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Chronik - Artikel von Beginn bis 1999
 
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11.1974 Boxen in Gera
n der Panndorfhalle fand zum Auftakt der Rückrunde um die DDR- Meisterschaft im Boxen der Kampf zwischen dem hier beheimateten amtierenden DDR- Meister SG Wismut Gera und dem SC Traktor Schwerin, der Stadt an der Ostseeküste, statt. Für Gera gingen unter anderem der Boxeuropameister Stefan Förster und der bekannte Geraer Schwergewichtler Jürgen Fanghänel an den Start.
02.11.1974 Ein großes Schwimmevent
m 02. und 03.11. fand in der neu erbauten Geraer Schwimmsporthalle der Schwimmländerkampf zwischen der DDR und Schweden statt.
03.11.1974 Gleise in der Leninstraße
n diesem Jahr wurden in der Leninstraße die ersten Gleise mit Großverbundplatten eingebaut. Dort sollte die Straßenbahn, von der Heinrichbrücke kommend, die Geraer Innstadt mit dem Neubaustadtteil Lusan verbinden. Seit 1972 wurden dort die ersten Plattenbauten hochgezogen.
16.11.1974 Tomatenketchup
er VEB Thüringische Konservenfabrik Gera hatte sich zu Ende des Jahres verpflichtet , im kommenden Jahr Tomatenketchup in 200 Gramm (0,2 Liter) Flaschen zu produzieren. Was etwa die doppelte Menge wie bisher wäre. 10 Jahre zuvor hatte sich der Betrieb als erster in der DDR auf die Herstellung von Tomatenketchup in Konserven spezialisiert.
02.12.1974 Der erste Konsum-Tempel
ie erste Lusaner Kaufhalle wurde zur Hälfte eröffnet. Die andere Hälfte dient zu diesem Zeitpunkt noch der Bauarbeiterversorgung.
02.12.1974 Die erste halbe Kaufhalle in Lusan
n diesem Tag wurde die erste Kaufhalle für den entstehenden Neubaustadtteil Lusan eröffnet. Allerdings nur zu einer Hälfte zum Einkaufen für die Bürger. Die andere Hälfte wurde für die Bauarbeiterversorgung benötigt, denn es waren sehr viele Arbeiter am Lusaner Plattenbau beteiligt.
04.12.1974 Neue Straßen im Neubaugebiet
uf Grund landschaftsgestalterischer Gesichtspunkte erhielten die Straßen im ersten Bauabschnitt des Neubaugebietes Gera / Lusan entsprechend ihrer Bepflanzung sogenannte "Baumnamen". Die Baustraße 2 wurde dem zu Folge an diesem Tag in !Ahornstraße" benannt.
04.12.1974 Wie die Eichenstraße entstand
ie Straße zwischen der Zeulsdorfer Straße und der Nürnberger Straße erhielt ihren Namen auf Grund von landschaftsgestalterischen Gesichtspunkten. Der erste Bauabschnitt des Neubaugebietes Gera/Lusan wurde entsprechend seiner Bepflanzungen mit Baumnamen bedacht. Dem entsprechend wurde so die Baustraße 3 in Eichenstraße benannt.
04.12.1974 Die Zeulsdorfer Straße in Lusan
n Anlehnung an die im ersten Bauabschnitt des Neubauwohngebietes Gera/Lusan bereits vorhandene "Zeulsdorfer Straße" wurde die Baustraße "C" als deren Verlängerung ebenfalls in "Zeulsdorfer Straße" benannt. Um insbesondere den Kindern zu dieser Zeit in der tristen Monotonie der Plattenbauten das Finden der elternlichen Wohnung zu erleichtern, wurden dort und in einigen anderen Straßen Lusan Hauszeichen über den Eingängen angebracht. Die Entwürfe für die Mosaikbilder stammten von dem Geraer Künstler Peter Kraft.
