Rolle oben
Chronik - Artikel mit Zusatzinformationen
 
Unsere Gera Chronik bietet neben den Artikeln über die Stadt Gera auch zeitrelevantes Zeitgeschehen und Begriffserklärungen. Alle Artikel denen eine Zusatzinformationen anhängt, können hier in chronologischer Reihenfolge eingesehen werden.
 
S1 (Suchbegriff 1) Suchmethode S2 (Suchbegriff 2)
Artikel pro SeiteArtikel ab JahrArtikelSeiten blättern
1 bis 610 von 610 < zurück weiter >

1252 Folter wurde legitimes Rechtsmittel
ie Geraer Gerichtsbarkeit, seit der Regalienvergabe von 1237 eigenständig wie das Zoll- und das Marktrecht, bekam das Rechtsmittel der Folter in die Hand gelegt, um zur Urteilsfindung dienliche Indizien zu "erfragen". Es handelte sich dabei offiziell und die sogenannte "peinliche Befragung", wobei das Wort "peinilich" für das "Peinigen oder Quälen" stand.
Zusatzinformationen
1289 Der Name Reuß
m Jahr 1816 verfasste der Prediger der St. Salvatorkirche, Johann Christoph Klotz, seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb über den Reußischen Namen. "Nach Beckenstein entdeckte man einen bisher verborgen gebliebenen wichtigen genealogischen Umstand in des böheimischen Geschichtsschreibers B. Balbini Miscellan. histor. regni Bohemiae Dec. II. Libr. 2 p.i., nämlich man fand darinnen die Anzeige, daß des beheimischen Fürsten Brezetislaw IV. Tochter Maria an einen Herren von Plauen vermählt gewesen, welcher der Zeitrechnung nach kein anderer, als jener ältere Voigt von Plauen gewesen seyn kann, von dem oben gesagt, daß durch ihn im Jahe 1289 der reußische Namen entstanden sey. Brezetislaw stammte von dem König in Böheim Wladislaw I. ab. Er hatte eine russische Prinzessin zur Ehe, die ebenfalls Maria hieß, welche von Balbinius Russiae dux, und der Gemahl selbst Russiae per uxorem princeps genennt wird. demnach war die Mutter jener beyden jungen Herren eine böheimische und die Großmutter eine russische Prinzessin. Daraus entstand dann die Vermuthung, daß der eine der Mutter, und der andere der Großmutter zu Ehren seinen Beynamen empfangen habe."

Zusatzinformationen
1290 Tinz als ein Teil von Gera
er Stadtteil Tinz und seine wechselvolle Geschichte.
Zusatzinformationen
Bilder aus unserer Galerie
82 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
1300 Die Sankt Trinitatiskirche
iese bekannte Geraer Kirche wurde am Anfang des 14. Jahrhunderts errichtet und kann somit als einer der ältesten Sakralbauten der Stadt bezeichnet werden.
Zusatzinformationen
1301 Das 14. Jahrhundert prägte die Städte
as 14. Jahrhundert war auch für Gera eine Zeit der Brüche und Gegensätze. Einerseits entfaltete sich der städtische Glanz des Mittelalters und andererseits deutete das Bevölkerungswachstum auch auf eine Nahrungsmittelknappheit, damit Hunger, Verelendung und durch die große Verschmutzung auftretende Seuchen hin. Um das Jahr 1340 lebten in Europa schon 75 Millionen Menschen und die ersten Alarmzeichen von Hungersnöten und Missernten zeichneten sich schon in den ersten zwei Jahrzehnten ab. Die in den Jahren 1347/48 aus dem Orient eingeschleppte Pest traf Gera mehrfach und forderte zahlreiche Opfer unter der Bevölkerung.
Zusatzinformationen
1304 Aus der Geschichte Ronneburgs
onneburg wurde 1209 als Besitz der Vögte von Weida erstmals erwähnt, gehörte ab 1244 zu Plauen und erhielt 1304 Stadtrecht. 1327 schloss Heinrich von Reuß den Ronneburger Vertrag ab, ein Bündnis mit anderen Vögten gegen die Wettiner. Nach dem darauf folgenden Krieg wurde Ronneburg wettinisches Lehen. 1517 wurde Ronneburg Eigentum der von den Ernestinern belehnten Wildenfelser, kam nach dem Schmalkaldischen Krieg 1548 zunächst zum Kurfürstentum Sachsen und 1554 wieder an die Ernestiner. Infolge der Erbteilungen ging es 1603 an Sachsen-Altenburg, 1672 an Sachsen-Gotha, 1680 an Sachsen-Eisenberg, 1707 an Sachsen-Gotha-Altenburg und schließlich 1826 zum Herzogtum Sachsen-Altenburg.

Zusatzinformationen
07.07.1306 Verkauf der Landesrechte
ie Äbtissin Bertradis von Quedlinburg verkauft dem Vogt von Gera die noch bestehenden landesherrschaftlichen Rechte für 750,- Mark Freiberger Silber.
Zusatzinformationen
05.09.1314 Ersterwähnung von Zwötzen
rsterwähnung des Dorfes Zwötzen und einer dort befindlichen Mühle. Es ist zu vermuten, dass es sich um die Zoitzmühle handelt.
Zusatzinformationen
12.11.1322 Das erste Zschippern
n diesem Jahr wurde der Geraer Stadtteil als "Ticzelin von Tschiprin" erstmals urkundlich erwähnt. Der Name des Ortes ist slawischen Ursprungs.

Zusatzinformationen
1333 Pforten und sein Rittergut
in historischer Streifzug durch den Geraer Stadtteil Pforten und seine angrenzenden Besitzungen.
Zusatzinformationen
1333 Zur Geschichte von Langenberg
angenberg war ursprünglich eine eigene Pflege, zu der über fünfzig Dörfer gehörten und damit einige mehr als zum damaligen Gera. In einer Urkunde von 1333 sind folgende 24 als zu Langenberg gehörend verzeichnet: Söllmnitz, Waswitz, Naundorf, Dorna, Hirschfeld, Bethenhausen, Zschippach, Kulm, Groitzschen, Lauenhain, Cretzschwitz, Negis, Collis, Kaimberg, Pforten, Windischenbernsdorf, Töppeln, Kaltenborn, Harpersdorf, Stublach, Roschütz, Kraftsdorf, Speutewitz und Bartholdisdorf. Die beiden letzteren sind heute Wüstungen, von den anderen gehören mittlerweile 12 zur Stadt Gera, die restlichen liegen im Landkreis Greiz. Kulm fiel in den 1950er Jahren dem Bergbau zum Opfer. Als Ursprung der deutschen Gründung Langenberg gilt eine auf dem Hausberg gelegene Burg mit lang gestrecktem Grundriss, die nach Ernst Paul Kretschmer auch dem Ort ihren Namen gegeben hat – nicht ein langer Berg, wie zu vermuten wäre. Die vermutliche Entstehung Langenbergs als befestigte Militärstation dürfte um 950 liegen. 1060 kam es als Schenkung Kaiser Heinrichs V. an das Bistum Naumburg-Zeitz, später in Meißnischen Besitz. Als Burgwardum Langenberch wird es 1196 zusammen mit einem Burgmann namens Thilo de Langenberc erwähnt, 1238 als Castrum Langenberg in einer Urkunde des Markgrafs Heinrich von Meißen.

Zusatzinformationen
07.06.1360 Bürgermeister Schuler
n diesem Jahr wird erstmals mit Hencz Schuler ein Bürgermeister erwähnt. Als Zeuge in einem Vertrag bestätigt er den Verkauf der Klotzmühle und der Hausmühle. Neben dem Kaufpreis wurde eine Abgabe von 5 Scheffeln Korn pro Woche und 30 Scheffeln Malz sowie 8 gemästeten Schweinen im Jahr an den Landesherrn vereinbart.
Zusatzinformationen
1364 Ein chirurgisches Standardwerk erschien
ie Geraer Ärzte bekamen ab diesem Jahr ein chirurgisches Standardwerk als Hilfmittel für ihre Behandlungen in die Hand. Es war von einem der bedeutendsten Chirurgen des Mittelalters, Guy de Chauliac, verfasst worden. Für die nächsten rund 200 Jahre war es das medizinische Lehrbuch überhaupt und wurde auch von Geraer Heilkundigen besessen und weitergegeben. Leider war es zu dieser Zeit noch üblich ein solches Werk abzuschreiben und nachzuillustrieren, daher dürfte es noch einge Zeit gedauert haben, bis sich das Buch "Chirurgia Magna" auch bis Gera verbeitet hatte. 
Zusatzinformationen
23.05.1364 Zur Geschichte von Kleinaga
eber die Gründung Kleinagas bestehen nur ungenaue Kenntnisse, es ist wohl sorbisch-wendischen Ursprungs. Im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert war auch die Schreibweise Klein Aga üblich. Erstmals urkundlich erwähnt wird Kleinaga als „wenigen Agow“ am 23. Mai 1364 in einer Urkunde über die Verpfändung des Hauses Langenberg. Das Rittergut in Kleinaga gehörte seit dem Mittelalter den Herren von Etzdorf. Der Ort pfarrte, begrub und schulte traditionell nach Großaga.

Zusatzinformationen
21.12.1374 Inbesitznahme der Lehen
ie Vögte von Gera nehmen ihren Besitz von den Marktgrafen von Meißen, gleichzeitig auch Landgrafen von Thüringen, zum Lehen. Durch die Annahme von Lehen konnte das Gebiet in Thüringen urbar gemacht werden. Die Oberen vergaben ihren Landbesitz um es für sich persönlich zum Reichtum zu führen und um ihr Besitztum zu erweiteren, falls es ertragreich werden sollte.
Zusatzinformationen
04.03.1385 Vergleich über die Gerichtsbarkeit
einrich von Gera vergleicht sich mit dem Bischof Christian von Naumburg über die Ausübung der Gerichtsbarkeit in der Herrschaft Gera. Dem Bistum stand demzufolge die Gerichtsbarkeit über alle geistlichen Angelegenheiten zu, während alle weltlichen Fälle durch die Landesherrschaft verhandelt wurden.
Zusatzinformationen
1400 Der Geraer Markt
er Markt bildete seit jeher den zentralen Warenumschlagsplatz einer Stadt. Auch gibt es seit jeher ein Verbrieftes Marktrecht. Mehr über den Geraer Markt in den Zusatzinformationen.
Zusatzinformationen
Bilder aus unserer Galerie
161 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
02.03.1404 Heinrich VIII., der Ältere geboren
einrich VIII., „der Ältere“, Herr von Gera (1420–1426), Herr zu Burgk (1425–1426). Er erhielt bei der Landesteilung von 1425 Schloss Burgk, die Pflegen Langenberg und Reichenfels sowie Vorwerk Tinz. Geboren wurde er am 2. März 1404. Am 16. Juni 1426 ist er in der Schlacht bei Aussig gefallen. Er heiratete am 30. August 1412 in Kronach die Gräfin Margarete von Wertheim, welche urkundlich vom 30. August 1412 bis 23. September 1415 Erwähnung fand. Geboren war sie vor 23. Oktober 1424. Sie war die Tochter von Graf Johann II. von Wertheim (1360–1444) und Gräfin Mathilde von Schwarzburg (-1435). Die zweite Ehe ging er (am 23. Oktober 1424 Dispens) vor 2. Mai 1426 mit Gräfin Wilburg von Schwarzburg-Leutenberg ein. Urkundlich erwähnt wurde sie am 2. Mai 1426. Sie verstarb nach 1426. Außerdem war sie die Witwe von Friedrich II. von Heydeck (Heideck) (1350/55–1423) und die Tochter von Graf Heinrich XV. von Schwarzburg-Leutenberg (1358–1402) und Anna von Plauen (1354–1412).
Zusatzinformationen
1405 Die erkaufte Freiheit
ie "Geraer" welche nicht innerhalb der Stadtmauern lebten, also in der Vorstadt, mussten sich in diesem Jahr die Freiheit vom herrschaftlichen Zoll erkaufen.
Zusatzinformationen
21.05.1405 Befreiung vom Marktzoll
egen die Zahlung von 4 Schock Meißner Groschen werden die Vorstadtbewohner von der Entrichtung des Marktzolls befreit. (Neben der Badertorvorstadt befanden sich Ansiedlungen im Bereich Sorge und Zschochern.)
Zusatzinformationen
1419 Die Hussitenkriege wüteten in Europa
ie Kriege verwüsteten in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts nicht nur Böhmen und Mähren, sonder griff auch auf Thüringen und andere Nachbarländer über. Auch in Gera wuchs die Angst vor Zerstörung und Tod. Die Kriege sollten bis 1434 andauern.
Zusatzinformationen
16.06.1426 Die Schlacht bei Aussig
ie Schlacht bei Aussig, an der auch Heinrich VIII. von Gera und Heinrich VII. Reuß von Plauen ums Leben kamen, war eine bedeutende Schlacht während der Hussitenkriege im Königreich Böhmen. Sie fand zwischen einem sächsisch-thüringischen Heer und den Hussiten am 16. Juni 1426 statt. Die ersten Einheiten der Hussiten trafen am 26. Mai 1426 vor Aussig ein. In den darauffolgenden Wochen wurde die damals zur Mark Meißen gehörige Stadt belagert und von der Außenwelt abgeschlossen. Zwar gab es auf der Seite der Hussiten keinen Oberbefehlshaber, man geht jedoch davon aus, dass die Gruppen ein Ältestenrat koordinierte, dem auch der Taborit Andreas Prokop zugehörte. Die Stadt wurde täglich beschossen, die Bevölkerung leistete jedoch erbitterten Widerstand, da sie auf Entsatz hoffte, der schließlich, organisiert von Markgräfin Katharina aus Truppen der Meißener, Sachsen, Thüringer und Oberlausitzer am 11. Juni 1426 Richtung Böhmen marschierte. Das angeblich 36.000 Mann starke Entsatzheer teilte sich in mehrere Gruppen auf. Die eine kam über den Janauer Weg bei Brüx, die zweite überschritt die Grenze bei Ossegg, der dritte Strom kam über Graupen und Teplitz. Am frühen Abend des 15. Juni 1426 kam die sächsische Armee ausgehungert und übermüdet bei Karbitz an, wo sie auf vorgezogene Posten der Hussiten trafen. Diese postierten sich auf der Anhöhe „Na Běhání“ etwa zehn Kilometer vor Aussig, auf der sie eine Wagenburg aufbauten. Der Proviantmangel zwang den Meißner Befehlshaber zu einem sofortigen Angriff bereits am nächsten Tag, einen Sonntag.
Zusatzinformationen
1430 Die "Statuta thaberna"
m das Jahr 1430 entstand das erste und damit älteste geschriebene Thüringer Gastrecht und das älteste Thüringer Reinheitsgebot für die Bierbrauer. Im sogenannten "Stat Buch" war das verzeichnet. Auch die Geraer Brauer und Schankwirte, welche alle einen Höhler unter dem Haus haben mussten, denn dieser ermöglichte erst das Erlangen des Schankrechtes, mussten sich an die neuen Maßgaben halten.
Zusatzinformationen
1445 Der sächsische Bruderkrieg in Gera
n diesem Jahr begann der sogenannte Sächsische Bruderkrieg (1445 - 1451), der für die Stadt und Herrschaft Gera überaus verhängnisvoll werden sollte. Heinrich der Jüngere von Gera, war „heimlicher Rat“ des Kurfürsten Friedrich von Sachsen, den er 1447 bei einer Vergleichsverhandlung gegen den Vertreter des Herzogs Wilhelm von Sachsen erfolg­reich vertrat. In die anschließenden kriegerischen Verwicklungen wurden zuletzt auch die beiden Wettiner gerissen. Nach einem kurfürstlichen Einfall in Thüringen wurde durch Herzog Wilhelm das Gebiet des Heinrich von Gera, der Wilhelm lehnspflichtig war, verheert.
Zusatzinformationen
06.10.1445 Stiftung von Seelenmessen
ranz Kudorf und die Brüder Waltheym stiften eine Anzahl von Seelenmessen, zu halten in „Unserer lieben Frauen Kapelle des Hospitals“. Das Hospital Beatae Mariae Virginis lag vor dem Badertor, gegenüber der Baderei am Mühlgraben. (Heute steht dort das Geraer Stadtmuseum.)
Zusatzinformationen
1446 Als der Bruderkrieg begann
n diesem Jahr begann der sogenannte Sächsische Bruderkrieg (1445 - 1451), der für die Stadt und Herrschaft Gera überaus verhängnisvoll werden sollte. Heinrich der Jüngere von Gera, war „heimlicher Rat“ des Kurfürsten Friedrich von Sachsen, den er 1447 bei einer Vergleichsverhandlung gegen den Vertreter des Herzogs Wilhelm von Sachsen erfolgreich vertrat. In die anschließenden kriegerischen Verwicklungen wurden zuletzt auch die beiden Wettiner gerissen.
Zusatzinformationen
1447 Die wichtigste Erfindung des Jahrhunderts
ie Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern (Buchstaben) revolutionierte die Kommunikation dieser Zeit und der Zukunft entscheidend. Bücher waren auch in Gera noch eine Besonderheit und die Verbreitung der Bücher war für die Verbreitung des allgemeinen Wissens nötig. Nicht nur die Bibel, die man anfangs druckte, sondern auch wissenschaftliche Publikationen fanden einen großen Absatzmarkt. Die Anzahl der Bücher, die sich in den nächsten Jahren in Gera sammelte, war ungleich höher als in allen Jahren zuvor.
Zusatzinformationen
06.02.1468 Errichtung einer Almosenstiftung
ans Waltheym errichtet eine Almosenstiftung für die Kirche des Marienhospitals. Von den Erträgen sollen die Ortsarmen zweimal jährlich Seelbäder, gereicht werden. Dabei soll der Seelen der Stifter gedacht werden. Außerdem sollte jedem..... „armen gebatten menschen eyne semmel ader eyn brodt , so man zu gera vor einen pfennungk keufft, und eyn virteyl byres „ gereicht werden.
Zusatzinformationen
15.02.1482 Stiftung von Seelenmessen
er Geraer Bürger Kunz Freitag und seine Schwester Adelheid stiften für die St. Wolfgangskapelle wöchentlich zwei Seelenmessen. Die Kapelle befand sich neben dem Siechenhaus am heutigen Eingang zur Talstraße und wurde 1841 abgebrochen. Erhalten geblieben ist die spätgotische Außenkanzel, die an der Ostwand der Trinitatiskirche angebracht wurde.
Zusatzinformationen
05.10.1495 Die Stiftung des Michel Birckigt in Gera
ichel Birckigt und seine Frau stifteten an diesem Tag der Geraer Hauptkirche St. Johannis die Summe von 100 fl. Rheinisch (100 Gulden). Es handelte sich um eine überaus großzügige Spende. Die Kiche fiel im Jahr 1780 einem großen Stadtbrand zum Opfer und war bis dahin auf dem nach ihr und "Johannes dem Täufer" benannten alten "Johannesplatz" zu finden.
Zusatzinformationen
1501 Lehenbrief über den Martinsgrund
ie Stadt erhält einen Lehenbrief über den, von ihr erkauften Martinsgrund. Nach einer Sage soll hier Martin von Ende einen Bären erlegt und damit ein Fräulein von Uttenhoven vor dessen Angriff gerettet haben.
Zusatzinformationen
Bilder aus unserer Galerie
1 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
1502 Die jüdische Schule
einrich der Ältere Reuß belehnt den Juden Meyer mit einem Haus in der Vorstadt und mit der jüdischen Schule. Juden durften seit Alters her nicht mit allem handeln mit dem sie zufrieden gewesen wären. Geldgeschäften verschafften den Juden seit dem 13. Jahrundert und den Statuten von Friedrich II. eine einträgliche Arbeit. Und trotzdem wurden die entrechteten Juden von den Herren nur ausgenommen. Man leihte sich Geld vom Juden, beseitigte das Übel (den Juden) und musste nichts zurück zahlen.
Zusatzinformationen
31.10.1517 Reformation
ie Reformation in Europa

Der Thesenanschlag vom 31. Oktober 1517. Durch Martin Luther in Wittenberg wird die Reformation in Europa zum Aufruf gegen die Dogmen des Papstes Leo X (Giovanni dè Medici) in Rom. Die Ächtung der päpstlichen Ablassbriefe (Petersbriefe) zwingt die Menschen zum Umdenken und löst eine, nicht einmal von Martin Luther, beabsichtigte Protestwelle aus und spaltet nachhaltig die christliche Kirche. 

Zusatzinformationen
1524 Bauernaufstände
m Zuge einer Agrarkrise kam es zu einer extremen Verschlechterung der bäuerlichen Lebensumstände. Wo noch 200 Jahre zuvor die Grundherren auf die Dienste der Bauern angewiesen waren und sie auf ihrem Grund und Boden halten wollten, änderte sich die Situation nun völlig. Aus diesem Grund kam es in den Jahren 1524 und 1525 zu den Bauernaufständen.
Zusatzinformationen
16.08.1525 Sühnebrief für Gera
usstellung des sogenannten Sühnebriefes für die Stadt Gera. Nachdem sich bereits Anfang Mai zwei Bauernheere am Hungerberg bei Hain und der Grafe in der Nähe von Naulitz gebildet hatten, sympathisierte die Stadt mit den aufständischen Bauern. Nachdem die Stadt gefangengenommene Bauern freikommen lies, wurde sie durch den Sühnebrief mit einer jährlichen Zahlung von 200 Gulden an den Landesherrn bestraft. Solange Nachkommen lebten, sollte diese Strafe entrichtet werden.
Zusatzinformationen
11.04.1532 Elisabeth von Weida in Gernrode verstorben
lisabeth von Weida, geboren um 1460 / 1461, war von 1504 bis 1532 Äbtissin des freien weltlichen Stiftes Gernrode und Frose. Sie galt als eine der wichtigsten Äbtissinnen in der Spätzeit des Stiftes Gernrode. Unter ihrer Herrschaft wurde im Stift die evangelische Lehre eingeführt. Sie war also stark durch Martin Luther (1483-1546) beeinflusst. Dadurch wurde der Ort Gernrode nach Wittenberg eine der ersten evangelischen Stätten in Deutschland überhaupt. Ihrem Verhandlungsgeschick während der Bauernkriege war es zu verdanken, dass das Stift von Zerstörungen verschont blieb. Sie erwies sich als gute Verwalterin, sie schaffte es, die bei ihrem Amtsantritt desolaten Finanzen des Stiftes zu sanieren.
Zusatzinformationen
1534 Untermhaus
er Stadtteil Untermhaus, der sich "Unterm Haus" derer von Reuß vom Siedlungsort für Schloßbedienstete zu einem Stadtteil Geras entwickelt hat.
Zusatzinformationen
Bilder aus unserer Galerie
189 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
29.12.1536 Heinrich VI. von Plauen geboren
einrich VI. von Plauen war Burggraf von Meißen, Herr zu Plauen, Herr von Schleiz und Lobenstein. Er war der jüngere der beiden Söhne des Burggrafen Heinrich IV. von Plauen aus dessen Ehe mit Gräfin Margarethe von Salm (1517–1573). Nach dem Tod des Vaters übernahmen sein älterer Bruder Heinrich V. und er gemeinsam dessen weitreichende Besitzungen, aber auch die Streitigkeiten mit den Reußen. Allerdings waren beide noch nicht volljährig, weshalb ein Monat nach dem Tod des Vaters König Ferdinand von Böhmen ihnen versprach, sie gegen die Reußen zu schützen. Neben den hohen Schulden, die ihnen ihr Vater hinterlassen hatte, kamen neue durch die Prozesse gegen die Reußen dazu. Bereits 1556 verloren die Brüder durch kaiserlichen Schiedsspruch die fränkischen Ämter Hof und Schauenstein.
Zusatzinformationen
1550 Der Stadtgraben
m Stadtgraben verlief die südliche Befestigung der mittelalterlichen Stadt, an die noch ein Stück Stadtmauer mit dem letzten, etwa 8 Meter hohen, im Dreiviertelkreis aus der Mauer heraustretenden Turm erinnert.
Zusatzinformationen
06.1551 Der Landtag in Schleiz
urggraf Heinrich der IV., die rechte Hand von König Ferdinand von Böhmen, rief seine Stadthalter zu einem Landtag nach Schleiz. Dort verabschiedete man Gesetze. Wie:
  • die Gerichtsordnung
  • die Polizeiordnung
  • die Reichspfennigordnung (Türkensteuer)
  • die Tranksteuerordnung
  • die Bergordnung
  • die Kriegsaufgebotsordnung
Zusatzinformationen
1562 Die Wasserleitung
on 1562 bis 1563
Schneeberger Bergleute verlegten eine Wasserleitung von Ernsee über die Wolfsbrücke ins Schloß. Sie wurde bis 1899 genutzt.
Zusatzinformationen
10.06.1572 Heinrich Posthumus
wei Monate nach dem Tod seines Vaters (deshalb wird er auch Posthumus genannt) wurde Heinrich Reuß der Jüngere geboren. Nachdem er am 06. 06. 1595 die Regierung übernommen hatte, entwickelte er sich durch seine Reformen der Staats -und Kirchenverwaltung und die Förderung von Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft zu einem der bedeutendsten Landesherrn seiner Zeit.
Zusatzinformationen
Bilder aus unserer Galerie
1 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
11.06.1572 Ein Vormund für Heinrich Posthumus
m Vortag war zwei Monate und vier Tage nach dem Tod Heinrichs des Jüngeren sein Sohn Heinrich zur Welt gekommen, was ihm den Namen Posthumus einbrachte. Ob der Vaterlosigkeit des Knaben übernahm Kaiser Maximilian die Vormundschaft für den Reußenspross.
Zusatzinformationen
23.04.1575 Ein Lehnbrief von Heinrich dem Jüngeren
er "Kupferhammer" in Untermhaus war bereits 1522 vom Kupferschmied Torsche an den Wollhändler Schollenreuther verpfändet worden. In einem Lehnbrief von 1575 erhielt ein Hans Kleindienst die Genehmigung für eine Kupferschmiede.
Zusatzinformationen
04.01.1578 Balduin Conrad geboren
alduin Conrad war Kaufmann in Gera. Durch den Holländer Nikolaus de Smit gelangte er nach einer Messe in die Stadt. Man hatte sich zufällig kennen gelernt. De Smit bildete Conrad aus, der schließlich am 12. April 1649 in Gera als angesehener Bürgermeister verstarb. Am 16. Juni 1926 wurde eine Straße in Gera nach ihm benannt.
Zusatzinformationen
18.10.1585 Heinrich Schütz geboren
einrich Schütz, in autographen Handschriften immer Henrich, latinisiert Henricus Sagittarius, geboren am 8. Oktoberjul./ 18. Oktober 1585greg. in Köstritz bei Gera und verstorben am 6. Novemberjul./ 16. November 1672greg. in Dresden, war ein deutscher Komponist des Frühbarock. Schütz war Zweitgeborener von acht Geschwistern. Er wurde im Goldenen Kranich, dem Gasthof seines Vaters, in Köstritz (Ostthüringen) geboren und dort am 9. Oktober 1585 in der Kirche St. Leonhard getauft. Als er fünf Jahre alt war, zog seine Familie nach Weißenfels, weil sein Vater dort einen anderen Gasthof übernahm. Hier verbrachte Heinrich Schütz seine Kindheit. 1599 wurde sein musikalisches Talent von Landgraf Moritz von Hessen-Kassel entdeckt, mit dessen Förderung er zum Sänger ausgebildet wurde, die Kasseler Hofschule, das Collegium Mauritianum besuchte und ab 1607 in Marburg Jura studieren konnte. Gleichzeitig erlernte er das Orgelspiel und die Komposition. Von 1609 bis 1612 trat Schütz dank eines Stipendiums des Landgrafen ein dreijähriges Studium in Venedig beim Markusorganisten Giovanni Gabrieli an, das er mit der 1611 veröffentlichten Madrigalsammlung Il Primo libro di Madrigali abschloss. Auf seinem Totenbett vermachte Gabrieli Schütz einen seiner Ringe. Gabrieli war der einzige, den Schütz zeitlebens als seinen Lehrer bezeichnete. Als er 1613 wieder nach Kassel zurückkehrte, wurde er von Landgraf Moritz zum zweiten Organisten berufen. Wenige Jahre später begab er sich in den Dienst des sächsischen Kurfürsten und übernahm die Leitung der in Deutschland führenden Dresdner Hofkapelle, zunächst neben dem kränklichen Kapellmeister Rogier Michael sowie dem als Kapellmeister „von Haus aus“ wirkenden Michael Praetorius. Erst nach Praetorius’ Tod war Schütz alleiniger Kapellmeister am sächsischen Hof. Diese Funktion hatte er bis zu seinem Lebensende inne. Sein Wechsel nach Dresden war schon ab 1614 Gegenstand diplomatischer Auseinandersetzungen zwischen dem Landgrafen und dem Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen, die erst 1619 endeten, als sich der Kurfürst endgültig durchsetzen konnte. Im selben Jahr veröffentlichte Schütz die Psalmen Davids, die er seinem Landesherrn widmete, und heiratete Magdalena Wildeck. Sie hatten zwei Töchter. Anna Justina starb bereits im Alter von 17 Jahren. Euphrosine Schütz wurde 1623 geboren und heiratete den späteren Leipziger Bürgermeister Christoph Pincker. Deren Tochter Gertraud Euphrosine hatte selbst keine Kinder. Als Kapellmeister hatte Schütz die Oberaufsicht über die Mitglieder der Hofkapelle, die aus Sängern und Instrumentalisten bestand. Mit ihr war er für alle Musik am Hofe zuständig: geistliche wie weltliche, zur Unterhaltung und zum Gottesdienst ebenso wie zur politischen Repräsentation. Leider sind seine dramatischen weltlichen Werke (Singspiele und Ballette), von denen in der Regel nur die Texte gedruckt wurden, verlorengegangen.

