüringen eingewanderten Ostjuden unter Beschlagnahme ihres gesamten Vermögens", um ein Verbot des Vieh- und Getreidehandels für Juden, ein Verbot des Besuches öffentlicher Schulen für Kinder jüdischer Eltern sowie um ein Verbot zur Einstellung jüdischer Lehrer an thüringischen Schulen und an der Landesuniversität Jena. Auch die Forderung nach Anstellungsverbot jüdischer Ärzte an staatlichen und kommunalen Anstalten und ihren Ausschluss aus der Zulassung an staatlichen und kommunalen Kassen sowie ein Verbot zur Ausübung der Berufe als Richter und Notar im Freistaat Thüringenstand auf der Agenda der Fraktion der Nationalsozialisten. Wenn sich solche Forderungen auch 1925 noch nicht durchsetzen ließen, zeigte sich in Thüringen schon wenige Jahre später, wie hartnäckig und letztlich nachhaltig die Propagandisten des "Rassenkampfes" ihre Ziele verfolgten.
11.07.1925 Das Hermsdorfer Postauto
m Krankenhaus Eisenberg startete an diesem Tag die erste fahrplanmäßige Fahrt des Postautos zwischen Eisenberg und Hermsdorf. Ein Jahr später wurde der regelmäßige Fahrbetrieb schon ab der Gaststätte "Zum Mohr" aufgenommen.
11.07.1925 Die zweite Rate wurde eingezogen
er Kulturamtsvorsteher in Naumburg ordnete an diesem Tag die Einziehung der zweiten Kostenrate für die Zusammenlegung der Grundstücke für die Flur Thränitz an. Der Betrag in Höhe von 1.171,55 RM (Reichsmark) wurde durch den Rechnungsführer Walter Baumann, der gleichzeitig Lehrer in Thränitz war, angewiesen. Bis spätestens zum Ende des Monats hatte die Einzahlung zu erfolgen.
19.07.1925 Die Turner gingen schwimmen
chon im 19. Jahrhundert hatten sich in Gera in fast allen späteren Stadtteilen Turnvereine und Sportgemeinschaften gegründet. Aus einer der Turnerriegen ging 1859 sogar die Geraer Feuerwehr hervor. An diesem Tag nun veranstaltete die Deutsche Turnerschaft im Geraer Sommerbad ein Kreisschwimmfest. Zu dieser Zeit war das Schwimmen nur einigen wenigen Menschen vorbehalten, andere erlernten es erst gar nicht, denn es gehörte nicht zum Alltag dazu.
08.1925 Die Weida-Konferenz
m August des Jahres 1925 fand ein okkultes Treffen in Weida statt. Diese Zusammenkunft ging in die Annalen der Stadt als die sogenannte Weida-Konferenz ein.
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08.1925 Winkler wiederholte den Sieg
eweils im August hatte es in den Jahren von 1924 bis 1928 eine sogenannte Dauerprüfungsfahrt in Form eines Motorradrennens gegeben. Das Rennen wurde vom ein Jahr zuvor gegründeten "Motorradclub" veranstaltet. Das Rennen war für Motorräder aller Klassen und Leistungsstärken ausgeschrieben, um möglicht vielen Rennfahrern die Teilnahme zu ermöglichen. Die erste Runde hatte eine Länge von 38,53 Kilometern und führte vom Start in Pöppeln (später der Stadtausgang nach Ernsee) über das Waldhaus, Weißig, Hohe Reuth, Großebersdorf, Lederhose, Tautendorf, Kreuzstraße nach St. Gangloff, Klein- und Groß-Saara und Geißen bis zur Gaststätte Waldhaus. Dort war bei allen Rennen Start und Ziel. An der Hohen Reuth befanden sich beim ersten Rennen zum einen das ersatzteil-Depot und zum anderen die Rennstreckentankszelle. Der erste Sieger kam aus Chemnitz und hieß Walfried