31.12.1974 Die sechste Auflage des Silvesterlaufs
chon zum sechsten Mal und damit auch schon so etwas wie traditionell, wurde von den Geraer Sportfreunden der Jahresabschluss auch 1974 mit dem Silvesterlauf begangen. Zahlreiche laufbegeisterte Sportler fast jeder Altersklasse hatten sich eingefunden, um unter dem Jubel vieler Schaulustiger sich auf die Strecke zu machen. hier zählte der Spaß am Laufen und der sportliche Ehrgeiz kam an zweiter Stelle.
31.12.1974 Einwohnerentwicklung von Ronneburg
ach dem Zweiten Weltkrieg stieg durch die Bergbauaktivität die Einwohnerzahl stark an. Der Grund für den ungewöhnlich starken Rückgang bis 1990 war die Erweiterung der Plattenbausiedlungen in Gera, Schmölln und Altenburg. Die erste statistische Zahl der Einwohner ist für das Jahr 1831 mit 4.476 verbrieft. Im Jahr 1974 waren es 10.116 Einwohner.
1975 Abriss eines Wahrzeichens
ie Bockwindmühle, das ehemalige Wahrzeichen, Sigel- und Wappenmotiv des Geraer Ortsteils Kleinfalke, wurde abgerissen. 1795 war die Mühle, die auf dem Weg nach Hilbersdorf zu sehen war, errichtet worden.
1975 Die Hilfe kam aus Rostock
n diesem Jahr war von der Rostocker Straßenbahn der LOWA-Triebwagen 46 übernommen und in der Stadt Gera zu einem Hilfsgerätewagen umgebaut worden, da in Hinsicht auf die neue Strecke zum Wohngebiet Lusan ein stärkeres Triebfahrzeug zum Abschleppen von defekten Straßenbahnzügen benötigt wurde. Es musste ein Anstieg bewältigt werden.
1975 Die Damaschkestraße in Langenberg wurde beseitigt
ls im Jahr 1945 die Langenberger "Hindenburgstraße" in "Bachstraße" zurück benannt wurde, erhielt ein an ihrem Ende abzweigender Straßenteil mit nur einem Haus den Namen "Damaschkestraße 3. Adolf Damaschke (24.11.1865-30.07.1935) war ein Pädagoge und Führer der Bodenreform. Das Gebäude mit der Nummer 3 wurde auch noch 1948 nach dem Krieg im Adressbuch aufgeführt. Auf den Stadtplänen zwischen 1962 und 1975 war die Damaschkestraße, von der Schloßbachstraße zur Seitenstraße führend, eingezeichnet. Als sich die Piano-Union um 1975 erweiterte, wurde das Gebäude Damaschkestraße 3 abgerissen und die Straße aufgehoben. Langenberg hatte damit eine Straße weniger.
1975 Helmut Kohl in Gera
u diesem Zeitpunkt war der spätere "Kanzler der Einheit" noch "einfacher" Ministerpräsident von Rheinland Pfalz und Oppositionsführer im Bundestag. Kanzler wurde er erst am 1. Oktober 1982 und blieb es bis zum 26. Oktober 1998. 1975 war er in der DDR mit dem Auto unterwegs und entschloss sich spontan von der Autobahn abzubiegen und Gera einen Besuch abzustatten. Zwei Stunden bummelte er fast unerkannt durch die Innenstadt und kaufte, warum auch immer, in einem Geschäft ausgerechnet einen Hammer. (Der Hammer soll noch Jahrzehnte später in seinem Besitz gewesen sein.)
1975 Umbau im Keller der Bergschule
eit einem Jahr trug die 1893 errichtete Geraer Bergschule nun schon den Namen des ersten und einzigen DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck (1876-1960). Nun entstand im ehemaligen alten Kohlenkeller der Wilhelm-Pieck-Oberschule ein neuer Speiseraum für die Schulspeisung. Gleich nebenan wurde ein Abwasch- und Schulspeisenausgabebereich eingerichtet.