Zusatzinformationen
1594 Die Sorge
ie Ableitung des Namen ist nicht mehr eindeutig festzustellen. Es gibt aber zwei Deutungen. Zum einen könnte der Name vom altslawischen "zroh" (sprich sroch) was "Bachgerinnsel" heißt abgeleitet sein, denn der Leumnitzbach durchfloss offen die "Sorge". Die zweite Theorie geht davon aus, dass der Name mit "Zarge" (Rand oder Seitenwand) verwandt ist und bedeutet dann "Außensiedlung".
Zusatzinformationen
1602 Einebnungen
er Graben auf der Ostseite der Stadtmauer wurde 1602 eingeebnet und in Gartenland umgewandelt. Dabei dürfte der alte Schutzwall östlich des Grabens zum Auffüllen verwendet worden sein.
Zusatzinformationen
17.04.1604 Als es noch Ritterturniere in Gera gab
nlässlich des „Beylagers“(das war im Mittelalter noch die offizielle Bezeichnung für eine hochherrschaftliche Vermählung oder auch Hochzeit) von Conrad Topffler veranstaltete der Landesherr ein großes Turnier mit Ringelrennen, Fußturnier und anderen Ritterspielen auf dem Geraer Marktplatz.
Zusatzinformationen
04.1605 Klotz über das Gymnasium
er Geraer Prediger und Chronist Johann Christoph Klotz verfasste im Jahr 1816 seine "Beschreibung der Herrschaft und Stadt Gera" und schrieb im 7. Kapitel "Das Gymnasium, oder die gemeinschaftliche Landesschule" folgendes auf: "Es war zwar schon vor alten Zeiten eine guteingerichtete Trivial-Schule in Gera, welche mit 3 Lehrern, einem Rektor (der in älteren Zeiten Schulmeister hieß), einem Kantor und einem Tertius (einem Dritten) versehen war. Diese beschloß Posthumus zu einem Gymnasium illustre zu erheben. Zu diesem Entzwecke ließ er da, wo noch jetzt das Gymnasium stehet, ein sehr ansehnliches und geräumiges Gebäude zu den Hörsälen aufführen, und in der Nähe noch mehrere Wohnungen für die Lehrer und studierende Jugend, wie auch zu einem Konviktorium und andern beym Gymnasium nöthigen Gebrauche, anlegen, welche letztere zusammengenommen das Kollegium (Studentenwohnheim) genennet wurden. Der Anfang zur Errichtung der Schulgebäude wurde im April 1605 gemacht, und im März 1608 war alles zu Stande gebracht. Zum künftigen Unterhalt der anzustellenden Lehrer und anderer nöthigen erfordernisse setzte der großmüthige Stifter 4000 Gulden aus, davon die jährliche Verzinsung bis zum Abtrage des Kapitals selbst mit 240 Guldenan die herrschaftlichen Einkünfte angewiesen wurde. Diese erste Ausstattung erhielt auch durch fremden Beytrag einen sehr ansehnlichen Zuwachs.

Zusatzinformationen
1606 Die Frau des Bürgermeisters und der berühmte Erker
ie Stadtapotheke auf dem historischen Geraer Markt wurde vor allem durch ihren charakteristischen bunten Erker bekannt. Aber den gab es erst ab 1606. Wie und warum er entstand, und wie der Markt zu dieser Zeit aussah steht in der Zusatzinformation.
Zusatzinformationen
1611 Kirchenumbau in Gera
eit Mitte des 16. Jahrhunderts, nach der Reformation durch Martin Luther (1483-1546), war der Geraer Friedhof außerhalb der Stadt an der Trinitatiskirche zu finden. Diese Kirche wurde nun, auf Grund ihrer neuen Funktion als Begräbniskirche, umgebaut und erweitert worden. Auch der Friedhof wurde bis zu seiner endgültigen Außerbetriebnahme im Jahr 1900 mehrfach erweitert.
Zusatzinformationen
Bilder aus unserer Galerie
1 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
23.05.1618 Der Dreißigjährige Krieg
er zweite "Fenstersturz zu Prag" am 23. Mai 1618 ist der Auslöser des Dreißigjährigen Kriegs und markiert 30 Jahre, 5 Monate und einen Tag die Geschicke Mitteleuropas. Die bedeutensten europäischen Herrscher, Feldherren und Kriegsschauplätze werden beschrieben in den Zusatzinformationen.
Zusatzinformationen
1636 So entstand der Hofwiesenpark
ie Hofwiese in Untermhaus, 1636 und 1647 "Obere Hofwiese" genannt, reichte zu dieser Zeit von Südosten bis an den Anger der Stadt Gera heran und wurde durch das Vorwerk, das spätere Kammergut, in Untermhaus bewirtschaftet. Als der an ihr vorbeiführende Weg zur Straße ausgebaut wurden war 1897, erhielt er die Bezeichnung "Hofwiesenstraße". Erst im Jahr 2005 wurde das Gelände an der Elster zum "Hofwiesenpark" gemacht.
Zusatzinformationen
26.03.1639 Heinrich I. geboren
einrich I. Reuß von Plauen, Herr zu Gera (1640–1647), Herr zu Schleiz, Lobenstein und Saalburg (1640–1647), Herr zu Saalburg (1647–1666), Herr und Graf (26. August 1673) zu Schleiz (1666–1692) und seit 1640 unter Vormundschaft der Mutter und seines Onkels Heinrich II. Reuß zu Gera, erhielt in der Teilung von 1647 die Herrschaft Saalburg, bestehend aus der alten Pflege Saalburg vermehrt um Tanna und zwanzig Dörfer aus den Schleizer und Lobensteiner Herrschaften, erhielt 1666 nach dem Tode seines Onkels Heinrich IX. Reuß zu Schleiz die gesamte Herrschaft Schleiz im alten Umfang und trat dafür die ursprüngliche Pflege Saalburg an das Haus Gera und die 1647 abgetrennten Lobensteiner Gebiete an dieses Haus ab. Er wurde am26. August 1673 in Eger mit dem ganzen Geschlecht in den Reichsgrafenstand erhoben mit dem Titel "Hoch- und Wohlgeborene Reußen, Grafen und Herren von Plauen, Herren zu Greiz, Kranichfeld, Gera, Schleiz und Lobenstein, privilegium de non usu" bedacht.
Zusatzinformationen
1640 Der erste Küchengarten
n diesem Jahr wurde der Geraer Küchengarten als "Großer Garten" in der Geraer Historie zum ersten Mal erwähnt. Er war zur Versorgung des Schloss Osterstein angelegt worden.
Zusatzinformationen
Bilder aus unserer Galerie
1 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
12.02.1645 Christian Leonhard Leucht geboren
hristian Leonhard Leucht, geboren 12. Februar 1645 in Arnstadt und verstorben am 24. November 1716, war ein deutscher Jurist, Verwaltungsbeamter und Publizist. Er veröffentlichte unter den Pseudonymen Antonius Faber, Sigismundus Ferrarius, C. L. Thucelius, C. L. Lucius und Cassander Thucelius eigene Abhandlungen sowie umfangreiche juristische Sammelwerke. Leucht studierte an der Universität Leipzig, Universität Gießen und Universität Jena, wo er 1678 zum Dr. jur. promoviert wurde. Er war einige Jahre als Jurist in Dresden tätig und trat dann als „gräflich Reußischer Hofrat“ in die Dienste des Hauses Reuß in Greiz bei Gera. 1688 wurde er zum „gräflich limburgischen Rat von Haus aus“ ernannt und war als juristischer Berater (Consulent) beim Ritterkanton Altmühl des fränkischen Reichsritterkreises tätig.

Zusatzinformationen
1647 Wie das "Meistergässchen" entstand
as ehemals parallel zur "Heinrichstraße" verlaufende Gässchen erhielt seinen Namen nach der zu dieser Zeit außerhalb der Stadt gelegenen "Meisterei", der eigentlichen Scharfrichterei, zu der es geradewegs hin führte. Das Gebiet gehörte nicht zum Weichbild der Stadt Gera und die Gerichtsbarkeit über die Meisterei, dem Verhängen des Todesurteils, stand zu dieser Zeit noch ausschließlich dem Landesherren zu. Der Weg vom "Abdeckergässchen" bis hin zum "Meistergässchen" kann in der Zusatzinformation nachvollzogen werden.
Zusatzinformationen
Bilder aus unserer Galerie
1 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
13.03.1650 Heinrich IV. geboren
einrich IV. Reuß von Plauen, Herr und Graf (26. August 1673) zu Gera (1670–1686), ab dem Jahr 1671 volljährig, wurde am 26. August 1673 in Eger mit dem ganzen Geschlecht in den Reichsgrafenstand erhoben und erhielt den Titel: "Hoch- und Wohlgeborene Reußen, Grafen und Herren von Plauen, Herren zu Greiz, Kranichfeld, Gera, Schleiz und Lobenstein, privilegium de non usu". Geboren wurde er am 13. März 1650 in Gera und verstarb am 13. März 1686 auch dort. Bestattet wurde 26. März 1686 in Gera. er heiratet am 20. Juni 1672 in Gera die Gräfin Anna Dorothea von Schwarzburg-Sondershausen (18.08.1645 - 01.07.1716). Am 3. Juli 1716 in gera beigesetzt. Sie war die Tochter von Graf Anton Günther I. von Schwarzburg-Sondershausen (1620–1666) und Pfalzgräfin Maria Magdalena von Zweibrücken-Birkenfeld (1622–1689).
Zusatzinformationen
17.04.1650 Johann Caspar Zopf geboren
opf war nach seiner Ausbildung zum Magister ab 1674 als Konrektor am Geraer Gymnasium angestellt. Er verstarb am 1. Oktober 1693 in Gera.
Zusatzinformationen
31.07.1650 Ein Friedens- und Dankfest
in Allgemeines Friedens-, Lob- und Dankfest aus Anlaß des Friedensschlußes 1648 wurde in Gera veranstaltet. Wiederholt erhielten die reußischen Herrschaften nun Schutzbriefe, Kaiser Ferdinand II. erteilte am 17. August. 1626 ein „Protectorium und Salva quardia“ an die Herren Reußen, ebenso folgte Wien 15. Februar 1636 - 1. Juli 1637  ein solches von Kaiser Ferdinand III. von Prag aus. Es wurde am 15. September 1638 erneuert. Albrecht von Wallenstein stellte in Perleberg am 28. August 1627 ein Schutzbrief aus.
Zusatzinformationen
27.01.1657 Johann Heinrich von Berger geboren
ohann Heinrich Berger wurde in Gera als Sohn von Valentin Berger (1620-1675), Konrektor des Geraer Gymnasium und seiner 1655 geehelichten Frau Margaretha Katharina Berger (geb. Faschen) geboren. Er schrieb sich später in der Leipziger Universität ein und studierte das Fach der Rechtswissenschaften. Berger machte sich später verdient um die Rechtssprechung und veröffentlichte 1724 die "Erläuterung und Verbesserung der bisherigen Prozess- und Gerichtsordnung" und wurde Reichshofrat bei Kaiser Joseph I..1717 war er in den Adelsstand erhoben worden und hieß nun von Berger. Am 25. November 1732 verstarb er hoch angesehen in Wien.
Zusatzinformationen
Bilder aus unserer Galerie
1 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
1686 Wie das Museum für Naturkunde entstand
n diesem Jahr hatte ein schwerer Stadtbrand Gera erschüttert und zu großen Teilen zerstört. Ein auf dem Nikolaiberg stehendes massives Haus mit einem sogenannten Krüppelwalmdach, das später Museum für Naturkunde, hatte nach dem Brandjahr 1686 der wohlhabende Leipziger Kaufmann Perner als Brandstätte erworben und ließ es dann bis 1688 mit sehr großem Kostenaufwand wieder aufbauen.
Zusatzinformationen
Bilder aus unserer Galerie
4 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
20.03.1686 Großbrand in Gera
urch die Fahrlässigkeit eines Bäckergesellen entstand ein Essenbrand, der rasch auf große Teile der Innenstadt und die Vorstädte vor dem Schloß- und Leumnitzer Tor übergriff. 358 Häuser, 3 Stadttore und 50 Scheunen werden zerstört. 4 Menschen verloren ihr Leben.
Zusatzinformationen
1696 David Gottfried Schöber geboren
er Sohn eines aus Naumburg stammenden Kaufmann besuchte in Gera das Gymnasium und war in späteren Zeiten Bürgermeister in der Stadt. Er verstarb in Gera am 17. Mai 1778.
Zusatzinformationen
1697 Tobias Conrad Hoppe geboren
er Geraer Apotheker und Spezereihändler wurde im Mai 1697 in Nordhausen geboren. Er besaß in der "Großen Kirchstraße" die Häuser 9 und 11 und unterhielt dort ein großes Kräutergewölbe, vor dessen Ladentür als besondere Sehenswürdigkeit ein kleiner lebender Affe an einer Kette gehalten wurde. Hoppe verstarb hoch betagt im Alter von 81 Jahren am 9. Dezember 1778 in Gera.
Zusatzinformationen
26.05.1700 Nikolaus Ludwig Reichsgraf von Zinzendorf und Pottendorf geboren
ikolaus Ludwig Reichsgraf von Zinzendorf und Pottendorf, geboren am 26. Mai 1700 in Dresden und verstorben am 9. Mai 1760 in Herrnhut, war ein lutherisch-pietistischer Theologe, Gründer und Bischof der Herrnhuter Brüdergemeine („Brüder-Unität“) und Dichter zahlreicher Kirchenlieder. Er war der Sohn von Georg Ludwig Reichsgraf von Zinzendorf und Pottendorf (1662–1700) und Charlotte Justine von Gersdorff (1675–1763). Philipp Jacob Spener war sein Taufpate. Zinzendorfs Vater verstarb früh; fortan lebte Zinzendorf in Großhennersdorf in der Oberlausitz bei seiner frommen Großmutter, Henriette Katharina von Gersdorff, geborene von Friesen. Er besuchte von 1710 bis 1715 das Pädagogium der Franckeschen Stiftungen in Halle, wo er sehr im Sinne des Pietismus geprägt wurde. Gerade August Hermann Francke selbst hatte großen Einfluss auf ihn. Von 1716 bis 1719 studierte Zinzendorf an der Universität Wittenberg Rechtswissenschaft. Er gründete 1710 mit Friedrich von Watteville den Senfkorn-Orden (Sammlung von Liebhabern Jesu). Von 1719 bis 1720 unternahm er eine Bildungsreise in die Niederlande und nach Frankreich. Dort gewann er die Freundschaft von Menschen anderer Konfession (auch von Katholiken) und erlebte die Möglichkeit einer die Konfessionen übergreifenden Einheit unter Christen. Von 1721 bis 1732 war er dann Hof- und Justizrat in Diensten August des Starken in Dresden. 1722 heiratete Zinzendorf Erdmuthe Dorothea Gräfin Reuß-Ebersdorf. Im Mai des gleichen Jahres erwarb er von seiner Großmutter das Rittergut Mittelberthelsdorf in der Oberlausitz. Dort begann im Juni 1722 die Aufnahme von Glaubensflüchtlingen aus Mähren, Nachkommen der alten böhmisch-mährischen Brüder. Diese gründeten außerhalb von Berthelsdorf, das unterhalb des Hutberges gelegen ist, die Siedlung Herrnhut (sorbisch Ochranow), aus der die kirchlich eigenständige Brüdergemeine erwuchs (später siedelten sich zahlreiche Flüchtlinge in Böhmisch-Rixdorf an). Im August 1727 kam es zur Gründung der Herrnhuter Brüdergemeine durch einen Bußakt des Pfarrers Rothe, Zinzendorfs und der ganzen Gemeinde.

Zusatzinformationen
1706 Das Schlossgatter
on 1706 bis 1854 wurde die Geraer Schlossstraße vom Schlossgatter, einem der vier Hauptgatter der Stadt, abgeschlossen. Es stand anfänglich an der Ecke des Landhauses an der Dienerstraße und wurde nach 1780 etwa in der Gegend des späteren Postgebäudes hinausgerückt.
Zusatzinformationen
1712 Das Bessler-Rad in Gera
n diesem Jahr stellte der Mathematiker und Mechaniker Johann Bessler (geboren ca. 1680 in Zittau) in Gera ein sogenanntes Perpetuum Mobile vor. Es handelte sich dabei um eine radförmige Maschine, die sich nach dem Zeugnis von Zeitzeugen ohne Zufuhr von äußerer Energie ununterbrochen drehte und mit deren Hilfe Lasten gehoben werden konnten. Johann Bessler, der sich auch Johann Orffyré nannte, wohnte wahrscheinlich zu dieser Zeit bei seinem Vetter Christian Lange in Gera in der Rittergasse oberhalb des historischen Geraer Marktes. Der Versuch mit dem ?Rad von Gera? fand in der Brandstatt des Richterschen Freihauses auf dem Nikolaiberg statt. Später baute er in Draschwitz bei Zeitz, Merseburg, Cassel, Carlshaven und Fürstenberg immer neuere und größere Maschinen und stellt sie vor allem Landesfürsten und Wissenschaftlern vor. Trotz öffentlicher Überprüfungen, die die Funktionalität bestätigten, gelang ihm weder die finanzielle noch wissenschaftliche Anerkennung. Am 30.11.1745 starb er, von vielen angefeindet, ohne mündliche oder schriftliche Angaben zur Konstruktion zu hinterlassen, in Fürstenberg. Das Geheimnis seiner Konstruktion konnte bis heute nicht erklärt werden. Über seine Zeit in Gera schrieb er in seiner um 1716 erschienen ?Orffyrei Apologi`sche Poesie" folgende Wort. (siehe Zusatzinformation)
Zusatzinformationen
1718 Es waren 5580 Hopfenstangen
n den Jahren von 1718 bis 1719 wurden nach der Geraer Amtsgeldrechnung neue Hopfenpflanzungen auf dem Weinberg angelegt. Die Winzerei hatte in Gera nichts gebracht, so verlegte man sich wieder auf das Bierbrauen. 93 Schock Hopfenstangen fanden auf dem Untermhäuser Weinberg Verwendung.
Zusatzinformationen
1720 Vermessungen in Liebschwitz
n der Zeit des ersten Viertels des 18. Jahrhunderts reiste im Auftrag von Kursachsen der Landvermesser Paul Trenckmann dürch die sächsische Enklave, zu der auch der spätere Geraer Ortsteil Liebschwitz gehörte, um die verschiedenen Orte zu beschreiben. Paul Trenckmann, so kann angenommen werden, war wohl ein Mitarbeiter von Adam Friedrich Zürner (1680-1742), welcher daraufhin in seinen Aufzeichnungen über Liebschwitz folgendes notierte.
Zusatzinformationen
1727 Die Kaimberger Heilquelle
m 18. Jahrhundert machte Kaimberg durch eine Heilquelle von sich reden, die im Helgraben (dem Heilgraben) am Fuße des Helberges entsprang.
Zusatzinformationen
1729 Küchengarten und Orangerie werden angelegt
as Anlegen der Orangerie vollzog sich in den Jahren 1729-1732. Unter dem Geraer Grafen und Regenten Heinrich XVIII wurde der Küchengarten als französische Gartenanlage mit der Orangerie angelegt. Die Entwürfe für den Bau wurden wahrscheinlich vom ernestinischen  Baumeister Gottfried Heinrich Krohne gefertigt.
Zusatzinformationen
Bilder aus unserer Galerie
51 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
1729 Großsaara
esitzerwechsel auf dem Gut von Großsaara. Eine kurze Dorfchronik finden Sie in den Zusatzinformationen.
Zusatzinformationen
1729 Gera setzte sein Vorkaufsrecht durch
ls das Rittergut in Großsaara in diesem Jahr durch seinen Besitzer Herrn von Berbisdorf an den Geraer Kommerzienrat Herrn von Kutschenbach verkauft werden sollte, machte die Herrschaft von Gera ihr Vorkaufsrecht geltend und erwarb selbst das Gut für 33.000 Gulden und 100 Dukaten Handgeld. Alsdann, in Besitz von Graf Heinrich XXX., wurde es nun das Fürstliche Kammergut Großsaara.
Zusatzinformationen
1729 Die Orangerie und ihre Nutzung
raf Heinrich XVIII. legte in diesem Jahr im Küchengarten eine Orangerie im französischen Stile an. Der Baumeister Krohne aus dem Thüringischen Weimar, der Stadt der geweihten Brunnen (Wei - geweihtes und mar - Wasser) lieferte die exakten Entwürfe für das große Bauprojekt. In den Jahren 1729 - 1802 wurde dann die Geraer Orangerie vorwiegend als Festraum für die Landesherrschaft genutzt. Später gab es noch andere Nutzungsmöglichkeiten, welche aber zu einem großen Teil dem herrschaftlichen Gebäude nicht gerecht wurden.
Zusatzinformationen
1732 Weißig
irchweihe in Weißig. Eine kurze Chronik zu Weißig finden Sie in den Zusatzinformationen.
Zusatzinformationen
1732 Alltag im Zucht- und Waisenhaus
er Diplomhistoriker Siegfried Mues, ehemaliger Leiter des Stadtmuseums, schrieb im „Geraer Heft“ auf den Seiten 39 bis 43 folgendes zum späteren Stadtmuseum, eines der bekanntesten Gebäude der Stadt. „Der Unterhalt des Zucht- und Waisenhauses geschah aus verschiedenen Quellen. Kurz vor der Einweihung des Hauses im Jahr 1732 legte Heinrich XVIII. jüngere Reuß mehrere der Anstalt zugute kommende Abgaben fest. Zum einen sollten alle Personen die in weltliche oder geistliche Landesdienste traten, von jedem Hundert ihres Einkommens einen Gulden an das Zucht- und Waisenhaus geben, zum anderen wurde künftig von verschiedenen gerichtlichen Handlungen (z.B. Anfertigung von Geburtsbriefen, Testamenten oder Vormundschaftsbestätigungen, Testamentseröffnungen, Grundstückskäufe und – verkäufe) im ganzen Land eine Abgabe von ein bis zwölf Groschen zugunsten des Zucht- und Waisenhauses verlangt.“

Zusatzinformationen
1736 Errichtung des "Martinsgrundhäuschens"
ur Abhaltung der Holzauktion wurde im Martinsgrund das „Lusthäuschen“ später das „Martinsgrundhäuschen“ errichtet.
Zusatzinformationen
Bilder aus unserer Galerie
1 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
15.09.1744 Johann Friedrich Leberecht Reinhold geboren
r war der Vater des Geraer Landschaftsmalers Heinrich Reinhold. Wie sein Sohn Heinrich war auch er ein begabter Maler und ging in Zeitz bei einem Maler namens Krippendorf in die Lehre. 1773 erwarb er ein Haus mit Garten auf der Sorge, später Ecke Humboldtstraße. Er verstarb am 1. Juni 1807 in Gera.
Zusatzinformationen
1748 Erbauung des Schlosses Tinz
rbauung des Schlosses Tinz  nach Plänen des Baumeisters Gerardo Hofmann. Das Baumaterial wurde damals teilweise von der Burgruine auf dem Hausberg bei Langenberg gewonnen.
Zusatzinformationen
Bilder aus unserer Galerie
6 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
15.11.1754 Johann Christoph Macher gestorben
er in Gera tätige Lehrer und Konrektor des "Rutheneums seit 1608" war ein sehr beliebter Lehrer in der Stadt Gera.. An diesem Tag verstarb er an einem Schlagfluß (später sagte man Schlaganfall oder in lateinisch Apoplex, eine halbseitige Körperlähmung) im Alter von nur 34 Jahren. Er hinterließ seine junge Ehefrau Johanna Dorothea und seinen 19 Monate alten Sohn Johann Christian. An der Geraer Orangerie wurde ihm ein Denkmal gesetzt. Es zeigt Macher mit römischen Helm und Zackenkrone. Zu dieser Zeit war ein Apoplex noch nicht behandelbar, oder heilbar.
Zusatzinformationen
Bilder aus unserer Galerie
1 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
15.01.1759 Georg Tobias Albert geboren
eorg Tobias Albert hatte sich um die Geraer Porzellanfabrikation verdient gemacht, die Untermhäuser Porzellanfabrik saniert und die Pößnecker Porzellanfabrik gegründet. Er verstarb am 6. Februar 1826 in Gera/Untermhaus.
Zusatzinformationen
21.09.1763 Heinrich LII. Reuß geboren
raf Heinrich LII. Reuß zu Köstritz, geb. am 21. September 1763 in Köstritz und verst. Am  23. Februar 1851 in München) war ein General der königlich bayerischen Armee und Inhaber des Kommandeurkreuzes des Militär-Max-Joseph-Ordens. Heinrich LII. wurde 1763 als Sohn des Grafen Heinrich XXIII. Reuß zu Schleiz-Köstritz (1722–1787) und dessen Gemahlin Gräfin Ernestine von Schönburg-Wechselburg (1736–1768) geboren.

Zusatzinformationen
03.12.1764 Friedrich Wilhelm Facius geboren
riedrich Wilhelm Facius war ein deutscher Erfinder, Gemmenschneider, Graveur und Medailleur. Er kam 1764 im Fürstentum Reuß-Greiz als Sohn des Kaufmannes Facius in Greiz bei Gera zur Welt. Sein Vater drängte ihn den Beruf des Kaufmannes zu erlernen, obwohl Friedrich Wilhelm Facius insgeheim Graveur werden wollte. Als er den Beruf des Kaufmannes erlernt und eine kleine Summe sich erspart hatte, lenkte der Vater ein.

Zusatzinformationen
02.04.1769 Georg Walter Vincent von Wiese geboren
iese war schon im Alter von 20 Jahren Doktor der Rechte. Im Jahr 1793 wurde er durch die Grafen Reuß jüngere Linie als Hofrat, Konsistorialassessor und Inspektor des Gymnasiums Rutheneum von Rostock nach Gera berufen. Er verstarb am 22. November 1824 in Gera.
Zusatzinformationen
03.11.1773 Ein Rekord-Kuchen für das Brautpaar
ie Geraer Bevölkerung präsentierte beim Einzug Fürst Heinrichs XXX. und seiner jungen Gemahlin in die Stadt einen riesigen Kuchen, welcher so groß war, dass er von acht Meistern der Stadt getragen werden musste. Der Geraer Bäckermeister Johann Gottfried Dürre hatte den Kuchen in einem besonderen Ofen in seiner Backstube in der Heinrichstraße gebacken.

Zusatzinformationen
11.06.1779 Bernhard von Lindenau geboren
ernhard August von Lindenau, geb. am 11. Juni 1779 in Altenburg und verst. am 21. Mai 1854 in Windischleuba) war ein deutscher Jurist, Astronom, Minister und Mäzen. Lindenau war der Sohn von Johann August von Lindenau, Herr auf Pohlhof, Windischleuba und Nobitz, sachsen-altenburgischer Appellationsgerichtsrat und Landschaftsdirektor. Er studierte an der Universität Leipzig Jura, ab 1798 war er als Staatsbeamter im Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg, zunächst in Altenburg, ab 1801 als Kammerrat in Gotha tätig. Hier begannen seine astronomischen Studien bei Oberstallmeister von Hardenberg und schließlich bei Franz Xaver von Zach auf der Seeberg-Sternwarte. 1804 musste er infolge der Abreise Zachs die Sternwarte interimistisch übernehmen. Nach einer Zwischenzeit in Altenburg wurde er von Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg zum Direktor der Sternwarte berufen.

Zusatzinformationen
1780 Die Stublacher Zwergenhöhle
ie Stublacher Zwergenhöhle war eine Karsthöhle, welche durch Auslaugung von Gips- und Salzlinsen im oberen Zechstein entstanden war. Sie war kuppelförmig gewölbt und damit sehr geräumig. Nach dem großen Stadtbrand von 1780 bot sie nun nach Überlieferungen gut 1000 Obdachlosen aus Gera zeitweilig Unterschlupf, was ihre Geräumigkeit zum Ausdruck bringt. Zwischen 1848 und 1868 wurde die Höhle durch Steinbrucharbeiten weitestgehend zerstört und blieb als Felsnische erhalten.
Zusatzinformationen
18.09.1780 Brandstiftung
urch Brandstiftung in einem Haus in der äußeren Weidaischen Gasse entstand ein Feuer, das sich durch die anhaltende Trockenheit und aufkommenden Sturmwinde mit großer Geschwindigkeit  über die Innenstadt und die Vorstädte ausbreitete. Von 897 Gebäuden wurden 785 zerstört. Zehn Menschen verloren ihr Leben. Innerhalb der Stadtmauern blieb das Schreibersche Haus auf dem Nikolaiberg vom Feuer verschont. Der große Brand von Gera sorgte  für große Aufmerksamkeit in Deutschland und führte zu einer Reihe von Unterstützungen für den Wiederaufbau. Allein an Geldspenden wurden 67 000 Thaler aufgebracht.
Zusatzinformationen
1788 Theaterumbau
n diesem Jahr ließ der Ratsbaumeister und Hofzimmermeister Dicke auf eigene Kosten das im Vorjahr entstandene hölzerne Theatergebäude, einem scheunengleichen Gebäude, umbauen. Es wurde zum soliden Gebäude.
Zusatzinformationen
1789 Abgelehnt vom Landesherren
uch zu dieser Zeit war das Leben und die Arbeit der Akademiker immer davon abhängig, wie der jeweilige landesherr zu ihnen stand. Im folgenden zeitgenössigen Bericht aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wird deutlich wie schwer es ein Arzt in Gera hatte, wenn ihn der Landesherr nicht unterstütze oder gar ablehnte.(Quelle: "Der neue deutsche Zuschauer" oder "Archiv der denkwürdigen Ereignisse, welche auf die Glückseligkeit oder das Elend des menschlichen Geschlechts und der bürgerlichen Gesellschaft einige Beziehungen haben" von 1789)

Zusatzinformationen
09.07.1796 Ein Brand in Weißig
n diesem Tag wurde durch ein verheerendes Schadensfeuer in Weißig die Schenke und fünf weitere Gebäude des Ortes ein Raub der Flammen. Der Gasthof zählte zu den 7 Erbschenken der Herrschft Gera, welche vom Bierbann der Stadt Gera befreit waren. Ein Jahr später wurde die Brandstifterin aus Langenberg dingfest gemacht.
Zusatzinformationen
18.05.1804 Der Schauspieler Ludwig Devrient
einen ersten Bühnenauftritt hatte der aufstrebende Schauspieler Ludwig Devrient in Gera. Eigentlich hieß er ja Ludwig de Vrient.
Zusatzinformationen
1805 Aus der Geschichte von Hermsdorf
wischen 1805 und 1812 hatte Hermsdorf viele Einquartierungen von durchziehenden Truppen. Die Bauern mussten Vorspann leisten. Die Bevölkerung hatte stark unter der napoleonischen Fremdherrschaft zu leiden. Im Hermsdorfer Gemeindebuch ist zu lesen, dass bereits 1805 die Preußen Quartier machten und die Hermsdorfer hohe Lieferungen zu bringen hatten. Ab 1806 wurde Thüringen Durchzugsgebiet für die französische Armee unter Napoleon. 1806 kamen die Sachsen und am 12.10.1806 Napoleons Truppen. In den Schlachten bei Jena und Auerstedt am 14.10.1806 schlug Napoleon die preußischen Truppen und das heutige Thüringen wurde nun Besatzungsgebiet. Am 12.03.1807 wurde jedem Mann im Alter von 18 - 36 Jahren eine Rekrutierung ausgehändigt. Am 21. März mussten diese unter das Maß treten und losen. Das Maß besaßen Christian Fritsche, Gottfried Schillings Sohn, Christoph Wolfram, Daniel Schillings Sohn, Michael Hopfens Sohn. Der Zimmermeister Johann Gottfried Plötner schrieb über diese Zeit. Diese Urkunde war im Altarstück der alten Kirche verborgen und lag bis zu seiner Entdeckung 1832 in einem Hermsdorfer Garten. Darin war folgendes zu lesen.
Zusatzinformationen
03.03.1806 Emil Adolf Roßmäßler geboren
mil Adolf Roßmäßler (auch Emil Adolph Roßmäßler), geb. am 3. März 1806 in Leipzig und verst. am 8. April 1867 in Leipzig, war ein deutscher Naturforscher, Politiker und Volksschriftsteller. Er gilt als der „Vater der deutschen Aquaristik“, da er in den 1850er Jahren die Pflege von Fischen und Pflanzen durch zahlreiche Aufsätze und Bücher populär machte. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Rossm.“. Roßmäßler war der Sohn des Kupferstechers Johann Adolph Roßmäßler (1770–1821) und dessen Frau Amalia geborene Kluge. Sein Vater weckte in ihm das Interesse für die Natur und das Zeichnen. Früh starben seine Eltern, sodass er auf die Unterstützung seiner Verwandten und auf seinen Zusatzverdienst durch Hilfsarbeiten angewiesen war. 1825 begann er an der Universität Leipzig Theologie zu studieren; sein Wunschfach Medizin erschien seinem Onkel und Vormund zu teuer. Während des Studiums beschäftigte er sich nebenher intensiv mit Botanik. Dies war ihm möglich, weil der zuständige Professor ihm die Vorlesungskosten erließ. In diesem Fach war er so erfolgreich, dass man ihm bereits im zweiten Studienjahr die botanische Ausbildung der Apothekerlehrlinge übertrug.

