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02.11.1939 Was war ein O-Bus?
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Die ersten Oberleitungsbusse

Elektromote – ursprünglich Electromote geschrieben – war die Bezeichnung für den ersten Oberleitungsbus der Welt. Hierbei handelte es sich um eine elektrisch angetriebene Wagonette. Diese wurde ab dem 29. April 1882 von Werner Siemens auf einer 540 Meter langen Versuchsstrecke in der damals noch selbstständigen Villen- und Mietshaussiedlung Halensee bei Berlin vorgeführt, heute Teil des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf. Das Versuchsfahrzeug wies bereits Antrieb und Energieversorgung eines Oberleitungsbusses auf und gilt somit als weltweit erster Vertreter dieses Verkehrssystems. Der erste auf dieser Technik aufbauende Betrieb mit planmäßigem Personenverkehr wurde aber erst 1900 von der Pariser Compagnie de Traction par Trolley Automoteur eröffnet, während der erste mit einem Verbrennungsmotor ausgestattete Omnibus der Welt 1895 von Carl Benz gebaut und bei der Netphener Omnibusgesellschaft eingesetzt wurde. Die Bezeichnung Elektromote leitete sich aus dem englischen Begriff electric motion für ‚elektrische Bewegung‘ ab. Bei der Entwicklung des Systems stand Werner Siemens in engem Kontakt mit seinem nach England ausgewanderten Bruder Carl Wilhelm Siemens. Die zweipolige Oberleitung bestand aus Kupferdrähten und war an 50 stählernen Oberleitungsmasten aufgehängt. Diese ließ Werner Siemens zuvor in London bei der Firma seines Bruders, der Landore Siemens Steel Company, produzieren. Die stromerzeugende Zentrale bestand aus einer Dampfmaschine die mit einem elektrischen Generator verbunden war, die Anlage war in einem Schuppen neben der Strecke untergebracht. Dieser befand sich südlich des Kurfürstendamms, im spitzen Winkel zwischen der Joachim-Friedrich-Straße und der Johann-Georg-Straße. Der Fahrstrom wurde durch einen vierachsigen, achträdrigen Kontaktwagen entnommen, dieser fuhr auf den Fahrleitungsdrähten. Ein flexibles Kabel zog diesen ähnlich einer Laufkatze auf der Oberleitung nach. Dieses führte zu einem mittig auf dem Wagen montierten Holzmast und versorgte zwei Elektromotoren mit einer Gleichspannung von 550 Volt. Die beiden Motoren leisteten jeweils 2,2 Kilowatt und wirkten über einen Kettenantrieb auf die Hinterräder. Das Versuchsfahrzeug selbst war ein leichter und offener vierrädriger Kutschenwagen – auch ‚Jagdwagen‘ oder ‚Landauer‘ genannt. Es war mit eisenbereiften Holzspeichenrädern ausgestattet. Wie damals üblich, waren die Hinterräder deutlich größer als die Vorderräder. Das Fahrzeug bot – neben dem Fahrer – acht Personen Platz, diese saßen auf zwei Längssitzbänken für jeweils vier Passagiere. Nicht überliefert ist hingegen die Höchstgeschwindigkeit des Elektromote.Der Wagen wog insgesamt 1,5 Tonnen, davon entfielen 1,1 Tonnen auf die beiden unter dem Kutschbock angeordneten Hauptmotoren.

entnommen von Wikipedia, bearbeitet und gekürzt wiedergegeben für die Chronik im April 2012

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18.01.2015
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