1975 Erfassung der Geraer Höhler
u Zeiten der DDR hatte man die alten Bierhöhler unter der Geraer Altstadt sehr vernachlässigt und sie unbeachtet ihrem Verfall preisgegeben. Zwischen 1975 und 1980 wurden 187 unterirdische Höhler und Hohlräume, die zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert gebaut wurden, dann doch erkundet und exakt vermessungstechnisch erfasst.
1975 Umgebettete Kindergräber
enn man den Geraer Ostfriedhof über den breiten Haupteingang betritt, dann links den Weg zu den Gräbern der Geraer Opfer der alliierten Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs einschlägt und sich danach unmittelbar nach rechts wendet, so kann man ein auffälliges Gräberfeld entdecken, welches mit zahlreichen Grabplatten bedeckt ist. Die Inschriften sind schwer zu entziffern, aber mit etwas Mühe erkennt man, dass es sich ausnahmslos um Kindergrabstätten handelt und die Kinder slawische Namen hatten. Die Kinder, die man auf dem Ostfriedhof in den Jahren 1943 bis 1945 erst wahllos begraben hatte, waren die Kinder von Zwangsarbeiterinnen, welche aus den besetzten Ostgebieten auch nach Gera verschleppt worden waren. Im Jahr 1975 wurden die ursprünglich angelegten Einzelgräber auf den Beschluss des Rates der Stadt Gera auf das Gräberfeld II c des Ostfriedhofes umgebettet. Es waren 67 Umbettungen.
1975 Die Leubatalsperre
m Talgrund bei Lunzig wurde 1975 mit dem Bau einer Talsperre begonnen. Nach Fertigstellung konnte sie bereits 1981 übergeben werden und 1982 erfolgte der Vollstau. Die Sperrmauer hat eine Breite von 23 Metern und ist ein Schüttdamm. Die Wasserfläche umfasst 60 Hektar. Die Staumenge beträgt 5 Millionen Kubikmeter und wird vom Wasser der Leuba und des Kühbachs gespeist. Die ursprüngliche Zweckbestimmung des Talsperrenbaus war die Bereitstellung von Brauchwasser zur Beregnung landwirtschaftlicher Flächen. Im Zeitraum von 1982 bis 1990 wurden 1.200 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche mit Klarwasser beregnet. Eine Pumpstation auf dem Lunzigberg pumpte jährlich 2 Millionen Kubikmeter Wasser in ein 46 Kilometer langes Netz von Rollregnern. Außerdem wurde die Aufzucht von Forellen und Karpfen betrieben. Der Talsperrenbau brachte Veränderungen mit sich. Die Kauernmühle und die Neumühle mussten abgerissen werden. Die Bewohner wurden umgesiedelt. Die Ortsverbindungsstraßen zwischen Lunzig und Kauern und zwischen Lunzig und Hohenleuben fielen weg. Gebaut wurde eine neue Ortsverbindungsstraße zwischen Lunzig und Kauern. Nach der politischen Wende von 1989/90 wurde die Nutzung der Talsperre hinfällig.
1975 Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Thüringen
hüringen entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte immer weiter. Besonders die industrielle Revolution und der Fortschritt brachten es mit sich, das besonders im 19. Jahrhundert viele Menschen nach Thüringen und nach Gera zogen. Im Jahr 1834 lebten hier 2.737.235 Menschen.
1975 Heyder studierte bei Heisig
er Künstler Jost Heyder wurde 1954 in Gera geboren und wuchs in Wünschendorf auf. Von 1969 bis 1973 machte er sein Abitur in Gera und in den Jahren 1975 bis 1980 erfolgte ein Studium der Malerei und Grafik an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, welches er mit einem Diplom bei Professor Arno Rink und Professor Berndard Heisig abschloss. Ab 1980 war er in Eisenach freischaffend und wurde 1982 bis 1984 Meisterschüler bei Professor Gerhard Kettner. Der bekannte Geraer Künstler siedelte 1996 nach Erfurt um.