Zusatzinformationen
08.01.1808 Henriette Schüler geboren
ekannt wurde Henriette Schüler, nach ihrem Vater ist die "Schülerstraße" benannt, durch ihre Heirat mit Karl Friedrich Gotthelf Zabel (1771-1847). Den beiden hat die Stadt Gera neben einer Reihe von sozialen Stiftungen auch den Bau des "Zabelgymnasiums" zu verdanken. Henriette Zabel verstarb am 26. Februar 1884 in Gera.
Zusatzinformationen
22.07.1808 Heinrich Wagner geboren
einrich Wagner war ein Geraer Harmonikafabrikant, welcher in Langenberg sein Haus zu Ehren seiner Ehefrau Charlotte in "Charlottenburg" benannte. Diese Adresse existiert bis heute, 2008, als "Unter der Charlottenburg". Heinrich Wagner verstarb am 14. Februar 1872 in Gera.
Zusatzinformationen
17.03.1813 Die Befreiungskriege
efreiungskriege 1813-1815

König Friedrich Wilhelm III erlässt den Aufruf "An mein Volk", in dem er seine Untertanen auffordert, sich am "Befreiungskampf" gegen Frankreich zu beteiligen. Die nationale deutsche Bewegung hofft, dass aus dem nun einsetzenden Befreiungskriegen ein einiges Deutschland entsteht.
Nähere Details erhalten Sie in den Zusatzinformationen.

Zusatzinformationen
16.10.1814 Carl Louis Hirsch geboren
r war der Begründer der Großfärberei "Louis Hirsch" in Gera. Er hatte 1837 in einem kleinen Haus "Am Korbe", der späteren Färbergasse mit seinem Geschäft begonnen. Er baute bis zu seinem Tod am 15. Januar 1880 mit 750 Mitarbeitern Deutschlands größte Färberei auf. 1912 hatte die Firma 1.500 Mitarbeiter. Am 7. September 1996 wurde in Gera/Tinz eine Straße nach ihm benannt.
Zusatzinformationen
17.03.1816 Franz Gustav Spaethe geboren
er kunstsinnige Geraer Kaufmann Franz Gustav Spaethe, Besitzer des Hauses Große Kirchstraße 9, legte einem Durchgang von der Großen Kirchstraße zur Gasse Hinter der Mauer im Jahr 1869 an. Er verstarb im März 1871 in Gera.
Zusatzinformationen
28.05.1816 Moritz Jahr geboren
er Geraer Industrielle zeigte, das es möglich ist mit Fleiß und Beharrlichkeit ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. Er verstarb am 26. Dezember 1899 in Gera. Am 7. September 1996 wurde eine Straße in Gera/Tinz nach ihm benannt.
Zusatzinformationen
12.10.1819 Ein Meteorit schlug bei Gera ein
n den Nachtstunden vom 12. zum 13. Oktober ging in der Nähe von Gera ein Meteorit nieder. Dieser Meteoritenblock sorgte für sehr viel Aufregung bei den Menschen und wurde wegen der Ortsnähe als "Pohlitzer Meteorit" bezeichnet. Der Knall des Aufschlages soll bis nach Jena gedrungen sein. Selbst Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe hatte sich um den Brocken als Verkaufsobjekt interessiert, ihn aber nicht erhalten, da er zum einen in mehrere Teile zersprungen war, damit auf viele neue Besitzer aufgeteilt war und zu einigen Teilen schon zu Geld gemacht worden war.
Zusatzinformationen
17.02.1822 Der Theaterneubau
er von 7 Aktionären finanzierte Theaterneubau wurde, an der Stelle des 1787 errichteten Schauspielhauses, eingeweiht.
Zusatzinformationen
18.05.1825 Wilhelm Herfurth geboren
ilhelm Herfurth war ein Geraer Stadtmusikdirektor und hatte sich bedeutende Verdienste um das Geraer Musikleben erworben. Er war gelernter Musiker und hatte sich in Holland, Belgien und im Gewandhaus Leipzig betätigt. Er verstarb am 29. November 1906 in Gera.
Zusatzinformationen
13.11.1826 Karl Friedrich Anton Wartenburg geboren
artenburg war ein in Leipzig geborener Schriftsteller. Er wuchs allerdings in Gera auf, weil seine Mutter Geraerin war und mit ihm schon bald nach seiner Geburt wieder nach Gera übersiedelte. Er verstarb am 24. April 1899 in Gera.
Zusatzinformationen
19.07.1829 Julius Robert Fischer geboren
n diesem Tag wurde Julius Robert Fischer, als Sohn des Kunstmalers Heinrich Fischer, in Gera geboren. Zwischen 1877 und 1881 war er Oberbürgermeister in Gera. Er verstarb am 4. Februar 1905 in Gera.
Zusatzinformationen
Bilder aus unserer Galerie
1 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
25.02.1832 Wilhelm Weber geboren
ilhelm Weber war in Berlin geboren und hatte sich um die ausgeschriebene Stelle des Geraer Oberbürgermeisters beworben. Am 15. September 1865 wurde er mit 27 zu 2 Stimmen in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung für sechs Jahre zum Geraer Stadtoberhaupt gewählt.
Zusatzinformationen
27.02.1834 Der Fall August Tinz
n diesem Tag wurde in Tinz ein zu dieser Zeit etwa 10-jähriger taubstummer Knabe aufgegriffen und zunächst dem Stadt- und Landgericht zur Verwahrung übergeben. Das Schicksal des Jungen erregte, wohl gerade durch die völlige Unwissenheit über seine soziale Herkunft und seine Heimat, großes Aufsehen in der Geraer Bevölkerung. Noch 20 Jahre später widmete der Geraer Chronist Ferdinand Hahn in seiner „Geschichte von Gera und dessen nächster Umgebung“ diesem interessanten Vorfall einige Zeilen in seinem Werk. Laut Ferdinand Hahn wurde er im „Zustand völliger Wildheit“ aufgegriffen. Nach seinem Fundort erhielt der Junge später den Namen August Tinz. Sein weiterer Verbleib lässt sich allerdings anhand einer im Staatsarchiv Greiz befindlichen Akte nachvollziehen, welche mit seiner Fülle an Informationen das Leben jenes August Tinz sichtbarer entfaltet, als das vieler seiner Zeitgenossen. Bemerkenswert bleibt hierbei aber, dass jener Mensch in seiner Akte nicht ein einziges Mal selbst zu Wort kam, sondern nur Lehrer, Betreuer und Verantwortliche über Ihn berichten und urteilen. Stumm fand man ihn und ohne ein Wort oder einen Satz hinterlassen zu haben verschwand er wieder.

Zusatzinformationen
09.06.1835 Verordnung für die Wandergesellen
m Jahr 1835 wurde das traditionelle Wandern der Geraer Handwerksgesellen in die Schweiz, nach Belgien und nach Frankreich stark eingeschränkt. An diesem Tag kam nun eine Verordnung der deutschen Bundesversammlöung heraus, welche die Wanderschaft regelte.
Zusatzinformationen
1836 Das Comma wurde gebaut
n diesem Jahr wurde das Gebäude der bereits 1803 gegründeten Bürgererholungsgesellschaft, dem späteren "Comma" errichtet. Auf der anderen Seite der Bahngleise, welche noch nahezu ebenerdig verliefen und erst 1909 höher gelegt wurden, befanden sich noch zwei weitere bedeutende Gastwirtschaften, die "Heinrichbrücke" und der 1945 ein Raub der alliierten Bomber gewordene "Harnichs Garten".
Zusatzinformationen
13.09.1838 Otto Bendorf geboren
tto Benndorf wurde in Greiz, Reuß ä. L. bei Gera geboren und war ein deutscher klassischer Archäologe und der Begründer des Österreichischen Archäologischen Instituts. Er wurde als Sohn eines Kaufmanns in einem streng protestantischen Elternhaus geboren. Über seinen Bruder Friedrich August Paul Benndorf, der Anna Maria von Zabern heiratete, war er mit der Mainzer Verlegerfamilie von Zabern verbunden. In diesem Sinne wurde er erzogen und sollte Pastor werden.

Zusatzinformationen
29.11.1839 Ein Photo als Beweismittel
as neue Medium, die Photographie, brachte die Menschen zu den ausgefallensten Ideen. Wenn das so einfach ist, dann versuchte man die Photographie zu seinen eigenen Gunsten zu gebrauchen. Gegebenenfalls auch als Beweismittel gegen die eigene Ehefrau.
Zusatzinformationen
1840 Die letzten Stadttore verschwanden
ie Stadtmauer des mittelalterlichen Gera war mit fünf Stadttoren versehen. Im Stadtmauerring waren das Schlosstor, das Badertor, das Weidaer Tor, das Leumnitzer Tor und das Klotztor als Zugang zur Innenstadt errichtet worden. In diesem Jahr nun wurde das vorletzte der fünf Tore abgebrochen. Sie mussten der zunehmenden Industrialisierung weichen. Nur das Badertor stand noch fast ein halbes Jahrhundert.
Zusatzinformationen
Bilder aus unserer Galerie
8 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
26.03.1841 Ein Konditorgehilfe in Haft
er Konditorgehilfe Carl Franz Heinrich Ortelli, welcher seit dem Jahr 1840 in Gera ansässig und auch in Arbeit war, wurde wegen seiner Mitgliedschaften im "Bund der Geächteten" und im "Bund der Deutschen" in der Stadt verhaftet und arretiert.
Zusatzinformationen
26.03.1841 Der Ronneburger Schnallensturm
on großer regional- aber auch wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Relevanz wurde der Ronneburger Schnallensturm aus dem Jahr 1841. Es handelte sich dabei um einen Aufstand der Ronneburger Weber gegen die zunehmende Automatisierung ihres Gewerbes. Anlass war der Versuch der Firma Hennig & Volcker, mechanische Webstühle einzusetzen. Der Schnallenstum gipfelte in der Zerstörung der Webstühle durch die wütenden Handweber der alteingesessenen Firma. Vom Ronneburger Schnallensturm wurde ein Lied überliefert, das sogenannte "Ronneburger Schnallenlied".
Zusatzinformationen
1842 Ferdinand Luthmer geboren
er Baumeister, Ferdinand Luthmer, geheimer Baurat, Professor, Architekt und Kunstpädagoge, geboren 1842 in Köln, gest. 1921 in Frankfurt am Main war ein Ausnahmekünstler. Er war nicht nur Architekt, sondern auch Denkmalpfleger, Kunstgewerbler, Buchgestalter und kreierte Gold- und Silberarbeiten, wie z.B. den silbernen Tafelaufsatz des Rathaussilbers und die Amtskette des Oberbürgermeisters in Frankfurt am Main. Er ist Autor der Schriften zum Kunstgewerbe und zur Denkmalpflege, wie die Bau- und Kunstdenkmäler des Regierungsbezirkes in Wiesbaden. Er war seit 1879 Leiter der Kunstgewerbeschule und des Kunstgewerbemuseums in Frankfurt am Main. Ab 1903 war er Bezirkskonservator für den Regierungsbezirk Wiesbaden. In Gera war er bekannt geworden als Architekt der Villa Voss.

Zusatzinformationen
1843 Kratzsch über Saalburg
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf den Seiten 612 und 613 folgendes über Saalburg auf. "Saalburg. - Stadt an der Saale, mit 1 Pfarrkirche und 1 Schlosse. - 161 H. Häuser 1134 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. - 1) Stadtrath daselbst, mit beschränkter Jurisdiction über 122 H., 2) Justizamt daselbst, über 38 H. 3)Gericht des Kirchkastens daselbst, über 1 lehnbares Haus an der Saale. - Landesregierung Gera.

Zusatzinformationen
1843 Kratzsch über die Reußischen Lande
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf den Seiten 582 und 583 über die Reußischen Landes folgendes." Reußische Lande. - Dieselben bestehen überhaupt aus 2 sehr ungleichen, durch den Weimar-Neustädtischen Kreis abgesonderten Hälften, von denen die größere, südwestliche 10 Meilen lang an der Saale und Elster sich erstreckt, jedoch durch einen Einschnitt bei Zeulenroda in 2 nur schmal zusammenhängende ungleiche Theile zerfällt, und übrigens zum Vogtlande gehört..." (weiter in der Zusatzinformation) (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)

Zusatzinformationen
1843 Kratzsch über Gera
ohann Friedrich Kratzsch behauptete im Jahr 1843 ein neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten verfasst zu haben. Dort schrieb er auf Seite 214 Gera folgendes nieder. "Gera. - Stadt, mit 3 Kirchen. - 754 H. (Häuser) 11255 E. (Einwohner). - Fürstlich Reußische Herrschaft Gera. - 1) Stadtrath daselbst (Gera); 2) Justizamt daselbst, welchem namentlich die Neustadt, die Mühlen, der Mühlgraben, 2 Gasthöfe und einige einzelnen Häuser in der Stadt unterworfen sind. 3) das Gericht zum Siedelhof daselbst, über den Umfang des Siedelhofes, 4) das Gericht zum großen freien Limmerschen (jetzt Schlickschen) Garten daselbst, dessen Gerichtsbarkeit sich auch nur auf die Bewohner der in dem Gartenraume befindlichen Häuser beschränkt, 5) Criminalgericht ebendaselbst, welchem die Criminalgerichtsbarkeit ausschließlich zustehet. - Landesregierung daselbst." (Quelle: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, Oberlandesgerichts-Registrator zu Naumburg an der Saale von 1843.)

Zusatzinformationen
19.01.1843 Kurt Albin Lade geboren
urt Albin Lade wurde in Kamenz geboren und war von 1881-1898 Oberbürgermeister in Gera. Am 6. Mai 1881 wurde Lade gewählt und trat sein Amt am 16. Juni des Jahres an. In seine Amtszeit fielen die Einweihung der Lutherschule 1883 und des neuen Schulgebäudes des Rutheneum seit 1608 in Jahr 1887. 1892 eröffnete er in Gera die Straßenbahnlinien, womit die Stadt nach Halle/Saale als zweite über einen Personenverkehrsnetz verfügte. Nach einem Misstrauensvotum im Geraer Gemeinderat trat Lade am 6. August 1898 zurück und verzog nach Dresden. Dort verstarb er 8. Mai 1922.
Zusatzinformationen
17.02.1845 Karl Traugott Golde geboren
er gelernte Hufschmied und spätere Geraer Industrielle kam an diesem Tag in Lessen zur Welt. Er verstarb im Alter von nur 60 Jahren am 16. April 1905 in Gera.
Zusatzinformationen
Bilder aus unserer Galerie
1 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
1847 Wie Gera sich veränderte
ie Straßen im Zentrum der Stadt hatten eine recht wechselhafte Vergangenheit. In der späteren Diener Straße befand sich eine Kaserne mit dazugehörigen Exerzierplatz und wurde während der Revolutionsunruhen genutzt. Als was das Gebäude gedacht war ist in den Zusatzinformationen zu lesen.
Zusatzinformationen
1848 Das Ende des Langenberger Rügegerichts
m Jahr 1804 war in Langenberg der sogenannte Frontanz nach Jahrhunderten abgeschafft worden. Er diente als symbolische Anerkennung der landesherrschaftlichen Gerichtsbarkeit. Zwei Jahr nach dem Tod von Heinrich XXX., welcher noch zu Lebzeiten auf das alte Ritual bestanden hatte, tagte nun in Langenberg das Rügegericht, welches dann 1848 auch abgeschafft wurde. Näheres zum Rügegericht ist in den Zusatzinformationen vermerkt.
Zusatzinformationen
26.07.1848 Tod eines Eilenburger Schneidergesellen
ährend der Revolution von 1948/1949 war der Theaterplatz (Puschkinplatz) an diesem Abend Schauplatz tätlicher Auseinandersetzungen zwischen der Landbevölkerung und dem bewaffneten Turnerkorps als Teil der Bürgerwehr. Dabei wurde der Schneidergeselle Friedrich Dilsner durch Schüsse tödlich verletzt.
Zusatzinformationen
08.09.1849 Gustav Schreck geboren
ustav Ernst Schreck wurde am  8. September 1849 in Zeulenroda bei Gera geboren und verstarb am 22. Januar 1918 in Leipzig. Er war ein deutscher Musikerzieher, Komponist und Thomaskantor der Thomasschule in Leipzig von 1893 bis 1918. Schreck wurde 1849 als Sohn eines Strumpfwirkers geboren – ein damals üblicher Beruf in dieser Region des Vogtlandes. Auch die Kinder saßen am Wirkstuhl und trugen zum Unterhalt der Familie bei. Die eintönige Tätigkeit wurde im Elternhaus Schreck durch Singen bei der Arbeit aufgelockert. Die musikalischen Fähigkeiten des Kindes Gustav wurden durch Klavierunterricht früh gefördert. Von 1863 bis 1867 besuchte er das Lehrerseminar in Greiz und wurde unter Musikdirektor Urban Präfekt des Schülersingechores.

Zusatzinformationen
13.11.1849 Eugen Friedrich Ruckdeschel geboren
ugen Friedrich Ruckdeschel war Mitbegründer der Gera-Greizer Kammgarnspinnerei und Vorsitzender des Aufsichtsrat von 1890 bis 1919. Er trug den Titel Geheimer Kommerzienrat. Ruckdeschel war ein Enkel des Gründers der Spinnerei, Ernst Friedrich Weißflog, und trat am 1. Januar 1877 als Prokurist in die Firma ein. Am 1. Februar 1884 wurde er Mitinhaber der Firma. Er verstarb am 2. Februar 1919 in Gera.
Zusatzinformationen
11.02.1850 Kaution für ein Gastspiel in Gera
eit den 1820er Jahren hatte es sich durchgesetzt, von den in Gera gastierenden Theatergesellschaften eine sogenannte Kaution zu fordern, welche vor dem Gastspiel zu entrichten war.
Zusatzinformationen
28.11.1851 Gera auf der Weltausstellung in London
uf der ersten Weltausstellung in London wurden 4 Geraer Textilhandlungen mit Preismedaillen ausgezeichnet. Das wurde in einer Geraer Ministerialbekanntmachung verlautbart.
Zusatzinformationen
1854 Wie "Am Korb" in Gera entstand
it "Am Korb" oder auch "Hinterm Korb" wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts der hintere Teil der "Färbergasse" bezeichnet, welche später etwa an der Ecke Reichsstraße hoch zum Stadtgraben (UCI-Kino) zu finden war. Die Bezeichnung erinnerte da eine spezielle Art von Hinrichtung zum Strafvollzug, welche mit dem Pranger oder der Landesverweisung gleich zu setzten war.
Zusatzinformationen
1854 Der Walkmühlenplatz in Gera
er Walkmühlenplatz wurde durch die alliierten Bombenangriffe vom 6. April 1945 fast vollständig zerstört und existierte somit in der Neuzeit nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Der Platz wurde eingefasst vom "Brühl", der "Heinrichstraße" und dem "Meistergässchen". Die Gera-Arkaden und zuvor das "Interhotel" standen fast drauf. Was es auf sich hatte mit Platz steht in den Zusatzinformationen.
Zusatzinformationen
18.08.1856 Der Photograph Carl Falke in Gera
ie Entwicklung der Photographie in Gera war untrennbar mit dem Namen Carl Falke verbunden. Wie der erste ortsansässige Photograph Geras sich vom Daguerreotypisten zum Photograpen entwickelte, steht in den Zusatzinformationen.
Zusatzinformationen
1858 Das Sommertheater in Gera
n diesem Jahr bat der Geraer Schauspieldirektor Friedrich Ferdinand Hagemann im Garten des "Reußischen Hofes" für die Monate Juli und August ein Sommertheater errichten zu können.
Zusatzinformationen
29.07.1858 Alfred Appelius geboren
ulius Emil Alfred Appelius, geboren am  29. Juli 1858 in Weida, Thüringen und verstorben am 2. April 1932 in Eisenach, war ein deutscher Jurist, Großherzoglich-Sächsischer Geheimer Justizrat, Bürgermeister in Eisenach und der letzte Präsident des Landtages im Großherzogtum Sachsen (Sachsen-Weimar-Eisenach). Er gilt als der „Vater“ des im Jahre 1909 nach dem Grundsatz des allgemeinen, gleichen im Großherzogtum eingeführten direkten Wahlrechts. Alfred Appelius wurde 1858 als Sohn des nachmaligen Großherzoglich-SWE-Geheimrates, Landesgerichtspräsidenten und Landtagspräsidenten Dr. h. c. Julius Appelius und der Louise Reinhard, einer Enkelin des Philosophen Christian Schreiber, in Weida geboren.1886 heiratete er Therese Sältzer, Tochter des Eisenacher Architekten, Baumeisters und Ziegeleibesitzers Eduard Sältzer. Aus dieser Ehe gingen sechs Kinder hervor. Appelius besuchte die Gymnasien in Gera und Eisenach, die er 1874 mit dem Abitur abschloss. Nach Erfüllung seiner militärischen Dienstpflicht im Eisenacher Bataillon studierte er Rechtswissenschaften an den Universitäten in Jena, Halle und an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin und wurde während seiner Studienzeit im Corps Thuringia aktiv.

Zusatzinformationen
09.02.1859 Erweiterung der Eisenbahnlinien
eit dem Jahr 1935 gab es in Deutschland den Eisenbahnverkehr. Was aber im Dezember 1835 etwas Besonderes war, wurde für die Menschen nun langsam zum Alltag. Im Großraum Gera war nun eine weitere Strecke freigegeben worden und zwar zwischen Weißenfels und Zeitz bei Gera.
Zusatzinformationen
19.03.1859 Die erste Bahnverbindung
it der Eisenbahnlinie Weißenfels- Zeitz erhielt die Stadt seine erste indirekte Bahnverbindung. Damit begann die Geschichte der Geraer Eisenbahn, welche sehr wechselvoll bleiben sollte. Einen bedeutenden Anteil hatte später die berühmte Schmalspurstrecke der "Wuitz-Mumsdorfer-Eisenbahn", welche in der DDR im Jahr 1969 ihre letzte Fahrt erleben sollte.
Zusatzinformationen
1860 Geraer Bebauungspläne
eber die Jahrhunderte der Entwicklung Geras seit seiner Gründung 1237 dehnte sich die Stadt in alle Richtungen aus. Brach liegende Felder wurden nun erschlossen und damit Straßen, Scheunen und in der Folgezeit auch Villen gebaut. Wie auch in der zukünftigen "Laasener Straße".
Zusatzinformationen
01.03.1860 Das Todaustreiben in Debschwitz
is in die 1860er Jahre hielt sich der Brauch des sogenannten "Todaustreibens" im Geraer Stadtteil Debschwitz. Immer am 1. März trug die Debschwitzer Jugend eine aus Stroh gemachte und an eine lange Stange gebundene Puppe um die Häuser umher und sammelte bei den Leuten Lumpen zum Umhängen für die Puppen. Fiel während einer dieser Prozessionen ein Lumpen von so einer Puppe wieder auf den Boden, sagte der Aberglaube den Tod eines Menschen voraus, welcher in dem Haus noch lebte, von dem die Lumpenspende stammte. Die Puppe wurde anschließend in der Elster versenkt.
Zusatzinformationen
23.04.1865 Ein Bahnhof bewegte Gera und seine Bürger
icht nur offizielle Institutionen wie die hiesigen Eisenbahngesellschaften oder die Vertreter des Stadt- und Gemeinderates beschäftigten sich zu dieser Zeit mit den Angelegenheiten der Eisenbahn, sondern auch die Leser der "Geraischen Zeitung", wie in der Ausgabe von diesem Tag, bewegte das Geschehen rund um den Bahnhof in Gera. In vielen Leserbriefen wurden diverse Probleme formuliert, die für so manchen Geraer zutreffend und für die Stadt- und Eisenbahnverantwortlichen durchaus auch informativ waren.
Zusatzinformationen
31.10.1865 Aus der Geraischen Zeitung
ie Menschen in Gera beschäftigte zu dieser Zeit der neue Bahnverkehr, seit dem März 1859, und den damit verbundenen etwaigen Vor- oder auch Nachteilen. Der Eisenbahnverkehr brachte eine gewisse Mobilität und enormen industriellen Fortschritt aber auch die Einsicht, dass der Geraer Wohnraum auf die neue Verhältnisse noch angepasst werden musste. Hier eine Leserzuschrift von Ende Oktober 1865 aus der "Geraischen Zeitung".
Zusatzinformationen
27.12.1865 Eröffnung der Privatbahn Gera-Gößnitz
it der Eröffnung der Privatbahn Gera- Gößnitz verbesserte sich vor allem der Steinkohletransport für die Geraer Industrie. Sie wurde 1876 vom sächsischen Staat übernommen.
Zusatzinformationen
25.11.1866 Ernst Däumig geboren
eboren am 25. November 1866 in Merseburg, begann er nach dem Besuch des Gymnasiums in Halle ein Studium der Theologie, das er jedoch nicht beendete. Von 1887 bis 1893 diente er in der Französischen Fremdenlegion und war von 1893 bis 1898 kaiserlicher Offizier in Deutschland. 1898 trat er der SPD bei und war ab März 1901 kurzzeitig Redakteur der "Reußischen Tribüne" in Gera, dann bis 1908 Redakteur am "Volksblatt" in Halle, hier auch Vorstandsmitglied im sozialdemokratischen Wahlverein und Vorsitzender des Bildungsausschusses. Von 1908 bis 1911 Redakteur an der "Tribüne" in Erfurt, ab 1911 am "Vorwärts" in Berlin. Däumig hatte sich am 4. August 1914 mit acht weiteren Redakteuren des "Vorwärts" in einer Erklärung gegen die Bewilligung der Kriegskredite durch die sozialdemokratische Reichstagsfraktion gewandt. Als Kritiker der Burgfriedenspolitik des Parteivorstandes wurde er im Oktober 1916 aus der Redaktion des "Vorwärts" entfernt. Die Mehrheit der oppositionellen Mitglieder im sozialdemokratischen Wahlverein Berlin und Umgebung setzten ihn als Redakteur ihres Mitteilungsblattes ein, ab 1917 Organ der Berliner USPD. Däumig nahm im April 1917 am Gründungsparteitag der USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands) in Gotha teil, zählte zum linken Flügel und wurde im Mai 1918 als Sekretär in das ZK der USPD berufen. Im Sommer 1918 einer der Führer der Revolutionären Obleute von Groß-Berlin, die Vollversammlung der Arbeiter- und Soldatenräte wählte ihn zum Mitglied des Vollzugsrats. Er sprach auf dem 1. Reichsrätekongress im Dezember 1918 für das Rätesystem und gegen die Einberufung einer Nationalversammlung, lehnte aber als Delegierter der Revolutionären Obleute in Verhandlungen mit Vertretern des Spartakusbundes deren Anschluß an die KPD ab.

Zusatzinformationen
1872 Das Braurecht wurde aufgehoben
as Geraer Braurecht war seit dem Jahr 1487 nachweisbar. Durch die neue Reichsgewerbeordnung das Braurecht der Geraer Bürger nun aufgehoben. Doie bis zu dieser Zeit brauberechtigten Bürger, die auch nach der Änderung weiterhin das Brauhandwerk ausüben wollten, schlossen sich ein Jahr später im "Städtischen Brauverein der Brauberechtigten", zusammen.
Zusatzinformationen
06.03.1872 Ein Erdbeben erschütterte Gera
n diesem Tag dokumentierten die Freunde der Naturwissenschaften in Gera das bisher stärkste nachgewiesene Erbeben der Stadt. Die Magnitude lag bei 5,5, was einer Intensität von 7,5 entsprach und ging den Einwohnern sprichwörtlich durch Mark und Bein an diesem Tag. Gegen 16.00 Uhr waren die Geraer durchgeschüttelt worden. (Beben in früherer Zeit konnten noch nicht mit Geräten registriert werden, man ermittelte die Intensität an den Auswirkungen auf die Umwelt im Epizentralgebiet. Die Magnitude wurde in der Neuzeit rückwärts ermittelt. Intensität und Lokalmagnitude sind verknüpft über die Beziehung ML = (I+1)/1.5)

Zusatzinformationen
04.08.1872 Otto Erler geboren
tto Erler wurde in Gera geboren und machte sich später einen Namen als Dramatiker. Nach seiner Promotion zum Dr. phil. war Otto Erler zunächst als Gymnasialprofessor tätig. Als Vertreter der Völkischen Bewegung schrieb er 1903 die antisemitische Tragikomödie "Ehekünstler". Erler stand dem Nationalsozialismus nahe und verstarb am 8.10.1943 im Dresdner Schauspielhaus nach der Uraufführung seines Stückes "Die Blutsfreunde".
Zusatzinformationen
07.1873 Ein Theatermaler narrte ganz Gera
er Theatermaler Hermann Gustav Hammer narrte im Sommer 1873 die Geraer mit einer gekonnten Inszenierung als orientalischer Herrscher. Mit zwei Kumpanen war er in orientalischen Kostümen losgezogen, gab er sich selbst als Schah von Persien aus und deklarierte seine beiden Mitstreiter als Adjutanten des Herrschers aus dem Morgenland.

