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Chronik - Artikel von Beginn bis 1999
 
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01.11.1912 Kostenlose Schulbücher
ür die Kinder der Volksschulen bestand erstmals die sogenannte „Lernmittelfreiheit“. Wenn das Einkommen der Eltern die Summe von 1200 Mark (das war der Jahresverdienst) nicht überschritt, waren die Schulbücher kostenfrei, mussten nach Abschluss des Schuljahres aber wieder abgegeben werden.
26.11.1912 Streik in Gera
era war zur Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert eine Industriestadt mit vielen Arbeitern. Oft kam es in dieser Zeit zu Streiks und Aussperrungen, wenn die Arbeiter für ihre Rechte kämpften. Vom 26. November bis zum 16. Dezember 1912 waren die Geraer Färber aus der Textilbranche im Ausstand. Der letzte Ausstand lag zu diesem Zeitpunkt schon 7 Jahre zurück.
28.11.1912 Hermann Tietz erweiterte sein Kaufhaus
n diesem Tag wurde der Erweiterungsbau des bekannten Geraer Kaufhauses von Hermann Tietz mit seiner klassizistischen auch in den Nachkriegsjahren erhalten gebliebenen Fassade eröffnet.
01.12.1912 Die Geraer Einwohnerzahl
eit der Mitte des 19. Jahrhunderts, als es in Gera durch die aufstrebende Industrialisierung eine regelrechte Zuwanderungswelle gab, wurde regelmäßig die Anzahl der Bewohner statistisch erhoben.Gera zählte im Jahr 1912 schon 49276 Einwohner.
01.12.1912 Ein Brand in Hermsdorf
as Grundstück Geithe in der Hermsdorfer Bergstraße brannte zu Anfang Dezember 1912 bis auf die Grundmauern nieder. Die Schadenshöhe war enorm, da die Hermsdorfer Feuerwehr bei ihren Rettungsversuchen weitgehend erfolglos blieb, wenn von der reinen Brandbekämpfung einmal abgesehen wird.
06.12.1912 Generalstreik in Gera
wölftausend Geraer Arbeiter protestierten mit einem dreistündigen Generalstreik  gegen die beabsichtigte Änderung des Landtagswahlrechts, die einer sozialdemokratischen Landtagsmehrheit für alle Zeit vorbeugen sollte.
06.12.1912 Verschärfung des Klassenwahlrechts
m Reußischen Landtag kam es zu einer Wahlgesetzdebatte, da die bürgerlichen und die adligen Abgeordneten eine Verschärfung des Klassenwahlrechts forderten. Entsprechend dem Einkommen, dem Grundbesitz, dem Bildungsabschluss und des Lebensalters sollten nun bis zu 5 Zusatzstimmen abgegeben werden können. Trotz Protesten bekam die Landeswahlgesetzänderung eine Zweidrittelmehrheit.
08.12.1912 Kuriosum bei der Brandbekämpfung
roßes Aufsehen erregte im Dezember 1912 der Brand des Gasthofes in Weißenborn. Nach mündlicher Überlieferung wurde die Hermsdorfer Feuerwehr mit folgenden Worten von den Weißenbornern begrüßt: "Wos wullten ihr, dos is? unser Fäer, wenn dor eens lesche wuld, musst der eich eens moche!" (Was wollt ihr, das ist unser Feuer, wenn ihr eins löschen wollt, müsst ihr euch eins machen.) Das ließ man sich nicht zwei Mal sagen. Die Feuerwehr Hermsdorf rückte unverrichteter Dinge wieder ab und der Gasthof brannte fünf Tage lang, bis nichts mehr zu retten war.
1913 Übergabe des neuen Rathauses
ach zweijähriger Bauzeit wurde das neue Rathaus am Kornmarkt seiner neuen Bestimmung übergeben.
1913 Elsterschwimmen
er Schwimmverein „Poseidon“ veranstaltete im Liebschwitzer Flussbad ein „1000 Meter Elster Wettschwimmen“ in der Brustlage und eines in einer beliebigen Schwimmart. Leider waren aus zwei Schwimmvereinen nur sechs Teilnehmer am Start.
1913 Volksbibliothek
ie Volksbibliothek in Untermhaus zog eine durchweg positive Bilanz aus ihrer Arbeit der letzten fünf Jahre. Der Lehrer und Verwalter Korn gab den Bücherbestand mit 1412 Bänden und ausgeliehene Exemplare mit 4311 an.
1913 Der Geraer Flugplatz
s fanden Einweihungsfeiern auf dem Flugstützpunkt Zschippern mit Schau- und Wettflügen statt. Den Abschluss der Einweihungsfeierlichkeit bildete ein „Souper auf Schloß Osterstein“. Namhafte Geraer und Greizer Persönlichkeiten waren dazu eingeladen, sowie die Spitzen der Militärführung und der Zivilbehörden.
1913 Frachtdampfer "Gera"
er Norddeutsche Lloyd beabsichtigte in diesem Jahr einem Frachtdampfer (12.000 Tonnen) auf den Namen „Gera“ zu taufen.
1913 Ein architektonisches Denkmal entstand
n den Jahren 1913 und 1914 entstand in Gera in der Straße des Friedens das Haus Schulenburg. Die Villa sollte später zu den eindrucksvollsten Geraer Denkmälern gehören.
1913 Ein Orchideenzüchter aus Gera und ein Architekt aus Belgien
er aus den USA stammende Geraer Textilunternehmer und Orchideenzüchter Paul Schulenburg erwarb im Jahr 1906 ein Speisezimmer vom belgischen Architekten und Kunstrevolutionär Henry van de Velde in Dresden. Im Jahr 1913 beauftragten Paul Schulenburg und seine Frau den Belgier mit der Planung einer repräsentativen Villa, einschließlich des Interieurs. Diese Villa sollte der letzte Auftrag sein, den Henry van de Velde in Thüringen verwirklichte.
1913 Die Gobelinhalle im Schloss Osterstein
it der Errichtung des Westflügels vollendete Fürst Heinrich XXVII. (1868-1928) in diesem Jahr den Ausbau des Schloss Osterstein. Die vorher im Nordflügel untergebrachten Gobelins mit Darstellungen aus dem Leben Alexanders des Großen (356-323 v. Chr.) aus der von Charles Lebrun (1619-1690) geleiteten Pariser Gobelinmanufaktur fanden hier einen würdigen Rahmen.
1913 Der Theaterdirektor verließ Gera
ach vielen Erfolgen verließ Oscar Borcherdt, der Geraer Theaterdirektor, die Stadt wieder. Ein Nachfolger wurde erst einmal nicht bestellt. Der Intendant des Hauses, Hofmarschall von der Heyden-Rynsch, führte das Theater zunächst weiter.
1913 Ein neuer Direktor am Geraer Theater
ax Reitz wurde in diesem Jahr der Nachfolger von Direktor Oskar Borcherdt am Geraer Theater. Seine Amtszeit endete im Jahr 1915, als das theater im Ersten Weltkrieg geschlossen wurde.
1913 Aufstrebende Textilindustrie
era war zu dieser Zeit ein Mekka der Textilindustrie. Besonders die Webereien waren im Aufschwung begriffen. Daher gab es in Gera auch schon einen Facharbeiterstamm in diesem Gewerbe von 1.500 Arbeitern.
1913 Der Wahlrechtsraub
n den letzten Jahre waren die sozialdemokratischen Abgeordneten des Reußischen Landtages noch im Aufschwung. Für das Jahr 1913 deutete sich ein noch besseres Ergebnis an. Um dem aber vorzubeugen, kam es im Dezember 1912 zu dem sogenannten "Wahlrechtsraub" durch die bürgerlichen und die adligen Landtagsabgeordneten im Landtag in Gera.
1913 Ehre wem Ehre gebührt
us den Händen seiner Durchlaucht, dem Fürsten Heinrich zu Reuß, erhielt der Bürgermeister von Weißig, Eduard Geßner, die silberne Verdienstmedaille. In seiner Amtszeit von 1886-1920 hatte er sich um vieles verdient gemacht. Er hatte die Ortsfeuerwehr 1898 gegründet und der Ortskirche unter anderem einen Altar und eine Kanzel gestiftet.
1913 Das Geraer Musikerviertel
n diesem Jahr wurden die Straßen im Geraer Stadtteil Heinrichsgrün nach bekannten Musikern benannt. So wurden Mozart, Beethoven oder auch Tschaikowski geehrt. Danach wurde Heinrichsgrün im Volksmund nun "Musikerviertel" genannt.
1913 Straßenumbenennung
eit dem Jahr 1686 gab es in der Historischen Geraer Innenstadt die "Weidauische Gasse". In diesem Jahr nun erhielt sie den Namen "Weidaer Straße".
1913 Ein privates Röntgeninstitut
er aus Ostpreußen stammende Dr. Reinhold Schink eröffnete in diesem Jahr in der Schleizer Straße 24, später die Heinrichstraße, ein privates Röntgeninstitut in Gera. Röntgen hatte die Strahlen erst 1895 entdeckt. Die neue Medizintechnik hatte sich sehr schnell durch gesetzt.
1913 Die Weidaer Straße in Gera
eit 1686 hieß das Teilstück zwischen dem Nicolaiberg und der Böttchergasse noch "Weidauische Gasse". Im Jahr 1913 wurde die Gasse zur Straße und so entstand die "Weidaer Straße" in der Geraer Innenstadt.
1913 Die Greizer Straße entstand
o nach und nach entstanden in der Geraer Innenstadt die "Straßen" und lösten die vielen "Gassen" ab. Seit 1839 gab es eine "Greizer Gasse", das Teilstück zwischen Böttchergasse und der späteren "Plauenschen Straße". Diese Gasse wurde nun als "Greizer Straße" bezeichnet.
1913 Die ehemalige Feodorastraße
m Jahr 1913 wurde die auf der Geraer Flur angelegte kurze Straße zwischen dem Bärenweg und der Theaterstraße in Untermhaus in "Feodorastraße" benannt und erinnerte an die Gemahlin des Fürsten Reuß. Als man dann 6 Jahre später Untermhaus nach Gera eingemeindete, wurde die "Feodorastraße" der "Untermhäuser Straße" angegliedert und die Häuser wurden auch umnumeriert. Ab 1950 wurde die Straße dann in "Otto-Dix-Straße" und 1957 in "Hans-Otto-Straße" umbenannt. Hans Otto (1900-1933) war ein Theaterschauspieler, welcher nach einem Engagement am Geraer Theater von der Gestapo ermordet worden war.
1913 Die Scharnhorststraße in Debschwitz
n diesem Jahr erhielt der Bereich zwischen Wiesestraße und der Eiselstraße den Namen von Gerhard Johann von Scharnhorst (1755-1813). Man ehrte den preußischen General, Heeresreformer und Kriegsminister (1808-1810) anlässlich seines 100. Todestag. Scharnhorst war bei der Schlacht von Großgörschen im Februar 1813 so schwer verletzt, dass er in Prag zwei Wochen später verstarb. (Scharnhorst hatte sich dafür stark gemacht, die Prügelstrafe im Preußischen Heer abzuschaffen, was 1807 auch geschah.)
1913 Das Café Roland in Gera
ieses bekannte Lokal entstand im Geraer Ostviertel im Zuge des Ausbaues der "Laasener Straße" an der Ecke zur "Nestmann Straße". Seit dem der "Laasener Weg" ab 1882 "Laasener Straße" hieß, wurde erst das Café Roland eröffnet und in den 1930er Jahren noch zwei Villen gebaut. Im gleichen Jahrzehnt entstanden im Bebauungsgebiet "Galgenberg" zwei Wohnblöcke.
1913 Die Schenkendorfstraße in Debschwitz
ie "Schenkendorfstraße" im Geraer Stadtteil Debschwitz wurde in diesem Jahr nach Gottlob Ferdinand Maximilian Gottfried von Schenkendorf (11.12.1783-11.12.1817), einem Lyriker und Schriftsteller der Befreiungskriege benannt. Schenkendorfs politische Dichtungen wurden später oft nationalistisch um gedeutet und verklärt.
1913 Eine neue Villa in Gera
er Geld hatte, zur Geraer Oberschicht gehörte oder zu den Industriellen, lies sich zu dieser Zeit eine prachtvolle Wohnresidenz errichten. Moritz Jahr (Industrieller), Louis Hirsch (Textilfabrikant) oder Max Biermann (Kaufhausgründer) hatten große Villen in der Stadt. In der Goethestraße 6 ließ die Geraer Familie Feistkorn in den Jahren 1913/14 eine großzügige Villa bauen.
1913 Zwei Straßen die es nie gab
ine "Hardenbergstraße" südlich des Südfriedhofes war mit der "Yorkstraße" als Parallelstraße zur "Scharnhorststraße", der späteren "Heinrich-Zille-Straße" geplant und 1913 auch als Straßen benannt worden. Die "Hardenbergstraße" und die "Yorkstraße" waren zwar auf den Geraer Stadtplänen zwischen 1919 und 1939 eingezeichnet, wurden aber nie realisiert. Beiden Straßen wurde allerdings nicht in den Adressbüchern aufgeführt, da dort ja niemand gewohnt haben kann. Scheinbar hatte man die Druckvorlagen der Stadtpläne mehr als 20 Jahr nicht aktualisiert. Später entstand an dieser Stelle die Berufsschule in der Wiesestraße. (Karl August von Hardenberg (1750-1822) war ein preußischer Staatsmann, der 1814 in den Fürstenstand erhoben worden war und die andere Straße war nach Johann David Ludwig Graf York von Wartenburg (1759-1830) einem preußischen Offizier der Befreiungskriege benannt worden. Ihn hatte man auch 1814 geadelt, aber in den Grafenstand erhoben.)
1913 Die Weißenburger Straße in Gera
m Zusammenhang mit dem Bau der Maschinengewehr-Kaserne in diesem Jahr im "Langen Grund" östlich der Reuß-Kaserne wurde auch die Straße 207 als Verbindungsstraße zur Tannenbergstraße, später die Dehmelstraße, gebaut. Benannt wurde sie in "Weißenbergstraße". In der Grenzschlacht bei Weißenburg im Unterelsaß hatten am 4. August 1870 die vereinigten preußisch/bayrischen Truppen über die Franzosen gesiegt. Als umgebaute, zwischen Kleingärten zur Kaserne führende Straße war sie in keinem der Geraer Adressbücher je zu finden und auch auf keinem Stadtplan eingetragen. Nach 1950 wurde die Straße dann endgültig beseitigt.
1913 Eine neue Kaserne
u diesem Zeitpunkt wusste man in Gera noch nicht, dass im folgenden Jahr von deutschem Boden ein weltumspannender Krieg ausgehen würde, aber die Militarisierung wurde trotzdem weiter vorangetrieben. In Gera wurde im "Langen Grund", hinter der Reuß-Kaserne am Steinertsberg, eine Maschinengewehrkaserne gebaut.
1913 Die Villa Bloch
ie Stadt Gera, seit dem 16. Jahrhundert fest mit der Entwicklung der europäischen Textilindustrie verbunden, erlebte dann ab der Mitte des 19. Jahrhunderts eine fast einzigartige Blütezeit. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sie sich zum Zentrum der nordeuropäischen Stoff- und Tuchindustrie und teilte sich mit Krefeld den Titel "Reichste Stadt Deutschlands". Diese Blütezeit endete allerdings mit dem Zweiten Weltkrieg und der nachfolgenden DDR-Zeit, wo die sozialistische Produktion unter russischem Vorbild das industrielle Vorankommen hemmte. Geblieben sind den Geraern Hunderte von repräsentativen Stadtvillen als Kleinode in der Stadt, in denen sich der große Wohlstand der ehemaligen Fabrikbesitzer, aber auch der sehr hohe Anspruch der Bauherren in Stil, Bauweise und Bauästhetik widerspiegeln. In diesem Jahr wurde die Villa Bloch errichtet.
1913 Premiere am Theater
n Gera gab es seit der Eröffnung der Reußischen Theaters viel gelungen Premieren.Schuld und Sühne, in älteren Übersetzungen auch Raskolnikow, in neueren Verbrechen und Strafe, ist der 1866 erschienene erste große Roman von Fjodor Dostojewski. Das russische Werk wurde in Gera am Theater zur um jubelten Premiere des Jahres 1913.
1913 Die Villa Feistkorn II
ie ostthüringische Kleinstadt Gera erlebte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts eine fast einzigartige Blütezeit. Innerhalb weniger Jahre, ab etwa 1852, entwickelte sie sich zum Zentrum der nordeuropäischen Stoff- und Tuchindustrie und teilte sich mit Krefeld den Titel "Reichste Stadt Deutschlands". Mit dem 16. Jahrhundert und dem Einwandern europäischer Zeugmacher wie Nikolaus de Smit (1541-1623) begann der Aufschwung und hielt stetig an. Diese Blütezeit endete allerdings mit dem Zweiten Weltkrieg und der nachfolgenden DDR-Zeit, wo in den Nachkriegsjahren damit begonnen worden war, den Sozialismus nach russischem Vorbild aufzubauen und damit der Wirtschaft einen Dolchstoß versetzte. Geblieben sind allerdings Hunderte von repräsentativen Stadtvillen und Bürgerhäusern, in denen sich der große Wohlstand der Industriellen Geras, aber auch der sehr hohe Anspruch dieser neuen Bauherren in Baustil, Bauweise und Bauästhetik widerspiegeln. In diesem Jahr wurde die Villa Feistkorn II (Textilfirma Feistkorn) errichtet.
1913 Otto Dix mal gegen Gera
tto Dix (1891-1969) war unbestritten der größte Sohn der Stadt. Die Stadt hatte ihm schon zu Lebzeiten eine Straße gewidmet, aber er lebte mehr als die Hälfte seines Leben gar nicht in Gera. Und obwohl sich Otto Dix immer wieder zu Gera bekannt hatte, er besuchte die Stadt so lange seine Mutter noch hier lebte auch regelmäßig, gab es auch die eine oder andere Unmutsäußerung von ihm. Auf den Lärm und den Industriedreck in Gera anspielend schreib er im Jahr 1913 in einem Brief an seinen Freund Hans Bretschneider während seines Kunststudiums in Dresden folgende Worte über seine Heimatstadt Gera: "Was soll ich dort, bah, mich von diesen Proleten ankohlen lassen". (Gera hatte zu dieser Zeit viel Industrie, durch die Heizungen viel Kohlendreck (ankohlen) und damit gab es auch viele Arbeiter (Proleten) in der Stadt, welche aber auch den Reichtum brachten.) Dix war halt Künstler durch und durch.
1913 Die Einwohner von Liebschwitz
eit dem beginnenden 19. Jahrhundert wuchs die Einwohnerzahl von Liebschwitz beständig an. Beschleunigt wurde diese Entwicklung durch die Ansiedlung der Kammgarnspinnerei von Morand und Ferber und deren stetige Erweiterung ab 1832. Die höchste je registrierte Zahl an Liebschwitzern gab es 1913 und wurde mit 1347 angegeben.
1913 Die deutsche Angestelltenversicherung
n diesem Jahr wurde in Deutschland flächendeckend eine Angestelltenversicherung eingeführt. Allerdings waren zu diesem frühen Zeitpunkt nur wenige Menschen auch wirklich umfassend versichert. Erst in den nächsten Jahrzehnten erhöhte sich die Zahl der Versicherten und im Jahr 1937 waren 4,4 Millionen Deutsche schon in der Angestelltenversicherung versichert.
1913 Die Obermühle in Liebschwitz
u früheren Zeiten war es die Teichmühle. Nun erwarb der Liebschwitzer Kaufmann und Händler Rudolf Julius Heiland die Obermühle. Zunächst aber war Krieg und das Mahl- und Handelsgut wurde knapper. Das Wasserrad war zu dieser Zeit ebenfalls marode und die Technik der Wasserkraft hatte sich ihrerseits weiterentwickelt. Mitte der 1920er Jahre, die Dampfmaschine und der Schornstein waren schon abgerissen, wurde eine sogenannte Francis-Spiralturbine mit Dynamo eingebaut. Die neue Turbine brachte bei voller Beaufschlagung stattliche 14,4 PS. Der Generator diente der Selbstversorgung mit Strom. Die beiden Neuanschaffungen liefen, wenn der Teich genug Wasser hatte, welches bei der "durstigen" Turbine schnell abnahm. Den fortwährenden Betrieb konnte dann aber nur ein Dieselmotor garantieren, welcher in den 1930er Jahren im ehemaligen Maschinenhaus eingebracht wurde. Als während des Zweiten Weltkriegs dann das Dieselöl knapp wurde, musste das Stadtgas den Kraftstoff ersetzen.
1913 Kaum Gäste im blauen Hecht
m Jahr 1837 hatte man in Liebschwitz den Gasthof "Zum blauen Hecht" errichtet und ihn in der Folge zu einem florierenden Geschäft gemacht. Der erste Niedergang erfolgte ab 1892, als die Liebschwitzer Eisenbahnstrecke direkt am Gasthof vorbeiführte und damit die Gäste ausblieben. Bis zum beginn des Ersten Weltkrieges waren dann die Geschäfte dort noch einigermaßen zufriedenstellend. Danach ging es nur noch bergab. Der Gasthof wurde 1916 verkauft und wechselte dann bis 1922 noch vier Mal den Besitzer. An ein gutes Geschäft und Stammpublikum war also nicht mehr zu denken. Ab 1922 übernahm die Firma Elze & Heß die nunmehr verwaiste Gaststätte und errichtete nach weiteren An- und Umbauten dort eine Eisengießerei. Im Jahr 1927 erwarb Julius Fischer den Betrieb und führte ihn bis zur Weltwirtschaftskrise mit 20 Mann personal weiter. (Im sogenannten "Krels" wo einst auch das Wasser für Liebschwitz geführt wurde, wurde eine eiserne Schachtabdeckung als Zeugnis der Fischerischen Gießerei erhalten.)
1913 Otto Dix auf Reisen
m Jahr 1913, kurz vor dem Beginn des Ersten Weltkrieges, unternahm Otto Dix eine Reise zu Studienzwecken nach Österreich und Italien. Danach musste der Geraer maler, wie so viele anderen jungen Männer auch, in den Jahren von 1914 bis 1918 als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg teilnehmen. Er kam als MG-Schütze und durch die Feldartillerie an die Front nach Frankreich, Flandern und Russland. Seine Erfahrungen und Eindrücke vom Krieg wirken in seinen Bildern nach. Sein Werk "Schützengraben" gilt als massivste Anklage gegen das Kriegstreiben. Aber auch in anderen Bildern stellte er seine Kritik an der Gesellschaft dar ? so wie in den Titeln "Der Streichholzhändler", "Prager Straße", "Venus des kapitalistischen Zeitalters" oder "Großstadt".
1913 Das Ende des Weißbachschen Hauses
m Weißbachschen Haus in Liebschwitz wohnte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts der ortsansässige Arzt Dr. Ose, eine ehemaliger Dresdener Militärarzt. Das einzige erhalten gebliebene Bild welches allerdings auch nur das Dach des Anwesens zeigte, ist auf einer Postkarte von 1905 erhalten geblieben. Im Jahr 1913 wurde das Haus ein Raub der Flammen und wurde in seiner bis dahin bestehenden Art nicht wiedererrichtet. Später entstand an gleicher Stelle das Doppelhaus Salzstraße 141/143, der sogenannte Schafstall.
1913 Ein Großspinnereibetrieb
ie Gera-Greizer Kammgarnspinnerei war ein expandierendes Unternehmen und hatte viele Menschen in Lohn und Brot. Im Jahr 1913 arbeiteten dort 736 Personen.
1913 Geraer Textilverarbeitung
n Gera gab es nicht nur die Stoffhersteller wie Webereien oder Wirkereien, sondern auch die Textilveredler wie Färbereien oder Appreturanstalten, von denen es zusammen schon 16 gab. (Appretur, frz. apprèt für "Ausrüstung, Zurichtung" bezeichnet die veredelnde Behandlung von Stoffen und Textilien, aber auch Garnen und Fasern sowie Papier und Leder, um ihnen ein besonderes Aussehen und/oder bestimmte Eigenschaften zu geben. Dazu gehören besondere Oberflächenstrukturen, Steifheit, Weichheit, Glanz, Dichte, Glätte, Geschmeidigkeit, aber auch wasserabweisende, antistatische, flammhemmende oder antimikrobielle Ausrüstungen. Die Vorbehandlung und das Kolorieren der Textilien (Drucken, Bleichen, Färben) sind Prozesse, die vor der Appretur stattfinden.)
1913 Kanalisationsbau
it dem Bau der Kanalisation im unteren Dorf in Trebnitz wurde im Jahr 1913 begonnen. Die Abwässer der Gemeinde sollten nun nicht mehr offen durch den Ort geleitet werden. das entsprach den nun geltenden Hygienebestimmungen in Deutschland, die nun allerorts umgesetzt werden mussten.
1913 Ein Kunstwerk von Richard Engelmann
ichard Engelmann, geboren am 5. Dezember 1868 in Bayreuth und verstorben 11. September 1966 im Alter von fast 98 Jahren in Kirchzarten, war ein deutsch-jüdischer Bildhauer. Nach dem Studium und nachfolgenden Studienaufenthalten wurde er 1913 mit Unterstützung des Worpsweder Künstlers Fritz Mackensen als Professor an die Hochschule für bildende Kunst in Weimar berufen als Leiter der Bildhauerabteilung. Im Jahre 1930 wurde er von dem völkischen Architekten und Akademiedirektor Paul Schultze-Naumburg von seinem Amt entfernt. Seit 1935 wurde Engelmann durch die Reichskammer der bildenden Künste ein Berufsverbot erteilt. "... da Sie Nichtarier sind und als solcher die für die Schaffung von deutschen Kulturgütern erforderliche Zuverlässigkeit und Eignung nicht besitzen." Er verbrachte die folgenden Jahre des Nationalsozialismus ab 1936 in der Zurückgezogenheit des badischen Kirchzarten bei Freiburg. Wegen seiner Mischehe wurde er im Rahmen der Wagner-Bürckel-Aktion nicht in das französische Camp de Gurs deportiert. Die meisten seiner Werke finden sich in Freiburg im Breisgau. Einige davon wurden bereits vor den Weltkriegen gefertigt, darunter das Kauerndes Mädchen (um 1913/14), dessen Kopie sich im Innenhof der Alten Universität befindet, während das sich das Original im Garten der von Henry van de Velde erbauten Villa Schulenburg in Gera befindet.

1913 Die Hermsdorfer Turner
er Turnerbund "Gut Heil" nahm in diesem Jahr mit großem Erfolg am 12. Deutschen Turnfest in Leipzig teil. Der Hermsdorfer Turnerbund war im Jahr 1887 aus der Taufe gehoben worden, in einer Zeit, als in vielen Orten Deutschlands Turn- und Sportvereine gegründet wurden, die zumeist aus der Arbeiterschaft hervorgegangen waren.
1913 Aus dem Adressbuch
m "Deutsches Auto-Adressbuch 1913" des ADAC war für Hermsdorf vermerkt worden: HERMSDORF, S.A. (322 m) Einwohner 3.700. Das S.A. stand für Sachsen-Altenburg und die 322 m war die Höhe des Ortes über dem Meeresspiegel.
1913 Verkauf der OB Villa
er aus Wüstfalke stammende Baumeister Otto Böhme (OB) hatte im Jahr 1908 in Liebschwitz eine Wohnvilla errichten lassen und sich in der Folge wohl finanziell übernommen. Wenige Jahre nach der Errichtung kam es zur Zwangsversteigerung und dann zu mehreren Besitzerwechseln. Im Jahr 1913 bekam Otto Wolf, einer der Geschäftsführer der Liebschwitzer Brauerei (Wolf & Ronneburger) den Zuschlag für das Anwesen.
1913 Eine neue Flughalle
m Jahr 1913, ein Jahr vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges, wurde die neue Flughalle Zschippern auf dem Grund und Boden des Thränitzer Rittergutes erbaut. Die feierliche Einweihung erfolgte dann im Oktober des Jahres 1913. Leider wurde die Flughalle in Zschippern schon kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wieder abgebrochen, aber in der Nähe von Zwickau (Sachsen) wieder aufgebaut.
15.01.1913 Otto Worms geboren
tto Worms arbeitete als bekennender Geraer Widerstandskämpfer in der HESCHO in Hermsdorf mit sowjetischen Kriegsgefangenen zusammen und verhalf Naum Spektor zur Flucht. Otto Worms wurde von der Gestapo (Geheime Staatspolizei) verhaftet und bei der Vernehmung am 12. März 1943 in Gera erschlagen.

