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01.01.1972 Die DDR im Jahr 1972
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1. Januar 1972

Mit den Bruderländern war es kein Problem, wenn man einreisen wollte. Ab diesem Tag wurde der paß- und visafreie Verkehr mit Polen eingeführt.

6. Januar 1972

Bei einer Rede vor Soldaten der Nationalen Volksarmee auf der Insel Rügen bezeichnete Erich Honecker die Bundesrepublik als Ausland.

13. Januar 1972

Erste DEFA-Film-Premiere des Jahres war „Trotz alledem!“, die Fortsetzung von Günter Reischs erstem Liebknecht-Film, „Solang noch Leben in mir ist“.

15. Januar 1972

Die Paß- und Visa-Freiheit für alle DDR-Bürger im Grenzverkehr mit der Tschechoslowakei wurde eingeführt.

29. Januar 1972

Die erste Folge der neuen Fernsehunterhaltungssendung „Ein Kessel Buntes“ wurde aus dem Friedrichstadtpalast in Berlin übertragen.

3. Februar 1972

Erst später standen sie „Am Fenster“. Die Berliner Rockband "City", um Fritz Puppel hatte ihren ersten Auftritt im Artur-Becker-Club in Berlin-Köpenick.

10. Februar 1972

Wieder eine DEFA-Filmpremiere in der DDR. Das Lustspiel „Der Mann der nach Oma kam“ unter der Regie von Roland Oehme mit Winfried Glatzeder wurde der Kino-Hit des Jahres.

11. Februar 1972

Die Umbenennung des Jahres 1972. Der Deutsche Fernsehfunk (DFF) wurde in „Fernsehen der DDR“ umbenannt.

4. März 1972

Erstmals wurde im frisch umbenannten Fernsehen der DDR die Sendung „Mit Lutz und Liebe“ mit Lutz Jahoda ausgestrahlt.

9. März 1972

Das „Gesetz über die Schwangerschaftsunterbrechung“ wurde in der Volkskammer mit 14 Gegenstimmen und 8 Enthaltungen angenommen. Damit wurde in der Volkskammer erstmals das Prinzip der Einstimmigkeit durchbrochen.

11. März 1972

Die Uraufführung von Heiner Müllers „Macbeth“ in Brandenburg löste in Zeitschriften Kontroversen über den Umgang mit klassischen Texten aus.

16. März 1972

Der DEFA-Film „Der Dritte“ unter der Regie von Egon Günther nach einem Roman von Eberhard Panitz, mit Rolf Ludwig und Jutta Hoffmann hatte Premiere.

17. März 1972

Schon zum 200. Mal wurde die Lauf-Dich-gesund-Bewegung im Küchwald in Karl-Marx-Stadt veranstaltet.

24. April 1972

Die Tanzmusikkonferenz rehabilitierte Jazz und Beat, weil man nicht darauf verzichten wollte, nur weil sie die imperialistische Massenkultur zur Profitmaximierung missbrauche.

28. April 1972

Umfassende sozialpolitische Maßnahmen wurden beschlossen. Bei der Geburt eines Kindes gab es 1000 Mark und bei Eheschließung einen zinslosen Ehekredit von 5000 Mark.

18. Mai 1972

Seit Beginn des Jahres wurden die noch rund 11.000 privaten Betriebe ins Volkseigentum überführt. Die Verstaatlichung galt damit als abgeschlossen.

18. Mai 1972

Das Drama „Die neuen Leiden des jungen W.“ von Ulrich Plenzdorf wurde in Halle uraufgeführt. Das moderne Drama nach Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ erfasste die Sprache, Mentalität und Konflikte junger Menschen in der DDR.

26. Mai 1972

Die Staatssekretäre Egon Bahr (West) und Michael Kohl (Ost) unterzeichneten in Ost-Berlin einen Verkehrsvertrag zwischen der Bundesrepublik und der DDR.

15. Juni 1972

Die DDR-Weltklasseleichathletin Annelie Erhardt stellte an diesem Tag einen neuen Weltrekord über 100m Hürden in 12,5 Sekunden auf.

1. Juli 1972

Auch im Jahre 1972 gab es für die Genre-Fans einen neuen Indianerfilm zu sehen. „Tecumseh“ hatte seine Premiere.

18. Juli 1972

Die Sendung für alle Neugierigen „Außenseiter-Spitzenreiter“, die sogar die politische Wende in Deutschland überlebt hatte, wurde zum ersten Mal ausgestrahlt.

24. Juli 1972

Zum ersten Mal wurden Ferngespräche von West-Berlin in die DDR im sogenannten Selbstwählferngesprächsdienst möglich.