Zusatzinformationen
1874 Der Geldstein am Zaufensgraben
n den Jahren 1874 und 1876 fand der Geraer Forscher Robert Eisel bei Grabungen am Zaufensgraben, durch die er Alter und Bestimmung des Bodendenkmals "Geldstein" zu ergründen hoffte, in unmittelbarer Umgebung des "Geldsteins" urgeschichtliche und mittelalterliche Scherben und Teile einer Tabakspfeife eines vermutlichen Schatzjägers.
Zusatzinformationen
1877 Julius Robert Fischers Lebensaufgabe
iner der bemerkenswertesten Kommunalpolitiker in der Verwaltung der Stadt Gera war der Oberbürgermeister Julius Robert Fischer (1829-1905). Von 1877 bis 1881 war er im Amt. Er verstarb hoch angesehen im Alter von 76 Jahren in Gera.
Zusatzinformationen
1878 Der erste Geraer Kriminalist
eboren wurde er 1852 in Leubnitz als Christoph Steudel. Er war von 1873 bis 1875 beim Militär und ging als Unteroffizier ab. Als Schutzmann wurde er am 1.Oktober 1876 auf Probe eingestellt. Nach erfolgreichem Eignungstest, dem er sich 1882 unterzog wurde er ab 1883 als Kriminal-Schutzmann geführt. Den Titel "Kriminalwachtmeister" erhielt er 1886. Im Jahre 1887 wurde der offizielle Titel des Kriminalwachtmeisters eingeführt. Sei Jahresgehalt betrug 1.300 Mark, also etwa 200 Mark mehr als ein "normaler" Polizist.
Zusatzinformationen
25.04.1878 August Uhl geboren
er spätere Professor Doktor August Uhl hatte sich durch seine Tätigkeit im Gemeinnützigen Bauverein für Reuß jüngere Linie und der Geraer Baugenossenschaft große Verdienste in Gera erworben. Er verstarb am 26. Oktober 1927 in Gera.
Zusatzinformationen
1879 Die Gesellenherberge
n diesem Jahr wurde in der Enzianstraße neben der Schule die "Herberge zur Heimat" als Gesellenherberge eröffnet. Das Gebäude fiel den Bomben zum Ende des Zweiten Weltkrieges zum Opfer.
Zusatzinformationen
09.05.1879 Kurt Herrfurth geboren
urt Herrfurth wurde am 9. Mai 1879 in Berlin und verstarb an einem unbekannten Ort und einer unbekannten Zeit vermutlich aber in Berlin, wohin er nach Ablauf seiner Amtszeit gegangen war. Er war von 1918 bis 1925 Oberbürgermeister in der Stadt Gera. In seine Amtszeit fielen die Eröffnung des Geraer Sommerbades und des Waldkrankenhauses im Geraer Stadtwald.
Zusatzinformationen
31.12.1879 Wer wohnte wo in Gera
ier ist eine vollständige Einwohnerliste der Stadt Gera enthalten. Alle in Gera zu diesem Zeitpunkt gemeldete Personen mit ihrer Adresse und ihrem Beruf. Zu beachten ist, dass viele Eingemeindungen erst in den ersten 20 Jahren des 20. Jahrhunderts vorgenommen wurden und so die Einwohner von Untermhaus, um ein Beispiel zu nennen, hier fehlen.
Zusatzinformationen
1880 Ein Geraer Original
er erste Kastellan vom Ferberturm war ein echtes Geraer Original seiner Zeit. Johann Gottlieb Krieg (1818-1894) bezog die Kastellanwohnung auf dem Turmbau. Der Ferberturmwirt zeigte auch das Wetter an. Wie? Dies finden Sie in der Zusatzinformation.
Zusatzinformationen
1880 In die Baupläne geschaut
urch die erhalten gebliebenen Baupläne des Geraer Bahnhofs aus dem 19. Jahrhundert war es später noch möglich festzustellen, welche Räumlichkeiten auf dem Bahnhof einst existierten und welche Zweckbestimmung sie hatten. Zu dieser Zeit befand sich das Gebäude des späteren Geraer Hauptbahnhofs in einer entscheidenden Umbauphase. Aus dem Sackbahnhof wurde ein Durchgangsbahnhof und das Bahnhofsgebäude an sich wurde großzügig erweitert und erhielt eine neue Fassade.
Zusatzinformationen
1880 Der Geraer Historiker Ferdinand Hahn
erdinand Hahn (01.09.1817-05.04.1890) war Hofbibliothekar, gelernter Porzellanmaler, Lithograph und Zeitungsverleger in Gera. Aus ärmlichen Verhältnissen kommend erlernte er Porzellanmaler und hatte mit dem Aufkommen der Zigarette, er bemalte vorwiegend Tabakspfeifenköpfe, den Verlust der Arbeitsstelle hinzunehmen. Der Autodidakt, mit seinem umfangreich erworbenen Wissen und seiner konservativen politischen Einstellung gründete mit F. W. Schneider die "Vogtländische Zeitung". Als Hofbibliothekar hatte er Zugang zu historischen Quellen und konnte zwischen von 1849-1855 die "Geschichte von Gera und dessen nächster Umgebung" in zwei Bänden veröffentlichen. Ein weiteres Dokument von Ferdinand Hahn war sein Kommentar zu Heinrich Posthumus (1572-1635).
Zusatzinformationen
23.03.1882 Walter Arnold geboren
alter Friedrich August Arnold geb. am 23. März 1882 in Nordhausen und verst. am 19. Juni 1933 in Gera in der Heilanstalt in Milbitz, war ein parteiloser Kommunalpolitiker, welcher von 1920 bis 1925 Oberbürgermeister von Mühlhausen und in den Jahren von 1925 bis 1933 Oberbürgermeister der Stadt Gera war.
Zusatzinformationen
09.10.1883 Einweihung der "Lutherschule"
ie Lutherschule wurde in der Richterstraße an diesem Tag feierlich eingeweiht.
Zusatzinformationen
01.07.1885 Das erste Telephon
ie Stadt- Fernsprech- Einrichtung wurde in Betrieb genommen. Es war die Zeit, als die Vernetzung in der Kommunikation untereinander begann. (Connecting People) Ein neues Medium faszinierte die Menschen. (Eine Sensation "Ich höre jemanden und sehe ihn nicht","Wie soll das funktionieren?") Es setzte sich durch.
Zusatzinformationen
14.03.1886 Emil Schönherr geboren
mil Schönherr war von Beruf Installateur. Seit 1900 war er Mitglied der SPD und trat 1921 zur KPD über. Im Jahr 1928 gründete er eine Ortsgruppe des "Bundes der Freunde der Sowjetunion" in Gera und war dessen erster Vorsitzender. Wegen seiner Teilnahme am Widerstandskampf gegen das NS-Regime wurde er mehrfach verhaftet. Nach 1945 gehörte er zu den Aktivisten der ersten Stunde. Am 14. November 1962 verstarb Emil Schönherr in Gera.
Zusatzinformationen
26.03.1886 Friedrich Kirchner geboren
riedrich Kirchner trat schon im Jahr 1899 im Alter von 13 Jahren in die Königlich-Sächsische Armee ein und wurde dort Fähnrich. Ab dem Jahr 1933 war er als Kommandeur im Geraer Reiterregiment eingesetzt worden. Am 6. April 1960 verstarb er in Fulda. In der Zusatzinformation ist eine Darstellung über ihn aus dem Lexikon der Wehrmacht zu lesen.
Zusatzinformationen
24.02.1887 Ernst Paul Kretschmer geboren
rnst Paul Krtschmer war Lehrer in Gera und der erste Stadtarchivar. Eine Anerkennung seiner Leistungen zu Lebenszeiten war ihm durch die vielen Regimewechsel die er erleben musste nie vergönnt. Seine Leistungen für die Archivierung der Geraer Stadtgeschichte waren aber so hoch einzuschätzen, dass man eine Straße nach ihm benannte. Er verstarb am 30. September 1957 in Gera.
Zusatzinformationen
08.08.1887 Gertrud Morgner geboren
eboren am 8. August 1887 als Gertrud Müller in Gera, war sie die Tochter eines Webers und einer Schneiderin. Gera war schon zu dieser Zeit eine Industriestadt und lebte von zahlreichen Textilbetrieben, was die Berufswahl der Eltern erklärt. Im Jahr 1907 heiratete sie in Gera den Kommunisten Edwin Morgner (1884-1943). Im Jahr 1909 erfolgte auch für sie der Eintritt in die SPD und von 1909 bis 1913 war sie Mitglied des Ortsvorstandes und Leiterin der Frauenabteilung der SPD in Jena. Im Jahr 1916 wurde sie Mitglied der Spartakusgruppe, trat im Jahr 1917 der USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands) bei. Im November 1918 wurde Gertrud Morgner 2. Vorsitzende des Arbeiter- und Soldatenrates in Jena. Sie nahm als Gast am Gründungsparteitag der KPD teil. Ab 1919 saß sie im Vorstand der KPD-Ortsgruppe Jena, zeitweilig war sie Mitglied der BL Thüringen. Wegen ihrer Beteiligung am Mitteldeutschen Aufstand im März 1921 gesucht (als Mitglied des "Revolutionskomitees" in Thüringen), ging sie nach Berlin in die Illegalität. Nach einer Amnestie übte sie von 1922 bis 1926 in Berlin Funktionen in der Reichsfrauenleitung der KPD aus und wirkte als Propagandistin des ZK. Von 1927 bis 1929 war Gertrud Morgner Sekretärin und Lebensgefährtin von Emil Höllein.

Zusatzinformationen
25.03.1888 Julius Simsohn geboren
er spätere Geraer Unternehmer und jüdische Geschäftsmann Julius Simsohn kam an diesem Tag in Memel zur Welt. 1944 wurde er Opfer der Nationalsozialisten im Konzentrationslager Auschwitz/Birkenau. Im Ersten Weltkrieg noch wurde er noch als Frontsoldat und Vizefeldwebel verschiedentlich ausgezeichnet, für Kaiser, Volk und deutsches Vaterland.
Zusatzinformationen
19.01.1889 Rudolf Degkwitz (senior) geboren
udolf Degkwitz, geboren am 19. Januar 1889 in Ronneburg in der Nähe von Gera und verstorben am 21. Mai 1973 in Emmendingen, war ein deutscher Ordinarius für Kinderheilkunde, der 1944 wegen seiner Kritik am NS-Regime vom Volksgerichtshof zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Rudolf Degkwitz entstammte einer wohlhabenden konservativen Kaufmannsfamilie in Thüringen, besuchte das Gymnasium in Altenburg und bestand 1909 sein Abitur in Stralsund. Er studierte an der Universität Lausanne zwei Semester Naturwissenschaften. Anschließend absolvierte er ein Militärdienstjahr. Ab 1911 belegte er in München das Studienfach Medizin. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges meldete sich Degkwitz als Freiwilliger, kam an der Westfront zum Einsatz und wurde in der Schlacht um Verdun schwer verwundet. Nach seiner Genesung setzte er sein Studium an der Universität München fort und schloss es 1916 mit dem medizinischen Staatsexamen ab. Er erhielt mehrere Kriegsauszeichnungen und wurde 1919 als Oberarzt der Reserve aus dem Heeresdienst entlassen. Während der Novemberrevolution nahm er eine gegenrevolutionäre Haltung ein, verteilte in der München Garnison Flugblätter und wurde vom Arbeiter- und Soldatenrat einige Tage in Haft genommen. 1919 schloss er sich dem Freikorps Oberland unter dem Hauptmann Josef Römer an und nahm an einem Einsatz zur Bekämpfung der Münchner Räterepublik teil. Über Rudolf Heß kam er Anfang der 1920er Jahre in Kontakt mit der NSDAP, nahm an Diskussionsabenden in Münchener Bierstuben teil und lernte Adolf Hitler kennen. Degkwitz, seit 1923 Mitglied der NSDAP, beteiligte sich am 9. November 1923 am Marsch auf die Feldherrnhalle.

Zusatzinformationen
09.06.1889 Hans von Boineburg-Lengsfeld geboren
ilhelm Georg Gustav Botho Rudolf Hans Reichsfreiherr von Boineburg-Lengsfeld (1889-1980) trat am 1. Oktober 1910 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 6. Am 22. Mai 1912 wurde er bei diesem zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 18. Mai 1910 datiert. Zu Beginn vom 1. Weltkrieg diente er in diesem Regiment. Im Juli 1915 wurde er als Ordonanzoffizier zum Stab der 8. Kavallerie-Division kommandiert, zu dem er dann Anfang 1916 auch versetzt wurde. Am 18. Oktober 1915 wurde er zum Oberleutnant befördert. Im Frühjahr 1918 kam er dann wieder zum Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 6 zurück. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm auch beide Eisernen Kreuze verliehen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er als Oberleutnant in das Reichsheer übernommen, dabei gehörte er anfangs zum Reichswehr-Kavallerie-Regiment 103. Beim Übergangsheer der Reichswehr gehörte er im Frühjahr 1920 zum 3. (Preuß.) Reiter-Regiment. Auch bei der Übernahme in das 100.000 Mann-Heer der Reichswehr blieb er als Eskadronoffizier weiter beim 3. (Preuß.) Reiter-Regiment. Am 28. September 1921 wurde er zum Rittmeister befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. September 1921 festgelegt. Am 1. Oktober 1923 wurde er zum Chef der 2. Eskadron vom 3. (Preuß.) Reiter-Regiment in Rathenow ernannt. Am 1. Oktober 1925 wurde er dann als Chef der 4. (Preuß.) Eskadron vom 16. Reiter-Regiment nach Langensalza versetzt. Diese Funktion übte er dann die nächsten fünfeinhalb Jahre aus. Am 1. April 1931 wurde er dann zum Chef der 2. (Preuß.) Eskadron vom 16. Reiter-Regiment in Hofgeismar ernannt. Dort wurde er damit auch Standortältester. Im Herbst 1931 wurde er dann zum Chef der 6. (Hess.) Eskadron vom 16. Reiter-Regiment in Langensalza ernannt. Dort wurde er dann ebenfalls zum Standortältesten. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1932 zum Major befördert. Am 1. April 1934 wurde er zum Adjutant vom Kavallerie-Kommando Dresden ernannt. Bei der Erweiterung der Reichswehr wurde er am 1. Oktober 1934 durch die Umbenennung des Stabes zum Adjutant der 4. Reiter-Brigade ernannt. Im Frühjahr 1935 wurde er zum Reiter-Regiment Gera kommandiert. Am 1. Juni 1935 wurde er dort zum Oberstleutnant befördert.

Zusatzinformationen
17.07.1889 Curt Böhme geboren
er in Sayda im Erzgebirge geborene Curt Böhme war vom 9. September 1948 bis zum 19. Dezember 1956 Oberbürgermeister in Gera. Er verstarb einen Tag vor Heilig Abend im Jahr 1968 in Gera. Er musste sein Amt 1956 aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Am 7. Januar 1987 wurde eine Straße in Gera nach ihm benannt.
Zusatzinformationen
20.06.1890 Meta Böhnert geboren
eta Böhnert arbeitete nach dem Besuch an der Volksschule erst in einer sächsischen Spinnerei und war von 1913-1915 in der Gera-Greizer Kammgarnspinnerei beschäftigt, bis sie schließlich bis zum Ende des Ersten Weltkrieges in einer Munitionsfabrik in Sömmerda arbeiten musste. Nach dem ersten Weltkrieg kehrte sie nach Gera zurück und war Mitbegründerin der KPD-Ortsgruppe in Zwötzen. Von 1924 bis zu ihrer Verhaftung 1933 war sie in der Geraer Strick-Garn-Fabrik Friedrich Feistkorn beschäftigt. Ihr politisches Wirken wurde den Nazis zu viel, sie wurde verhaftet und im Weimarer Gefängnis in Einzelhaft gehalten. Meta Böhnert starb am 28. April 1934 nur kurz nach ihrer Haftentlassung.
Zusatzinformationen
02.12.1891 Der Geraer Künstler Otto Dix
n Gera wird der Künstler Otto Dix geboren. Er entwickelt sich zum bedeutensten Kunstschaffenden der Stadt Gera und trat in die Fußstapfen anderer großer Künstler der Stadt, wie Johann "Hans" Dobenecker.
Zusatzinformationen
1892 Straßenbahnfahren war ein Erlebnis
ür die Einwohner Geras und deren Gäste war die erste Straßenbahnfahrt ein besonderes Erlebnis. Es war ja erst die zweite Straßenbahn Deutschlands, welche nach Halle an der Saale nun in Gera verkehrte. Für diese Zeit war man nun rasend schnell in der Stadt unterwegs.
Zusatzinformationen
06.01.1892 Wilhelm Tschich verstorben
ilhelm Tschirch war kein geborener Geraer, sondern war am 8. Juni 1818 in Lichtenau bei Lauban zur Welt gekommen. Im Jahr 1852 hatte er in Gera eine Anstellung als Kapellmeister, Kantor und Musikdirektor erhalten. Der Mitbegründer des "Musikalischen Vereins" in Gera wirkte 40 Jahre in der Stadt. Mit seinen Kompositionen erlangte er auch internationale Anerkennung. Er verstarb in Gera. Zwei Jahre nach seinem Tod wurde er als erster geraer mit einem Denkmal geehrt.
Zusatzinformationen
29.05.1892 Ernst Thape geboren
rnst Thape, geboren am 29. Mai 1892 in Kleinaga bei Gera und verstorben am 25. Juli 1985 in Hannover, war ein deutscher Politiker (SPD/SED), der von 1945 bis 1948 Vizepräsident der Provinz Sachsen beziehungsweise des späteren Landes Sachsen-Anhalt war. Thape, dessen Vater der Former August Thape (geboren 1851) war, lernte den Beruf des Maschinenschlossers bei der Maschinenfabrik Buckau in Magdeburg.

Zusatzinformationen
16.07.1892 Leben in Hermsdorf im 19. Jahrhundert
as Kriegerdenkmal für die Teilnehmer am Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) wurde an diesem Tag in Hermsdorf auf der späteren Kreuzung Eisenberger Straße / Schulstraße / Felsenkellerweg errichtet. Im Felsenkellerweg entstand dann das Sägewerk Völkel. Da es durch das Denkmal eng wurde im Ort und das Problem entstanden war mit den Langholzwagen um die Kurve zu fahren, wurde es 1909 umgesetzt. Aus dem Jahr der Errichtung blieb ein Dokument, welches im Sockel eingelagert war, erhalten Im Jahr 1955, beim Abriss, wurden die Zeilen die Gustav Beyer mehr als 60 Jahre zuvor verfasst hatte abgeschrieben. Der Textauszug ist in den Zusatzinformationen zu lesen.

Zusatzinformationen
24.12.1892 Hermann Luboldt geboren
m Heiligen Abend 1892 in Cuba (1896 nach Untermhaus eingemeindet) geboren, galt Hermann Luboldt später als einer der bedeutendsten Heimatschriftsteller der Stadt Gera. Nach Abitur am Gymnasium Rutheneum und einer Lehre zum Textilfachmann an der Greizer Webschule geriet er im I.Weltkrieg in russische Kriegsgefangenschaft. Nach gelungener Flucht kehrte er 1918 in seine Heimat zurück und arbeitete hier als Direktor in der Weberei Alfred Münch AG und später leitete er die Auslandsabteilung der Deutschen Kolophon-Werke Gera. In seinen weiteren Tätigkeitsfeldern wandte er sich mehr und mehr der Sprache zu. Er wurde Dolmetscher und Englisch- und Russischlehrer in Liebschwitz und der Lutherschule. 1889 wohnt die Familie Luboldt in Cuba, Haus 11, im Jahre 1901 heißt die Adresse Wilhelmstraße 1 (später die Leibnizstraße). Mindestens seit 1922 und noch 1947 wohnte unser Dichter nachweislich in der Goethestraße 4 in Gera. Am 27.April 1962 starb Hermann Luboldt.

Zusatzinformationen
24.12.1892 Peter Boll geboren
eter Boll, alias Tulipan, der eigentlich Hermann Luboldt hieß, war als Heimatschriftsteller in Gera bekann und machte sich durch seine Gedichte einen Namen. Die Schriftstellerei war ihm dabei nicht in die Wiege gelegt. Seine Eltern hatten in Gera eine Textilfirma, weshalb er nach dem Abitur am Rutheneum, auch eine Ausbildung als Textilkaufmann in Greiz begann und abschloss. Der erste Weltkrieg brachte aber alle Pläne der Eltern und seine eigenen durcheinander. Er geriet in russische Kriegsgefangenschaft. Nach der Flucht 1918 und der Heimkehr arbeitete er als Direktor in der Weberei Alfred Münch AG und leitete die Auslandsabteilung der Deutschen Kolophon-Werke in Gera. In den dreißiger Jahren veröffentlichte er die “Gerschen Wochenenden“ und schrieb nebenbei - Plaudereien, Geschichten, Kinderbücher und Gedichte über Menschen - Straßen - Tiere - Mode - Wetter und die Gefühle. Er liebte seine Gerschen und diese mochten ihn als humorigen, liebenswerten Zeitgenossen, dessen Gedichte auch in der Tageszeitung erschienen. Hauptberuflich arbeitete er zunächst wieder als Textilkaufmann und wurde später an der Enzianschule und Volkshochschule Fremdsprachenlehrer. Er absolvierte mit beachtlichen 70 Jahren sein Examen. Außerdem arbeitete Hermann Luboldt als Übersetzer für russisch, englisch und französisch. Was nach seinem Tode blieb, sind seine Gedichte und Bücher. Er schaute dem Gerschen auf‘s Maul und beschrieb deren Seelen als spitzbübig und witzig. Er verstarb am 27. April 1962.

Zusatzinformationen
30.07.1893 Rudolf Paul geboren
er In Gera geborene Rudolf Paul war studierter Jurist und später auch Politiker in Gera. 1945 wurde er der erste Nachkriegs-Oberbürgermeister der Stadt und im gleichen Jahr bis 1947 fungierte er als Thüringer Ministerpräsident. Am 1. September 1947 flüchtete Rudolf Paul über West-Berlin in die amerikanische Besatzungszone, worauf hin er am 9. Oktober 1947 offiziell seines Amtes enthoben und durch den linientreuen Werner Eggerath ersetzt. Später war er über 30 Jahre lang in Frankfurt am Main als Rechtsanwalt tätig. Dort verstarb er auch am 28. Februar 1978.
Zusatzinformationen
09.08.1893 Werner Sylten geboren
erner Sylten, geboren am 9. August 1893 in Hergiswil am See, Kanton Nidwalden, Schweiz und verstorben am 26. August 1942 in der NS-Tötungsanstalt Hartheim in Oberösterreich, war ein evangelischer Theologe jüdischer Abstammung, Erzieher und Gegner des Nationalsozialismus. Er wurde von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet. Werner Sylten wurde als ältestes von fünf Kindern in Hergiswil im Kanton Nidwalden in der Schweiz geboren. Bedingt durch den Beruf des Vaters zog die Familie oft um und Sylten besuchte Schulen in Berlin, in Friedeburg bei Breslau und in Lohr am Main. Er studierte Theologie in Marburg und war Mitglied der Studentenverbindung SBV Frankonia Marburg im Schwarzburgbund. Während des Studiums wurde er Soldat im Ersten Weltkrieg.

Zusatzinformationen
1894 Ausbau eines zweiten Straßenbahngleises
an beschloss in diesem Jahr, mit dem Ausbau eines zweiten Gleises für die Geraer Straßenbahn in der Heinrichstraße zu beginnen. Sie sollte dadurch benutzerfreundlicher werden, aber es hagelte, wie schon beim Bau der ersten Fahrstrecke Beschwerden und Einwände.
Zusatzinformationen
04.1894 Das Bauvorhaben Eisenbahnstrecke Gera nach Prehlitz
m Jahr 1884 war der Bau der Eisenbahnstrecke zwischen Gera und dem sächsischen Prehlitz noch vom Herzogtum Sachsen – Altenburg abgelehnt worden. Nun sollte auf Vorschlag des Rittergutbesitzers Hauptmann a. D. Garke aus Wittgendorf das Bauvorhaben erneut aufgegriffen werden.
Zusatzinformationen
17.10.1894 Paul Fischer geboren
eboren wurde er am 17. Oktober 1894 in Hohenmölsen/Kreis Gera als Sohn eines Fabrikarbeiters. Er war zunächst Rechtsanwaltsgehilfe in Weida und ließ sich anschließend beim Deutschen Schulschiffverein in Elsfleet bei Bremen ausbilden, um die Offizierslaufbahn einzuschlagen. Von 1910 bis 1914 diente er als Leichtmatrose bei der Handelsflotte, 1914 wurde er zur Kriegsmarine eingezogen, er gehörte zu den Kieler Matrosen, die 1917 meuterten, und wurde deshalb im Juli 1917 zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, blieb bis zum Revolutionsausbruch in Siegburg und Bremerhaven eingesperrt. Seit 1917 in der USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands), von November 1918 bis Februar 1919 war er Redakteur der "Reußischen Volkszeitung" in Greiz, danach erwerbslos bzw. Notstandsarbeiter. Im März 1920 wurde er militärischer Leiter der Arbeiterwehr in Greiz. Von 1922 bis 1924 arbeitete Paul Fischer als Weber, kam 1923 in die BL Thüringen und war dort auch Leiter der Nachrichtenabteilung.

Zusatzinformationen
28.10.1894 Karl Friedrich Stellbrink geboren
arl Friedrich Stellbrink (geb. am 28.10. 1894 in Münster, verst. am10. November 1943 in Hamburg) war ein evangelisch-lutherischer Pastor. Er wurde als einer der Lübecker Märtyrer hingerichtet. Er war das zweite Kind des Oberzollsekretärs Karl Stellbrink und seiner Frau Helene Kirchhoff. Ab 1904 besuchte er das humanistische Gymnasium Leopoldinum (Detmold), dann wechselte er nach Spandau und verließ 1913 nach der Mittleren Reife die Schule. Nach erfolgloser Bewerbung an der Kunstakademie in Düsseldorf wandte er sich der Theologie zu. 1913 trat er in das altpreußische landeskirchliche Diaspora-Seminar in Soest ein, das speziell für den Dienst im Ausland vorbereitete. Der Erste Weltkrieg verzögerte seine Ausbildung. Im Februar 1915 wurde er als Soldat eingezogen und kam an die Westfront, wo er am 14. Januar 1916 so schwer verwundet wurde, dass die linke Hand versehrt blieb. Als „50 % kriegsversehrt“ wurde Stellbrink am 1. Oktober 1917 aus dem Kriegsdienst (Heerdienst) nach Berlin entlassen. Hier leistete er soziale Arbeit für die Kirche und einen Kinderrettungsverein, leitete einen Männer- und Jünglingsverein und bereitete sich auf seine Reifeprüfung vor. Das Abitur bestand er am 31. März 1919; ein Jahr später legte er die Abschlussprüfung am Predigerseminar Soest ab. Für ein knappes Jahr kam er nun als Vikar nach Barkhausen im Synodalbezirk Minden. Am 5. März 1921 heiratete er die Lehrerin Hildegard Dieckmeyer. Kurz danach empfing er in Witten die Ordination für das geistliche Amt in Übersee. Einen Monat später wurde er mit seiner Frau nach Brasilien entsandt. Stellbrink trat in Rio Grande do Sul seinen Dienst als Pastor deutscher Siedler an. Die Familie blieb acht Jahre in Brasilien; ihre drei Kinder wurden dort geboren. Stellbrink war schon zu dieser Zeit Mitglied in mehreren völkischen Organisationen, unter anderem im Alldeutschen Verband. Im Sommer 1929 beschloss er nach einem Urlaub in der Heimat nicht nach Brasilien zurückzukehren, sondern sich in Deutschland um eine Pastorenstelle zu bewerben. Nach einem Examen (das für ihn als Nicht-Volltheologen nötig war), wurde er 1930 Pfarrer in Steinsdorf, zwischen Gera und Weida, in Thüringen. Einige Gemeindeglieder beschwerten sich schriftlich über Stellbrinks „herrisches Wesen“ und seine „politisierenden Reden“. Stellbrink ergriff offen Partei für die NSDAP und die Deutschen Christen und vertrat nach Ansicht von Hansjörg Buss ein „völkisch-rassistisches Weltbild“. Stellbrink gehörte dem stark völkisch geprägten Bund für Deutsche Kirche an, der als „evangelische Bruderschaft mit stark nationalem Charakter“ charakterisiert wird. In einem biografischen Artikel heißt es: „National gesonnen und gesellschaftspolitisch engagiert, hatte Stellbrink nach seiner Rückkehr aus Brasilien große Sympathie für Hitler und die NSDAP“. 1933 trat Stellbrink der NSDAP bei.

Zusatzinformationen
13.05.1895 Geburt eines Erbprinzen
er Erbprinz Heinrich XLV. erblickte das Licht der Welt. Er sollte nur 50 Jahre alt werden. Sein Vetter war der Heinrich XXXIII. Prinz Reuß jüngere Linie (1879-1942).
Zusatzinformationen
31.07.1895 Max Funke (Unternehmer) geboren
ax Funke, geboren am 31. Juli 1895 in Weida/Thüringen und verstorben am 24. August 1980 in Düsseldorf, war ein deutscher Unternehmer und Erfinder. Insbesondere ist er durch die seinen Namen tragenden Prüfgeräte für Elektronenröhren bekannt, für die er mehrere Patente erhielt. Max Funke war der Sohn eines Bauunternehmers. Er erlernte das Maurer- und Zimmermannshandwerk und begann anschließend ein Architekturstudium. Im Ersten Weltkrieg, aus dem er im Februar 1918 schwer verletzt heimkehrte, kam er in Kontakt mit der noch jungen Funktechnik. 1920 schloss er sein Architekturstudium ab und übernahm zunächst das elterliche Baugeschäft. Im Januar 1933 gründete er in Weida zusammen mit Willy Bittorf ein Rundfunkgeschäft. Die ersten Röhrenprüfgeräte entstanden, ab 1936 wurde in dem Unternehmen „Bittorf & Funke, Spezialfabrik für Röhrenprüfgeräte, Weida“ das Röhrenprüfgerät W10 in größeren Stückzahlen gebaut. Erstmals wurden zur Einstellung der Messgeräte auf die verschiedenen zu prüfenden Elektronenröhren Prüfkarten mit einer Lochkodierung eingesetzt und dieses Verfahren zum Patent angemeldet.

Zusatzinformationen
06.09.1896 Karl August Wittfogel geboren
eboren wurde er am 6. September 1896 in Woltersdorf/Kreis Lüchow in der Lüneburger Heide als Sohn eines Dorfschullehrers. 1904 übersiedelte die Familie nach Lüneburg. Dort besuchte er ein humanistisches Gymnasium und trat 1912 der Lüneburger Ortsgruppe des Wandervogels bei. Während des Weltkrieges entwickelte er sich zum überzeugten Kriegsgegner. Er studierte zunächst in Leipzig, dann ab 1915 an der Münchner Universität, später auch in Berlin.