1975 Aleks Scholz geboren
leks Scholz, geboren in Gera, ist ein deutscher Astronom und Autor. Er ist promovierter Astronom mit dem Forschungsschwerpunkt Entstehung und Aufbau von Sternen und Planeten. Nach Forschungsaufenthalten in Kanada und Schottland (University of St. Andrews) arbeitet er zur Zeit (2010) als Schrödinger Fellow am Dublin Institute for Advanced Studies, Irland. Er ist Gründer des WETI-Instituts. Als Autor schrieb Scholz für die Zeitungen Der Standard, taz, Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online und Zeit. Darüber hinaus gehört er zum Kreis des Netzwerks Zentrale Intelligenz Agentur (ZIA) und ist Redakteur des Weblogs Riesenmaschine. Aleks Scholz konnte 2010 auf den 34. Tagen der deutschsprachigen Literatur mit seinem Text Google Earth den Ernst-Willner-Preis gewinnen. (Stand Juni 2011)
1975 Gründung der BSG Kraftverkehr
ie BSG (Betriebssportgemeinschaft) Kraftverkehr Gera wurde 1975 gegründet. Sie bestand aus den Trägerbetrieben KIW (Kraftfahrzeuginstandhaltungswerk), VEB Kraftverkehr Gera, VEB Städtischer Nahverkehr Gera, VEB Milchhof Gera, VEB W A S Gera und dem Volkseigenen Verkehrskombinat Gera. (VEB- Volkseigener Betrieb)
1975 Umbau in der Trebnitzer LPG
n der LPG "Einigkeit" erfolgte ein Umbau der Mähdrescherhalle zum Speiseraum, Küche und Arbeitsräumen für die Mitarbeiter. Die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft "Freunde der Sowjetunion" wurde der LPG, Typ 111 Trebnitz angeschlossen.
1975 Trebnitz in der Volkswirtschaft
er Volkswirtschaftsplan des Jahres 1975 beinhaltete baufachliche und andere Vorhaben in der Gemeinde. Diverse Bauvorhaben der LPG "Einheit", Vorhaben im Bau- und Wohnungswesen und Schwerpunkte des Frauenförderungsplanes.
1975 Versuchte Republikfluchten
um ersten muss erwähnt werden, dass der Straftatbestand der "Republikflucht" einzig in der DDR existierte. Gera war zu dieser Zeit die Bezirkshauptstadt des Bezirkes Gera, welcher wesentlich größer war als die Stadt Gera selbst. Der Bezirk Gera hatte daher auch eine Grenze zu Bayern in der Bundesrepublik Deutschland, die von den DDR-Grenztruppen bewacht wurde. Im Jahr 1975 zählte man dort 47 versuchte und 8 vollendete Grenzdurchbrüche, also 47 versuchte und 8 geglückte Republikfluchten. Im Jahr 1976 gab es 53 Versuche, von den 4 glückten. Im Jahr 1977 stieg die Zahl der Versuche auf 84 an, aber es glückt nur noch einer. Damit man überhaupt ins Grenzgebiet reisen durfte, egal ob privat oder dienstlich, bedurfte es eines Passagierscheines, welcher beim Pass- und Meldewesen der DDR beantragt werden musste. Selbst der Dienstausweis der DVP (Deutsche Volkspolizei) berechtigte nicht automatisch, ob dienstlich oder privat, das Betreten der Sperrzone. Auch Polizisten brauchten einen Passagierschein.