02.02.1913 Eröffnung einer Wanderausstellung
as Tuberkulose-Museum eröffnete eine Wanderausstellung in der Festhalle der Schützengesellschaft. Finanziert und organisiert wurde die Ausstellung von der Thüringer Landes-Versicherungsanstalt für Gera und Umgebung.
18.02.1913 Gemeinderatswahl
as Ergebnis der Gemeinderatswahl ergab, dass 4 bürgerliche Abgeordnete und 9 sozialdemokratische Abgeordnete die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnten.
16.03.1913 Streik in Gera
era war zur Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert eine Industriestadt mit vielen Arbeitern. Oft kam es in dieser Zeit zu Streiks und Aussperrungen, wenn die Arbeiter für ihre Rechte kämpften. Vom 16. März bis zum 22. Mai 1913 waren die Geraer Malergesellen im Ausstand.
12.04.1913 Nach dem Tod des Fürsten
urch den Bürgermeister von Trebnitz wurde das Ableben des Landesherren Fürst Heinrich der XIV. bekanntgegeben. Sein Nachfolger wurde Heinrich XXVII.
14.04.1913 Die Franz Liszt Straße
m sogenannten "Musikerviertel" im Stadtteil Heinrichsgrün, zwischen der Tschaikowskistraße und der Mozartstraße wurde an diesem Tag zu Ehren des Komponisten und begnadeten Klaviervirtuosen Franz Liszt (22.10.1811-31.07.1886) eine Straße, die "Franz-Liszt-Straße", nach ihm benannt.
14.04.1913 Wie die Lortzingstraße entstand
ie Lortzingstraße ist im Stadtteil Heinrichsgrün zu finden. Dort wurde zu Ehren des Komponisten Albert Lotzing (23.10.1801-21.01.1851 eine Straße nach ihm benannt. Albert Lortzing war Berliner, gastierte aber im Jahr 1850 im alten Theater am Geraer Puschkinplatz. Das Reußische Theater am Küchengarten wurde erst im Jahr 1902 eröffnet.
14.04.1913 Die Sebastian-Bach-Straße in Heinrichsgrün
n diesem Tag wurde die neue Straße ab der Tschaikowskystraße im Geraer Stadtteil Heinrichsgrün nach dem Komponisten Johann Sebastian Bach benannt. Johann Sebastian Bach (21.03.1685-28.07.1750) weilte am 25. Juni 1724 in Gera um die Orgeln in der Johanniskirche und der Salvatorkirche zu begutachten. Das war allerdings nicht der Grund der Namensgebung der Straße, sondern in Heinrichsgrün wurden mehrere Straße nach bedeutenden Musikern und Komponisten benannt. Man sprach auch vom Musikerviertel.
14.04.1913 Die Wilhelm Herfurth Straße in Gera
n diesem Tag wurde die Straße zwischen der "Hainbergstraße" und der "Mozartstraße" im Geraer Stadtteil Heinrichsgrün in "Wilhelm-Herfurth-Straße" benannt. Das geschah in Erinnerung an den Geraer Stadtmusikdirektor Wilhelm Herfurth (28.05.1825-29.11.1906), welcher sich bedeutendste Verdienste um das Geraer Musikleben erworben hatte. Zwischen 1859 und 1895 begleitete er das Amt des Geraer Stadtmusikdirektors und ging danach in den Ruhestand.
17.04.1913 Der Händelplatz in Heinrichsgrün
n diesem Tag wurde der zentrale Platz in der Gartensiedlung Heinrichsgrün nach dem Komponisten Georg Friedrich Händel (23.02.1685-14.04.1759) in "Händelplatz" benannt.
25.04.1913 Ein Unglück in Hermsdorf
n der Nacht vom 25. zum 26. April 1913, von einem Freitag zum einem Samstag, ereignete sich ein schrecklicher Unglücksfall. Der Bäcker- und Konditormeister Felix Rühling begab sich 23:30 Uhr in die im Kellergeschoss befindliche Bäckerei. Als er das Licht einschaltete, erfolgte plötzlich eine Gasexplosion. Felix Rühling wurde regelrecht gegen die Treppe geschleudert, sämtliche Fenster und Türen im Keller und im Erdgeschoss wurden förmlich herausgesprengt und zersplittert, Wände wurden eingedrückt und das Mobiliar des Cafes zum Teil zertrümmert. Zum Zeitpunkt der Katastrophe befanden sich glücklicher Weise keine Gäste im Cafe. Am Büfett stehende Personen kamen mit dem Schrecken davon. Felix Rühling erlitt schwere Brandwunden und wurde nach der ersten ärztlichen Hilfe mit dem Auto des Baumeisters Moritz in die Klinik nach Jena gebracht, wo seine Verletzungen zwar als schwere, erfreulicherweise aber als nicht lebensgefährlich befunden wurden. Der gesamte Materialschaden wurde auf einige Tausend Mark eingeschätzt. Gebäude und Mobiliar waren versichert. Herr Rühling war jedoch einige Wochen zuvor aus der Unfallversicherung wieder ausgetreten. Die Ursache der Explosion wurde darauf zurückgeführt, dass aus einem Hahn im Keller Gas entwichen war. Durch die Explosion wurden alle Nachbargebäude erschüttert, selbst in den Nachbarorten Klosterlausnitz und Weißenborn wurde sie wahrgenommen.
04.05.1913 Das 11. Pistolenbundschießen
om 04. bis zum 06.05 fand das 11. Deutsche Pistolenbundschießen an den neu gebauten Pistolenständen auf dem Geraer Schützenplatz statt. Es gab einen Einzelwettkampf und ein Gruppenschießen.
Den ersten Preis im Hauptschießen errang W. Fischer aus Halle.
Beim Gruppenschießen wurde die Gruppe aus Gera Fünfter. Für Gera angetreten waren die Herren Narr, Ziegengeist und Heidenreich.
07.05.1913 Elly-Viola Nahmmacher geboren
lly-Viola Nahmmacher war Bildhauerin und religiöse Inspiration. Elly-Viola Nahmmacher wurde in Gera Neu-Untermhaus als Tochter des Mechanikers und Lokomotivführers Otto Friedrich Müller geboren. Nach dem Schulbesuch arbeitete sie 1930 in einer Buchhandlung in Greiz. 1934 begann sie ihre Bildhauerlehre bei Eva Eisenlohr. In dieser Zeit lernte sie Rudolf Steiner kennen setzte sich mit der Anthroposophie auseinander. Nach Ende der Bildhauerlehre wandte sie sich auch dem Zeichnen zu. 1938 arbeitete sie im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz. Im gleichen Jahr heiratete sie den Arzt Dr. med. Wilhelm Nahmmacher. Es folgten Studien bei Emil Mund (Chemnitz) und bei Renée Sintenis (Berlin). Wenig später Geburt der Töchter Eva-Maria und Silke-Viola. 1942 hatte sie auf der Leipziger Messe ihre erste Ausstellung mit Tierplastiken. Seit Kriegsende lebte sie als freischaffende Künstlerin in Greiz. Bildung der "Greizer Künstlervereinigung" und verschiedene Ausstellungen in Thüringen. 1950 wendete sie sich der dezidiert der christlichen Kunst zu. 1951 kehrte Johannes Berthold nach Greiz zurück. Es begannen Jahre der künstlerischen Zusammenarbeit. Elly-Viola Nahmmacher erweiterte in den 1950er und 1960er Jahren ihr Material- und Formrepertoire (Stahl, Kupfer, Emaille, Plexiglas, Epoxidharz...). Ihre erste Ausstellung außerhalb der DDR hatte sie 1961. 1965 lernte sie Reiner Kunze kennen. Er vermittelte eine Ausstellung in der Tschechoslowakei. 1970 konnte sie nach Spanien reisen. Es folgten mehrere Ausstellungen in den USA. 1975 wurde sie aus dem Verband Bildender Künstler der DDR ausgeschlossen. Das von ihr 1977 geschaffene Grabdenkmal für Oskar Brüsewitz ("Feuerapokalypse") durfte nicht auf dem Friedhof in Rippicha aufgestellt werden. Die Stele wurde von der Stasi "abgekauft". In den folgenden Jahren wurde die Künstlerin bei jeder Form öffentlichen Ausstellens oder Auftretens behindert. 1993 zog sie nach Weimar. Sie verstarb am 5. Mai 2000 in Kromsdorf bei Weimar.
11.05.1913 Ein Pfingsttreffen in Jena
n diesem Jahr, kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, traf sich die Geraer Arbeiterjugendtruppe gemeinsam mit anderen Gleichgesinnten auf dem Pfingsttreffen in Jena. Die Geraer Arbeiterjugend hatte schon zu diesem Zeitpunkt eine eigene Fahne, welch auf dem Pfingsttreffen auch gut sichtbar wehte.
18.06.1913 Heiner Rothfuchs geboren
einer Rothfuchs wurde in Wünschendorf/Elster bei Gera geboren und war ein deutscher Illustrator und Hochschullehrer. Bis 1929 besuchte er das Gymnasium in Gera und bis 1933 machte er eine Ausbildung als Maler/Anstreicher. In der Freizeit studierte er autodidaktisch zeichnerische Tier- und Naturstudien. Ab 1936 war er freischaffender Künstler in Leipzig, wo er erste Illustrationsaufträge für Jugendbücher, Jugendzeitschriften, schöngeistige Literatur bekam. Von 1940 bis 1945 war er Soldat im Zweiten Weltkrieg. Gegen Kriegsende geriet er in Kriegsgefangenschaft. 1946 wurde er nach Wiesbaden entlassen, da mittlerweile seine Familie dorthin übergesiedelt war. Ab 1947 war er Zeichenlehrer in der Gewerbeschule Wiesbaden, der späteren Werk- und Kunstschule. Heiner Rothfuchs war Leiter der Fachklasse für Illustration und Wissenschaftliche Grafik. Die Wissenschaftliche Grafik wurde erstmals von Rothfuchs als spezialisiertes Arbeits- und Unterrichtsgebiet entwickelt. 1960 bis 1969 erfolgte eine Unterbrechung seiner Lehrtätigkeit und nahm seine Tätigkeit als freier Maler, Illustrator und Graphiker auf. Zahlreiche Studienreisen führten ihn nach Nordafrika, Persien, Südafrika und Namibia. 1970 nahm er die Lehrtätigkeit an der Fachhochschule Wiesbaden wieder auf und im gleichen Jahr machte er eine staatliche Abschlussprüfung als graduierter Designer. Er verstarb am 27. Juli 2000.
18.06.1913 Heiner Rothfuchs geboren
einer Rothfuchs, geboren am 18. Juni 1913 in Wünschendorf/Elster in Thüringen und verstorben am 27. Juli 2000, war ein deutscher Illustrator und Hochschullehrer. Bis 1929 besuchte er das Gymnasium in Gera. Von 1929 bis 1933 machte er eine Ausbildung als Maler/Anstreicher in Leipzig. Danach arbeitete er bis 1935 als Maler/Anstreicher in einem Handwerksbetrieb in Leipzig. In der Freizeit studierte er autodidaktisch zeichnerische Tier- und Naturstudien. Ab 1936 war er freischaffender Künstler in Leipzig, wo er erste Illustrationsaufträge für Jugendbücher, Jugendzeitschriften, schöngeistige Literatur bekam. 1938 siedelte er nach Potsdam über. Von 1940 bis 1945 war er Soldat im Zweiten Weltkrieg . Gegen Kriegsende geriet er in Kriegsgefangenschaft. 1946 wurde er nach Wiesbaden entlassen, da mittlerweile seine Familie dorthin übergesiedelt war. Ab 1947 war er Zeichenlehrer in der Gewerbeschule Wiesbaden, der späteren Werk- und Kunstschule. Heiner Rothfuchs war Leiter der Fachklasse für Illustration und Wissenschaftliche Grafik. Die Wissenschaftliche Grafik wurde erstmals von H. Rothfuchs als spezialisiertes Arbeits- und Unterrichtsgebiet entwickelt. 1960 bis 1969 Unterbrechung der Lehrtätigkeit. Tätigkeit als freier Maler, Illustrator, Graphiker. Zahlreiche Studienreisen nach Nordafrika, Persien, Südafrika und Namibia. 1970 nahm er die Lehrtätigkeit an der Fachhochschule Wiesbaden wieder auf. 1970 machte er eine staatliche Abschlussprüfung als graduierter Designer. Heiner Rothfuchs interessierte sich zeitlebens für Zoologie, Ethnologie, Archäologie und verwandte Naturwissenschaften sowie besonders für bildende Kunst. Das spiegelt sich sehr deutlich in seinen Arbeiten wider. Schon als Jugendlicher begann er in seiner Freizeit ständig zu zeichnen. Seine hervorragende Beobachtungsgabe und seine zeichnerische Begabung ermöglichten es ihm, sich fortwährend autodidaktisch weiter zu entwickeln. Neben seiner Lehrtätigkeit hatte er Aufträge als Illustrator für Verlage wie W. Fischer, Bertelsmann, Ensslin & Laiblin, Rütten & Loening, Voggenreiter Verlag, Klett, Herold, Herder, Schroedel, Brockhaus, Matthias Grünewald, Bibliogr. Institut Mannheim, Hoch-Verlag, Franck?sche Verlagsbuchhandlung, Wasmuth, Schaffstein, Schott Music, Müller-Schindler, Südmarkverlag etc. Im Sonnen-Verlag Josef Wiroth erschien im Jahr 1946 das Kinderbuch "Das böse Krokodil", in welchem Rothfuchs für Text und Zeichnungen verantwortlich war. Er illustrierte Jugend- und Schulbücher, Klassiker der Weltliteratur, bibliophile Werke und arbeitete an Enzyklopädien mit. Für Museen wie das Natur- und Jagdmuseum in Brüggen, das Naturkundliche Museum in Wiesbaden u.ä. gestaltete er großflächige Dioramen für Schaukästen und Vitrinen. Seine Zeichnungen, Aquarelle, Tempera- und Ölbilder, Radierungen, Lithographien und Holzschnitte wurden in Ausstellungen u.a. in Wiesbaden, Johannesburg, Burg Waldeck im Hunsrück, Hünstetten, Biedenkopf, Frankfurt/Main und Windhoek gezeigt. Heiner Rothfuchs war Mitglied des Nerother Wandervogel und Gründer des "Nerother Werkordens".
24.06.1913 Grundsteinlegung für das Krankenhaus
ine in den Grundstein für das Waldkrankenhaus eingelegte Büchse enthielt die verschiedensten Dinge, die für eine Grundsteinlegung üblich waren.Darunter waren unter anderem das gedruckte Bauprogramm, je eine Ausgabe der in Gera erscheinenden Tageszeitungen, gestiftete Kursmünzen und eine Urkunde über den Festakt der Grundsteinlegung.
24.06.1913 Grundsteinlegung am Roten Rain
n diesem Tag erfolgte die Grundsteinlegung für das neue Geraer Krankenhaus am "Roten Rain". So hieß das Gelände im Stadtwald wegen des Untergrundes aus Buntsandstein. Das neue Klinikum sollte weit außerhalb der Innenstadt errichtet werden. Das Grundstück wurde 1912 für 100.000,- Mark von der Forstverwaltung erworben. Die Rodungsarbeiten waren sofort in Angriff genommen worden und schon im Februar 1913 begannen die Erdarbeiten. Die Bauleitung für die veranschlagte Bauzeit von 30 Monaten hatte Stadtarchitekt Max Hubricht.
07.1913 Fundchronik
ie Polizeiinspektion Gera veröffentlichte für den Monat Juli die Fundchronik der abgegebenen Fundsachen. Darunter waren unter anderem:
  • zwei Damenkleider
  • zwei Damenschürzen
  • drei Regenschirme
  • ein Marktnetz mit Kartoffeln
  • drei Eisenbolzen
  • eine silberne Damenuhr
  • sechs Geldbörsen
  • ein Paar Glaceehandschuhe
  • eine Herrenuhr mit Kette
  • zwei junge Hähnchen - ...tod oder lebendig? 
07.1913 Der medizinische Bauherr Schomburg
ährend der Geraer Stadtarchitekt Max Hubricht die Bauaufsicht für das Projekt neues s Krankenhaus im Stadtwald hatte, wurde das medizinische Bauprogramm in die Hände von Dr. Hermann Schomburg gelegt. Der Geheime Sanitätsrat kümmerte sich um die Lösung der für die Ärzte wichtigen Details im Innenraum. Um die Heizungs- und Sanitärtechnik kümmerte sich ein gewisser Professor Hüttig aus Dresden. Die Malerarbeiten wurden von der Geraer Firma Oehme ausgeführt.
05.07.1913 Landwirtschaftliche Tierschau
uf dem Schützenplatz fand vom 05.07. bis zum 07.07. des Jahres die Landwirtschaftliche Tierschau und Ausstellung statt. Es sollte verdeutlicht werden, das  es im industriell geprägten Gera auch eine leistungsfähige Landwirtschaft zu diesem Zeitpunkt gab.
05.07.1913 Adolf Buchholz geboren
eboren wurde Buchholz in Berlin-Spandau, sein Vater arbeitete als Maurer. Er besuchte die Grundschule und machte danach eine Ausbildung als Former, ein Beruf den er auch danach ausübte. In dieser Zeit wurde er Mitglied der Arbeitersportbewegung und ab dem Jahr 1926 gehörte er zum Jung-Spartakus-Bund. Im Jahr ging er zum 1928 DMV (Deutscher Metallarbeiterverband) und zum KJVD und wurde Politischer Leiter des KJVD Berlin-Spandau und Jugendsekretär beim Einheitsverband der Metallarbeiter Berlins. Im Jahr 1932 wurde er Mitglied der KPD und der KJVD-BL Berlin (Kommunistischer Jugendverband Deutschlands), 1932 des ZK des KJVD, im Jan. 1933 Organisationsleiter des KJVD Berlin-Brandenburg und wurde in der illegalen politischen Arbeit ("Appel") tätig.

Zusatzinformationen
17.07.1913 Großer "Bahnhof" am Südbahnhof
er neue Sächsische Staatsbahnhof (heute Südbahnhof) am Sachsenplatz wurde nach seiner Fertigstellung feierlich dem Verkehr übergeben.
16.08.1913 Die Gartenbauausstellung
m Garten der Bürgererholung fand eine große Gartenbauausstellung statt. Gärtner Paul Fiedler eröffnete die Ausstellung. Im Mittelpunkt standen die neuzeitlichen Bestrebungen in der Gestaltung von Haus-, Fenster-, Balkon- und Friedhofsschmuck. Gera hatte durch den Gartenstadtteil Heinrichsgrün eine Gartenbautradition.
13.09.1913 Ein Dix-Plakat in Berlin
m 13. September 1913 eröffnete Fritz Bühler in Berlin im Hof der Auguststraße 24/25 das Tanzlokal "Bühlers Ballhaus". Bekannt wurde es unter dem Namen "Clärchens Ballhaus", wie es seine Witwe Clara nannte, nachdem der Wirt im Ersten Weltkrieg gefallen war und sie das Lokal weiterführte. Wann das Gebäude errichtet wurde, weiß niemand so genau, denn sämtliche Bauakten gingen in den Kriegswirren verloren. Doch Geschichten und Anekdoten gibt es viele. So gab sich Franz Biberkopf, der Held in Alfred Döblins "Berlin Alexanderplatz" (1929), als Stammgast des Ballhauses zu erkennen, der sich, nach dem Verlust seines Arms wieder bei Kräften, mit seinem Freund Meck dort vergnügen will. Gleich neben der Theke hatte Heinrich Zille einen Stammplatz, an dem er saß und zeichnete. Und Otto Dix (1891-1969), der Geraer Maler, schuf das Plakat, das noch heute für die Werbung des Lokals verwendet wird. Bis in die 1940er Jahre vergnügte man sich in zwei Sälen. Während unten im großen Saal das Volk zu Gassenhauern schwofte, trafen sich im Spiegelsaal mit wilhelminischem Prunk die vornehmeren Damen und Herren. Im Keller gab es eine Kegelbahn. 1944 aber, als im August Josef Goebbels "alle öffentlichen Veranstaltungen nicht kriegsgemäßen Charakters" verbat, fanden im unteren Saal allenfalls noch Stricknachmittage und Kaffeekränzchen statt, während der obere Saal ein Offizierskasino gewesen sein soll.
17.09.1913 Paul Roscher geboren
aul Roscher war ein deutscher Politiker (KPD/SED). Er wurde als Sohn des späteren KPD-Funktionärs und Reichstagsabgeordneten Max Roscher geboren. Nach dem Besuch der Volksschule machte er eine Ausbildung zum Maschinenschlosser. 1928 wurde er Mitglied des KJVD und des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes. 1932 trat er der KPD bei. 1933 beteiligte er sich aktiv am Widerstand gegen den Nationalsozialismus, wurde 1935 verhaftet und zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, anschließend Haft in einem KZ-Moorlager im Emsland. Später wurde er in das Strafbataillon 999 der Wehrmacht eingezogen und geriet in französische Kriegsgefangenschaft. 1947 kehrte er nach Deutschland (in die SBZ) zurück und wurde Mitglied der SED. Er war vorübergehend Sekretär der SED-Kreisleitung in Marienberg. Anschließend war er von 1949 bis 1952 Abteilungsleiter in der SED-Landesleitung Sachsen, dann 1952 bis 1954 Sekretär für Landwirtschaft der SED-Bezirksleitung Leipzig. 1954/1955 studierte er an der Parteihochschule "Karl Marx" und erwarb einen Abschluss zum Diplom-Gesellschaftswissenschaftler. Nach dem Studium wurde er zunächst 1955 Sekretär für Landwirtschaft, dann 1958/1959 Zweiter Sekretär der SED-Bezirksleitung Erfurt. Von 1959 bis 1963 fungierte Roscher als Erster Sekretär der SED-Bezirksleitung Gera, von 1963 bis 1976 als Erster Sekretär der SED-Bezirksleitung Karl-Marx-Stadt. Von 1963 bis 1989 war er zudem Mitglied des ZK der SED, von 1963 bis 1981 Mitglied der Volkskammer. Er verstarb am 24. August 1993.
17.09.1913 Paul Roscher geboren
aul Roscher, Sohn des Widerstandskämpfers Max Roscher, trat 1932 in die KPD ein, wurde 1935 vom OLG Dresden zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Jahr 1942 wurde er zum berüchtigten Strafbataillon 999 eingezogen und geriet in der Folge in französische Kriegsgefangenschaft, nachdem die Franzosen als Alliierte in Deutschland einmarschiert waren. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1947, wurde er in der SBZ (Sowjetische Besatzungszone, später die DDR) hauptamtlicher SED-Funktionär. Ab dem Jahr 1959 war er 1. Sekretär im Bezirk Gera und von 1963 bis 1976 im Bezirk Karl-Marx-Stadt. Von 1963 bis zur politischen Wende im Herbst 1989 gehörte Paul Roscher dem ZK der SED an. Er verstarb am 24. August 1993. (Quelle: Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“)

10.1913 Zensur der Kinofilme
eit dem Jahr 1906 gab es in der Heinrichstraße 26 in der Gemeinde Debschwitz ein Kino. Das neue Medium hatte schnell viele Anhänger gefunden und die Betreiber der Kinos wollten den Zuschauern spannende Filme bieten. Es gab zu dieser Zeit schon viele Film-Produktionen und die Kontrolleure waren oftmals überfordert mit ihrer Arbeit. Oft musste daher ein Gemeindevertreter die Filme vor der eigentlichen Aufführung erst ansehen. Im Oktober 1913 war der Film "Villa Stillfried" zur Aufführung angezeigt, aber die Staatsgewalt demonstrierte hier ihre Macht und wollte den Film kurzer Hand absetzen. Man hatte befürchtet, das dieser Spionagefilm zu Nachahmungen anregen könnte, schließlich befand man sich in politisch unsicheren Zeiten und der Erste Weltkrieg stand unmittelbar bevor. Es blieb bei einer Kontrolle durch die Polizei, den Rektor Geweninger und einigen Informanten.
13.10.1913 Die Hermsdorfer Sanitätskolonne
m 13.10.1913 wurde auf Betreiben des Vorsitzenden des Roten Kreuz S.A. und 1. Vorsitzenden des Landeskriegerverbandes (Geheimrat Schenk - Altenburg), durch Mitglieder des Militärvereins die Hermsdorfer Sanitätskolonnen gegründet. Diese stand unter Leitung des Kolonnenführer Ernst Kunze und des Kolonnenarztes Dr. Schuster. Im Rahmen der Trennung der Großgemeinde Hermsdorf-Klosterlausnitz-Weißenborn trennte sich auch die Sanitätskolonne in zwei selbstständige Einheiten.
18.10.1913 Volksfest in Gera zur Völkerschlacht bei Leipzig
ie Jahrhundertfeier zu Ehren der Völkerschlacht bei Leipzig am 18. und 19. Oktober1913 gestaltete sich in Gera zu einem Volksfest. Die Schüler hatten Ferien, sämtliche Kirchenglocken wurden geläutet, ein großer Fackelzug von der Friedrich Ludwig Jahn Straße durch die Stadt nach den Hofwiesen und viele andere Veranstaltungen prägten diesen Tag.100 Jahre waren seit der Schlacht vergangen.
Zusatzinformationen
26.11.1913 Der Salon Fischmann
m 26. November 1913 meldete der Geraer Unternehmer Ernst Fischmann in der Stadt sein "Barbier- und Friseurgeschäft" an. Der zu dieser Zeit zuständige "Stadtrat der Haupt- und Residenzstadt Gera" bestätigte die Anmeldung schriftlich. Das war ein für diese Zeit normaler Vorgang im Geschäftsgebaren.
30.11.1913 Vertrag mit dem E-Werk
ie Gemeinde Hermsdorf und das Elektrizitätswerk Walter Völkel schlossen an diesem Tag einen Vertrag, der dem Werk die Monopolstellung im Ort sicherte. Die damalige Leistung des Werkes betrug 500 PS = 350 kW. Ein Zitat aus dem Vertrag konnte erhalten werden: "Die Firma ist verpflichtet, für die Straßenbeleuchtung der Gemeinde an mindestens 250 Tagen des Jahres in nachstehender Weise zu sorgen. Es müssen brennen: 1. Eine halbe Stunde nach Sonnuntergang bis 12.00 Uhr nachts 6 Osramlampen von 25 NK. 2. Von 12.00 Uhr nachts bis zur Morgendämmerung 20 Richtungslampen."
12.1913 Grußkarten eroberten das Deutsche Reich
um Ende des Jahres konnte die Reichspost bilanzieren, dass sie im abgelaufenen Jahr fast 2 Milliarden Postkarten befördert hatte. Damit hatte durchschnittlich gerechnet jeder Geraer als Bürger des Deutschen Reiches in diesem Jahr 30 Postkarten verschickt.
12.1913 Heinrich Leo & Söhne
m Ende des Jahres 1913 traten die Söhne des Firmengründers Heinrich Leo (1851-1932), Fritz, Hermann und Kurt Leo, in die Firma als persönlich haftende Gesellschafter ein. 1927 wird ihnen die Firmenleitung übertragen. Die Firma feiterte in diesem Jahr gleichzeitig ihr 50. Jubiläum.
10.12.1913 Wahl von Clemens Weisker zum Landtagsabgeordneten
rneut erreichte Dr. Clemens Weisker in seinem Wahlkreis den 3. Platz, der ihm den Wiedereinzug in den Landtag sicherte. Dort wurde der bekannte Geraer Mediziner wieder in den Finanzausschuss und als stellvertretendes Mitglied des Landtagsausschusses gewählt.
14.12.1913 Herbert Enke geboren
erbert Enke war ein Geraer Künstler, welcher aber vor allem zu Zeiten der DDR von sich reden machte. So schuf er im Jahr 1965, als die Debschwitzer neue Schule eröffnet wurde, eine dreiteilige Plastik aus Metall. Diese "zierte" die Schule auch noch vier Jahre nach seinem Tod im Jahr 2005, was aber in der Neuzeit mehr und mehr für Diskussionsstoff sorgte.

Zusatzinformationen
25.12.1913 Erich Kurschinski geboren
eboren wurde er in Düsseldorf, sein Vater war Arbeiter. Nach dem Besuch der Volksschule wurde er Metallarbeiter und im Jahr 1929 Mitglied im KJVD (Kommunistischen Jugendverband Deutschlands). Im Jahr 1933 musste er nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in das Saargebiet emigrieren, wurde Unterbezirksführer des KJV (Kommunistischen Jugendverbandes), ging 1935 nach Frankreich und war in den Jahren 1936 bis 1939 Teilnehmer am Spanischen Bürgerkrieg als Leutnant der 11. Internationalen Brigade. Ab 1938 war er Mitglied der KP (Kommunistischen Partei) Spaniens, von Februar 1939 bis April 1941 in Frankreich interniert, im April 1941 vom SD (Sicherheitsdienst) in Paris verhaftet, erfolgte die Überführung nach Düsseldorf und im Oktober 1941 die Verurteilung durch den II. Strafsenat des OLG (Oberlandsgericht) Hamm (Westfalen) wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu 15 Monaten Gefängnis mit anschließender Haft im KZ (Konzentrationslager Buchenwald. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 erfolgte der Eintritt in die DVP (Deutsche Volkspolizei) und er wurde Leiter und Direktor der Kreispolizei in Gera. 1946 wurde er Mitglied der SED, nachdem die KPD und die SPD im April 1946 zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) vereinigt worden waren. Später wurde er Leiter des VP-Kreisamtes Schleiz und im Jahr 1952 kam es zur Versetzung nach Berlin und zum Wechsel zum MfNV (Ministerium für Nationale Verteidigung, existent von 1956–1990) nach Strausberg. In den Jahren von 1958 bis 1960 war er der Leiter der Verwaltung Aufklärung des MfNV. Erich Kurschinski verstarb am 23. März 1970. (Quelle: Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“)

1914 Gründung des "Einquartierungsamtes"
m August wurde das „Einquartierungsamt" und  im September das „Kriegsunterstützungsamt“ gegründet.
Im Oktober und November wurden infolge der Räumung Oberschlesiens 2 070 männliche Personen über 17 Jahre in Gera untergebracht.
1914 Der Landgerichtspräsident starb
err Doktor jur. Heinrich Hagen, geboren im Jahr 1839, starb in Gera im 75. Lebensjahr. Von 1895 bis 1904 war er Landgerichtspräsident in Gera. Er war damit der ranghöchste Gerichtsrepräsentant und oberster Jurist in Gera über die Zeitspanne von fast einem Jahrzehnt. (Quelle Deutsche Verwaltungsgeschichte 1871-1900)