Zusatzinformationen
1897 Eine Stiftung für den Theaterneubau
ie Kommerzienrätin Clara Ferber stiftete in diesem Jahr dem "Musikalischen Verein" ein geeignetes Baugrundstück aus ihrem Besitz und stellte zusätzlich auch noch 100.000 Mark für den Bau eines Konzertsaales zur Verfügung.
Zusatzinformationen
1897 Ein neuer Garten in Gera
m Geraer Zentrum wurde in diesem Jahr der "Botanische Garten" eröffnet. Der Geraer Walter Ferber hatte die grüne Oase gestiftet.
Zusatzinformationen
1897 Planung für den Bahnhofsumbau
n diesem Jahr wurden Vorstellungen und Pläne entworfen, die einen weiteren Bahnhofsumbau beinhalteten. Ausgehend von der immer stärker zunehmenden Anzahl von Reisenden in der Stadt, immer mehr ankommenden Zügen und einem erhöhtem Anteil von zu transportierenden Waren und Gütern waren die Baumaßnahmen unumgänglich geworden.
Zusatzinformationen
09.07.1897 Kurt Hermann Barthel geboren
eboren wurde Hermann in Gera, aufgewachsen ist er aber in Chemnitz. Sein Vater war Maschinenspinner, seine Mutter Heimarbeiterin. In den Jahren von 1904 bis 1912 besuchte er die Volksschule in Chemnitz und absolvierte in den Jahren zwischen 1912 und 1915 eine Zimmererlehre in Chemnitz. Anschließend ging er auf Wanderschaft über verschiedene Baustellen in Deutschland und trat in den Jahren von 1915 bis 1917 dem Zentralverband der Zimmerer bei. In der Zeit von 1916 bis 1920 war er Mitglied der SPD und leistete von 1918 bis 1919 seinen Militärdienst in Wittenberg. Unmittelbar danach war er bis 1930 bei verschiedenen Firmen in Dortmund und in Chemnitz beschäftigt und trat im Jahr 1920 KPD bei. Im Jahr 1923 war er beim RFB (Rotfrontkämpferbund), organisierte die Proletarischen Hundertschaften im UB (Unterbezirk) Chemnitz.

Zusatzinformationen
1898 Wie man im 19. Jahrhundert kochte
ie Geraerin Emma Allestein war eine Köchin des 19. Jahrhunderts und hinterließ viele ihrer Rezepte für die Nachwelt. Publiziert wurden diese dann über den Kanitzschen Verlag in Gera. Der Inhaber war Hermann Kanitz. Emma Allestein schrieb ihre Rezepte für die gut bürgerliche Küche auf und bediente sich einer recht einfachen Wortwahl. (Wir haben auch die damals übliche Rechtschreibung mit übernommen.)
Zusatzinformationen
03.03.1898 Aenne Biermann geboren
enne Biermann war eine Geraer Fotografin jüdischen Glaubens und mit dem Kaufhausgründer Max Biermann verwandt. Sie zählte mit ihren Arbeiten zu den wichtigsten Künstlern am Ende der 1920er Jahre. Aenne Biermann war auch international bekannt mit ihren Fotoausstellungen. Sie verstarb im Jahr 1933 nach schwerer Krankheit und musste nicht mehr erleben, wie die Nationalsozialisten jüdischen Leben in Deutschland zu vernichten versuchten.

Zusatzinformationen
17.05.1898 Karl Mauss geboren
mil Karl Hans Mauss war General der Panzertruppe in der Wehrmacht und letzter Kommandeur der 7. Panzerdivision in Gera. Er gehörte zu den 27 Soldaten, die das Ritterkreuz mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten im Zweiten Weltkrieg erhalten haben.
Zusatzinformationen
18.08.1898 Fritz Gießner geboren
ritz Gießner erlernte den Beruf eines Eisendrehers in der Geraer Schleifmaschinenfabrik Gebrüder Weißker. Er war schon früh gewerkschaftlich organisiert und 1919 eines der Gründungsmitglieder der KPD-Ortsgruppe Gera. Ab 1932 war er im Geraer Gemeinderat tätig. Als Kommunist wurde er in der Nazi-Zeit mehrfach verhaftet. Fritz Gießner gehörte zu den überlebenden des KZ Buchenwald. Am 25. Mai 1945 wurde er Bürgermeister in Gera. Am 29. August 1949 wurde er Landrat, danach Kreisvolkshochschuldirektor und Bürgermeister in Nordhausen. Zu seinem 75. Geburtstag wurde er Ehrenbürger von Nordhausen. Er starb am 31. Mai 1976 ebenfalls in Nordhausen.
Zusatzinformationen
1899 Das Residenztheater
eider sind heute von der einstigen Pracht des damaligen "Kaisersaals" und späteren Residenztheaters nur wenige Reste übrig geblieben. Bis zum Beginn des ersten Weltkriegs hatten die Geraer im Residenztheater am "Flair der großen weiten Welt" teilhaben können.
Zusatzinformationen
08.01.1899 Heinrich Hoffmann geboren
eboren wurde Heinrich Hoffmann in Schleswig, sein Vater war selbständiger Handwerker. Nach der Volksschule absolvierte er eine Ausbildung zum Friseur und war ab 1917 Soldat im Ersten Weltkrieg. Im letzten Kriegsjahr 1918 erlitt er eine schwere Verwundung und geriet in britische Kriegsgefangenschaft. Nach dem Ende des Krieges war er in den Jahren 1919 und 1920 Angestellter in der Schleswiger Betreuungsstelle für Kriegsgefangenenheimkehrer, ab  1920 Mitbegründer der SAJ (Sozialistische Arbeiterjugend) und bis 1927 Vorsitzender des SAJ-UB (Unterbezirk) Schleswig-Hollstein. Im Jahr 1920 trat er der SPD bei, war von 1924 bis 1933 Mitglied des Bundesvorstandes des Reichsbanners, ab 1927 Redakteur des Thüringer SPD-Landesorgans "Das Volk", von 1930 bis 1933 Mitglied des Bundesvorstandes des Reichsbunds der Kriegsbeschädigten in Berlin und Mitglied der Kriegsopferinternationale Ciamag in Genf.

Zusatzinformationen
11.03.1899 Hans-Heinrich Schrecker geboren
eboren wurde er in Berlin in einer jüdischen Familie als österreichisch-ungarischer Staatsbürger. Sein Vater arbeitet als Kaufmann, welcher im Januar 1944 im KZ Auschwitz ermordet wurde. Seine Mutter war 1943 in einem jüdischen Altersheim verhungert. In den Jahren 1905 bis 1915 besuchte er das Gymnasium, was er abbrach und Arbeiter in verschiedenen Unternehmen wurde. Im April 1917 kam die Einberufung zur Armee. In den Jahren von 1917 und 1918 war er Frontsoldat und wurde schwer verwundet. Im Oktober 1918 kam es zur Rückkehr nach Berlin und er nahm die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft an. Von 1918 bis 1920 war er Mitglied in der USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands), er war Teilnehmer an der Roten Sicherheitswehr und den Kämpfen gegen die Freikorpstruppen.

Zusatzinformationen
16.03.1900 Werner Eggerath geboren
erner Eggerath wurde nach der Zerschlagung des Nationalsozialismus und dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Thüringen Ministerpräsident. In der Zeitung "Der Sportfreund" wurde anlässlich seines 50. Geburtstages ein Kurzportrait veröffentlicht, was ihn zum Widerstandskämpfer gegen den Hitlerfaschismus stilisierte. So soll er 1936 von den Nazis zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt und von den Alliierten zu Kriegsende aus der Haft wieder befreit worden sein.

Zusatzinformationen
19.05.1900 Carlotte Hohmann geboren
harlotte Hohmann wurde in Gera geboren, ihr Vater war Maler, die Mutter arbeitete als einfache Näherin. In den Vorkriegsjahren 1906 bis 1914 besuchte sie die Mittelschule in Gera und absolvierte von 1914 bis 1916 eine Schneiderlehre. Ein Jahr vor dem Ende des ersten Weltkrieges 1917 bis zum Jahr 1919 arbeitet sie als Hilfsbeamtin im Rathaus Gera, war von 1919 bis 1921 als Haushaltshilfe tätig, war von 1921 bis 1923 Kontoristin im Kalksyndikat Gera und wurde dort wegen kommunistischer Betätigung entlassen. Im Jahr 1922 kam sie zum KJV (Kommunistischer Jugendverband) und zur KPD und war zwischen 1924 und 1925 als Sekretärin bei der Sozialen Bauhüttengenossenschaft tätig. Von 1925 bis 1930 war sie Chefsekretärin im Architekturbüro Schraps bzw. Bauhüttenbetrieb Ostthüringen in Gera. Sie heiratete im Jahr 1926 den KPD-Funktionär  Paul Hohmann und machte nebenberufliche Arbeiterkorrespondenz.

Zusatzinformationen
06.06.1900 Fortschritt beim Theaterbau
er Architekt des Geraer Theaters, Professor Heinrich Seeling, war nahezu zeitgleich mit den Theatern in Frankfurt/Main, Nürnberg und Gera betraut. Oft wurde er von seinem Assistenten Julius Knüpfer bei der Bauüberwachung in Gera vertreten. Die Zeitung in Gera berichtete über den Bau.
Zusatzinformationen
10.08.1900 Hans Otto geboren
ans Otto war ein deutscher Schauspieler. Als einer der ersten Künstler linker Gesinnung wurde er von Nationalsozialisten ermordet. In der Schule besuchte Otto dieselbe Klasse wie Erich Kästner. Im Jahr 1921 debütierte er am Künstlertheater Frankfurt am Main bei dem Intendanten Adam Kuckhoff, mit dem er von da an nicht nur freundschaftlich, sondern später auch familiär als Stiefvater von Armin-Gerd Kuckhoff verbunden war. Am 16. Oktober 1922 heiratete Hans Otto die Schauspielerin Mie Paulun, die zuvor mit Adam Kuckhoff verheiratet war. Von 1924 bis 1926 wirkte er in Gera und von 1926 bis 1929 an den Hamburger Kammerspielen.
Zusatzinformationen
29.08.1900 Erich Preiser in Gera geboren
rich Preiser war ein bedeutender deutscher Ökonom des 20. Jahrhunderts. Sein Wirken erstreckte sich auf Frankfurt am Main, Tübingen, Stuttgart, Rostock, Jena, Heidelberg und München, um nur einige stationen zu nennen. Ihm waren zahlreiche Ehrungen zuteil geworden. Er verstarb am 16. August 1967 in München.
Zusatzinformationen
1901 Die Geraer Radfahrkarte
u Beginn des 20. Jahrhunderts musste jeder Radfahrer eine Radfahrkarte bei sich haben. Sie musste auf den Namen des Fahrers ausgestellt sein, eigenhändig unterschrieben und von der Behörde des Wohnorts ausgestellt sein. Die Gültigkeitsdauer betrug nur ein Jahr. Es war somit ein sogenannter Führerschein für Fahrräder, der jedes Jahr neu beantragt werden musste. Der Schein hatte eine laufende Nummer, aber auch Wohnort und Beruf des Eigentümers waren angegeben. Bei der Personenbeschreibung auf der Karte wurde weiterhin nach Alter, Statur, Haare und besonderen Kennzeichen gefragt. Für Personen unter 14 Jahren erfolgte die Ausstellung auf Antrag des Vaters, Vormundes oder sonstigen Gewalthabers. Die Vorschriften, die im vorhergehenden Absatz erwähnt wurden, fanden auf Militärpersonen in Uniform, Reichs-, Staats- und Gemeindebeamte, die Amtskleidung trugen, keine Anwendung, sofern diese das Fahrrad zu dienstlichen Zecken benutzten.

Zusatzinformationen
25.05.1901 Otto Aßmann geboren
tto Aßmann, geb. am 25. Mai 1901 in Königsberg und verst. am 14. August 1977 in Karl-Marx-Stadt (später wieder Chemnitz) war von 1949 bis 1954 Oberbürgermeister von Zwickau in Sachsen und von 1956 bis 1958 Oberbürgermeister von Gera in Ostthüringen.
Zusatzinformationen
20.10.1901 Arnold Scheibe geboren
rnold Scheibe, geboren in Greiz bei Gera,  war ein deutscher Agrikulturbotaniker, Pflanzenzüchter und Pflanzenbauwissenschaftler. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautete „Scheibe“. Arnold Scheibe, Sohn eines Textilfabrikanten, besuchte das humanistische Gymnasium in Zeitz, absolvierte eine zweijährige Lehrzeit auf Saatzuchtbetrieben in Schlesien und studierte seit 1923 Landwirtschaft an der Technischen Hochschule München. 1926 bestand er die Prüfung zum Diplomlandwirt.

Zusatzinformationen
02.10.1902 Löbliche Pressekritik
ie Geraer Zeitungen waren voll des Lobes über den Geraer Theaterneubau und brachten das nicht nur zum Ausdruck, sondern steigerten sich so manches Mal in wahre Jubelarien ob des Erreichten.
Zusatzinformationen
09.10.1902 Die erste neue Spielzeit
n diesem Tag veröffentliche das neu errichtete Theaterhaus das Theaterprogramm und seine Höhepunkte für die beginnende erste Spielzeit ab dem 18. Oktober 1902.
Zusatzinformationen
18.10.1902 Errichtung des "Hoftheaters"
it dem nach Entwürfen von Heinrich Seeling (aus Berlin) errichteten Fürstlichen Hoftheater im Küchengarten in Gera einen repräsentativen Theaterbau.
Am 10. November wird der im gleichen Gebäude befindliche Konzertsaal in Benutzung genommen. Das nach 1918 in "Reußisches Theater" umbenannte Haus, erreicht in den zwanziger Jahren, durch die Förderung des Erbprinzen Heinrich XLV. Reuß, eine künstlerische Blütezeit.
Zusatzinformationen
1903 Die Leipziger Oper in Gera
n den Jahren 1903 bis 1907 hatte das Geraer Theater mit der Oper in Leipzig ein Abkommen getroffen. Die hoch angesehenen sächsischen Künstler verpflichteten sich 8 bis 10 Mal in der jeweiligen Spielzeit in Gera zu gastieren.
Zusatzinformationen
1903 Der Bahnhofsumbau in Gera begann
ie seit dem Jahr 1897 geplanten und notwendig gewordenen Umbauarbeiten am Preußischen Bahnhof in Gera, dem späteren Hauptbahnhof der Stadt, umfassten sowohl die Anlagen für den Personen- als auch für den Güterverkehr. Die Königliche Eisenbahndirektion in Erfurt gab daher im Jahr 1903 konkrete Erläuterungen für den Umbau des Bahnhofs heraus. Hier folgt nun eine kleine Übersicht über die notwendigsten Baumaßnahmen im Personen-, Güter-und im technischen Bereich.
Zusatzinformationen
21.01.1904 Friedrich Bloch geboren
riedrich Bloch war Oberbürgermeister der Stadt Gera von 1945 bis 1948. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Bloch am 10. Juli 1945 zum Landgerichtsdirektor in Gera berufen. Am 22. Oktober 1945, nach der Ernennung Rudolf Pauls zum Thüringer Landespräsidenten, wurde er als Oberbürgermeister eingesetzt. Die Ernennung eines Nachfolgers für Paul brachte Diskrepanzen zwischen der Sowjetischen Militäradministration in Thüringen (SMA) und den zuständigen lokalen Stellen mit sich. Die SMA hatte vor der Ernennung Blochs einen Dr. Hübner als Oberbürgermeister eingesetzt. Im August 1946 richteten Bürgermeister Fritz Giessner und der Geraer Ortsverband der mittlerweile gegründeten SED an Landespräsident Paul eine Eingabe gegen die Einsetzung von Leopold Dietz (SED) als Oberbürgermeister durch die SMA. Die Amtszeit Blochs war neben dem Wiederaufbau der Nachkriegsjahre und dem zunehmenden Einfluss der Kommunisten auch durch die Problematik der zahlreichen Vertriebenen und Flüchtlinge geprägt, die die Einwohnerzahl der Stadt im November 1946 bereits kurzzeitig über 100.000 steigen ließen. Am 8. September 1948 erklärte Bloch seinen Rücktritt, da er zum Präsidenten des Geraer Landesgerichtes ernannt wurde. Ab 1949 lebte er in Jena und im Jahr 1950 ging er in die Bundesrepublik. Er verstarb am 10 April 1996 in Berlin-Wilmersdorf.
Zusatzinformationen
04.08.1905 Karl Wloch geboren
eboren wurde er in Berlin-Moabit, sein Vater war Metallarbeiter und seine Mutter arbeitete als Näherin. Er besuchte die Volks- und drei Jahre die Mittelschule bzw. ab 1919 die Förderklasse des Gymnasiums. Von November 1919 bis 1925 war er Mitglied der Freien Sozialistischen Jugend, absolvierte von 1922 bis 1925 eine Ausbildung zum Kaufmann, trat im Jahr 1924 dem KJVD (Kommunistischer Jugendverband Deutschlands) und der KPD bei. Er wurde Mitglied der KPD-UBL (Unterbezirksleitung) Moabit, war von 1925 bis 1928 überwiegend arbeitslos und daher in der Berliner Arbeitslosenbewegung aktiv, war Mitglied des Provinzialausschusses der Erwerbslosen Berlin-Brandenburg und Referent der KPD. Ab 1928 war er Instrukteur der KPD-BL Berlin-Brandenburg, dabei aktiv gegen die "Rechten" und "Versöhnler" innerhalb der KPD, dann Redaktions-Volontär bei der "Sächsischen Arbeiterzeitung" in Leipzig und 1929 wurde er stellvertretender Chefredakteur des "Thüringer Volksblatt" in Gotha, ab 1930 in Erfurt.

Zusatzinformationen
01.09.1906 Otto Zinn geboren
tto Zinn war Jurist, Politiker (NSDAP) und von 1936 bis 1945 Oberbürgermeister der Stadt Gera. Nach dem Abitur und bestandener juristischer Staatsprüfung arbeitete Otto Zinn ab 1933 als juristische Hilfskraft bei der Thüringer Staatsanwaltschaft in Gera. 1934 wurde er Staatsanwaltschaftsrat. Seit 1933 war er Kreisleiter der NSDAP für die Stadt und den Landkreis Gera. 1936 wurde er durch den Thüringer Gauleiter Fritz Sauckel und den Thüringer Innenminister zum Oberbürgermeister der Stadt Gera berufen.
Zusatzinformationen
20.11.1906 Das sind ja Zustände wie in ...
ier geht es um die Beschwerde eines Geraer Lokomotivheizers aus dem Jahr 1906 der Gera-Wuitz-Mumsdorfer Eisenbahn an den Herrn Königlicher Eisenbahn Kommissar Erfurt. Er bekam umgehend eine Antwort. Den Briefwechsel lesen sie in der Zusatzinformation.
Zusatzinformationen
31.07.1907 Erich Jungmann geboren
eboren wurde er in Reichenberg (Sachsen), sein Vater war Fabrikarbeiter und seine Mutter Gartenarbeiterin. In den Jahren von 1914 bis 1922 besuchte er die Volksschule, absolvierte von 1922 bis 1925 eine kaufmännische Ausbildung in Radebeul (Sachsen) und war zwischen 1925 und 1927 im Beruf auch tätig. Im Jahr 1922 wurde er Mitglied des ZdA (Zentralverband der Angestellten), in den Jahren von 1927 und 1928 war er Expedient in Dresden und ab 1928 Mitglied beim KJVD (Kommunistischer Jugendverband Deutschlands). Ab dem Jahr 1929 arbeitete er als Angestellter der sächsischen Landesversicherungsanstalt in Dresden, zwischen 1929 und 1930 war er erwerbslos, trat 1929 der KPD bei und war ab 1930 / 1931 zunächst Mitarbeiter, dann Sekretär der Reichspionierleitung beim ZK des KJVD in Berlin. Von 1931 bis 1932 war er Jugendsekretär (1. Sekretär) und ab 1932 Organisationsleiter der KJVD-BL Niederrhein, Düsseldorf, in den Jahren 1932 / 1933 Organisationsleiter des ZK des KJVD, ab November 1932 bis März 1933 Reichstagsabgeordneter für die KPD, nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 war er bis 1934 Mitglied der illegalen Leitung des KJVD in Berlin und kurzzeitig KJVD-Inlandsleiter.

Zusatzinformationen
28.12.1907 Franz Ehrlich geboren
eboren wurde der später bekannte Architekt in Leipzig und besuchte dort auch die Volksschule. In den Jahren 1922 bis 1926 absolvierte er eine Ausbildung zum Maschinenschlosser, Maschinisten- und Heizerprüfer. Im Jahr 1926 nahm er ein Ingenieurstudium auf und ging in den Jahren 1927 bis 1930 zum Studium ans Bauhaus nach Dessau. Im Jahr 1930 trat er in die KPD ein. Im Jahr 1931 folgte eine Ausstellungsgestaltung für das Bauhaus Dessau und die Bekanntschaft mit El Lissitzky, einem Mitarbeiter im Atelier Gropius, Poelzig und Mies van der Rohe. Im Jahr 1932 war er Mitbegründer des Gestalterateliers "Studio Z" in Berlin (gemeinsam mit Heinz Loew, Fritz Winter und Naum Gabo).

Zusatzinformationen
05.04.1908 Anschaffung einer "zweiten" Schreibmaschine
er Gemeinderat beschloss die Anschaffung einer zweiten Schreibmaschine für 630 Mark und die Anstellung einer „Bedienung“ hierzu. Eine Schreibmaschine war damals eine wirkliche Großinvestition.   
Zusatzinformationen
12.12.1908 Arbeiter im Konzertsaal
um Ende des Jahres 1908 fand im Konzertsaal des Reußischen Theaters ein "Arbeiter-Konzert" statt. Das war ein Novum für diese Zeit, welche ja noch von der Monarchie und festgefügten Standesunterschieden geprägt war. Ein einfacher Arbeiter hatte im Theater nichts zu suchen. Das Theater war etwas so elitäres, dort wollten die "Reichen und Schönen" unter ihresgleichen sein.
Zusatzinformationen
25.03.1909 Georg Schneider geboren
eboren in Saarbrücken, besuchte er die Volks- und Aufbauschule in Gotha und absolvierte von 1928 bis 1931 ein Studium der Naturwissenschaften, insbesondere der Zoologie an der Universität Jena. Im Jahr 1930 trat er der KPD bei und übersiedelte 1931 in die UdSSR. In den Jahren 1931 bis 1932 war er Lehrer am Pädagogischen Technikum Marxstadt und von 1932 bis 1936 war er an Karl-Liebknecht-Schule in Moskau. Zwischen 1936 und 1941 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Labor für Entwicklungsmechanik des Sewerzow-Institut für Evolutionsmorphologie der AdW (Akademie der Wissenschaft) in Moskau (ab 1941 in Frunse), von 1941 bis 1943 war er Sanitätsinspekteur im Swerdlowsker Raum und von 1943 bis 1945 arbeitete er als Lehrer an einer Schule für Kriegsgefangene in Iwanowo und zugleich am Institut 99 in Moskau. Im Juni 1945 kam es zur Rückkehr nach Deutschland, wo er fortan in enger Verbindung zu Walter Ulbricht stand.

Zusatzinformationen
18.09.1909 Der erste Strom in Langenberg
ie Langenberger Wassermühle war zu diesem Zeitpunkt schon etwa 500 Jahre alt. In diesem Jahr lieferte sie den ersten elektrischen Strom ins Netz. Sogar die Zeitung berichtete über die Sensation.
Zusatzinformationen
01.06.1910 Die Geschichte der Zeugen Jehovas in Gera
in direktes Gründungsdatum einer Versammlung der Zeugen Jehovas in Gera kann nicht genannt werden, da eine Gründungsurkunde oder ähnliches nicht existiert. Aus Archivbeständen des Geschichtsarchivs in Selters/Taunus ließ sich allerdings entnehmen, dass der Standort Gera schon sehr früh von sogenannten „Pilgerbrüdern“ (Vortragsrednern) besucht wurde. In der Zeitschrift „Der Wachtturm“ wird der Besuch von Hermann Herkendell für Gera (Reuß) für den 1. und 2. Juni 1910 angekündigt. Hermann Herkendell war Volksschullehrer und wurde 1908 „Kolporteur“, d.h. Überbringer von Zeitschriften, und Vollzeitdiener im Missionsdienst der Religionsgemeinschaft. „Der Wachtturm“ vom Dezember 1909 gibt an, dass Herkendell als Pilgerbruder reisen wird. 1910 gab er zugunsten seiner Reisetätigkeit sämtliche andere Tätigkeiten auf, um als erster ständiger reisender Prediger regelmäßig die Bibelforschergemeinden zu besuchen. Dieser frühe Besuch lässt darauf schließen, dass Gera zu den Orten in Deutschland zählt, in dem sich Bibelforschergemeinden sehr früh organisiert haben.

Zusatzinformationen
18.07.1910 Oskar Sala geboren
skar Sala kam in Greiz bei Gera (Thüringen) zur Welt und war ein deutscher Komponist. Er war einer der Musikpioniere des 20. Jahrhunderts. Das Musikstudium, welches er nach dem Abitur 1929 in Berlin aufnahm, führte zu einer Wende seiner Laufbahn - und der elektronischen Musik. Paul Hindemith, Salas Lehrer in Kompositionslehre an der Berliner Musikhochschule, machte seinen Schüler 1930 mit dem Ingenieur Friedrich Trautwein bekannt.

Zusatzinformationen
26.08.1910 Arno Gropp geboren
eboren wurde Arno Gropp in Magdeburg, sein Vater war ein hoher Beamter (Stadtinspektor). Gropp besuchte die Volksschule und das Realgymnasium und absolvierte in den Jahren von 1925 bis 1928 eine Ausbildung zum kaufmännischen Angestellter. In den fünf Jahren vor dem machtantritt der Nationalsozialisten von 1928 bis 1933 war er als Lagerist und Verkäufer tätig. Im Jahr 1930 trat er der KPD und RGO bei (Die Revolutionäre Gewerkschafts-Opposition (RGO) war 1928/29 zunächst eine organisierte kommunistische Strömung in den freien Gewerkschaften. Ab Ende 1929 trat die RGO als KPD-nahe Gewerkschaft auf, die 1930/31 einzelne Industrieverbände gründete. Teile der RGO waren im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv.) Nach 1933 ging er in die illegale Arbeit und wurde daraufhin zeitweise inhaftiert. Zwischen 1935 und dem Jahr des Kriegsbeginns 39 war er Abteilungsleiter bei der Firma Brettig & Röhmer in Magdeburg.

Zusatzinformationen
1911 Ein Brief von Otto Dix
in vertraulicher Briefwechsel zwischen dem Kunstgewerbeschüler in Dresden mit Hans Btetschneider, seinem Jugendfreund in Gera, vermittelte ab den Jahren etwa um 1911-1912 einen lebendigen Eindruck vom jungen Otto Dix und dessen Start ins Künstlerleben. Hier einer der "undatierten" Briefe des späteren Geraer Malergenies.
Zusatzinformationen
1912 Die Gartensiedlung Heinrichsgrün
hren Namen erhielt die Siedlung in Anlehnung an die Vornamen des männlichen Teils des Fürstengeschlechts Reuß, die seit dem 12. Jahrhundert immer den Namen Heinrich tragen. Als geistiger Urheber des Siedlungsbaus mit Eigenheimen war der Geraer Arzt Doktor med. Clemens Weisker (geb.05.05.1863 gest. 04.12.1919).
Zusatzinformationen
1912 Ein Brief von Otto Dix
er bekannte Geraer Maler und Ehrenbürger Otto Dix (1891-1969) pflegte während seines Kunststudiums in Dresden einen regen und recht vertraulichen Briefkontakt mit einem Geraer Freund. Hans Bretschneider hieß der Mann, welcher die später leider so gut wie undatierten Briefe erhalten hatte. Hier einer der Briefe.
Zusatzinformationen
04.1912 Ein Brief von Otto Dix
as vorliegende Dokument muss leider als undatiert betrachtet werden, könnte aber von Ostern 1912 stammen. Ein weiterer vertraulicher Briefwechsel zwischen dem Kunstgewerbeschüler Otto Dix in Dresden mit seinem Jugendfreund Hans Bretschneider in Gera vermittelt von 1911 bis Mitte 1912 einen lebendigen Eindruck vom jungen Dix und dessen Start ins Künstlerleben. Otto Dix (1891-1969) war zu diesem Zeitpunkt noch keine 20 Jahre alt.
Zusatzinformationen
05.07.1913 Adolf Buchholz geboren
eboren wurde Buchholz in Berlin-Spandau, sein Vater arbeitete als Maurer. Er besuchte die Grundschule und machte danach eine Ausbildung als Former, ein Beruf den er auch danach ausübte. In dieser Zeit wurde er Mitglied der Arbeitersportbewegung und ab dem Jahr 1926 gehörte er zum Jung-Spartakus-Bund. Im Jahr ging er zum 1928 DMV (Deutscher Metallarbeiterverband) und zum KJVD und wurde Politischer Leiter des KJVD Berlin-Spandau und Jugendsekretär beim Einheitsverband der Metallarbeiter Berlins. Im Jahr 1932 wurde er Mitglied der KPD und der KJVD-BL Berlin (Kommunistischer Jugendverband Deutschlands), 1932 des ZK des KJVD, im Jan. 1933 Organisationsleiter des KJVD Berlin-Brandenburg und wurde in der illegalen politischen Arbeit ("Appel") tätig.

Zusatzinformationen
18.10.1913 Volksfest in Gera zur Völkerschlacht bei Leipzig
ie Jahrhundertfeier zu Ehren der Völkerschlacht bei Leipzig am 18. und 19. Oktober1913 gestaltete sich in Gera zu einem Volksfest. Die Schüler hatten Ferien, sämtliche Kirchenglocken wurden geläutet, ein großer Fackelzug von der Friedrich Ludwig Jahn Straße durch die Stadt nach den Hofwiesen und viele andere Veranstaltungen prägten diesen Tag.100 Jahre waren seit der Schlacht vergangen.
Zusatzinformationen
14.12.1913 Herbert Enke geboren
erbert Enke war ein Geraer Künstler, welcher aber vor allem zu Zeiten der DDR von sich reden machte. So schuf er im Jahr 1965, als die Debschwitzer neue Schule eröffnet wurde, eine dreiteilige Plastik aus Metall. Diese "zierte" die Schule auch noch vier Jahre nach seinem Tod im Jahr 2005, was aber in der Neuzeit mehr und mehr für Diskussionsstoff sorgte.

