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10.07.1915 Rudolf Singer geboren
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Von April bis August 1938 hielt er sich Italien (Genua) auf, von 1938 bis 1939 in der Schweiz (Zürich) und wurde im März 1939 in Girenbad zivilinterniert. Im Juni 1940 kam er ins Arbeitslager (Oberglatt), im Jahr 1941 ins Internierungslager Thalheim und 1942 kam er in Haft wegen Wiederaufbau der verbotenen KPD. Die Verurteilung erging in Aarau, wo er zehn Monate Haft erhielt und wurde anschließend in verschiedenen Lagern interniert. Von Oktober 1944 bis September 1945 war er dann Sekretär der BFD (Bund Freies Deutschland) in der Schweiz, wo es zur Zusammenarbeit mit  Wolfgang Langhoff kam. Im September 1945 kehrte er nach Deutschland zurück, war dann von 1945 bis 1949 der 2. Sekretär der KPD-BL und Sekretär des Bezirkes Nordbayern, ab 1946 in der LL Bayern, von 1949 bis 1950 Chefredakteur "Nordbayrischen Volkszeitung" in Nürnberg, von 1950 bis 1951 Chefredakteur des KPD-Zeitung. "Freies Volk" (Düsseldorf) und von 1950 bis 1951 Mitglied des Sekretariats und Parteivorstandes der KPD. Im März 1951, nach der "Enttarnung" des angeblich englischen Agenten Fritz Sperling, übersiedelte er auf Beschluss des ZK der SED "aus Sicherheitsgründen" in die DDR und wurde dort ab 1952 als Verfolgter des Naziregimes geführt. Von 1951 bis 1955 arbeitete er als stellvertretender Chefredakteur, ab Juni 1955 und bis 1956 und ab 1958 bis 1963 war er als Chefredakteur der "Freiheit" (Halle) tätig, war von 1956 bis 1957 Chefredakteur des "Freiheitssender 904" und ab 1957 Mitarbeiter des Nationalrates der Nationalen Front. Ab November 1957 bis 1958 war er dann stellvertretender Chefredakteur der "Volkswacht" in Gera, von  1956 bis 1963 war er Mitglied der SED-BL Halle bzw. dessen Büro, von 1956 bis 1961 absolvierte er ein Fernstudium an der PHS (Parteihochschule), war er als Diplomgesellschaftswissenschaftler abschloss. Von 1963 bis 1966 war er der Leiter der Abteilung Agitation des ZK der SED als Nachfolger von  Horst Sindermann und stellvertretender Vorsitzender der Agitations-Kommission beim Politbüro und danach Mitglied der Kommission. Im Jahr 1964 erhielt er den VVO (Vaterländischer Verdienstorden), von 1966 bis 1971 war er Chefredakteur des "Neuen Deutschland" als Nachfolger von  Hermann Axen, seit 1967 war er Mitglied des ZK der SED und des ZV des VDJ (Journalistenverband). Im Jahr 1969 erhielt er erneut den VVO, im Jahr 1970 bekam er vom MfS die Verdienstmedaille der NVA, seit Juli 1971 war er Vorsitzender des Staatlichen Komitees für Rundfunk als Nachfolger von Reginald Grimmer und war stellvertretender Vorsitzender der OIRT (Organisation Internationale de Radiodiffusion et Télévision). Seit November 1971 war er Abgeordneter der Volkskammer, er erhielt 1974 die Verdienstmedaille des MdI (Ministeriums des Inneren), 1975 bekam er die Verdienstmedaille des MfS und die Verdienstmedaille der NVA und Ehrenspange zum VVO, sowie den Orden des jugoslawischen Banners mit goldenem Kranz. Ab 1976 war er Vorsitzender der Parlamentarischen Freundschaftsgruppe DDR – Indien, Mitglied im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten und erhielt 1978 den Grand Prix der Internationalen Organisation der Journalisten. Im Jahr 1980 erhielt er den KMO (Karl-Marx-Orden) und war Mitglied der ZL des Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer. Rudolf Singer verstarb am 1. November 1980 in Berlin. (Quelle: Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“)

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18.01.2015
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