1914 Gartenschäden durch die Weltkriege
ie beiden Weltkriege von 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945 fügten der Geraer Gartenbaukultur und der Blumenzucht sowie dem Gemüseanbau schwere Schäden zu, die nur sehr langsam wieder beseitigt werden konnten und einen großen Kraftaufwand bedurften. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden sogar Blumenbeete für den Gemüseanbau genutzt.
1914 Ein neues Fries im Theater
n diesem Jahr fertigte Alexander Baranowsky nach Plänen von Professor Max Hans Kühne den Fries im Foyer und im Umgang in der ersten Etage.
1914 Das Theater schloss seine Pforten
a in diesem Jahr der Erste Weltkrieg begann, musste das Geraer Theater, wie viele andere Häuser in Deutschland auch, seinen Spielbetrieb einstellen. Die Schauspieler wurden zum Krieg eingezogen oder zum Kriegsdienst in der Rüstungsindustrie verpflichtet.
1914 Gründung des Volkshauses
n diesem Jahr wurde in Gera/Zwötzen das "Volkshaus" eingeweiht. Zunächst war es das Zwötzener Schützenhaus. Im Zweiten Weltkrieg war es Zwangsarbeiterlager und nach dem Krieg ein Flüchtlingslager.
1914 Ein neues Kühlhaus
urz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges (1914-1918) erhielt die Brauerei im Geraer Stadtteil Pforten ein Kühlhaus. Der Neubau wurde in den Gesamtkomplex der Brauerei integriert. Der Tiefkeller des Sudhauses auf dem Gelände diente im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzkeller.
1914 Der Preußenplatz in Gera
it der Eröffnung der ersten Eisenbahnverbindung in Gera im Jahr 1859 bekam die Stadt auch einen Bahnhof. Das erste Bahnhofsgebäude wurde, weil später zu klein und der Kapazität nicht mehr gewachsen, 1883 durch einen Neubau (der spätere Hauptbahnhof) ersetzt, der den Namen "Preußischer Bahnhof" erhielt. Der Platz vor dem Bahnhof, welcher ursprünglich durch einen Zaun umschlossen war, erhielt in Anlehnung in diesem Jahr den Namen "Preußenplatz".
1914 Horst Wenzel geboren
orst Wenzel wurde in Zeiten der DDR (1949-1990) als Mitglied der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) und als Vorsitzender des Rates des Bezirkes Gera bekannt. Letzteres Amt trat er am 20. Mai 1965 an und wurde am 28. März 1973 aus dem Amt wieder verabschiedet. Er hatte seinen Vorgänger Albert Wettengel abgelöst. Ein Jahr später, im Jahr 1974, verstarb der Parteifunktionär. Sein Nachfolger wurde Rudolf Bahmann.
1914 Ein Slawengrab in Collis
chon im Jahr 1827 war in der Gegend um den späteren Geraer Stadtteil Collis ein Grab aus der Bronzezeit entdeckt worden. Seit dieser zeit wurden dann dort regelmäßig archäologische Grabungen gemacht und im Jahr 1914 wurde ein Slawengrab mit 14 Gebeinen entdeckt. Viele Orte in der Umgebung von Gera waren einst slawischen Ursprungs, was die Existenz dieser Grabanlagen erklärt.(Die Bronzezeit war die Periode in der Geschichte der Menschheit, in der Metallgegenstände vorherrschend aus Bronze hergestellt wurden. Diese Epoche umfasste in Europa etwa den Zeitraum von 2200 v. Chr. bis 1200 v. Chr.)
1914 Kinderarbeit, Familienunterhalt und Musikförderung
uch in der Zeit des Ersten Weltkriegs (1914-1918) kam es in Gera zu Filmvorführungen in den Kinematographentheater. Aber es herrschte eine verschärfte Kinoverordnung. Der Musikdirektor, der am Klavier die Stummfilme begleitete, war zur Kriegsfront eingezogen worden und die Filme damit wirklich stumm, denn es fehlte die musikalische Dramaturgie. Ein Geraer Vater erwirkte daher für seinen minderjährigen Sohn eine Ausnahmegenehmigung zum Klavierspiel im Kino. Das war zwar auch eine Art Kinderarbeit, was zu dieser Zeit aber nicht unüblich war, förderte aber das musikalische Talent des Jungen und er trug überdies auch noch zum Familienunterhalt bei.
1914 Das Lazarett in der Heinrichstraße
n der Zeit des Ersten Weltkrieges diente die Geraer "Bürgererholung" in der Heinichstraße als Kriegslazarett. Das Lokal mit Biergarten wurde im Jahr 1803 vom Verein "Öffentliche Gesellschaft für Künstler und Handwerker" gegründet und nachdem dem Verein auch Nichtkünstler beigetreten waren in "Bürgererholung" umbenannt. Bis 1918 diente es nun als zentrales Lazarett zur Aufnahme der Geraer Kriegsverletzten. Später wurde das Etablissement als "Coma" bekannt.
1914 Fortschritt in der Zoitzmühle
ange Jahre hatten Pferdefuhrwerke die Getreidetransporte von und zur Zoitzmühle bewältigt, die als Planwagen oder Tafelwagen auch 2,5 bis 3,5 Tonnen transportieren konnten. Nun verringerte sich die Anzahl der Pferdefuhrwerke mit dem zunehmenden Einsatz von Automobilen immer mehr. Eine Branche starb so langsam aber sicher aus.
1914 Idyll auf Feldpostkarten
n diesem Jahr begann der Erste Weltkrieg und mit dem Kampf für Kaiser, Volk und Vaterland auch das große Leiden. Dieser Krieg spielte sich, im Gegensatz zum Zweiten Weltkrieg, noch nicht unmittelbar in den deutschen Städten ab, die Bevölkerung bekam von den Auseinandersetzungen oftmals nicht viel mit. Auf Geraer Feldpostkarten, die die Soldaten an der Front aus der Heimat erhielten spiegelte sich ein trügerisches kleinbürgerliches Idyll wider. Unter anderem gab es Ansichten mit Geraer Wahrzeichen wie dem Schloss Osterstein im Hintergrund und davor wurde in der bürgerlichen Stube das Sonntagsgericht "Gänsebraten und grüne Klöße" aufgetragen. Für kurze Momente war den Frontsoldaten die Heimat ganz nah.
1914 Ein Maler ging in den Krieg
n den Jahren des Ersten Weltkriegs von 1914 bis 1918 meldet sich der später sehr bekannte Geraer Maler Otto Dix (1891-1969) freiwillig zum Fronteinsatz nach Frankreich und Russland, um lebensbedrohende Ängste, Entsetzen und Faszination des Krieges aus eigener Erfahrung zu erleben. In den Schützengräben malt er Feldpostkarten und widmete sie seiner gleichgesinnten Freundin Helene Jakob, die wie er des Esperanto mächtig war und ihn ihrerseits mit Zeichenmaterial und Lektüre versorgt. (Esperanto ist die am weitesten verbreitete internationale Plansprache. Ludwik Lejzer Zamenhof hatte 1887 die Grundlagen der Sprache veröffentlichte. Seine Absicht war, eine leicht erlernbare, neutrale Sprache für die internationale Verständigung zu entwickeln, die jedoch andere Sprachen nicht ersetzen sollte.
1914 Turner mussten draußen bleiben
m März 1886 hatten 22 Männer den Arbeiterturnverein Gera-Leumnitz gegründet und hatten die Veranstaltung im "Gasthof Staudte" abgehalten. Nun, 28 Jahre später waren die Turner in dem Gasthof nicht mehr gern gesehen und vertrieben. Auch im "Altenburger Hof" erging es ihnen nicht anders. Gründe dafür konnten nicht recherchiert werden.
1914 Geboren, verheiratet, verstorben in Gera
m Verlaufe des 19. Jahrhunderts hatte man auch in Gera damit begonnen, statistische Werte zu erheben, um Vergleichszahlen für die Geburten, die Eheschließungen und die städtischen Sterbefälle zu erhalten. Im Jahr 1914, als der Erste Weltkrieg begann, wurden in Gera 1235 Kinder geboren, es wurden zudem 575 Ehen geschlossen und 1091 Menschen verstarben.
1914 Jüdische Kriegsopfer
m Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Geras mehrere namentlich bekannte Personen. Unter den Kriegsopfern waren Arthur Berger (geb. 14.1895 in Stolberg, gef. 6.5.1916), Oskar Berger (geb. 28.1887 in Stolberg, gef. 31.12.1914), Willy Brüg (geb. 14.8.1892 in Gera, gef. 26.7.1915). Arno Goldschmidt (geb. 15.1.1878 in Eisenach, gef. 31.8.1916, beigesetzt in Bleicherode). Unteroffizier Isidor Goldschmidt (geb. 5.3.1888 in Krotoschin, gef. 6.11.1918), Feldarzt Dr. Adolf Jankelowitz (geb. 27.9.18769 in Neustadt b. Heydekrug, gef. 4.3.1917), Unteroffizier Ernst Sommer (geb. 30.4.1892 in Brakel, gef. 14.11.1914), Offiz.St. Joseph Winter (geb. 7.12.1885 in Glogau, gef. 21.1.1916).
1914 Zur Entwicklung der Ostschule
ie Ostschule war im April 1906 nach dreijähriger Bauzeit eingeweiht worden. Sie entwickelte sich zur Zentralen Lehranstalt im Ostviertel, neben der Bergschule. Die Schülerzahlen stiegen kontinuierlich und immer mehr Lehrer wurden eingestellt. Im Jahr 1914 unterrichteten an der Ostschule schon 26 Lehrer in 25 Schulklassen insgesamt 1100 Schüler. Im Jahr 1915 waren es 18 Lehrer (viele Lehrer diensten im Ersten Weltkrieg) in 19 Schulklassen für 1011 Schüler. 1916 waren es nur noch 15 Lehrer in 23 Schulklassen und 941 Schüler. In den Jahren 1916 und 1917 wurde die Schule als Kriegslazarett genutzt.
1914 Personalnot bei der Feuerwehr
n den Jahren des Ersten Weltkrieges von 1914 bis 1918 rissen die hohen Opferzahlen auch große Lücken in die Reihen der Hermsdorfer Feuerwehr. Bereits im April 1915 standen nur noch 6 Mann zur Verfügung. Um bei eintretenden Bränden wenigstens einigermaßen gerüstet zu sein, wurden die Jahrgänge 1895 - 1897 der Pflichtfeuerwehr für den Feuerlöschdienst herangezogen.
1914 Schule im Krieg
m Ersten Weltkrieg waren 121 Lehrer und Schüler aus Geraer Lehranstalten dem Krieg zum Opfer gefallen, vermisst gemeldet worden, oder gar nicht zurückgekehrt. Eine vollständige Liste im "Jahresbericht 1935/36" erstmals in der Geraer Bevölkerung veröffentlicht.
1914 Ein neuer Firmenname
m Jahr 1873 hatte der Brauer und Rittergutbesitzer Friedrich Spengler die Liebschwitzer Brauerei gepachtet, das Geschäft aber noch vor 1905 an die beiden Geschäftspartner Wolf & Ronneburger übergeben. Ab dem Jahr 1914 firmierte die Brauerei dann unter dem Namen Wolf & Blayl, denn der Schwiegersohn von Ronneburger, Friedrich Blayl, war als Geschäftspartner eingestiegen. Dieser stammte aus Baldenhain bei Großenstein, wo seine Familie im eigenen Wohnanwesen selbst eine Brauerei betrieben hatte. Die Herkunft Friedrich Blayls erklärte dann auch, warum das sogenannte "Liebschwitzer Kronenbräu" nicht in Liebschwitz, sondern in Baldenhain produziert wurde.
1914 Die Thränitzer Schulfinanzen
ie Einnahmen und die Ausgaben der Thränitzer Schulausgaben für das Jahr 1914 wurden wie folgt veranschlagt. Einnahmen in Höhe von 26.172,32 Mark standen Ausgaben in Höhe von 26.095,78 Mark gegenüber. Der veranschlagte finanzielle Hauptposten war die Aufnahme eines Darlehens in der Größenordnung von 24.000 Mark für den Schulneubau. Unterzeichnet wurde das Schriftstück von den Gemeindevorständen der Orte Grobsdorf (durch Wöllner und Schmidt), für Collis und Zschippern (durch Mißler) und für Thränitz (durch Hemmann), sowie von den Mitgliedern des Schulvorstandes.
1914 Otto Dix im Ersten Weltkrieg
tto Dix (1891-1969) war einer der wenigen deutschen Künstler, der den Ersten Weltkrieg von 1915 bis Dezember 1918 an vorderster Front als "Naturereignis" erlebte und dabei sein Selbstverständnis ausformuliert: "Der Künstler: Einer, der den Mut hat, Ja zu sagen." [Kriegstagebuch, 1915/16] Neben knapp 500 Zeichnungen verzeichnen die Werkverzeichnisse von Löffler und Pfäffle lediglich fünf Gemälde bzw. 86 Gouachen. Dix probte auf tornistergroßen Packpapierblättern in Bleistift, schwarzer Kreide und Tusche sukzessive alle Gestaltungsmöglichkeiten der Moderne durch, von realistischer Gegenstandserkundung über expressionistische Formverzerrung und kubofuturistische Dingzerlegung bis zur abstrakten Endzeitvision. Schwerpunkt des Motivspektrums ist weniger der Soldatenalltag, vielmehr die bizarre Kriegsästhetik der Trümmer-, Trichter- und Grabenlandschaft. Im Vergleich zur veristischen Polemik der späteren Kriegskompositionen sucht der MG-Schütze das Grauen durch Stil zu "bannen".
1914 Kurt Zahn geboren
urt Zahn wurde im Jahr 1914 in Gera geboren, wurde nach der Schulausbildung Mechaniker und trat im jahr 1930 der SAJ (Sozialistische Arbeiterjugend) bei. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im jahr 1933 hatte er erste Kontakte zu verschiedenen illegalen im Untergrund agierenden Gruppen und wurde als Monteur in einem Zweigwerk der Zeiss-Stiftung in Gera tätig. Dort wurde er im jahr 1941 verhaftet und zu zwei Jahren und drei Monaten Gefägnis verurteilt. Seine Haft trat er in Bautzen an. Von Dezember 1943 bis April 1945 war er in Buchenwald interniert. Dort war er unter der Häftlingsnummer 29244 als Vorarbeiter im Gustloff-Werk II registriert. Gleich nach Kriegsende 1945 erfolgte seine Rückkehr nach Gera, wo er sogleich Mitglied der KPD wurde und im April 1946 als Teilnehmer zur Landesdeligiertenkonferenz zur Vereinigung von KPD und SPD zur SED in Thüringen delegiert wurde. Danach war er Vorsitzender der SED-Betriebsparteiorganisation der Geraer Technischen Werkstätten, von 1946 bis 1978 Leiter von Kreisparteischulen der SED und Lehrer an Bezirks- und Sonderschulen der SED. (stand 1980)
01.01.1914 Das neue Garnisonslazarett
u Jahresbeginn wurde an der Reußischen Kaserne das neue Garnisonslazarett feierlich eingeweiht.
01.01.1914 Die Ära Heinrich Laber begann in Gera
n diesem Tag wurde Heinrich Laber (1880-1950) der Nachfolger des verdienten, aber schon über 70 Jahre alten Carl Kleemann, als Hofkapellmeister. Ganze 28 Jahre wirkte er in Gera als Hofkapellmeister, so lang wie keiner seiner Vorgänger, wenn man von Wilhelm Tschirch (1818-1892) einmal absieht. Seine erste Spielzeit am Theater wurde am 1. August 1914 durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges gewichtig politisch verändert, denn das Theater blieb im ersten Kriegsjahr verschlossen.
24.01.1914 Eingebürgert in Gera
m in Gera ein Geschäft betrieben zu können und als anerkannter Bürger zu gelten, musste man das Bürgerrecht erwerben. Das gelang an diesem Tag dem ersten Betreiber eines Stummfilmkinos in späteren Geraer Stadtteil Zwötzen, eingemeindet im Jahr 1919. Willy Mühle, so hieß der Unternehmer, erhielt an diesem Tag das Bürgerrecht des Fürstentum Reuß, was einer Einbürgerung des aus Sachsen stammenden Mannes gleich kam.
01.04.1914 Gründung einer Druckerei
m 1. April vor 1914 wurde der Graphische Betrieb Gebrüder Frank gegründet. Begonnen hatte die Firma kurz vor dem Ersten Weltkrieg als Klischee-Anstalt, als Zuliefererbetrieb für die hiesigen Druckereien. Produkte der Firma waren die sogenannten Klischees ? metallene, geätzte Druckstöcke, die in den Druckereien zur Herstellung von Bildern und Illustrationen verwendet wurden. Die Firma besaß damit in Ostthüringen praktisch eine Monopolstellung und noch in der Neuzeit des 21. Jahrhunderts wurde von einer Empfehlung erzählt, die der Firmengründer Karl Frank seinen Nachfolgern mit auf den Weg gab: "Jungs, fangt nie an zu drucken. Jetzt sind alle Druckereien unsere Kunden, dann unsere Konkurrenten." Unter den veränderten wirtschaftlichen Bedingungen in der DDR kam es ab 1959 doch zum Einstieg in das Druckereigeschäft ? nicht leichtfertig und damit auch mit Erfolg. Gedruckt wurde in Gera bereits seit dem Anfang des 17. Jahrhunderts. Der aus Frankfurt am Main stammende Martin Spieß eröffnete eine erste Buchdruckerei in der Stadt. Das älteste erhaltene Buch aus seiner Werkstatt trägt die Jahreszahl 1607. Mehr als zwei Jahrhunderte blieb die Druckerei unter wechselnden Besitzern die einzige Druckerei in Gera. Anfang des 19. Jahrhunderts begann der Siegeszug des Steindrucks, der Lithografie. Das Verfahren erlaubte die Herstellung von Ansichten, Porträts, Vordrucken und Werbematerial in höherer Auflage und damit wesentlich preiswerter, als das bisher mit Kupferstichen oder Radierungen der Fall war. Geras erste Steindruckerei, die "Lithographische Anstalt", wurde 1824 gegründet, weitere folgten ab den 1850er Jahren. Die Chromolithografie, ein aufwendiger, in mehreren Druckvorgängen hergestellter Farbdruck, fand nach 1880 als Buchillustration weiteste Verbreitung. Auch Geraer Firmen, allen voran Verlag und Steindruckerei von Fr. Eugen Köhler, setzten sich mit opulent illustrierten Büchern ein unvergängliches Denkmal.
11.04.1914 Gedenktag der Eröffnung der Gesamtschule
n diesem Tag wurde der Eröffnung der Gesamtschule vor 50 Jahren gedacht. Die Grundsteinlegung war bereits am 29.04.1861. Nach der Planung des 1863 von Eisenach nach Gera berufene Pädagoge Adolf Lorey wurde mit dieser Lehranstalt das gesamte Schulwesen in der Stadt neu geordnet und weitgehend an einem Standort konzentriert.
Nach Bauplänen des damaligen Landbaumeister Krug wurde das Schulgebäude errichtet. Der Kostenaufwand wurde 1863 in Höhe von 73.246 Talern, 10 Groschen und 1 Pfennig (im 19.Jahrhundert wurde noch mit Taler bezahlt) angegeben.
11.04.1914 Das Geraer Stadtmuseum
ach jahrelangen Umbauarbeiten konnte der Geraer Landesherr Fürst Heinrich XXVII. das neueingerichtete Haus am 11. April 1914 als erster Besucher besichtigen, bevor es am darauffolgenden Tag seine Türen für die Geraer öffnete. Zuvor hatte das Gebäude seit dem Jahre 1732 als Zucht- und Waisenhaus gedient. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Gründung der DDR wurde das Stadtmuseum auch zu Propagandazwecken genutzt.
12.04.1914 Museumsübergabe
as von dem „Komitee zum Ausbau des Waisenhauses für Museumszwecke“ aus Spendenmitteln grundlegend und neu gestaltete Städtische Museum im ehemaligen Zucht– und Waisenhaus in der Heinrichstraße 2, wurde der Öffentlichkeit übergeben.
Es war damals in die Abteilungen Kulturgeschichte und Naturkunde gegliedert und umfasste auch die Anfänge der städtischen Kunstsammlung.
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12.04.1914 Das neue Stadtmuseum
as ehemalige Zucht und Waisenhaus wurde neu gestaltet und als städtisches Museum wieder eröffnet. Der Umbau wurde vom Architekturbüro Schmidt ausgeführt. Äußerlich wurde die Gebäudeansicht weitgehend erhalten, nur im Inneren wurde das Gebäude den neuen Nutzungsanforderungen angepasst.
In einer ersten Ausstellung waren Bildhauerarbeiten von Professor Werner aus Dresden zu sehen.
12.04.1914 Zur Geschichte des Stadtmuseums
m Jahr 1732 hatte man in der Geraer Vorstadt ein Zucht- und Waisenhaus eingeweiht. Später wurde das Gebäude als Geraer Stadtmuseum bekannt. Im April 1914 konnte dann das neu gestaltete und in zwei Abteilungen gegliederte Städtische Museum der breiten Öffentlichkeit übergeben werden. Zu den Themen Naturkunde und Kulturgeschichte konnten zahlreiche Ausstellungsstücke bewundert werden. In den baulichen Überresten der ehemaligen Waisenhauskirche waren die Sammlung spätmittelalterlicher Schnitzkunst (zwischen den Jahren 1300 und 1500) und Barockplastiken (17. Jahrhundert) ausgestellt worden. Im Hochparterre wiederum befand sich links die städtische Lesehalle. Die beiden Ausstellungsräume auf der gegenüberliegenden Seite wurden bis zum Jahr 1926 vom Geraer Kunstverein für Ausstellungen genutzt. Das erste Obergeschoss beheimatete die stadtgeschichtliche Abteilung mit der bekannten Münzsammlung und den Erinnerungsstücken an das reußische Herrscherhaus. Im zweiten Obergeschoss waren die Kraftsdorfer Bauernstube, das Bürgerzimmer, die Vorgeschichte, die heimatliche Geologie und die Mineralogie zu bewundern. Und im dritten Obergeschoss wurden die Flussmuschelsammlung von Wilhelm Israel, die Kolonialsammlung sowie die Anfänge der zoologischen Sammlung, insbesondere die Insektensammlung von Heino von Lonitz gezeigt. (Quelle: Diplomhistoriker Siegfried Mues, ehemaliger Leiter des Stadtmuseums)
03.05.1914 Die "Feodora Waldkolonie"
uf dem Weinberg wurde die „Feodora Waldkolonie“ eingeweiht. Es handelte sich hierbei um ein Heim für schwächliche und erholungsbedürftige Kinder. Gegründet wurde das Heim auf Initiative der Jugendhilfegruppe unter deren Gründerin Frau Doktor Barthels, das Grundstück wurde von Fürst Heinrich XXVII. zur Verfügung gestellt und Prinzessin Feodora war die Namensgeberin und stellte mit Hilfe der Damen vom Jugendhilfeverein die Mittel zur Verfügung.
07.05.1914 Brand in Laasen.
m späteren Geraer Ortsteil Laasen kam es an diesem Tag zu einem großen Schadensfeuer. Nicht überliefert wurde die Schadenshöhe und die Anzahl möglicher Opfer oder Geschädigter.
10.05.1914 Feier der Fleischerinnung
as 300. Jubiläum feierte die Geraer Fleischerinnung an diesem Tag auf dem Fleischer-Bezirkstag in Gera. Es gab aus diesem Anlass einen Festumzug mit der Militärkapelle an der Spitze vom Sächsischen Bahnhof zum Schlachthof wo man ein Frühstück einnahm. Weiter ging der Festzug im Abschluss zum Wintergarten, dem Tagungsort.
06.1914 Eine Scheune in Trebnitz
ie Hochfahrtscheune in späteren Geraer Ortteil Trebnitz und ein Anbau an eine Scheune im Kammergut wurden im Juni 1914 fertig gestellt.
09.06.1914 Dietrich Peltz geboren
ietrich Peltz wurde im Jahr 1914, dem Jahr des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges in Gera geboren. Im Alter von 19 Jahren trat er 1934 in die Reichswehr ein und diente zunächst in einer Kraftfahr- Abteilung. Er erhielt zahlreiche militärische Auszeichnungen während des Verlaufes des Zweiten Weltkrieges. Er verstarb am 10. August 2001 im Alter von 87 Jahren in der bayrischen Landeshauptstadt München. Nachstehend ein Auszug aus dem Lexikon der Wehrmacht über Dietrich Peltz.
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15.06.1914 Willi Weber geboren
illi Weber , geb. am 15. Juni 1914 in Kaiserswalde bei Schluckenau in Böhmen verst. am 3. Mai 1975 in Gera, hieß eigentlich mit richtigem Namen Wilhelm Weber und war ein deutscher Kommunalpolitiker der SED. In den Jahren 1955 bis 1957 war der Oberbürgermeister von Johanngeorgenstadt und von 1958 bis 1962 der Oberbürgermeister von Gera.
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24.06.1914 Horst Jonas geboren
orst Jonas wurde in Bremerhaven geboren, sein Vater war Angestellter. Nach dem Besuch der Volksschule und des Realgymnasiums absolvierte er eine Ausbildung zum Maschinenstricker. Im Jahr 1929 trat er der SAJ (Sozialistische Arbeiterjugend und der SPD bei. Ab 1933, als die Nationalsozialisten die macht ergriffen, war er in der antifaschistischen Arbeit tätig, war ab 1934 KJVD (Kommunistischer Jugendverband Deutschlands) aktiv, wurde Organisationsleiter des illegalen KJVD in Leipzig. Im Mai 1935 erfolgte die Verhaftung. Im Jahr 1936 wurde er durch das OLG (Oberlandesgericht) Dresden wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu vier Jahren und drei Monaten Zuchthaus verurteilt. Die Haftzeit verbrachte er im Zuchthaus Zwickau, im Elbregulierungslager Dessau / Rosslau, im KZ Sachsenhausen, im KZ Auschwitz und ab November 1944 im KZ (Konzentrationslager) Buchenwald. Im Jahr 1945 wurde er Organisationssekretär der KPD-KL Erfurt und trat im Jahr 1946 der SED und in die DVP (Deutsche Volkspolizei) ein.