Zusatzinformationen
09.06.1914 Dietrich Peltz geboren
ietrich Peltz wurde im Jahr 1914, dem Jahr des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges in Gera geboren. Im Alter von 19 Jahren trat er 1934 in die Reichswehr ein und diente zunächst in einer Kraftfahr- Abteilung. Er erhielt zahlreiche militärische Auszeichnungen während des Verlaufes des Zweiten Weltkrieges. Er verstarb am 10. August 2001 im Alter von 87 Jahren in der bayrischen Landeshauptstadt München. Nachstehend ein Auszug aus dem Lexikon der Wehrmacht über Dietrich Peltz.
Zusatzinformationen
15.06.1914 Willi Weber geboren
illi Weber , geb. am 15. Juni 1914 in Kaiserswalde bei Schluckenau in Böhmen verst. am 3. Mai 1975 in Gera, hieß eigentlich mit richtigem Namen Wilhelm Weber und war ein deutscher Kommunalpolitiker der SED. In den Jahren 1955 bis 1957 war der Oberbürgermeister von Johanngeorgenstadt und von 1958 bis 1962 der Oberbürgermeister von Gera.
Zusatzinformationen
24.06.1914 Horst Jonas geboren
orst Jonas wurde in Bremerhaven geboren, sein Vater war Angestellter. Nach dem Besuch der Volksschule und des Realgymnasiums absolvierte er eine Ausbildung zum Maschinenstricker. Im Jahr 1929 trat er der SAJ (Sozialistische Arbeiterjugend und der SPD bei. Ab 1933, als die Nationalsozialisten die macht ergriffen, war er in der antifaschistischen Arbeit tätig, war ab 1934 KJVD (Kommunistischer Jugendverband Deutschlands) aktiv, wurde Organisationsleiter des illegalen KJVD in Leipzig. Im Mai 1935 erfolgte die Verhaftung. Im Jahr 1936 wurde er durch das OLG (Oberlandesgericht) Dresden wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zu vier Jahren und drei Monaten Zuchthaus verurteilt. Die Haftzeit verbrachte er im Zuchthaus Zwickau, im Elbregulierungslager Dessau / Rosslau, im KZ Sachsenhausen, im KZ Auschwitz und ab November 1944 im KZ (Konzentrationslager) Buchenwald. Im Jahr 1945 wurde er Organisationssekretär der KPD-KL Erfurt und trat im Jahr 1946 der SED und in die DVP (Deutsche Volkspolizei) ein.

Zusatzinformationen
28.06.1914 Der Beginn des ersten Weltkriegs
in folgenreicher Anschlag auf Franz Ferdinand in Sarajewo.
Zusatzinformationen
10.07.1915 Rudolf Singer geboren
eboren wurde Singer in Hamburg in einer jüdischen Familie, sein Vater arbeitete als Exportkaufmann. Er wurde 1942 in Auschwitz ermordet. Nach dem Besuch des Realgymnasiums absolvierte er in den Jahren von 1931 bis 1933 die staatliche Handelsschule Hamburg und machte eine Ausbildung zum Exportkaufmann. Im Jahr 1932 wurde er Mitglied im KJVD (Kommunistischer Jugendverband Deutschlands) und im Januar 1933 in der KPD. Im Jahr 1934 wurde er inhaftiert im KZ Fuhlsbüttel. In den Jahren von 1935 und 1936 arbeitete er als Einkäufer und Abteilungsleiter der Firma Keyaniyan & Co. GmbH in Hamburg und wurde von Juni 1936 bis April 1938 erneut inhaftiert. Im Mai 1937 wurde er zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die Strafe verbüßte er im Zuchthaus Fuhlsbüttel. Danach wurde er ausgewiesen und emigrierte aus Deutschland.

Zusatzinformationen
11.02.1916 Heinrich Laber erregte in Berlin Aufmerksamkeit
uf einer Gastspielreise nach Berlin machte die Hofkapelle unter der Leitung von Professor Heinrich Laber nachhaltig auf sich aufmerksam. Die "Neue Preußische Zeitung" veröffentlichte eine noble Kritik über die Konzertaufführung.
Zusatzinformationen
02.10.1916 Eberhard Charisius geboren
eboren in Wiesbaden, sein Vater war Regierungsdirektor, besuchte er die Volksschule und von 1926 bis 1935 das Gymnasium in Düsseldorf. In den Jahren von 1934/35 war er in der NSDAP, SS (Sanitäter) und im Jahr 1937 erfolgte der Abschluss der Offiziers-Schule in Dresden als Oberleutnant. Im Jahr 1938 absolvierte er die Kampffliegerschule in Faßberg (Funker, Beobachter), 1940 die Flugzeugführerschule in Zeltweg (bei Insterburg) und bis zum Jahr 1941 war er im Kriegseinsatz. Am 22.6.1941 musste er eine Notlandung wegen Motorschaden überstehen. In den Jahren 1941 bis 1945 befand er sich in sowjetischer Kriegsgefangenschaft, kam 1942 in die Zentrale Antifa-Schule in Oranki und war in den Jahren von 1942 bis 1945 Mitglied der Gruppe  Ulbricht bei Stalingrad. Danach wurde er in der Gruppe verantwortlich für  Agitation und Propaganda an der Südwestfront der Sowjetarmee, 1943 war er Mitbegründer des NKFD und dessen Frontbevollmächtigter in Deutschland. deswegen wurde er in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

Zusatzinformationen
08.06.1918 Wilhelm Tschirchs 100ster Geburtstag
eierlich wurde dem 100sten Geburtstages des Komponisten und Geraer Musikdirektor Wilhelm Tschirch gedacht. Er war bis zu seinem Tod am 06.01.1892, 40 Jahre in Gera tätig.
Zusatzinformationen
17.08.1919 Ein Beschwerdebrief an die Eisenbahn
u allen Zeiten gab es Beschwerden über die Eisenbahn. Irgend jemand hatte immer etwas auszusetzen. auch Nörgler gab es immer und überall. Hier ein Beschwerdebrief über die unzureichende Abfertigung beim Fahrkartenverkauf in Gera am Schalter im Bahnhofsgebäude kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs.
Zusatzinformationen
27.10.1919 Julius Michelberger geboren
ulius Michelberger wurde 1919 in Engerau (Kreis. Bratislava, CSR / Bratislava-Petr?alka, Slowakei) geboren, sein Vater war Stellmacher. (Die Stellmacherei (auch Wagnerei) ist die Werkstatt eines Stellmacher genannten Handwerkers, der Räder, Wagen und andere landwirtschaftliche Geräte aus Holz herstellt.) Danach ging er zur Volks- und Bürgerschule, absolvierte zwischen 1934 und 1936 die Handelsschule in Preßburg, war von 1937 bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 kaufmännischer Angestellter in Gablonz und wurde noch im Jahr 1939 zum Militärdienst eingezogen. Im Jahr 1942 geriet er in sowjetische Gefangenschaft, besuchte in den beiden Jahren 1943 und 1944 die Antifa-Schule und die Zentralschule Krasnogorsk und war in den zwei letzten Kriegsjahren 1944 und 1945 Frontbeauftragter des NKFD.

Zusatzinformationen
22.12.1919 Der Erhalt des Geraer Theaters
n diesem Tag gründete sich in Gera die "Reußische Anstalt für Kunst und Volkswohlfahrt". Das sicherte den Fortbestand des Theaters und des Orchesters in der Stadt.
Zusatzinformationen
1920 Das Geraer Theater im Wandel der Zeit
ine kleine Bilderübersicht über "Das reußische Theater" zwischen den Weltkriegen.
Zusatzinformationen
1920 Der Sächsische-Preußische Eisenbahnkrieg
u dieser Zeit gab es in Gera ein recht interessantes Phänomen zum Thema "Eisenbahnverkehr" zu beobachten. Zwischen der Preußischen und der Sächsischen Eisenbahn herrschte nämlich ein so intensiver Konkurrenzkampf, dass man auch vom "Sächsisch-Preußischen Eisenbahnkrieg" sprechen konnte, und als solcher ist er in die Annalen der Stadt eingegangen. Zwischen beiden Eisenbahngesellschaften gab es einen ständigen Kleinkrieg um die Finanzen, die Plätze für die Bahnhofsbauten oder auch um die rein organisatorischen Dingen wie die, die den Personen- und Güterverkehr betrafen.
Zusatzinformationen
14.03.1920 Der Kapp-Putsch in Gera
uf Grund des Berliner Putsches, unter Kapp und Lüttwitz, marschierten gegen Mittag schwerbewaffnete Reichswehr, unterstützt von Zeitfreiwilligenverbänden, in Gera ein und besetzen das Rathaus, sowie weitere öffentliche Gebäude und Einrichtungen.
Die nach Greiz geflüchtete Regierung des Volksstaates Reuß wird abgesetzt. Die, am gleichen Tag stattfindende, Gemeinderatswahl verlief trotzdem ohne Zwischenfälle und erreichte eine Wahlbeteiligung von 82,65 Prozent.
Am 14.03.1920 marschierten 1500 Reichswehrsoldaten und Freiwillige auf dem Markt auf. Sie sperrten den Markt und stellten Maschinengewehre bereit.
Zusatzinformationen
22.05.1920 Eine Beschwerde an das Verkehrsamt
er Kleinkrieg zwischen der sächsischen und der preußischen Eisenbahngesellschaft schlug den Reisenden in und um Gera mittlerweile gehörig auf den Magen. Ihnen war die Konkurrenz beider Unternehmen völlig egal. sie wollten bequem reisen und nicht den Problemen der Eisenbahner ausgesetzt sein. So wurde folgender Brief in Gera bekannt und später auch archiviert.
Zusatzinformationen
10.09.1920 Beschwerden über die Missstände bei der Bahn
n den beginnenden 1920er Jahren gab es wiederholt Klagen und Beschwerden Reisender über die Missstände bei der Geraer Eisenbahn. Diese wurden bei der verantwortlichen Eisenbahndirektion eingereicht. Die Zeitung "Ostthüringer Tribüne" berichtete wie folgt darüber.
Zusatzinformationen
02.03.1921 Heinz Wittig geboren
eboren wurde Heinz Wittig in Kauern im Kreis Gera, sein Vater arbeitete auf dem Bau als Maurer. Nach der Volksschule absolvierte er von 1935 bis 1938 eine Ausbildung zum Maurer und war anschließend in dem Beruf auch tätig. In den Kriegsjahren von 1940 bis 1945 war er in der Wehrmacht. Nach Kriegsende war er zwischen 1945 und 1948 als Maurer tätig und dann Mitarbeiter auf dem väterlichen Neubauernhof. Danach begannen seine politischen Aktivitäten, als er in die SPD eintrat und nach dem Vereinigungsparteitag im April 1946 von SPD und KPD in die SED eintrat. Bis 1956 war er Mitglied der SED-KL (Kreisleitung) Gera, von 1948 bis 1953 Bürgermeister in Kauern, ab Juli 1952 Mitbegründer und von 1953 bis 1963 Vorsitzender der LPG "Wilhelm Pieck" in Kauern, einer der leistungsstärksten und bekanntesten genossenschaftlichen Agrarbetriebe der DDR. Ab 1954 war er dann Mitglied der SED-BL (Bezirksleitung) Gera, von 1956 bis 1962 Kandidat und dann von 1960 bis 1962 Mitglied ihres Büros.

Zusatzinformationen
01.04.1921 Eine kleine Eingemeindung
er Bereich des Schlosses Osterstein mit Küchengarten wurde nach Gera eingemeindet. Die Fläche des neuen Areals betrug 29,02 Hektar.
Zusatzinformationen
27.10.1921 Herbert Ziegenhahn geboren
erbert Ziegenhahn wurde am 27. Oktober 1921 in Dankerode in einer Kleinbauernfamilie geboren und verstarb am 29. Juni 1993. Er war ein SED-Politiker und Mitglied des Zentralkomitees der SED sowie 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung Gera. Der wesentlichste Teil seiner politischen Laufbahn erstreckte sich auf die Zeit der DDR. Sehr beliebt war er auch beim Volk nicht, da es sich schon ob seines Zunahmens einige Spott herausnahm. (Ziegenhahn - vorne Leder, hinter Feder). Er war ein typischer Parteibonze, welcher das Leben als solcher auch in vollen Zügen genoss.
Zusatzinformationen
30.11.1921 Settekorns Ende in der Stadtverwaltung
tadtrat Doktor Ehrhard Settekorn beendete seine Arbeit in der Stadtverwaltung auf eigenen Wunsch.  Danach war er über viele Jahre in leitender Stellung für die Industrie- und Handelskammer tätig.
Zusatzinformationen
19.12.1921 Untersuchung der Grüfte
traßenbauarbeiten auf dem Johannisplatz erforderten die Öffnung und Untersuchung der herrschaftlichen Grüfte unter der ehemaligen St Johanniskirche.
Die 15 aufgefundenen Metallsärge, von Heinrich Posthumus (1572 bis 1635), seiner beiden Gemahlinnen und Nachkommen, wurden am 07. März 1922 in die St. Salvatorkirche überführt und am 19. März 1922 in der ehemaligen Kutzschenbach`schen  Gruft beigesetzt.
Zusatzinformationen
1922 Wolfgang Wunderlich geboren
er Enkel von Erhard Wunderlich, dem Gründer des Optikergeschäfts auf der Geraer Sorge kam zur Welt. Er führte das Geschäft nach dem Tod des Vaters Carl Wunderlich 1947 auch zu Zeiten der Verstaatlichungswelle in der DDR selbstständig weiter. Im Jahr 1991 ging Wolfgang Wunderlich in den verdienten Ruhestand und verstarb 1993. Seine Tochter Regine, welche das Geschäft in Vierter Generation weiterführen sollte verstarb 1988 sehr früh, sodass der langjährige Meister Ulrich Zehetner das Geschäft samt Personal übernahm.
Zusatzinformationen
30.04.1922 Helmut Koch geboren
eboren wurde Helmut Koch in Gera, sein Vater arbeitete als Former. er besuchte die Volks- und Höhere Handelsschule. Die HJ (Hitler-Jugend) verhinderte den Oberschulbesuchs, weshalb es von 1936 bis 1939 eine Kaufmännische Ausbildung absolvierte und ab 1940 als kaufmännischer Angestellter arbeitete. Mitten im Verlauf des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) wurde er zwischen 1941 und 1945 zur Wehrmacht eingezogen und war dann Leutnant der Reserve. Noch im Jahr 1945 war er Mitglied in der SPD, trat aber nach dem Vereinigungsparteitag im April 1946 mit der KPD dann 1946 zur SED über. Nach dem Kriegsende 1945 bis 1949 war er Mitarbeiter bzw. Abteilungsleiter in der Kreisverwaltung Gera, war von 1949 bis 1951 Organisations- bzw. Kontorleiter des Landeskontors Thüringen der VVEAB (VEAB – Volkseigener Erfassungs- und Aufkaufbetrieb – Aufkaufstellen für die Erzeugnisse von Privatpersonen, zumeist Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten, aber auch tierische Produkte, wie Eier und Geflügel und Felle.

Zusatzinformationen
1923 Falschgeld in Umlauf gebracht
uf dem Höhepunkt der Inflation wurden in diesem Jahr in Gera verschiedene falsche Reichsbanknoten zu 500 Milliarden Reichsmark in Verkehr gebracht. Sie trugen die Kontrollnummern 29K 075507. Das verwendete Papier war gewöhnliches Schreibpapier. Das Wasserzeichen fehlte den Noten und die Pflanzenfaserstrukturen im Papier wurden durch rote Striche ersetzt. Der höchste Geldwert eines einzelnen Scheines betrug damals „nur“ 10 Milliarden Reichsmark. Also auch zu Zeiten der Inflation eine riesige Menge Geld.
Zusatzinformationen
01.03.1923 Horst Pohl geboren
orst Pohl, geb. am 1. März 1923 in Breslau ist ein ehemaliger SED-Kommunalpolitiker und war von 1962 bis 1988 Oberbürgermeister der Stadt Gera. Er brachte es zur längsten Amtszeit eines Oberbürgermeisters in Gera. In Zeiten der DDR waren allerdings lange Amtszeiten etwas völlig normales im Leben von Politikern. (Stand Juli 2010)
Zusatzinformationen
01.06.1924 Helmut Sakowski geboren
eboren wurde er in Jüterbog, sein Vater war allerdings kein einfacher Angestellter als Obersteuerinspektor beim Finanzamt. In den Jahren von 1931 bis 1941 besuchte er die Volks- und Mittelschule in Gera und machte von 1941 bis 1943 eine Ausbildung zum Förster beim Forstamt Katzhütte und Wasungen in Thüringen. Im September 1942 trat er der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) bei, war von 1943 bis zum Kriegsende 1945 bei der Wehrmacht in der Division "Hermann Göring", und vom Kriegsende 1945 bis 1946 Kriegsgefangenschaft in Kyborg (Dänemark). Im Jahr 1946 erfolgte die Rückkehr nach Deutschland, er wurde Hilfsförster in Mansfeld und Bräunrode und trat 1947 der SED bei, was einer politischen Kehrtwende gleich kam. In den Jahren von 1947 bis 1949 war er an der Fachschule für Forstwirtschaft in Stollberg/Thüringen und Kochstedt, von 1949 bis 1951 war er Mitarbeiter im Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, von 1951 bis 1958 war er dann Leiter des Staatlichen Forstwirtschaftlichen-Betriebes in Salzwedel und von 1958 bis 1961 war er als Revierförster in Krumke bei Osterburg tätig.

Zusatzinformationen
07.08.1924 Günther Grewe geboren
eboren wurde Günther Grewe in Essen-Borbeck, sein Vater war Grubenangestellter. Als Kind besuchte er die Mittelschule und machte zu Beginn des Zweiten Weltkrieges in den Jahren von 1939 bis 1941 eine Ausbildung zum Elektroinstallateur. In den Jahren von 1942 bis zum Kriegsende 1945 diente er in der Wehrmacht als Obergefreiter. Von 1945 bis zum Jahr 1949 arbeitete er als Elektroinstallateur und als Geschäftsführer und Prokurist. Im Jahr 1945 erfolgte der Eintritt in den FDGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund) und 1946 in die CDU. Drei Jahre nach Kriegsende, 1948, war er einer der Mitbegründer der Volkskongressbewegung in Thüringen und besuchte die Landesschule für Nationale Politik in Eisenach.

Zusatzinformationen
24.08.1924 Motorradrennen in Gera
eweils im August hatte es in den Jahren von 1924 bis 1928 eine sogenannte Dauerprüfungsfahrt in Form eines Motorradrennens gegeben. Das Rennen wurde vom ein Jahr zuvor gegründeten „Motorradclub“ veranstaltet. Das Clublokal war das zu dieser Zeit noch betriebene „Cafe` Fürst Heinrich“ in der Wiesestraße, später Ecke „Karl-Marx-Allee“. Fürst Heinrich XXVII Reuß., selbst ein leidenschaftlicher Motorradliebhaber, hatte für das erste Rennen am 24. August 1924 einen Ehrenpreis gestiftet. Das Rennen war für Motorräder aller Klassen und Leistungsstärken ausgeschrieben, um möglicht vielen Rennfahrern die Teilnahme zu ermöglichen. Die erste Runde hatte eine Länge von 38,53 Kilometern und führte vom Start in Pöppeln (später der Stadtausgang nach Ernsee) über das Waldhaus, Weißig, Hohe Reuth, Großebersdorf, Lederhose, Tautendorf, Kreuzstraße nach St. Gangloff, Klein- und Groß-Saara und Geißen bis zur Gaststätte Waldhaus. Dort war bei allen Rennen Start und Ziel. An der Hohen Reuth befanden sich beim ersten Rennen zum einen das ersatzteil-Depot und zum anderen die Rennstreckentankszelle. Der erste Sieger kam aus Chemnitz und hieß Walfried Winkler, welcher eine DKW fuhr. Ein Jahr später konnte er seinen Sieg wiederholen und wurde der erfolgreichste deutsche Motorrad-Rennfahrer der Vorkriegszeit. Zudem gelang es ihm, zahlreiche Weltrekorde aufzustellen.

Zusatzinformationen
06.07.1925 Karl Weschke geboren
arl Weschke wurde in Alt-Taubenpreskeln, einem späteren Stadtteil von Gera geboren und war ein deutsch-britischer Maler. Seine Mutter, die als Bedienung in einer Kneipe arbeitete und insgesamt drei Kinder von drei verschiedenen Vätern hatte, gab ihn mit zwei Jahren in ein Waisenheim und holte ihn erst als Siebenjährigen zu sich zurück. Einen großen Teil seiner Kindheit verbrachte er als Straßenjunge in Gera. Dort machte er seine ersten Skizzen, und der Bruder des Malers Otto Dix sprach ihn einmal an, als er ihm über die Schultern gesehen hatte. Geprägt durch seine schwere Kindheit, suchte er Halt bei der Hitlerjugend und meldete sich 1942 als Freiwilliger zum Kriegsdienst bei der Luftwaffe. 1945 geriet er in britische Kriegsgefangenschaft. Er verstarb am 20. Februar 2005 in Hayle, Cornwall/England.
Zusatzinformationen
08.1925 Die Weida-Konferenz
m August des Jahres 1925 fand ein okkultes Treffen in Weida statt. Diese Zusammenkunft ging in die Annalen der Stadt als die sogenannte Weida-Konferenz ein.
Zusatzinformationen
1926 Hans Joachim Rother geboren
ans Joachim Rother gehört zu den Geraern, welche in kurzer Zeit zu Opfern zweier Diktaturen wurde. Für den Zweiten Weltkrieg und das Nazi-Regime missbraucht und danach in die Fänge der deutschen Teilung geraten, verlief seine Jugend sehr dramatisch. wie er die Zeit erlebte und durchstand, ist in den Zusatzinformationen zu lesen.
Zusatzinformationen
1927 Rolf Staudte geboren
olf Staudtes Lebensweg begann 1927 auf der Insel Sumatra, da er dort das Licht der Welt erblickte. Seine Eltern waren beide aus Gera und er übersiedelte im Alter von drei Jahren mit ihnen wieder nach Gera. Im Zweiten Weltkrieg wurde er Jagdflieger bei der deutschen Luftwaffe und geriet danach in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Mehr über den Geraer ist in der Zusatzinformation zu finden.
Zusatzinformationen
04.01.1927 Hans Bentzien geboren
eboren wurde Hans Bentzien in Greifswald, sein Vater war ein einfacher Arbeiter. Er absolvierte die Volks- und Oberschule, legte dann die 1. Lehrerprüfung ab und wurde im Jahr 1944 erst zum RAD (Reicharbeitsdienst) und dann zur Wehrmacht eingezogen. Am 20. April1944, Hitlers 55. Geburtstag, wurde er Mitglied der NSDAP und geriet im Jahr 1945 in britische Kriegsgefangenschaft. Sofort nach Kriegsende in den Jahren 1945/46 trat er der KPD bei und nach dem Vereinigungsparteitag von KPD und SPD wurde er Mitglied der SED. In den unmittelbaren Nachkriegsjahren und noch vor der Gründung der DDR war er von 1946 bis 1948 Neulehrer in Greifswald. Ab dem Jahr 1948 und bis 1950 absolvierte er ein Studium der Geschichte an der EMAU (Ernst-Moritz-Arndt-Universität) Greifswald und der FSU (Friedrich Schiller Universität) Jena. Zeitweise war er dann Assistent des Kulturdirektors des VEB Carl Zeiss Jena, dann Instrukteur für Kultur der SED-LL Thüringen, 1. Sekretär der SED-KL Jena-Stadt, in den Jahren 1954 und 1955 Sekretär für Kultur und Volksbildung der SED-BL Gera als Nachfolger von Bruno Kiebs und ebenso zeitweise auch 1. Sekretär der SED-KL Jena-Stadt.

Zusatzinformationen
08.03.1927 Harry Thürk geboren
eboren wurde Harry Thürk als Lothar Rudolf in Zülz im Kreis Neustadt, Oberschlesien / Biala, Polen). Ab 1934 ist er aufgewachsen in Neustadt. Sein Vater war Gelegenheitsarbeiter, arbeitete aber auch als Straßenmeister und Angestellter. Er besuchte erst die Volksschule, dann die Handelsschule und machte von 1943 bis 1944 eine Ausbildung bei der Deutschen Reichsbahn, wo er auch eine Arbeit aufnahm.

Zusatzinformationen
17.05.1927 Hans Koch geboren
eboren wurde der spätere Kulturwissenschaftler und SED-Funktionär in Liebschwitz im Kreis Gera, sein Vater war Schlosser und Polizeioberwachtmeister und seine Mutter arbeitete als Spinnereiarbeiterin. Nach der Volks- und Aufbauschule legte er im Jahr 1944 sein Notabitur ab. In den letzten beiden Kriegsjahren arbeitete er von 1944 bis 1945 als Dreher und war von März bis April 1945 beim RAD (Reichsarbeitsdienst). Im Jahr 1945 war er Mitglied der KPD und trat nach dem Vereinigungsparteitag von KPD und SPD 1946 zur SED über. Er war Mitglied der KPD-Stadtteilleitung Gera, Sekretär des Antifa-Jugendausschusses Gera und ging 1946 in die FDJ. Im Sommer 1946 absolvierte er die LPS (Landesparteischule) in Bad Berka, von 1946 bis 1950 war er Sekretär der FDJ-KL Gera bzw. Sekretär für Kultur und Erziehung der FDJ-LL Thüringen.

Zusatzinformationen
18.10.1927 Das Theater wurde 25 Jahre alt
u diesem Anlass erlebten die Theaterfreunde am 18. und 20. Oktober 1927 zahlreiche Festvorstellungen. Unter anderem wurde "Don Giovanni" von Wolfgang Amadeus Mozart gespielt.
Zusatzinformationen
1928 Eine Statistik aus Hermsdorf
ermsdorf hatte zu diesem Zeitpunkt 3500 Einwohner. Außerdem verfügte der ort über eine Porzellanfabrik und Porzellanmalereien. Es folgt ein kleines Einwohnerverzeichnis von Hermsdorf, welches in den zusatzinformationen zu ersehen ist.

Zusatzinformationen
20.03.1928 Kurt Drummer geboren
eboren wurde Kurt Drummer in Gornsdorf im Erzgebirge, die Eltern arbeiteten in der Textilbranche, sein Vater war Strumpfwirker und die Mutter Strumpfkettlerin. in den Kriegsjahren von 1942 bis 1944 absolvierte er eine Ausbildung zum Koch im Hotel Chemnitzer Hof (Chemnitz) und war vom November 1944 bis Mai 1945 beim RAD (Reichsarbeitsdienst). Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges geriet er von Mai bis Juni 1945 britische Kriegsgefangenschaft. Bis Ende 1945 war er danach Helfer in der Landwirtschaft, von 1946 bis 1948 Koch in Auerbach, ab 1948 Küchenleiter im Hotel auf der Wartburg (Eisenach), von 1948 bis 1955 stellvertretender Küchenchef und Lehrmeister im Chemnitzer Hof.

Zusatzinformationen
21.10.1928 Kurt Gröbe über das Theater
in guter Kenner des Geraer Theaters schrieb einen Artikel über die letzten 25 Jahre Theaterkultur in Gera. Kurt Gröbe war Arzt und Schriftsteller in Gera.
Zusatzinformationen
21.11.1928 Der Fürst verstarb in der Stadt
einrich XXVII (1858 – 1928) der letzte regierende reußische Fürst starb auf Schloß Osterstein. Er wurde im Ebersdorfer Schloßpark beigesetzt.
Zusatzinformationen
12.1928 Günter Helbig geboren
ünter Helbig war in Gera geboren worden und musste nach einer recht unbeschwerten Kindheit den zweiten Weltkrieg erleben und auch in der DDR machte er wegen seiner politischen Einstellung  schlechte Erfahrungen mit dem System. Nicht alle Geraer Schicksale können hier behandelt werden, aber zumindest ein paar wenige Protagonisten sollen porträtiert werden. Neben Horst Ansky (Artikel Datum 07.1945) auch Rolf Staudte (Artikel Datum 1927) und Hans Joachim Rother (Artikel Datum 1926)
Zusatzinformationen
27.12.1928 Dorothea Tscheschner geboren
eboren wurde sie in Brieg (Schles. / Brzeg, Polen), ihr Vater war Architekt, was auch für ihr Leben prägend wurde. In den Jahren von 1935 bis 1938 besuchte sie die Volksschule und von 1938 bis 1944 die Oberschule Brieg. In den letzen beiden Jahren des Zweiten Weltkrieges 1944 und 1945 beteiligte sich die spätere Architektin und Städteplanerin am Panzergräbenbau für die Wehrmacht, war von 1946 bis 1947 in polnischen und sowjetischen Zwangsarbeiterlagern und anschließend bis 1948 in den Flüchtlingslagern Hoyerswerda und Chemnitz.

Zusatzinformationen
1929 Das Theater war mal wieder pleite
as Schicksal des Geraer Theaters schien zur Spielzeit 1929/30 erneut besiegelt. Das Geld war alle und neue Zuwendungen waren nicht in Sicht. In dieser schweren Zeit sendete das Theater einen Hilferuf an die Geraer Bevölkerung und das schier Unglaubliche geschah. Die Bürger spendeten 104 000 Mark und die Stadt bewilligte noch einmal 100.000 Mark für die Erhaltung des Theaters.
Zusatzinformationen
05.03.1929 Joachim Büchner geboren
eboren wurde Büchner in Westhausen, sein Vater war Zimmermann. Er besuchte die Volksschule und in den Jahren von 1941 bis 1943 absolvierte er eine kaufmännische Handelsschule und machte von 1943 bis 1947 eine  Ausbildung zum kaufmännischen Angestellten. Im Jahr 1947 trat er der SED bei und wurde Mitarbeiter des Kreis-Sekretariats der SED Langensalza. Ab dem Jahr 1949 arbeitete er als Sekretär der FDJ-KL Langensalza, im Jahr 1949 erfolgte der Eintritt in die Landesverwaltung für Staatssicherheit Thüringen, Dienststelle Langensalza, ab 1950 in der Abteilung V (Staatsapparat, Kultur, Kirchen, Untergrundspionage) der Landesverwaltung Thüringen, ab dem Jahr 1952 in der BV (Bezirksverwaltung Gera, ab 1953 war er Leiter der Abteilung V, ab 1955 war er der Leiter der Abteilung XV (Auslandsaufklärung), ab 1958 stellvertretender Leiter Operativ der BV Gera und von 1965 bis 1969 folgte ein  Direktstudium, dann Fernstudium, welche er als Diplomjurist abschloss. Zugleich war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der JHS Potsdam-Eiche (Juristische Hochschule des MfS) und ab 1969 Oberassistent.

Zusatzinformationen
01.04.1929 Kurt Turba geboren
urt Turba wurde 1929 in Leitmeritz (CSR / Litomerice, Tschechien) geboren, sein Vater arbeitete als Buchhalter und Bankangestellter und seine Mutter war Verkäuferin. In den Jahren 1935 bis zum Kriegsbeginn 1939 besuchte er die Volksschule in Leitmeritz und Prag und von 1939 bis 1944 die Oberschule in Prag. Vom 20. April 1943 (Adolf Hitlers 54. Geburtstag) bis 1945 (Kriegsende) war er in der HJ (Hitlerjugend), war Sportwart, Kameradschaftsführer und 1945 im HJ-Schanzeinsatz. Vom Juni 1945 bis zum September 1946 absolvierte er eine Ausbildung zum Landwirt in Bre?any (b. Brno, CSR), ab 1946 in Gaschwitz bei Gera, war ab 1946 Dolmetscher im Lager für Umsiedler in Rouchnice und trat im Jahr 1946 FDJ bei. Von 1947 bis 1948 besuchte er die Oberschule in Gera, machte Abitur, trat im Jahr 1948 der SED bei und absolvierte 1948 die KPS (Kreisparteischule) Luisenthal.

