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01.01.1957 Die DDR im Jahr 1957
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4. Januar 1957

Der DEFA-Film "Till Ulenspiegel" hatte Premiere. Gérard Philipe war Regisseur und Hauptdarsteller in Personalunion, in seiner einzigen Arbeit für die DEFA.

18. Januar 1957

Die Volkskammer der DDR beschloss an diesem Tag ein Gesetz zur schrittweisen Einführung einer Wochenarbeitszeit von 45 Stunden.

26. Januar 1957

Bis zum 27. Januar nahmen erstmalig DDR-Rennschlittensportler an einer Weltmeisterschaft teil. Dies fand im schweizerischen Davos statt.

1. Februar 1957

Es wurde bekannt gegeben, das ab diesem Tag die Studiengebühren für das Direktstudium an Universitäten, Hoch- und Fachschulen in der DDR wegfallen.

8. Februar 1957

Der DEFA-Zweiteiler "Schlösser und Katen" hatte Premiere. Es war ein Epos über eine Bauernfamilie in Mecklenburg mit Erwin Geschonneck.

26. Februar 1957

An diesem Tag eröffnete im sächsischen Leipzig der erste sogenannte Selbstbedienungsladen der Stadt seine Pforten für die Bürger.

26. Februar 1957

In Rostock berieten LPG-Vorsitzende und Aktivisten über eine weitere Entwicklung. Bisher wurden nur 23% der landwirtschaftlichen Nutzflächen LPGen betrieben.

1. März 1957

Das Gesetz über die Verkürzung der Arbeitszeit trat in Kraft. Vorerst 1,4 Mio Werktätige hatten nun die 45 Stunden Woche. Drei Stunden weniger als vorher.

1. März 1957

Mit Friedrich von Schillers (1759-1805) Werk "Wallenstein" wurde an diesem Tag das neue Leipziger Schauspielhaus eröffnet.

3. März 1957

Helmut Recknagel ging beim Spezialsprunglauf am Holmenkollen als Junior, er war eigentlich noch zu jung für diesen Sport, mit Spezialgenehmigung an den Start und belegte Platz 1.

7. März 1957

Der DEFA-Film "Betrogen bis zum jüngsten Tag" nach einer viel beachteten Novelle von Franz Fühmann, einem bekannten DDR-Schriftsteller, hatte seine Premiere in der DDR.

7. März 1957

Die Gruppe um Wolfgang Harisch und Walter Janka, welche zwar für den Marxismus/Leninismus, aber gegen den Stalinismus war, wurde zu Haftstrafen verurteilt.

9. März 1957

Annäherungen an die Kirche. Das Amt des Staatssekretärs für Kirchenfragen wurde in der DDR eingeführt. Gegen den willen von Walter Ulbricht, der bei der Planung einer sozialistischen Stadt eine Kirche stets vom Reißbrett gestrichen hatte.

12. März 1957

An diesem Tag wurde ein Vertrag über die zeitweilige Stationierung sowjetischer Truppen auf dem Territorium der DDR abgeschlossen. Die Sowjets zeigten Präsens in Mitteleuropa.

29. März 1957

Ein DDR-Bestseller in der Jugendliteratur von Erwin Strittmatter (Trilogie "Der Laden") mit dem Titel "Tinko" wurde von der DEFA verfilmt.

1. April 1957

Musik war auch in der DDR sehr gefragte Unterhaltung. Hauptsache sie war nicht vom Klassenfeind. Fips Fleischer gründete an diesem Tag seine erste Band.

12. April 1957

Bis zum 31. Mai des Jahres waren in der Berliner Akademie der Künste Werke des berühmten Geraer Malers Otto Dix zu sehen.

14. April 1957

Manfred von Ardenne erklärte im Namen bekannter Ost-Atomwissenschaftler die Zustimmung zur "Göttinger Erklärung" westdeutscher Wissenschaftler, die für den Verzicht auf Atomwaffen eintraten.

27. April 1957

Der "Deutsch Turn und Sportbund" (DTSB) wurde im Haus der Ministerien in Ost-Berlin gegründet. Erster Präsident wurde Rudi Reichert.

1. Mai 1957

Nach Carl Millöckers bekannter Operette "Der Bettelstudent" drehte die DEFA den Film "Mazurka der Liebe".

19. Mai 1957

Beim Qualifikationsspiel für die Weltmeisterschaft in Schweden siegte die DDR-Auswahl gegen Wales mit 2:1 in Leipzig.

19. Mai 1957

Der DDR-Leichtathlet Manfred Preußger stellte an diesem Tag einen neuen Europarekord, 4,52 Meter, im Stabhochsprung der Männer auf.

30. Mai 1957

Nach einem Weiskopf-Roman drehte Konrad Wolf den DEFA-Film "Lissy", der Premiere hatte. Über eine unpolitische Frau, welche sich zur Antifaschistin wandelte.

28. Juni 1957

Die DDR-Vertretung wurde Mannschaftssieger beim II. Internationalen Reit- und Springturnier in Leipzig, welches am 30. Juni endete.

30. Juni 1957

Im Stahl- und Walzwerk Hennigsdorf wurde die erste vollautomatische Schnellwalzstraße der DDR in Betrieb genommen.

30. Juni 1957

Ernst Degner gewann beim 20. Internationalen Eifelrennen auf dem westdeutschen Nürburgring in der 125ccm Klasse der Motorräder.