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28.06.1914 Der Beginn des ersten Weltkriegs
in folgenreicher Anschlag auf Franz Ferdinand in Sarajewo.
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07.1914 Die Eisenbahner zogen in den Krieg
uch die Mitarbeiter der Gera-Wuitz-Mumsdorfer Eisenbahn wurden zum Fronteinsatz in den Ersten Weltkrieg einberufen. 18 Bahnbedienstete wurden für die Kriegsjahre 1914/15 eingezogen und durch Kriegsgefangene ersetzt. Die Familien der Einberufenen erhielten Unterstützungsgelder in Höhe von insgesamt 4.000 Mark, da ja nun der Hauptverdiener der Familie fehlte. In den folgenden Jahren musste die Bahn dann auf bis zu 35 Mann verzichten.
05.07.1914 Das Luftschiff "Sachsen"
uf dem, 1913 auf dem Exerzirplatz in Zschippern eingerichteten, Flugstützpunkt Gera landete das Luftschiff „Sachsen“ auf seiner 400sten Fahrt.
Fürst Heinrich XXVII. Reuß jüngere Linie mit seiner Familie und ein Geraer Schüler, der bei einer Lotterie eine Zeppelinfahrt als Hauptpreis gewonnen hatte, stiegen hier zu und nahmen an der Rückfahrt nach Leipzig teil.
05.07.1914 Ein Zeppelin in Zschippern
s war ein Sonntag, als vor der neuen Flughalle in Zschippern ein Luftschiff festmachte. In dieser Zeit, den Anfangsjahren des Luftverkehrs, war das ein sensationelles Ereignis, was die Zuschauer in Scharen anlockte. Fürst Heinrich XXVII. ließ es sich nicht nehmen und bestieg die Gondel mit seiner Familie und fuhr bis nach Leipzig im Luftschiff mit.
14.07.1914 Die Gemeindeordnung für das Fürstentum Reuß
uf der Grundlage der Gemeindeordnung für das Fürstentum Reuß jüngere Linie bildete das Schloss Osterstein, mit dem Schloss, den Parkanlagen am Hainberg, dem Küchengarten, der Küchengartenallee und dem Theater, insgesamt 29 Hektar, und das Schloß in Tinz, mit Parkschloss, Park und Teich insgesamt 9 Hektar, von den jeweiligen Gemeindeverwaltungen unabhängige Gebietskörperschaften Tinz.
08.1914 Die Bergschule als Sammelplatz
eit dem Sommer 1914 tobte in Europa der erste Weltkrieg. Zur Rekrutierung der Soldaten wurde die im Jahr 1893 errichtete Bergschule auf dem Geraer Ziegelberg genutzt. Zu diesem Zeitpunkt gingen die Soldaten noch von einem schnellen Kriegsende bis Weihnachten 1914 aus, was sich als fataler Irrtum erwies, da erst im November 1918 die Waffen wieder ruhen sollten. Auch als Kriegslazarett musste die Schule herhalten.
08.1914 Otto Dix im Ersten Weltkrieg
m August 1914 wurde der in Untermhaus geborenen Maler Otto Dix als Ersatz-Reservist eingezogen. Er erhielt eine Ausbildung am schweren MG. Ab dem Februar 1915 war er dann in Bautzen stationiert. Im September 1915 erfolgte seine freiwillige Meldung an die Front. Bis Dezember 1918 war er im Einsatz als MG-Schütze und Zugführer in der Champagne, an der Somme, im Artois und in Flandern sowie 1917 an der Ostfront. Dix war einer der wenigen deutschen Künstler, die den Ersten Weltkrieg fast ohne Unterbrechung an vorderster Front als schicksalhaftes "Naturereignis" erlebten.
08.1914 Otto Dix im Ersten Weltkrieg
m August 1914 wurde der Geraer Maler Otto Dix (1891-1969) als Ersatz-Reservist eingezogen. Für ihn folgte eine Ausbildung am schweren MG. Seit dem Februar 1915 war er dann in Bautzen stationiert. Im September 1915 kam seine freiwillige Meldung an die Kriegsfront. Bis zum Dezember 1918 war er als MG-Schütze und Zugführer in der Champagne, an der Somme, im Artois und in Flandern sowie 1917 an der Ostfront eingesetzt. Dix ist einer der wenigen deutschen Künstler, der den Ersten Weltkrieg fast ohne Unterbrechung an vorderster Front als schicksalhaftes "Naturereignis" erlebt.Im Jahr 1916 erfolgte die Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse. 1918 wurde er verwundet und dann planmäßigen Vizefeldwebel befördert. trotz der Kriegswirren beschäftigte er sich mit der Malerei und es entstand ein umfangreiches Konvolut an realistischen, expressionistischen, kubofuturistischen und abstrakten Zeichnungen in Bleistift, Kreide und Tusche, daneben Gouachen.
02.08.1914 Fahnenjubiläum in Leumnitz
er 1886 gegründete Leumnitzer Turnverein beging im Jahr 1914 sein 15-jähriges Jubiläum der Fahnenweihe. Der einst mit 22 Mitgliedern gegründete Verein hatte zum Ende des 19. Jahrhunderts mit nur noch 20 aktiven Turnern einen Mitgliederschwund zu verkraften. Nun konnte man wieder stolze 100 Mitglieder vermelden.
04.08.1914 Die Proteste wurden weniger
ie Arbeiterproteste gegen den Krieg verstummten nach 1914, besonders durch den Burgfrieden der SPD mit der Reichsregierung am 4. August 1914. Ab 1916 gab es wieder vermehrt Streiks in Gotha, Gera, Altenburg, Jena und Weimar. Die Kriegsgegner der SPD fanden sich 1917 in der USPD wieder. Nach Jahren relativer Ruhe begannen wieder Diskussionen über ein einheitliches Thüringen. Besonders die Sozialdemokraten kritisierten die politischen Verhältnisse und die überholten Wahlrechte. Im Januar 1918 fanden Munitionsarbeiterstreiks statt (unter anderem in Jena mit 7000 Demonstranten). Vermehrt traten nun Forderungen nach Meinungs- und Versammlungsfreiheit auf.
08.09.1914 Die ersten Kriegsgefangenen
n diesem Tag trafen in Gera die ersten Kriegsgefangenen ein. 204 Franzosen wurden vorübergehend im Schloß Tinz untergebracht.
15.09.1914 Will Quadflieg geboren
igentlich hieß er Friedrich Wilhelm Quadflieg und war ein bedeutender deutscher Theaterschauspieler. Quadflieg wuchs als Sohn eines Zechendirektors auf. Schon während der Schulzeit nahm Will Quadflieg privaten Schauspielunterricht, später bei Vera Prellwitz in Mülheim. Nach dem Abitur 1933 wurde er Eleve am Stadttheater Oberhausen, damals noch ein kleiner Theatersaal der städtischen Bürgerschaft, in dem auch Operetten zur Aufführung kamen. Sein Debüt gab er in der Rolle des "Weyland" in der Operette Friederike von Franz Léhar. Über die Stationen Gießen, Gera, Düsseldorf und Heidelberg kam er 1936 nach Berlin, wo er an der Volksbühne bei Eugen Klöpfer und am Schiller-Theater unter anderem bei Heinrich George seine Bühnenkarriere fortsetzte und zu einem bekannten Theaterschauspieler aufstieg. Er verstarb am 27. November 2003.
10.1914 Männer aus Oberschlesien in Gera
eit dem Sommer tobte in Europa der Erste Weltkrieg. Und so kam es, dass die Gebiete in Oberschlesien geräumt werden mussten. Danach wurden 2070 männliche Personen über 17 Jahren in Gera untergebracht.
10.1914 Ein Bau für die Feuerwehr
uf dem Grundstück der Fürstlichen Kammer in Laasen wurde im Oktober 1914 ein Spritzenhaus der Feuerwehr gebaut.
10.1914 Geld für bedürftige Frauen
en hilfebedürftigen Frauen der Teilnehmer des ersten Weltkrieges (1914-1918) wurden 1614 Mark aus der Trebnitzer Gemeindekasse zur Verfügung gestellt.
10.1914 Ein Feuer in Laasen
ie Scheune auf dem Kammergut in Laasen brannte in den Oktobertagen des Jahres 1914 durch ein Schadensfeuer vollständig nieder. Die Höhe des Schadens wurde nicht überliefert.
13.10.1914 Straßenbau in Trebnitz
er Bau der Brahmentalstraße mit einem Kostenaufwand von 2850 Mark wurde in Trebnitz in Aussicht gestellt. Das Darlehen hierfür stellte der wohlhabende Einwohner Paul Fröhlich zur Verfügung.
16.11.1914 Militärische Schulausbildung in Untermhaus
urz nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges begann die militärische Ausbildung der männlichen Schüler, die das 14. Lebensjahr vollendet hatten. Sogar im lehrplanmäßigen Turnunterricht hatte der Sportlehrer auf die militärische Vorbereitung der Jugend zu achten. Zu Ende des Krieges waren die Opferzahlen an der Kriegsfront so groß geworden, dass 14jährige Kinder an die Front einberufen wurden.
12.1914 Kriegswichtige Transporte über die Eisenbahn
usgerechnet während der ersten beiden Kriegsjahre 1914/15 des Ersten Weltkrieges, stieg das Transportaufkommen für Kohlebrennstoffe der Wuitz-Mumsdorfer Eisenbahn drastisch. Da der Staatsbahnverkehr während der Mobilmachung ruhte, versorgte die Schmalspurbahn die Geraer Industrie mit Briketts. Hinzu kamen noch die gute Rübenernte und die Getreideverfrachtung für die Militärbehörden.
12.1914 Sparmaßnahmen bei der Eisenbahn
n der Zeit des Ersten Weltkrieges von 1914-1918, besonders seit man gemerkt hatte, dass der geplante "Blitzkrieg" zu Ende war, man hatte ja angenommen der Krieg wäre Weihnachten 1914 wieder vorbei, wurden auch im Bereich der Geraer Eisenbahn Sparmaßnahmen weithin spürbar. Zugverbindungen wurden aus dem Fahrplan gestrichen und Lokomotiven, Personen- und Güterwagen wurden nun sehr häufig für militärische Zwecke genutzt. Es waren nun mehr Truppen- und Militärtransporte auf dem Geraer Bahnhof zu sehen wie zu früheren Zeiten, wo sie nun zunehmend das Geschehen bestimmten.Trotzdem gelang es den Bahnmitarbeitern auf dem Preußischen Bahnhof in Gera eine noch relativ normalen Bahnverkehr aufrecht zu erhalten. Nur der Restaurant-Betrieb wurde auf ein geringeres Maß heruntergefahren, da sich die Zahl der zivilen Bahnreisenden deutlich verringert hatte und auch im Bahnhofshotel wurde aus Ermangelung an Übernachtungsgästen eingespart.
08.12.1914 Abwassermengen der Textilindustrie
aut einem Protokoll von diesem Tag wurden bei einigen der größten Textilbetriebe entlang des alten Mühlgrabens Messungen über die eingeleiteten Abwassermengen in das Gewässer veranlasst. Ausgeführt wurden die Messungen am Vortag von Regierungsbaurat Sommer, Gewerberat Müller und Stadtbaumeister Dr. Schubert. Festgestellt wurde die Menge der Wasserentnahme und der anschließenden Rückführung (Einleitung) in den Mühlgraben. Bei der Färberei Hirsch waren es täglich 7000 Kubikmeter (1400 Waschwasser, 600 Farbflotten, 5000 Spülwasser), bei den Gebrüder Schlott 1000 Kubikmeter (Kondensations- Spül- und Waschwasser), bei der Firma Hermann Günther 1100 Kubikmeter (90 Farbflotten, 250 Waschwasser, 760 Spülwasser) und bei Morand & Co. 1125 Kubikmeter (Fabrikabwasser ohne Kondensationswasser).
14.12.1914 Die Thränitzer Jagdpacht
ie Jagd auf der Flur Thränitz bei Gera wurde an diesem Tag für den Zeitraum vom 1. Juni 1915 bis zum 31. Mai 1921 verpachtet. Die Pacht wurde an den Höchstbietenden vergeben und das Gebot in Höhe von 830,- Mark, abgegeben von Ernst Beier, erhielt dann den Zuschlag.
1915 Essen ohne Fleischbeilage im Krieg
n Artikeln der Geraer Zeitung wurden die Geraer Hausfrauen angehalten, die fleischlosen Tage (Dienstag und Freitag) und die fettlosen Tage (Montag und Donnerstag) unbedingt einzuhalten. Das hatte den Zweck, die wenigen Fleischvorräte die der Krieg der hungernden Zivilbevölkerung ließ, zu strecken.
1915 Städtischer Grundbesitz
ie Stadt erwarb das Grundstück Merz in der Geraer Altstadt (Ecke Markt und Jüdengasse)  zu einem Betrag von 72.000 Mark. der Erwrb fand im Rahmen einer Zwangsversteigerung statt.
1915 Ein neuer Theaterdirektor
aul Medenwaldt übernahm in diesem Jahr die Direktion des Theaters. Er war bereits seit 1912 beim Geraer Theater als Schauspieler und Regisseur tätig. Seine Amtszeit endete im Jahr 1924.
1915 Arno Luboldt verstarb
er Geraer Industrielle und Miteigentümer der Mechanischen Kammgarn-Weberei Focke und Luboldt fiel als Hauptmann in den Wirren des Ersten Weltkrieges in Südlitauen. Sein Sohn Hermann Luboldt geriet 1916 in Kriegsgefangenschaft. Damit war das Ende der Weberei besiegelt und die Villa der Familie wurde 1919 an den Warenhausbetreiber Biermann verkauft.
1915 Nahum Golan geboren
ahum Golan wurde 1915 als Norbert Spiegel als zweites Kind von Jakob Spiegel und Sara Spiegel in Gera geboren. Er besuchte in Gera die jüdische Schule und wechselte später auf das Rutheneum (Goethegymnasium).In Vorbereitung auf die geplante Auswanderung nach Palästina und der damit zu erwartenden handwerklichen Tätigkeiten als Siedler dort, verließ er 1932 das Gymnasium und begann in Gera eine Ausbildung zum Maurer. Seine Gesellenprüfung als Maurer konnte er nur unter der Bedingung machen, dass er sich verpflichtete danach nicht in Deutschland zu arbeiten und das Land dann verließ.Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er an der Seite der jüdischen Brigaden und nahm danach am Israelischen Unabhängigkeitskrieg, am Sinai-Krieg, am Sechs-Tage-Krieg und am Jomp-Kippur-Krieg teil. Später engagierte er sich in der Kibuz-Bewegung und war im diplomatischen Dienst tätig. 1991 verstarb Nahum Golan.
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1915 Der letzte Glöckner
n der geräumigen Türmerwohnung der St. Salvatorkirche auf dem Nikolaiberg wohnte bis zu diesem Jahr der letzte Glöckner der Kirche mit seiner Familie. Der Kirchturm ist mit 64 Metern der höchste Aussichtspunkt der Stadt und ein gut sichtbares Wahrzeichen. Bis zur Laterne musste man 217 Stufen empor steigen. Dabei musste der Türmer am Glockenstuhl vorbei gehen, in dem drei Klangstahlglocken mit einem Gesamtgewicht von 122 Tonnen hängen. Der Turm des Geraer Rathauses misst "nur" 57 Meter in der Höhe.
1915 Die Fortbildungsschule für Mädchen
ie Geraer Fortbildungsschule für Mädchen wurde in diesem Jahr an die allgemeine "Fortbildungsschule" angeschlossen. Damit war das gesamte Fortbildungsschulwesen Geras unter eine einheitliche und hauptamtliche Leitung gebracht worden.
1915 Textilen in der Milchbar
n der Zeit des Ersten Weltkriegs war in dem großzügigen Eckgebäude Sorge / Leipziger Straße ein Textilgeschäft untergebracht. Der Aufschwung dieser Zeit und der überproportionale Zuwachs der Wirtschaft und damit auch der Geraer Bevölkerung, führte zum Bau einiger repräsentativer Villen und Geschäftsgebäude in der Innenstadt. Eine historische Geraer Aufnahme aus dieser Zeit zeigt das Eckhaus in dem später die bekannte "Milchbar" entstehen sollte, mit den Mitarbeitern des Textilgeschäfts, die als Staffage für die Fotografie vor dem Laden Stellung bezogen hatten oder auch beziehen mussten.
1915 Eine neue Gartenanlage
ie Gartenanlage "Grüne Aue"; wurde im Jahr 1915 noch während des 1. Weltkrieges in Zwötzen gegründet. Sie wurde im Verlauf der Jahrzehnte die zweitgrößte Anlage der Stadt Gera. Der nach 1990 gegründete Verein wurde Mitglied im "Verband der Gartenfreunde" e.V. Stadt Gera.
1915 Eine Trocknungsanlage für Dörrgemüse
ls während des Ersten Weltkrieges der benötigte Getreidestrom trotz er eingerichteten "Reichsgetreidestelle" immer spärlicher floss, wurde in der Liebschwitzer Zoitzmühle eine Trocknungsanlage für Dörrgemüse eingebaut. Aber schon im Oktober 1916 brannte sie ab.
1915 Geboren, verheiratet, verstorben in Gera
m Verlaufe des 19. Jahrhunderts hatte man auch in Gera damit begonnen, statistische Werte zu erheben, um Vergleichszahlen für die Geburten, die Eheschließungen und die städtischen Sterbefälle zu erhalten. Im Jahr 1915, während des Ersten Weltkrieges, wurden in Gera 940 Kinder geboren, es wurden zudem 348 Ehen geschlossen und 1248 Menschen verstarben.
1915 Die Arbeiter bei Hirschens
arl Louis Hirsch hatte im Jahr 1837 eine Färberei gegründet, welche sich zu einem der größten Betriebe dieser Art in Deutschland entwickelte. Im Volksmund sagte der Geraer lange Zeit er arbeite bei "Hirschens". Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen enteignet und in einen VEB (Volkseigener Betrieb) umgewandelt, der alte Name verschwand aber nie ganz aus den Köpfen der Menschen, denn der Gründer wurde nie vergessen. Als VEB Modedruck existierte der Betrieb so noch bis zur politischen Wende 1989/1990 in Gera. Im Jahr 1915 waren dort 812 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. Das Auf und Ab der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse bestimmte die Anzahl der Arbeitskräfte.
1915 Die Biersteuer in Trebnitz
as Trebnitzer Ortsgesetz über die "Erhebung einer Biersteuer" trat im Jahr 1915, während der Zeit des ersten Weltkrieges (1914-1918) in Kraft.
10.01.1915 Das dritte Vaterländische Konzert
n diesem Sonntag fand im Reußischen Theater um 20.00 Uhr Abends das dritte Vaterländische Konzert der Fürstlichen Hofkapelle zu Gera statt. Hofkapellmeister Heinrich Laber dirigierte das Konzert "zum Besten der allgemeinen Kriegsführsorge" in der Zeit der Wirren des Ersten Weltkrieges. Gast des Abends war der Kammersänger Alfred Kase aus Leipzig.
11.01.1915 Gerda Holzmacher geboren
erda Holzmacher war als Berufsfunktionärin unter anderem Mitglied der Landesleitung Thüringen der SED, 2. Sekretärin der Bezirksleitung Gera und Sekretärin für Agitation und Propaganda. Bis kurz vor ihrem Tod am 26. September 1980 war sie Vorsitzende der Bezirksparteikontrollkommission des SED.
12.02.1915 Brand in der Salvatorkirche
n diesem frühen Abend gegen 18.00 Uhr kam es zum Brand in der Sankt Salvatorkirche. Ausgelöst wurde dieser Brand durch eine über dem Ofen an der Südseite befindliche Balkenlage, die sich entzündet hatte. Die Feuerwehr konnte den Brand innerhalb von einer Stunde löschen, aber der Rauch hatte die Kirche schwer verschmutzt.
14.02.1915 Georg Thomalla geboren
eorg Valentin Thomalla war ein deutscher Schauspieler. Er lernte zunächst den Beruf des Kochs, schloss sich dann aber einer Wanderbühne als Schauspieler an. Später spielte er in den 1930er Jahren an den Theatern in Gelsenkirchen und Gera und fand bereits den Weg zu seinen späteren Stammtheatern als Boulevardschauspieler, der Komödie und dem Theater am Kurfürstendamm in Berlin. Nach einigen kleineren Filmrollen während des Zweiten Weltkriegs begann seine eigentliche Karriere erst nach dem Krieg. Schnell wurde der "kleine Mann" populär, vorwiegend durch Klamauk-Rollen. Daneben spielte er weiterhin Theater in Berlin und war dort von 1948 bis 1956 Mitglied des Kabaretts der Komiker. Zu Beginn seiner Karriere sang er auch. So trat er 1958 in der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest an. Thomalla blieb Zeit seines Lebens ein Komödiant und konnte sich nie im Charakterfach durchsetzen. Der Beginn des Fernsehens als Massenmedium verhalf ihm endgültig zum Durchbruch. Seine Fernsehserie Ein Abend mit Georg Thomalla zählte Ende der 1960er Jahre mit zu den beliebtesten Sendungen der deutschen Zuschauer. Großen Erfolg hatte er auch mit der Verkörperung der Titelrolle in der Familien-Fernsehserie Unser Pauker, die 1965 und 1966 im Abendprogramm des ZDF in 20 Folgen ausgestrahlt wurde. Obwohl Thomalla in mehr als 120 Filmen mitwirkte, ist sein Filmschaffen auch mit der Synchronisation vieler Hollywood-Stars verbunden. Er war die deutsche Stimme von Jack Lemmon, Danny Kaye, Peter Sellers und Bob Hope. 1996 kam es zu einer Begegnung zwischen Jack Lemmon und Thomalla, als Lemmon während der Berlinale 1996 mit dem goldenen Ehren-Bären für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde und Thomalla aus diesem Anlass die Laudatio hielt. Georg Thomalla war zeitweise mit der Schauspielkollegin Germaine Damar liiert. Seit 1957 war er mit Margit Mayrl, einer Pensionsbesitzerin aus Bad Gastein (Österreich) verheiratet. Georg Thomalla war Vater von zwei Söhnen und verstarb am 25. August 1999 in Starnbartg. Seine letzten Lebensjahre verlebte Thomalla in München-Schwabing am Hohenzollernplatz, zudem in Spanien bei Alicante und im österreichischen Bad Gastein, auf dessen Friedhof er begraben wurde.
15.02.1915 Einschränkungen in der Versorgung
s kam zu ersten kriegsbedingten Einschränkungen in der Versorgung mit Rohstoffen und Lebensmitteln. Die Verordnung über die Regelung des Verbrauchs von Mehl -und Backwaren im unterländischen Verwaltungsbezirk des Fürstentums Reuß jüngere Linie trat in Kraft, unter anderem wurde „das Kuchenbacken in den Haushaltungen“ verboten.
18.02.1915 Zwangswirtschaft für Brotgetreide
chwere Zeiten brachen nun an, sodas im Zuge der Zwangswirtschaft für Brotgetreide  es zur Ausgabe von Brotmarken und zur Verteilung von Kundenkarten für die Fleischversorgung kam.
15.03.1915 Zusammenlegung der Kommunalverbände
urch eine Ministerialverordnung wurde die Zusammenlegung der beiden einzeln errichteten Kommunalverbände Gera-Stadt und Gera-Land zur Kommunalverband Gera zum Zwecke der "Brotgetreidebewirtschaftung" verfügt.
01.05.1915 Eine neue Volkszählung
n einer neuen Volkszählung wurden für die Stadt Gera jetzt 57.705 Einwohner ermittelt und als Zahl veröffentlicht.
09.06.1915 Ein offener Brief
uf Karl Liebknechts (1871-1919) Initiative hin, forderten zirka 1000 Funktionäre der SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) aus dem gesamten Deutschland in einem Schreiben an den Parteivorstand und die Reichstagsfraktion die Kündigung des Burgfriedens und den entschlossenen Kampf für den Frieden. Diesen als Flugblatt verteilten offenen Brief unterschrieben mindestens 54 Thüringer Funktionäre der SPD und der Gewerkschaften, an der Spitze der Gothaer Partei- und Gewerkschaftsleitung, denen sich die komplette Landtagsfraktion anschloss. Erfurt und Sömmerda bildeten weitere Schwerpunkte der Unterzeichner, daneben Jena, Nordhausen und Gera. Auch kleinere Städte wie Waltershausen und Schmalkalden waren vertreten. Die 18 Thüringer Gewerkschafter waren zumeist Vorsitzender örtlicher Zahlstellen von Berufsverbänden (der Schuhmacher, der Porzellanmacher, der Transportarbeiter) sowie der Vorsitzende des Ortskartells in Gera. Zu den Parteifunktionären gehörten mehrere Ortsvereinsvorsitzende und der Vorsitzende des Wahlvereins Erfurt-Schleusingen-Ziegenrück. Auch die Redakteure zweier Zeitungen ... waren vertreten, auch der Bezirkssekretär der Thüringer Arbeiterjugend Curt Böhme (später Oberbürgermeister in Gera). (Quelle: Dokumente und Materialien zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung Bd. 1. Berlin 1958, Seite 69-1985, )
05.07.1915 Ein Firmenjubiläum
ie Geraer Strickgarnfabrik der Gebrüder Feistkorn beging in der Zentrale am Firmensitz in der Heinrich Heine Straße ihr 50stes Gründungsjubiläum.
10.07.1915 Rudolf Singer geboren
eboren wurde Singer in Hamburg in einer jüdischen Familie, sein Vater arbeitete als Exportkaufmann. Er wurde 1942 in Auschwitz ermordet. Nach dem Besuch des Realgymnasiums absolvierte er in den Jahren von 1931 bis 1933 die staatliche Handelsschule Hamburg und machte eine Ausbildung zum Exportkaufmann. Im Jahr 1932 wurde er Mitglied im KJVD (Kommunistischer Jugendverband Deutschlands) und im Januar 1933 in der KPD. Im Jahr 1934 wurde er inhaftiert im KZ Fuhlsbüttel. In den Jahren von 1935 und 1936 arbeitete er als Einkäufer und Abteilungsleiter der Firma Keyaniyan & Co. GmbH in Hamburg und wurde von Juni 1936 bis April 1938 erneut inhaftiert. Im Mai 1937 wurde er zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die Strafe verbüßte er im Zuchthaus Fuhlsbüttel. Danach wurde er ausgewiesen und emigrierte aus Deutschland.

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23.08.1915 Otto Funke geboren
tto Funke war ein deutscher Politiker (KPD/SED) und Funktionär. Er besuchte bis 1932 das Realgymnasium in Elberfeld. 1930 wurde er Mitglied der SAJ, 1931 des KJVD. 1933 trat er in die KPD ein. Ab Februar 1933 beteiligte er sich am antifaschistischen Widerstand und war Mitglied der illegalen Unterbezirksleitung des KJVD in Wuppertal und der KPD-Bezirksleitung Niederrhein. Im März 1935 wurde Funke verhaftet und im Juli 1935 durch das Oberlandesgericht Hamm zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, die er in den Gefängnissen Wuppertal, Moabit, Hamm und Wittlich verbrachte. 1937 entlassen machte Funke ab 1938 eine Ausbildung zum technischen Angestellten bei der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg in Düsseldorf und war dort bis 1944 im Beruf tätig. Galt Funke bis 1944 noch als wehrunwürdig, wurde er schließlich doch zur Wehrmacht eingezogen und geriet in Norwegen in Gefangenschaft. Nach Deutschland zurückgekehrt war Funke ab November 1945 Jugendinstrukteur der KPD-Bezirksleitung Thüringen und von Dezember 1945 bis März 1946 Landesjugendreferent des Landesamtes für Volksbildung Thüringen. 1946 wurde Funke Mitglied der FDJ und der SED. Von März 1946 bis April 1949 war er Organisations-Sekretär und von April bis September 1949 schließlich Vorsitzender der FDJ-Landesleitung Thüringen. Von September 1949 bis August 1952 war er Zweiter Sekretär der SED-Landesleitung Thüringen, nach Abschaffung der Länder von 1952 bis 1955 Erster Sekretär der SED-Bezirksleitung Gera und von 1952 bis 1956 Mitglied des Bezirkstages Gera. Nach einem Studium an der Parteihochschule der KPdSU in Moskau (1955/56) war Funke von 1956 bis 1968 Erster Sekretär der SED-Bezirksleitung Suhl, von 1963 bis 1969 gleichzeitig Abgeordneter des Bezirkstages Suhl. Von 1958 bis 1963 war Funke Kandidat, von 1963 bis 1989 schließlich Mitglied des ZK der SED. 1969 Stellvertreter des leitenden Sekretärs, 1971 dann selbst leitender Sekretär und von 1974 bis 1989 Vorsitzender der Zentralleitung des Komitees der antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR. Seit 1972 war Funke zudem Vizepräsident der Fédération Internationale des Résistants (FIR). 1950 bis 1954 und 1958 bis 1989 war Funke Mitglied der Volkskammer. Er verstarb am 22. Dezember 1997 in Berlin.
23.08.1915 Otto Funke geboren
wald Funkes (1905-1938) jüngerer Bruder Otto Funke, traten 1931 in den KJVD und 1933 in die KPD ein. Im März 1935 wurde er inhaftiert und im Juli 1935 durch das OLG (Oberlandesgericht) Hamm zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Danach war er Angestellter in Düsseldorf. Im Jahr 1944 musste er zur Wehrmacht und geriet in Gefangenschaft in Norwegen. Von 1946 bis September 1949 war Otto Funke Organisationssekretär bzw. Vorsitzender der FDJ-Landesleitung Thüringen, dann bis 1955 als 2. Sekretär der SED-Landesleitung Thüringen bzw. 1. Sekretär der SED-BL Gera tätig. Bis 1968 war er 1. Sekretär der SED-BL Suhl, anschließend Vorsitzender der Zentralleitung des Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR. Otto Funke gehörte von 1958 bis zum Herbst 1989 dem ZK der SED an und war Abgeordneter der Volkskammer. Er verstarb am 22. Dezember 1997. (Quelle: Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“)

27.08.1915 Nahrungsmittel werden teuer
rstmalig wurden Höchstpreise für wichtige Nahrungsmittel in Gera festgelegt. Das belastete die Geraer Bürger sehr nachhaltig. Mitunter machte sich in Kreisen der ärmeren Bevölkerung der Stadt Verzweiflung breit.
01.09.1915 Fritz Zergiebel geboren
ritz Zergiebel, auch Fritz Zerrgiebel war ein deutscher Fußballspieler, welcher in Gera zur Welt kam. Er begann seine Fußballkarriere 1927 als Zwölfjähriger im Geraer Stadtteil Pforten. 1933 wurde er Osterland-Meister mit Wacker Gera. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte er zunächst bei der Sportvereinigung Gera-Westvororte; 1949 stand er mit der BSG Gera-Süd im Finale des FDGB-Pokals. Von 1949 bis 1952 bestritt er für Gera insgesamt 81 Spiele in der DDR-Oberliga. Nach Beendigung seiner Spielerlaufbahn erwarb er an der Deutschen Hochschule für Körperkultur in Leipzig sein Trainerdiplom. Nach Trainerstationen u.a. in Hermsdorf, Jena und Aue (1955 bis 1958 Cotrainer bei Wismut Karl-Marx-Stadt, heute FC Erzgebirge Aue fungierte er von 1960 bis 1972 als Assistenztrainer von Georg Buschner beim SC Motor Jena (ab 1966: FC Carl Zeiss Jena). Er verstarb hoch betagt am 7. Oktober 2008 in Gera.
03.09.1915 Brand im Sägewerk
ötzels Sägewerk in der Schulstraße in Hermsdorf brannte an diesem Septembertag während des Ersten Weltkrieges vollständig nieder. Das Schadensfeuer hatte allerdings nichts mit dem Kriegsgeschehen zu tun. Sägewerke waren allein schon durch den Umgang mit Maschinen und Holz besonders brandgefährdet.
20.10.1915 Es wurde Theater gespielt
s war das zweite Kriegsjahr in Deutschland und der Krieg, der eigentlich spätestens zum Weihnachtsfest 1914 sein Ende gefunden haben sollte, hatte halb Europa in seinem Griff. Doch in diesem Jahr kündigte die Intendanz des Theaters in einem Schreiben die Wiedereröffnung des großen Hauses an. Darin hieß es, es sei "... die Pflicht auch des Reußischen Theaters...die ererbten Kulturgüter" zu erhalten.
01.12.1915 Der erste Stadtarchivar
rnst Paul Kretschmer(1887-1957) ein Geraer Mittelschullehrer wurde nebenamtlich zum ersten Stadtarchivar von Gera berufen. Neben der Sicherung der städtischen Registraturen vergangener Jahrhunderte, baute er in den folgenden Jahren ein öffentliches Archiv in Gera auf. Im Jahr 1926 veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel „Chronik der Stadt Gera“.
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01.12.1915 Neuordnung des Geraer Stadtarchivs
nter der Leitung des ersten Geraer Stadtarchivars Ernst Paul Kretschmer (1887-1957) begann man mit der Ordnung und dem Neuaufbaus des Geraer Archivs. Diese ungeheuer wichtige und vor allem zeitraubende Tätigkeit erledigte der eigentliche Lehrer Ernst Paul Kretschmer als Nebenamt zusätzlich zu seiner Lehrertätigkeit. Er legte Karteikarten an um die Daten der Stadt zu archivieren.
21.12.1915 Ablehnung weiterer Kriegskredite
m August 1914 hatte der Geraer Reichstagsabgeordnete Emanuel Wurm die Kriegskredite zu erfüllende Aufgabe bezeichnet. An diesem Tag gehörte er zu den 19 Abgeordneten, unter ihnen auch Karl Liebknecht (1871-1919) die weitere Kriegskredite ablehnten.
1916 Metallmangel
ie Bronzeglocke aus der Marienkirche aus dem Jahre 1773 wurde für Rüstungszwecke abgenommen und eingeschmolzen.
1916 Eine neue Kunstgattung
n diesem Jahr wurde im Geraer Theater die Operette als neue Kunstgattung mit eigenem Ensemble übernommen. Die Theaterleitung erhoffte sich durch diesen Schritt in die Moderne, eine Erhöhung der Zuschauerzahlen.
1916 Im Westen was Neues
it großem Erfolg spielte das Ensemble des Geraer Theater in den Tagen des Ersten Weltkrieges auch für die Frontsoldaten. Das Fürstliche Hoftheater spielte in Lille (Frankreich) an der Westfront. Unter anderem wurde Shakespeares "Was ihr wollt" gegeben.
1916 Eine Gastspielreise des Theaters
eben dem Fronttheater in Frankreich gastierte das Geraer Fürstliche Hoftheater unter der Leitung von Hofkapellmeister Laber in diesem Jahr auch in der Türkei und in Bulgarien. Die Fürstliche Hofkapelle gab in Sofia und Konstantinopel (später Istanbul) vielbeachtete Konzerte. Begleitet wurde das Ensemble von der Sängerin Emmi Leisner und dem Schauspieler Karl Clewing aus Berlin.
1916 Straßenbahntriebwagen aus Plauen
n diesem Jahr wurden von der Straßenbahn im vogtländischen Plauen die Triebwagen Nummer 3 und 6 übernommen und im Folgejahr als Triebwagen Nummer 45-46 in der Stadt Gera zum Einsatz gebracht.
1916 Ein Orden für Otto Dix
m Kriegsjahr 1916 erhielt der in Gera/Untermhaus geborenen Maler Otto Dix (1891-1969) eine Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse. Zu Kriegsende im Jahr 1918 kam es zur Verwundung des Künstlers, welcher fast ohne Unterbrechung an vorderster Front des ersten Weltkrieges gekämpft hatte, und es folgte die Beförderung zum planmäßigen Vizefeldwebel.
1916 Eine Metallspende aus Liebschwitz
m Ersten Weltkrieg wurde das Metall knapp und für Kaiser, Volk und Vaterland war den Kriegsführern nichts heilig geblieben. Schmiedeeiserne Zäune mussten genauso "dran glauben" wie anders Alltagsgerät und sogar die Kirchenglocken. Die Kirche in Liebschwitz hatte zwei Glocken. Eine davon hatte der Müller der Zoitzmühle Valentin Graul 1604, er war seinerzeit der Bruder des Geraer Bürgermeisters Nicol Graul, gestiftet. Dieses historischen Instrument wurde eingeschmolzen und war damit unwiederbringlich verloren gegangen. In den 1920er Jahren wurde es von einem Vertreter der Familie derer von Ziegenhierd, langjährige Besitzer des Liebschwitzer Rittergutes, wieder ersetzt.
1916 Die Liebschwitzer Brauerei wurde zur AG
ährend der Zeit des Ersten Weltkrieges (1914-1918) wurde die Liebschwitzer Brauerei in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Kurs pro Aktie wurde mit 500,- Mark angegeben. Ob es eine gute Geldanlage war ist zu bezweifeln, da der Krieg tobte. Die Inhaber der Brauerei in Tinz kauften hierbei die meisten Anteile auf.
1916 Geboren, verheiratet, verstorben in Gera
m Verlaufe des 19. Jahrhunderts hatte man auch in Gera damit begonnen, statistische Werte zu erheben, um Vergleichszahlen für die Geburten, die Eheschließungen und die städtischen Sterbefälle zu erhalten. Im Jahr 1916, während des Ersten Weltkrieges, wurden in Gera 592 Kinder geboren, es wurden zudem 369 Ehen geschlossen und 1066 Menschen verstarben.
1916 Das Ende von Focke & Lubold
er Geraer Industrielle und Miteigentümer der Mechanischen Kammgarn-Weberei Focke & Luboldt, Hermann Luboldt, fiel als Hauptmann in den Wirren des Ersten Weltkrieges in Südlitauen. Sein Sohn Hermann Luboldt geriet 1916 in Kriegsgefangenschaft. Damit war das Ende der Weberei besiegelt und die Firma wurde stillgelegt. Die Villa der Familie in Untermhaus wurde drei Jahre danach an den Warenhausbetreiber Biermann verkauft.
1916 Aus dem Trebnitzer Gemeinderat
er Trebnitzer Gutsbesitzer und Bürger Hugo Eichler wurde im Jahr 1916 Vorsitzender des Gemeinderates bestimmt.
1916 Erziehung zur Hauswirtschafterin
ährend des Ersten Weltkriegs (1914-1918) herrschte auch in Gera große Not. In der Ostschule wurde ein Lazarett eingerichtet und gleichzeitig lief der Unterricht weiter, obwohl auch eine Anzahl von Lehrern an die Kriegsfront gerufen wurde. Außer der an Bezirksschulen vorhandenen Einrichtungen wie Schulgarten, Turnhalle und Zeichensaal, besaß die Ostschule zu dieser Zeit eine Schulküche. Dort wurde den Mädchen der älteren Schulsemester von sämtlichen Bezirksschulen hauswirtschaftlicher Unterricht erteilt. Kochen und Zubereiten von nahrhaften Speisen mit einfachsten Mitteln und Zutaten stand auf dem Lehr- und Speiseplan, wie Mehlsuppe, Milchreis, Kartoffelbrei, Klöße mit Backobst und ähnliche Gerichte. In den Kriegsjahren 1916/1917 war der Mangel in der Schulküche so groß, dass nur noch mit Trockengemüse, Haferkakao, eingelegten Salzheringen, frischem Spinat und Trockenmilch gekocht werden konnte. Am 13. Januar 1917 musste die Schulküche wegen des Nahrungsmittelmangels geschlossen werden.
11.02.1916 Heinrich Laber erregte in Berlin Aufmerksamkeit
uf einer Gastspielreise nach Berlin machte die Hofkapelle unter der Leitung von Professor Heinrich Laber nachhaltig auf sich aufmerksam. Die "Neue Preußische Zeitung" veröffentlichte eine noble Kritik über die Konzertaufführung.
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05.03.1916 Kriegswahrzeichen für Gera
m Rathausportal wird mit der Nagelung eines Kriegswahrzeichens begonnen. In das Wahrzeichen, das in Form eines großen Schildes mit Reichsadler und Reichskrone ausgeführt ist, konnten die Spender eiserne, versilberte und vergoldete Nägel einschlagen. Der Wert der Spende betrug für die verschiedenen Nägel zwischen 50 Pfennig und 300 Mark. Die Nagelung war immer von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr täglich. Die gesamten Einnahmen wurden später für die Hinterbliebenen von Kriegsopfern eingezahlt. Es waren 75.982 Mark.
16.03.1916 Erstes Abitur für Mädchen
n der Zabelschule wurden die erste Reifeprüfungen für Mädchen der Studienanstalt durchgeführt. Damit waren die langjährigen Bestrebungen, den Mädchen eine den Knaben gleichwertige Schulbildung zu verschaffen, Realität geworden. Schulen, welche gleichwertige Schulabschlüsse für Mädchen und Knaben ermöglichten, erhielten als Zeichen dessen, die Bezeichnung „Lyzeum“.
Acht Mädchen machten das Abitur und fünf von ihnen wollten eine akademische Ausbildung an Universitäten anstreben. Die drei anderen hatten noch kein konkretes Berufsziel.
25.03.1916 Der Höhepunkt der zweiten Konzertspielzeit des Theaters
ur fünf Monate nach der Premiere in Berlin wurde die berühmte "Alpensinfonie" von Richard Strauss am Geraer Theater aufgeführt. Der Geraer Hofkapellmeister Professor Heinrich Laber hatte das zu Wege gebracht. Mit Beharrlichkeit und enormen Durchsetzungsvermögen hatte er so manche Aufführung nach Gera geholt.
04.1916 Eine Spende von Max Biermann
er in Gera bekannte Kaufmann Max Biermann, Betreiber des gleichnamigen Warenhauses, stellte der Stadtverwaltung Gera einen Betrag in Höhe von 3.000 Mark zur Verfügung. Mit diesem Geld sollten Kartoffeln und andere wichtige Lebensmittel an Bedürftige zum halben Preis abgegeben werden.
04.1916 Die allgemeine Lebensmittelkarte
ebensmittel waren besonders in Kriegszeiten und unmittelbar danach streng rationiert worden. Damit nun niemand zu hause Lebensmittel horten konnte und die vorhanden Lebensmittel gerecht verteilt werden konnten, wurde die allgemeine Lebensmittelkarte auch in Gera eingeführt. Diese Lebensmittelkarten wurden neben den Karten für jeden bewirtschaftete Produkt in der Kriegszeit ausgegeben.
06.04.1916 Erste "Antikriegsdemonstration"
ehrere hundert Arbeiterinnen trafen sich mit ihren Kindern in der Johannisstraße und zogen zum Residenzschloß Osterstein, wo sie Butter, Kartoffeln und Brot, sowie ihre Männer zurückforderten, die sich draußen "nur für die Großen" erschießen lassen müssen. der Krieg verlangte von der armen Geraer Bevölkerung einen steten Überlebenkampf.
18.04.1916 Schulbau trotz Krieg
uch wenn der Erste Weltkrieg verheerende Auswirkungen hatte, so war er in vielen Städten und Gemeinden nicht so heftig zu spüren wie der Zweite Weltkrieg, da noch vorwiegend an Kriegsfronten gekämpft wurde und die Städte im Großen und Ganzen verschont wurden. In Thränitz hatte man geplant eine neue Schule zu errichten. Auch diese Schule musste in vielen kleinen Schritten finanziert werden. Die erste Rate der staatlich vergebenen Mittel zum Schulneubau in Höhe von 1000,- Mark ging an diesem Tag ein und wurde bei der fürstlichen Sparkasse zu Gera angelegt.
23.04.1916 Geraer waren auf der Jenaer Osterkonferenz
m 23. und 24. April des Jahres tagte die oppositionelle Arbeiterjugend mit Karl Liebknecht (1871-1919) in Jena. Die Geraer Teilnehmer waren unter anderem Hedwig Fuchs und Robert Hauschild.
01.05.1916 Weitere Einschränkungen im Krieg
urch die Andauer des ersten Weltkrieges wurden sämtliche Lebensmittel knapp und dem zu folge rationiert. Dazu wurden dauerhaft Fleischmarken und Fleischbezugsscheine eingeführt.
21.05.1916 Der Kunstverein stellt aus
n diesem Tag war der erwartete Ausstellungsbeginn des Geraer Kunstvereins. Ausgestellt wurden Plastiken des Weimarer Professor Richard Engelmann und Gemälden und Radierungen des Malers Wilhelm Giese aus Berlin. Letzterer hatte einen Teil seiner Jugendjahre in Gera verbrachte.
27.05.1916 Willi Illert geboren
illi Illert wurde in Kassel geboren, sein Vater war Arbeiter. Er besuchte die Volksschule und war zwischen 1931 und 1933 als Transportarbeiter tätig, war aber zeitweise arbeitslos. Im Jahr der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 ging er auf Wanderschaft, war bis 1935 Feldarbeiter in der Jugenderziehungsanstalt in Börgermoor und Klausheide, ab 1935 Erdarbeiter in Kasselund zwischen 1935 und 1936 war er als als Artist auf Reisen. Von 1936 bis zum Jahr 1937 war er beim RAD (Reichsarbeitsdienst), ab 1937 erneut als Artist unterwegs, von 1937 bis 1940 war er als Kraftfahrer beschäftigt und diente von 1940 bis zum Kriegsende 1945 in der Wehrmacht. Dann begann seine politische Arbeit, als er 1945 der KPD beitrat und nach dem Vereinigungsparteitag mit der SPD im April 1946 zur SED übertrat. Auch noch kurz nach Kriegsende im Jahr 1945 war er wieder als Artist unterwegs und wurde von 1945 bis 1946 als Agitations- und Propagandaleiter der KPD-Arbeitsgebietslteitung in Bad Salzungen bzw. als Sekretär für Agitation und Propaganda der KPD-KL Meiningen tätig. Von 1946 bis 1948 war er Sekretär für Kultur, Schulung und Organisation und von 1948 bis 1952 war er 1. Sekretär der SED-KL Meiningen tätig. Im Jahr 1947 folgte der Besuch eines Kurzlehrgangs der SED-PHS (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands - Parteihochschule), von 1948 bis 1952 war er Mitglied und 1952 Leiter der Abteilung Leitende Organe in der SED-LL Thüringen. Von 1952 bis 1957 war er 2. Sekretär der SED-BL Gera, anschließend dort Mitarbeiter. Zwischen 1960 und 1972 war er Fachgebietsleiter der Versorgungsinspektion der Abteilung Handel und Versorgung beim Rat des Bezirkes Gera. Willi Illert verstarb am 4. März 1984. (Quelle: Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“)