Zusatzinformationen
06.05.1929 Horst Salomon geboren
orst Salomon war Fördermann, Hauer und Sicherheitsinspektor bei der SDAG Wismut. Von der Wismut zum Studium an das Leipziger Literaturinstitut delegiert, übersiedelte er 1961 als freier Schriftsteller nach Gera. Er verstarb am 20. Juni 1972 in Gera.
Zusatzinformationen
16.10.1929 Volksbegehren zum Freiheitsgesetz
wischen dem 16. und dem 29. Oktober 1929 wurde auch in Gera ein Volksbegehren betreffend des sogenannten "Freiheitsgesetzes" durchgeführt.
Zusatzinformationen
10.02.1930 Klaus Hilbig geboren
eboren wurde er in Leipzig, sein Vater war Hufschmied und Schweißer und seine Mutter eine einfache Arbeiterin. Hilbig besuchte die Volksschule in Leipzig. Im Jahr 1941 ging er nach Bad Warmbrunn (Niederschlesien). Dann folgte die Aussiedlung nach Ronneburg bei Gera (Thüringen). Im Jahr 1946 kam es zum Vereinigungsparteitag der KPD und SPD zur SED, der er in selben Jahr beitrat. Im Jahr 1948 legte er sein Abitur in Gera ab und schloss zwischen 1948 und 1951 ein Studium an der Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Jena ab, war ab 1950 der 1. Sekretär der FDJ-GO (Freie Deutsche Jugend-Grundorganisation) der FSU (Friedrich-Schiller-Universität Jena), von 1951 bis 1960 Chefredakteur der Wochenzeitung "Der Junge Pionier", später "Die Trommel" und war Mitglied der ZL (Zentralleitung) der Pionierorganisation "Ernst Thälmann".

Zusatzinformationen
12.06.1930 Helmut Müller geboren
eboren wurde er in Reichenberg (CSR / Liberec, Tschechien), sein Vater war Textilarbeiter. Er besuchte die Volks- und Hauptschule in Kratzau (CSR) und absolvierte in den Jahren von 1944 bis 1946 eine Drogistenlehre in Reichenberg. Im Januar 1946 kam es dann zur Umsiedlung in die SBZ (Sowjetische Besatzungszone), er trat in die FDJ ein und war von 1946 bis 1948 als Bauarbeiter in Merkers (Thüringen) tätig. Im Jahr 1947 wurde er Mitglied in der SED, war von 1948 bis 1949 Sekretär für Junge Pioniere der FDJ-KL Eisenach und belegte im April 1948 einen Lehrgang an der FDJ-Landeshelferschule der Kindervereinigungen Thüringen, dem Vorläufer der Pionierorganisation. Von 1949 bis 1950 war er stellvertretender Abteilungsleiter für Junge Pioniere im Landesvorstand Thüringen, war ab Juli 1950 dort Sekretär für Studenten als Nachfolger von  Kurt Turba, war von 1950 bis 1951 Sekretär der FDJ-LL Thüringen und besuchte in den Jahren 1951 und 1952 die Komsomol-Hochschule in Moskau. Von 1952 bis 1955 war er 1. Sekretär der FDJ-BL Gera, Mitglied der SED-BL Gera und Abgeordneter des Bezirkstages. In den Jahren 1954 und 1955 war er Kandidat des Büros der SED-BL Gera, zwischen 1955 und 1966 Sekretär des ZR (Zentralrat) der FDJ und Mitglied des Büros des ZR der FDJ. Dort war er unter anderem als Leiter der Abteilung Verbände / Organisationsfragen, ab März 1957 Sekretär für Kader, ab Mai 1959 Agitations- und Propagandasekretär und absolvierte in den Jahren 1960 bis 1962 Fernstudium an der KMU (Karl-Marx-Universität) Leipzig.

Zusatzinformationen
30.06.1930 Feier zur Befreiung des Rheinlandes
uf dem historischen Geraer Markt fand an diesem Tag eine Kundgebung statt, welche der Befreiung des Rheinlandes gewidmet war. An der Art und Weise der Veranstaltung ließ sich schon drei Jahre vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten ein erheblicher Rechtsruck ausmachen. Solche Kundgebungen schürten den Hass der Menschen dieser Zeit und führten schlussendlich zum Zweiten Weltkrieg.
Zusatzinformationen
28.01.1931 Bringfried Müller geboren
ringfried Müller war ein in Langenberg gebürtiger Sportler. Er war in seiner aktiven Laufbahn Fußballer und Fußball-Trainer in der DDR. Als Spieler wurde er drei Mal DDR-Fußball-Meister und gewann einmal den DDR-Fußball-Pokal (FDGB-Pokal). Insgesamt 18 mal wurde er in die Fußball-Nationalmannschaft berufen. Bringfried Müller ist mit der erfolgreichen Eiskunstlauf-Trainerin Jutta Müller verheiratet. (Stand Dezember 2009)

Zusatzinformationen
Bilder aus unserer Galerie
1 Bilder gefunden - zur Bildergalerie
24.04.1932 Der neue "Simsonbrunnen"
it einem Fest wurde der neue „Simsonbrunnen“ eingeweiht. Die Erneuerung war durch Spenden der Geraer Bevölkerung möglich geworden. Besondere Verdienste erwarb sich der „Simson- Ausschuss“ unter dem Vorsitz von Pfarrer Simcik. Die Grundsteinlegung war bereits am 29.08.1931 erfolgt, wobei im Sockel des Brunnens eine Kupferkapsel mit Urkunden und einer Ausgabe des von Ernst Paul Kretschmer verfassten Buches „Geschichte der Stadt Gera“ eingebracht wurde.
Zusatzinformationen
1933 Die Geraer Haftanstalt
ie Nationalsozialistische Diktatur war ein Wechsel vom Rechtsstaat der Weimarer Republik zum Polizeistaat. Die Staatspolizei konnte Leute inhaftieren und in Konzentrationslager bringen. Die Justiz setzte Hitlers Vorstellung von "Recht" um. Die meisten politisch Inhaftierten kamen in Gestapo-Zellen, einige ins Gerichtsgefängnis.Die dafür benötigte Haftanstalt war in den 1870er Jahren in der Geraer Innenstadt im späteren Amthordurchgang errichtet worden.

Zusatzinformationen
01.1933 Nur noch 378 Juden in Gera
m Jahr 1933 lebten 378 jüdische Personen in der Stadt Gera. In den folgenden Jahren danach ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Am 28. Oktober 1938 wurden die in der Stadt zahlreichen sogenannten "Ostjuden" aus allen Stadtteilen abgeholt und zur Ausreise gezwungen. Sie wurden an die deutsch-polnische Grenze transportiert. Beim Novemberpogrom 1938 wurden die beiden Synagogen geschändet und demoliert. Die meisten der jüdischen Männer wurden verhaftet und in das KZ Buchenwald verschleppt. Bis 1939 wurden die letzten jüdischen Geschäfte "arisiert". Für die noch in der Stadt lebenden jüdischen Personen wurden sogenannte "Judenhäuser" eingerichtet. Das Haus der Familie Borenstein in der Schulstraße 16 ( Hußstraße), das Haus der Familie Birnbaum in der Agnesstraße 4 (Gagarinstraße) und das Haus Zschochernstraße 32. 1942 wurden noch 64 jüdische Einwohner gezählt. Die meisten von ihnen wurden bei zwei Deportationen in diesem Jahr in Vernichtungslager verbracht.
Zusatzinformationen
31.01.1933 Ein Fackelzug der Nationalsozialisten
n Gera zogen an diesem Abend die Organisationen der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) SA (Sturmabteilung), SS (Schutzstaffel) und HJ (Hitlerjugend) mit einem Fackelzug (zu Ehren des Führers Adolf Hitler stand am nächsten Tag in den "Geraer Nachrichten") durch die Straßen. Eine Gegendemonstration der Kommunisten wurde nebenbei gewaltsam aufgelöst. Dabei gab es zahlreiche Inhaftierungen.
Zusatzinformationen
23.02.1933 Professor Simmel wurde als Chefarzt entlassen
eit Juni 1928 war der jüdische Mediziner und Internist Chefarzt im Krankenhaus Gera. Als die Machtfülle der Nationalsozialisten zu nahm, wurde es schwer für Hans Simmel. An diesem Tag berichteten die "Geraer Nachrichten" in einer Ausgabe: ... nach Anweisung des Thüringer Innenministers (Fritz Sauckel 1894-1946 Anm. der Redaktion) ist Professor Simmel nicht mehr Chefarzt des Städtischen Krankenhauses, er bleibt jedoch im Krankenhaus beschäftigt."

Zusatzinformationen
01.04.1933 Den Geraer Nachrichten entnommen
n den "Geraer Nachrichten" stand geschrieben: "Der Abwehrboykott der NSDAP gegen die ausländische Greulhetze hat heute Vormittag Punkt 10.00 Uhr ordnungsgemäß eingesetzt. In Scharen strömten Schaulustige nach der inneren Stadt, um dort die Vorgänge des Boykotts zu beobachten. In der Sorge ist der Andrang des Publikums besonders groß, so dass der Fahrverkehr zeitweise gehemmt ist. Die meisten jüdischen Geschäftsinhaber hatten ihre Geschäfte geschlossen.
Zusatzinformationen
25.04.1933 Ein rassistisches Schulgesetz
as Gesetz gegen die Überfüllung deutscher Schulen und Hochschulen reglementierte die Anzahl der Schüler höherer Schulen und Studenten und berücksichtigte dabei das rassistische Merkmal einer ?nichtarischen? Abstammung. Das Gesetz war vor allem als Teil der antisemitischen Gesetzgebung bekannt. Es führte allerdings auch zu Einschränkungen für Nichtarier und insbesondere für Frauen.
Zusatzinformationen
01.06.1934 Die Luftschutzwerbewoche
ie Luftschutzwerbewoche wurde an diesem Tag in Gera eröffnet. Die Geraer wurden unterrichtet, wie man mit einer Luftschutzmaske umzugehen habe. Im Nachhinein hatten sich solche Aktivitäten immer als Kriegsvorbereitung herausgestellt.
Zusatzinformationen
25.06.1934 Die Deutschlandflieger über Gera
n diesem Tag waren die berühmten Deutschlandflieger über der Stadt Gera zu sehen. Es handelte sich dabei um eine traditionelle Fliegerstaffel, gegründet im Jahr 1911. Für die Geraer Luftfahrtinteressierten war es eine bestaunenswerte Veranstaltung.

Zusatzinformationen
01.07.1934 Der Röhm-Pusch und die Stadt Gera
ls Röhm-Putsch bezeichnete die nationalsozialistische Propaganda die Ereignisse von Ende Juni/Anfang Juli 1934 um die Ermordung Ernst Röhms, des Stabschefs der SA, und weiterer SA-Funktionäre sowie anderer von der nationalsozialistischen Führung als feindlich eingeschätzter Personen. Unter den vermutlich etwa 200 Toten waren unter anderem auch bekannte Persönlichkeiten wie z.B. Kurt von Schleicher, Hitlers Amtsvorgänger als Reichskanzler, und seine Ehefrau. Daneben gab es aufgrund von Verwechslungen auch Zufallsopfer, die zu Hitler und seinem Regime keine nennenswerte Beziehung hatten. Die vor allem auf Betreiben von Hitler und Hermann Göring lange vorbereitete Säuberungswelle wurde durch Kommandos der SS mit Unterstützung durch Gestapo und Reichswehr durchgeführt. Zu Grunde lagen dem Blutbad NS-interne ideologische Differenzen und machtpolitische Spannungen zwischen der SA und Teilen der NSDAP, auf deren Seite Hitler stand.

Zusatzinformationen
15.01.1935 Kundgebung zur Saarabstimmung
uf dem Geraer Markt in der Innenstadt fand an diesem Tag eine große Kundgebung zur sogenannten "Saarabstimmung" statt.
Zusatzinformationen
10.1935 Das Schützen-Regiment vom Standort Gera
as Schützen-Regiment 1 wurde Anfang Oktober 1935 in Gera, im Wehrkreis IV, aufgestellt. Das II. Bataillon wurde ab dem 3. Oktober 1935 in einer neuen Kaserne am Südhang des Ettersberg in Weimar, ebenfalls Wehrkreis IV, stationiert. Das Regiment entstand durch die Umbenennung der Reiter-Regiments Gera (11. Preußisches Reiterregiment). Dazu kamen noch Abgaben vom Reiter-Regiment 18 (3. Schwadron) und vom ehemaligen I. Bataillon vom Infanterie-Regiment 14, jetzt Infanterie-Regiment Meiningen. Das Regiment wurde nach der Aufstellung in die neue 1. Panzer-Division unter eingegliedert. Taktisch wurde das Regiment der 1. Schützen-Brigade unter Oberst von Vietinghoff genannt Scheel unterstellt. Am 15. Oktober 1935 legten die ehemaligen Reiter ihre gelbe Waffenfarbe ab und erhielten dafür das Rosa der Kraftfahrtruppe.1936 wurde festgelegt, das Gera auch für das I. Bataillon nur ein vorläufiger Standort war. In den nächsten Jahren machte das Regiment regelmäßig Abgaben zur Aufstellung neuer Verbände der Panzertruppe. 1937 wurde beim Regiment vorrangig Ausbildung betrieben. Im folgenden Jahr absolvierte das Regiment zwei große Übungen auf dem Truppenübungsplatz Groß Born, im Wehrkreis II, bei denen es seinen Ausbildungsstand vorzeigte.

Zusatzinformationen
14.10.1935 Eine Heirich-Schütz-Feier
ine Heinrich-Schütz-Feier gab es an diesem Tag in Köstritz bei Gera für die Freunde der Musik und zu Ehren des bekannten Komponisten. Heinrich Schütz (1585-1672) war unter anderem der Komponist der ersten deutschen Oper „Dafne“, welche auf das Jahr 1627 datiert wurde.
Zusatzinformationen
26.04.1936 Ein Prinz und die Nationalsozialisten
n einem Brief an die Königin der Niederlande, Wilhelmina Prinzessin von Oranien-Nassau und Königin von 1890-1948 (geb. 31.08.1880- gest.28.11.1962), setzte sich  Heinrich XXXIII. Prinz Reuß für den Nationalsozialismus ein, legte seine Gründe schriftlich dar und erklärte seine Unterstützung. Gleichzeitig trat auch seien antisemitische Gesinnung deutlich hervor.
Zusatzinformationen
11.08.1936 Ringer Kurt Hornfischer
ie Stadt Gera ehrte den Ringkämpfer Kurt Hornfischer mit der „Goldenen Stadtmünze“. Er hatte während der in Berlin ausgetragenen Sommerolympiade die Bronzemedaille im Schwergewichtsringen erkämpft.
Zusatzinformationen
09.11.1936 Die Gestapo-Außendienststelle Gera
ie Einrichtung von Gestapo-Außendienststellen in Gera erfolgte zur Verfolgung der Kommunisten in Ostthüringen und in Ohrdruf zur Überwachung des Truppenübungsplatzes. Hier das Gesuch an den Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern.

Zusatzinformationen
19.07.1937 Thomas Ammer geboren
homas Ammer ist ein deutscher Historiker und DDR-Oppositioneller. Als Mitbegründer des Eisenberger Kreises wurde er 1958 zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt und 1964 von der Bundesrepublik freigekauft. Seine Eltern waren Inhaber eines Handwerksbetriebs zur Herstellung historischer Tasteninstrumente. Sein Vater, der ab 1943 Verbindungen zum kommunistischen Widerstand unterhielt und 1945 der KPD beitrat, verstarb im Januar 1946. Als im Frühjahr 1953 mehrere Schüler auf Grund ihrer Mitgliedschaft in der Jungen Gemeinde von der Eisenberger Oberschule verwiesen wurden, geriet Ammer, bis dahin FDJ-Sekretär seiner Klasse, in innere Opposition zum SED-Staat. Er und weitere Schulkameraden setzten sich erfolglos für den Verbleib der verwiesenen Schüler ein.

Zusatzinformationen
07.10.1937 Hans Schmigalla geboren
eboren wurde Hans Schmigalla in Ohlau (Schles. / Olawa, Polen), sein Vater war ein Angestellter. Nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 siedelte seine Familie um und er absolvierte seinen Schulbesuch in Gardelegen, wo er auch 1956 sein Abitur machte und anschließend praktische Tätigkeiten in verschiedenen Maschinenbaubetrieben annahm. Dann folgte ein Studium als technischer Betriebswirt im Maschinenbau an der TU (Technische Universität) Dresden, wo er im Jahr 1961 seinen Abschluss als Diplomingenieurökonom machte. Im Jahr 1962 trat er der SED bei, wurde in den Jahren von 1962 bis 1969 Assistent an der TH "Otto von Guericke" Magdeburg, dort promovierte er 1966 mit der Arbeit "Methoden zur Vorausbestimmung des wirtschaftlichsten räumlichen Strukturtyps und zur optimalen Gestaltung räumlichen Strukturen der spanenden Fertigung" und im Jahr 1969 wurde er facultas docendi für das Lehrgebiet Betriebsgestaltung. Ebenfalls ins Jahr 1969 fiel, dass er Dozent an der FSU (Friedrich-Schiller-Universität) Jena wurde, dort im Jahr 1972 die Promotion B mit der Studie "Über einige Tendenzen und Voraussetzungen der Automatisierung der Betriebsprojektierung" erhielt und ab 1972 ordentlicher Professor für Technologie (Betriebsgestaltung) wurde.

Zusatzinformationen
1938 Die Gänge unter dem Ortsteil Großsaara
em Herrn Peofessor Doktor Doktor Randzio wurde in diesem Jahr vom Gasthofbesitzer Opitz sowie vom Pfarrer der Gemeinde Großsaara berichtet, dass in einer Sage die Rede davon sei, dass vom Rittergut Großsaara ein unterirdischer Gang zur Kirche führen soll. Der Gelehrte sah sich die Unterwelt an und konnte nicht wirklich viel fest stellen.
Zusatzinformationen
14.03.1938 Gutachten zu Geraer Luftschutzanlagen
chon vor dem Beginn des zweiten Weltkrieg hatte man in Gera die Luftschutzkeller und andere unterirdische Schutzanlagen begutachten lassen. Ein Berliner namens Professor Doktor Doktor E. Randzio erstellte die Gutachten im Auftrag der Stadtbauverwaltung Gera über "Die Ausbaumöglichkeit der in der Stadt vorhandenen, dort "Höhler" genannten, alten Stollenbauten zu öffentlichen Luftschutz-Anlagen." Was er begutachtete ist in der Zusatzinformation zu lesen.
Zusatzinformationen
24.06.1938 Ende eines Pachtvertrages
ach dem Tod von Dr. jur. Friedrich Alfred von Ziegenhierd 1937, dem letzten Mitglied der Familie von Ziegenhierd und Besitzer des Rittergutes in Liebschwitz, endete an diesem Tag der Pachtvertrag mit dem Erben von Hermann Querengässer, seinem Sohn Arthur Querengässer. Schon am nächsten Tag kam ein neuer Besitzer auf das Gut.
Zusatzinformationen
09.11.1938 Erinnerungen an die Pogromnacht
eraer Bürger erinnerten sich später an die Pogromnacht, an ihre Ängste um ihre Verwandten, an den Kriegsschrecken, an Deportationen, an Kindheitserinnerungen und an die Pressemitteilungen in Gera zu jener Zeit.
Zusatzinformationen
1939 Ein Brief an den Archivar in Gera
runo Geweniger (1862-1949) war ein bekannter Geraer Lehrer, langjäriger Schulrektor in Zwötzen und Heimatkundler. In seiner Tätigkeit schrieb er auch Briefe an den Geraer Stadtarchivar Ernst Paul Kretschmer (1887-1957) mit heimatkundlich-geschichtlichen Inhalten, die dieser für seine Arbeit im Stadtarchiv entgegen nahm. Was er im Juni 1939 an E.P. Kretschmer schrieb ist in der Zusatzinformation zu lesen.

Zusatzinformationen
20.04.1939 Das Geraer Schützenregiment
as Geraer Schützenregiment wurde im Verlauf seiner Existenz vielfältig eingesetzt und wechselt häufig den Standort. Am 20. April 1940 nahm es an der Geburtstagsparade Adolf Hitlers teil, der seinen 50. Geburtstag beging. Als seinen endgültigen Standort bezog das I. Bataillon Anfang 1939 neue Kasernen im Ortsteil Lützendorf der Stadt Weimar. Damit war das gesamte Regiment in neuen Kasernen in Weimar stationiert. Das Regiment wurde jetzt auch mit SPW (Schützenpanzerwagen) ausgerüstet. Mitte März 1939 rückte das Regiment wieder aus. Es wurde im Raum Oppeln, im Wehrkreis VIII, bereitgestellt, während andere Divisionen Böhmen und Mähren besetzten.

Zusatzinformationen
01.09.1939 Beginn Zweiter Weltkrieg
echs Jahre Geschichte welche die Welt bewegten. Zwölf Jahre Nazi-Herrschaft. 60 Millionen Opfer. Die größten Verbrechen des 20. Jahrhunderts. Der "Endsieg" war dann der "Sieg" des Friedens in Europa. Am Ende meinte Hermann Göhring lapidar "Hauptsache 12 Jahre gut gelebt". Weitere Informationen erhalten Sie in den Zusatzinformationen.
Zusatzinformationen
02.11.1939 Was war ein O-Bus?
er Oberleitungsbus Gera war ein öffentliches Verkehrsmittel, das durch den Vorgänger des Geraer Verkehrsbetriebes GmbH betrieben wurde, der noch immer (Stand 2011) die Straßenbahn und die Buslinien in der Stadt Gera betreibt. Am 2. November 1939 nahm der O-Bus seinen Betrieb auf, als achter O-Bus in Deutschland und erster O-Bus in Thüringen. Die Strecke ging anfangs vom Platz der Republik über den Markt und Leumnitz bis zur Reußischen Kaserne (Dornaer Straße). Bereits seit 1935 verkehrte auf der Strecke ein Omnibus. Zunächst war der Bau einer Straßenbahn vorgesehen, die Pläne hierfür gehen in die 1920er Jahre zurück. Aufgrund der Steigung von bis zu 6 % am Nicolaiberg beschloss man nach einigen Prüfungen die Realisierung als O-Bus. 1956 ging in Leumnitz eine Zwischenwendeschleife in Betrieb, die im dichteren Verkehr zur Hauptverkehrszeit genutzt wurde. 1964 wurde die Linie nach Westen bis zum Bergarbeiterkrankenhaus (Waldklinikum) verlängert. 1973 wurde die Wendeschleife im Stadtzentrum bei Umbauarbeiten in die Flanzstraße verlegt. Im Jahr darauf wurde die Wendeschleife in Leumnitz wieder demontiert, da sich die Wohngebiete nicht in den östlichen, sondern weiter in den westlichen Teil der Stadt entwickelt hatten. Am 14. September 1977 endete der O-Bus-Betrieb in Gera. Einerseits war die Unterhaltung der Fahrzeuge kompliziert und aufwändig, andererseits wurde das Stadtzentrum umgestaltet, so dass größere Streckenumverlegungen notwendig gewesen wären, woraufhin man sich für den flexibler einsetzbaren nicht an Oberleitungen gebundenen Omnibusbetrieb auf der Strecke entschied.

Zusatzinformationen
23.08.1940 Horst Jäger geboren
orst Jäger geb. am 23. August 1940 in Eisenach, war Politiker (SED) und von 1988 bis 1990 Oberbürgermeister der Stadt Gera. Er war der Nachfolger von Horst Pohl, welcher mehr als ein Viertel Jahrhundert die Geschicke Geras gelenkt hatte und der letzte Oberbürgermeister mit der Parteibuch der SED in Gera. Damit auch der letzte DDR-Oberbürgermeister vor der politischen Wende der Jahre 1989/90, welche auch sein politisches Ende einläutete. (Stand Juli 2010)
Zusatzinformationen
16.11.1940 Der Berliner "Varietéstar" Claire Waldoff in Gera
nter dem Motto „Parade des Frohsinns“ fand in der „Heinrichbrücke“ eine Varietéveranstaltung mit Claire Waldoff statt.
Zusatzinformationen
20.06.1941 Ulf Merbold geboren
lf Dietrich Merbold wurde in Greiz bei Gera geboren und ist ein deutscher Physiker und Astronaut. Er war 1983, fünf Jahre nach dem DDR-Kosmonauten Sigmund Jähn, der erste Bürger der Bundesrepublik Deutschland im All. Merbold und Jähn wuchsen nur etwa 40 Kilometer voneinander entfernt im Vogtland auf. Geboren als Einzelkind eines Lehrerehepaares, wuchs Merbold in Wellsdorf auf, einer kleinen Ortschaft in Ostthüringen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sein Vater eingezogen und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Kurz nach seiner Rückkehr wurde er 1945 von Soldaten der Roten Armee verhaftet, in das Speziallager Nr. 2 Buchenwald gebracht und starb dort drei Jahre später. Merbold lebte ab 1945 in Kurtschau, einem dörflichen Vorort von Greiz, mit seiner Mutter in einem Haus in unmittelbarer Nachbarschaft zu seinen Großeltern.

Zusatzinformationen
11.11.1941 Ein Bahnjubiläum
nlässlich des 40jährigen Bestehens der G.M.W.E. (Geraer-Meuselwitzer-Wuitzer-Eisenbahn) im Kriegsjahr 1941, verfasste der Geraer Industrielle und Textilunternehmer Louis Hirsch eine Laudatio.
Zusatzinformationen
1942 Lutz R. Ketscher in Gera geboren
utz R. Ketscher wurde in Gera geboren und durch seine künstlerische Tätigkeit vor allem im deutschsprachigen Raum aber auch in Europa bekannt. In den Jahren 1956-1959 absolvierte er eine Lehre als Chromolithograph und von 1960-65 widmete er sich dem Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, welche er mit dem Diplom abschloss. (Stand September 2010)

Zusatzinformationen
20.02.1942 Eine Richtlinie des Reichssicherheitshauptamtes
as deutsche Reichssicherheitshauptamt gab Richtlinien zur Durchführung der Deportation von Juden nach Auschwitz heraus. Auch Geraer Juden waren deportiert worden und mussten sich an diese neuen Gegebenheiten halten. Was bei der Reise in den sicheren Tod erlaubt und was verboten war, ist in der Zusatzinformation zu lesen.
Zusatzinformationen
12.06.1942 Anweisung an die Gestapo in Gera
ie Gestapo (Geheime Staatspolizei), welche in Gera eine Haftanstalt in der Amthorstraße "betrieb" erhielt eine Anweisung des Chefs der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS als eine Geheime Reichssache. Es ging um die Verfahrensweise der verschärften Vernehmung der Häftlinge (Folter) und deren Anwendung in der Praxis.
Zusatzinformationen
01.05.1944 Die vorhandenen Luftschutzkeller der Stadt
n den Jahre 1935 bis 1938 begutachtete der Berliner Professor Doktor Doktor E. Randzio die Geraer Bergkeller und Höhleranlagen. Nicht alle empfand er als luftschutztauglich. Und so musste man in Gera mit umfangreichen Baumaßnahmen beginnen. Wie viele Menschen sich in welchem Bergkeller Schutz suchen konnten, steht in den Zusatzinformationen.
Zusatzinformationen
05.06.1944 Erinnerungen eines Geraer Bürgers
an musste nicht selbst jüdischen Glaubens sein, um von den Nationalsozialisten Schwierigkeiten zu bekommen. Es reichte dabei völlig aus, einen Ehepartner jüdischen Glaubens zu haben. Viele Ehen wurden zu dieser Zeit zwangsgeschieden. Jeder hatte sogenannte Personenstandsangaben zur Rassenzugehörigkeit seines Ehepartners vorzulegen. Bei falschen oder lückenhaften Angaben machte man sich strafbar.
Zusatzinformationen
15.10.1944 Wieder ein verzweifelter Selbstmord
ie Eheleute Waldemar und Elly Weber mit Tochter Emmy wählten den Freitod. Die Ehe mit dem Journalisten Waldemar Weber, dem wir wertvolle Beiträge zur Geschichte des Geraer Kunst- und Musiklebens verdanken, bot der Jüdin Elly Weber keinen Schutz mehr vor Deportation und Tod.
Zusatzinformationen
18.11.1944 Ibrahim Böhme geboren
eboren wurde der später sehr bekannte DDR-Politiker in Bad Dürrenberg (bei Halle), sein Vater war Feuerungsmaurer und SED-Funktionär in den Leuna-Werken. Seine Mutter war Hausfrau und verstarb schon im Jahr 1947, weswegen er zunächst bei Pflegeeltern und ab 1949 im Kinderheim in Zeitz aufwuchs. Im 1952 kam dann die Rückkehr zum Vater und in den Jahren 1952 bis 1961 besuchte er die POS (Polytechnische Oberschule) in Bad Dürrenberg. Von 1961 bis 1963 folgte eine Ausbildung zum Maurer in den Leuna-Werken. Er trat 1962 in die SED ein und war bis zu seinem Ausschluss 1978 dort Mitglied. Zwischen 1963 und 1965 war er als Erzieher im Lehrlingswohnheim der Leuna-Werke tätig und im Jahr 1965 musste er sich einem Parteiverfahren, was mit einer strengen Rüge wegen kritischer Äußerungen zum Parteiausschluss von Robert Havemann endete, stellen. Wogegen die von ihm betreuten Lehrlinge allerdings protestierten (darunter die Stieftochter von  Erich Mielke). Im Juli 1965 wurde er Bibliothekshilfskraft in Greiz, in den Jahren 1967 bis 1972 folgte ein Fernstudium an der FS für Bibliothekare in Leipzig. Als Bibliothekar arbeitet er zwischen März und September 1968 und war Leiter des Jugendklubs in Greiz, wo ihm wegen öffentlichen Sympathiebekundung für den "Prager Frühling" gekündigt wurde und er eine Parteistrafe (strenge Rüge) erhielt. Von 1968 bis 1971 war er Zusteller, dann Mitarbeiter in der Lohnabteilung der Post in Greiz. Ab Januar 1969 wurde er als IM "August Drempker" (auch Paul Bonkartz, Bernd Rohloff, Maximilian) beim MfS Greiz erfasst. Er fertigte für die Stasi umfassende Berichte über  Reiner Kunze. Zwischen März 1971 und Juni 1977 war er hauptamtlicher Kreissekretär des KB in Greiz, dann bis März 1978 Bibliothekar in der Wissenschaftlichen Allgemeinbibliothek Gera. In der Zeit vom  25.3.1978 bis zum 25.7.1978 wurde er durch das MfS (Ministerium für Staatssicherheit) nach einer Flugblattaktion im Bahnhof Magdeburg inhaftiert. Die Entlassung aus dem MfS erfolgte auf persönliche Weisung von Erich Mielke.