1975 Ergrauter Ritterkreuzträger auf Russenjagd
ie in der DDR stationierten sowjetischen Einheiten lebten, auch in Gera, nicht gerade im Luxus. Auch dort fehlte es an allem und manchmal noch etwas mehr. So kam es oft vor, dass russische Soldaten zu Straftätern wurden und in Kaufhallen und Kioske einbrachen, wenn sie auf Nahrungssuche waren. So kam es das die Geraer Polizei zu einem Einbruch gerufen wurde und auch gleich erfuhr, dass es sich bei den Tätern um sowjetische Soldaten handelte. Am Tatort angekommen fanden sie zwei Soldaten vor, liegend und das Gesicht in den Straßendreck gepresst. Der Grund war ganz simpel, sie wurden von einem Hund bewacht, der dem von Baskerville in nichts nachstand. Der Nachbar, ein älterer Herr, hatte den Einbruch bemerkt, war mit seinem Hund losgegangen und der hatte dann die Täter gestellt. Der Diensthabende der sowjetischen Stadtkommandantur erschien dann auch auf dem Plan und demonstrierte russische Strafmaßnahmen, denn die beiden Soldaten erhielten als erstes ein Tracht Prügel mit dem Koppel des Kommandanten. Der ältere Herr erhielt zum Dank einen schönen Präsentkorb. Was die Polizisten da noch nicht wussten, war der Umstand, dass sie damit einen ranghohen ehemaligen Wehrmachtssoldaten und Ritterkreuzträger auszeichneten. Das war in der DDR von höchster Brisanz, denn der Herr war als Soldat des Zweiten Weltkrieges und hatte gegen die Rote Armee gekämpft. Nun hatte er ausgerechnet zwei Angehörige dieser Roten Armee dingfest gemacht. Das sollte möglichst nicht publik werden in Gera.
1975 Neue Schreibmaschinen für die Polizei
ie Ausstattung der Diensträume der Geraer Polizei war sehr bescheiden zu dieser Zeit, genauer gesagt bestimmten zusammengewürfelte Büromöbel das Bild der Dienstzimmer. Immer wieder wurde angekündigt neue Möbel und neue Technik bereitzustellen, aber das ließ lange auf sich warten. Im Geraer Strafvollzug wurden Büromöbel von den Strafgefangenen repariert und aufgearbeitet und gelangten so zurück in die Diensträume der Polizei, eine Dauerlösung war das allerdings nicht. Ebenfalls zur Standartausrüstung gehörten verschiedene Schreibmaschinenmodelle von den Typen "alt", "ganz alt" und "etwas neuer". Einige Polizisten hatten zu Recht vermutet, "Auf der alten Klapper hat schon Napoleon seine Marschbefehle diktiert." Ab 1975 begann dann die schrittweise Ausstattung mit neuen Schreibmaschinen.
1975 Fußballsport in Silbitz
u Beginn der 1970er Jahre folgte ein Auf und Ab zwischen Viert- und Drittklassigkeit, ehe sich die Mannschaft ab 1975 wieder längerfristig in der Bezirksliga etablieren konnte. Um den vom Zweitligisten Wismut Gera gekommenen Spielertrainer Siegfried Haltenhof wurde eine Mannschaft aufgebaut, die sich nicht nur in der Bezirksliga halten konnte, sondern 1981 erneut die Bezirksmeisterschaft errang, die diesmal mit der Qualifikation zur zweitklassigen DDR-Liga verbunden war. Verstärkt durch Werner Schorrig, der für Wismut Gera 19 Spiele in der Oberliga, der höchsten DDR-Fußballklasse, absolviert hatte, und Torwart Harald Marquard, ehemaliger Zweitligaspieler bei Motor Hermsdorf und Motor Zeulenroda, versuchte die im Durchschnitt 26 Jahre alte Mannschaft sich in der DDR-Liga zu behaupten. Durch das Stahlwerk war die Sportanlage Elstertal errichtet worden, die 5000 Zuschauern Platz bot. Obwohl die DDR-Liga mit ihren auf fünf Staffeln verteilten 60 Mannschaften kein sehr hohes Niveau aufwies, reichte es in den 22 Punktspielen nur für zwei Siege und für 15 erzielte Treffer, denen 18 Niederlagen und 66 Gegentore gegenüberstanden. Als Tabellenletzter war das Kapitel DDR-Liga abgeschlossen. Anschließend kämpfte Stahl Silbitz mit den Endplatzierungen 14 und 13 in der Bezirksliga gegen den weiteren Abstieg, der die Mannschaft dann in der Spielzeit 1984/85 ereilte. Die restlichen Jahre des DDR-Fußballs verbrachten die Stahlwerker in der viertklassigen Bezirksklasse. Zwischen 1986 und 1993 wirkte der 31-fache DDR-Nationalspieler Manfred Kaiser als Trainer in Silbitz.