07.1916 Ein Vorläufer des Arbeitsamtes
ls die Soldaten des Ersten Weltkrieges für Kaiser, Volk und Vaterland 1914 ins Feld zogen, waren sie noch davon ausgegangen, am Ende des Jahres wieder wohlbehalten bei ihren Familien zu hause zu sein. Vier Jahre später sollte dieser erste weltumspannende Krieg mit zahllosen Opfern erst beendet sein. Zwei Jahre nach Kriegsbeginn wurde in Gera ein "Arbeitslosenunterstützungsamt" gegründet, aus dem dann im Jahr 1918 im November, also unmittelbar nach dem Kriegsende, ein "Erwerblosenamt" hervorging. Auch in Gera begann eine Zeit des Leidens und des Mangels
07.1916 Ein neuer Bürgermeister
err Paul Kupke, Bürger und Geschäftsmann des Ortes, wurde an diesem Tag im Juni 1916 für die Dauer von 6 Jahre zum Bürgermeister von Trebnitz gewählt.
20.07.1916 Das Bezugsscheinamt in Gera
n diesem Sommer wurde in der Stadt Gera ein sogenanntes Bezugsscheinamt eingerichtet, welches den Warenverkehr mit den Web-, Wirk und Strickwaren zu regeln hatte. In der Zeit des Ersten Weltkrieges wurde so gut wie alles womit die Geraer Bevölkerung versorgt werden musste, rationiert worden.
23.07.1916 Kirchengedenkfeier
nlässlich des 100sten Geburtstags von Julius Sturm fand eine Gedenkveranstaltung in der St. Salvatorkirche statt.
13.08.1916 Einweihung des neuen Schwesternheims
n diesem Tag weihte der Verein für freiwillige Armenpflege das neue Schwesternheim im Haus Luisenstraße 9 mit einer schlichten Feier ein. Die Errichtung des Heims wurde durch Spenden der Fabrikanten Rudolf G. Lehmann und Münch gefördert und stand unter der Aufsicht des Stadtbaumeister a. D. Adolf Marsch.
06.09.1916 Ernst Jünger kam nach Gera
rnst Jünger wurde an diesem Tag mit einem Lazarettzug nach Gera gebracht. Er sollte im Garnisionslazarett der Stadt auf dem Steinertsberg gesund gepflegt werden, nachdem er im Ersten Weltkrieg an der Front verwundet worden war. (Ernst Jünger, geb. am 29. März 1895 in Heidelberg und verst. am 17. Februar 1998 in Riedlingen, war ein deutscher Schriftsteller, Philosoph, Offizier und Insektenkundler. Er ist vor allem durch seine Kriegstagebücher In Stahlgewittern, durch Essays, phantastische Romane und Erzählungen bekannt. Durch sein Alter von fast 103 Jahren galt er als Zeuge des Jahrhunderts.)
13.09.1916 Lieselott Herforth geboren
ieselott Herforth war eine deutsche Physikerin und Mitglied des Staatsrates und der Volkskammer der DDR und wurde in Altenburg bei Gera geboren. Sie studierte von 1936 bis 1940 Physik und Mathematik an der TH Berlin und war 1938 als Hilfsassistentin für Physik und Mathematik an der TH Berlin tätig. Im Jahr 1943 arbeitete sie als Assistentin unter anderem am Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik in Berlin und an der Universität Leipzig. Anschließend war sie 1946 als Physikerin im Oberspreewerk Berlin-Oberschönweide angestellt. Am Kaiser-Wilhelm-Institut für Physikalische Chemie und Elektrochemie Berlin-Dahlem arbeitete sie in den Jahre 1947 und 1948 als wissenschaftliche Mitarbeiterin und wurde 1948 an der TU Berlin bei Hartmut Kallman zur Dr.-Ing. promoviert. Im Jahr 1953 habilitierte sie an der Universität Leipzig über Grundlagen der Fluoreszenzanwendung in der Medizin. Sie wirkte von 1957 bis 1960 als Professorin mit Lehrauftrag für angewandte Radioaktivität an der Hochschule für Chemie in Leuna-Merseburg und folgte 1960 einem Ruf an die TH Dresden, wo sie als Professorin auf dem Gebiet der angewandten Radioaktivität und ab 1962 als Professorin für Anwendung radioaktiver Isotope lehrte. Zudem wurde sie Direktorin des Instituts für Anwendung radioaktiver Isotope an der Fakultät Mathematik. Von 1965 bis 1968 stand sie der TU Dresden als Rektorin vor. Sie war damit die erste Rektorin an einer Technischen Universität in Deutschland. Von 1969 bis 1977 lehrte Herforth als ordentliche Professorin für Experimentalphysik/Radioaktivität und Dosimetrie an der Sektion Physik der TU Dresden. Im Jahr 1974 erhielt sie in Ungarn die Ehrendoktorwürde der Universität für Chemische Industrie, Vezprem. Im Jahr 1982 wählte die TU Dresden Herforth zur Ehrensenatorin. Am 30. November 2010 verstarb die Wissenschaftlerin im Alter von 94 Jahren in Dresden.
19.09.1916 Auf Lebenszeit Oberbürgermeister
oktor Ludwig Ernst Huhn wurde im Gemeinderat auf Lebenszeit zum Oberbürgermeister gewählt. Er erhielt 19 von möglichen 25 Stimmen. Geboren wurde Ludwig Ernst Huhn am 05.08.1856 in Pegau und verstarb am 11.01.1933 in Gera. Der promovierte Jurist trat 1880 in den Staatsdienst und absolvierte zwischen 1882 und 1887 eine Referendarzeit in Pulsnitz und Chemnitz. Oberbürgermeister von Gera wurde er 1898 und ging am 11.11.1918 in den Ruhestand.
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01.10.1916 Schule wurde Lazarett
n diesem Tag wurde die Ostschule in Gera zum Lazarett umfunktioniert, der Schulbetrieb blieb allerdings erhalten. Der Erste Weltkrieg hatte zunehmend Opfer gefordert. Viel verletzte Frontsoldaten kamen zur Heilbehandlung oder Genesung in ihre Heimat zurück. Die Schulküche, wo die Mädchen älterer Schulsemester Hauswirtschaftsunterricht hatten, wurde gleichzeitig Lazarettküche. Am 13. Januar 1917 wurde die Küche aus Mangel an Lebens- und Nahrungsmitteln geschlossen.
02.10.1916 Eberhard Charisius geboren
eboren in Wiesbaden, sein Vater war Regierungsdirektor, besuchte er die Volksschule und von 1926 bis 1935 das Gymnasium in Düsseldorf. In den Jahren von 1934/35 war er in der NSDAP, SS (Sanitäter) und im Jahr 1937 erfolgte der Abschluss der Offiziers-Schule in Dresden als Oberleutnant. Im Jahr 1938 absolvierte er die Kampffliegerschule in Faßberg (Funker, Beobachter), 1940 die Flugzeugführerschule in Zeltweg (bei Insterburg) und bis zum Jahr 1941 war er im Kriegseinsatz. Am 22.6.1941 musste er eine Notlandung wegen Motorschaden überstehen. In den Jahren 1941 bis 1945 befand er sich in sowjetischer Kriegsgefangenschaft, kam 1942 in die Zentrale Antifa-Schule in Oranki und war in den Jahren von 1942 bis 1945 Mitglied der Gruppe  Ulbricht bei Stalingrad. Danach wurde er in der Gruppe verantwortlich für  Agitation und Propaganda an der Südwestfront der Sowjetarmee, 1943 war er Mitbegründer des NKFD und dessen Frontbevollmächtigter in Deutschland. deswegen wurde er in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

Zusatzinformationen
11.10.1916 Lichtbildervortrag zum Krieg
er aus Berlin stammende Schriftsteller Paul Lindenberg hielt im Fürstlichen Hoftheater einen Lichtbildervortrag, in dem er von seinen Erlebnissen an der österreichisch-italienischen Kriegsfront berichtete. Ihre Durchlauchten, der Fürst und die Fürstin, der Erbprinz und Prinzessin Feodora wohnten der Veranstaltung auch bei.
01.12.1916 Wieder eine Volkszählung
ine erneute Volkszählung in Gera hatte ergeben, dass zu diesem Zeitpunkt 49.065 Bürger in der Stadt wohnhaft waren.
01.12.1916 Bitte um Amtsabgabe
er Thränitzer Bürgermeister Franz Peukert wollte sein Amt aufgeben und schrieb daher folgende Zeilen an den Großherzoglichen Bezirksdirektor. "Ich bin von der Gemeinde Thränitz vom 01.12.06 - 31.12.18 als Bürgermeister gewählt. Dieses amt kann ich beim besten Willen nicht länger verwalten. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und fortwährend kränklich und habe nebenbei das Gut meines eingezogenen Sohnes mit zu bewirtschaften, außerdem muss ich das Gut meines verstorbenen Sohnes in Ronneburg mit beaufsichtigen. Da sich nun fortgesetzt die Arbeit in meinem Amte immer mehr häuft, und ich in allem zurückbleibe bin ich gezwungen, dieses Amt niederzulegen und bitte mir dasselbe spätestens am 01.01.17 abnehmen zu wollen."
16.12.1916 Eduard Fischer geboren
eboren wurde Eduard Fischer in Chiesch (Kreis Karlsbad, Böhmen/ Chyše, Tschechien) und machte nach dem Abschluss der Schule eine Ausbildung zum Sattler, Täschner, Tapezierer und Innenausstatter. Nach 1939 erfolgte die Übersiedlung nach Thüringen. Gleich nach Kriegsende wurde er politisch aktiv und trat 1945 erst der SPD und nach der Vereinigung der Partei mit der KPD im Jahr 1946 der SED bei. In den Jahren 1945 bis 1947 war er in Meiningen als Bühnentechniker und Kascheur tätig;, ab 1947 bis einschließlich 1949 war er Kascheur an der Maxim-Gorki-Bühne Schwerin und im Jahr 1949 kurzzeitig Theatermeister in Potsdam.  Dann arbeitete er freiberuflich als Kascheur für Theater und Film und bewältigte 1949 seine erste Arbeit (das rupfbare Huhn in Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder") für das Berliner Ensemble (BE). Ab 1951 arbeite er weiter als Kascheur und wurde später Leiter der Abteilung Kaschier- und Theaterplastik am BE. In den Werkstätten der Berliner Staatstheater entwickelte Fischer aus seiner Kascheurtätigkeit den künstlerischen Beruf des Theaterplastikers, was seit Mitte der 70er Jahre Ausbildung von Meisterschülern führte. Fischer schuf ca. 4.000 Tiere und 6.000 Masken, seine Tier- u. Kostümplastiken bzw. Masken wurden auf Bühnen in Berlin, Halle, Leipzig, Dresden, Budapest, Wroclaw, Oslo, Wien, Brüssel, Stockholm, Bonn und Nürnberg eingesetzt. Dem folgte eine Zusammenarbeit mit den Regisseuren Bertolt Brecht, Erich Engel, Benno Besson, Manfred Wekwerth, Wolfgang Langhoff, Wolfgang Heinz und Luc Bondy. Eduard Fischer verstarb am 24. August 1992. (Kascheur kommt von franz. cacher = verbergen. Ein Kascheur ist ein Bühnenhandwerker, der plastische Ausstattungsteile wie Felsen, Säulen, Blumen oder Bäume aus Kaschiermasse - traditionellerweise ein Gemisch aus Leim, Sägespänen, Korkmehl und anderem herstellt, oft wird außerdem Gips verwendet.) (Quelle: Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“)

28.12.1916 Der Bürgermeister machte weiter
orerst zumindest. Nachdem der Thränitzer Bürgermeister Franz Peukert am 1. Dezember 1916 beim Großherzoglichen Bezirksdirektor um seine Ablösung vom Amt zum 1. Januar 1917 gebeten hatte, folgte am Ende des Monats ein Rückzieher. Er erklärte in der Gemeindeversammlung, dass er sein Amt vorläufig fortführen werde, wenn es mit seiner Krankheit nicht schlechter werden würde. Franz Peukert war seit dem 1. Dezember 1906 im Amt und bis zum 31. Dezember 1918 als Bürgermeister gewählt worden.
1917 Straßenumbenennungen
er bisherige Theaterplatz wurde in „Hindenburgplatz", und die Kasernenstraße wurde zur „Zeppelinstraße“umbenannt .
1917 Hungernde Menschen im Krieg
unehmend wurde in den Geraer Tageszeitungen über Nahrungsmitteldiebstähle, die Entwendung von Geflügel und Kaninchen oder auch von Feldfrüchten berichtet. Der Krieg ließ selbst unbescholtene und ehrliche Bürger zu Dieben werden, da der Hunger sie dazu zwang.
1917 Regimentsjubiläum
as in Gera stationierte Infanterieregiment Nummer 96 feierte während einer Ruhephase im Ersten Weltkrieg das 50 jährige Gründungsjubiläum.
1917 Auch die Orgel wurde zum Opfer
chon in der Zeit des Ersten Weltkriegs wurden sogenannte "Kriegs-wichtige" Metalle knapp. Es wurden Metallspenden eingesammelt. Die meisten Glocken der Stadt wurden von den Türmen genommen und eingeschmolzen. Ebenso wie die Glocken mussten 57 klingende Zinnpfeifen der neuen Johanniskirche als "Opfer für das Vaterland" aus dem Gehäuse genommen werden. Daher hatte diese Geraer Kirche zwischen 1917 und 1922 keine Glocken und bis 1923 keine funktionierende Orgel.
1917 Kein Telefonbuch in Gera
as erste Telefonbuch Deutschlands erschien am 14. Juli 1881 in Berlin mit dem Titel "Verzeichniss der bei der Fernsprecheinrichtung Betheiligten". Jahre darauf wurde auch die erste Ausgabe für Gera gedruckt. Anfänglich waren die Menschen mit Telefonanschluss ausschließlich namentlich dort erwähnt und hatten gar keine eigene Rufnummer, denn das "Fräulein vom Amt" verband die Menschen noch per Hand. Der sogenannte Selbstwählverkehr für die dann etwa 3000 Geraer mit Telefonanschluss kam erst im April 1934. Im Jahr 1917 befand man sich im Ersten Weltkrieg (1914-1918) und auch in Gera wurde alles knapp. Auch das Papier, daher wurde wegen akutem Papiermangel für dieses Jahr kein Geraer Telefonbuch gedruckt. Es erschien gar kein Telefonbuch in Deutschland in diesem Jahr.
1917 Geboren, verheiratet, verstorben in Gera
m Verlaufe des 19. Jahrhunderts hatte man auch in Gera damit begonnen, statistische Werte zu erheben, um Vergleichszahlen für die Geburten, die Eheschließungen und die städtischen Sterbefälle zu erhalten. Im Jahr 1917, im Verlaufe des Ersten Weltkrieges, wurden in Gera 477 Kinder geboren, es wurden zudem 307 Ehen geschlossen und 1175 Menschen verstarben. Im ersten Kriegsjahr 1914 kamen noch 1235 Kinder in Gera zur Welt.
1917 Die Hermsdorfer Kleingärtner
ie Hermsdorfer Kleingartenanlage "Roter Strumpf" wurde angelegt. Die Gründer waren Hermann Trinks aus der Reichenbacher Straße, Emil Planer, er wohnte "Am Neuen Haus", Oswald Beer aus der Brunnengasse, Otto Schöppe aus der Ernststraße, er war Eisenbahnangestellter, und Albin Bröter aus dem Oberndorfer Weg, er arbeitete als Öbster. Der Kleingarten-Verein gründete sich aber erst im Jahr 1918.
1917 Wegen der Kleiderknappheit
llgemein wird gesagt, dass der Mensch nackt zur Welt kommt und auch nackt wieder geht. Das nahm man nun auf den Friedhöfen, wie hier am Beispiel von Thränitz, sehr wörtlich, musste man sogar, da es nun eine amtliche Anweisung dazu gab. Das Großherzogliche Sächsische Staatsministerium, Departement des Inneren, sendet an diesem Tag ein Rundschreiben an die Gemeinden bei Gera. Darin wurde darauf hingewiesen, dass bei Bestattungen die Verstorbenen oft mit tadelloser Ober- und Unterbekleidung zu Erd- oder Feuerbestattungen gelangten. In Anbetracht der herrschenden Knappheit an Bekleidung erschien nun diese Sitte als unangebrachte Verschwendung, denn es kam in Kriegszeiten auf die Erhaltung jedes einzelnen Kleidungsstücks an. Es sollte allerdings nicht mit einem Verbot vorgegangen werden, aber die Bevölkerung sollte diesbezüglich belehrt und sensibilisiert werden und nun als Ersatz Papierkleider verwenden. Natürlich sollte besonders dann darauf geachtet werden, wenn die Beisetzungen auf Staatskosten erfolgte, was in dieser Zeit sehr häufig vorkam."
01.1917 Das Nahrungsmittelamt
ut ein Jahr vor dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde in der Stadt Gera ein selbstständiges "Nahrungsmittelamt" aus der Taufe gehoben.
26.01.1917 Ausgabe von Notgeld
n Form von 25.000 Gutscheinen über 25 und 50 Pfennige und 100.000 Gutscheinen über 5 und 10 Mark wurde erstmals städtisches Notgeld ausgegeben. Begründet wurde dieses durch den angeblichen Mangel an Kleingeld. In Wahrheit hatte man es eingeschmolzen, da Metallmangel bestand. Bis 1920 wurden mehrere Nachdrucke des Notgeldes notwendig.
02.1917 Kohlenkarten in Gera
n Gera wurden die ersten Kohlenkarten eingeführt um den Bezug des wichtigen Heizmaterials zu kontrollieren. Darauf hin wurde dann am 22. Juni 1917 für die Stadt Gera ein Kohlenamt und sechs Vororte eingerichtet.
01.02.1917 Ämtertrennung
as städtische Nahrungsmittelamt  wurde vom Polizeiamt getrennt und stand damit als ein nun eigenständiges Amt in der Stadt Gera da.
14.02.1917 Heinrich Stock geboren
einrich Stock wurde in Dortmund als Sohn eines Bergarbeiters geboren und war später als Leiter der HV (Hauptverwaltung) der Deutschen Grenzpolizei bekannt geworden. Zunächst besuchte er die Volksschule und schloss in den Jahren von 1931 bis 1935 eine Lehre und Arbeit als kaufmännischer Angestellter an. In den Jahren von 1935 bis 1944 war er in der Wehrmacht und hatte im Jahr 1944 den Dienstgrad eines Oberfeldwebels inne. In der sowjetischen Kriegsgefangenschaft, in die er von 1944 bis 1946 geraten war, besuchte er die Antifa-Schule. Nach dem Zwangsvereinigungsparteitag der KPD und SPD zur SED trat er in letztere ein und fand eine Anstellung bei der Landespolizeiinspektion Gera. Im Jahr 1947 wurde er Bereitschaftskommandeur der Grenzpolizei Thüringens, im Jahr 1949 gelangte er in die HA (Hauptabteilung) der Deutschen Grenzpolizei der DVdI (Deutsche Verwaltung des Innern) bzw. des MDI (Ministerium des Inneren) und wurde Stabschef. Im Jahr 1952 wurde er in den Rang eines Oberst befördert und absolvierte in den Jahren 1953 und 1954 einen Lehrgang an der Schule der KVP (Kasernierte Volkspolizei) in Drrsden. Im gleichen Jahr 1954 wurde er erster Stellvertreter des Leiters der Deutschen Grenzpolizei und im Jahr 1955 Leiter der HV (Hauptverwaltung) der Deutschen Grenzpolizei, wiederum im Rang eines Oberst. Ein weiterer Lebensweg konnte nicht sicher recherchiert werden.
17.02.1917 Die freie evangelische Gemeinde in Hermsdorf
n der Wohnstube des Schuhmacher Meisters Traugott Beyer, in der Bergstr. 37, wurde an diesem Tag die erste Bibelstunde gehalten. Das Datum, mehr als ein Jahr vor dem Ende des Ersten Weltkrieges gilt als Gründungsdatum der Freien evangelischen Gemeinde Hermsdorf.
03.1917 Die Kleingeldersatzscheine
ie Stadt Gera gab in diesem vorletzten Kriegsjahr erstmals sogenannte Kleingeldersatzscheine zu 5, 10, 25 und 50 Pfennige heraus von denen in den Jahren 1917 und 1918 im Mai, 1919 im Februar und in den Monaten August und September 1920 Neudrucke erschienen.
03.03.1917 Ein Verlust fürs Gymnasium
rofesssor Richard Büttner, Lehrer und Chronist des Gymnasiums, war an diesem Tag verstorben. Er war maßgeblich am Erfolg der Geraer Lehranstalt beteiligt. Der Ruf des Geraer Gymnasiums hallte auch weit über die Grenzen der Stadt hinaus. Eröffnet wurde die Lehranstalt im Jahre 1608.
19.03.1917 Pockenerkrankungen in Gera
rstmals wurde das Isolierhaus des noch im Bau befindlichen Waldkrankenhauses am Geraer Stadtrand mit Pockenkranken belegt. Infektionskrankheiten waren in dieser Zeit lebenbedrohend für die Menschen, die Belegschaft der Klinik und die Ärzte. Es gab noch nicht in jedem Fall wirksame Medikamente, sodas man häufig zur Maßnahme der Isolierung der Patienten griff.
21.03.1917 Es wurde demonstriert in Gera
ie zahlreichen Teilnehmer einer Frauen- und Arbeiterdemonstration forderten an diesem Tag in einem öffentlichen Rahmen: "Mehr Brot!" und "Schluss mit dem Krieg!". Im August des Jahres stürmten dann hungernde Menschen 92 Geschäfte in der Stadt.
04.1917 Hungerrationen in Gera
iel war es nicht, was den Menschen während des Ersten Weltkrieges zum Leben blieb. Die wöchentliche Brotration lag bei gerade mal 1.500 Gramm, 1.000 Gramm Mehl gab es und ab Mai des Jahres noch 40 Gramm Fettration.
24.04.1917 Eine fürstliche Hochzeit
uf dem Schloß Osterstein fand die Vermählung von Prinzessin Feodora Reuß jüngere Linie mit dem Herzog Friedrich von Mecklenburg-Schwerin statt.
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24.04.1917 Hochzeit im Hause Reuß
rinzessin Viktoria Feodora Agnes Leopoldine Elisabeth, geboren am 21. April 1889 in Potsdam und verstorben am 18. Dezember 1918 in Rostock, (bestattet in Doberan) heiratete am 24. April 1917 in Gera den Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg-Schwerin (geb. am10.10.1873 im Schloss Schwerin und verst. am 5. August 1969 im Schloss Eutin). er war der letzter Gouverneur der deutschen Kolonie Togo (1912-1914), Dr. h.c. (ehrenhalber) der Universität in Rostock, Oberst a.d., Ritter des Ordens vom Schwarzen Adler (Preußen), Ritter des Seraphinen-Ordens (Schweden), Ritter des Ordens des Elefanten (Dänemark), Ritter des Ordens des heiligen Hubertus (Bayern) und Rechtsritter des Johanniterordens. er war der Sohn von Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin (1823 - 1883) und Prinzessin Marie von Schwarzburg-Rudolstadt (1850 - 1922).
01.05.1917 Auszeichnung für Professor Simmel
n diesem Tag wurde der spätere Geraer Arzt Professor Doktor Hans Simmel, ab 1925, für seine hervorragenden Dienste für Kaiser, Volk und deutsches Vaterland im Ersten Weltkrieg mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
22.05.1917 Der Lageplan der Brauerei
n diesem Tag veröffentlichte eine Leipziger Firma einen detaillierten Lageplan der Aktienbrauerei im Geraer Stadtteil Pforten. Er zeigte das Gelände in einer Draufsicht und maßstabsgetreu zum Original.
01.06.1917 Opfertage
om 01.06.bis zum 03.06. des Jahres fanden in Gera die Opfertage für die U-Boot-Spende statt.
07.1917 Glockenabgabe
uf Grund der Glockenbeschlagnahme wurden 3 Glocken von der St Johanniskirche, 2 Glocken vom Museumsgebäude, 1 Glocke vom Rathausturm und 2 Glocken von der St Elisabethkirche abgegeben.
07.1917 Alle litten unter dem Krieg
ielen Familien fehlte während der Kriegstage der Ernährer, welcher für Kaiser, Volk und Vaterland an der Front kämpfte. Wenn dieser den Krieg glücklich überlebt hatte fehlte ihm wiederum oftmals die Arbeitsstelle und er musste eine Erwerbslosenunterstützung beziehen. Aber auch den Rentnern dieser Zeit ging es oft nicht besser und daher wurde nun ein sogenanntes "Rentenunterstützungsamt" gegründet.
31.07.1917 Friedensdemonstration
n Gera fand die größte Hunger– und Friedensdemonstration in Thüringen statt. Hunderte Arbeiter und Arbeiterinnen versammelten sich vor dem Fürstlichen Ministerium in der Burgstraße und forderten Brot und Kartoffeln.
Während der Verhandlung stürmten die hungernden Menschen 92 Lebensmittelgeschäfte und Bäckereien in der Stadt.
Durch ein am 01. August eingesetztes Kriegsgericht wurden 81 Personen, meist Frauen, zu Strafen zwischen einem Jahr und drei Monaten und zwei Jahren Zuchthaus bzw. von drei Tagen bis zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.
08.1917 Der Stadtarchivar über St. Salvator
m Jahr 1917 veröffentlichte der Geraer Stadtarchivar Ernst Paul Kretschmer (1887-1957) in den Nummern 2 und 3 des 1. Jahrgangs der Ausgabe "Unser Osterland" zum Gedenken an die vor 200 Jahren erfolgten Grundsteinlegung für die St. Salvatorkirche "Eine Arbeit zur Geschichte der St. Salvatorkirche und ihrer näheren Umgebung." Leider hatte auch er nicht in Erfahrung bringen können, welcher Baumeister das ursprüngliche noch turmlose sakrale Geraer Kunstwerk geschaffen hatte. Vermutet wurde der Kursächsische Landesbaumeister David Schatz, welcher am 24. August 1717 den Grundstein für die Kirche gelegt hatte.
01.08.1917 Fußgängerbrücke "Schlachthofsteg"
ie im Zuge der fertig gestellten Heinrich-Heine-Straße errichtete Fußgängerbrücke „Schlachthofsteg“, wurde ebenfalls fertig gestellt und dann dem öffentlichen Verkehr und der Geraer Bevölkerung übergeben.
01.08.1917 Kriegsgericht tagte in Gera
u Zuchthaus- und Gefängnisstrafen wurden an diesem Tag 123 an den Hungerkrawallen Beteiligte von Außerordentlichen Kriegsgerichten verurteilt.
14.08.1917 Keine Gesetzesdiskussion in Gera
usgehend von den zunehmenden Attacken in den Arbeiterversammlungen gegen das "Gesetz über den vaterländischen Hilfsdienst" von 1916, was die weitgehende Freizügigkeit der Arbeiter aufhob, wies das Fürstliche Ministerium Gera das Landratsamt Gera als zuständige Polizeibehörde an, keine Diskussion über das Gesetz zuzulassen, ebenso auch keine Kritik an der "Burgfriedenpolitik" der SPD-Führung.
30.08.1917 Wiedergewählter Stadtbaurat
tadtbaurat Wilhelm Luthard, der sich als Hauptmann beim Heer befand und dessen Amtszeit am 18.01.1918 endete, wurde an diesem Tag nach den Bestimmungen der neuen Gemeindeordnung auf 12 Jahre widergewählt.
03.09.1917 Demonstrationen in Gera
n Gera wurden Demonstrationen anlässlich des Internationalen Jugendtages veranstaltet. Die Demonstranten marschierten durch die Waldstraße und durch die Wiesestraße.
16.09.1917 Turnen im Krieg
u diesem Zeitpunkt befand sich ganz Europa im Ersten Weltkrieg. Unendliches Leid brach über viele europäische Familien herein, aber trotzdem wollte man in Gera ein Stück Normalität bewahren. Gera war seit vielen Jahrzehnten eine Industriestadt und viele der Arbeiter der Textilindustrie, des Maschinenbaus und anderer Industriezweige waren tief verwurzelt im Arbeitersport. Trotz der Kriegswirren veranstalteten die Sportler des Leumnitzer Turnerbundes an diesem Septembertag ein Schauturnen. Es gab in Leumnitz zu dieser Zeit neben einer Männerturnriege auch eine Damenabteilung.
02.10.1917 Ehrenbürger Paul von Hindenburg
eneralfeldmarschall Paul von Hindenburg wird anlässlich seines 70sten Geburtstages zum Ehrenbürger von Gera ernannt.
02.10.1917 Namensänderung gegen Kriegsmüdigkeit
um Ende des Ersten Weltkrieges wurde, um der Kriegmüdigkeit entgegenzuwirken, wurde an diesem Tag der Theaterplatz in Hindenburgplatz, heute Puschkinplatz und die Kaserne in der Zeppelinstraße, heute Dienerstraße, umbenannt.
02.10.1917 Die Zeppelinstraße in Gera
n diesem Jahr wurde die ehemalige Kasernenstraße und spätere Rudolf-Diener-Straße in "Zeppelinstraße" umbenannt. Das geschah zu Ehren von Ferdinand Graf Zeppelin (08.07.1838-08.03.1917), dem Erfinder der nach ihm benannten lenkbaren Luftschiffe in Zigarrenform. Sie setzten sich als Kriegswaffen allerdings nicht durch, was der Popularität ihres Erfinders, welcher in selben Jahr verstorben war, aber keinen Abbruch tat.
30.10.1917 Eine Parteigründung
n diesem Tag wurde in Gera die Ortsgruppe der Deutschen Vaterlandspartei gegründet.
31.10.1917 Reformationstagsfeiern
n allen Kirchen wurden am 31.10., dem Reformationtag, vormittags und abends Festgottesdienste abgehalten. In den Schulen fanden Gedenkfeiern statt. Unter anderem sprach in der Amthorschule der Oberlehrer Meyer über das Thema „Luther als deutscher Klassiker“ und in der „Lutherschule“ referierte der Lehrer Greil über „Die Einführung der Reformation im Reußenland“. Die Reformation ging auf Luther und seinen Thesenanschlag vom 31.Oktober 1517 zurück.
31.10.1917 Vierhundert Jahre Reformation in Deutschland
s war nun genau vierhundert Jahre her, da hatte ein Mönch mit Namen Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen an die Eingangstür der Wittenberger Schlosskirche geschlagen und damit letztendlich die christliche Kirche nicht nur in eine Krise gestürzt sondern auch gespalten. Die Anhänger der Lehren Prof. Dr. Martin Luthers, welcher eigentlich Martin Luder hieß, feierten diesen Tag, der auch in der Neuzeit noch als christlicher Feiertag begangen wurde.
02.11.1917 Eine 100 Jahr Feier
as 100ste Bestehen der Fortbildungsschule für Knaben wurde in der Stadt Gera gefeiert.
05.11.1917 Volkszählung in Gera
n Gera lebten zu diesem Zeitpunkt laut einer neuen Volkszählung zu diesem Zeitpunkt 47.104 Menschen.
10.11.1917 Eine Volksversammlung in Gera
n Gera wurde ein "Arbeiter- und Soldatenrat eingerichtet, welcher zugleich die oberste Regierungsgewalt in der Stadt übernahm. Der Rat verlangte den unverzüglichen Rücktritt des Fürsten Reuß und des Geraer Ministeriums und der Staatsrat von Brandenstein übernahm im Auftrag des Rates die Geraer Regierungsgeschäfte. Fürst Heinrich XXVII. entsagte für sich selbst und sein Haus Reuß von der Regierung des Landes. Die neue Regierung verlangte danach in einer sofortigen Verfügung die Abgabe sämtlicher Waffen.
06.12.1917 Zur Genehmigung von Hausschlachtungen
riegszeiten waren hart und entbehrungsreich für die Menschen und jeder musste sehen wie er überleben konnte. Die Essensbeschaffung war das Wichtigste und so gehörten Hausschlachtungen zum Alltag, auch in Thränitz bei Gera. Der Großherzogliche Sächsische Direktor des V. (fünften) Verwaltungsbezirkes verschickte zu dieser Zeit folgendes Rundschreiben an die Gemeindevorstände. "Auf Grund einer Verfügung des Thüringischen Landesfleischamtes mache ich die Gemeindevorstände darauf aufmerksam, dass die genehmigten Hausschlachtungen stets spätestens 14 Tage nach Eingang der Genehmigung erfolgen müssen. Ebenso ist darauf hinzuwirken, dass beabsichtigte Hausschlachtungen möglichst frühzeitig erfolgen, um die Gefahr unzulässiger Verfütterungen von Kartoffeln usw. zu vermeiden. Weiter wird vom Viehhandelsverband Thüringen mitgeteilt, dass derselbe den Einkauf von Schweinen über 50 Pfund zum Zwecke der Weitermästung und späteren Hausschlachtung grundsätzlich nicht mehr genehmigt?"
24.12.1917 Haft für ein einziges Foto
ür ein Foto, aufgenommen an Weihnachten 1917 mitten in den Wirren des Ersten Weltkrieges, war der Fotograph für 3 Tage arretiert worden. Das Bild zeigte eine Gruppe von Frontsoldaten, unter ihnen den Geraer Arthur Boeringer, mit einer Tafel auf der "MG-Trupp Kohldampf" stand. Nach Bekantwerden des Fotoprotestes wurden die Protagonisten zum berüchtigten Strafexerzieren verurteilt. Zur Disziplinierung an der Front.
1918 Der erste eigenständige Chor am Theater
n der Theaterspielzeit 1918/19 gab es den ersten eigenständigen Chor, welcher zu musikalischen Theateraufführungen herangezogen wurde. Zehn Herren und neun Damen gehörten dem Chor an.
1918 Ein neuer musikalischer Leiter am Theater
it Wilhelm Grümmer wurde gleich nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ein neuer musikalischer Leiter berufen. Einem Wunsch Fürst Heinrichs XLV. entsprechend, wurden Operettenaufführungen abgeschafft und durch Opernaufführungen ersetzt. Die Oper in Gera profilierte sich recht schell, was Wilhelm Grümmer zu danken war.
1918 Das geteilte Röppisch
is zu diesem Jahr gehörte Oberröppisch zum Fürstentum Reuß jüngere Linie und Unterröppisch zum Großherzogtum Sachsen-Weimar. Der keine Bach durch den geteilten Ort markierte jahrhundertelang die Landesgrenze zwischen den benachbarten Fürstentümern.
1918 Die Gartentor im Küchengarten verschwanden
ach dem Ende des Ersten Weltkrieges verschwanden die Gartentore, die bisher immer am Abend eines jeden Tages den Geraer Küchengartens verschlossen hatten. Mitte der 1930er Jahre wurden dann auch die Zäune und die Grenzmauern nach der Küchengartenallee und den Parkstraßenzugängen beseitigt und damit das Erscheinungsbild des Parks wesentlich verbessert.
1918 Kriegstote in Liebschwitz
ie Kriegswirren des Ersten Weltkriegs (1914-1918) hatten allein im späteren Geraer Stadtteil Liebschwitz mindestens 44 Todesopfer gefordert. Zu diesem Zeitpunkt war die kleine Ortschaft allerdings noch eine sächsische Enklave.
1918 Not und Elend auch in Liebschwitz
ie industrielle Entwicklung, speziell seit der Zeit des beginnenden 19. Jahrhunderts, hatte auch in Liebschwitz für einen ständigen Anstieg der Einwohnerzahl gesorgt. Viele Arbeiter kamen in den kleinen Ort um in der hiesigen Kammgarnspinnerei von Morand und Ferber ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Im Jahr 1913 hatte der Ort mit 1347 Menschen seine höchste Einwohnerzahl erreicht. Es herrschte eine gewisse Hochstimmung, welche durch den Ersten Weltkrieg nachhaltig getrübt wurde. Es gab im Ort viele negative Entwicklungen, und was erschwerend hinzu kam, war die Tatsache, dass 44 Männer aus dem Ort nicht aus dem Krieg heimkehrten.
1918 Dramatische Zeiten der Not
m Ersten Weltkrieg starben 44.000 Thüringer an der Front. In der Heimat war die Zeit geprägt von der Kriegswirtschaft und Missernten, was Hungersnöte und Mangelwirtschaft zur Folge hatte. Besonders die landwirtschaftlichen Erträge gingen im Laufe des Krieges zurück. Im Sommer 1918 forderte die Spanische Grippe allein in Thüringen 4.500 Todesopfer. Die Industrieproduktion in Gera konzentrierte sich auf Kriegsgüter wie Uniformen, Waffen oder Feldstecher (Zeiss). 1915 begann dann die Lebensmittelbewirtschaftung. Dies führte zur Gründung einer Zwangsgenossenschaft, eines Viehhandelsverbandes, einer Landeskartoffelanstalt, eines Landesfuttermittelamtes (Versorgung für Vieh) sowie einer Landesverteilungsstelle für Butter und Eier. Im Dezember 1916 wurde ein Ernährungsausschuss gegründet und im Jahr 1917 ein Landesernährungsamt in Weimar.
1918 Werbung wurde bewusst übertrieben
n den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) bis in die beginnenden 1920er Jahre, wurde für die Liebschwitzer Zoitzmühle ein neuer Name gefunden. Die "Kunstmühlenwerke Zoitzmühle AG" passte sich damit der Reklamesprache der "goldenen 20er Jahre" an. Die Briefköpfe und Rechnungsbögen jener Zeit waren richtige kleine Meisterwerke der Werbegrafik. Kunstvoll gestaltet, wurde die Mühle nun fast doppelt so groß dargestellt, als sie in Wirklichkeit war. Man machte Eindruck bei der Kundschaft.