Winkler, welcher eine DKW fuhr. Ein Jahr später konnte er seinen Sieg wiederholen und wurde der erfolgreichste deutsche Motorrad-Rennfahrer der Vorkriegszeit. (Walfried Winkler, geb. am 17. März 1904 in Chemnitz und verst. am 14. Januar 1982 in Heßdorf bei Erlangen) war ein deutscher Motorradrennfahrer. Er war einer der erfolgreichsten deutschen Motorradrennfahrer vor dem Zweiten Weltkrieg. Er wurde 1934 Europameister in der Klasse bis 250 cm³, gewann vier Deutsche Straßenmeisterschaften, die Internationale Sechstagefahrt, wurde zweimal Deutscher Zementbahn- und einmal Deutscher Bergmeister. Während seiner gesamten Karriere startete er für DKW und konnte mit deren Zweitakt-Rennmotorrädern die Viertakt-Konkurrenz oftmals deklassieren. Walfried Winkler wurde in jungen Jahren von einem einflussreichen väterlichen Freund gefördert, der ihm eine DKW-Rennmaschine und auch Startmöglichkeiten verschaffte. 1925 bekam er dank guter Leistungen seine erste DKW-Werksmaschine. In der Folgezeit entwickelte sich Winkler zu einem Spitzenfahrer und trug dazu bei, dass die Marke DKW, die wenige Kilometer von seiner Heimatstadt Chemnitz entfernt in Zschopau ansässig war, weltweit bekannt wurde. 1927 gewann Winkler in der 250-cm³-Klasse seine erste Deutsche Meisterschaft und verteidigte diesen Titel im folgenden Jahr erfolgreich.)
02.08.1925 Die Imker stellten aus
wischen dem 4. und dem 6. August 1925 fand in Gera die Mitteldeutsche Fachausstellung für die Bienenzucht statt. Imker aus dem gesamten mitteldeutschen Gebiet zeigten ihre Züchtungen und präsentierten ihre Produkte in Gera.
16.08.1925 Der erste Omnibusverkehr
er erste planmäßige Omnibusverkehr wurde eingerichtet. Die erste Buslinie verkehrte zwischen Gera und Münchenbernsdorf. Der Betreiber war ein Privatunternehmen und der Bus verkehrte 5 mal in der Woche.
26.08.1925 Die Verkehrswacht in Gera
n Gera wurde an diesem Tag die erste Verkehrswacht gegründet. Kurz nach der Wende zum 20. Jahrhunderts hatte man in Gera gerade einmal 19 Automobile und 24 Motorräder gezählt. Mit der wachsenden Motorisierung der Bevölkerung machte sich nun eine Verkehrswacht in der Stadt unerlässlich.
26.08.1925 Ein Vertrag mit der Kirche
in Vertrag zwischen politischer Gemeinde und Kirchgemeinde in Trebnitz legte ab diesem Tag fest, dass die Kosten in Höhe von 7,50 Mark für eine Beerdigung freigeistiger Gemeindemitglieder nun an die politische Gemeinde zu entrichten sind.
28.08.1925 Wolfgang Krajewski geboren
er später zu den Geraer Box-Pionieren gehörende Sportler begann im Jahr 1938 bei Concordia seine sportliche Laufbahn im Seilgeviert. Er machte sich als brillanter Techniker einen Namen unter den Box-Größen, wurde aber auch durch seine harten Geraden bekannt, die zumeist die Gegner schwer beeindruckten. Im Jahr 1952 nahm er mit einem letzten Sieg in der Ossel (Ostvorstädtische Turnhalle in der Bauvereinstraße im Geraer Ostviertel) vom aktiven Sport Abschied und wurde später Pädagoge mit Hochschulabschluss. Immerhin konnte er 135 seiner 167 Duelle im Boxring für sich entscheiden. Eine beeindruckende Bilanz, wenn man bedenkt, das der Zweite Weltkrieg auch an ihm nicht spurlos vorüber gegangen war.