1975 Kirche und MfS in Gera
b der Mitte der 1970er Jahre hatte der staatliche Repressionsapparat innerhalb der Geraer Amtskirche deutlich an Einfluss gewonnen. Seit 1975 amtierte Kreiskirchenrat Martin Kirchner in Gera, der sowohl als IM (Inoffizieller Mitarbeiter) des MfS (Ministerium für Staatssicherheit) geführt wurde, als auch nach Außen eine unbedingt staatsloyale Haltung vertrat. Ebenfalls wurde der für Gera zuständige Oberkirchenrat Christoph Thurm sowie der ab 1980 amtierende Superintendent Müller als IM des MfS geführt. Diese Konstellation hatte für die Möglichkeiten oppositionellem Engagement innerhalb der Kirche in Gera gravierende Folgen. Entsprechend positiv wurde von der Referentin für Kirchenfragen in Gera herausgestellt, "dass sie [Thurm, Kirchner, Müller] sich bei Aktionen, die sich gegen unsere Politik richten, loyal verhalten bezw. sich dagegen wenden. (Quelle: Marc-Dietrich Ohse, Jugend nach dem Mauerbau, Anpassung, Protest und Eigensinn (DDR 1961-1974), Berlin 2003, S. 264)
1975 Ein neuer Sportverein
iele Großbetriebe der DDR unterhielten eigene Betriebssportgemeinschaften, sogenannte BSG. Zum Beispiel die Post, die Wismut (Bergbaubetrieb), der Modedruck (ehemals die Textilwerke von Louis Hirsch) oder auch der Kraftverkehr, der zum Beispiel den Geraer Nahverkehr und die Transporte regelte. Dieser Kraftverkehr gründete im Jahr 1875 die BSG Kraftverkehr. Außerdem gehörten der VEB Kraftfahrzeuginstandhaltung Gera, der VEB Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Gera, der DMK Milchhof und das VE Verkehrskombinat Gera dazu. (VEB stand für Volkseigener Betrieb und VE war ein Volkseigenes Verkehrskombinat)
01.1975 Bezugsfertige Wohnungen
m Zeitraum von Januar bis Dezember wurden 2.600 Wohnungen für 10.000 Einwohner bezugsfertig übergeben. Täglich entstanden 12 neue Wohnungen. (Wer hat das kalkuliert?)
01.1975 Erste Wohnungsübergaben in Lusan
er Spatenstich für den neuen Stadtteil von Gera war am 8. April 1972. es hatte also nur drei Jahre gedauert, bis die ersten Wohnungen bezugsfertig waren. Bis zum November des Jahres wurden dann auch 2.600 Neubauwohnungen mit Zentralheizung übergeben, was ein weiterer Schritt in der vom Ministerrat vorgegebenen Wohnungsbauplanung bedeutete.
01.01.1975 Die Stadtbibliothek mit neuem Charakter
ie Geraer Stadt- und Bezirksbibliothek erhielt nun den Charakter einer wissenschaftlichen Allgemeinbibliothek. Die Bestände der Bibliothek wurden zukünftig vor allem durch wissenschaftliche Literatur und viele Fachzeitschriften für die Geraer Leser erweitert.