1918 Geboren, verheiratet, verstorben in Gera
m Verlaufe des 19. Jahrhunderts hatte man auch in Gera damit begonnen, statistische Werte zu erheben, um Vergleichszahlen für die Geburten, die Eheschließungen und die städtischen Sterbefälle zu erhalten. Im Jahr 1918, im letzten Jahr des Ersten Weltkrieges, wurden in Gera 481 Kinder geboren, es wurden zudem 288 Ehen geschlossen und 1510 Menschen verstarben. Die Bevölkerungszahl war während des Ersten Weltkrieges rückläufig.
1918 Das Geraer Kinderbad
m Sommer des letzten Kriegsjahres des Ersten Weltkrieges wurde an der Ochsenbrücke am Mühlgraben ein Kinderbad errichtet. Ob sich der Betrieb nicht lohnte oder wie erfolgreich oder auch erfolglos der Betrieb die ersten Jahre dort verliefen ist nicht überliefert. Nur bekannt ist, dass es schon 1924 seine Pforten wieder schloss.
1918 Wie ROTO Rekord entstand
as Fabrikgebäude hatte der Geraer Kaufmann Julius Amadeus Ebeling 1732 errichten lassen. Es diente dann erst als Druckerei, zwischendurch als astronomische Beobachtungsstation und war als Armenhaus, daher der Name "Bettelburg" für das Anwesen, geplant. Die Firma "Luboldt & Focke" erwarb das Grundstück mit Gebäude 1837 und ging 1918 pleite. Danach erwarb es der Fabrikant Robert Todt, welcher dort eine Maschinenfabrik einrichtete. Später firmierte das Unternehmen dann unter dem Namen RO (bert) TO (dt) Rekord (ROTO Rekord) und bis zur Auflösung der DDR nach der politischen Wende war der Betrieb als "Rekord Spannzeuge" bekannt.
1918 Otto Karl Siermann verstorben
tto Karl Siermann war kein geborener Geraer, sondern kam in den 1880er Jahren in die Stadt. Er hatte zuvor einen Meisterabschluss im Maurer- und Zimmererhandwerk gemacht. Kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert wurde er Mitglied im Geraer Baugewerkeverein und führt danach einige Bauaufträge für die Stadt Gera aus. Als in Gera die Heinrichsbrücke neu gebaut wurde, errichtet seine Firma einen hölzernen Fußgängersteg als Provisorium während der Brückenbauzeit. Zumeist war Siermann aber auf dem Privatsektor unterwegs. Zur gleichen Zeit baute er sich in der Spoerlstraße, der späteren Prof. Simmel-Straße, selbst eine Villa. Als Otto Karl Siermann 1918 verstarb wurde seine Witwe Eigentümerin des Anwesens, welches bis in die Neuzeit des 21. Jahrhunderts erhalten geblieben ist.
1918 Jüdische Kriegsopfer
ur jüdischen Gemeinde Gera gehörten auch die in Greiz lebenden jüdischen Personen (im Jahre 1924 waren es 25 Mitglieder). Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Arthur Berger (geb. 14.1895 in Stolberg, gef. 6.5.1916), Oskar Berger (geb. 28.1887 in Stolberg, gef. 31.12.1914), Willy Brüg (geb. 14.8.1892 in Gera, gef. 26.7.1915). Arno Goldschmidt (geb. 15.1.1878 in Eisenach, gef. 31.8.1916, beigesetzt in Bleicherode). Unteroffizier Isidor Goldschmidt (geb. 5.3.1888 in Krotoschin, gef. 6.11.1918), Feldarzt Dr. Adolf Jankelowitz (geb. 27.9.18769 in Neustadt b. Heydekrug, gef. 4.3.1917), Unteroffizier Ernst Sommer (geb. 30.4.1892 in Brakel, gef. 14.11.1914), Offiz.St. Joseph Winter (geb. 7.12.1885 in Glogau, gef. 21.1.1916).
1918 Eine sächsische Enklave
er Ort Röpsen war eine sorbische Gründung. Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung als Rupizan datiert auf das Jahr 1121, als Bischof Dietrich I. von Naumburg das Kloster Posa (Bosau) bei Zeitz mit acht Orten im Gau Gera belehnte. Als Bischof Udo I. die Belehnung 1146 bestätigte, taucht der Ort als Ropizane auf. Vom Wahl, einem kleinen hochmittelalterlichen Herrensitz auf dem Gutsteich am südwestlichen Ortsrand ist heute nichts mehr zu erkennen. Auf der Flur Röpsen befand sich früher auch das Dorf Speutewitz mit gleichnamiger Burg. Speitewitz, wie es später genannt wurde, war schon seit dem 16. Jahrhundert eine Wüstung. Bis 1918 war Röpsen eine Exklave des Herzogtums Sachsen-Altenburg inmitten der Herrschaft Reuß jüngerer Linie.

1918 Ein Lehrer in Thränitz
lten Quellen ist zu entnehmen, dass die Thränitzer Schule zu den höchstwahrscheinlich ältesten Landschulen im Geraer Landkreis gehörte. Sie war schon vor der lutherischen Reformation von 1517 erwähnt worden. Ab 1612 war ein gewisser Martin Becker als Lehrer in Thränitz nachweisbar. Wie lange er dort tätig war ist nicht mehr nachvollziehbar. Ihm folgte spätestens ab 1650 Matthes Engelhardt im Amt. Nach dem Ende des ersten Weltkrieges im Jahr 1918 war Walter Baumann Lehrer in Thränitz. Auch bei Ihm ist das Ende der Tätigkeit nicht schriftlich verbrieft.
1918 Hermsdorfer Kriegsopfer
er Erste Weltkrieg tobte zwischen 1914 und 1918 und neben Gera hatte auch Hermsdorf hatte erhebliche Opfer zu beklagen. Im Jahr 1914 waren es 26 Menschen, 1915 waren 46, 1916 waren es 27, 1917 waren es 21 und 1918 auch noch 25. Zwei weitere Menschen starben bis 1919 an ihren Kriegsverletzungen, wodurch in der Summe 147 Menschenleben zu beklagen waren.
1918 Das Hermsdorfer Kinderheim
n der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, zwischen den Jahren 1918 1919 nach der Novemberrevolution, wurde das Hermsdorfer Kinderheim neben der Kirche für einige Zeit von Jugend- und Frauenvereinen genutzt. Später wurde es zu einem Mietshaus umgebaut.
1918 Ein Geraer Schoder-Bau
hilo Schoder, geboren am 12. Februar 1888 in Weimar und verstorben am 8. Juli 1979 in Kristiansand, Norwegen; vollständiger Name: Karl Wilhelm Thilo Schoder, war ein deutscher Architekt, der ab 1932 in Norwegen lebte und arbeitete. Im Jahr 1916 wurde Schoder für die Firma Golde in Gera als künstlerischer Beirat tätig und siedelte nach Gera über. Mit zahlreichen Entwürfen und dem Bau eines Fabrikgebäudes realisierte Schoder die Verbindung von künstlerischer und industrieller Produktion. Nach Ende des Ersten Weltkrieges entwickelte sich Schoder zu einem bedeutenden Architekten des Neuen Bauens im Osten Thüringens. Er wurde 1919 in den Deutschen Werkbund und 1922 in den Bund Deutscher Architekten berufen. In den Jahren von 1918 bis 1921 realisierte er das Fabrikgebäude der Geraer Firma Traugott Golde AG in der Wiesestraße 202. In den Jahren 1925 und 1929 wurde das Gebäude zweimal erweitert.

1918 Ein Schoder-Bau in Gera
hilo Schoder, geboren am 12. Februar 1888 in Weimar und verstorben am 8. Juli 1979 in Kristiansand, Norwegen; vollständiger Name: Karl Wilhelm Thilo Schoder, war ein deutscher Architekt, der ab 1932 in Norwegen lebte und arbeitete. Im Jahr 1916 wurde Schoder für die Firma Golde in Gera als künstlerischer Beirat tätig und siedelte nach Gera über. Mit zahlreichen Entwürfen und dem Bau eines Fabrikgebäudes realisierte Schoder die Verbindung von künstlerischer und industrieller Produktion. Nach Ende des Ersten Weltkrieges entwickelte sich Schoder zu einem bedeutenden Architekten des Neuen Bauens im Osten Thüringens. Er wurde 1919 in den Deutschen Werkbund und 1922 in den Bund Deutscher Architekten berufen. In den Jahren 1928 und 1929 realisierte er das Wohnhaus von Professor Hans Eugen Simmel (Chefarzt im Klinikum) in der Vollersdorfer Straße 13 in der Siedlung Heinrichsgrün. Es handelte sich um einen Versuchsbau.

03.1918 Vetterlein wehrte sich
m Reußischen Landtag wies Emil Vetterlein (1856-1934) von der USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands) wie er sagte "mit aller Schärfe" die "Schuld" der Sozialdemokraten an den verheerende Hungerunruhen im Sommer des Vorjahres 1917 zurück.
04.04.1918 Elektrischer Strom
as Elektrizitätswerk Untermhaus wurde von der Stadt Gera übernommen und an die Stromversorgung angegliedert.
06.1918 Brauerei zu verkaufen
er Erste Weltkrieg (1914-1918) hatte auch in der Liebschwitzer Brauerei zu einem dramatischen Werteverfall beigetragen. So wurde sie schon während des Krieges im Jahr 1916 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Firmierung unter "Brauerei GmbH Liebschwitz" konnte aber das absehbare Ende des Liebschwitzer Bierbrauens nicht mehr verhindern. Im Juni 1818 bot man in der Geraer Zeitung Teile der Brauerei zum Verkauf an. Die meisten Anteile erwarb die Brauerei Tinz seinerzeit.
08.06.1918 Wilhelm Tschirchs 100ster Geburtstag
eierlich wurde dem 100sten Geburtstages des Komponisten und Geraer Musikdirektor Wilhelm Tschirch gedacht. Er war bis zu seinem Tod am 06.01.1892, 40 Jahre in Gera tätig.
Zusatzinformationen
20.06.1918 Gustav Siemon geboren
r war Sohn einer Arbeiterfamilie, machte von 1932 bis 1936 eine Lehre und begann anschließend eine Arbeit als Buchhändler. Anschließend trat er seinen Dienst in der Wehrmacht an und war 1942 als Oberleutnant und Flugzeugführer durch Abschuss in sowjetische Kriegsgefangenschaft geraten. In der Sowjetunion kam es dann zum Besuch der Zentralen Antifa-Schule in Krasnogorsk, er wurde Gründungsmitglied des BDO (Bund Deutscher Offiziere) und Angehöriger des NKFD (Nationalkomitee Freies Deutschland ), er war Mitunterzeichner der Gründungsdokumente und des "Aufrufes an die deutschen Generale und Offiziere! An Volk und Wehrmacht!"  vom 12.9.43. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 erfolgte seine Rückkehr nach Deutschland, er wurde Mitglied der KPD und nach der Vereinigung seiner Partei mit der SPD trat er dann der 1946 SED bei. Im Mai 1948 war er Initiator der Gründung der NDPD (National-Demokratische Partei Deutschlands (NDPD) war eine Blockpartei in der DDR.), wo er von 1948 bis 1990 Mitglied des NDPD-Hauptausschusses war. Von 1963 bis 1985 war er dann Präsident des NDPD-HA (Hauptabteilung) und von 1955 bis 1961 Chefredakteur der "National-Zeitung".