Zusatzinformationen
04.1945 Gera wurde flächendeckend zum Lazarett
ie Zahl der Kriegs-Verwundeten, der Trauma-Geschädigten, der Entkräfteten, der Tuberkulose-Patienten und anderer Erkrankten verlangten vom Krankenhauspersonal alles ab. Nun war es notwendig geworden, einige Hilfskrankenhäuser in der Stadt ein zu richten. Schulen, Altenheime und sogar Gaststätten wurden zur Versorgung der Patienten um funktioniert. Das Haupthaus des Waldklinikums hatte allein 650 Patienten zu versorgen. Die großen Säle der Hauptflügel waren nun mit 24 statt 16 Patienten belegt. Es herrschte unvorstellbare Zustände, vor allem auch in den Hilfskrankenhäusern.
Zusatzinformationen
06.04.1945 Der schwerste Bombenangriff auf Gera
ie Zerstörungen waren erheblich und die Verluste an Menschenleben und Bausubstanz waren unerträglich. (Mehr findenden Sie in den Zusatzinformationen zum Zweiten Weltkrieg)
Zusatzinformationen
13.04.1945 Der Evakuierungsmarsch
n den frühen Morgenstunden ereichte der Evakuierungsmarsch der Buchenwaldhäftlinge Gera.
Zusatzinformationen
01.07.1945 Wie die Thomas Müntzer Straße entstand
eit 1934 hatte diese Straße in Lusan die Bezeichnung "In der Klebrig" und sollte auf ein feuchtes und damit "klebriges" Flurstück benennen. Danach wurde die Straße dann nach Thomas Müntzer benannt. Wer das war, ist in der Zusatzinformation zu lesen.
Zusatzinformationen
02.07.1945 Auf der Flucht vor den Russen
ls auch in Gera die Besatzungsmacht von den Amerikanern auf die Russen überging, blieb vielen Geraer nur noch die Flucht in den Westen Deutschlands, um den Besatzern zu entgehen.
Zusatzinformationen
25.08.1945 Willkürliche Verhaftungen in Gera
igentlich wurde Thüringen und damit verbunden auch Gera von den amerikanischen Soldaten 1945 befreit. Thüringen war allerdings gegen West-Berlin mit den Russen getauscht worden und so kamen nach den Amerikanern nun die Russen. Die wollten auch in Gera ein Gesellschaftssystem nach ihrem eigenen stalinistischen Vorbild aufbauen und gingen gegen jeden vermeintlichen Dissidenten vor. Es kam zu Verhaftungswellen, bei denen die Mitglieder der "Werwolf-Organisation" unschädlich gemacht werden sollten. Die sogenannten "Werwölfe" waren eine Widerstandsgruppe, welche sich gegen die russischen Besatzer gewandt hatten. Auch der Geraer Rolf Staudte, Jahrgang 1927, war verdächtigt worden und im Sommer 1945 verhaftet worden. Nach den Aufenthalten in Buchenwald, das Lager hatten die Russen nach dem Krieg weiter genutzt, und im abgeschiedenen Kasachstan kam er erst 1948 wieder frei und konnte nach Hause in seine Heimatstadt Gera zurück kehren.
Zusatzinformationen
02.10.1945 Willkürliche Verhaftungen
er Geraer Heinz Gruner war im Frühjahr 1945 aus dem Zweiten Weltkrieg zurück gekehrt. Glücklich, den Krieg überlebt zu haben, sollte ein neues Leben beginnen. Er wollte einen Beruf lernen und in Gera leben. Wie er in die Fänge der Militärjustiz kam, wie lange er im Gefängnis saß und wessen er beschuldigt worden war, ist in der Zusatzinformation zu lesen. Heinz Gruner hatte den Bericht im Jahr 2006 selbst verfasst.
Zusatzinformationen
11.1945 Ein Geraer Kriegsschicksal
lfred Hoffmann wurde im Jahr 1929, am 12. Januar, geboren und war zum Ende des Zweiten Weltkrieges von den russischen Besatzern verhaftet worden. Sich keiner Schuld bewusst, musste er alles was die Besatzer ihm antaten über sich ergehen lassen. Mit seinen 16 Jahren war er zum Verbrecher erklärt worden und musste für lange Zeit in Haft. Erst im Jahr 1990 erzählte er seinen Kindern von diesem Teil seines Lebens. So lange hatte er sich an die Schweigeverpflichtung zu Zeiten der DDR gehalten.
Zusatzinformationen
30.11.1945 Gegen die sogenannte Boykotthetze
ie sowjetische Besatzungsmacht befahl den deutschen Ländervertretungen in ihrer Zone bereits zu dieser Zeit gegen das Verbrechen der Gerüchtemacherei und auch gegen das Wahrsagen streng vorzugehen. Darauf hin wandte sich der Präsident des Landes Thüringen, Dr. Rudolf Paul (1893-1973), an diesem Novembertag an den Generalstaatsanwalt in der Stadt Gera.
Zusatzinformationen
04.04.1946 Verhaftungen in Gera
n Gera wurden im Jahr 1946 30 Jugendliche wegen angeblicher „Wehrwolftätigkeit“ verhaftet. Unter Folter und Drohungen erpresste man von ihnen Geständnisse. Anschließend wurden sie zu Haftstrafen von 10 bis 25 Jahren verurteilt. Am 4. April 1946 wurden vier der verhafteten jungen Menschen zwischen 16 und 17 Jahren zum Tode verurteilt. (Die Wehrwölfe waren das letzte Aufgebot der Nationalsozialisten 1944 und 1945. Mehr dazu in den Zusatzinformationen.)

Zusatzinformationen
17.04.1946 Polizisten wurden hingerichtet
as russische Militärtribunal verurteilte 12 ehemalige Polizeibeamte zum Tod durch Erschießen , welche ihren Dienst in und um Gera versehen hatten, als die Nationalsozialisten an der Macht waren bzw. während des Zweiten Weltkrieges. An diesem Tag wurde das Urteil vollstreckt.
Zusatzinformationen
14.09.1946 Rainer Schlutter geboren
ainer Schlutter, geboren in Greiz bei Gera war Fußballspieler in der DDR-Oberliga, der obersten Spielklasse des ostdeutschen Fußballverbandes. Mit dem FC Carl Zeiss Jena wurde er zweimal DDR-Meister und Pokalsieger. Er ist fünffacher DDR-Nationalspieler. Später arbeitete Schlutter als Fußballtrainer. Die Betriebssportgemeinschaften Chemie und Fortschritt in seiner thüringischen Heimatstadt Greiz standen am Beginn von Schlutters Fußball-Karriere. 1963 wurde er zum SC Motor Jena delegiert, dem Fußballschwerpunkt der Region. Dort spielte er zunächst in der Juniorenmannschaft und wurde zugleich in den Kader der DDR-Junioren-Nationalmannschaft aufgenommen.

Zusatzinformationen
22.03.1947 Gedenken an Erich Knauf
n der Geraer Ausstellungshalle im Stadtteil Debschwitz wurde an diesem Tag eine Gedächtnisausstellung mit dem Titel "in memoriam Erich Knauf" eröffnet.
Zusatzinformationen
16.11.1947 Eine Graphik-Ausstellung in Gera
ine Graphik-Ausstellung mit Werken bekannter Künstler war in der Geraer Ausstellungshalle im Stadtteil Debschwitz bis zum 17. Dezember 1947 zu sehen. Gezeigt wurden Werke von Hofer, Pechstein, Nolde, Liebermann, Dix, Kollwitz, Slevogt, Müller und anderen Künstlern. Die Besucherzahl wurde mit insgesamt 540 angegeben. (Mehr dazu in den Zusatzinformationen) 
Zusatzinformationen
1948 Die Zeugen Jehovas in Gera
m Jahr 1948 wurde die Versammlung Gera aufgrund des Wachstums geteilt. Die Versammlung Gera-Nord behielt „Tremperts Lokal“ als Versammlungsstätte. Die neue Versammlung Gera-Süd fand einen Saal in der Bielitzstraße im Stadtzentrum. Dieser Saal wurde von den Zeugen Jehovas renoviert. Auch in der unmittelbaren Umgebung von Gera entstanden Versammlungen, wie in Pölzig, in Wünschendorf und in St. Gangloff. In Weida wurde von den Zeugen ein Saal in einem öffentlichen Lokal gemietet und von 30 bis 40 Personen besucht.

Zusatzinformationen
20.03.1948 Ein Ausstellung über Puschkin
m Geraer "Haus der Gesellschaft zum Studium der Kultur der Sowjetunion", welches auch als "Haus des Handwerks" bekannt wurde, zeigte man zu dieser Zeit eine Ausstellung über Alexander Puschkin.
Zusatzinformationen
07.04.1948 100 Jahre Revolution
ie Revolution von 1848 in Gera und Reuß war an diesem Tag Thema eines öffentlicher Vortrag des Geraer Stadtarchivars Ernst Paul Kretschmer 81887-1957) in der Stadthalle. Ein starker Besucherandrang herrschte bei dem viel beachteten Vortrag.
Zusatzinformationen
07.09.1948 Eine Festwoche in Großaga
roßaga beging in der Woche bis zum 12. September 1948 die Feier zum 700-jährigen Bestehen des Ortes durch eine Festwoche. Eine 108 Seiten umfassende Festschrift von Stadtarchivar Kretschmer (1887-1957) erschien aus diesem Anlass. Der Landesbischof Dr. Moritz Mitzenheim besucht Großaga und predigt an einem der beiden Festsonntage.
Zusatzinformationen
01.01.1949 Die DDR im Jahr 1949
n diesem Jahr wurde am 7. Oktober die DDR gegründet. In der folgenden Zusatzinformation soll die DDR-Chronik dieses Jahres beleuchtet werden.
Gera wurde 1952 eine der 15 Bezirkshauptstädte.
Zusatzinformationen
20.05.1949 Die Zeugen Jehovas in Gera
n Gera fand vom 20. bis zum 22. Mai 1949 die erste Kreisversammlung unter dem Motto: „Ich will dich noch mehr und mehr lobpreisen!“ In der Chronik der Zeugen wird berichtet:„Diese dreitägige Zusammenkunft [...] wurde [...] in der Ostvorstädtischen Turnhalle durchgeführt. Zum öffentlichen Vortrag mussten sogar noch außerhalb Lautsprecher aufgestellt werden, da der Saal überfüllt war. Die Brüder überließen den Interessierten dabei die Plätze im Saal. Die Anwesenden auf der Bühne sind das große Orchester, das durch Brüder aus Zeitz verstärkt wurde. Mit allen möglichen Instrumenten spielten sie begeistert Königreichslieder.“Am 13. September 1949 stimmte das Politbüro der SED unter der Leitung von Wilhelm Pieck, sowie der Teilnahme von Otto Grotewohl und Walter Ulbricht, einer Vorlage Ulbrichts zu, die mit dem Titel „Maßnahmen über die Zeugen Jehovas“ folgendes aussagte:„Das Auftreten der ,Zeugen Jehovas’ in der sowjetischen Besatzungszone zeigt immer deutlicher, dass es sich bei dieser Organisation um eine besonders raffinierte Propaganda des amerikanischen Monopolkapitals handelt. In einzelnen Fällen wurde sogar festgestellt, dass diese Organisation zu Spionage-zwecken Verwendung findet. Andererseits ist der Mitgliederzuwachs bei dieser Organisation in den letzten Monaten rapide gestiegen, was sich vor allem in den demokratischen Massenorganisationen (DFD und FDJ), zum Teil auch schon in der Partei bemerkbar macht. Um gegen diese Entwicklung aufzutreten und die
heimtückische Propaganda zu bekämpfen,sind folgende Maßnahmen erforderlich:

Zusatzinformationen
07.1949 Die Geschichte des Horst Ansky
orst Anky ist 1927 in Gera zur Welt gekommen und durch die Kriegswirren 1945 im Westen Deutschlands gestrandet. Nach dem Bombenangriff auf Gera vom April 1945 schlug er sich in die Heimat nach Gera durch und wurde von den russischen Besatzern als fest genommen. Wie sein abenteuerliches Leben danach verlief ist in einer Kurzbiographie in den Zusatzinformationen zu lesen.
Zusatzinformationen
07.10.1949 Die Gründung der DDR
un war die endgültige Trennung beider deutscher Staaten vollzogen. Mit der Gründung der DDR begann der über Jahrzehnte währende Teilungskonflikt zwischen zwei deutschen Staaten, die nicht unterschiedlicher hätten sein können.
Zusatzinformationen
07.10.1949 Die Nationalhymne der DDR
n diesem Tag im Oktober landete auch Gera endgültig in der DDR. Schon am 23. Mai 1949 trat  eine Verfassung in Kraft, wodurch aus den Westzonen die Bundesrepublik Deutschland entstand, welche sich damit deutlich von der Sowjetischen Besatzungszone, der späteren DDR, distanzierte. Beide deutschen Staaten hatten eine jeweils eigene Nationalhymne. In Westdeutschland sang man nur die dritte Strophe, da man nach dem verlorenen Krieg von der Textzeile "Deutschland über alles" absah, da sie zu sehr an die territorialen Machtansprüche der Nationalsozialisten erinnerte. Auch an der Hymne der DDR gab es später etwas aus zu setzen, denn da war ein "Deutschland einig Vaterland" zu hören. Daher wurde der ursprüngliche Text nicht mehr gesungen, sondern nur noch die Melodie intoniert. In der Zusatzinformation ist der Text noch einmal nach zu lesen.
Zusatzinformationen
21.12.1949 Zum 70. Geburtstag von Stalin
chon in der ersten Zeit, als die Russen den Osten Deutschlands als Besatzungsmacht hielten, war klar geworden, dass sie alles bestimmten, alle unterordnen und alles nach sowjetisch-stalinistischen Vorbild und Prägung zu geschehen hatte. Dazu gehörte auch der unsägliche Stalinkult, welcher um den Diktator und Despoten gemacht werden musste. Alle hatten Stalin zu verehren und niemand war vor seiner langen Hand sicher. Tausende Deutsche wurden zu Zwangsarbeit in sibirischen Lagern wie Workuta verurteilt. Eine Form des Personenkultes um Stalin ist in den Zusatzinformationen zu lesen.
Zusatzinformationen
31.12.1949 Stalin nicht erwünscht im Krankenhaus
ür die leitenden Ärzte des Geraer Waldklinikum gehörte die medizinische Betreuung der Patienten und die Politik der SED nicht zu einander. Stalinbilder gehörten nicht in in die Medizin, denn diese war unpolitisch. Es regte sich Widerstand und wie der aussah und ausging steht in den Zusatzinformationen.
Zusatzinformationen
1950 Städtepartnerschaften
era begründete Städtepartnerschaften

Eine Liste der Städte und den Beginn der Partnerschaft erhalten Sie in den Zusatzinformationen.

Zusatzinformationen
01.01.1950 Die DDR im Jahr 1950
ir unternehmen einen Streifzug durch die historischen Geschehnisse in der DDR im Jahr 1950. Was passierte in diesem Jahr im nun geteilten Deutschland.
Zusatzinformationen
06.01.1950 Verharmlosung der Internierungslager
laubte man zu dieser Zeit der Propaganda der DDR-Demagogen, so waren die Internierungslager, welche die russischen Besatzer in der DDR in Buchenwald, Sachsenhausen oder Bautzen betrieben, mit Luftkurorten gleich zu setzen. Man musste sich fragen, warum es überhaupt diese Lager gegeben hatte, wenn es dort so harmonisch, freundlich, ohne politischen Schulungszwang, mit Singgruppen, ärztlicher Versorgung der Spitzenklasse und überdurchschnittlich guter Versorgung mit Nahrungsmitteln gegeben hatte. Alles war nur Propaganda, denn wie waren sonst die Massengräber zu erklären gewesen, welche später dort gefunden wurden und die nachweislich aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg stammten. Was der Gegner über die Internierungslager zu berichten hatte war natürlich alles imperialistische Hetze und wurde gebrandmarkt. Und das machte man damals in etwa so, wie es in der Zusatzinformation zu lesen ist.
Zusatzinformationen
14.01.1950 Auflösung der russischen Internierungslager
ie Nationalsozialisten hatten in ganz Mitteleuropa Konzentrationslager eingerichtet, welche zu Vernichtungslagern wurden und anders denkende Menschen, sowie religiöse Minderheiten beseitigen sollten. Die sogenannte "Endlösung der Judenfrage" wurde dort in menschenverachtender Weise vorangetrieben. Die Lager waren nur zum organisierten Massenmord errichtet worden. Nach dem Ende der Nazi-Diktatur wurden diese Lager aber nur formell befreit und geräumt. Einige Lager, wie Sachsenhausen und Buchenwald dienten den Russen als Internierungslager, wo sie nun ihrerseits anders denkende Menschen einsperrten und folterten. An diesem Tag gab es einen zwischen dem russischen Armeegeneral W. Tschuijkow und Walter Ulbricht zu diesem Thema folgenden Briefwechsel.
Zusatzinformationen
20.01.1950 Die Propaganda in der Thüringer Zeitung war übel
ie Sowjets hatten als Besatzer in Ost-Deutschland die ehemaligen Konzentrationslager der Nationalsozialisten in Buchenwald und Sachsenhausen, sowie das Gefängnis in Bautzen nach genutzt und dort unliebsame Dissidenten und anders denkende Menschen eingesperrt, gefoltert und ermordet. Zahlreiche Massengräber zeugten später von den Gräueltaten des Russen und der SED-Machthaber. Um der Bevölkerung aber zu zeigen wie human und fortschrittlich die neue Gesellschaftsordnung sei und wie generös die sowjetischen Besatzer mit den Menschen umgegangen waren, wurde in den Zeitungen derart dümmliche Propaganda verbreitet, dass es einem freiheitlich denkenden Menschen den Atem verschlägt. Ob die Geraer dieser Zeit die Propaganda wirklich so glaubten, mag bezweifelt werden.
Zusatzinformationen
08.02.1950 Lustig ist das Lagerleben
ie SED-Zeitung "Thüringer Volk" berichtete an diesem Tag von zwei heimgekehrten Internierten der Russischen Lager auf dem Gebiet der DDR. Die politischen Lügen, welche das stalinistisch geprägte Blatt verbreitete, sind an Frechheit nicht zu überbieten. Die Lager in Buchenwald, Sachsenhausen und Bautzen, welche die Russen als Besatzer nach dem Krieg weiter betrieben, hatten ihren Verbrechensstatus aus der Zeit der Nazi-Diktatur nicht verloren und dienten nach wie vor dem gleichen Zweck. Menschen zu manipulieren, sie zu ermorden und zu foltern. Und zwar alle Insassen dieser Lager, da gab es keine Ausnahme. Was die Geraer in "ihrer" Zeitung da lesen mussten war pure Stalinpropaganda und so durchtrieben lügnerisch, dass es dem normal denkenden Menschen die Sprache verschlug. Zu dieser Zeit, konnte so etwas allerdings noch verbreitet werden.
Zusatzinformationen
12.05.1950 Ralf Rauch geboren
en größten Bekanntheitsgrad erlangte der Geraer in seiner Amtszeit als Oberbürgermeister der Stadt. Kein anderer Kommunalpolitiker hatte Gera nach der politischen Wende von 1989/1990 stärker geprägt als Ralf Rauch. Vier Jahre war er als Bürgermeister und Baudezernent tätig und danach trug der 12 Jahre (von 1994 bis 2006) als Oberbürgermeister Verantwortung für die Stadt. Seit dem Januar 2008 war er der Geschäftsführer der Thüringer Fernwasserversorgung. Allerdings blieb die Bundesgartenschau in Gera und Ronnenburg 2007 sein größter Verdienst für die Stadtentwicklung.
Zusatzinformationen
26.05.1950 Haft für einen Schneidermeister
urch eine unbedachte Äußerung ruinierte sich ein Schneidermeister seine berufliche Zukunft in der DDR. Ein Volkspolizist hatte seine Unmutsäußerung über das bevorstehende Deutschlandtreffen der Jugend in der DDR gehört und ihn angezeigt. Von der Kleinen Strafkammer 201 des Landgericht Gera wurde er nach der Kontrollratsdirektive 38 (1 b KstKs 13 / 50 24 / 50) für schuldig und zu einem Jahr und fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Außerdem durfte er fünf Jahre nach Verbüßen der Haft keinen freien Beruf ausüben oder sich mit einem eigenen Betrieb selbstständig machen.
Zusatzinformationen
09.06.1950 Haft für unbedachte Worte
in Elektriker aus Gera, geboren im Jahr 1927, hatte am 19. Mai 1950 mit zwei Freunden dem Geraer Markt aufgesucht und dort eine Marschformation der FDJ mit ein paar unbedachten Worten "beleidigt". Darauf hin war er von einem SED-treuen Mann denunziert worden, welcher ihn damit vor das Landesgericht Gera brachte. Ein Jahr Gefängnis brachte ihm das ein. Was er gesagt hatte und warum, steht in der Zusatzinformation.
Zusatzinformationen
03.08.1950 Gerhard Hoppe in Gera geboren
erhard Hoppe war ein bekannter Fußballspieler in der DDR. In der höchsten Fußballklasse des DDR-Fußballverbandes Oberliga spielte er für den FC Carl Zeiss Jena und die BSG Wismut Gera. Mit Jena gewann Hoppe zweimal den DDR-Fußballpokal, mit der Nachwuchs-Nationalmannschaft absolvierte er drei Länderspiele. (Stand September 2010)
Zusatzinformationen
05.09.1950 Aus der "Volkswacht" entnommen
m Artikel „Agentur der Kriegstreiber ausgehoben“ wurde erstmalig das Verbot der Zeugen Jehovas am 5. September 1950 bekannt gegeben. Nach den Teilüberschriften „Bibelforschersekte ‚Zeugen Jehovas’ mit sofortiger Wirkung verboten“ sowie „Der Minister des Inneren der Deutschen Demokratischen Republik, Dr. Steinhoff, gibt aufgrund einmütiger Billigung durch den Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik bekannt“, ist zu lesen: (siehe Zusatzinformation)

Zusatzinformationen
15.10.1950 Institutionsgeschichte des Rates des Bezirkes Gera
ie durch die Provisorische Volkskammer in Kraft gesetzte Verfassung der DDR schrieb zwar die Existenz von fünf Ländern fest, schränkte deren politische Eigenständigkeit aber bereits stark ein. „Der endgültige Übergang zur langfristigen und zentral gelenkten Wirtschaftsplanung mit der Verabschiedung des Fünfjahrplanes 1951 bis 1955 durch den III. Parteitag der SED im Juni 1950 und die politische Gleichschaltung mittels Wahlen auf der Grundlage von SED - gesteuerten Einheitslisten der Nationalen Front am 15. Oktober 1950 stellten die in der DDR-Verfassung garantierte Existenz der Länder zunehmend in Frage“ (Thüringen-Handbuch S. 55).

Zusatzinformationen
01.01.1951 Die DDR im Jahr 1951
as hat das Jahr geprägt? Welche Filme waren aktuell? Was hatte sich geändert? Wie lebten die Menschen in der DDR zu dieser Zeit? An was kann man sich unter Umständen noch erinnern? Mehr dazu in den Zusatzinformationen.
Zusatzinformationen
17.08.1951 Fußballtrainer Konrad Weise geboren
onrad Weise war Fußballspieler in der DDR-Oberliga, der höchsten Spielklasse des DDR-Fußballverbandes. Er spielte dort für den FC Carl Zeiss Jena, mit dem er dreimal Pokalsieger wurde. Weise ist 86-facher Nationalspieler und gewann 1976 Gold bei den Olympischen Spielen. Noch während seiner Zeit als Fußballspieler hatte Weise 1983 das Diplom eines Sportlehrers erworben. Damit brachte er die Voraussetzungen mit, künftig als Trainer arbeiten zu können. Sofort nach Beendigung seiner Spielerkarriere übernahm der FC Carl Zeiss Jena Weise als Trainer für den Nachwuchsbereich. Unter seiner Anleitung wuchsen Talente wie die späteren Nationalspieler Bernd Schneider, Jörg Böhme und Robert Enke heran. Später wurde Weise Assistenztrainer der Oberligamannschaft des FC Carl Zeiss. 1998 verließ Weise Jena und wurde beim Drittligisten FSV Zwickau unter Hans-Jürgen Dörner Assistenztrainer. 1999 übernahm er selbst den Posten des Cheftrainers, stieg aber nach einem Jahr in die Oberliga ab. Nach drei Jahren wurde seine Tätigkeit als Cheftrainer wieder beendet. Anschließend trainierte er bis 2005 den fünftklassigen 1. FC Gera 03.

Zusatzinformationen
01.01.1952 Die DDR im Jahr 1952
as geschah im Arbeiter- und Bauernstaat? Wie real war den der Sozialismus? Was bewegte die Menschen im geteilten Land? Was hatte Kinopremiere? Wo lagen die Sorgen und Nöte der DDR-Bürger? Wie stand man zum Klassenfeind? Mehr dazu in den Zusatzinformationen.
Zusatzinformationen
18.10.1952 Theatergeburtstag
ünfzig Jahre alt war das Geraer Theater an diesem Tag. Eine Geraer Zeitung mahnte öffentlich zu diesem Jubiläum, der Feier einen würdigen Rahmen zu geben.
Zusatzinformationen
01.01.1953 Die DDR im Jahr 1953
as geschah in der DDR? Wie entwickelte sie sich? Wie ging es den Bürgern? Was erlebten sie zu dieser Zeit in dem geteilten Land? Was brachte das Jahr? Es wird beleuchtet in den folgenden Zusatzinformationen.
Zusatzinformationen
06.03.1953 Stalin war am Vortag verstorben
ie sowjetisch-sozialistisch geprägte Presse der DDR berichtete entsetzt über den Tod des sowjetischen Staatschefs Josef Stalin. Auch die Geraer Zeitungen reagierten mit Entsetzen auf die Todesmeldung. Auf allen öffentlichen Gebäuden war danach Trauerbeflaggung angeordnet worden. Der Tod des Diktators, am 5. März 1953, markierte aber auch eine Zeitenwende, welche in der Entstalinisierung endete.
Zusatzinformationen
08.05.1953 Stalinkult
n der Stalingedenkstätte wurde der Grundstein für ein den Sowjetdiktator verherrlichendes Denkmal gelegt.
Zusatzinformationen
17.06.1953 Protest auch in der Geraer Bevölkerung
andesweite Streiks in mehreren Betrieben der gesamten DDR und Demonstration der Wismut- Kumpel vor dem Gebäude des Rates des Bezirkes in der Schloßstraße (Handelshof) und dem Untersuchungsgefängnis in der Rudolf-Diener-Straße waren Ausdruck für wachsenden Protest der Bevölkerung.
Zusatzinformationen
17.06.1953 Pressepropaganda in Gera
estliche Medien wie der Rundfunk im Amerikanischen Sektor (RIAS) verbreiteten die Meldungen über die Streikenden der Ost-Berliner Stalin-Allee im Minutentakt in der gesamten DDR. Die Sender machte den Arbeitern Mut und versprachen, alle Flüchtlinge im Westteil Deutschlands aufzunehmen. Die Oberen der DDR sahen die Sache natur- und ideologiegemäß anders und machten die westdeutschen Imperialisten für die Unruhen verantwortlich, die diese vom Zaun gebrochen hätten.
Zusatzinformationen
17.06.1953 Über den Volksaufstand in Gera
achdem am Morgen des 17. Juni 1953 die Arbeiter eines Geraer Industriegebietes die Arbeit niedergelegt, ein Streikkomitee gewählt, einen Resolutionsentwurf gefertigt und andere Betriebe aufgefordert hatten, ebenfalls zu streiken, schlossen sich alle größeren Geraer Betriebe diesem Streik an. Ein überbetriebliches Komitee wurde gebildet und zehntausende Einwohner Geras strömten in die Innenstadt und belagerten die Zentren der Macht. Das Rathaus, den Rat des Bezirkes, das Gefängnis, die SED-Bezirks- und Kreisleitung , die BdVP, das VPKA und das MfS-Gebäude. Tausende Demonstranten standen vor dem Gefängnis und erlebten mit, wie ein Wismut-Kumpel mit einem Autokran das Tor aushebelte. Aus der Untersuchungshaftanstalt konnten 65 Gefangene befreit werden. Die Mehrheit aber verblieb in den Zellen, weil sowjetisches Militär die Demonstranten mittlerweile wieder aus dem Gefängnis vertrieb.
Zusatzinformationen
17.06.1953 Akteure des Volksaufstandes
hüringer Akteure waren Menschen aller Berufsgruppen. Quantitative Aussagen sind schwierig,quellenmäßig und auch deshalb, weil die SED-Loyalität, die aus allen Schichten freilich ebenfalls verlautete, sowohl aus Ehrlichkeit als auch aus Angstbekundet worden sein konnte. Die größte Gruppe der registrierten 17.-Juni-Akteure waren die Arbeiter, sei es mit Straßenmärschen, Streiks oder aber nur betriebsinternen Arbeitsunterbrechungen. Eine Einschätzung des 17. Juni als Arbeiter-Interessenkampf wäre aber mit Vorsicht zu tätigen, denn man muss auch berücksichtigen, dass Arbeiter generell kollektiver zusammenleben.

Zusatzinformationen
17.06.1953 Widersacher des Aufstandes
en 17.-Juni-Akteuren stand eine beachtliche Zahl der Widersacher gegenüber und dies ist wohl auch ein Hauptunterschied zu 1989/90. Diese aktive Gegnerseite ist zwar nicht deckungsgleich mit den  regierungsverbundenen Berufsgruppen, bestand vorrangig aber aus Sicherheitskräften, SED-Berufsfunktionären, DDR-Staatsdienern (Bezirks- und Ortsverwaltung), Betriebsleitern und Justiz. Sechs weitere Gesichtspunkte in den Zusatzinformationen.

Zusatzinformationen
17.06.1953 Folgewirkungen des Volksaufstandes
ie Wucht der 17.-Juni-Ereignisse hatte ja DDR-weit die politischen und staatlichen Funktionäre überrascht und aufgerüttelt. Unverkennbar war auch das Fortwirken von Misstrauen, Kritik und Einzelprotesten. Die Auswirkungen waren häufiger kurzfristiger, teilweise langfristiger Natur und umfassten v. a. sozial-, straf- und sicherheitspolitisches Handeln.

Zusatzinformationen