09.1925 Ausbau des Nahverkehrs
as Geraer Unternehmen von Bernhard Siepp schaffte in diesem Monat 1925 ein engmaschiges Verkehrsliniennetz durch die Eröffnung eines regelmäßigen Personenkraftverkehrs. Auf den Linien:
  • Gera - Frankenthal
  • Gera - Töppeln
  • Gera - Bad Köstritz - Eisenberg
  • Gera - Langenberg - Aga
  • Gera - Ronneburg - Pölzig
  • Gera - Ronneburg - Mannichswalde
  • Gera - Dorna - Groitschen

gibt es täglich zwischen 3 bis 7 Verbindungen.

01.09.1925 Oberbürgermeisterwahl
us 5 Bewerbern ging im September 1925 Walter Friedrich August Arnold als Sieger der Oberbürgermeisterwahl hervor (Mit 18 zu 14 Stimmen). Er trat am 16.09.1925 seinen Dienst an und übte das Amt bis zu seiner Versetzung in den Ruhstand am 01.04.1933 aus. Arnold wurde am 23.03.1882 in Nordhausen geboren und verstarb am 19.06.1933 in der Heilstätte Milbitz.
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06.09.1925 Das Geraer Verkehrsbüro
n diesem Tag wurde in Gera das erste städtische Verkehrsbüro eröffnet. Seinen Sitz hatte das Verkehrsbüro zu dieser zeit im städtischen Haus in der Johannisstraße Nr. 15.
06.09.1925 Tagung der Elternbeiräte
n diesem Tag fand in Gera zum ersten Mal eine Tagung der Elternbeiräte der mittleren Schulen aus ganz Thüringen statt. Damit kam es erstmals zum Erfahrungsaustausch unter der relativ neuen Institution der Elternbeiräte in Mitteldeutschland.
13.09.1925 Neue Triebwagen der Geraer Straßenbahn
n diesem Tag wurden die neuen Triebwagen 1 II-5 II in der Stadt Gera in Betrieb genommen. Das waren erstmals Triebwagen in Gera, welche eine geschlossene Plattform hatte. Alles war überdacht.
24.09.1925 Omnibusse in Gera
n diesem Tag erfolgte die Einführung des privaten Geraer Autoomnibusverkehrs auf vier Strecken. Damit wurde die erste planmäßige Omnibuslinie Gera-Münchenbernsdorf eingerichtet. Der Omnibus war neben der seit 1892 verkehrenden Straßenbahn ein weiteres wichtiges Verkehrsmittel für die Geraer Bevölkerung geworden.
01.10.1925 Weberei-Jubiläum
ie Kammgarnweberei „Bruhms Söhne“ beging das 100. Jahrestag ihres Bestehens der Firma in Gera.
01.10.1925 Die Trebnitzer Getränkesteuer
ie Getränkesteuer für die Gemeinde Trebnitz trat in Kraft. Sie betrug 10% für Schaumwein, 10% für Trinkbranntwein, 2 % für Bier und 5% für Wein und weinhaltige Getränke.
01.10.1925 Die Trebnitzer Leichenhalle
ür die Gemeinde Trebnitz, einem kleinen Ort in der Nähe von Gera wurde in diesem Jahr eine Leichenhalle gebaut.
01.10.1925 Die Schüler in Trebnitz
n diesem Jahr besuchten 82 Kinder die Schule in Trebnitz. Die Kinder kamen auch aus der näheren Umgebung des Ortes. Trebnitz hat nur 29, Schwaara 40 und Laasen ebenfalls 40 Schulkinder.
10.10.1925 Die Invaliden wurden gezählt
n Deutschland wurden die Invaliden gezählt. Zu dieser Zeit nannte man es die "Reichsgebrechlichenzählung". Das Ergebnis erbrachte, dass es im Stadtkreis Gera 907 sogenannte Gebrechliche gab.
11.10.1925 Einweihung des Keglerheims
us Anlass der Einweihung des neuen Keglerheims an der „Heinrichsbrücke“ fand eine Keglersportwoche in Gera statt.
11.10.1925 Die Keglersportwoche
n diesem Tag kam es zur Eröffnung der Geraer Keglersportwoche. Das geschah anlässlich der Einweihung des Keglerheims. Dieser Sport erfreute sich einer großen Beliebtheit in der Geraer Bevölkerung, da sie ein geselliges Zusammensein garantierte.
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