25.08.1918 Das Waldtheater Heldendank
as Waldtheater "Heldendank" befand sich hinter dem Untermhäuser Friedhof, wo sich der enge Taleinschnitt zwischen Weinberg und Märzenberg erweitert und als Rothens-Gußgraben bezeichnet wird. Dieser Grund, im Volksmund auch als "Mißlitzens Wiese" benannt, besaß die besten Voraussetzungen für eine Freilichtveranstaltung, was Bühne, Akustik, Ruhe ,Natur und die Nähe zur Stadt Gera betraf. Das Freilichttheater wurde für ca.1500 Zuschauer eingerichtet. Auf halber Höhe des Hanges, hinter der Bühne, von den Zuschauern nicht einsehbar, war eine Baracke errichtet, in der sich Umkleideräume befanden und Kulissen und Material aufbewahrt wurde. Links der Bühne stand die Fürstenloge, ein mit Überdachung versehener offener Bau, der den Mitgliedern des Hauses Reuß vorbehalten war. Später wurde noch ein Holzbau, der als Kassen- und Eingangsgebäude genutzt wurde, dazu erstellt. Unter dem Namen Reußisches Waldtheater "Heldendank" wurde im Jahre 1917 ein Unternehmen ins Leben gerufen, in dem sich kunstverständige und kunstbegeisterte Personen unserer Heimatstadt Gera die edle Aufgabe gestellt hatten, zur Fürsorge, der im ersten Weltkrieg im "Dienste des Vaterlandes" Verwundeten und deren Angehörigen beizutragen.Durch Aufführungen von Heimatspielen, Märchenstücken und vom Geiste der Vaterlandsliebe getragenen Werken sollten Mittel aufgebracht werden, deren Erträge den Kriegsblinden Ostthüringens, sowie den Kriegshinterbliebenen und Kriegswaisen zugedacht waren. Das Reußische Waldtheater, aus freiwilligen Spenden finanziert, war ein reines Wohlfahrtsunternehmen und wurde von einem Ausschuss unter der Leitung von Postassistent a.D. Karl Weise verwaltet. Vorstellungen, die überwiegend von Laiendarstellern unserer Stadt und jungen Schauspielern gegeben wurden, standen unter professioneller Anleitung bekannter Schauspieler und Regisseure des damaligen Reußischen Theaters. Der künstlerische Leiter des Reuß. Waldtheaters war der Hofschauspieler Max Thomas. Sein Amt als künstlerischer Leiter legte er 1924 nieder, als er zum Verwaltungsdirektor des Reuß. Theaters ernannt wurde, blieb aber weiterhin im geschäftsführenden Ausschuss, als künstlerischer Beirat tätig.Die Eröffnung des Reuß. Waldtheaters mit "Der Bruderkrieg" fand unter großer Anteilnahme der Geraer Bevölkerung statt. Dazu verfasste der Geraer und Vorsitzende des Waldtheaters Karl Weise dieses Geschichtsspiel, welches dazu beitragen sollte, in heimatlicher "Laienkunst" einen Ausschnitt der Heimatgeschichte den Zeitgenossen näher zu bringen. Ein Präludium "Kunst und Natur", verfasste Hofschauspieler M.Thomas, welches zur Versöhnung der Waldgeister mit den Menschenansammlungen im Wald gedacht war, wurde dem Stück vorangesetzt. Die erste Spielzeit stand unter der Schirmherrschaft des Fürsten Heinrich XXVII, Reuß j. Linie. (Bernd Rotter, Gera-Untermhaus)
26.08.1918 Eröffnung des Waldtheaters "Heldendank"
us freiwilligen Spenden wurde das Reußische Waldtheater Heldendank in den fürstlichen Waldungen bei Gera-Milbitz  eröffnet. Dieses Freilichttheater war ein Wohlfahrtsunternehmen, denn die Erträge gehen an die Kriegshinterbliebenen, Kriegsblinden und Kriegswaisen.
Gespielt wurde nur bei guten Witterungsbedingungen, nur an Sonntagen und nur im Sommer. Das bis zu 1500 Zuschauer fassende Theater wurde von einem außer Dienst stehenden Postassistenten namens Karl Weise verwaltet.
09.1918 Die Orchesterstärke des Theaters
n diesem Jahr umfasste die Reußische Hofkapelle 45 Musiker. Um diese Orchesterstärke musste in den wirtschaftlichen Krisensituationen der 1920er und 1930er Jahre oft gerungen werden. Eine kleineres Orchester hätte das Klangvolumen des Konzertsaals nicht ausgefüllt.
09.1918 Enteignungsanordnung
er Erste Weltkrieg war nicht nur eine Menschen- sondern auch eine Materialschlacht. Metalle wurden sehr knapp. Allerortens waren Kirchenglocken, schmiedeeiserne Zäune Fensterbleche eingezogen und eingeschmolzen worden. Auch das Dachkupfer der Untermhäuser Schule in Gera wurde eingeschmolzen.
03.10.1918 Rainer Knolle geboren
ainer Knolle war nach dem Zweiten Weltkrieg 1. Sekretär der SED-Kreisleitung Gera-Stadt, Gera-Land und Jena-Land. Ab 1959 war er 2. Sekretär der SED-Bezirksleitung und später Mitglied des Zentralkomitees der SED. Er verstarb am 6. August 1986 in Gera.
11.1918 Eintrittsfreie Sondervorstellungen im Theater
n den Monaten November und Dezember 1918, der Erste Weltkrieg war gerade beendet, wurden auf besonderen Wunsch des Fürsten Heinrich XXVII. Für die heimgekehrten deutschen Soldaten eintrittsfreie Sondervorstellungen organisiert. Schon während des Krieges gab es im Theater entrittsfreie Militärvorstellungen. Mit ermäßigten Preisen wollte das Theater im letzten Kriegsjahr wieder die Zuschauerränge füllen. Es gab immerhin 7 Uraufführungen.
11.1918 Geraer Kriegsverluste
urch den Ersten Weltkrieg kam es an den Kriegsfronten zu enormen Menschenverlusten unter der Bevölkerung. Gera hatte etwa 60.000 Einwohner. Der erste Weltkrieg forderte das Leben von 1419 Geraer Männern im Fronteinsatz.
11.1918 Umstellung auf den Friedensbetrieb
ach dem Ende des Ersten Weltkriegs hatte man auch in Gera versucht, das Eisenbahnwesen wieder auf einen Friedensbetrieb, ohne die vielen Militär- und Truppentransporte, umzustellen. In einer "Denkschrift zum Friedensfahrplan unter Berücksichtigung der sächsischen und thüringischen Verkehrs-Verhältnisse insbesondere der Handelskammerbezirke Gera und Greiz" fand man nun die berechtigte Forderung, Gera am Durchgangs- und Schnellzugverkehr mehr einzubeziehen als es bisher der Fall war. Gefordert wurde recht konkret die Schaffung einer Eisenbahnlinie Berlin-Gera-München. Weiterhin eine Rolle spielen sollten die Verbindungen Hamburg-Triest, über Halle- Gera-Eger-Landshut-Salzburg, und Insterburg-München-Stuttgart, über Posen-Cottbus-Leipzig-Gera-Saalfeld, wo Gera als Verbindungsglied der Strecke in Betracht kommen sollte. Gera sollte nun nach dem Friedensfahrplan an die großen Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen angeschlossen werden.
04.11.1918 Der Arbeiter- und Soldatenrat
rbeiter- und Soldatenräte waren in der deutschen Novemberrevolution 1918 Organe der Selbstverwaltung in den Städten, in denen sich Arbeiter und Soldaten erhoben, um die eben entstandene parlamentarische Regierung zu stützen und den Ersten Weltkrieg zu beenden. Sie nahmen die Sowjets (deutsch: Räte) der russischen Oktoberrevolution zum Vorbild, bestanden aber in ihrer Mehrheit aus Anhängern der SPD und USPD. Die Institution der Räte bildet das wichtigste Element der Rätedemokratie sowie damit zusammenhängend der politischen Strömung des Rätekommunismus. Der erste Arbeiter- und Soldatenrat bildete sich am 4. November 1918 als Folge des Kieler Matrosenaufstands. In den nächsten Tagen folgten zahlreiche weitere Städte diesem Beispiel, bis die Revolution am 9. November Berlin erreichte. Während es sich am Anfang um soziale und Antikriegs-Proteste mit der Parole "Frieden und Brot" handelte, forderten die Räte die Abdankung des Kaisers Wilhelm II. und die sozialistische Republik. Auf dem am 16. Dezember in Berlin zusammengetretenen Reichsrätekongress wurde darüber hinaus die Abschaffung der bisherigen Heeresverfassung und die Einführung eines Volksheeres mit gewählten Offizieren gefordert. Der Antrag der USPD, am Rätesystem als Grundlage der Verfassung der Republik festzuhalten und den Räten die legislative und exekutive Gewalt zuzugestehen, wurde abgelehnt. Der SPD-Politiker Gustav Noske stellte sich in Kiel an die Spitze des Arbeiter- und Soldatenrates, mit dem Ziel, die revolutionäre Bewegung zu mäßigen und letztlich zu neutralisieren. Im Ergebnis kam es zur Gründung der Weimarer Republik als Kompromiss zwischen den revolutionären Forderungen und den Interessen der bürgerlichen Kräfte in Deutschland. Aus den Erfahrungen der Arbeiter- und Soldatenräte und ihrer (Teil-)Niederlage bildete sich die KPD unter Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Im Zuge der Novemberrevolution wurde am 10. November 1918 der bisherige Oberbürgermeister Ludwig Ernst Huhn vom Geraer Arbeiter- und Soldatenrat abgesetzt.
07.11.1918 Ernennung zum Staatsminister für Ruckdeschel
aul Ruckdeschel (geb .07.06.1864 und gest. 28.01.1942) wurde an diesem Tag als Nachfolger von Kurt Graesel zum Staatsminister berufen. Bereits am 10.11.1918 wurde er in Folge der einsetzenden Ereignisse und politischen Unruhen der Novemberrevolution die ganz Deutschlend erfasst hatte, in den Einstweiligen Ruhestand versetzt.
07.11.1918 Revolte auch in Gera
ie Nachrichten von den Vorgängen beim Kieler Matrosenaufstand vom 3. November 1918 erreichte Thüringen schon kurze Zeit später, aber erst am 7. November kam es, weitestgehend unabhängig voneinander, zu örtlich initiierten Entmachtung der alten Autoritäten. In Westthüringen revoltierte die in Gotha stationierte Flieger-Ersatzabteilung und riss die Garnisonen in Mühlhausen, in Langensalza und auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf mit. In Erfurt und Jena trat die Arbeiterbevölkerung am gleichen Tag in einen unbefristeten Ausstand und versammelte sich zu großen Kundgebungen. In Weimar besetzten Soldaten meuternde Verbände am 8. November die strategisch wichtigen Gebäude. In Gera und Greiz folgten am 9. November 1918. Der erste Thüringer Arbeiterrat entstand höchst wahrscheinlich am 7. November 1918 in Eisenach.
09.11.1918 Revolution
er Austausch des konservativen Staatsministers Paul Ruckdeschel am 07. November konnte den Ausbruch der Revolution nicht mehr verhindern.
Am 09. November versammelten sich Arbeiter und Fronturlauber auf dem Johannisplatz
Sie zogen zur Reußischen Kaserne, wo sich die Soldaten der Demonstration anschlossen.
Auf der Kaserne wurde die rote Fahne gehisst.
Auf einer Massenversammlung am 10. November in der Ostvorstädtischen Turnhalle wurde ein Arbeiter – und Soldatenrat gewählt, der die Stadtgewalt übernahm und den Rücktritt des Reußischen Fürsten Heinrich XXVII, sowie des Oberbürgermeisters Doktor Ludwig Ernst Huhn durchsetzte.
09.11.1918 Der revolutionäre Soldatenrat
n der Ostvorstädtischen Turnhalle im Geraer Ostviertel in der Bauvereinstraße wurde an diesem Tag ein Arbeiter- und Soldatenrat gewählt.
09.11.1918 Nur noch Wohnsitz
it der Novemberevolution 1918, als nicht nur der Kaiser abdanken musste, sondern auch die Republik ausgerufen wurde, ging das Geraer Residenzschloss Osterstein ins Staatseigentum über. Es blieb aber bis zur Flucht vor den alliierten Bombern am Ende des Zweiten Weltkrieges der Wohnsitz derer von Reuß.
09.11.1918 Frauenwahlrecht nun auch in Gera
it der Ausrufung der Republik in Deutschland wurde das Frauenwahlrecht eingeführt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man die Frau an sich für politisch ungeeignet gehalten und ihnen auch das Wahlrecht abgesprochen. Der Kaiser hatte abgedankt, der Erste Weltkrieg war nach 4 Jahren vorüber und es gab die ersten Litfaßsäulen in Gera, welche explizit mit ihrer Wahlplakatierung nur die Frau als Wähler ansprachen. Fotos von Aktivistinnen der großen Parteien und recht dürftig gekleidete Frauen, welche für Hautkreme und Büstenhalter warben mit dem Wahlspruch "Der Ausstieg aus dem wilhelminischen Korsett ist ein Symbol für den Wandel hin zur Emanzipation".
10.11.1918 Abdankung
ürst Heinrich XXVII. Reuß jüngere Linie (1858 bis 1928) unterzeichnete einen Tag nachdem Phillip Scheidemann in Berlin die Republik ausgerufen hatte die Abdankungsurkunde die man ihm vorlegte.
10.11.1918 Die Novemberrevolution in Gera
m 11.00 Uhr fand in der Ostvorstädtischen Turnhalle eine Massenversammlung von Arbeitern und Soldaten statt. Hier wurde der ASR (Arbeiter- und Soldatenrat) gewählt und ein 8 Punkte umfassendes Programm aufgestellt. Gefordert wurde unter anderem
  • Abschaffung der Dynastien
  • Ausschaltung aller reaktionären Elemente
  • Demokratisierung der Verwaltungsorgane
  • Einführung des 8 Stunden Arbeitstags
  • Eine Arbeitslosenversicherung
  • Fürsorgemaßnahmen für Not Leidende
Um 12.15 Uhr formiert sich ein Demonstrationszug zum Landtagsgebäude. Der Sprecher des ASR, der Landtagsabgeordnete Emil Vetterlein, fordert den Rücktritt des Staatsministers und die Abdankung des Fürsten. Paul Ruckdeschel verliert seinen Posten als Staatsministers an Freiherr Karl von Brandenstein.
Die Demonstranten setzten die Absetzung von Oberbürgermeister Doktor Ludwig Ernst Huhn durch.
10.11.1918 Abdankung des Fürsten Reuß
ürst Heinrich Reuß XXVII. dankte an diesem Tag ab.
10.11.1918 Stadtrat Heinrich Rohmann
er Geraer Arbeiter- und Soldatenrat entsandt den Sozialdemokraten Heinrich Rohmann USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands) als unbesoldeten Stadtrat in die Geraer Stadtverwaltung.
10.11.1918 Proteste der Geraer Bevölkerung
ieser 10. November 1918 war ein Sonntag. Gut 2000 Geraer Bürger zogen am späten Vormittag dieses Tages vor das Geraer Rathaus und forderten die Rücktritt des Oberbürgermeisters Doktor Ludwig Ernst Huhn. Der Geraer Stadtvater hatte vorsorglich das Rathaus an diesem Tag gemieden. Schon am Mittag des gleichen Tages wurde Ludwig Ernst Huhn das Vertrauen entzogen.
11.11.1918 Ein Ende mit Schrecken und 8 Millionen Toten
n der 11. Stunde des 11. Tages im 11. Monat des Jahres 1918 endete der Erste Weltkrieg. Zahlreiche Geraer waren unter den über 8 Millionen Opfern, die dieser Weltkrieg gefordert hatte. Das schlimmste Schlachtfeld war im französischen Verdun zu finden.
11.11.1918 Elend nach dem Ersten Weltkrieg
ie Nachkriegsjahre begannen wie überall in der Gegend um Gera mit Arbeitslosigkeit. Die zuvor auf Hochtouren gelaufene Kriegsproduktion lag nun brach und das Reich war finanziell abgewirtschaftet und am Boden. Es entstand eine große Unzufriedenheit unter den Menschen, was den Nährboden für Radikalismus bereitete. Viele Betriebe, besonders mittelständige, gingen nun in Konkurs und die Not und die Armut schwappte wie eine riesengroße Welle über das Land und die Menschen.
12.11.1918 Aus dem Geraischen Tageblatt
n der Revolutionstagen des Jahres war ein Arbeiter und Soldatenrat gegründet worden. Von Anfang an stand der Soldatenrat unter dem recht kritischen Blick des Geraer Bürgertums. Es sollte der Gesamtheit der Bevölkerung nicht zugemutet werden, das Diktat einer Minderheit über sich ergehen zu lassen. So warnte an diesem Tag das "Geraische Tageblatt", nahm das Heft des Handelns in die Hand und rief zu einer Massenkundgebung der Bürgerschaft für den 21. November 1918 in der Tonhalle auf.
17.11.1918 Aus dem Geraischen Tageblatt
ürst Heinrich XXVII. hatte in den Tagen der Revolutionswirren des Jahres seinen Wohnsitz nach Ebersdorf bei Schleiz verlegt. Wiederhaben wollte man den Geraer Monarchen sicherlich nicht, aber das "Geraische Tageblatt" schlug versöhnliche Töne an. ...Dass der Aufenthalt (in Ebersdorf) nicht mit einer Internierung zu verwechseln und nur vorübergehend sei. Das Verlassen der Stadt habe lediglich einer ärztlichen Anordnung entsprochen: "Der Erbprinz müsse eine Grippe auskurieren."
20.11.1918 Rückkehr aus dem Krieg
er Erste Weltkrieg war gerade einmal 9 Tage vorbei, da konnte die ersten Geraer hoffen ihre im Krieg befindlichen Angehörigen wieder in die Arme schließen zu können. An diesem Tag kehrte das 7. Infanterie-Regiment Nr. 96 nach Gera zurück. Auf dem Markt in der Innenstadt wurde die Heimkehrer freudig begrüßt. Staatsrat Hermann Drechsler (1876-1951) hielt eine Rede zu diesem Anlass.
22.11.1918 Bildung eines Bürgerrates
itglieder aller bürgerlichen Parteien versammelten sich in der „Tonhalle“ um einen Bürgerrat zu gründen, welcher als Gegenorganisation zum ASR (Arbeiter- und Soldatenrat) galt. Der Bürgerrat setzte sich aus Gutsbesitzern und Vertretern des Geraer Mittelstand zusammen. Den Vorsitz übernahm der Bankier Wilhelm Oberländer.
22.11.1918 Oberbürgermeister Huhn im Ruhestand
berbürgermeister Doktor Ludwig Ernst Huhn wurde durch den Gemeinderat der Stadt Gera nun in den Ruhestand versetzt. Ihm wurde herzlich für seine 20 Jahre währende Tätigkeit gedankt.
29.11.1918 Ein Bürgermeister aus Berlin
it nur drei Gegenstimmen wählte an diesem Tag der Gemeinderat der Stadt Gera Doktor Kurt Herrfurth zum neuen Oberbürgermeister Geras.
12.1918 Der Bürgerrat
onservative Geraer Bürger bildten einen Bürgerrat als Gegengewicht zum Arbeiter – und Soldatenrat. Er bildete sich am 16. Juni 1919 zum Bürgerbund um, der in den Zwanziger Jahren das politische und kulturelle Leben der  Stadt nachhaltig beeinflusste.  
12.1918 Gewerkschaft und Straßenbahn
ereits vor der Ausbruch des Ersten Weltkrieges hatten Gewerkschaften versucht, Tarifverträge zur allgemeinen Regelung der Arbeitsbedingungen abzuschließen. Aber erst nach der Novemberrevolution im Jahr 1918 kamen die Gewerkschaften in Gera zur vollen Entfaltung ihrer Macht und forderten den Abschluss von verbindlichen Tarifverträgen für die Beschäftigten der Geraer Straßenbahn.
12.1918 Stadtnotgeld in Gera
um Ende des Jahres 1918 erschien in Gera zum ersten Mal das sogenannte Stadtnotgeld und zwar zu 5, 10 und 20 Mark. Damit wurde die letzte und nunmehr 9. Kriegsanleihe aufgelegt. Zu dieser Zeit wurden Kriegsanleihen bei der Geraer Reichsbankstelle und den angrenzenden Nebenstellen in Höhe von 481.105.200 Mark gezeichnet.
14.12.1918 Aus dem Krieg entlassen
ie 12. Batterie der IV. Abteilung des Feldartillerie-Regimentes Nr. 11 in Fritzlar teilte an diesem Tag der Thränitzer Polizeibehörde mit, das der im Ort ansässige Gefreite Otto Hemmann von hier aus am 8. Dezember 1918 nach Thränitz ordnungsgemäß entlassen worden war. Die Einstellung der Zahlung der Familienunterstützung für die Zeit der Abwesenheit des Ernährers im Krieg sollte nun in Thränitz geregelt werden.
16.12.1918 Androhung einer Geldstrafe
er Großherzoglich Sächische Direktor des V. (fünften) Verwaltungsbezirk erinnerte in einem Schreiben den Gemeindevorstand von Thränitz unter Androhung einem Geldstrafe in Höhe von 5,- Mark an die sofortige Einsendung der noch immer nicht eingegangenen Liste über die im Monat November im Ort stattgefundenen Hausschlachtungen und die daraus abgelieferten Fettmengen. Als Frist zur Abgabe der Liste wurden zwei Tage genehmigt.
17.12.1918 Prinzessin Feodora geboren
n diesem Tag erblickte Woizlawa Feodora zu Mecklenburg-Schwerin in Rostock das Licht der Welt. Ihre Eltern waren Adolf Friedrich Herzog zu Mecklenburg-Schwerin und seine Gemahlin Victoria Feodora Herzogin zu Mecklenburg-Schwerin, welche eine geborene Prinzessin Reuß jüngere Linie war.
18.12.1918 Tod der jungen Herzogin
ur einen Tag nachdem die junge Victoria Feodora Herzogin zu Mecklenburg-Schwerin von einem gesunden Mädchen, Woizlawa Feodora Prinzessin zu Mecklenburg-Schwerin, entbunden worden war, verstarb sie an den Folgen der Niederkunft noch im Kindbett.
20.12.1918 Hilfe bei Mietstreitigkeiten
ür den reußischen Amtsbezirk Gera kam es an diesem Tag zur Errichtung eines "Gemeinsamen Mieteinigungsamtes". Es diente zur Schlichtung von eventuellen Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern. Damit entlastete man die Gerichte erheblich, die sich nun nicht mehr mit derartigen Bagatellfällen zu befassen brauchten.
22.12.1918 Die Wohlfahrt
ie Reußische Anstalt für Kunst und Volkswohlfahrt entstand an diesem Tag. Diese Institution sicherte den finanziellen Fortbestands des Theaters und verwaltete die öffentlich zugänglichen Sammlungen und Anlagen des Fürstenhauses.
28.12.1918 Das Notgesetz
urch ein Notgesetz wurden die Orte Untermhaus, Milbitz, Thieschitz, Rubitz, Tinz, Leumnitz, Pforten, Zwötzen, Lusan, und Oberröppisch  mit Wirkung vom 01. Januar 1919 nach Gera eingemeindet.
Die Stadtflur erhielt einen Zuwachs von 2 117,49 Hektar. Die Gesamtfläche des Stadtgebietes betrug jetzt 3 639,31 Hektar und die Einwohnerzahl nahm um 19 753 Menschen zu.
30.12.1918 Rückkehr der Kriegsteilnehmer
n den Tagen vom 30.12 und 31.12.1918 kehrten die Kriegsteilnehmer des Reserveinfanterieregiments Nummer 467 zurück Unter starker Anteilnahme der Geraer Bevölkerung wurden die Rückkehrer auf dem Marktplatz vom Oberbürgermeister begrüßt.
1919 Lusan als Bauerndorf
ls kleines Bauerndorf im Süden von Gera wurde Lusan im Jahre 1919 in die Stadt eingemeindet.
1919 Der Stiftungsvertrag
er ehemalige Fürst Heinrich XXVII. Unterschrieb einen Stiftungsvertrag. Der Fürstliche Hof erklärte sich in einer Vereinbarung mit den staatlichen Institutionen zur weiteren finanziellen Unterstützung des Geraer Theaters bereit. Der Stiftungsbetrag umfasste eine jährliche Summe von 250 000 RM (Reichsmark).
1919 Max Biermann erwarb die Luboldt-Villa
m Jahr 1897 hatte der Geraer Unternehmer Arno Luboldt in der Leipnitzstraße 1 eine Villa für seine Familie errichten lassen. Arno Luboldt verstarb 1915 während des ersten Weltkrieges und sein Sohn geriet in Kriegsgefangenschaft, was dazu führte, dass das Unternehmen Luboldts, er war Miteigentümer einer Weberei, stillgelegt werden musste. Max Biermann kaufte die Villa und zog selbst gar nicht ein, sondern seine Söhne Erich und Herbert mit ihren Familien. So wurde aus der Luboldt die Biermann-Villa.
1919 Die Freiligrathstraße in Leumnitz
rsprünglich hieß die Straße im Geraer Stadtteil Leumnitz einmal "Oststraße" und war nach ihrem Verlauf in Richtung Osten benannt. 1919 wurde sie in Freiligrathstraße umbenannt. Ferdinand Freiligrath (17.06.1810-18.03.1876), der "Trompeter der Revolution" von 1848, war in diesem Jahr auch Mitarbeiter der von Karl Marx (1818-1883) redigierten "Neuen Rheinischen Zeitung".
1919 Die Gutenbergstraße
hren ursprünglichen Namen erhielt diese Straße nach der an ihr zwischen 1902-1903 errichteten neuen Schule in "Schulstraße". Nach der Eingemeindung 1919 nach Gera wurde sie in "Gutenbergstraße" umbenannt. Gutenberg (um 1400-1468) war der Erfinder des Buchdruckes mit beweglichen Lettern und hatte das Verfahren "buchstäblich" revolutioniert.
1919 Die Kaimberger Straße
rst im Jahr 1919 wurde die Siedlung Zwötzen nach der Stadt Gera eingemeindet. Um die Doppelbenennung von Straße zu vermeiden, wurden nun einige Straße umbenannt. Und so wurde aus der "Bahnhofstraße" unterhalb des späteren Kaimberger Bades die "Kaimberger Straße".
1919 Die Lasurstraße in Zwötzen
ie Stadt Gera wurde durch zahlreiche Eingemeindungen flächenmäßig immer größer. Auch Zwötzen gehörte nun zur Stadt Gera. Ein Problem waren nun die Doppelbenennungen der Straßen, die man abschaffen wollte. Daher wurde die Zwötzener "Heinrichstraße" in Lasurstraße umbenannt. Der Name ergab sich aus der Nähe zum späteren Landschaftsschutzgebiet an der Lasur.
1919 Eingemeindung von Oberröppisch
u dieser Zeit kam es zu vielen Eingemeindungen nach Gera, die häufig auch unter Zwang stattgefunden hatten. 1922 war Unterröppisch zwangseingemeindet und 1925 ausgemeindet worden. Oberröppisch wurde 1921 und 1925 eingemeindet und beide Orte kamen erst 1950 endgültig zu Gera.
1919 Weitere Elektrifizierungen
o langsam hatten sich auch die Geraer an Nutzung von elektrischem Strom gewöhnt. Es blieb auch des Abends länger hell in den Stuben und die Brandgefahr sank deutlich, da nur noch wenige offene Flammen genutzt wurden. Mit der Eingemeindung nach Gera wurde in diesem Jahr auch der Ort Liebschwitz elektrifiziert und damit an das Stromnetz angeschlossen.
1919 Die Weinbergstraße in Untermhaus
ie in den Wald führende Straße in Untermhaus, die Waldstraße" wurde unmittelbar nach der Eingemeindung von Untermhaus nach Gera am 1. Januar 1919 in "Weinbergstraße" umbenannt. Das war nötig geworden, da Gera schon eine "Waldstraße" hatte, welche allerdings am 19. März 1959 in "Straße des Friedens" umbenannt wurde. Die Weinbergstraße führt zum alten Untermhäuser Weinberg, wo im 16. und 17. Jahrhundert noch Wein angebaut worden war. Jedoch mit sehr mäßigen Erfolg, wie alte Chroniken aus dieser Zeit berichteten. Die Geraer hatten mehr als 30 Brauereien und so wurde wohl auch mehr Bier getrunken.
1919 Gegen die drohende Wohnungsnot
ach dem Ersten Weltkrieg errichtete die Geraer Baugenossenschaft in der Zoitzbergstraße an der Zwötzener Brücke Mietwohnungen für ihre Mitglieder, um der Wohnungsnot in Gera Herr zu werden. Entworfen wurden die Gebäude vom Architekten Paul Schraps.
1919 Die neue Zwötzener Straße
ach der Eingemeindung Zwötzens nach Gera im Jahr 1919 wurde die "Geraer Straße" (auf Zwötzener Flur) in "Zwötzener Straße" umbenannt und mit der "Zwötzener Straße" (auf Debschwitzer Flur) zusammen gelegt. Dadurch entstand eine lange Straße mit einheitlichem Namen.
1919 Elektrizität in Liebschwitz
m Jahr 1919 begann man in Liebschwitz, einem späteren Geraer Ortsteil damit, die Häuser zu elektrifizieren. In den größeren Städten und Gemeinden hatte der elektrische Strom die Haushalte schon weitest gehend erobert. Auf dem Lande tat man sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch etwas schwer mit der Verlegung der Leitungen und so wartete man dort noch bis nach dem Ersten Weltkrieg damit.
1919 Gauern im 20. Jahrhundert
is zum Jahr 1919 gehörte der kleine Ort Gauern bei Gera zum Fürstentum Reuß jüngerer Linie und seit 1920 zu Thüringen. Im Jahr 1933 hatte Gauern dann 340 Einwohner, was zum ersten Mal statistisch festgestellt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten nahezu zwei Drittel des Dorfes dem Bergbau der SDAG Wismut weichen.
1919 Der Volksstaat Reuß
er von 1919 bis 1920 existierende Volksstaat Reuß war ein Land des Deutschen Reichs im Osten des heutigen Thüringens und hatte eine Fläche von 1.143 km² (nicht zusammenhängend), 211.324 Einwohner (1919) und war in drei Landratsämter gegliedert. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wurden die beiden Fürstentümer Reuß älterer Linie (Greiz) und Reuß jüngerer Linie (Gera) von Fürst Heinrich XXVII. aus der jüngeren Linie in Personalunion regiert. Nach dem Sturz der Monarchie und der Ausrufung der Republik in der Novemberrevolution erklärte er am 11. November 1918 seinen Rücktritt. Die beiden reußischen Fürstentümer wurden Freistaaten und bildeten ab dem 21. Dezember 1918 eine Verwaltungsgemeinschaft. Am 2. Februar 1919 wurden in beiden Freistaaten Landtagswahlen abgehalten, die die USPD für sich entschied. Am 4. April 1919 beschloss der vereinigte reußische Landtag das Gesetz über die Vereinigung der beiden reußischen Freistaaten zu einem Volksstaat Reuß, sowie über die vorläufige Verfassung und Verwaltung. Nach der Vereinigung wurde eine Regierung mit den Staatsministern Karl von Brandenstein aus Gera und William Oberländer aus Greiz gebildet. Flagge des Volksstaats wurde Schwarz-Rot-Gold. Das Wappen des Volksstaates Reuß zeigte in Tradition der Heraldik der Vögte von Weida einen goldenen Löwen mit roter Bewehrung und einer roten Krone auf einem schwarzen Schild. Am 1. Mai 1920 schlossen sich der Volksstaat Reuß und sechs weitere thüringische Kleinstaaten zum Land Thüringen zusammen.
1919 Handwerk hat goldenen Boden
er Ort Töppeln bei Gera war nach dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) überwiegend ein Handwerkerdorf, in erster Linie waren dort Bauhandwerker ansässig. In den Sommermonaten fanden die Maurer und Zimmerleute ausschließlich im Dorf Arbeit, während in den Wintermonaten der größte Teil in der Stadt arbeitete. Die Landarbeiter, die auf dem Gut des Gutsbesitzers Mahlfeldt arbeiteten und einen Stundenlohn von 37 Pfennig erhielten, verdienten die Knechte in den Sommermonaten wöchentlich 12 Mark.
1919 Im Waldtheater Heldendank
n den folgenden Jahren nach der Eröffnung im August 1918 wurden weitere Bühnenaufführungen und Veranstaltungen im Waldtheater durchgeführt. Zur Aufführung gelangten: "Der Pfarrer von Kirchfeld" von Anzengruber, "Preciosa" von P.A.Wolf, "Der Kuckuck" von F.Dietrich, ein Märchen "Hänsel und Gretel", "Sommernachtstraum" und "Was ihr wollt" von Shakespeare, "Die Laune des Verliebten" von Goethe, "Amphitryon" von H.Kleist, "Der keuche Lebemann" von Arnold/Bach, "Das goldene Lachen" von H.Marcel und verschiedene andere. Vereine und Gesellschaften veranstalteten im Waldtheater ihre Feiern und Treffen, Sängerschaften ließen auf der Bühne ihre Lieder erklingen, Musik- und Tanzgruppen unterhielten ihre Zuhörer, selbst eine Rudolf-von-Laban-Tanzgruppe, die für die damalige Zeit eine neue Tanzform verkörperte, erkor sich den Bühnenraum für ihre Aufführungen. Der Fotograf Reichel fotografierte damals sämtliche Aufführungen und zeigte die Bilder in einem in der früheren Bahnhofstraße ausgehängten Schaukasten. Leider wurde im letzten Weltkrieg sein Atelier durch Bomben zerstört, so dass keine Reproduktionen mehr hergestellt werden konnten und viele Erinnerungen dadurch verloren gingen. Nach neun Jahren Spieldauer mussten Bänke und anderes Inventar infolge von Witterungseinflüssen grundlegend erneuert werden. Nach Angaben des Architekten Dipl.-Ing. Gerhard Jahn wurde Zimmermeister Willi Lange beauftragt, für ca. 800 Personen neue Sitzgelegenheiten zu schaffen und ein repräsentatives Eingangsgebäude, zur Landschaft passend, zu errichten, welches 1925 aufgestellt wurde. (Bernd Rotter - Untermhaus)
1919 Thüringen war sozialdemokratisch
era war zu dieser Zeit eine der letzten Bastionen der vormals im gesamten Thüringen starken sozialdemokratischen Arbeiterbewegeung. In dem jungen Land Thüringen, welches erst nach dem Ende des Ersten Weltkriegs entstanden war, hatten die Sozialdemokraten eine einflußreiche und mächtige Position eingenommen. Die Zeit der mitteldeutschen Aufstände prägte noch die Erinnerung der Politiker. Doch in der Zeit der Weltwirtschaftskrise hatte sich das polizische Klima auch in Gera rechtsextrem vergiftet. Innenminister Wilhelm Frick wurde 1930 erster NS-Politiker einer Landesregierung und im Jahr 1932 etablierte sich im Landtag von Thüringen die erste frei gewählte nationalsozialistische Landesregierung. Gera hatte indes eine eigene Entwicklung genommen. Hier war die USPD nach dem Ersten Weltkrieg die stärkste Partei. Die Stadt blieb da noch ein Hort der Arbeiterbewegung. Zu Ende des Jahres 1932 ging die SPD letztmals als stärkste Kraft aus den Gemeinderatswahlen hervor. Die NSDAP hatte nur 7 Sitze errungen, was weiger als ein Drittel der 25 Sitze darstellte. Erst im März 1932 dominierten auch in Gera die Nationalsozialisten und erzielten auch hier nahezu den Reichsdurchschnitt von 44 Prozent der Stimmen. SPD und KPD lagen zusammen aber immer noch bei einer negativen Mehrheit von 56,8 Prozent.
1919 Otto Dix ging wieder nach Dresden
m Jahr 1919 kehrte der Geraer Maler Otto Dix (1891-1969) nach Dresden zurück. er hatte die vier Kriegsjahre fast vollständig an der Front verbracht Bis zum Jahr 1922 folgte dann ein Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, wo er Meisterschüler von Max Feldbauer und Otto Gußmann wurde.
1919 Die Gruppe 1919
m Jahr 1919, ein Jahr nach Ende des Ersten Weltkrieges, wurde Otto Dix (1891-1969) Mitbegründer der "Dresdner Sezession - Gruppe 1919". Er beteiligte sich in der Folge an spektakulären Ausstellungen in Dresden, Düsseldorf, Prag und Berlin (1. Internationale Dada-Messe der Berliner Galerie Burchard, Sommer 1920).
1919 Otto Dix im Studium
n den Jahren von 1919 bis 1922 studierte der Geraer Maler Otto Dix (1891-1969) an der Kunstakademie Dresden als Meisterschüler von Max Feldbauer und Otto Gußmann und wird zum Mitbegründer der "Dresdner Sezession ? Gruppe 1919". Es entwickelten sich Freundschaften mit den Malern Conrad Felix Müller, Otto Griebel und Kurt Günther. Nach einer expressionistischen Phase mit dadaistischen Experimenten wechselte Otto Dix 1920 als erster Künstler dieser Vereinigung zu einem neuartigen Realismus, mit dem er weit über Dresden hinaus schulbildend wirkte. Seine realistische Haltung zum Verismus profilierte zu jener Zeit er mit sozialkritischer Potenz.
1919 Die ersten Geraer Fußballer
uch in Gera wurde immer mehr Sport getrieben. Der Erste Weltkrieg war vorüber, da nahm der Leumnitzer Turnverein als einer der ersten der Geraer Arbeitersportvereine das "Fußballspiel" mit auf. Der zu dieser Zeit gepachtete Sportplatz an der Flughalle in Zschippern durfte allerdings nicht mehr genutzt werden, was den Turnverein veranlasste, den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen.
1919 Die Arbeiter bei Hirschens
arl Louis Hirsch hatte im Jahr 1837 eine Färberei gegründet, welche sich zu einem der größten Betriebe dieser Art in Deutschland entwickelte. Im Volksmund sagte der Geraer lange Zeit er arbeite bei "Hirschens". Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen enteignet und in einen VEB (Volkseigener Betrieb) umgewandelt, der alte Name verschwand aber nie ganz aus den Köpfen der Menschen, denn der Gründer wurde nie vergessen. Als VEB Modedruck existierte der Betrieb so noch bis zur politischen Wende 1989/1990 in Gera. Im Jahr 1919, kurz nach Ende des ersten Weltkrieges, waren dort 506 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. Das Auf und Ab der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse bestimmte die Anzahl der Arbeitskräfte.
1919 Geboren, verheiratet, verstorben in Gera
m Verlaufe des 19. Jahrhunderts hatte man auch in Gera damit begonnen, statistische Werte zu erheben, um Vergleichszahlen für die Geburten, die Eheschließungen und die städtischen Sterbefälle zu erhalten. Im Jahr 1919 wurden in Gera 1292 Kinder geboren, es wurden zudem 933 Ehen geschlossen und 1192 Menschen verstarben. Im ersten Jahr nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurden wieder mehr Kinder in Gera geboren, als Menschen verstarben. Auch die Anzahl er Hochzeiten stieg gewaltig. Im Vorjahr hatten lediglich 288 Paare den Weg vor den Traualtar gefunden, nun waren es mehr als dreimal so viele.
1919 Aufbruchstimmung in der Teppichfabrik
in Jahr nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kam es in der Geraer Wirtschaft zu zaghaften Aufschwungbewegungen. Bis 1927 wurden umfangreiche Bauarbeiten auf dem Fabrikgelände der Geraer Teppichfabrik Halpert & Co. durchgeführt. Am Firmenstandort in der Friedericistraße erfolgte ein Teilabriss der industriellen Flachbauten.
1919 Ein neuer Ortsbrandmeister
ie Mitglieder der Feuerwehr Trebnitz bestimmten im Jahre 1919 Herrn Max Hemmann zum neuen Ortsbrandmeister. Seit dem Jahr 1859, dem Gründungsjahr der Geraer Feuerwehr, waren in allen umliegenden Orten kleine Feuerwehren entstanden.
1919 Ein neues Ortsgesetz
as Ortsgesetz "Wegfall des Schulgeldes in den Gemeinden Schwaara, Trebnitz und Laasen trat an diesem Tag in Kraft.
1919 Keine neue Gemeindeschwester
ie Anstellung einer Gemeindeschwester für die Gemeinde Trebnitz und Laasen wurde in diesem Jahr von dem Gemeinderat abgelehnt.
1919 Landaufteilung in Trebnitz
ie Trebnitzer Bauern unternahmen etwas für die damalige Zeit sehr Fortschrittliches. Sie teilten ihr Land neu auf (1. Separation) und es entstanden für einige Bauern zusammenhängende Felder, die bestimmte Arbeitserleichterungen durch Einsatz moderner Technik brachten.
1919 Eine Zigarette war schuld
urch eine fahrlässige Brandstiftung, ein Kutscher warf eine Zigarette achtlos weg, kam es auf dem Gerhard´schen Gutshof in Trebnitz zu einem Brand, dem die Scheune und ein Schuppen zum Opfer fielen.
1919 Briefe von Otto Dix an Kurt Günther
urt Günther (1893-1955) stammte wie Otto Dix (1891-1969) aus Gera. Beide kamen sich in der gemeinsamen Studienzeit an der Dresdener Kunstakademie näher. Seit 1926 wieder in Gera ansässig, avancierte Günther zu Thüringens bedeutendsten Veristen - Dix machte währenddessen Karriere in Berlin. So kam es zum Briefwechsel beider Künstler, deren Wortlauf hier wiedergegeben werden soll. Beide Briefe sind undatiert und werden der Zeit kurz nach dem Ersten Weltkrieg zugerechnet, also um 1919. Dix schrieb: "Mein lieber Günther! Vor lauter Arbeit bin ich bis heute noch nicht dazu gekommen, um Ihnen etwas ausführlicher zu schreiben. Ich habe zwei größere Gemälde angefangen, die ich ausstelle, sobald sie fertig sind. Eine "Leda" und "Weib mit Fruchtschale". Die Ideen trage ich schon seit 5 Jahren mit mir herum und habe die Themen öfter graphisch dargestellt. - Wir, die radikalen Dresdener, haben eine Sezession gegründet, die unter dem Namen 1919 geht. Nächstes Jahr sind wir Gruppe 1920 und s. w. Es gehören alle Leute dazu, die in Dresden als Expressionisten etwas zu geben haben. Wir erhalten Ausstellungsräume bei Richter und veranstalten im April unsere erste große Ausstellung, die wird natürlich mit größtem Bombast (Doppelnummer der "Neuen Blätter für Kunst", Zeitungspropaganda usw.) eingeleitet. Darauf geht diese Ausstellung geschlossen nach Hannover. Zehder, der Schriftleiter der "Neuen Blätter", ist auch dabei, ein sehr angenehmer temperamentvoller Kerl, der außerordentlichen Unternehmungsgeist besitzt. Vom Kunstverein erhielt ich den Auftrag, für die Februarausstellung das Plakat zu machen, natürlich expressionistisch, wenn auch etwas gemäßigt (für meine Begriffe). Morgen klebt es schon an allen Ecken und Enden Dresdens..." (Teil II des Briefes)" ... Die Akademiker sind Banausen wie sie im Buche stehen. Gottseidank kommt Lohse bald nach Dresden, damit ich wenigstens einen habe, mit dem ich mich unterhalten kann. - Fräulein Lehnert lässt Sie grüßen. Sie ist eigentlich der erste weibliche Mensch, der mich interessiert, und das nicht nur für Stunden. Sie ist sehr geistreich, ohne spitzfindig zu sein. - Was machen Sie dort, können Sie arbeiten? Es ist jetzt so schauderhaft kalt, zum Heizen langts bloß sonnabends und sonntags, aber es wird intensiv gearbeitet. Schreiben Sie mir bald mal. Ihr Dix" [veröffentlicht in: Diether Schmidt, Otto Dix im Selbstbildnis, Berlin 1981, S. 200]
1919 Friedrich Giessner in der KPD
riedrich Giessner (18.08.1898-21.05.1976), in Gera geboren. lernte Dreher und trat 1915 dem Deutschen Metallarbeiter-Verband (DMV) bei. In der Arbeiterjugendbewegung stand er auf dem linken Flügel, der sich an Karl Liebknecht orientierte. 1915 in Gera und 1916 in Berlin half er, die Freie Sozialistische Jugend (FSJ) zusammenzufassen. Als Antimilitarist nahm er an den Antikriegsaktionen und illegalen Tagungen teil. Er verteilte Liebknechts Schriften, vor allem seinen Aufruf gegen den Krieg Das Gebot der Stunde. Im Januar 1917 musste er Soldat werden und wurde 1918 an der Front schwer verwundet. Bei der Rückkehr vom Militär schloss er sich im November 1918 dem Spartakusbund an und wurde im Januar 1919 Mitbegründer der KPD in Gera. Von 1925 bis 1932 war er Mitglied des Stadtrats.
1919 Trennung von Staat und Kirche
ach der Weimarer Verfassung von 1919 wurden Staat und Kirche in Deutschland getrennt. Die Schulaufsicht fiel nun dem Staate zu. Der Religionsunterricht war aber weiterhin ein fester Bestandteil des Unterrichtes in den Schulen. Auch in der Schulzeit von 1933 bis 1941 war es so, dass vom 3. Schuljahr an (1935) bis zur 8. Klasse (1941) die Schüler in Religionslehre und Lebenskunde unterrichtet wurden.
1919 Ein neuer Wirt
err Bruno Thomas übernahm im Jahr eins nach dem Ende des Ersten Weltkrieges von Herrn Reinhold Serfling den Gasthof "Zum Schwarzen Bär" In Hermsdorf. Das Lokal hatte in dem kleinen Ort eine viele Jahre alte Tradition erlangt und war über die Grenzen Hermsdorf bekannt geworden.
1919 Es wurde wieder geturnt
ie Mitgliederzahl des Hermsdorfer Turnerbundes "Gut Heil" wuchs nun wieder stetig und hatte zum Ende des Jahres 1919 wieder den Vorkriegsstand erreicht. Der Turnverein war im Jahre 1887 aus der Taufe gehoben worden und hatte schon zwei Monate nach der Gründung gut 30 Mitglieder.
1919 Ein neuer Turnwart
uch die Hermsdorfer Turner hatten durch den Ersten Weltkrieg personelle Verluste erlitten, wodurch nun die Strukturen neu geordnet werden mussten. In den Jahren von 1919 bis 1931 hieß der Turnwart des Hermsdorfer Turnvereines "Gut Heil" Walter Herling. Der Verein war im Jahr 1887 gegründet worden.
1919 Eine alte Tradition
n den zwanzig Jahren von 1919 bis 1939 fand in Hermsdorf das Maibaumsetzen unter verschiedenen Burschengesellschaften statt. In den 20er Jahren erfolgten in Hermsdorf zeitweise drei Maibaumsetzen. Man traf sich am "Schützenhaus" (später die Berufsfachschule - am Globus), am Gasthof "Zum Schwarzen Bär" und am Rathaus. Diese Tradition wurde bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges fortgesetzt.
1919 Dix Rückkehr nach Dresden.
is zum Jahr 1922 absolvierte der Geraer Maler Otto Dix (1891-1969) ein Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Dresden, welches er im Jahr 1919 begonnen hatte. Er wurde ein Meisterschüler von Max Feldbauer und Otto Gußmann.
1919 Dix und die Gruppe 1919
m Jahr 1919 war der Maler Otto Dix (1891-1969), ein Vertreter der Neuen Sachlichkeit" in der modernen Malerei, einer der Mitbegründer der "Dresdner Sezession - Gruppe 1919". Es folgte die Beteiligung an spektakulären Ausstellungen in Dresden, Düsseldorf, Prag und Berlin (1. Internationale Dada-Messe der Berliner Galerie Burchard, Sommer 1920).
1919 Eine neue Richtung der Kunst
n den Jahren 1919 und 1920 folgte für den Geraer Maler Otto Dix (1891-1969) die Entwicklung eines neuartigen, polemisch zugespitzten Realismus mit sozialkritischer Potenz. Dix reüssierte als "berühmt-berüchtigter" Protagonist dieser Verismus genannten Strömung. (Reüssieren stammt aus dem Französischen und bedeutet Erfolg haben (beim Publikum) oder veraltet bedeutete es Erfolg bei einer Sache haben.)
1919 Die Einwohner von Leumnitz
eumnitz liegt östlich des Stadtzentrums und bildet den Ostrand der geschlossenen städtischen Bebauung Geras. Die alte Straße in Richtung Ronneburg und Altenburg (jetzt Bundesstraße 7) wird hier von der seit Anfang 2007 befahrbaren östlichen Umgehungsstraße Geras gekreuzt. Leumnitz wird 1407 als Lewbenicz erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname wird von einem slawischen Personennamen abgeleitet. Mit 1057 Einwohnern wurde es zum 1. Januar 1919 in die Stadt Gera eingemeindet. Die bekanntesten Persönlichkeiten des Geraer stadtteils waren Hermann Ampach (1829 - 1903), Reichstags- und Landtagsabgeordneter und Helene Fleischer (11. Juni 1899 in Leumnitz - 26. Juni 1941 in Stadtroda), KPD-Reichstagsabgeordnete und NS-Widerstandskämpferin. Im Jahr 1864 hatte der kleine Ort 354 Einwohner. im Jahr 1919 waren es schon 1074 Einwohner.
1919 Ein Geraer Schoder-Bau
hilo Schoder, geboren am 12. Februar 1888 in Weimar und verstorben am 8. Juli 1979 in Kristiansand, Norwegen; vollständiger Name: Karl Wilhelm Thilo Schoder, war ein deutscher Architekt, der ab 1932 in Norwegen lebte und arbeitete. Im Jahr 1916 wurde Schoder für die Firma Golde in Gera als künstlerischer Beirat tätig und siedelte nach Gera über. Mit zahlreichen Entwürfen und dem Bau eines Fabrikgebäudes realisierte Schoder die Verbindung von künstlerischer und industrieller Produktion. Nach Ende des Ersten Weltkrieges entwickelte sich Schoder zu einem bedeutenden Architekten des Neuen Bauens im Osten Thüringens. Er wurde 1919 in den Deutschen Werkbund und 1922 in den Bund Deutscher Architekten berufen. Im Jahr 1919 realisierte er das Gewächshaus an der bekannten Villa Schulenburg in der Waldstraße, später die Straße des Friedens.