01.01.1975 Die DDR im Jahr 1975
as Ende des Krieges in Vietnam beschäftigte in diesem Jahr die Regierung der DDR. Erich Honecker traf erstmals den neuen Bundeskanzler Helmut Schmidt. Und der 30. Jahrestag der Befreiung von der Nazi-Diktatur wurde gefeiert.
Zusatzinformationen
11.01.1975 Das sah nur aus wie Holz
ine Kiefernholzfolie aus dem Kunststoff PVC, eine absolute Neuheit auf dem DDR-Markt, war seit Wochenbeginn im VEB Kunststoffdruck Münchenbernsdorf in Produktion gegangen.
04.02.1975 Eine Bürgerberatungsstelle
m Rathaus wurde am Eingang zum Kornmarkt eine Bürgerberatungsstelle für die Geraer eröffnet. An 4 Tagen die Woche war sie für die Bevölkerung offnen.
07.02.1975 Kunst und Regimekritik in Gera
u Beginn des Jahres 1975 wurde der Galerie des Kulturbundes "Gucke" in Bad Köstritz eine Veranstaltung zum Höhepunkt einer Auseinandersetzung um öffentliche Artikulation in der DDR. Der Kreissekretär des Kulturbundes Gera-Land hatte für den Abend des 7. Februar 1975 eine Ausstellungseröffnung des Jenaer Malers Gerd Sonntag vorbereitet. Entsprechend dem eingeführten Konzept, Eröffnung mit Musik und einer Lesung zu untersetzen, hatte er den Maler selbst nach dessen Empfehlung gefragt und diese zunächst ohne größere Bedenken umgesetzt. Das Ergebnis war hoch explosiv, bestritten doch Jürgen Fuchs (1950-1999, Schriftsteller), Gerulf Pannach (1948-1998, Liedermacher) und Bettina Wegner (geb. 1947, Liedermacherin) den Abend. Zunächst war die Organisation von Lesung und Konzert mit den drei regimekritischen Künstlern in dem Räumen des Kulturbundes, also inmitten des öffentlichen Raumes, nicht ungewöhnlich. Fuchs hatte 1974 im Bezirk Gera als "Junger Autor" publiziert, Pannach steuerte in der Vorbereitung des Abends ein Farbplakat bei und Wegner hatte im Jahr zuvor in Gera ein Konzert gegeben. Der durch Plakate beworbene Abend war ausverkauft und das große Interesse daran hatte dazu geführt, dass die Veranstaltung am folgenden Samstag wiederholt werden sollte. Dazu sollte es aber nicht mehr kommen, da die staatlichen Organe der DDR recht großes Interesse an der Veranstaltung zeigten: "Die noch am Freitag, dem 7.2.1975, eingeleiteten Maßnahmen durch die staatlichen Organe führten zu schriftlichen Verfügung, die für den Sonnabend, den 8.2.1975, geplante Veranstaltung abzusetzen." Dabei blieb es leider nicht, denn in der direkten Folge der Ereignisse wurde Jürgen Fuchs aus der SED ausgeschlossen und Pannach und Wegner erhielten ein generelles Auftrittsverbot in Kulturbundeinrichtungen in der DDR. (Quelle: Vgl. KD Jena, Sachstandsbericht, Jena 13.3.1975, BStU Gera,OV Pegasus (Reg.-Nr. X/66/75), Bd. 1, Bl. 124f.)
15.02.1975 Der Geigenbaumeister Niedan
n der Geraer Presse wurde ein Portrait des Geigenbaumeisters Rolf Niedan, welcher in dieser Ausgabe in seiner Werkstatt vorgestellt wurde, veröffentlicht.
22.03.1975 Die Poliklinik wurde 20
ie Poliklinik Süd „Clara Zetkin“ in Zwötzen beging an diesem Tag ihr 20jähriges Bestehen. Insgesamt 31 Ärzte zahlreicher medizinischer Fachrichtungen betreuten zu dieser Zeit die Bürger aus dem südlichen Einzugsgebiet der Stadt.
