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06.07.1925 Karl Weschke geboren
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Sein Leben in Gera und England

In der Gefangenschaft entdeckte er das Zeichnen und Malen für sich wieder, das er schon als Kind und Jugendlicher gepflegt hatte. Die Briten erkannten und förderten sein Talent und gestatteten ihm, Kunstgeschichtskurse an der Universität Cambridge zu besuchen.

Nach seiner Freilassung 1948 besuchte er noch einmal Gera, brach dort endgültig mit Deutschland und lebte dann kurzzeitig in Schottland, Spanien und Schweden, ehe er sich 1955 endgültig in England niederließ. Seit 1960 lebte er als freischaffender Künstler in St. Just in Penwith (Cornwall) an der äußersten Südwestspitze Großbritanniens. Dennoch sollten noch rund 20 Jahre vergehen, bis die Öffentlichkeit auf ihn aufmerksam wurde.

Weschkes Frühwerk war von dunklen Farben geprägt, doch auch seine späteren Werke zeigen noch eine düstere Grundstimmung. Besonders nachhaltig beeinflusste ihn eine Reise nach Ägypten 1990, die seinen Biographen Jeremy Lewison zu der Aussage verleitete: "Seine Wurzeln sind nicht so sehr in Deutschland wie im alten Ägypten". Die Reise nach Ägypten führte zu einer deutlich anderen, helleren Farbpalette.

Weschke selbst beschrieb seine Kunst so: "Ein Bild ist keine Ansicht, sondern eine Tatsache" und "Ein richtiger Maler ist ein Kind, das nicht aufgehört hat zu zeichnen".

1994 verlieh man ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Plymouth und 2003 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Am 27. Mai 2004 wurde er Ehrenbürger von Gera. Er starb am 20. Februar 2005 in seiner englischen Wahlheimat. Seine Asche wurde in der Nähe des ehemaligen Wohnhauses auf den Wiesen am Cape Cornwall verstreut. Am 7. Juni 2007, seinem 82. Geburtstag, wurde an dem Haus im Geraer Ostviertel, wo er seine Kindheit verbrachte, eine Gedenktafel enthüllt.

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Tintenglas mit Feder
 
 
18.01.2015
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