5. August 1972

In Tahlequah in den Vereinigten Staaten von Amerika errang Barbara Karkoschka den Weltmeistertitel im Fallschirmsport der Frauen. Die WM endete am 20. August 1972.

26. August 1972

Die XX. Olympischen Spiel in München. Neben dem tragischen Terroranschlag palästinensischer Verbrecher gab es auch sportliche Erfolge zu vermelden. Die DDR errang 20 Gold- 23 Silber- 23 Bronzemedaillen.

10. September 1972

Angela Davis kam nach Berlin. Die Kommunistin war 1970 in den USA unter dubioser Mordanklage gestellt worden. Die FDJ organisierte eine ihrer größten Kampagnen: „Freiheit für Angela Davis“.

15. September 1972

Die Schiffsfähre „Rügen“, benannt nach der größten deutschen Insel, wurde erstmals auf der Route Saßnitz nach Trelleborg eingesetzt.

28. September 1972

Horst Seemanns Gegenwartsfilm über eine erdachte Baubrigade „Reife Kirchen“ kam in der DDR in die Kinos.

2. Oktober 1972

Später nannte man sie die „Keksrolle“. Das Universitätshochhaus im Zentrum von Jena, das baldige Wahrzeichen der Stadt, wurde eingeweiht.

6. Oktober 1972

Die VII. DDR-Kunstausstellung in Dresden wurde eröffnet. 2.000 Exponate von 1.000 Künstlern sahen 655.000 Museumsbesucher.

6. Oktober 1972

Kurz vor dem 23. Jahrestag der Deutschen Demokratischen Republik wurde vom DDR-Staatsrat eine Amnestie beschlossen.

7. Oktober 1972

Große Ehre für die DDR-Film-Stars der Zeit. Die Schauspieler Jutta Hoffmann und Armin Mueller-Stahl erhielten den Nationalpreis der DDR.

16. Oktober 1972

DDR-Bürgern, die vor dem 1. Januar 1972 die DDR verlassen hatten, wurde nachträglich die DDR-Staatsbürgerschaft aberkannt. Sie wurden strafrechtlich nicht mehr verfolgt.

22. Oktober 1972

Im italienischen Lugano gewann der Geher Karl-Heinz Stadtmüller und die DDR-Mannschaft den Junioren-Europa-Pokal des Jahres 1972.

12. November 1972

Der Film „Die große Reise der Agatha Schweigert“ mit Helga Göring in der Hauptrolle lief zum ersten Mal im Fernsehen der DDR.

21. November 1972

Nach Jahren der Wartezeit war es soweit. Die DDR wurde als 131. Mitgliedsland an diesem Tag in die UNESCO aufgenommen.

27. November 1972

Polnische Bürger durften nur noch 200 Mark der DDR umtauschen, denn mit dem visafreien Verkehr hatte der einsetzende Einkaufstourismus zu Engpässen geführt.

21. Dezember 1972

Bundesminister Egon Bahr und DDR-Staatssekretär Michael Kohl unterzeichneten den Grundlagenvertrag zur Anerkennung der Vier-Mächte-Abkommen, die Unverletzlichkeit der Grenzen, die Beschränkung der Hoheitsgewalt auf das jeweilige Staatsgebiet, der Austausch „ständiger Vertreter“, die Beibehaltung des innerdeutschen Handels und den Antrag beider deutscher Staaten auf Aufnahme in die UNO.

In den Jahren 1972/73 wurden die DDR-Fernsehkünstler des Monats auf Leserumfrage der „FF-dabei“ ermittelt.1973 wurden dann die Spitzenreiter veröffentlicht.

Die Sportler des Jahres in der DDR

Sportler des Jahres wurden nach einer Umfrage der „Jungen Welt“ Karin Janz, Wolfgang Nordwig und die 4 x 400 m Staffel der Frauen.

Die Bestseller des Jahres 1972

„Das ungezwungene Leben Kasts“ von Volker Braun
„Preisverleihung“ von Günter de Bruyn
„Der König David Bericht“ von Stefan Heym
„Das Impressum“ von Hermann Kant
„Die sieben Affären der Dona Juanita
„Die neuen Leiden des jungen W.“ von Ulrich Plenzdorf
„Die blaue Nachtigal“ von Erwin Strittmatter
„Die Kipper“ von Volker Braun

Die Schlager des Jahres 1972

„Männer müssen Männer sein“ von Britt Kersten
„Geh dem Wind nicht aus dem Wege“ von Puhdys
„Gold in deinen Augen“ von Frank Schöbel
„Soll das alles sein“ von Wolfgang Ziegler und WIR
„Es war doch nicht das erste Mal“ Reinhard Lakomy
„Cäsars Blues“ von Klaus-Renft-Combo

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18.01.2015
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