04.1975 Ein neuer Käse
ine neue Käsesorte aus dem Molkereikombinat in  Gera wurde in die sogenannten „agra“ Läden nach Berlin der Hauptstadt der DDR geliefert. Es handelte sich um einen gepfefferten Frischrahmkäse. Später sollte das Produkt auch in Gera angeboten und verkauft werden. Berlin war zu Zeiten der DDR gegenüber anderer Großstädte besser versorgt worden, vor allem mit Lebensmitteln.
23.04.1975 Die Kiefernstraße in Lusan
n diesem Tag wurde die Baustraße 4/1 im Bauabschnitt 1 im Neubaugebiet Gera/Lusan in "Kiefernstraße" benannt. Mit der Benennungen dieser und der Lärchenstraße wurde die Straßenbenennung in dem Bauabschnitt entsprechend der Konzipierung des Büros der Bezirksarchitekten abgeschlossen.
23.04.1975 Die Lärchenstraße in Lusan
b dem Jahr 1972 war man in Gera damit beschäftigt, das Neubaugebiet "Lusan" zu errichten. Nach und nach bekamen dann die Baustraßen, in diesem Fall die 4, richtige Namen. In disem Bereich wurden Bäume Namensgeber, was zur "Lärchenstraße" führte.
25.04.1975 Eine neue Oberschule in Gera
m Geraer Neubaugebiet Lusan wurde an diesem Tag die 22. Oberschule eingeweiht. Es war die 12. Polytechnische Oberschule, welche unter den Bedingungen der sozialistischen Arbeiter- und Bauern-Macht entstanden war.
25.04.1975 Ein neuer Sportverein in Gera
n diesem Tag wurde in Gera die BSG WBK Gera gegründet. Überall in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) wurden Sportvereine gegründet. Die DDR war eine international sehr erfolgreiche Sportnation und in Gera war der Radsport, das Boxen und der Fußball zu Hause. Die BSG (Betriebssportgemeinschaft) WBK (Wohnungsbaukombinat) Gera hatte 12 Sektionen. Olympia war das hohe Ziel aller DDR-Sportler.
08.05.1975 Die IRMA
er erste Bauabschnitt der IRMA (Industrielle Rindermastanlage) wurde an diesem Tag im Geraer Stadtteil Rusitz feierlich übergeben.
11.05.1975 Wiedereinweihung von St. Johannis
m 6. April 1945 war die bekannte St. Johanniskirche bei dem großen alliierten Bombenangriff in Teilen schwer beschädigt worden. Vor allem die Fenster hatten gelitten. Bis in die Mitte der 1970er Jahre hatte man die Fenster zugemauert und erst dann restauriert, da die Mittel gefehlt hatten. Nach drei Jahren Sanierung war an diesem Tag die Wiedereinweihung mit neuer Gestaltung und Farbgebung des Sakralbaues.
19.06.1975 Ein neues Gesetzbuch
ie DDR war zu diesem Zeitpunkt und noch bis zur Deutschen Wiedervereinigung 1990, in Bezirke eingeteilt. Als einer gehörte der Bezirk Gera zur DDR. An diesem Tag verabschiedete die Volkskammer der DDR das Zivilgesetzbuch, was für alle Bezirke ab diesem Zeitpunkt Gültigkeit erlangte.
10.07.1975 Freilichtkino im Sommer
eweils montags und donnerstags wurde in der Geraer Jugendherberge in Zeulsdorf bei gutem Wetter Freilichtkino veranstaltet.
08.1975 Es war zu warm
ie anhaltend große Hitze lies im Sommer 1975 den Bedarf an alkoholfreien Getränken besonders im Monat August stark ansteigen. Nicht nur die Versorgung der Bevölkerung durch die Brauerei in Köstritz war unzureichend, auch die Eisversorgung lies sehr zu wünschen übrig.

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18.01.2015
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