9. August 1957

Der KPdSU-Vorsitzende Nikita Chruschtschow besuchte in Begleitung von SED-Chef Walter Ulbricht die Landwirtschaftsausstellung im sächsischen Markleeberg.

24. August 1957

Der "Forschungsrat" als zentrales Organ des Ministerrates der DDR für naturwissenschaftlich-technische Forschung konstituierte sich erstmals in Ost-Berlin.

30. August 1957

"Berlin-Ecke Schönhauser" hatte Premiere. Das Team um Wolfgang Kohlhaase wandte sich in dem Film dem Problem Halbstarkenszene in Berlin zu.

2. September 1957

Im Ostteil der Stadt Berlin, die gleichzeitig Hauptstadt der DDR war, wurden an diesem Tag die ersten "Berliner Festtage" eröffnet.

13. September 1957

"Der blaue Aktendeckel" war die erste Folge des "Fernsehpitavals" von Friedrich Karl Kaul, einer erfolgreichen Kriminal-Reihe über authentische Fälle, dokumentarisch erarbeitet.

14. September 1957

Der Deutsche Hans Zierold schwamm an diesem Tag in Leipzig einen Europarekord mit 2:21,4 min über 200m Schmetterling.

4. Oktober 1957

Die Sowjetunion startete den 83 Kilogramm schweren Sateliten Sputnik, der den Erdball 92 Tage lang umkreiste.

7. Oktober 1957

Auf Beschluss der Volks- und Länderkammer wurde die Amtszeit von Wilhelm Pieck als Präsident der DDR um weitere vier Jahr verlängert. Die erlebte Pieck aber nicht mehr, da er 1960 verstarb und der einzige Präsident der DDR blieb.

13. Oktober 1957

Die zweite Währungsreform diente dem Abbau des Geldüberhangs. Darauf hin wurden neue Geldscheine ausgegeben. Bargeld wurde in Höhe bis zu 300 Mark umgetauscht.

15. Oktober 1957

Die DDR und Jugoslawien nahmen diplomatische Beziehungen auf. Erstmals wandte die BRD die "Hallstein Doktrin" an und brach diplomatisch mit Jugoslawien.

19. Oktober 1957

Nikita Chruschtschow, Vorsitzender der KPdSU, distanzierte sich nun von den DDR-Oppositionellen um Karl Schirdewan und Ernst Wollweber.

1. November 1957

Minister bis zum Ende der DDR 1989. Der bisherige Staatssekretär Erich Mielke wurde Minister für Staatssicherheit. Seit 1950 war Mielke aber beim Spitzelministerium schon beschäftigt.

7. November 1957

Die Produktion des Trabant vom Typ P50 begann. Bis ins Jahr 1962 wurden inklusive des Typs P 50/2 immerhin 131.450 Stück gebaut.

15. November 1957

Eine weitere DEFA-Premiere in der DDR. Der Film "Vergeßt mir meine Traudel nicht" mit Eva Maria Hagen wurde zum ersten Mal gezeigt.

16. November 1957

Bis zum 19.11 berieten 64 Kommunistische- und Arbeiterparteien in Moskau. Der Revisionismus wurde als Hauptfeind gekennzeichnet.

27. November 1957

Der sogenannte "Montagsfilm" im DDR-Fersehen, bei dem alte Ufa-Klassiker gezeigt wurden, erhielt nun einen festen Sendeplatz. Es wurde sogar zum festen Bestandteil der westlichen Fernsehunterhaltung, zumindest in den sogenannten Zonenrandgebieten, die das Fernsehen der DDR empfangen konnten.

29. November 1957

Filmpremiere. Heiner Carows Jugendfilm "Sheriff Teddy" erzählte in der Tradition des italienischen Neorealismus die Geschichte des 13jährigen Kalle, der in West-Berlin Sheriff der Teddy Bande war und nun im Ostsektor der Stadt lebte.

15. Dezember 1957

Erstmals entfielen auf einem Bahnhof der Deutschen Reichsbahn, dem Leipziger Hauptbahnhof, die obligatorischen Bahnsteigkarten zum Preis von 20 Pfennig.

15. Dezember 1957

Einer der schönsten DEFA-Kinderfilme hatte Premiere. Es war "Das singende, klingende Bäumchen mit Christel Bodenstein in der Hauptrolle.

16. Dezember 1957

Im sächsischen Rossendorf bei Dresden wurde der erste Atomreaktor der DDR-Wirtschaft in Betrieb genommen.

Gustav Adolf "Täve" Schur wurde zum fünften Mal in Folge zum Sportler des Jahres in der DDR gewählt.

Die Produktion des Wartburg vom Typ 313/1 mit abnehmbaren Coupédach begann. Bis 1960 wurden aber nur 469 Stück gefertigt. Der Zweisitzer war einfach mit 19.800 Mark zu teuer und für den Export mit 145 Km/h zu langsam, wo er 8.625 DM kostete.

Die Bestseller des Jahres waren:

"Von der Liebe soll man nicht sprechen" von Eduard Claudius
"Der Wundertäter 1" von Erwin Strittmatter
"Die Stunde der toten Augen" von Harry Thürk
"Die Zeit ist reif" von Arno Zweig

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18.01.2015
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