1919 Eingliederung der Ratsbibliothek
ie Verantwortung über die Ratsbibliothek in Gera lag bis zu ihrer Eingliederung in das Statistische Amt im Jahre 1919 in der Zuständigkeit des jeweiligen Oberbürgermeisters. Die Einarbeitung von Zugängen in den Katalog und die Aufsicht über dienstliche Entleihungen wurden bis dahin städtischen Bediensteten, vor allem den Stadtsekretären Julius Blumentritt und Carl Zenker, als zusätzlicher Aufgabenkreis übertragen. Da eine Betreuung durch einen Bibliothekar nicht gegeben war, wurde angesichts des gewachsenen Umfanges der Bestände 1898 der Bürgerschullehrer Alfred Auerbach (1864-1938) mit der Neuordnung und der Herausgabe eines gedruckten Kataloges für den inzwischen über 2000 Bände zählenden Bestand beauftragt. (Quelle: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Digitalisiert von Günter Kükenshöner. Hrsg. von Bernhard Fabian. Hildesheim: Olms Neue Medien 2003.)
1919 Anstellung einer Bibliothekarin
ie bereits von Alfred Auerbach (1852-1938) geäußerte Anregung, die Leitung der Bibliothek einer geeigneten Person zu übertragen, wurde erst 1919 mit der Anstellung der Bibliothekarin Hedwig Bankewitz Realität. Die von ihr begonnene Neuordnung und Erschließung der Bestände wurde ab 1920 von Dr. phil. Otto Angermann im Statistischen Amt fortgesetzt. Ihm oblag bis zu seinem Ausscheiden aus dem Dienst 1929 vor allem die Verwaltung und Weiterführung der Bibliothek. Während seiner Amtszeit erfolgte die Einarbeitung aller bis dahin in einzelnen städtischen Dienststellen vorhandenen Bücher und Druckschriften in den Katalog der Ratsbibliothek. Im Ergebnis entstand der bis in die vierziger Jahre fortgeschriebene achtbändige Bandkatalog. Nach einer Angabe aus dem Jahr 1938 wuchs der Gesamtbestand bis dahin auf ca. 14.000 Bände an. Gleichzeitig wurde der Grundstock für die Handbibliothek des Geraer Stadtarchivs gelegt, deren Bestand allerdings bis etwa 1945 in den Katalogen der Ratsbibliothek mit erfasst wurde. Auf Vorschlag des Stadtarchivars Ernst Paul Kretschmer (1887-1957), der zwischen 1915 und 1952 maßgeblich die Entwicklung des Geraer Stadtarchivs beeinflusste, konnte ein großer Teil des historischen Bücherbestandes durch Ankäufe beschafft und im Stadtarchiv zur öffentlichen Nutzung aufgestellt werden. Während seiner Amtszeit wurde unter anderem 1940 ein großer Teil der wissenschaftlichen Bibliothek des Kommerzienrates Alfred Ferber (1857-1940) mit etwa 150 Bänden angekauft. Darüber hinaus verkaufte Kretschmer, der selbst eine ausgezeichnete Privatbibliothek besaß und als Spezialist der Stadt- und Regionalgeschichte galt, auf der Grundlage eines 1943 mit der Stadt Gera geschlossenen Vertrages wichtige Teile seiner Bibliothek (ca. 1200 Bände) zur Ergänzung der Handbibliothek. (Quelle: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Digitalisiert von Günter Kükenshöner. Hrsg. von Bernhard Fabian. Hildesheim: Olms Neue Medien 2003.)
01.01.1919 Eingemeindungen
uf Grundlage des Notgesetzes vom 28.12.1918 kam es zu folgenden Eingemeindungen. Es waren die Orte Leumnitz, Tinz, Tieschitz (410 Einwohner), Milbitz, Lusan, Rubitz, Zwötzen, Pforten, Untermhaus und Oberröppisch.
Die Gesamtfläche um Gera wuchs von 2117,49 Hektar auf 3639,31 Hektar.
Die Bevölkerungszahl wuchs um 26.557 Personen auf 73.661 Personen, wobei die Frauen mit 39.754 Einwohnern gegenüber den Männern mit 33.907 Einwohnern in der  Überzahl waren. (am 08.10.1919 ergab die Volkszählung dann 74.745 Einwohner)
01.01.1919 Umbenennung in Leumnitz
ach dem man Leumnitz nach Gera eingemeindet hatte, wurde dort die bekannte "Schulstraße", benannt nach der ersten Leumnitzer Schule nach 1604, in "Anger" umbenannt. Die Bezeichnung erinnerte an den ehemaligen Dorfplatz oder auch Gemeindeweide.
01.01.1919 So entstand der bekannte Fuchsklamm
ach der Eingemeindung von Untermhaus nach Gera erhielt die zu dieser Zeit sehr bekannte "Jägerstraße" in der ehemaligen Gesindesiedlung des Hauses Reuß, den Namen "Fuchsklamm". Man hatte schlicht vermeiden wollen, dass es zu Straßendoppelnamen in Gera kommt und hatte Umbenennungen vorgenommen.
01.01.1919 Die Gessentalstraße
ie vom ehemaligen Pfortner Rittergut durch den Stadtteil Pforten und weiter durch das Gessental nach Collis führende Straße war zu dieser Zeit eine der vielen "Heinrichstraßen", welche in den reußischen Gemeinden zu Ehren des Fütstenhauses, dessen männliche Nachkommen seit etwa den Jahr 1200 den gleichen Namen Heinrich trugen, benannt wurden. Nach der Eingemeindung nach Gera erhielt diese Heinrichstraße den Namen "Gessentalstraße".
01.01.1919 Die Gutsstraße in Zwötzen
ie Gutsstraße war ursprünglich nach dem ersten deutschen Reichskanzler Otto Fürst von Bismarck (1815-1898) in "Bismarckstraße" benannt. Nach der Eingemeindung Zwötzens wurde sie dann 1919 in "Gutsstraße" umbenannt, weil sie am alten Rittergut vorbei führte.
01.01.1919 Der Kalkberg in Pforten
forten gehörte zu dieser Zeit schon zu den ältesten Stadtteilen von Gera und hatte ein Rittergut. Nachdem man nun im Januar 1919 Pforten nach Gera eingemeindet hatte, wurde die alte "Karlstraße" in am "Kalkberg" umbenannt. Am Pfortner Berg war früher durch das Keil`sche Kalkwerk Dolomit abgebaut worden und das fand in der Eisen-, Glas- und Papierindustrie mannigfaltige Verwendung.
01.01.1919 Die Aichingerstraße in Zwötzen
och 1893 hatte die Straße "Spinnereistraße" geheißen, da sie an der alten Gera-Greizer-Kammgarnspinnerei lag. Ab 1900 war Heinrich Heine Namensgeber der Straße. Da nun aber Zwötzen zu Gera eingemeindet worden war, hätte Gera mit dem Namen Heine eine Doppelbenennung gehabt. Das ging nicht, und so bekam die Straße nun den Namen von Joseph Eduard Aichinger (08.07.1862-14.08.1907), welcher einst als Spinnerei-Ingenieur in der Kammgarnspinnerei tätig war.
01.01.1919 Die Lange Straße in Zwötzen
un gehörte Zwötzen offiziell als Stadtteil zu Gera. Da Gera zu dieser Zeit schon eine "Neue Straße" hatte und Zwötzen auch, wurde die Straße im Zwötzen auf Grund ihrer Länge in "Lange Straße" umbenannt. Dort siedelten sich zwei bedeutende Geraer Betriebe an. In der Nummer 71 war es die Seidenweberei Schulenburg & Bessler (später VEB Modedruck Werk III) und in der Nummer 52 die Werkzeug- und Werkzeugmaschinenfabrik Wesselmann-Bohrer Comp. AG.
01.01.1919 Der Mohrenplatz in Untermhaus
m Spätmittelalter war es noch der Kirchplatz in Untermhaus, welcher seinen Namen vom dortigen Standort der Sankt Marienkirche hatte. Nach der Eingemeindung von Untermhaus nach Gera wurde der Kirchplatz in Mohrenplatz umbenannt. Das geschah zur Erinnerung an den ehemaligen Gasthof "Zum Mohren", welcher einst gegenüber der Kirche zu finden war.
01.01.1919 Die Pestalozzistraße in Gera
ie ursprüngliche Oststraße im Geraer Stadtteil Zwötzen, an diesem Tag wurde Zwötzen nach Gera eingemeindet, wurde auf Grund von einer möglichen Doppelbenennung und der daraus resultierenden Verwechslungsgefahr in "Pestalozzistraße" umbenannt. Johann Heinrich Pestalozzi (12.01.1746-17.02.1827) wurde durch seine Schriften und sein Wirken zum Wegbereiter der Volksschule und der Lehrerbildung des 19. Jahrhunderts. Er erfand den Begriff der Volksbildung, um auch die unteren Schichten der Gesellschaft darin mit ein zu beziehen. Fröbel und Diesterweg setzten seine Gedanken methodisch nach seinem Tod fort.
01.01.1919 Von Friedrich Fröbel zu Richard Wagner
ie ehemalige "Fröbelstraße" in Pforten war nach dem Pädagogen Friedrich Fröbel (1782-1852) benannt. Nach der Eingemeindung Pfortens an diesem Tag wurde die "Fröbelstraße", auch um Doppelbenennungen zu vermeiden, nach dem Komponist Richard Wagner (22.05.1813-13.02.1883) in "Richard-Wagner-Straße" umbenannt.
01.01.1919 Die Wuitzer Straße in Leumnitz
s war die ehemalige "Bahnhofstraße", sie führte zum 1901 eröffneten Bahnhof der "Wuitz-Mumsdorfer-Schmalspureisenbahn", wurde im Zuge der Eingemeindung von Leumnitz nach Gera in diesem Jahr in "Wuitzer Straße" umbenannt, da es in Gera schon eine "Bahnhofstraße" gab. Es galt Doppelbenennungen zu vermeiden.
01.01.1919 Zwötzen wuchs rasant
m Zusammenhang mit der industriellen Entwicklung in Gera in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts siedelten sich auch immer mehr große Unternehmen und herstellende Betriebe in Zwötzen, "Ruckdeschelstraße" und "Lange Straße",an. Die dortige Bevölkerungszahl wuchs dadurch rasant und so Zwötzen wurde an diesem Tag mit 5.523 Einwohnern Gera mit angegliedert bzw. eingemeindet.
01.01.1919 Bürgermeister Fischer
iebschwitz bekam zum Anfang des Jahres einen neuen Bürgermeister. Sein Name war Fischer und er war im Ort sehr bekannt und später auch beliebt. Die Zeiten waren auch in Liebschwitz schwierig, denn man erholte sich nur langsam vom Ersten Weltkrieg (1914-1918), welche erst im November des Vorjahres zu Ende gegangen war.
03.01.1919 Einzug des Reserveinfanterieregiments
as Regiment Nummer 236 hielt in der Stadt Gera Einzug. Die Soldaten und ihre Vorgesetzten wurden ebenso herzlich empfangen wie all die bisherigen militärischen Einheiten welche in Gera ankamen.
03.01.1919 Die Wahl der Nationalversammlung
ie Nationalversammlung in Deutschland wurde gewählt. Das Fürstentum Reuß gehörte zum 36. Wahlbezirk, welcher 14 Abgeordnete zu stellen hatte. Neu war, dass auch Frauen mitwählen konnten. Von den 49.139 Wahlberechtigten übten 43.752 ihr Wahlrecht auch aus, was einer Wahlbeteiligung von 89,03 % entsprach. Die Stimmverteilung war mit 6.547 für die Demokraten, 7.510 für die Nationale Volkspartei, 7.141 für die Mehrheitssozialisten und 22.245 für die Sozialisten durch den Wähler bestimmt worden.
19.01.1919 Wahl der Nationalversammlung
ie verfassungsgebende Deutsche Nationalversammlung wurde gewählt. In Gera erhielt die USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands) mit 22.245 die höchste Stimmzahl. Die SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) erreichte 7.141 Stimmen, die Deutsche Volkspartei (DVP) zusammen mit der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) erhäielt bei der Wahl 7.250 Stimmen und die Demokratische Partei (DP) als Interessenvertreter der städtischen Mittelschichten erhielt 6.547 Stimmen.
19.01.1919 Eine Ortsgruppengründung
n diesem Tag wurde in der Stadt Gera eine Ortsgruppe der KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) gegründet. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg entstanden in ganz Deutschland solche Ortsgruppen.
02.02.1919 Das Resultat der Landtagswahlen
ie USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands) und die SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) erhielten für Reuß jüngere Linie zusammen 47.282 Stimmen (13 Mandate) und die bürgerlichen Parteien 26.953 Stimmen (8 Mandate).
02.02.1919 Wahlen in Thüringen
m 2. Februar 1919 wurden in beiden Freistaaten Reuß ältere Linie (Greiz) und Reuß jüngere Linie (Gera) Landtagswahlen abgehalten. Aus ihnen ging jeweils die USPD als Sieger hervor. Sitze im Landtag gab für die Greizer Linie es 15 und die Wahlbeteiligung lag bei 74,7 %. Es ergab sich folgendes Endresultat für die die Parteien: USPD 44,51 % 7 Sitze, DDP 22,67 % 4 Sitze, DNVP 16,95 % 2 Sitze, SPD 15,97 % 2 Sitze. Reuß-Gera erhielt im Landtag 21 Sitze bei einer Wahlbeteiligung von 81,9%. Für die USPD, SPD stimmten 62,16 % was 13 Sitze ergab, für die DNVP, DVP 21,04 % für 5 Sitze und die DDP 16,80 % für 3 Sitze.
15.02.1919 Neue Ämter entstanden in Gera
an wollte nun nach dem Ende des Ersten Weltkrieges für mehr Ordnung in der Stadt Gera sorgen und so entstand ein Wohnungsnachweis, welcher zu erbringen war und sogar so etwas wie einen Zwangscharakter aufwies. Dann entstanden am 25. April das Geraer Wohlfahrtsamt, am 7. Juni das Wohnungsamt und am 1. Juli des Jahres die Kriegsbeschädigtenfürsorge.
19.02.1919 Der Landtag trat zusammen
n Gera trat an diesem Tag der gemeinsame reußische Landtag zusammen. Der Vollzugsrat des ASR (Arbeiter- und Soldatenrat) übertrug ihm die gesetzgebende Gewalt. Bis zu diesem Zeitpunkt war der ASR Inhaber der obersten Staatsgewalt und der Legislative.
12.03.1919 Werner Marschner geboren
erner Marschner war in Gera eine Trainerlegende der Radsportler. Er avancierte zum erfolgreichsten Trainer der DDR und brachte Radsportgrößen wie Olaf Ludwig, Jens Heppner und Thomas Barth heraus. Er wurde 89 Jahre alt.
15.03.1919 Ein neuer Bürgermeister
n Thränitz hatte man wieder einmal eine Bürgermeisterwahl abgehalten. Zwischen 1906 und 1918 hatte Franz Peukert das Amt inne. Der hatte allerdings schon im Dezember 1916 um Ablösung vom Amt gebeten, da er sich krankheitsbedingt und vom Alter gebeugt (66 Jahre alt) um die Landwirtschaft eines im Krieg gefallenen und eines im Krieg befindlichen Sohn kümmern musste und er nicht mehr genug Zeit zur Ausführung seiner Amtsgeschäfte habe. Kurz danach hatte er aber doch seine Bereitschaft zum Weitermachen erklärt. Nun wurde der Architekt Max Kuntze zum neuen Thränitzer Bürgermeister gewählt.
21.03.1919 Aufstellung des neuen Gemeinderates
uf Grund des Landtagswahlergebnisses vom 2. februar 1919 wurde ohne eine Gemeinderatswahl der neue Gemeinderat aufgestellt. 29 Vertreter gehörten der USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands), 4 der SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands), 12 der DNVP (Deutsche Nationalistische Volkspartei) / DVP (Deutsche Volkspartei) und 9 der Deutschen Demokratischen Partei an. Auf Grund der Einführung des aktiven und des passiven Wahlrechts für Frauen über 20 Jahre befanden sich unter den Gemeinderatsmitgliedern auch 4 Frauen. Es waren Margarete Kirchner und Anna Schneider für die USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands) sowie Klara Barthel für die Rechte und Marie Stephanus für die DDP (Deutsche Demokratische Partei) .
30.03.1919 Der Turnverein machte Schulden
us den erhalten gebliebenen Unterlagen des Leumnitzer Turnvereins, welcher 1886 gegründet wurde, ging hervor, dass der Verein wohl über finanzielle Probleme klagte. Ein Schuldschein mit der laufenden Nummer 47 zu Gunsten von Alfred Gehrt über die Summe von 100,- Mark, war von den Vereinsmitgliedern Otto Winkler, Paul Schmidt und Alfred Wagwitz unterzeichnet worden.
04.1919 Eingeschränkter Eisenbahnverkehr
ie Geraer Eisenbahn musste in diesem Monat infolge des Streiks der Ruhrbergwerker der dortigen Kohlegruben für 18 Tage den Verkehr einschränken. Die Brennstofflieferungen waren während der Streikzeit ausgeblieben.
01.04.1919 Kleingeldmangel auch in Hermsdorf
er Gemeinderat von Hermsdorf beschloss an diesem Tag die Ausgabe von Notgeld infolge des eingetretenen Kleingeldmangels. Zu diesem Problem war es gekommen, als man in Deutschland sämtliche Metalle einsammelte, auch Münzgeld, sie einschmolz und für die Herstellung von Kriegswaffen verwendete. Noch war dieser Prozess nicht rückgängig gemacht worden.
02.04.1919 Die neue Feuerwehr
ie Hermsdorfer Feuerwehr nahm an diesem Apriltag ihre regelmäßige Arbeit nach fast vierjähriger Pause durch den Ersten Weltkrieg wieder auf. Für den im Krieg gefallenen stellvertretenden Kommandanten trat Richard Kaufmann die Nachfolge an.
04.04.1919 Der Volksstaat Reuß entstand an diesem Tag
ie beiden Freistaaten Reuß jüngere Linie und Reuß ältere Linie verschmolzen an diesem Apriltag zum Volksstaat Reuß.
Gera wurde der Sitz des „Staatsrates“.
04.04.1919 Übernahme des Elektrizitätswerks
ls Folge der Eingemeindungen umliegender Orte, wurde auch das Untermhäuser Elektrizitätswerk von der Stadt Gera übernommen.
04.04.1919 Clemens Weiskers Aufnahme in Stadtroda
er Gesundheitszustand des angesehenen Geraer Arztes Dr. Clemens Weisker hatte sich so dramatisch verschlechtert, dass seine Einweisung in das "Genesungshaus" der Landes-Irren-, Heil- und Pflegeanstalt Stadtroda notwendig geworden war. Ein viermonatiger Aufenthalt in einer Heilanstalt in Bad Blankenburg im Jahr zuvor hatte keinen nachhaltigen Erfolg erbringen können. Einer der besten und angesehensten Geraer Ärzte war damit handlungsunfähig und für seine Patienten nicht mehr zu erreichen.
09.04.1919 Unbesoldete Stadträte
ier Geraer Sozialdemokraten (USPD) wurden vom Geraer Gemeinderat als unbesoldete Stadträte in das Gremium gewählt. Es waren Richard Kahnt, Margarete Kirchner, Heinrich Rohmann und Albert Wetzel.
11.04.1919 Eintrag ins Vereinsregister
er Erste Weltkrieg war vorüber, da nahm der Leumnitzer Turnverein als einer der ersten der Geraer Arbeitersportvereine das "Fußballspiel" mit auf. Der zu dieser Zeit gepachtete Sportplatz an der Flughalle in Zschippern durfte allerdings nicht mehr genutzt werden, was den Turnverein veranlasste, den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen. Der Eintrag ins Geraer Vereinsregister war dann die logische Schlussfolgerung.
17.04.1919 Bildung des "Volksstaates Reuß"
er „Volkstaat Reuß“ entstand aus der Vereinigung der beiden Freistaaten Reuß am 04.04.1919. Grundlage war die Bestätigung des Notgesetzes vom 21.12.1918 über die „Gemeinschaft in Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtspflege beider Länder“ durch den nunmehr gemeinsamen Landtag. Hauptstadt des neuen Staat wurde Gera.
30.04.1919 Zusammensetzung eines Gesamtschulrates
er Gesamtschulrat für die Orte Trebnitz, Schwaara und Laasen setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen. Für Trebnitz saßen im Schulrat Walter Lange und Paul Fröhlich, für Schwaara Heinrich Gerhardt und Ewan Schönfeld und für Laasen Robert Richter und Reinhold Petzold.
05.05.1919 Eine Versicherung in Trebnitz
ie Gemeinde Trebnitz schloss eine Haftpflichtversicherung gegen Unruheschäden mit der "Allgemeinen Versicherungsgesellschaft Wilhelmina" Magdeburg ab. Die Haftsumme lag bei 120 000 Mark und der jährliche Beitragssatz bei 12 Mark. Das Gehalt des Bürgermeisters wurde von 350 Mark auf 400 Mark im Jahr erhöht.
10.05.1919 Die Landestrauer
om 10.05. bis 16.05. war auf Grund der Bekanntgabe der Friedensbedingungen Landestrauer.
14.05.1919 Der neue Sportplatz
er 1886 gegründete Leumnitzer Turnverein hatte zu dieser Zeit ein Platzproblem. Der zu dieser Zeit gepachtete Sportplatz an der Flughalle in Zschippern durfte nicht mehr genutzt werden, was den Turnverein veranlasste, den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen. Im April 1919 hatte man den Verein ins Geraer Vereinsregister eintragen lassen und am 14. Mai 1919 erwarb man den Sportplatz.
18.05.1919